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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im schwierigen Niemandsland der Pubertät - nicht mehr Kind, noch nicht erwachsen
Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Film ist in meinen Augen ein überwältigendes Filmkunstwerk! Obwohl dies gewiss nicht alle Zuschauer so sehen werden. Denn er geht sehr frei und offen mit dem Thema Pubertät und Sexualität um.
Die Kamera ist nicht nur verliebt in die wunderschöne bunte Landschaft Andalusiens, sondern auch in die...
Veröffentlicht am 28. April 2012 von Eberhard

versus
4 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schwache Leistung - auf ganzer Linie . . .
Pablo ist ein aufgeweckter, schusseliger Junge, irgendwo im südspanischen Outback, in einem kleinen Dorf. Eines Tages trifft einen Fremden, der mit seinem Wagen fast Pablos Hund überfährt. Der Wagen bleibt liegen und muss in die Werkstatt geschafft werden. Just in dem Augenblick kommt der neugierige, dauer-tratschende Postbote vorbei.

Der Fremde...
Veröffentlicht am 26. Juli 2012 von A. Bothe


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im schwierigen Niemandsland der Pubertät - nicht mehr Kind, noch nicht erwachsen, 28. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Film ist in meinen Augen ein überwältigendes Filmkunstwerk! Obwohl dies gewiss nicht alle Zuschauer so sehen werden. Denn er geht sehr frei und offen mit dem Thema Pubertät und Sexualität um.
Die Kamera ist nicht nur verliebt in die wunderschöne bunte Landschaft Andalusiens, sondern auch in die Großaufnahmen des gut aussehenden Protagonisten. Und die wunderbar ruhige Kameraführung tut dem Auge des Betrachters gut.

Dreizehn Jahre alt ist Pablo (Gonzalo Sánches Salas), der ruhige, schüchterne spanische Junge mit einem prächtigen gepflegten Haarschopf. Er hat noch eine Kinderstimme, aber die ersten zarten Härchen sprießen schon in den Achselhöhlen und auf der Oberlippe. Und er hat längst erkannt, dass sein Penis nicht nur ein Pinkelschlauch ist, sondern dass es sich unheimlich gut anfühlt, ihn zu berühren und damit herumzuspielen. Und er wäre nicht ein ganz normaler Junge, wenn er das nicht auch regelmäßig praktizieren würde: in der Einsamkeit der prächtigen bunten Wiesen und Felder Andalusiens oder nachts unter der Bettdecke. Er ist ein Einzelgänger. Richtige Freunde hat er nicht, denn die 15-jährige Julia kann er nicht wirklich als Freundin bezeichnen, obwohl sie mit Eifer dabei ist, ihm beim Übergang vom Kind zum Mann zu helfen: Sie gibt ihm "Unterricht" in Sachen Sex und Liebe, was ihn einerseits verstört und andererseits fasziniert.
Pablo wächst vaterlos auf. Dass dies so ist, gehört zu seiner ureigensten dunklen Vergangenheit, an der er schwer zu tragen hat. Er trägt eine schwere Last auf seinen jungen Schultern, viel zu schwer für einen pubertierenden Jungen: Er hat durch seine Schusseligkeit indirekt den Tod seines Vaters verschuldet!
Auf einer Landstraße nahe seines Dorfes trifft er Paco, einen gut gekleideten Fremden, der Probleme mit seinem Auto hat. Pablo will sich zuerst nicht so recht in ein Gespräch mit ihm einlassen. Aber nach und nach lässt er es zu, dass ihn der Fremde mit seiner Fragerei herausfordert und selbst zum Sprechen bringt.
Die unbewusste Suche des Jungen nach Verständnis lassen ihn "alle Schutzinstinkte vergessen" (Zitat). Er sieht zunehmend in seinem neuen Freund, der wegen der aufwändigen Autoreparatur ein paar Tage im Dorf zu verbringen hat, eine Art Ersatzvater. Er spürt: Paco ist jemand, dem er vertrauen kann, dem er sich öffnen kann. Aber während Pablos Zuneigung zu Paco wächst, wird er unfreiwillig einer Tragödie entgegen geführt, die ihn für sein ganzes weiteres Leben zeichnen wird. Inzwischen brodelt in dem Ort die Gerüchteküche: Dass sich Paco so oft mit einem 13-jährigen Junge trifft, ist vor allem dem örtlichen Postboten ein Dorn im Auge (der sich seinerseits aber ungeniert an der minderjährigen Julia vergeht). Die Gastwirtin erkennt in Paco einen Ex-Knastbruder. Und als im nahen See auf tragische Weise ein Junge ums Leben kommt, steht für die Dorfbewohner fest: daran ist der Fremde schuld.....

Iván Noel, der sowohl das Drehbuch schrieb, Regie führte und die Musik komponierte (!), schrieb über Gonzalo, den Protagonisten, in einem Interview: "Er hatte keine Probleme - und auch seine Eltern nicht - mit Nacktszenen und Masturbation, die in spanischen Coming-of-Age-Filmen an sich keine große Sache sind. Spanien ist nach wie vor weit entfernt von den absurden Repressionen der Nachbarländer."
Diese an sich harmlosen Szenen sind höchstwahrscheinlich auch der Grund dafür, dass man gezwungen ist, in diesem wunderschönen Film deutsche Untertitel zu lesen, anstatt die Gesichter der sprechenden Protagonisten zu sehen! Die Deutschen Filmverantwortlichen sind wohl zu prüde für ein solches Filmkunstwerk. SCHADE.
Meine Wertung. Uneingeschränkt 5 Sterne
eboku
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit der Wahrheit, kein Drama, 24. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Die Verlogenheit des Fremden, die Verlogenheit der spielenden Kinder und die Doppelmoral des Postboten sind Auslöser des Dramas. Die eindrücklichen, friedlichen Landschaftsbilder, die oft im Gegensatz zu Pablos Gefühlswelt stehen, wühlen eher auf,als sie beruhigen. Pablo ist auf der Suche. Er sucht einen Vaterersatz und hofft ihn mit dem Fremden, der zufällig vorbei kommt und wegen einer Autopanne länger bleiben muss, gefunden zu haben. Er sucht seine sexuelle Identität, auf der einen Seite bei seiner älteren Spielgefährtin,die ihn auch verführt, auf der anderen Seite beim Fremden, der aber nicht darauf eingeht. Für mich eher überraschend und nehme wahr, dass ich gegen Vorurteile nicht so resistent bin, wie ich glaubte. Genau so geht es den Dorbewohner, die beim getöteten Kind schnell den Täter "kennen". Schlimm ist das Erwachen aus der Scheinwelt für Pablo als er hört, was der Fremde, sein Wunschvater, von ihm hält. Dieser Verrat führt zum Drama, an dem alle beteiligt sind: Pablo mit Flinte, die Dorfbewohner, der Fremde und der Postbote.
Für mich ein schöner und spannender Film, mit einem hervorragenden Gonzalo Sanchez, der Pablos Gefühle glaubhaft spielen konnte. Zudem ist Ivan Noels Werk auch psychologisch interessant. Nicht nur weil der Fremde bei Pablo spielerisch Eriksons Hypnose anwandte um ihn von der Schuld an Vaters Tod zu befreien, sondern auch weil alle Facetten des Lebens darin vorkommen (Eifersucht, Lüge, Verrat, Liebe, Sex, Vertrauen, Misstrauen, Klatsch, Moral, Einsamkeit, Grausamkeit, Vorurteil) und zum Reflektieren anregen.
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52 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Feinfühliges und mutiges Kindheitsdrama, 10. Februar 2011
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Durch seine angeborene Schusseligkeit hat der 13-jährige Pablo den Tod seines Vaters verschuldet: Als er eine Leiter brauchte, nahm er sich einfach die von der Hauswand weg, ohne zu schauen, ob oben jemand draufsitzt und das Dach repariert.
Pablo ist ein scheuer, sensibler Junge, der in seiner Freizeit am liebsten durch die malerisch schöne Gegend seines argentinischen Heimatdorfes streift und sich an unbeobachteten Orten einen runterholt. Eines Tages begegnet er Paco, einem netten Mann aus dem Norden, der eine Autopanne hat. Der sagt, er sei hier, um einen alten Freund aus der Soldatenzeit wiederzusehen. Wie sich herausstellt, ist dieser Freund Pablos Vater. Pablo soll Paco zum Vater bringen; also führt er ihn auf den Friedhof. Als der Mann dort in Tränen ausbricht, erwacht in Pablo eine tiefe Zuneigung zu dem Fremden. Pablo wird fortan schon eifersüchtig, wenn Paco mal mit einem anderen Jungen eine Unterhaltung führt. In seiner abendlichen Selbstbefriedigung bezieht Pablo sogar nicht nur die Phantasie seiner Freundin, die ihm heute an die Wäsche wollte, sondern auch die Erinnerung an den Moment mit ein, als Paco seine Hand auf Pablos Knie legte. Doch als Pablo sich beim Schwimmen tags drauf so zeigt wie der Herrgott ihn geschaffen hat (in der Hoffnung, Paco ließe sich vielleicht zu einem ungesetzlichen Liebesspiel hinreißen), wehrt der undurchschaubare Mann ab. Ein Glück, weil Sekunden später der misstrauische, scheinheilige Postbote (der sich übrigens selbst regelmäßig an der minderjährigen Freundin von Pablo vergeht) wie zufällig vorbeikommt und mit Pablo sprechen will. Die Leute im Dorf würden sich bereits das Maul darüber zerreißen, warum ein Fremder mit einem 13-Jährigen rumhängt. Es wäre besser für Paco, nach Hause zu fahren, da der Wagen jetzt repariert ist. Aber Pablo kümmert sich nicht um das was die Leute sagen. Er sehnt sich schon viel zu sehr nach einer neuen Vaterfigur. Als zeitgleich zwei steinewerfende Strolche am Badesee den Tod eines kleinen Jungen herbeiführen und den Fremden aus dem Norden beschuldigen, kommt es zur Tragödie...

Ein hochinteressanter und ergreifender Film! Gefühlvolle Gitarrenmusik, ästhetisch schöne Bebilderung, und vor allem eine nachvollziehbare, einfühlsame Charakterstudie, welche die Seelennöte und Bedürfnisse eines Knaben am Ende seiner Kindheit ernst nimmt. Ich würde nicht scheuen, das Wort Meisterwerk zu benutzen. Regiedebütant Iván Noel verliert sich nicht in unwichtigen Nebenhandlungen, sondern bleibt fast in jeder Szene nahe an seinem Protagonisten, dem man sehr gerne beim Leben zusieht. Wahrscheinlich hat sich das wunderbare Drama allerdings durch die mutige Szene, in der sich Pablo nackt macht, für eine deutsche Sprachfassung disqualifiziert. Ich sehe es bildlich vor mir, wie sich Synchronstudios angesichts dieser starken Sequenz empört gegen eine akustische Bearbeitung entschieden haben.
So bleibt mir (mal wieder) nichts anderes übrig als die spanische Fassung mit Untertiteln zu lesen, aber wenigstens entgeht mir auf diese Weise nichts von der glaubhaften Performance der Schauspieler.
An anderer Stelle hab ich gelesen, dass jemand wegen der Szene, in der ein Hund ertränkt wird, einen Hass auf die Filmemacher hat. Diese Person hätte sich mal besser das Making Of angesehen. Dort wird gezeigt, dass dem Hund nichts zugestoßen ist. Aber die Deutschen lieben es nun mal, sich über alles mögliche aufzuregen.
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierendes Wagnis, 31. Januar 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Sehr subtil wird die Gefühlswelt eines 13jährigen Jungens dargestellt. Sein Sexualität verlangt nach dem konkreten Gegenüber. Er hat erste, zunächst schüchterne sexuelle Erfahrungen mit einem etwas älteren Mädchen, später kommen dann Gefühle zu einem wesentlich älteren Mann auf.
Sehr nuanciert werden die Zwiespälte und Regungen des Jungen aufgezeigt. An einem schönen Tag treffen sich beide (Junge + Mann) wieder und nachdem der Junge eine Runde geschwommen hat, kommt er tropfnass zurück und entblättert sich vollens vor dem Mann, der jedoch dieser Provokation wiedersteht.
Ein ganz großes Lob an den jugendlichen Schauspieler, der mit seinem Können, seiner Schönheit und Erotik besticht.
Endlich mal wieder ein Regisseur, der sich nicht in puren Andeutungen verliert und einen komplizierten, oberflächlichen und langweiligen Film damit schafft.
Danke für den Mut in diesem Film, ohne Prüderie und gespickt mit wunderschönen Bildern und knisternder Erotik. Eine absolute Rarität im 21. Jahrhundert.
Mehr möchte ich auf den Inhalt nicht eingehen, um dem Betrachter nicht die Freude zu rauben sich den Film anzusehen.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaubliche Bilder, 11. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Ich habe in einem Film noch selten solche Landschaftsimpressionen gesehen wie in Film "Wo warst Du?" UNGLAUBLICH. Absolut Empfehlenswert. Selbst das der Film im Original (Spanisch mit Untertitel) läuft tut den Impressionen keine Abbruch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Pure Kinomagie - ein absoluter Traum von einem Film, 1. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Die im Frühsommer grünende und blühende, paradiesgleiche Gebirgslandschaft im Süden Andalusiens ist Pablos Heimat. Seit dem Tod seines Vaters lebt der Junge auf dem kleinen Hof allein mit der Mutter. Es ist ein einsames Leben, aber Pablo liebt die langen Streifzüge mit seinem Hund durch die sinnesbetörende Landschaft. Wie ein Fisch schwimmt der vitale Junge im Meer der Gräser und Bäume, der Haine und bunten Feldblumen. Hier in der kraftvollen Sommerfrische der Natur, wo halbwilde Pferde und Stiere über die saftigen Wiesen ziehen, genießt der 13jährige gedankenverloren die Freuden, die ihm sein heranreifender Körper spendet.
Fremde gelangen nur selten in die Gegend. Pablo trifft auf der Feldstraße auf einen Mann, der mit seinem Auto eine Panne hat. Er behauptet, nach einem alten Freund aus der Zeit bei der Armee zu suchen. Es stellt sich heraus, daß dies Pablos Vater ist. Wortlos führt der Junge den Fremden zum Grabstein seines Vaters.
Francisco muß sich im Dorf ein Quartier suchen, während sein Wagen in der örtlichen Werkstatt repariert wird. Der Postbote, der gern seine Nase überall hineinsteckt, ist mißtrauisch; er schärft Pablo ein, sich von dem Fremden fernzuhalten, denn er stellt schnell Ungereimtheiten in dessen Aussagen fest. Auch andere Dorfbewohner sind besorgt. Trotz der Warnungen zieht es Pablo zu dem fremden Mann. Er verbringt viele Stunden mit Francisco draußen in der malerischen Natur. Pablo ist neugierig zu erfahren, was für ein Mensch sein Vater früher gewesen war. Er vertraut Francisco. Tatsächlich gibt Francisco dem Jungen auf spielerische Weise einen entscheidenden Anstoß, mit der Aufarbeitung eines Traumas zu beginnen, welches ihn seit dem tödlichen Unfall seines Vaters quält.
Außer der zwei Jahre älteren, elternlosen Julia, die bei ihrem dementen Großvater wohnt, hat Pablo keine Freunde. Die frivole Teenagerin treibt neckische Spiele mit dem pubertierenden Knaben. Er ist der einzige Junge in ihrer Reichweite, deshalb versucht sie, ihre sexuellen Bedürfnisse an ihm auszuprobieren. Der schüchterne Pablo fühlt sich davon etwas überrumpelt, doch er begreift schnell, welche körperlichen Reize sich in Zweisamkeit zu lustvollen Erlebnissen wandeln.
Francisco ist so furchtbar nett. Wenn er mit ihm plaudert, blitzen in Pablo Erinnerungen an seinen Vater auf. Es sind böse Erinnerungen. Der Vater war streng, er konnte grausam sein in seinen Methoden, den Sohn seine Pflichten zu lehren. Francisco ist ganz anders, so sanft und verständnisvoll. Pablos Bewunderung für den Fremden, in dem er einen so viel besseren Vater erblickt, steigert sich zu einem wagemutigen Verlangen.
Im Dorf redet man. Es wirkt verdächtig, daß ein fremder Mann so viel Zeit mit einem 13jährigen Jungen verbringt. Bald macht der Tratsch über die wahre Identität des Mannes und über seine Vorgeschichte die Runde. Gerade als Francisco sich zu Pablos großer Enttäuschung anschickt, wieder abzureisen, überschlagen sich die Ereignisse. Während ein tragisches Unglück geschieht, für das die Dorfbewohner sogleich dem unheimlichen Fremden die Schuld zuweisen, macht Pablo bei der Rückkehr nach Hause eine schockierende Entdeckung...

Ein absoluter Traum von einem Film. Mit einem statistisch kaum meßbaren Budget zaubert Iván Noel pure Kinomagie. In seiner Bildkomposition läßt er die Poesie der urtümlichen wilden Kulturlandschaft Andalusiens verschmelzen mit Anmut und Schönheit des jungen Hauptdarstellers. Gonzalo Sánchez Salas bewegt sich vor der Kamera als wahrhaftiges Wunderkind in einer natürlichen Unbefangenheit. Gonzalo spielt die Rolle von Pablo nicht nur, er durchlebte während der Dreharbeiten mit Leib und Seele exakt dieselbe Phase des Heranwachsens wie seine Filmfigur. In seltener Direktheit zeigt Iván Noel den in der Pubertät taumelnden Jungen in seiner ganzen verletzlichen Intimität. Wie die einzigartige Blüte einer Orchidee verewigt Gonzalo Sánchez Salas das Juwel vergänglicher Jugend in diesem Film.
So ein Maximum an Authentizität scheint unübertrefflich, doch Iván Noel steigert den perfekten Einklang von Kulisse und Schauspieler noch, indem er am dramaturgischen Wendepunkt der Erzählung eine symbolistische Szenerie einbaut, welche die explodierende Gefühlswelt des Jungen metaphorisch zum Ausdruck bringt. Die Verwirrung der Pubertät, die Pablo gerade durchmacht, sucht sich einen Weg durch den Irrgarten der Emotionen in dem Beziehungsgeflecht, welches ihn plötzlich umgibt. Das Auftauchen von Francisco stellt ihn vor die Aufgabe, zwischen verschiedenen Wegen zu wählen. Pablo findet sich mit einem Mal gefangen in einem Netz. Julia will ihn in ihrer Weiblichkeit mit schamlosen Sexspielchen verführen; er will ihr in seiner aus dem anerzogenen Rollenbild adaptierten Männlichkeit mit seines Vaters Schießgewehr imponieren.
Pablo ist ein Charakter voller Unsicherheit. Oft schon hat er die unangenehme Erfahrung hinter sich gebracht, daß er Dinge falsch gemacht hat. Durch seine Verträumtheit tappt er häufig an der Wirklichkeit vorbei. So mißversteht er auch völlig Franciscos freundschaftliche Zuwendung und interpretiert sie als Zeichen sexuellen Interesses an ihm, was seinen eigenen erwachenden Begierden sehr wohl willkommen zuspielt.
Es entsteht durch die Kombination von vollkommener Bildästhetik und lebensecht erzählter Geschichte eine Spannung, die atemberaubender ist als die eines jeden Thrillers. Die Filmmusik besteht aus gezupftem Gitarrenspiel, dessen Verläufe mit der Zeit hypnotisch wirken. Iván Noel, eigentlich von Beruf Filmmusiker, komponierte für sein Regie-Debut den Soundtrack selbstverständlich selbst. Der ambitionierte Jungdarsteller Gonzalo Sánchez Salas ließ es sich nicht nehmen, während der Dreharbeiten das Gitarrespielen zu erlernen, um den akustischen Soundtrack mit Iván gemeinsam einzuspielen.

DVD mit Wendecover
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lehrreicher Film über das Heranwachsen, 1. Juni 2011
Von 
Alexander Hoefer "Animus" (Pähkinäkolo) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Wo warst du? - im Original - En tu ausencia (in deiner Abwesenheit), erzählt still und einfühlsam das Leben des sehr verschlossenen 13-jährigen Pablos, der nach dem Tod seines Vater alleine bei seine Mutter aufwächst, zu der er ein sehr reserviertes, um nicht zu sagen still-konfliktgeladenes Verhältnis hat.

Pablos Leben nimmt eines Tages eine bedeutsame Wendung, nämlich als ein Fremder namens Paco nach einer Autopanne ins Dorf kommt. Der einsame Junge schließt schnell Freundschaft mit dem ruhigen und mysteriösen Fremden, und schließt diesen auch sehr schnell als Vaterfigur (Vaterersatz) ganz tief in sein Herz.

In wunderschönen Landschaftsaufnahmen, und sehr vielen stillen, knisternden Momenten, erlebt man auch das langsame Erwachsenwerden Pablos, denn er trifft sich regelmäßig mit einer langjährigen etwas ältern Freundin, die ihn ganz langsam neckend zu ein bisschen mehr auffordert, als nur zum Rumhängen und Rumblödeln.

Pablo ist zunehmend von seinen Gefühlen überwältig, und weiß mit der neuen Situation überhaupt nicht richtig umzugehen. Er sehnt sich offenbar sehr nach körperlicher Zuwendung, Nähe und Zärtlichkeit, die ihm auch die ein oder andere schlaflose Nacht bereiten.

Das Verhältnis zu Paco wird immer näher, und die geschwätzige und primitive Dorfbevölkerung kann es überhaupt nicht verstehen, warum ein 13-jähriger Junge sich zu einem erwachsenen Menschen so stark hingezogen fühlt. Durch die enge soziale Beziehung kommt Paco immer Näher an die Verschlossenheit Pablos heran, und Pablo kann in den Gesprächen die entsetzlichen Peinigungen und Demütigungen verarbeiten, die er seitens seines Vaters jahrelang erfahren musste.

Nach einem schrecklichen Spielunfall am See, bei dem ein Junge getötet wird, kommt Paco durch eine fatale Lüge in den Verdacht der Mörder des Jungen zu sein.

Wo warst du? - ist ein lehrreicher Film über das Heranwachsen, den man als Sozialpädagoge auf jeden Fall gesehen haben muss. Schade nur, dass es wie immer keine Deutsche Fassung gibt, denn sonst könnte man ihn auch problemlos in der Praxis verwenden.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Lebensfreude pur, 23. März 2011
Von 
Paul Richter "Gucker" (Waldshut Bad) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Eine nicht nur glaubhafte sondern auch keinen Augenblick langweilige Geschichte. Die landschaftlichen Bilder sind überwältigend
schön und nehmen in ihrer Farbigkeit einem fast den Atem. An Schönheit steht der 13jährige Hauptdarsteller im Vergleich
dazu auch kaum zurück. Die natürliche Art sich zu bewegen und zu agieren, lassen Verblüffen.

Wenn sich das Finale nähert wird es leider unlogisch, zumindest in meinen Augen - es sei denn, ich habe da etwas nicht
mitbekommen obwohl ich mir diese Szene mehrmaks angesehen habe. Der geheimnisvolle Fremde trennt sich von dem Knaben
"Pablo" um - so der vorgeschobene Grund - alles zu überdenken, und er will Pablo in zwei Stunden wieder treffenn
Soweit so gut, nur ist ja wohl klar, daß Pablo in dieser Zeit höchstwahrscheinlich nach Hause geht.
Und genau dort geht auch der Fremde hin und legt sich mit Pablos Mutter ins Bett, denn beide sind schon früher ein Paar
gewesen. Unlogisch weil alle Türen sowieso offen stehen,(das ist richtig, habe selbst dort im Süden eine Zeit gelebt) und unlogisch weil zemlich klar ist, daß Pablo auftaucht und
Mutters sowie des Fremden (der nun sich gar nicht mehr als fremd bezeichnet werden kann Kommentare hört. Was Wunder,
es zur Katasstrophe kommt

Dieses etwas undurchachte Finale schmälert aber keineswegs das Filmerlebnis. Einfach zum Sattsehen.

Sterne für Regie und Darstellungskunst der Protagonisten in ihrer entwaffnenden Natürlichkeit.

Gucker
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7 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotionaler Film, 15. Februar 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Gelungener Film über die Gefühlswelt eines 13j.Authentisch, ohne nervige Zensuren.
Das er fremdsprachig ist, stört dank der Untertitel nicht.
Ein 13j verliert sich in Schwärmereien für einen älteren Mann und wird am Ende von ihm schwer enttäuscht.Ein Fehler den der Mann bis zum Schluss nicht einsieht.
Sehr ergreifend und macht nachdenklich.
Die naiven Dorfbewohner spielen zwar nur Nebenrolle, tragen aber auch zum Gesamtbild bei.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Guter Film über eine Problematik, 20. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) (DVD)
Ein guter Film, über ein Problem, welches auf ein Unglück beruht und am Schluss für Verwirrung, ja sogar beinahe für ein weiteres Unglück sorgt. Kurz gesagt, ein pubertierender 13 jähriger Junge, hat aufgrund eines Unglückes seinen Vater verloren. Den sieht er in Gestalt (wie sich später herausstellt) des Geliebten seiner Mutter, als Vaterersatz und als derjenige, der ihm alles über Liebe und Sex sagen und zeigen soll. Nur der tut es nicht. Warum wohl? Die Antwort findet man ganz am Schluss des Filmes heraus. Filmqualität ist gut bis sehr gut. Trotz deutscher Untertitelung, ist der Film von der Handlung her, leicht zu verstehen. Meine Empfehlung für jemanden, der verstehen will, warum einige Ersatzväter, sich diesen Schuh nicht anziehen wollen, insbesondere bei solch pubertierenden Jungs in dem Alter des Hauptdarstellers.
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Wo warst Du? - Uncut Version (OmU) von Iván Noel (DVD - 2011)
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