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Kundenrezensionen

27
4,2 von 5 Sternen
Winter in Wartime
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. März 2014
Dieser Film ist, in meinen Augen, eine Studie über die Menschen in der Kriegszeit: ihre Ziele, Bedürfnisse, Ehrgeiz und vieles mehr. Aus normalen Bürgern werden Widerstandskämpfer, Neutrale und Mitläufer/Helfer. In allen Kriegen ist das so.
Auch wenn einige Szenen im Film unwahrscheinlich sind, (nur in zwei Teile gebrochenes Flugzeug nach einer riesigen Explosion, schiessende deutsche Soldaten, die völlig ihr Ziel bei der Verfolgung der Kutsche verfehlen, Ericas rasche Intimität mit dem abgestürzten englischen Piloten usw.), wird die Geschichte teilweise aus der Sicht des kleinen Helden Michael erzählt, so wie er die Dinge sieht. Aus diesem Grund sollte man nicht zu stark auf die Unlogik des Films achten, sondern sich eher auf die Menschen, die um Michael sind, konzentrieren. Dieser Film ist keine Wiedergabe der Kriegsszene, sondern eine Studie der Menschen, die sich inmitten dieses Krieges befinden und überleben wollen, jeder auf seine Art. Es ist Michaels Winter, wie der Originaltitel des Films heisst, in welchem Michael vieles bei den Erwachsenen entdeckt, und dabei sich selbst entdeckt: seine Fähigkeiten und Grenzen. Seine Kindheit wird brutal beendet, er findet sie aber bei der Befreiung im Frühling 1945 wieder, denn er beginnt wieder zu spielen an, und sein erstes Spielzeug ist der Schlauch, den sein Freund im abgstürzten englischen Flugzeug gefunden hat.
Bis dahin muss Michael aber vieles durchstehen, vor allem erkennen, dass diejenige Menschen um ihn, die er für vertrauenswürdig hielt, es nicht sind und umgekehrt:
Da ist einmal sein Vater, Bürgermeister eines holländischen Dorfes, von deutschen Soldaten besetzt. Michael verachtet seinen Vater, weil er überzeugt ist, dass dieser mit der Wehrmacht arbeitet. Aus dieser Sicht behandelt er ihn also als Feigling. Seine Ansicht über seinen Vater wird von Onkel Ben indirekt unterstützt. Onkel Ben behandelt seinen Schwager auch als Feigling, aber aus einem anderen Grund: er will, dass dieser mit der Wehrmacht arbeitet. Michael sieht aber diesen Untersschied noch nicht, bis sein Vater von den deutschen Soldaten erschossen wird, obwohl Onkel Ben ihn "dank seinen Verbindungen zu dem niederländischen Widerstand" retten sollte. Diese Verbindungen hatte aber Onkel Ben nie, was Michael fast zu spät entdeckt. Sein Vater, der Feigling, wird in Michaels Augen plötzlich ein Held, denn sein Vater will nicht, dass ein anderer Unschuldige an seiner Stelle wegen des Todes eines deutschen Soldaten erschossen werde.
Onkel Ben, der Held, weil er sich als Widerstandskämpfer ausgibt, wird zum Feind: wie oben schon erwähnt, hilft er eigentlich der Wehrmacht bei der Verfolgung der Täter, die das Munitionslager vernichten wollten. Dabei verliert Michael drei Freunde. Ebenfalls unterstützt er die Wehrmacht bei der Fahndung nach dem verschollenen englischen Piloten.
Seine Schwester Erica, mit der Michael oft verkracht ist, entpuppt sich als jemand, der sehr hilfreich sein kann: sie pflegt den englischen Piloten, der am Bein verletzt ist und begleitet ihn bis nach Zwolle, zu seiner Kontaktperson. Ohne sie wäre der Pilot namens Jack nie aus Niederlände herausgekommen.
Der Nachbar, namenlos, von Beruf Fahrradverkäufer: er zeigt seine Mitmenschen an, wird auch dabei bestraft, denn über Nacht schreibt jemand "Nazi" an sein Schaufenster. Gleichzeitig wildert er in den Wäldern und schenkt dem Bürgermeister einen erbeuteten Hasen. Fleisch ist in diesen Zeiten eine Seltenheit! Erst viel später entdeckt Michael, dass dieser Fahrradverkäufer ein jüdisches Kind und seine Mutter bei sich zu Hause versteckt. Durch seine politische Haltung will er eigentlich seine Mitbürger ablenken, damit seine Schützlinge nicht entdeckt werden.
Auch Michaels Mutter nimmt jüdische Flüchtlinge auf, stellt sie als Familienmitglieder vor.... ein riskantes Unternehmen.
Zum Schluss ist Jack da, der zuerst nur an seine verfehlte Mission als Pilot denkt und so schnell als möglich aus der heiklen Situation herauskommen will. Er ist barsch und drohend mit Michael, bis ihm einleuchtet, dass Michael, dieser Teenager, vielleicht seine einzige Hilfe ist. Sicher hat sich Michael die Soldaten der Royal Air Force anders vorgestellt, denn Jack ist alles als ein Held: verletzt, schlotternd vor Fieber und hungrig, versteckt er sich in einem Loch und hat riesige Angst. Erst als er sieht, wieviel für seine Flucht zurück nach England riskiert wird, ist er bereit sich auch zu opfern. Soweit kommt es aber nicht, denn die Flucht gelingt.
Zum Schluss sind noch die deutschen Soldaten da, wobei einer Michael sogar das Leben rettet, andere helfen ihm seine Kutsche zu reparieren.
Kurz: der Film zeigt: was "scheint" ist nicht "sein".
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. April 2012
Auch ich fand den Film überwiegend gut gemacht. Klar, es gab Stellen in der Handlung..., aber wie das so ist, der eine stört sich dran und der andere halt nicht. Z. B.: wenn schon gezeigt wird, wie ein Flugzeug in einem Aufschlagbrand hoch geht und sich in seine Bestandteile zerlegt, kann man dann nicht eine nahezu intakte Maschine in der folgenden Szene präsentieren. Oder, der Schmied wird mitten in der Stadt (unnötigerweise) auf der Flucht erschossen - die Passanten scheint das aber nicht zu jucken. Oder die Verfolgung der flüchtenden Kutsche, erst schießt ne ganze Gruppe deutscher Soldaten vom anderen Ufer auf ein so großes Ziel daneben und eine verfolgende Kradbesatzung kanns auch nicht besser. Übrigens waren meines Wissens auch die Helmabzeichen 1944 nicht mehr Stand der Dinge, doch das nur nebenbei. Erstaunlich auch, wie schnell die Schwester des Jungen mit dem englischen Piloten "vertraulich" wurde, Flieger müßte man halt sein, wird macher insgeheim denken... Wohltuend, das der Film ohne die sonst üblichen Brutalitäten deutscherseits auskommt. Was solls, kann man mal gesehen haben, weil eben anders als der ganze Heldeneinheitsbrei. 3 Sterne von mir.
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Die Handlung
Dieser Titel könnte eine Betroffenheitsplauderei der üblichen 30 bis 45 Minuten bedeuten. Die Verfilmung eines Romans aus den siebziger Jahren fordert uns jedoch zu objektiver Rückbesinnung dessen auf, worin wir selbst noch verstrickt waren, als sich Europa vom Joch des NS-Wahns hatte befreien können.
Krieg ist die Kapitulation der Politik. Als Besiegter muss man die Besatzung seines Landes, seines Lebensraumes hinnehmen. Aber muss man sich den aufgezwungenen ideologischen Normen des Feindes beugen?
Der Bürgermeisters einer kleinen Gemeinde in der Nähe Zwolles versucht, durch Vermittlung und Begütigung seinen Mitbewohnern soviel Schikane und Barbarei zu ersparen, wie irgend möglich, und erntet auch noch Verachtung, wenn er bei der deutschen Wehrmacht erfolgreich war. Und dessen Sohn wird in den Widerstand gezogen, als er sich eines abgestürzten britischen Piloten annimmt und ihn in dessen Versteck mit Lebensmitteln und, unter Hinzuziehung seiner Schwester, mit Wundversorgung über die Tage bringt.
Wir erleben die bedrückende Ungewissheit, sich über die einzelnen Hausbewohner wie Nachbarn Sicherheit über ihre Loyalität zu verschaffen. Als der vom Piloten getötete deutsche Soldat gefunden wird, stellt man eine entsprechende Zahl Geiseln vor das Erschießungskommando. Auch der Bürgermeister ist unter ihnen, weil er sich geweigert hatte, für sich einen anderen in den Tod gehen zu lassen.
Mehrere Anläufe werden unternommen, um dem Piloten über den Fluß zu bringen. Bevor aber die Flucht gelingt, entdeckt der junge mutige Helfer den eigentlichen Verräter. Er fährt ihnen nach, stellt den Mann, der ihm als „Onkel Ben“ so viel gegolten hatte, und als der Pilot endlich in Sicherheit ist, erschießt er den Verräter.
Der ethische Aspekt:
Der Umgang mit Besatzungssoldaten entscheidet sich stets an deren Bestreben, menschlich korrekt mit der Bevölkerung umzugehen. Wir erleben latent gefährliche deutsche Soldaten, die aber bei nicht militärischen Vorkommnissen stützend eingreifen. So zieht man den ins Wasser gestürzten Jungen heraus, repariert das von der Kutsche gelaufene Rad und hält sich im übrigen aus dem Alltag der Niederländer heraus. In der Nachkriegszeit haben Betroffene auch nicht nach deren Verbleib gefragt, sondern sich um die Befehlshaber und –ausführer bemüht, die für Unmenschlichkeiten verantwortlich waren. Das galt auch für die Kollaborateure im eigenen Lande. Und es regt immer wieder auf, wenn man die militärischen Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung in ihrer Methodik und Niedertracht mit ansehen muss. So berührt es peinlich, wenn man als Kind noch in den fünfziger Jahren in Paterswolde auf einen Kellner traf, der seinen Hass gegen alles Deutsche nicht verhehlen wollte. Wir spürten alle, dass er ein unmittelbar Betroffener, wenn nicht sogar Opfer dieser Schreckensherrschaft gewesen sein musste. Und es berührt wiederum peinlich, als man nachträglich erfuhr, dass jüdische Angehörige, von den Niederlanden aus, versuchten, in Deutschland an jene Bestien heranzukommen, die in den KZ's ihrem Sadismus hatten frönen können, und die sehr viele im Dorfe kannten und verschwiegen. Und es erstaunt, wieviel Gewissen ein solcher Schurke hat, der in das bürgerliche Leben sich zurückzustehlen suchte, dass er es mit Alkohol vor Sohn und Enkel nicht hatte ertränken können.
Lassen Sie uns zwischen Widerstandskämpfern und Partisanen unterscheiden. Hier haben wir es mit der ersteren Gruppe zu tun. Sie waren Informationsträger für die militärischen Vorbereitungen ihrer späteren Befreier. In Kämpfe direkt wollte man nicht eingreifen, denn mit jedem Coup, bei dem deutsche Soldaten getötet wurden, stellte man sofort eine Vielzahl einheimischer Zivilisten vor die Gewehrläufe. Partisanen riskierten dagegen solche Rachefeldzüge ihrer Peiniger und vergalten in gleicher oder noch grausamerer Weise. Wenn nun der Sohn des Bürgermeisters den Verräter, Mitwisser so vieler privater, ergaunerter Fakten, hinterrücks erschießt, dann bezeugt es eine sensible Natur, der das Töten nicht liegt und es beim eigenen Pferd nicht schafft. Aber ein Treueverhältnis sich zu erschleichen und Angehörige wie freiheitsliebende Jugendliche der Miliz auszuliefern, gestattet kein Weiterleben, solange die fremde Macht fortbesteht. Es ist keine Hinrichtung, sondern bleibt Notwehr, und damit ist es auch in diesem Falle kein Partisanenstück, sondern bleibt Widerstand mit tödlichem Ausgang für den Verräter.
Der schöpferische Vollzug:
Ist der Krieg die Kapitulation aller politischen Mittel, bleibt in der Durchführung einer Notwehr oft die Frage der angemessenen Mittel auf der Strecke. Soldatentrupps zu überfallen und grausam hinzurichten, fordert den Gegner zu noch niederträchtigeren Mitteln heraus. Verwundete Soldaten vom SANKA herunterzuzerren, abzuknallen und in eine Höhle zu werfen, basiert auf Hass und zeigt uns womöglich das Ausmaß des zuvor erlittenen eigenen Leidensweges. Das gibt es in den Niederlanden nicht. Die NS-Ideologie war insgesamt eine europäische Katastrophe, und sie war durch eine parlamentarische Abstimmung rechtskräftig geworden. Man wusste sich einmütig mit den Invasionstruppen, und ihr Siegeszug ins deutsche „Reich“ wurde durch die Niederlande ein Triumphzug als Dank an alle die Opfer, die es ermöglicht hatten. Man hat auch nicht verstanden, dass Nachkriegsjournalismus immer wieder die Frage nach der „Notwendigkeit“ aufwarf, ob denn die NS-Kriegsverbrecher nicht aus Breda entlassen werden könnten – ähnlich dem Geschrei, es Rudolf Heß auch endlich wieder anzudienen.
Dieser Film dokumentiert das Maß der Besonnenheit, Barbarei mit den Prinzipien der Humanität und der in ihr verankerten Form der Gerechtigkeit zu begegnen. Es mildert nicht das Leiden. Es erhebt es zu einer menschlichen Größe, an der sich kein dikatorisches System je zu messen wagen darf.
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16 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Holland im letzten Winter der deutschen Besatzungszeit: Dieser Januar 1945 ist richtig kalt und der See ist sogar stellenweise zugefroren.
In einem kleinen Dorf in der Nähe von Zwolle lebt der 14jährige Michiel van Beusekom (Martjn Lakemeier).
Eines Nachts sieht er wie eine britische Militärmaschine ganz nahe im Waldgebiet abstürzt.
Mit seinem besten Freund Theo (Jesse van Driel) erkundet er am Morgen danach das Wrack, doch die beiden Jungen werden von den deutschen Soldaten entdeckt und Michiel wird sogar gefasst. Nur durch das gute Ansehen des Vaters (Raymond Thiry), der im Dorf Bürgermeister ist, kommt der Junge auch mit einer Rüge von Hauptmann Auer (Dan van Husen) davon.
Es ärgert ihn aber insgeheim, dass der Vater mit den Nazis dahingehend kooperiert, dass er sich still und neutral verhält.
Ganz anders dagegen scheint sein Onkel Ben (Yorick von Wagenningen) zu sein, der die Familie bleibt und dann auch bei Ihnen wohnt.
Schwester Erica (Melody Klaver) ist Krankenschwester und die Mutter (Anneke Blok) ständig besorgt.
Durch Theos Bruder Dirk (Mees Peijnenburg), der sich beim Widerstand engagiert, gerät der Junge bald in eine schwierige Situation. Er entdeckt dadurch in einer Jägerhöhle im Wald den verletzten britischen Flieger Jack (Jamie Campbell Bower)....
"Winter in Wartime " oder "Mein Kriegswinter" heisst im Original "Oorlogswinter" und ist ein niederländisch-belgisches Kriegsdrama des Regisseurs Martin Koolhoven aus dem Jahr 2008. Er spielt im letzten Winter des Zweiten Weltkrieges, also nur einige Monate vor dem Ende des Krieges. Der Film basiert auf dem gleichnamigen 1975er Roman von Jan Terlouw.
Dabei wurde der Film vor allem in Holland und Belgien ein guter Erfolg. Daher wurde er auch als holländischer Beitrag für den Auslands-Oscar ausgewählt. Der Film konnte allerdings nicht die Hürde der besten Fünf Nominierten nehmen.
Trotzdem ist der geradlinig erzählte Film über mehrere Schicksale in den dramatischen Zeiten als der Krieg sich zu Ende neigt, sehr gut gelungen.
Die Schauspielerleistungen sind alle durchweg gut gelungen, die Kamera von Guido van Gennep fängt authentische, frostig wirkende aber auch sehr schöne Bilder des Kriegswinters ein.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 25. August 2012
Dieser Film hat mir sehr gut gefallen. Nicht so häufig sieht man den zweiten Weltkrieg aus Sicht der besetzten Holländer. Kein Wunder, dass der Hass auf die Deutschen noch so viele Jahre angehalten hat. Die Darsteller sind toll ausgewählt und überzeugen bis in die kleinsten Rollen. Die Story hat eine überraschende Wendung am Ende, über die ich natürlich schweige. Ich habe jedenfalls nicht damit gerechnet. Einige spannende Momente wie die Flucht auf der Kutsche oder das Klettern unter der Brücke ändern nichts daran, dass es sich hier in erster Linie um ein sehr ruhiges und stimmungsvolles Drama handelt, das das Leben im Winter in einem besetzten Land sehr realistisch rüber bringt und letztendlich auch zeigt, dass nicht jeder Niederländer ein Widerstandskämpfer war...

Ärgerlich ist hingegen, was dieses Label New KSM hier bietet. O.k., die Blu-ray hat ein wirklich sehr gutes Bild. Wenigstens das haben sie nicht vergeigt. Der Film ist im Original Kinoformat und als Sprachfassungen werden der niederländisch-englisch-deutsche Originalton, sowie eine komplett deutsch synchronisierte Fassung jeweils in DTS-HD Master Audio angeboten. So weit, so gut. Kleines Manko: wenn man im Menü den Originalton und Untertitel auswählt ist der gesamte Film untertitelt, also auch die deutschen Dialoge. Naja, darüber wollen wir mal wegsehen. Auch mit dem Armutszeugnis Bonusmaterial, welches außer einer Bildergalerie und ein paar Kinotrailern nicht existent ist kann ich leben.

Aber diese Präsentation! Das ist das allerletzte! Das geht bei dem Titel schon los. Der Film heißt im niederländischen Original "Oorlogswinter", was auf deutsch nichts anderes als Kriegswinter bedeutet. Somit wäre der deutsche Kinotitel "Mein Kriegswinter", der auch im Vorspann eingeblendet wird, absolut passend. Doch was erdreistet sich dieses peinliche Label? Es verwendet den englischen Titel, was den Film schon mal amerikanischer, weniger ernsthaft und dafür reißerischer klingen lässt. "Mein Kriegswinter" hätte halt einfach zu sehr nach unblutigem, anspruchsvollem Geschichtsfilm geklungen.

Aber der Gipfel der Unverfrorenheit ist dieses Artwork Marke Eigenbau. Hier wurden auf unkreativste Art und Weise ein paar Elemente, die so im Film gar nicht vorkommen, zusammenmontiert. Oben links das abstürzende Flugzeug, oben rechts ein Feuer, zentriert ein paar Soldaten auf Motorrädern und links Soldaten zu Fuß. Es wird der Eindruck eines typischen Kriegsfilms, bei dem Kampfhandlungen im Mittelpunkt stehen, erweckt. Somit soll ganz offensichtlich ein dümmlichen blutrünstiges Publikum angesprochen werden. Es ekelt mich richtig wenn ich mir die Absicht dahinter vorstelle.

In der IMDB kann man sich zum einen das originale Kinoplakat aus Holland ansehen: Mittig der einsame Junge auf seinem Fahrrad, der an einigen deutschen Besatzern vorbei fährt. Das trifft die Stimmung des Films auf den Kopf. Das amerikanische Blu-ray Cover, das inhaltlich ähnlich, nur leicht anders positioniert ist, kann man dort ebenfalls sehen. Natürlich mit dem offiziellen englischen Filmtitel, der für das englischsprachig Publikum natürlich nichts anderes bedeutet als "Winter zur Kriegszeit".

Ich finde es einfach nur schlimm und abstoßend, was da getrieben wird. Geschmacklos trifft es vielleicht auch. Irreführend sowieso. Besonders ärgerlich ist aber, dass ein potentielles Publikum, das an diesem Film wirklich Gefallen finden kann, erst gar nicht angesprochen wird. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wie sich manch ein blutgeiles Gesindel sich hinterher abwertend über den Film äußert angesichts der Gewaltarmut. Und da man am Ende sogar noch ein kleines bisschen denken muss ist dann der Film einfach eh nur Schrott. Klar.

Ein großes Lob an das gesamte Filmteam für dieses überzeugende Lehrstück, aber "Setzen, 6!" an das Label, das uns Deutsche leider für so dumm wie sich selbst hält.
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27 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Januar 2011
"Winter in Wartime" ist ein gut gemachtes Kriegsdrama.
Der Film überzeugt mit einer tollen und authentischen Story. Die Farbgebung und Stimmung wirken etwas düster und beklemmend, so dass das Gefühl der Menschen in dem kleinen niederländischen Dorf greifbar wird. Man kann die permanente Spannung und Angst, die die Besatzungsmacht ausstrahlt, nochvollziehen, was den Film sehr emotional werden lässt.

Wer einen Kriegsfilm erwartet: Finger weg!
Wer ein ergreifendes Drama erwartet: Zugreifen!
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10 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Februar 2011
Der Film besticht durch seine Schlichtheit.Die sachliche Zeichnung der Mitwirkenden lässt das Geschehen authentisch nah miterleben. Die durch Krieg zerstörte Kindheit des holländischen Jungen sucht nach den Schuldigen und lässt die Frage danach trotz gekonnter Dialogregie dem Urteil des Betrachters. Ein aufrüttelndes Erlebnis aus unserem Nachbarland, das man sehen sollte!
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4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Januar 2012
Glücklicherweise verstehen wir als Deutsche einen Großteil des niederländischen Dialogs, denn leider enthält die BD nur deutsche Untertitelung, die einfach haarsträubend ist. Es beginnt mit dem Titel: Während der (relativ wörtlich übersetzte) Titel "Mein Kriegswinter" (oorlogswinter = Kriegswinter) zu lesen ist, erscheint der "deutsche" Untertitel "Winter in Wartime"!!! Wenn der britische Soldat "Fuck!" sagt, steht "deutsch" darunter: "Shit!", und wenn der Protagonist auf Deutsch (!) sagt: "Er versteht kein Deutsch.", liest man: "Er ist am Bein verletzt." Das erinnert an die Zeiten von "Star Trek" und "ALF" im ZDF. Der Film ist -- bei abgeschalteten Untertiteln -- allerdings ausgezeichnet und regt sehr zum Nachdenken an. Die Darstellung ist äußerst subtil und differenziert und dabei recht frei von den üblichen Klischees. Ein echtes Juwel aus unserem Nachbarland, einer der besten niederländischen WK2-Filme seit "Soldaat van Oranje" von Paul Verhoeven.
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12 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. Januar 2011
Habe den Film im Kino gesehen und kann deshalb die DVD/BR nicht beurteilen.
Den Film fand ich - wie Black Book von den selben Produzenten - stark. Authentische, sorgfälltig produzierte Bilder und eine mitreissende Story unterstützen dabei die Spannung, welche sich durch den gesamten Film hindurch zieht.
Wie im Genre üblich, ist man sich bis am Schluss im Ungewissen, wie die Geschichte ausgehen wird. Man fiebert bis zuletzt mit.
Dem Regisseur Koolhoven gelingen farbarme Bilder, welche die Stimmung und Atmsophäre im verschneidten Zwolle für den Zuschauer nachvollziehbar werden lassen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. November 2013
der film ist ganz in ordnung und spannend gut zum anschauen mir hat er gefallen aber jeder geschmack ist verschieden, mann kann es ja niemand recht machen, durch Blu-eay ganz ordentlich
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