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5.0 von 5 Sternen Und die Welt dreht sich weiter
Iron and Wine haben sich weiter entwickelt.
Die ursprünglich an Zerbrechlichkeit, Minimalismus und Stille nicht zu überbietende Formation rund um Sam Beam greift jetzt zu mehr Instrumenten, Elektronik und neuen Arrangements. Beim ersten Durchhören stellt sich die Frage, wo jetzt die Westerngitarre ist, wo die Slidegitarre und was dieses Saxophon da zu...
Veröffentlicht am 2. März 2011 von M+H L

versus
3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was ist das?
Also großer Fan bin ich total enttäuscht. Wo sind Lieder wie Trapez Swinger hin? Die schönen romatischen und melancholischen Lieder fehlen ganz. Klar muss sich ein Komponist weiterentwickeln, hier ist aber die Richtung eine total andere geworden. Was ist passiert? Ich werde die CD wohl nicht mehr als einmal hören. Sehr schade.
Veröffentlicht am 4. Juli 2011 von JörgW


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und die Welt dreht sich weiter, 2. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
Iron and Wine haben sich weiter entwickelt.
Die ursprünglich an Zerbrechlichkeit, Minimalismus und Stille nicht zu überbietende Formation rund um Sam Beam greift jetzt zu mehr Instrumenten, Elektronik und neuen Arrangements. Beim ersten Durchhören stellt sich die Frage, wo jetzt die Westerngitarre ist, wo die Slidegitarre und was dieses Saxophon da zu suchen hat. Aber beim zweiten, spätestens dem fünften Anhören ist klar: verdammt, das ist fantastisch.

Allein die letzten Takte von "Walking Far from Home" fangen den ganzen Zauber, der Iron and Wine ausmacht, unwillkürlich ein. Wenden dieser Sekunden lohnt es sich schon, das Album anzuschaffen.
"Me and Lazarus" ist anders als man ein Stück von demjenigen erwartet, der "16, maybe less" geschrieben hat, aber trotzdem großartig.
"Tree By The River" hat dieselbe wehmütige Sehnsucht, die man aus "flightless bird, american mouth" (dem Soundtrack zu diesem Vampirfilm) kennt, auch wenn es jetzt ein 4/4 Rhythmus ist.
"Monkeys Uptown" ist die logische Weiterentwicklung von Songs wie "Kingsom of the Animals". Nichts für die Puristen, die sich wünschen, die Band hätte sich nie weiterentwickelt. Aber ein gutes Vorzeigestück dafür, wie eine sanfte Stimme, eine grandiose Komposition und eine schräge Instrumenten- und Soundeffektsammlung zu einem absolut stimmigen Hörerlebnis führen können.
"Half Moon" bedient all die, die die leichten Countryeinflüsse vermissen (sofern sie aufmerksam zuhören) und meldet sich mit minimalistischer Slidegitarre und frischem Sinn für stimmge Kompositionen zurück. Und aaach! Diese zauberhaften Harmonien!
"Rabbit Will Run" Schräg, kreativ, lyrisch toll und beeindruckend ANDERS! Schon die fast disharmonischen Flöten-stakkato-Arpeggios machen das Stück unfassbar witzig.

"Godless Brother In Love" ist eine dieser Hymnen, die so voll Schönheit und Grazie sind, dass du auf deinem Stuhl sitzt und weinend vor Glück den Kopf schüttelst und nicht weißt, wie dir geschieht.

und peng! wach! plötzlich kommt das leicht angezerrte "Big Burned Hand", das klingt wie eine alte Jazzplatte auf einem völlig übersteuerten Kofferradio. Aber die Harmonien sind und bleiben Iron and Wine.
"Glad Man Singing" hat diese Größe, die es sonst fast nirgends gibt. <<And the mouth of the river is wide. wi-hi-hi-hi-hi-hi-hi-hiiiideee>> Und du wirst die Sch***-Gänsehaut nicht mehr los!
Den Abschluss bildet der siebenminütige Jazztrip "Your Fake Name Is Good Enough" vielleicht nicht der Höhepunkt meiner Plattensammlung, aber eindeutig dort hineingehörig.
EMPFEHLUNG:
Wer sich dieses Album kauft, weil er die ersten Alben kennt, sollte sich auf einige Veränderungen einstellen und wird es dann nach ein Paarmal durchhören genauso lieben.
Mich packt es. Das reicht mir.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach schön, 14. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
Iron and wine, also Sam Beam, ist mit "Kiss each other clean" ein wunderschönes, abwechslungsreiches Album gelungen. Sologesang und Harmonien sind einfach toll, die Bläsereinlagen in "Me and Lazarus" ( unglaublich relaxter Song ) und "Big burned hand" finde ich höchst gelungen. Und immer wenn man glaubt, die ganze Klangfülle dieses Albums erfasst zu haben, überrascht das nächste Lied bis zum furiosen Finale mit "Your fake name is good enough for me". Für mich neben den "Decemberists" das bisher schönste Album des Jahres, also mal reinhören, sich zurücklehnen und genießen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bei Sam Bam ist alles anders, 7. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
Der Werdegang Sam Beams ist bemerkenswert: er studierte Filmwissenschaften in Florida, lehrte in Miami Film und Cinematographie und wurde als Musiker eher zufällig vom Chef von Sub-Pop-Records entdeckt. Seitdem ist er einer breiteren Öffentlichkeit unter Iron & Wine bekannt. Mit 'Kiss each other clean' schuf er seinen inzwischen vierten Studio-Longplayer, der zweite mit voller Band.

Schon der Vorgänger 'The Shepherd's Dog' brach mit den stillen LoFi-Folksongs, welche die ersten beiden LPs auszeichneten und setzte auf psychedelische Sounds, Sitars und Polyrhythmik. 'Kiss each other clean' bricht damit nicht, sondern geht noch einen Schritt weiter.

Mit dem Start in 'Walking far from home' (zum Reinhören einfach runterscrollen!) wird in etwa klar, in welche Richtung das Album geht. Weg von den Gitarren, hin zu elektronischen Sounds und dem Funk und Jazz entlehnten Bläsern und Rhythmen. Wie auch schon die Fleet Foxes setzt Iron & Wine verstärkt auf Mehrstimmigkeit und erinnert damit stellenweise an die Beach Boys. Wer aber aufhört, Vergleiche zu ziehen, merkt, mit was für einem grandiosen Song man es da zu tun hat.
Das hat aber gebraucht: beim ersten Hören von 'Walking far from home' wollte ich mir das Album nicht kaufen. Der Grund: mit 'Upward over the mountain' habe ich ein anderes Idealbild eines Iron & Wine Songs.

Aber es geht weiter mit gemischten Gefühlen: während 'Me and Lazarus' an einen zu langsam gespielten Funk-Song erinnert, sind es Titel wie 'Godless brother in love', 'Glad man singing' und 'Half moon', die einen auch 2011 an Sam Beam als einen der größten Songwriter des letzten Jahrzehnts glauben lassen. Denn neben all den fancy Studiofinessen, die er auf 'Kiss each other clean', dem wahrscheinlich jetzt schon am schönsten betitelten Album 2011, auspackt, sind es immer wieder vor allem die leisen Momente, in denen sich das Album am Besten entfalten kann.
Denn eines wird auch diesmal wieder klar: Sam Beam ist ein Meister der Arrangements und einer der ganz wenigen, die es immer schaffen, mit ihren Texten starke Emotionen hervorzurufen.

Damit schuf er ein streckenweise sehr gewöhnungsbedürftiges, aber durchaus lohnenswertes und von Grund auf positives Pop-Album. Oder wie auch immer wir diese irre Genremixtur nennen wollen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Famoses für offene Ohren, 26. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean [Vinyl LP] (Vinyl)
Erstaunlich ist, welch puristische Borniertheit, hier mancher Fan an den Tag legt. Den Blick eingeengt von stählernen Scheuklappen. Warum sollte ein Saxophon bei Iron & Wine nichts zu suchen haben? Nun, das neue Album hat weniger der kammermusikalischen Zartheit, der brüchigen, intimen Momente, der feingliedrigen Zartheit voriger Alben. Hier merkt man hingegen die Freude daran, Songs auszugestalten, Arrangements auszufeilen, die kargen, schlichten Klangbilder vorangegangener Einspielungen um neue Akzente und andere Perspektiven zu bereichern. Einiges vom alten Charme mag hier nur noch leise durchschimmern. Aber Sam Beam hat sich vorwärtsentwickelt. Weg vom melancholisch-kauzigen Waldschrat hin zu etwas Offenerem, Lebendigerem, hat die Klangfarbenfreude entdeckt, hat tief in den Farbtopf gegriffen, lässt Orgeln torkeln, webt Chöre ein... und schafft dabei, wie ich finde, mitnichten Banales. Die Songs tragen und vertragen die reicheren Arrangements und zeigen, dass der poetische Rauschebart noch einiges mehr kann als nur reduzierte, lyrische, traumschöne Stille in zarte Balladen zu kleiden. Iron & Wine-Fans ist hier mitnichten abzuraten - sofern sie nicht zu denjenigen gehören, die humorfrei, verbittert und pedantisch fordern, dass ihre Lieblingskünstler sich ewig wiederholen, nur noch dasselbe variieren, nichts Neues mehr probieren.
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5.0 von 5 Sternen Ganz anders, als ich es kenne, 2. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
Ich habe davon in der VISIONS gelesen, und mir gedacht, hör dir das an. Gesagt, getan und gleich auf der myspace-Seite gemerkt: Hey, das ist aber nicht der Folk-Rock den ich kenne! Er ist anders, stärker auf die Singer/Songwriter-Schiene gelegt. Und genau, das hat mich an diesem Album so begeistert. Im Interview mit Daniel Gerhardt hat Sam Beam gemeint, dass das komplette Album radiofreundlich wäre, jedoch nie ein Lied davon jemals hören würde, wenn er das Radio anmacht. Und er hat recht, sämtliche Lieder sind radiotauglich, aber dann doch wieder zu anders. Ich selbst kann es nicht ganz beschreiben, was es genau ist. Sagen wir einfach es ist eine wunderbare Mischung aus traditionellem Folkrock, Jazz, Chören und Funk.
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12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sam beam ist umgezogen, 22. Januar 2011
Von 
pixiedust (Kiel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
wohnte seine musik auf den ersten alben in einem landhaus in texas, ist sie für Sheperd's Dog von da aus in ein studio in der ländlichen nachbarschaft umgezogen, wo der locker-geschmeidige folksound etwas aufgehübscht wurde, was bestens gelang.

und nun scheint sam beam mit seiner musik im vw-bus auf in die weite welt. richtung westküste, wo die leute entspannt und das wetter gut ist. da kann man pause machen. kaum ist der bus geparkt atmet die musik schon warme meerluft und auf den aufnahmnebändern landet ein wunderschön gutgelauntes "tree by the river".
auf der ersten party in der nachbarschaft lernt man ein paar musiker kennen, lässige typen mit afrofrisuren. ein paar saxofon sprenkler können ja nicht schaden, ein funky bass funktioniert auch immer, also sollen die jungs doch mal vorbei kommen.
ehe sie sich versehen, haben sie den songs, die sam in texas noch ins gepäck getan hat, einen fetten sound verpasst und schon klingt "big burned hand" als wäre er mal als titelsong für die "cosby show" angedacht gewesen. bei "your fakename is good enough for me" jammen sie so beherzt drauflos, dass nach gut 7 minuten klar ist, dass es sich um den killertrack des albums handelt.
das musizieren mit den neuen freunden macht sam beam spaß, aber er bekommt zwischendrin doch immer wieder etwas heimweh, schnappt sich die gitarre und spielt ein paar songs wie "godless brother in love", "half moon" oder "glad man singing" ein- ganz schlicht, so wie früher. seine alten freunde werden ihn vermissen, wenn sie diese lieder hören. vielleicht vermisst beam sie auch und fährt mit seinem bus irgendwann wieder zurück. bis dahin macht er einfach noch ein bischen musik und freut sich, was für ein feines album ihnen da gelungen ist.
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3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was ist das?, 4. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (Audio CD)
Also großer Fan bin ich total enttäuscht. Wo sind Lieder wie Trapez Swinger hin? Die schönen romatischen und melancholischen Lieder fehlen ganz. Klar muss sich ein Komponist weiterentwickeln, hier ist aber die Richtung eine total andere geworden. Was ist passiert? Ich werde die CD wohl nicht mehr als einmal hören. Sehr schade.
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6 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Gelangweilter Jazz-Pop - There Should Be Teeth In The Ground, 26. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean (MP3-Download)
Mit "The Creek Drank The Cradle" und diversen Demo-Material und "unreleased Songs" bin ich zwischen 2000 und 2002 auf Iron And Wine aufmerksam geworden. Minimalistischer Alternative Folk mit einigen frischen Einflüssen aus Country, Blues, Swing etc. Zusätzlich gab es im Demo-Material Stücke, die an Nirvana - Unplugged erinnerten. So hat sich bei mir Iron And Wine manifestiert. Teils leicht verrauscht eingespielt mit Banjo und Gitarre, teils klar und fast nur Gesang. Mal traurig und schwermütig, mal heimlich verliebt und mal etwas dreckig aber fast durchgehend minimalistisch.
Langsam veränderte sich der Stil und mit dem Splitalbum "Calexico And Iron And Wine - In The Reins" verschwand der Country-Einschlag (damit auch das Banjo) zunehmend aus den Stücken und Jazz hielt Einzug in die Musik. Die Veränderung hörte man deutlich in "The Sheperd's Dog" heraus. Iron And Wine wurde Radio-tauglich, alles wurde weichgespülter und Popiger. Aber es gab noch keinen ernsten Grund zur Besorgnis. Mit "Boy With A Coin" ist ihm ein echtes Highlight gelungen.
Was aber nun mit der neuen Scheibe auf den Markt kommt, ist in meinem CD-Regal an Banalität kaum zu übertreffen. Was hat ein Saxophon bei Iron And Wine zu suchen? Wo ist die Traurigkeit, der Weltschmerz? Hat sich bei Sam Beam alles in Gospel in einer bunten gelangweilten rosa Jazz-Pop-Seifenblase verwandelt? Ich habe auch nach dem verzweifelten zweiten, dritten und vierten Mal hören kein Iron And Wine mehr raus gehört. Was blieb von Sam Beam übrig? Was kommt als nächstes? Ein leeres Album? Wo ist er hin?

An die Fans der ersten Stunde von Iron And Wine: Hände weg von "Kiss Each Other Clean"! Das ist kein Folk mehr. Mr. Beam ist professioneller geworden und leider auch Selbstzufriedener - ich finde, daß hört man deutlich raus. Musik um der Musik-willen, ohne Seele, Aussage und Tiefgang. Ähnliche Veränderungen habe ich in der Vergangenheit auch bei anderen Bands aus anderen Genres beobachtet. Die depressive Phase ist durchstanden, man hat sich mit der Gesellschaft versöhnt und/oder schlimmstenfalls zu Gott gefunden. Das Ergebnis ist Kommerz und Langeweile, siehe Nine Inch Nails seit 1999 und Ordo (Rosarius) Equilibrio seit 2001.

Sollte Wovenhand in Zukunft auch "verjazzen" sollte man mich auf dem nächsten Jazz-Festival besser nach Waffen durchsuchen. ;)

Und wieder eine Lieblingsband weniger. Schade.
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4 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Langweiliger Jazz-Pop - There Should Be Teeth In The Ground, 26. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Kiss Each Other Clean [Vinyl LP] (Vinyl)
Mit "The Creek Drank The Cradle" und diversen Demo-Material und "unreleased Songs" bin ich zwischen 2000 und 2002 auf Iron And Wine aufmerksam geworden. Minimalistischer Alternative Folk mit einigen frischen Einflüssen aus Country, Blues, Swing etc. Zusätzlich gab es im Demo-Material Stücke, die an Nirvana - Unplugged erinnerten. So hat sich bei mir Iron And Wine manifestiert. Teils leicht verrauscht eingespielt mit Banjo und Gitarre, teils klar und fast nur Gesang. Mal traurig und schwermütig, mal heimlich verliebt und mal etwas dreckig aber fast durchgehend minimalistisch.
Langsam veränderte sich der Stil und mit dem Splitalbum "Calexico And Iron And Wine - In The Reins" verschwand der Country-Einschlag (damit auch das Banjo) zunehmend aus den Stücken und Jazz hielt Einzug in die Musik. Die Veränderung hörte man deutlich in "The Sheperd's Dog" heraus. Iron And Wine wurde Radio-tauglich, alles wurde weichgespülter und Popiger. Aber es gab noch keinen ernsten Grund zur Besorgnis. Mit "Boy With A Coin" ist ihm ein echtes Highlight gelungen.
Was aber nun mit der neuen Scheibe auf den Markt kommt, ist in meinem CD-Regal an Banalität kaum zu übertreffen. Was hat ein Saxophon bei Iron And Wine zu suchen? Wo ist die Traurigkeit, der Weltschmerz? Hat sich bei Sam Beam alles in Gospel in einer bunten gelangweilten rosa Jazz-Pop-Seifenblase verwandelt? Ich habe auch nach dem verzweifelten zweiten, dritten und vierten Mal hören kein Iron And Wine mehr raus gehört. Was blieb von Sam Beam übrig? Was kommt als nächstes? Ein leeres Album? Wo ist er hin?

An die Fans der ersten Stunde von Iron And Wine: Hände weg von "Kiss Each Other Clean"! Das ist kein Folk mehr. Mr. Beam ist professioneller geworden und leider auch Selbstzufriedener - ich finde, daß hört man deutlich raus. Musik um der Musik-willen, ohne Seele, Aussage und Tiefgang. Ähnliche Veränderungen habe ich in der Vergangenheit auch bei anderen Bands aus anderen Genres beobachtet. Die depressive Phase ist durchstanden, man hat sich mit der Gesellschaft versöhnt und/oder schlimmstenfalls zu Gott gefunden. Das Ergebnis ist Kommerz und Langeweile, siehe Nine Inch Nails seit 1999 und Ordo (Rosarius) Equilibrio seit 2001.

Sollte Wovenhand in Zukunft auch "verjazzen" sollte man mich auf dem nächsten Jazz-Festival besser nach Waffen durchsuchen. ;)

Und wieder eine Lieblingsband weniger. Schade.
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