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TOP 1000 REZENSENTam 25. Oktober 2012
diese doppelCD deckt den zeitraum zwischen der von mir sehr geschätzten "oh mercy" (die aber offenbar nicht bei allen dylan-hörern uneingeschränkte zustimmung fand - zu brav produziert, vielleicht?) bis 2006 ab.

einer der größten songwriter unserer an songwritern nicht gerade armen zeit zeigt uns hier mit alternativen versionen von songs, die es auf ein album geschafft haben, über unveröffentlichte live-prätiosen bis hin zu songs, die es - großteils unverständlich - auf kein album geschafft haben, einen querschnitt seines schaffens über rund 17 jahre.

eine nagelneue dylan-platte, die man das erste mal hört, löst bei mir meist eine art ratlosigkeit aus. es ist diese mischung aus "kommt mir bekannt vor", "das ist aber ein seltsamer song", "das ist jetzt klasse", "was, das war es schon wieder?", die dann unweigerlich dazu führt, sich das ding eine zeitlang öfters reinzuziehen, dann muss es wieder anderem platz machen und mit der zeit, oft aus der distanz von jahren, bescheinige ich dann jeder dieser scheiben, zu einem substantiellen bestandteil meiner nicht gerade mickrigen musiksammlung aus allen musikrichtungen geworden zu sein.

letzteres ist diese doppelCD gleich von beginn an! aber es ist nicht unbedingt ein dylan für einsteiger. um diesen musiker in seiner gesamtheit verstehen zu können, ist auch die kenntnis seiner platten vom beginn an zumindest hilfreich.

nichts desto trotz erwirbt man hier ein firstclass-ticket in die musikalische welt von BD und jedermann/frau, der/die ohren hat, zu hören und mit verschiedensten gefühlen angefüllt ist, wird sich hier die sonderstellung dieses jahrhundertmusikers ganz lässig offenbaren!

verständlich, dass es diese produktion auch in einer luxuriösen 4-LP-box gibt.

aber diese doppelCD tut's genauso. der sound ist so gar nicht "bootleg", kommt prall und fett daher, auch wenn qualität zwischen den verschiedenen aufnahmen klarerweise etwas schwankt. schlecht ist aber keine und auf manchen ist ein tiefbass drauf, der mich staunen lässt (wohl dem, dessen musikmaschine das auch reproduzieren kann!).

vier bis fünf sterne für den sound und, tja, ein "must-have" - nicht nur für fans.
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am 24. Oktober 2013
Man fragt sich , warum der eine oder andere Song auf dieser CD, nicht den Weg auf eines der Alben gefunden hat?!? Oft sind auf Bob Dylans Bootlegs wahre Juwelen zu finden; so ist es auch auf dieser Doppel CD. Grandiose Songs "Tell Ol Bill" "Red River Shore" "Dreamin of You" "Cant Escape from You" usw...und geniale Alternativ und Live Versionen von Dylan Klassikern wie: "Someday Baby" "Aint Talking" "Missisippi" "Ring Them Bells". Bob Dylans/Tell Tale Signs ist ein Kunstwerk von Juwelen aus der Resterampe.
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Bob Dylan hatte schon immer ein Herz für die Bootleggers. Das sind die Fans, die Konzert für Konzert mitschneiden und unter die Leute bringen, kostenlos natürlich, auch nicht verwendetes Studiomaterial wird gerne genommen. Ehrenhafte Bootleggers hüten sich davor, Material zu verwenden, das als CD oder LP offiziell veröffentlicht wurde, nach dem Motto »Keep the Bob-Boots-Lake clean - don't steal music!«
Es gibt seit Jahren von der offiziellen Bob-Dylan-Seite im Internet einen Link zu »Expecting Rain« - dort sind tausende von Bob-Boots zu finden. Bob Dylan weiß, was er da verlinken lässt, und er lobt die Musikbegeisterten: »Some of these bootleggers, they make pretty good stuff. Plenty of places to hide things here, if you wanna hide them bad enough« sang er in »Sugar Baby«.
Und im Video zum aktuellen Album »Tell Tale Signs« gibt es nicht Bob Dylan zu sehen, sondern einen Bootlegger, der fleißig sammelt und zusammenstellt, was er an Bootlegs finden kann. Wenn »Sugar Baby« noch nicht deutlich genug ausdrückte, dass His Bobness die Bootlegger schätzt und ehrt, dann ist es mit diesem Video endgültig besiegelt.

Nun ist das neue Album ein Teil der offiziellen Bootleg-Serie - und einige Fische sind prompt aus dem Bob-Boot-Teich entfernt worden, weil jetzt ja offiziell veröffentlicht. Zu hören gibt es auf »Tell Tale Signs« alternative Versionen und ein paar Live-Mitschnitte sowie Lieder, die es nicht auf die letzten Alben geschafft haben. (Es gibt noch eine überhöht teure 3-CD-Version, die rund 100 Euro kostet. Von der würde ich abraten, schon um zu zeigen, dass es gewisse Grenzen gibt, auch bei Columbia Records und Bob Dylan.)
Zu bewerten, welche Version eines Songs die bessere sei, ist immer eine sehr subjektive Angelegenheit. Und bei mir zumindest ändert sich das auch je nach Stimmung und Lebenslage. Bob Dylan selbst beweist mit jedem Auftritt, dass seine Lieder leben, immer nur eine Momentaufnahme sind. Was gestern als sanfte Ballade daher kam, kann morgen zum zornigen Rock oder zum monotonen Sprechgesang mutieren. »Fertig« sind seine Songs jedenfalls nie. Das zeigen mir auch einige Eindrücke vom vorliegenden Album (in der bezahlbaren 2-CD-Version). Nicht zu allen Songs will ich mich äußern, das würde den Rahmen sprengen...

Disk: 1
1. Mississippi
Da geht es schon los mit der Subjektivität: Gefällt mir besser, viel besser sogar, als die Version, die es auf die CD »Time Out Of Mind« geschafft hat. Heute und hier zumindest, vielleicht spricht mich morgen wieder die andere mehr an?

2. Most Of The Time
Das Album »Oh Mercy« ist mir stets ein zwiespältiges gewesen, dieser Song neben »Dignity« mein Liebelingslied unter den ansonsten eher mittelmäßigen Songs. Nun höre ich eine entschlackte Version, und kann mich nicht entscheiden, ob sie mir gefällt.

4. Someday Baby
»Modern Times« ist von den drei letzten Alben mein liebstes. Es hätte noch besser sein können, wenn diese Version von »Someday Baby« darauf gelandet wäre. Die gefällt mir nun wirklich wesentlich besser.

5. Red River Shore
Warum nur hat uns Bob Dylan oder der Produzent diesen Song bisher vorenthalten? Soooo voll war doch »Modern Times« noch nicht. Ein ganz bezauberndes Liebeslied, das ein hervorragendes Album noch bereichert hätte.

8. Can't Wait
Wie bei »Someday Baby« scheint mir nach heutiger Befindlichkeit diese Version die bessere zu sein. Es klingt, als sei His Bobness innerlich mehr bei der Sache als in der Fassung, die auf dem Album erschienen ist.

10. Dreamin' Of You
Dieser Song ist sozusagen Teig, aus dem viele Brote geformt wurden. Zahlreiche Textzeilen finden sich in anderen Songs wieder, in anderen Zusammenhängen, in anderen Stimmungen. Ein Abenteuer für jeden Bob Dylan Fan, eine Schnitzeljagd. Faszinierend.

13. High Water (For Charley Patton) - Live, 2003
Nun ja. Eine Momentaufnahme. Da gab es unter den Bootlegs der letzten Jahre einige, die mir mehr zusagten. Vielleicht hätte man bei Expecting Rain stöbern sollen, als dieses Album zusammengestellt wurde?

Disk: 2
1. Mississippi
Noch eine Version, und - das macht den Reiz dieses Albums aus - wieder eine andere Stimmung beim gleichen Song. Wie viele mag es geben? Mir gefällt die von Disk 1 besser, dann folgt diese hier und dann auf Platz 3 die vom offiziellen Album. Heute zumindest.

2. 32-20 Blues
So was kann er auch, der Bob, einen kleinen Blues für zwischendurch, nicht aufregend, aber auch nicht langweilig. Die Aufnahmequalität ist allerdings nicht ganz auf der Höhe...

3. Series Of Dreams
Diese Version ähnelt der auf dem Album »Oh Mercy«, aber die abweichende Instrumentierung und die mehr im Vordergrund stehende Stimme geben im Ganzen doch eine andere Stimmung wieder. Etwas trauriger, finde ich, und das ist ja bei Dylan Songs oft gerade das, was fasziniert.

4. God Knows
»God knows« wirkt auf mich immer, auch in dieser Fasung, wie ein Song, aus dem noch was werden könnte. Rohmaterial, so wie »Dreamin' of you«, Gedanken und Bruchstücke, die zu etwas führen könnten, was wirklich herausragend wäre. Aber Bob Dylan meinte wohl, der Song sei fertig.

7. Ring Them Bells - Live, The Supper Club, 1993
Das Supper-Club-Bootleg in meiner Sammlung ist eines meiner Lieblingsalben. Das, was als »MTV-Unplugged« ungefähr zur gleichen Zeit entstanden ist, deutet nur an, was im »Supper Club« deutlich wurde: Ein ganz und gar leidenschaftlicher Bob Dylan, der mit einer selten gehörten Intensität singt. Was bin ich froh, das komplette Supper-Club-Album mit beiden Shows zu haben. »Ring Them Bells« ist ein gut gewählter Ausschnitt.

8. Cocaine Blues - Live, 1997
Dieser Song fällt vor allem durch die recht bescheidene Aufnahmequalität auf. Hat da jemand ein Diktiergerät in die Luft gehalten? Immerhin: Schöner Harmoniegesang, aber ansonsten und auf diesem Album eigentlich überflüssig.

9. Ain't Talkin'
Wenn man diese Version einmal gehört hat, möchte man »Ain't Talkin'« von »Modern Times« ausradieren. Auf einmal wird das Lied zu einem ganz und gar mitreißenden, intimen Blick in die Seele eines Mannes, der es aufgegeben hat, mit dem Publikum der Konzerte zu reden. Und der statt dessen als Moderator der »Theme Time Radio Hour« scherzt, predigt und plaudert.

11. Lonesome Day Blues - Live, 2002
Eine sehr zornige Version eines bestürzenden Liedes, dessen Veröffentlichung am 11. September 2001 so manchen Fan davon überzeugt hat, dass Bob Dylan auch ein Prophet sein kann.

14. 'Cross The Green Mountain
Das letzte Lied dieses Albums, und - ich bin immer noch ganz subjektiv - das beste. Ein Endzeitbild einschließlich der Entrückung, ein Blick in die Seele, oder einfach nur ein wunderbarer Song, das mag jeder für sich entscheiden.

Mein Fazit: Für Fans eine reich gefüllte Schatztruhe. Für Menschen, die gelegentlich Bob Dylan hören, empfehlenswert. Für Zeitgenossen, die »Blowing in the Wind« in der 60er-Jahre Version erwarten, wenn sie den Namen Dylan hören, ungenießbar. Für jemanden, der überhaupt keine Ahnung hat, was und wie Bob Dylan heute musiziert, würde ich eher zu »Modern Times« als Einstieg raten.
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am 31. März 2015
Wer sich mit Bob Dylans Musik intensiv beschäftigt, kommt zumeist zu zwei Erkenntnissen: 1. Kaum ein anderer Künstler hat so viel unveröffentlichtes Material hinterlassen, das trotzdem einfach großartig ist. 2. Der Mann wird im Alter immer besser. Nach einigen privaten, spirituellen und künstlerischen Irrfahrten und Aufs und Abs hat er mit "Oh Mercy" 1989 ein grandioses Spätwerk eingeläutet, dessen Nebenerzeugnisse diese Doppel-CD im Rahmen der ohnehin famosen Bootleg Series als Vol. 8 der Reihe abbildet. Enthalten sind - anders als bei Vol. 1-3, die die Zeit bis 89 abbilden, in nicht-chronologischer Reihenfolge - Vor- und Alternativversionen vor allem aus den Produktionsprozessen zu "Oh Mercy", "Time out of Mind", "Love and Theft" sowie dem genialen "Modern Times". Dabei entpuppen sich fast alle Songs als ebenso interessant, wenn nicht interessanter, als in der Albumversion, so z.B. "Most of the Time" als reiner Folk-Song zur Akustikgitarre, "Someday Baby" als lässiger Walking-Blues oder "Mississippi" in gleich zwei sehr reduzierten, charmanten Varianten. Besonders spannend wird es, wenn sich bis dato völlig unbekannte Stücke als Vorformen bekannter Album-Tracks entpuppen: So verbindet etwa das somnabul-unheimlich daherkommende "Dreamin' of You" textliche Elemente, die später in "Standing in the Doorway" Eingang fanden, mit einer davon völlig unabhängig erscheinenden musikalischen Hülle, die offenkundig verworfen wurde. Schade eigentlich; zwar ist "Standing in the Doorway" tatsächlich nochmal eine Spur schöner, aber auch "Dreamin' of You" ist eine richtig gute Nummer geworden. Ähnlich verhalten sich übrigens auch der langsame Blues "Marchin' to the City" und seine Album-Nachfolger "Til' I Fell in Love with You" und "Not Dark Yet" zueinander. Beide Tracks speisen sich textlich hauptsächlich aus dieser Vorgängernummer, wobei musikalisch nur ersteres Anleihen dort nimmt. Wer an solchen Entdeckungsreisen zum Produktions- und Songwritingprozess bei Dylan Freude hat, wird diese Platte hier absolut lieben.
Doch es sind nicht nur diese Vor- und Alternativversionen bekannter Songs, die faszinieren, sondern auch komplett ungenutzt gebliebene Songperlen aus dem Studio sowie ausgewählte Live-Nummern sind Bestandteil von "Tell Tale Signs". In erstgenannter Kategorie ist aus meiner Sicht das wunderschöne "Girl From the Red River Shore" aus dem TOOM-Phase hervorzuheben, unter den Live-Songs sticht für mich vor allem eine 92er-Aufnahme von "Ring Them Bells" zu unterstreichen, auf der Dylan dem auf "Oh Mercy" doch recht brav zum Piano vorgetragenen religiösen Manifest eine unglaubliche gesanglich vermittelte Überzeugungskraft im mitreißenden gitarrenlastigen Band-Sound verleiht, was aufzeigt, zu welchen performativen Leistungen dieser Künstler jederzeit in der Lage war und ist - auch in Phasen seines Schaffens, in denen man solche grandiosen Auftritte vielleicht nicht unbedingt vermutet hätte.
Mit "Tell Tale Signs" liegt also eine rundum gelungene Zusammenstellung des - wie man es mittlerweile sagen muss - "frühen Spätwerks" aus Bootleg-Perspektive vor, das nicht nur als logische Fortsetzung der bisherigen Bootleg-Bemühungen daherkommt, sondern aus meiner Sicht qualitativ alles andere pulverisiert, was wir von Dylan sonst vorliegen haben. Von der qualitativen Dichte der Aufnahmen her betrachtet können hier aus meiner Sicht nur noch - wenn auch auf eine natürlich völlig andere Weise, jeder Vergleich hinkt eigentlich - die Folk-Rock-Kracher der Mid-60s und die dazugehörige Royal Albert Hall-Liveplatte mithalten. Dieser Mann hat es im Alter nochmal allen gezeigt und ist weiterhin dabei, dies zu tun. Hören wir ihm weiter zu und lernen! ;-)
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Mit TELL TALE SIGNS, der achten Ausgabe der durchwegs beliebten Bootleg Series, wird Dylan-Freunden und solchen, die es noch werden wollen, ein Werk vorgelegt, das den Zeitraum von 1989 (also weg von der wunderbaren Wiederauferstehung OH MERCY) bis 2006 (bishin zum großartigen MODERN TIMES) abdeckt. Tatsächlich fragt man sich - und das nicht nur ein Mal - wieso nicht die eine oder andere hierauf enthaltene Version den Weg auf eines der regulären Alben geschafft hat. Selbst wenn man - so wie ich - ein Fan jener Dylan-Phase ist und OH MERCY, WORLD GONE WRONG (ja, das zähl ich auch dazu und halte ich im Übrigen für unterschätzt), TIME OUT OF MIND, LOVE & THEFT sowie MODERN TIMES mit zu den allergrößten Errungenschaften in der mehr als üppigen Karriere von His Bobness zählt, und die Alben, so wie sie offiziell erschienen sind, schon hervorragend findet, wird man sich darüber wundern, wie toll und überzeugend so manch bekannter Song in alternativem Gewande klingt! Zudem sind auch einige bis hierhin wirklich unveröffentlichte Songs hierauf enthalten, ebenso ein paar Live-Versionen...
Die beiden Frühneunziger-Werke UNDER THE RED SKY sowie GOOD AS I BEEN TO YOU lasse ich jetzt mal außen vor. Zwar würde ich sie nicht unbedingt als Flops deklarieren, aber zu den Glanzlichtern des großen BOB gehören sie meines Erachtens mit Sicherheit nicht. Interessanterweise sind von eben diesen beiden Alben auch keine Outtakes auf vorliegendem Doppeltonträger gelandet.

Was hat TELL TALE SIGNS nun also anzubieten?
Kurz: Jede Menge! Genauer: Wie schon oben kurz angedeutet sind hierauf nicht bloße Alternativversionen von bereits bekannten Songs zu finden, sondern man bekommt darüber hinaus noch einige Live-Songs (z.B. "High Water", "Ring Them Bells" u.a.) und überhaupt bisher unveröffentlichtes Material angeboten (z.B. "Marchin' To The City", das es nicht auf TIME OUT OF MIND geschafft hat oder auch "32-20 Blues", das aus den World-Gone-Wrong-Sessions stammt).
Käufer der beiden Silberlinge werde also allerbestens bedient! Es kann durchaus auch sein, dass Leute, die mit den späteren Werken Dylans nicht so vertraut sind, hier einen wahren Herzenszugang entwickeln könnten und in weiterer Folge zu den Alben, die hier seziert wurden, greifen. Also, Achtung: Suchtgefahr ist hierbei durchaus gegeben! ;)

Für mich, wie schon gesagt ist gerade meine Wenigkeit ein glühender Verehrer der Dylan-Phase ab und nach 1989 (mit den beiden oben angesprochenen Ausnahmen eben), ist TELL TALE SIGNS eine Schatztruhe, die für meine bescheidenen Begriffe die bis dato edelsten Spätdylan-Schmuckstücke enthält. Und offenbar ist es dabei egal, wie oft man in dieser Schatztruhe kramt - man entdeckt immer wieder etwas Neues und kann sich eigentlich gar nicht satt hören. Aber so geht es mir bei Bob Dylan im Grunde oft. Tatsächlich (und ich bin ein 85er-Jahrgang und nicht unbedingt mit Mr. Zimmermann groß geworden) ist er einer der wenigen Künstler, die ich eigentlich immer hören kann, was wohl ganz einfach der Zeitlosigkeit seiner Songs geschuldet ist. Oder anders erklärt: Es gibt wohl kaum einen Künstler, dessen Songs derart oft gecovert wurden und das - zugegebenermaßen - oftmals gar nicht so schlecht. Dennoch - und das getraue ich mich als mittlerweile langjähriger Dylan-Hörer durchaus zu sagen - nützen sich sämtliche Cover-Versionen (die, die ich halt kenne zumindest) früher oder später dann doch einmal ab, wohingegen die Dylan-Originale - wenngleich sie nicht auf Anhieb so eingängig sein mögen (und gerade daran wird's wohl auch liegen) - Dauerkonstante sind, die schlimmstenfalls von Mal zu Mal wachsen und auf ihre Weise irgendwie immer interessant bleiben. Aber genug davon...

Vorliegende Veröffentlichung (die, glaub ich, 2008 erstmals erschienen ist) verdeutlicht die Ausnahme-Stellung des "Pop-Poeten" und macht nachdrücklich klar, dass zwischen 1989 und 2006 FETTE Dylan-Jahre waren. Vor allem die Oh-Mercy-Outtakes sind ein Hammer! Schon alleine die spärliche Akkustikgitarrenversion von "Most Of The Time" oder die Piano-Demo-Version von "Dignity" (das es einst gar nicht aufs Album geschafft hat!) rechtfertigen den Kauf im Alleingang!
Aber da sind noch etliche andere Highlights auf TELL TALE SIGNS zu finden, wie z.B. die beiden wunderwunderschönen Alternativ-Takes von "Mississippi", die den Song - deutlicher als die (dennoch sehr gelungene) Pop-Version auf LOVE & THEFT - als recht klassischen Blues präsentieren (einmal sehr spärlich begleitet, einmal mit Band und einem geshuffelten Drum-Rhythmus im Hintergrund). Unverzichtbar ist meines Erachtens auch die zum Weinen schöne Version von "Someday Baby", das mir offengestanden um einiges besser gefällt als die Album-Variante am (trotzdem spitzenmäßigen) MODERN TIMES. Wären des Weitern noch die geerdetere Version von "Everthing Is Broken", die großartige Live-Aufnahme von "High Water", die etwas weniger atmosphärische Alternativ-Variante von "Series Of Dreams" (das generell sträflich lange unter Verschluss gehalten wurde - siehe Bootleg-Series 1-3!), die unwiderstehliche Live-Interpretation von "Ring Them Bells", das Alternative-Take von "Ain't Talking" (undundund) zu nennen...

Man sieht: Die Liste der hierauf äußerst geglückten/unverzichtbaren Songs ließe sich beliebig erweitern. Tatsächlich halte ich jeden der insgesamt 27 (!) Tracks (13 auf CD 1, 14 auf CD 2) für unentbehrlich. Ich glaube sogar, dass eben auch nicht glühende Dylan-Fans hiermit etwas anzufangen wissen. Fans des großen BOB kommen hieran sowieso nicht vorbei.
Und noch etwas: Ich stehe manchen Dylan-Veröffentlichungen (Fan hin oder her) durchaus auch kritisch gegenüber - wie man bei Interesse auch gerne in sämtlichen Rezensionen nachlesen kann! Speziell bei den Bootleg-Series gibt's schon die eine oder andere Asugabe, auf die man - wie ich meine - guten Gewissens verzichten kann. So halte ich beispielsweise gerade die letzten beiden (ups, mittlerweile sind's ja schon 3 neue an der Zahl - ich bitte um Verzeihung!) Bootleg-Series-Veröffentlichungen bestenfalls für nettes Beiwerk, aber keineswegs für essenziell. Offengestanden besitze ich auch nicht alle Bootleg-Series-Ausgaben. Meine Kauftipps dazu (wenn wir schon dabei sind) wären das Gesamtpaket THE BOOTLEG SERIES Nr. 1-3, Nr. 5: THE ROLLING THUNDER REVUE sowie Nr. 7: NO DIRECTION HOME und eben TELL TALE SIGNS (Nr. 8), also diese Veröffentlichung hier!
Freilich sind auch diese Empfehlungen persönlichem Geschmacksempfinden geschuldet - dennoch bin ich mir ziemlich sicher, dass man damit im Grunde nichts falsch machen kann; schon gar nicht beim aktuellen Kaufpreis - was für ein Schnäppchen!

Fazit: TELL TALE SIGNS (1989-2006), die Nr. 8 der unter Fans äußerst beliebten Bootleg-Series, ist meines Erachtens das bisherige Highlight der gesamten Serie. Sogar wenn man die regulären Dylan-Alben dieses Zeitraumes bereits liebgewonnen hat, wird man sich bei so manchem Track unweigerlich die Frage stellen, warum man denn nicht auf die hier veröffentlichte Version zurückgegriffen hat. Unglaublich, dass bei ohnehin so so starken Alben wie eben OH MERCY (1989), WORLD GONE WRONG (1992), TIME OUT OF MIND (1997), LOVE & THEFT (2001) und MODERN TIMES (2006) noch ein derart großer Output an bislang zurückgehaltenem Material möglich ist (die beiden nichtgenannten Alben, nämlich UNDER THE RED SKY und GOOD AS I BEEN TO YOU, habe ich absichtlich ausgespart). Aber das unterstreicht die besonderen Fähigkeiten eines Bob Dylan (samt aktueller Band) eigentlich nur und zeigt, wie lässig er mit wertvollen Song-Juwelen herumjonglieren kann, ohne, dass dabei etwas zu Bruch ginge. Im Gegenteil: Viele Songs erstrahlen in hiesiger Version (oder hiesigen Versionen) sogar noch prachtvoller, als im Originalformat - und das, obwohl sie schon in vertrauter Fassung unaufwiegbar viel Gold wert waren...

Meines Erachtens eigentlich ein klares 6-STERNE-WERK, das - falls es dort nicht ohnehin schon Platz gefunden haben sollte - umgehend in jedes Musik-Liebhaber-Regal gehört. Für Fans erübrigt sich sowieso jeglicher Diskussionsgrund. Ein Must-Have - und das nicht nur ausschließlich für Dylan-Freunde...

Prädikat: BESONDERS WERTVOLL!!

P.S. Bitte unbedingt zur 2-Disc-Version greifen - das lohnt sich in jedem Fall (und macht auch preislich keinen signifikanten Unterschied)! Ich habe mir zunächst (wennauch zugegebenermaßen nicht beabsichtigt) die Einzeldisc bestellt (die auch sehr gut ist) und mir dann später - die Gründe dafür stehen oben - trotzdem noch die üppigere Ausgabe nachgekauft. Machen Sie's am besten gleich so!
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am 5. Oktober 2015
Gibt es bessere Dylan CDs? - Yep.
Gibt es eine bessere (Doppel-) CD um sich seinen Spätwerk zu nähern? - Nö.

Diese Outtakes, alternativen Versionen und Liveaufnahmen bilden einenseits einen guten Querschnitt der Jahre 1989-2006,
anderseits eine tolle Ergänzung der Original-Alben.
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