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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Elegische Transzendenz
"Das Mädchen mit dem Perlenohrring" ist nicht irgendein Bild. Die Holländer wählten den kleinen Vermeer 2006 zum schönsten Gemälde der Niederlande. Der unmittelbare Vergleich bestätigt nochmals die außerordentliche Schönheit von Vermeers Muse. Der Bogen der Brauen, Nase, Wangen, Lippen, Hals, vor allem aber die Augen adeln die...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2010 von jury

versus
2.0 von 5 Sternen Ein langweiliger Film.
Dieser Film ist langweilig und öde. Einer schlechtesten Filme die ich mit Colin Firth gesehen habe. Einmal gesehen und nie wieder
Vor 1 Monat von Corina veröffentlicht


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Elegische Transzendenz, 13. Dezember 2010
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen mit dem Perlenohrring [Blu-ray] (Blu-ray)
"Das Mädchen mit dem Perlenohrring" ist nicht irgendein Bild. Die Holländer wählten den kleinen Vermeer 2006 zum schönsten Gemälde der Niederlande. Der unmittelbare Vergleich bestätigt nochmals die außerordentliche Schönheit von Vermeers Muse. Der Bogen der Brauen, Nase, Wangen, Lippen, Hals, vor allem aber die Augen adeln die junge Frau auf dem Portrait. Die Haltung der 500-jährigen strahlt vergleichsweise Leichtigkeit und Stolz aus, der Ausdruck Selbstbewusstsein, Neugierde und Verletzlichkeit.

Der Mensch verehrt Schönheit. Vielleicht wäre der 2003 entstandenen und mehrfach preisgekrönten, erfundenen Geschichte um die Entstehung des Gemäldes sogar ein noch breiterer Erfolg beschieden gewesen, wenn Peter Webber für die Rolle der Griet eine Darstellerin gefunden hätte, die solch außerordentliche natürliche Schönheit mitbringt - aber auch über die immer wieder verblüffenden schauspielerischen Fähigkeiten einer Scarlett Johansson verfügt.

Im 17. Jahrhundert wurden in Delft etwa 32 Porzellanmalereien gegründet. Die 17-jährige Griet (Scarlett Johansson, 17, "Die Insel", "Lost in Translation") stammt aus der verarmten Familie eines erblindeten Delfter Kachelmalers. Sie muss sich als Dienstmagd verdingen. So kommt sie in das Haus des berühmten und wohlhabenden Kunstmalers Jan Vermeer (Colin Firth, 43) - mehr Sklaverei als Job in dieser Zeit. Der große Haushalt der Vermeers ist abhängig von den Zuwendungen des Mäzens Pieter Van Ruijvens, der die Kunst Vermeers schätzt - insbesondere, wenn schöne, junge Frauen Modell gestanden haben. Aber auch Vermeer selbst hat zu der kunstinteressierten Magd eine stille Zuneigung aufgebaut. Van Ruijven verlangt von Vermeer, ein Portrait von Griet anzufertigen.

Solches ist zu dieser Zeit im puritanischen Holland an sich völlig indiskutabel - dennoch unterstützt die Schwiegermutter Vermeers gegen die Empörung ihrer Tochter, dass der Künstler ein Portrait mit Griet in Arbeit nimmt - und das auch noch mit den Ohrringen der Gattin: Geschäft geht vor.

Regisseur Peter Webber schwelgt in den Szenerien des alten Hauses und der mittelalterlichen Stadt. Es kann nicht überraschen, dass immer wieder Motive eingefangen werden, die auch auf Gemälden der Zeit zu finden sind - oder zu finden sein könnten. So liegt - auch wenn die Geschäftigkeit des Alltagslebens turbulent dargestellt wird - stets ein Hauch von Patina über den Bildern, nähern sich Film und Malerei stilistisch an.

Die Ruhe, die der Film ausstrahlt, fasziniert. Aber die äußerst zurückhaltende Erzählung lebt letztlich einzig von der Tatsache, dass Griets Sitzungen zu dem bekannten Gemälde geführt haben. Griet pflegte ja gleichzeitig ein fröhlich verliebtes Verhältnis mit einem Fleischerjungen und wurde auch von dem Mäzen ruppig bedrängt. Ob die Interpretation, das Stechen und Anlegen des Ohrrings durch Vermeer symbolisiere eine Defloration, sich aufdrängt, mag dahingestellt sein - einen besonderen Moment der unerfüllbaren Nähe erlebt der Zuschauer ohne Zweifel.

Genau aber solche Ungeklärtheiten fragen nach einer Geschichte, nach einer Auflösung - wenn man nicht geneigt ist, alleine schon die subtile Darstellung insbesondere der wieder einmal erstaunlichen Scarlett Johansson als hinlängliches Geschenk eines solchen kleinen Kunstwerks zu empfinden. Was dennoch bleibt, ist eine leichte Verstörtheit, aber auch die traurige Schönheit eines gefilmten Gemäldes.

Die 2011er Blu-ray von Concorde Home Entertainment zeigt den auf 35 mm anamorph produzierten Film im Original-Format 2.35:1 bei 24 Hz mit der Original-Spieldauer von 100 Minuten. Deutsch und Englisch wird in DTS-HD MA 5.1 angeboten.

Extras: "Making Of", Audiokommentare, "Die Kunst des Filmemachens", "Die Anatomie einer Szene", Interviews und Kinotrailer.

film-jury 4* A0411 16.12.2010eg Genre: Biographie | Drama | Romanze

Scarlett Marie Johansson (* 22. November 1984 in New York City)
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1998 -* R0000 Der Pferdeflüsterer
....... R+D: Robert Redford D: Kristin Scott Thomas, Scarlett Johansson
2002 5* A0586 Lost in Translation
....... R: Sofia Coppola D: Scarlett Johansson, Bill Murray
2003 4* A0410 Das Mädchen mit dem Perlenohrring [Blu-ray]
....... R: Peter Webber D: Scarlett Johansson, Colin Firth
2004 5* A0461 Lovesong für Bobby Long
....... R: Shainee Gabel D: Scarlett Johansson, John Travolta, Gabriel Macht, Deborah Kara Unger
2005 4* A0409 Die Insel
....... R: Michael Bay D: Scarlett Johansson, Ewan McGregor
2006 4* A0651 Match Point (Einzel-DVD)
....... R: Woody Allen D: Scarlett Johansson, Jonathan Rhys Meyers, Emily Mortimer
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen historischer Film der ganz leisen Töne, 17. Februar 2008
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Die Illusion ist perfekt. Man fühlt sich ins Holland des 17. Jahrhundert zurückversetzt. Eine junge Magd verdingt sich im Haushalt eines Malers. Zwei völlig konträre Welten treffen aufeinander. Doch, das Genie des Malers verbindet sich mit dem einfachen Mädchen ohne Schulbildung im tieferen Verständnis der Kunst. Daraus entsteht eine hocherotisch, wenn auch völlig platonische Liaison und eines der bedeutendsten Meisterwerke des malerischen Ausdrucks.
Ein Film, der in völlig ruhigem Fahrwasser schifft. Scarlett Johansson ist als Griet einfach unbegreiflich schön und kommt dem Original erschreckend nahe. Colin Firth als Johannes Vermeer spielt unbeschreiblich unspektakulär und vielleicht alleine dadurch so authentisch.
Der Film über ein Meisterwerk der Malerei ist selbst zu einem cineastischen Meisterwerk gereift, fern ab von jeglicher reißerischen und hollywoodliken Action.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Fest für das Auge., 12. August 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Jan Vermeer (1632-1675), im Film dargestellt von dem sehr gut aussehenden Schauspieler Colin Firth , lebte als Maler in Delft.
Neben Franz Hals und Rembrandt gehört er zu den drei bedeutendsten Vertretern der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
Interessant bei seinen Gemälden ist die Behandlung des Lichts, über das die zumeist in Tätigkeiten versunkenen Figuren ihren einzigen Außenbezug erhalten.
Diese Lichtgestaltung kommt im Film sehr gut zum Ausdruck und lässt die einzelnen Filmsequenzen selbst wie Gemälde Vermeers erscheinen.
Man erlebt den Maler bei seiner Arbeit. Er wohnt im Hause seiner Schwiegermutter, die alle Familienmitglieder beherrscht. Sie ist eine schrecklich raffsüchtige, unsympathische Person. Vermeers Ehefrau Catharina Bolnes - sie ist fortwährend schwanger - wirkt ebenfalls sehr unsympathisch, nicht zuletzt, weil sie aufgrund ihrer fürchterlichen Eifersucht sehr ungerecht zu ihrem Personal ist.
Die hübsche, betont zurückhaltende Griet ( Scarlett Johansson) arbeitet als Dienstmädchen im Hause Vermeer. Sie wäscht die Wäsche, putzt das Silber, schrubbt die Böden.
Als sie Vermeers Bilder sieht ist sie fasziniert. Man spürt, dass sie intuitiv begreift, was der Künstler aussagen möchte. Vermeer fühlt, dass Griet ein tieferes Verständnis für sein Tun besitzt und lehrt sie, Steine wie Lapislazuli zu zerstoßen und Farben zu mischen. Er erklärt ihr auch das Geheimnis von Farbkompositionen und den Sinn der Camera Obscura. Die beiden sprechen über die Bilder, die er malt und nur darüber. Griet erweist sich als sehr kritische, selbstbewusste Beobachterin.
Dies alles geschieht heimlich, weil Vermeers Gattin die mentale Nähe zwischen Vermeer und Griet niemals dulden würde.
Die Beziehung zwischen dem Künstler und der Magd ist bis zum Ende des Films eine platonische, obschon man hofft, dass sie zu einer Person verschmelzen. Die unendliche Sehnsucht im Blick beider Protagonisten, das unterdrückte Begehren, wenn Sie einander anblicken, schmerzt den Zuschauer. Man wünscht den beiden Erlösung.
Vermeers Mäzen möchte, dass der Künstler ein Portrait von der schönen Griet anfertigt. Auf diese Weise entsteht " Das Mädchen mit dem Perlenohrring", vielleicht eines der bekanntesten Gemälde des Künstlers.
Als Vermeers Ehefrau von dem Bild Kenntnis erlangt, muss Griet das Haus verlassen....

" Das Mädchen mit dem Perlenohring " stellt vortrefflich die Gepflogenheiten und Sitten des Barockzeitalters in Holland dar.
Die Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend. Der Film ist ein Genuss für die Augen des Betrachters. Mit Dialogen wird sehr sparsam umgegangen, primär wird Kommunikation durch sehr eindringliche, aber auch sehr scheue Blicke dargestellt.

Die Ton und Bildqualität lassen nichts zu wünschen übrig.

Empfehlenswert.
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42 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Genuss fürs Auge!, 27. April 2005
Die junge Griet muss nach einem Unfall ihres Vaters, wobei dieser erblindet ist, als Magd arbeiten. Sie findet eine Stellung bei dem Maler Vermeer. Dort muss sie unter anderem dessen Atelier putzen, stehts darauf bedacht, nichts zu verstellen, was der Künstler gerade malt. Mit der Zeit baut sich zwischen Vermeer und Griet ein Vertrauensverhältnis auf, das darin endet, dass Vermeer den Auftrag bekommt, Griet zu malen. Es entsteht das berühmteste Gemälde Vermeers.

Dieser Film ist einfach Wunderschön!! Jedes gefilmte Bild ist fast schon ein Kunstwerk für sich. Nicht umsonst wurde der Film für "Beste Kamera" Oscar nominiert. Der Film hält sich, was sehr schön ist, nah an die Romanvorlage von Tracy Chevalier, die Schauspieler sind perfekt ausgesucht. Scarlett Johansson scheint, seit Lost in Tranlsation" auf "tragische" Rollen abonniert zu sein. Colin Firth spielt Vermeer mit wunderbarer Ausdruckskraft. Man spürt die Anziehungskraft, die zwischen Herr und Magd ist, fast körperlich. Dieser Film zeigt mal wieder, wie viel Bedeutung Blicke und einfache Berührungen doch haben können.

Ich kann nur empfehlen, reingehen und schauen!!! Selten war Sehnsucht so schön!

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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Maler und sein Modell, 10. März 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Die siebzehnjährige Griet (Scarlett Johansson) kommt 1665 als Dienstmädchen ins Haus des Delfter Malers Johannes Vermeer. In dieser gelungenen Literaturverfilmung erfährt der Zuschauer ohne Umwege die Entstehungsgeschichte des wohl schönsten Gemäldes des holländischen Malers. Griet putzt mit Umsicht das Atelier des Meisters, mischt mit ihm seine Farben, bleibt aber immer als junge Protestantin ein misstrauisch beäugter Fremdkörper in Vermeers chaotischer katholischer Familie. Im 17. Jahrhundert hatten Frauen der Unterschicht keine Stimme und damit keine Möglichkeit ihre Gefühle verbal zu äußern. Deshalb entwickelt sich die Beziehung zwischen dem Hausmädchen Griet und dem Maler Vermeer nicht durch lange Dialoge. Griets Gedanken, ihre Gefühle für Vermeer, das alles spiegelt sich in der Mimik der jungen scheuen Griet wieder. Und als der Mäzen des Hauses, Peter von Ruijven, der von Griet fasziniert, ein Bild von ihr in Auftrag gibt, löst die erforderliche Geheimhaltung ihre Entlassung aus.

Die Spannung zwischen Maler und Magd-Modell bleibt, wie in der literarischen Vorlage auch im Film, unausgesprochen und unausgelebt.

Szenen wie die, - als Vermeer dem Model mit der Nadel „deflorierend" ins Ohr sticht, um die Perle locker baumelnd tragen zu können, die das Auge des Betrachters anziehend; die Einflussnahme Griets auf das Arrangement im Atelier; die Steifheit mit der der Künstler Palette und Pinsel in Händen hält; - das alles geschieht ohne Worte zu benutzen.

„Das Mädchen mit dem Perlenohrring" wirkt wie ein Relikt aus einer anderen Zeit, die Rollen sind mit hervorragenden Schauspielern besetzt. Der Film ist eine Augenweide, und schöner als die vielen prachtvollen Einstellungen dieses Films, sind nur die Bilder Vermeers, der so traumhaft schöne Oberflächen zu malen vermochte.

Und Scarlett Johansson, dem Star von „Lost in Translation" ,die für anspruchslose Rollen nicht zu haben ist, gelingt es tiefes Empfinden, Verständnis und zarte Sympathie für das Werk des mit Leidensmiene daherkommenden Vermeers, als Modell in ihren Blick zu legen.

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51 von 64 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Malerische Episode, 20. September 2005
Von 
Wolfgang Stroebl (Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Tatsächlich ist "das Mädchen mit dem Perlenohrring" ein ungewöhnlicher Film. Arm an äußerer Handlung entfaltet der Streifen einen sinnlichen Zauber, der seinesgleichen sucht.
Der perfektionistische Maler Johannes Vermeer lebt mit seiner Schwiegermutter, seiner verhärmten Frau und einem Haufen Kinder in einem förmlich-durchorganisiertem Haushalt. Als die Magd Griet zu ihnen stößt, fasziniert sie ihn mit ihrer einfachen Natürlichkeit und ihrem genuinen Kunstverständnis. Zwischen beiden entwickelt sich eine Faszination, die den Maler schließlich zu seinem bekannten Gemälde inspiriert. Dieser "Verrat" wird aber von der übrigen Familie nicht hingenommen...
Die Beziehung der beiden Hauptpersonen ist weit entfernt von einer sexuellen - was im rigiden katholischen Umfeld wohl auch schwer möglich gewesen wäre- , wohl ist sie aber sehr erotisch in ihrem Wechselspiel der Blicke und Gesten. Der Höhepunkt des Films ist auch das Höchste der Körperlichkeit für die Protagonisten: Vermeer durchsticht Griets Ohrläppchen, um sie mit dem Perlenohrring seiner Frau zu schmücken.
Gebettet sind die Szenen in ein reizvolles, historisches Ambiente. Der Regisseur Peter Webber erliegt glücklicherweise nicht der Versuchung, Vermeers Bilder grundsätzlich 1:1 nachzustellen. Vielmehr atmet sein Film das Flair der Vermeer'schen Gemälde: die Farbe, der Lichteinfall mit den entstehenden Schlagschatten, die Interieurs und Durchblicke, die typischen Requisiten. Die tiefe Ruhe und stoffliche Sinnlichkeit der Bilder durchzieht den ganzen Film.
Gespielt wird durch die Bank hervorragend, die Musik ist bisweilen an der Grenze zu einer Melodramatik, die dem Film eigentlich fremd ist.
Wenn es im 21. Jahrhundert eines Beweises bedürfte, dass Malerei ein sinnliches Vergnügen sein kann: hier ist er.
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26 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verfilmte Malerei, 17. Dezember 2006
Verbürgt ist über das Leben des niederländischen Malers Johannes Vermeer, dass der Vater von elf Kindern lediglich 35 Gemälde hinterließ und verarmt starb. Wer allerdings die geheimnisumflorte, ernste junge Frau mit den leicht geöffneten, glänzenden Lippen und dem elegant gewundenen Kopftuch war, die den Betrachter in Vermeers Gemälde "Das Mädchen mit dem Perlenohrring" direkt ansieht, ist ungewiss. Für Peter Webber war dieses Bild Ausgangspunkt für das muntere Fabulieren einer stillen Romanze, die gleichzeitig Epochenporträt und bedingt auch Künstlerbiographie ist.

Ein lebhaftes Treiben herrscht im Delf des 17. Jahrhunderts. Wunde Frauenhände waschen im Wechsel mit der Zerkleinerung von Gemüse grobe Leinenstoffe. Metzger bieten auf den Markt gut gelaunt Schweinköpfe an. Kinder toben spielend zwischen den Arbeitenden herum Im Winter ist auf dem Kanal Schlittschuh angesagt.

In Mitten des lärmenden Trubels lebt der melancholische Maler, ein Grübler und Zauderer, vorzugsweise allein in seinem Atelier, sich einer meditativen Ruhe hingebend. Scheu betritt die Dienstmagd Griet, die weder lesen noch schreiben kann, das Atelier ihres Herrn. Putzen soll sie, aber vor allem nichts verändern. Niemand im Haus weiß, dass die Tochter eines erblindeten Porzellanmalers einen Sinn für Kunst hat. Intuitiv erfasst sie die Bedeutung jeder Einzelheit, ahnt sofort, dass saubere Atelierfenster die gewohnten Lichtverhältnisse verändern.

Griet wird zur Assistentin des Malers und bald zur seiner Vertrauten. Aus scheuen Blicken werden verstohlene Berührungen. Weil nicht genug Platz im Haus ist, schläft sie im Atelier. Nuancenreich, mit sprechenden Blicken, stellt Scarlett Johansson das erotische Erwachen des feinfühligen Mädchen dar. Es ist vor allem ihre Mimik, aus die der Film seine Spannung bezieht. Atmosphäre spenden neben der sich entwickelnden Nähe zwischen Maler und Dienstmagd, die sorgfältig fotografierten Bilder des Filmes. Webber versucht die Bilderwelten Vermeers zu imitieren. Die Kamera fängt aufmerksam die Lichtverhältnisse und Farben seiner Bilder ein und schwelgt im Zauber des Alltäglichen.

Um den feinen Kern aus Blicken und aufkeimender Nähe zimmert Webber ein gröberes Gerüst: Eine misstrauische, eifersüchtige Ehefrau, eine kalt berechnende Schwiegermutter und ein lüsterner Mäzen, der der Magd nachstellt und ein Porträt von ihr in Auftrag gibt, eben jenes Bildmis "Das Mädchen mit dem Perlenohrring".
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszination pur, 28. Juni 2009
Von 
Andrea Koßmann "Kossis Welt" (Marl, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Der berühmte Maler Jan Vermeer lebte in der Zeit von 1632 bis 1675 in der holländischen Stadt Delft. Nur 37 seiner Bilder sind bis heute bekannt. Unter anderem gehört das Bild "Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge" zu seinen bekanntesten Bildern.

Die Autorin Tracy Chevalier schrieb ihren Roman rund um dieses Gemälde. Als der Vater des jungen Mädchens Griet sein Augenlicht verliert, muss Griet bei einer kinderreichen Familie als Dienstmagd arbeiten, um Geld für ihre Familie dazu zu verdienen. Unter anderem muss Griet in dem Haus der Familie Vermeer das Malzimmer des Herrn putzen. Dabei fallen ihr nicht nur die Malutensilien auf, sondern vielmehr auch der Maler selbst, welcher eine ungehörige Anziehungskraft auf sie auszustrahlen vermag.

Doch diese Sympathie scheint nicht nur einseitig zu sein. Auch Vermeer hat Interesse an dieser jungen, scheuen und unbedarften Magd. Doch zielt sein Interesse nicht vielmehr nur darauf ab, sie malen zu wollen? Schon sehr bald hilft Griet ihm heimlich, seine Farben vorzubereiten. Heimlich deshalb, weil es gegen die Sitten einer guten Erziehung verstoßen würde, wenn der Herr des Hauses sich mehr als nötig mit der Dienstmagd abgibt. Doch bleibt diese Heimlichkeit wirklich unentdeckt? Und wie weit werden Vermeer und Griet gehen? Und was würde passieren, wenn Vermeer das Mädchen gerne malen würde?

Den Produzenten dieses Films ist wahrhaftig ein Meisterwerk gelungen. Man sollte einen Film eigentlich nicht mit dem dazugehörigen Buch vergleichen, aber in diesem Fall steht der Film dem Vergleich stand. Sehr nah an der Handlung des Buches, besetzt mit wunderbaren Schauspielern, taucht man derartig in die Geschichte des 17. Jahrhunderts hinein, dass ich persönlich mich am Ende im Jahre 2009 irgendwie fehl am Platze fühlte.

Einige Szenen fehlen im Film, was natürlich damit zu tun hat, dass ein Film zeitlich begrenzt ist. Ganz wunderbar finde ich es aber, dass diese Szenen in der Special-DVD zu sehen sind. Das Ende ist zwar auch anders als das Buch, doch lässt es Platz für eigene Gedanken und Ideen.

Der Film kommt ohne viel Worte aus. Sehr faszinierend umgesetzt wurde die Verbindung zwischen Vermeer und Griet, welche fast ausschließlich aus Gesten und der Mimik besteht. Ein wahrer Film für die Augen. Das Bild von Vermeer hat ebenfalls eine Faszination in mir ausgeübt, die mich auch jetzt noch sehr gefangen hält.

Wer das Buch kennt und liebt, wird auch diesen Film lieben. Und wer das Buch noch nicht kennt, sollte es unbedingt lesen!

Chapeau dafür, dass die Filmemacher mir gezeigt haben, dass es doch geht, ein Buch sehr gut umzusetzen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes leises Kino, 8. Dezember 2008
Sehr leiser, intensiver Film, der vor allem von seinen Hauptdarstellern lebt. Im Trailer sind quasi alle rasanten Szenen vereint; tatsächlich passiert extrem viel in den stillen Momenten dazwischen, nur durch einen Blick oder eine Berührung.
Schöne Bilder auch in der Fotogalerie auf der DVD; beinahe wie gemalt..
Großes Kino grade für den Winter mit einer fantastischen Scarlett Johansson!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Film wie kein anderer, 24. Dezember 2007
"Das Mädchen mit dem Perlenohrring" ist ein Film, wie ich noch keinen zuvor gesehen habe.
Die Buchvorlage von Tracy Chevalier wurde filmisch gut umgesetzt. Colin Firth in der Rolle des Malers Johannes Vermeer und Scarlett Johansson in der Rolle der Dienstmagd Griet hätten besser nicht besetzt werden können. Auch die anderen Darsteller wurden mit großer Sorgfalt ausgewählt und sorgen für das letztendlich stimmige "Gesamtkunstwerk".
Der einzige Kritikpunkt, der zu nennen ist, ist die Tatsache, dass der Film nach meinem Empfinden nur dann "richtig" gesehen werden kann, wenn man im Vorfeld das Buch gelesen hat.
Der Regisseur, Peter Webber, hat die Erzählung zwar wirklich mit genau derselben Leichtigkeit und Schnörkellosigkeit umgesetzt, wie auch schon in der Vorlage geschehen, doch wesentliche Inhalte, die für den "Neuling" zu einem besseren Verständnis beitragen würden, sind leider außen vor gelassen worden.
Für mich, die ich das Buch gelesen habe, ist der Film genauso wie er ist, perfekt.
Keine einzige Szene wirkt aufdringlich oder überladen. ....
Und genau das macht den Film letztendlich zu etwas solch Besonderem.
- Unbedingt anschauen.
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Das Mädchen mit dem Perlenohrring [Blu-ray]
Das Mädchen mit dem Perlenohrring [Blu-ray] von Peter Webber (Blu-ray - 2011)
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