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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Aufnahme, jedoch nicht ohne Alternative, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Gardiners Aufnahme gehört sicher in die erste Reihe der Aufnahmen des Werks. Chor und Orchester schaffen es wunderbar, die wechselnden Stimmungen und den Wechsel zwischen Jenseits und Diesseits zu zeichnen. Einige Stücke werden in keiner anderen mir bekannten Aufnahme derart überzeugend dargeboten.

Beispiel: So ist mein Jesus / Lasst ihn! Haltet! / Sind Blitze, sind Donner.
-besser kann man den Umschwung von Entsetzen und Fassungslosigkeit in Wut und Hass nicht darstellen. Weltklasse!

Solisten mag es heute bessere geben, es mag auch zum Zeitpunkt der Aufnahme schon bessere gegeben haben. Gardiner entschloss sich hier (wie auch bei anderen seiner Aufnahmen aus dieser Zeit) jedoch offenbar dafür, die Riege der Solisten zugunsten des Gesamtbildes und der Einheit sehr zurückhaltend zu besetzen. Aufnahmen mit einzelnen, sehr markanten Solisten, die aus dem Gesamt-Ensemble herausragen gibt es genug, daher kann man diese Entscheidung zumindest respektieren.

Vielen Kritikern der Aufnahme ist das Tempo entschieden zu hoch. Diese Meinung kann ich nicht Teilen, an manchen Stellen wünschte ich mir jedoch einen etwas ruhigeren Atem, was z.B. allein schon durch etwas längere Pausen zwischen einigen Stücken zu erreichen wäre.

...nicht ohne Alternative...
Diese Aufnahme gehört ohne Zweifel zu den besten, jedoch gab es seit ihrer Veröffentlichung einige andere Einspielungen, die auf ähnlichem oder gleichem Niveau liegen. Daher ist sie für mich nicht "DIE" Aufnahme der Matthäus-Passion, sondern eine Aufnahme in einer Reihe von sehr sehr guten. (Herreweghes 2., Koopmans 1., Harnoncourts 2.,... )
Trotzdem: 5 von 5 Punkten!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Maßstab, 1. Mai 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Für mich ist diese Aufnahme der Maßstab, an dem sich alle Nachfolger messen müssen.

Wenn man Anfang der 80er Jahre Aufnahmen mit historischen Instrumenten hörte, mußte man mit den Zeitgenossen Bachs und Händels Mitleid bekommen. Kieksende, unsaubere Bläser und kratzende Streicher begleiteten piepsige Knabensoprane und hauchende Kontratenöre. Das taugte bestenfalls als Beweis für die Überlegenheit des modernen Instrumentariums. Doch dann kamen die englischen Ensembles mit Gardiner und Hogwood und zeigten, daß es auch anders geht. Diese Matthäuspassion war für mich damals eine Offenbarung.

Für mich steht und fällt die Qualität einer Passionsaufnahme mit den Chorälen, und die reißen mich bei Gardiner mit, während viele seine Nachfolger (zB Herreweghe) sie bloß als biederen, langweiligen Gemeindegesang darbieten. Nicht-Muttersprachler, auch Profis, haben hier meiner Meinung nach einen gewissen Nachteil, weil sie die Worte nicht unmittelbar erfassen und umsetzen wie Muttersprachler - beim Monteverdi Choir aber ist davon nichts zu spüren.

Keiner möge sich hier von der Kritik an angeblich zu schnellen Tempi Gardiners beeindrucken lassen. Für mich stimmen seine Tempi einfach. Sicherlich ist das letztlich Geschmackssache, aber es stimmt einfach nicht, daß Gardiners Matthäuspassion gehetzt klingen, oder die Feinheiten und muskalischen Höhepunkte untergehen würden.

Ich würde diese Aufnahme jederzeit wieder kaufen. Daß sie teurer ist als andere Aufnahmen ihres Alters, hat seinen Grund.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nur fast überragend, 15. Februar 2003
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Insgesamt ist dies eine der zufriedenstellendsten Aufnahmen der Matthäus-Passion, die ich kenne. Teilweise kommt sie dem Ideal sogar sehr nahe:

Insbesondere Chor und Orchester sind überragend. Da wird flexibel musiziert, sehr transparent - man hört wirklich jede Stimme - und aufmerksam. Dies kommt vor allem den großen Chören zugute - vor allem dem Eingangschor, der bei aller Dramatik einmalig durchhörbar klingt.

Auf der anderen Seite fehlt den Chorälen ein wenig die Innigkeit und einfache Frömmigkeit, durch die sie sich von den übrigen Teilen der Passion abheben müssten. Sie klingen einfach zu raffiniert. Das gilt auch und vermehrt für den Schlusschor, dessen hypnotische Wirkung hier - auch durch das sehr flotte Tempo - etwas verloren geht.

Die Solisten hinterlassen ein zwiespältiges Gefühl:

Gardiner übernimmt die originale Besetzung mit doppeltem Solistenquartett. Ich habe allerdings den Eindruck, dass dabei die Sänger nicht unbedingt glücklich verteilt worden sind. Dies v. a. bei den Altarien, wo der (nicht hunderprozent überzeugende) Countertenor teilweise die höheren, die Mezzosopranistin die tiefer liegenden Arien singt. Insbesondere bei dieser Konstellation hätte ich - gerade bei einer solch großartigen Solistin wie v. Otter - eine einheitliche Besetzung mit ihr bevorzugt. Immerhin nimmt Gardiner ja auch nicht einen reinen Knabenchor und besetzt auch die Sopranpartien mit Frauen. Weniger überzeugend ist auch Cornelius Hauptmann in der zweiten Baßpartie.

Ansonsten gehören die Solisten zum besten, was man überhaupt auf Tonträger bekommen kann. Wenn hier noch jemand herausragt, dann der unglaublich elegante Evangelist von Anthony Rolfe-Johnson, die schon erwähnte Anne Sofie von Otter und Olaf Bär.

Insgesamt also eine ausgezeichnete Einspielung, der zur absoluten Referenz etwas Innigkeit fehlt und die dafür zwei nicht perfekte Solisten zuviel hat.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gardiners Muskelspiele, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
Im Gefühl des sicheren Sieges kann man leicht kurz vor der Ziellinie scheitern. Dass Gardiner zwar stolpert, aber nicht scheitert, verdankt er seinen hervorragenden Mitstreitern, dem technisch über jeden Zweifel erhabenen Monteverdi Choir und den English Baroque Solists.

Nach seinen vorzüglichen Einspielungen der h-Moll-Messe und der Johannes-Passion, die zu Recht Referenzstatus für sich beanspruchen können, unterschätzt er jedoch entweder die komplexen Anforderungen, die die monumentale Matthäus-Passion in Bezug auf differenzierte Dynamik und Ausdruckskraft stellt oder ihm fehlt das Gespür dafür.

Den ersten, kürzeren und handlungsärmeren Teil der Passion absolviert Gardiner in einem Parforceritt von 66 Minuten, als ob er im Anschluss einen Flieger zu erreichen hätte. Rilling und Leonhardt nehmen sich und geben den Hörern 9 – Karl Richter gar 20 Minuten mehr Zeit. Nun ist Zeit kein Wert an sich, wenn sie nicht irgendwo fehlte. Dies bedarf einer näheren Betrachtung.

Das Passionsgeschehen schreitet auf mehreren Ebenen voran: Distanziert rezitativisch bis leidenschaftlich effektvoll begleitet der Evangelist das Geschehen. Anthony Rolfe Johnson darf oder kann nur ersteres leisten; seine Textverständlichkeit lässt dabei an vielen Stellen zu wünschen übrig, was für diesen Part trotz seiner sängerischen Qualität einfach nicht akzeptabel ist.

Die dramatischen Turba-Chöre sind bei den luftig, transparent und in allen Lagen sicher intonierenden Monteverdis bestens aufgehoben. Hier lässt man locker die Muskeln spielen. Herrlich auch „Sind Blitze, sind Donner...“ Da zucken und funken die Blitze vom Himmel, dass es eine wahre Freude ist zuzuhören.

Aber Vorsicht: Die Chorsätze, die Innerlichkeit und Anteilnahme zum Ausdruck bringen sollen, erfordern Zeit und ein Gefühl für den Text. Beides fehlt hier leider (vgl. Anfangs-/Schlusschor, „Oh Mensch, bewein dein Sünden groß“, „Wer hat dich so geschlagen?“, „Oh Haupt voll Blut und Wunden“ u. a.).

Ein meditatives Element bilden die lyrischen Arien nach Picander-Texten, in denen die „gläubige Seele“ ihre Gefühle im Angesicht des Leidens Christi offenbart. Hier besteht das Sängerensemble die höchsten Anforderungen in sehr unterschiedlicher Weise.
Ann Monoyios mädchenhafter, glockenklarer Sopran nimmt mich schnell gefangen („Blute nur, du liebes Herz“), Anne Sofie von Otter ist mit ihrem reiferen Sopran und vorzüglicher Artikulation ebenfalls eine hervorragende Besetzung. Bei Barbara Bonney stört mich der unverkennbare britische Akzent.

Ich bevorzuge bei den nicht-lateinischen Werken geistlicher Musik ganz deutlich jeweils muttersprachliches Sängerpersonal. Diese Kritik gilt auch für Michael Chance und Howard Crook, die in Pinnocks Messiah-Aufnahme eine hervorragende hier aber eine suboptimale Besetzung darstellen.

Cornelius Hauptmann singt die schöne Arie „Gebt mir meinen Jesum wieder“ wie ein großer Junge, dem man sein Spielzeugauto weggenommen hat. Anteilnahme am Geschehen: Fehlanzeige; dies wirkt auf mich fast schon grotesk. Wer daran zweifelt, der höre sich einmal Theo Adam in der Dresdner/Leipziger Peter Schreier-Aufnahme an: So ist das perfekt!

Kurzum: Der Rang einer Referenzaufnahme bleibt dieser Einspielung klar versagt, im oberen Drittel des Gesamtkatalogs der zahlreichen Konkurrenzaufnahmen kann sie jedoch mühelos bestehen.
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19 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Barock-Musik in Bachs Sinn, 4. September 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Matthäus-Passion (Ga) (Audio CD)
"Protestantische Inningkeit" ist nicht nur rhetorischer wie theologischer Nonsens, sondern trifft auch einfach auf Johann S. Bachs Musik, besonders unter Einbeziehung seiner Biographie, nicht zu. Gardiner führt die Musik in Bachs Sinne, voller Begeisterung an der Musik selbst, mit Feuer und Lebensfreude auf. Chor und Orchester folgen ihm mit derselben Energie die auch der Dirigent an den Tag legt und macht diese Aufführung zu der wohl gelungendsten Inszenierung, die z.Z. auf dem Markt erhältlich ist, was sich leider im Preis niederschlägt.
Wer allerdings lieber "fromme redliche" Musik hört, dem sei hiervon abgeraten, der sollte weder zu Bach noch zu Gardiner greifen.
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ARRAY(0xa3595960)

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Bach, J.S.: St. Matthew Passion, BWV 244
Bach, J.S.: St. Matthew Passion, BWV 244 von English Baroque Soloists and John Eliot Gardiner and The Monteverdi Choir
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