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Kundenrezensionen

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am 24. März 2012
Nach ca. 20 Aufführungen des Stückes als Chorsänger, nach ungefähr 5 Aufnahmen und miterlebten Konzertaufführungen nun die Aufnahme von Nikolaus Harnoncourt. Er hat ja für seine bisherigen Brahms Interpretationen nicht nur gute Kritiken erhalten; manche fanden es zu wenig "anders", fragten sich warum denn nun auch noch Brahms an die reihe kommen solle.... im Text zur 1967 entstandenen Aufnahme der Matthäuspassion erwähnte Harnoncourt bereits Brahms: Im Hinblick auf die damalige Aufführungstradition merkte er, daß man in der Matthäuspassion (in dieser Form) "meint Brahms zu hören" - wie wahr, und weiter "und wirklich: Er hat sich von diesen Klängen sehr inspirieren lassen". Wer könnte also eine neue Sicht auf dieses zentrale Werk Brahms eröffnen wenn nicht Harnoncourt selbst?
Und wirklich: es klingt neu. Nicht im großen und Ganzen; die Tempi sind nicht gehetzt, nicht einmal besonders zügig; bei aller nicht verleugneten Monumentälität hört man aber dennoch eine ungeheuer transparente und immer (noch im "dicksten Brei" - wer hat da als Chorsänger nicht geistig schon die Waffen gestreckt?) durchhörbare Interpretation. Dabei hört man die Spannungsbögen der Musik auch in den fast endlosen Sätzen mit all ihren Wiederholungen: Hier klingen sie einmal nicht überflüssig, wie doch so häufig bei anderen Dirigenten.
Dabei ist der schlichtweg grandiose Arnold Schoenberg Chor Garant für eine makellose Interpretation. In dieser Hinsicht steht dieses Ensemble wirklich konkurrenzlos da.
Und die Solisten (Genia Kühmeier schlicht und stimmschön, Thomas Hampson ergreifend) halten das Niveau, welches von den Wiener Philharmonikern quasi sein Fundament erhält.
Dies alles mag nicht jedem gefallen. Mancher mag einwenden es gäbe Versionen mit mehr Schlankheit, mehr Sachlichkeit, mehr Innigkeit, mehr Andacht....
Ich persönlich finde in dieser Aufnahme eine ideale Symbiose all dieser Inhalte. Zutiefst Subjektiv und gerade damit eine unmittelbare, mitreissende Wirkung beim Zuhörer entfaltend: Eine Referenzaufnahme, die man jedem nur mit Nachdruck empfehlen kann.
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am 27. April 2011
Das Deutsche Requiem von Johannes Brahms kannte ich bis zum Beginn dieses Jahres überhaupt nicht. Deswegen kann ich der fachlich fundierten Rezension von Herrn Kass vermutlich nicht viel hinzufügen. Vielleicht bringt es dem einen oder anderen, der das Werk ebenfalls für sich entdecken möchte etwas, wenn jemand über diese Aufnahme schreibt, der das Werk nicht seit Jahren/Jahrzehnten kennt.

Mit der zweiten Ausgabe der 111er-Box der Deutschen Grammophon habe ich vergangenes Jahr die Karajan-Aufnahme des Deutschen Requiems erworben. Neben der hier zu besprechenden habe ich als großer Fan des Dirigenten auch die Aufnahme von Paavo Järvi mit Natalie Dessay, Ludovic Tézier, dem schwedichen Radiochor und dem hr-Sinfonieorchester erworben. Einmal sah ich das Deutsche Requiem im Fernsehen (Naganos Benefizkonzert für Fukushima) und einmal im Internet (Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker - Dirigent: Donald Runnicles). Davor hatte ich das Werk noch nie bewusst gehört.

Da die Kritiken zu Harnoncourts Aufnahme überschwänglich waren, habe ich sie ebenfalls erworben. Im Vergleich mit Karajan und Järvi muss ich sagen ragt für meinen Geschmack diese Aufnahme weit heraus. Hierfür verantwortlich ist aus meiner Sicht die hervorragende Leistung des Arnold-Schönberg-Chors und die hervorragende interpretatorische Leistung von Nicolaus Harnoncourt. Ich bin kein grundsätzlicher Anhänger Harnoncourts. Viele seiner Aufnahmen, insbesondere seine Beethoven-, Schubert- und einige Bach-Aufnahmen haben mich eher gelangweilt und enttäuscht. Aber diese Aufnahme des Deutschen Requiems finde ich hervorragend.

Hervorstechend ist vor allem die unglaublich Transparenz des Orchesterklangs. Es treten ungeheuer viele Details der Partitur hervor, wo Järvi eher auf die Wucht des Großorchesters zu setzen scheint. Karajans Aufnahme bietet vielleicht auch wegen aufnahmetechnischer Mängel weder das eine noch das andere. Durchhörbarkeit und Detailreichtum sind natürlich keine Werte an sich. Es gibt Klassik-Aufnahmen, bei denen sie zwar jede Nebenstimme und jedes Detail der Begleitung hören, dies aber zulasten des Gesamtklangbildes geht. Sie hören dann Details, die ansonsten zurecht eher im großen Ganzen aufgehen, weil sie einfach an sich nicht schön klingen.

Doch bei dieser Aufnahme sehe ich das nicht so. Herrlich, wie beispielsweise die einzelnen Blechbläser hier heraushörbar sind, ohne dass sie sich irgendwie aufdrängen würden. Gleiches gilt für die Holzbläser und Streicher. In bestimmten Passagen erinnert die Aufnahme fast an Brahms Serenaden, wobei Sie das nicht so missverstehen dürfen als ginge dadurch der feierliche Charakter des Stücks verloren.

Die Tempi scheinen mir nicht extrem, verglichen mit Järvi ist Harnoncourt mal schneller mal langsamer, einen wirklich bedeutsamen Unterschied höre ich nicht. Karajan wählt deutlich niedrigere Tempi. Insgesamt klingt Harnoncourt für mich lebhafter. Karajans Deutsches Requiem klingt für mich eher wirklich wie eine feierliche Totenmesse. Harnoncourt wird dem erbaulichen, sich stärker auf die Lebenden konzentrierenden Charakter dadurch m.E. besser gerecht.

Der Arnold-Schönberg-Chor wirkt auf mich auf eine angenehme Weise vordergründig. Damit meine ich, dass bei meinen beiden Alternativen der Chor klanglich entweder nicht voll eingefangen werden konnte oder durch Übergröße sich klanglich etwas selbst im Weg steht. Der Arnold-Schönberg-Chor artikuliert sehr schön deutlich, der Text ist gut verständlich, ohne dass es krampfhaft wirken würde.

Thomas Hampson macht seine Sache großartig. Wie so häufig besticht er durch nahezu akzentfreie, deutliche Artikulation. Was Hampson meistens, aber nicht immer gelingt, gelingt ihm hier: sein Deutsch klingt natürlich, nicht überinterpretiert wie ihm das vor allem bei heiteren Stücken manchmal unterläuft.

Genia Kühmeier macht ihre Sache ebenfalls sehr gut, wobei mir Gundula Janowitz (Karajan) fast noch besser gefällt. Beide singen relativ vibratoarm, singen also nicht als sei es eine Oper (ein ganz kleine Manko bei Dessay (Järvi)). Kühmeiers Stimme kann für meinen Geschmack nicht ganz mit der von Janowitz und auch nicht mit der von Dessay mithalten. Von der dramatischen Gestaltung stellt Janowitz aus meiner Sicht beide in den Schatten.
Dennoch: die Leistung von Frau Kühmeier ist richtig gut.

Als Gesamtfazit bleibt für mich eine Aufnahme, die ungeheuer viel Kraft hat, gerade weil sie diese nicht aus der schieren Wucht von Chor und Orchester bezieht, sondern aus der engagierten Interpretation. Klangdetails bereichern den Klang auf eine sehr angenehme Weise. Thomas Hampson macht seine Sache exzellent, Genia Kühmeier sehr gut. Der Arnold-Schönberg-Chor singt exquisit.

Von den drei mir bekannten mit Abstand die beste Aufnahme, so viel kann ich sagen. Ob es eine Referenzaufnahme ist, kann ich noch lange nicht beurteilen, da ich Klemperer, Kempe, Gardiner, Herrweghe, Abbado u.v.a. noch nicht kenne. Unter diesem Vorbehalt: absolute Empfehlung!
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am 13. Februar 2011
Da hat einer die Wiener Philharmoniker, einen seit Jahrzehnten bewährten Chor, zwei sehr anhörbare Solisten und heisst Harnoncourt.

Warum jubele ich nicht? Manchmal ist es nicht leicht, Hörerfahrungen in richtige Worte zu fassen. Es ist kein Unbehagen, hier Harnoncourt zu hören. Es sind irgendwie die Erwartungen, von diesem Dirigenten müsse etwas Besonderes, grundsätzlich anderes kommen. Er in seiner langen Karriere so viele Aufnahmen gemacht, die dieses Merkmal haben und sich über Jahrzehnte spannend anhören.

Keinesfalls nur im Bereich der Barockmusik. Auch bei der Musik, ja der der Romantik gibt es solche Aufnahmen, aber schon deutlich weniger als im Bereich der wirklich alten Musik.

Bei Brahms hat mich Harnoncourt nie überzeugt. Weder die Aufnahme der Sinfonien mit den Berlinern noch die Klavierkonzerte mit Buchbinder fanden meine besondere Aufmerksamkeit, ja die Aufnahme der Klavierkonzerte fand ich richtig schlecht.

Vorteil Nr. 2, Harnoncourt kann nicht Brahms.
Es ist schwer, sich beim Hören von diesen Vorurteilen zu lösen.Im Interview mit Biba äussert Harnoncourt, wie eigentlich immer, interessante Gedanken zu diesem Werk. Eine Trostmusik für Lebende, die durch Aufführungstradition verfalscht ist, vor allem mit falschen Tempi, zu breit oder zu dramatisch.

Wenn ich die Aufnahme mehrmals höre, das ist erforderlich, um mein Vorurteil zu überprüfen,bleibt doch, ich kann die bedeutsamen Alternativen nicht hören. Es ist eine Wiedergabe auf hohen Niveau. Aber in keiner Beziehung wirklich aussergewöhnlich. Norrington machte das Werk deutlich schlanker als Harnoncourt, evangelischer.Andere, wie Karajan 1947, anrührender. Die Solisten von Harnoncourt sind beide sehr gut, aber die Konkurrenz ist natürlich sehr gross. Wer hat nicht alles den Sopranpart gesungen, bewegend, wie Schwarzkopf,Dawson, Battle, aber Fischer-Dieskau hat natürlich das Hörerlebnis sehr geprägt.Hampson singt " erlesen", aber ich möchte ein wenig mehr Dramatik hören.

So bleibt diese Aufnahme für mich verwechselbar. Eine unter guten, nicht wirklich aussergewöhnlich. Keine wirkliche Alternative.
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am 16. Januar 2016
"Das ist Glaube!", schreibt ein entzückter Rezensent. An was denn bitte: an Harnoncourt, an seine Interpretation oder was auch immer? Ich versuche mir die Grobheit vorzustellen, mit der Brahms auf derlei geantwortet hätte. Und lege nach mehrfachem Hören mit der Partitur das langweilige und konzeptlose Präparat Harnoncourts beiseite, um wieder die großartigen Interprationen von Herbert Kegel oder Helmut Koch vorzunehmen. Vorzügliche Interpreten wie der Schönberg-Chor allein reichen nicht, zumal gerade Hampson mal besser war. Das Herausarbeiten von Bläserbegleitungen ist nutzlos, wenn sie mit den Chorstimmen verschmelzen sollen.
Meine Alternativen: Herbert Kegel (m.E. fast ohne Konkurrenz, auch in seinen Aufnahmen der Sinfonien), Herreweghe mit besten Solisten, Chor und Orchester, ferner Helmut Koch und auch Bruno Walter u.a. (aber keineswegs der lederne Klemperer). Hanononcourt kann anscheinend mit dem geradezu strukturalistischen Brahms nichts anfangen, wie auch seine Aufnahmen der Sinfonien und der Konzerte (die nur durch Solisten wie Buchbinder, Kremer und Hagen gerettet werden) belegen. Schade, denn seine Deutungen des Mozart-Requiems haben Maßstäbe gesetzt. Übrigens geht es ihm mit Verdis Requiem ganz ähnlich. Bei aller verpixelten Detailverliebtheit verlieren sich die Strukturen und mit ihnen die Temporelationen sowie sinnvollen Phrasierungen.
Was die so genannte "historische Aufführungspraxis" angeht, hat Harnoncourt sowohl die Originalinstrumente und ihre Klangbalance als auch die von Brahms ausgehenden Interpretationstraditionen nie berücksichtigt (vgl. die von Blume edierten Interpretationskonzepte von Fritz Steinbach, die sich über Fritz Busch (!) sowie Hermann Abendroth und dessen Schüler Günther Herbig bis in die Gegenwart verfolgen lassen, z.B. Charles Mackerras). Nach den Monteverdi-Erfolgen hat er sich schnell in den Konzertbetrieb eingepasst (vgl. die Zürcher Aufführungen und die Amsterdamer Matthäus-Passion). Ein anfangs aufwühlernder, dann aber etablierter und einschläfernder Interpret. Leider.
Hat sich diese Entwicklung nicht schon abgezeichnet, als Harnoncourt von Bach und Monteverdi zu Mozart überging und geradezu manieristische Eigenheiten entwickelte (Sinfonie 41)? Jetzt popularisiert er das alles mit den ehemaligen Karajan-Orchestern in Wien und Berlin - ein Ironie der Geschichte...
Wie Brahms klingen kann, wenn der Interpret weiß, was er tut, zeigt die Aufnahme des 1. Klaviertkonzerts mit Hardy Rittner und Werner Ehrhard. Also: Brahms liegt noch vor uns! Und eine große Tradition hinter uns (zu der Harnoncourt sicherlich nicht gehört). Die Musik spielt anderswo. und besser.
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am 30. März 2011
Bitte entschuldigen Sie, dass dieser Beitrag auf Englisch ist. Er wurde ursprünglich für Amazon UK und USA,wo es einige kritiische Stiimen gab geschrieben. Sie zu übersetzen war mir doch zuviel Arbeit.

In the opinion of several reviewers in the UK and the USA this performance tends to become boring. Especially what are seen as being rather rigid tempi have led to this interpretation being labelled stodgy. To my knowledge all reviewers agreed that orchestra, soloists and choir sing and play very well and that the recorded sound is excellent.
I wish to elaborate a bit about the technical qualities of this recording. Due to the brilliant and transparent sound I could hear orchestral textures more clearly than ever before. In some I heard instruments and combinations of instruments which I had not perceived up till now. This in itself justified its purchase for me. I can also only endorse what even its detractors have acknowledged. As might be expected the Vienna Philharmonic play with great accuracy, musicality and sensitivity. The choir is superb; it sings with forcefulness and dramatic impetus where required but also with delicacy and inwardness in the more lyrical and introverted passages. One can understand almost every word of the texts from the Old Testament.This is particularly important in this work, it is essential in my opinion. Due to size and quality of the choir there is no trace of the muffled and blurred sound which some of the worthy recordings with much larger choirs have. What also impressed me was that this choir manages to sing with sensitivity and musicality even in very loud passages. There is none of the straining and pressing which one sometimes hears in lesser choirs - the opening of the last song, for example, doesn't sound at all strained or forced. Both soloists are very good although I personally have a different conception of how the male songs should be interpreted. - more about this later.
It is however the interpretation which appears to have caused problems with some listeners.
Because of this I approached this recording with some trepidation although I am an old Harnoncourt fan (since the 1960s). After listening to it carefully I have come to the conclusion that what makes this interpretation special - and perhaps controversial - is the fact that Harnoncourt has a clear and personal concept which he follows consistently from start to finish. As I see it, he recognizes in this profound work the admiration which Brahms felt for baroque composers such as Schütz and Bach. John-Eliot's recrodings of Brahms' symphonies, in which he links them to baroque music which Brahms cherished made this connection convincingly audible. I believe that this influence can be discerned throughout this performance of his Requiem. It manifests itself not only because of its earnestness but also in the way Harnoncourt emphasizes melodic lines in a way which reminds me of the aforesaid old masters. Added to this is the use of so-called "Affekte", a German term which is difficult to translate. Basically it means the formalized and canonized use of themes to convey standardized emotions such as joy, grief, jealousy, rage and so one (goes back to ancient Greek drama). In this Requiem they are the relentless ticking away of time or the beating of the human heart, the tolling of bells and the use of descending and rising sequences. I had in no previous recording been made so aware of this aspect of the piece. If you want to discover more about the use of "Affekte" listen to Bach's cantatas or Handel's operatic arias. They are full of such devices to illustrate or identify emotions. Please do not confuse these "effects" with real emotions -they were not meant to overwhelm the listener in the same way as in later Romantic and Post-Romantic music. They were more like the "signature tunes" for a quite limited range of emotions.
In the opening bars of the first movement there is a pulsating which aroused in me an association with the passing of time. I had not heard this opening quite this way before. Harnoncourt achieves this effect quite simply by emphasizing and reducing? (how are they marked by Brahms?) the length of a few notes. Out of this wonderfully mysterious and evocative beginning a build-up follows leading to the first entry of the choir. This entry is sung in a hushed Piano and the surprising effect is quite miraculous. Even here one can understand every word. As I wrote above this dominance of the text reminds me somewhat of a severe and unrelenting sermon from the pulpit of a Protestant church. as such in any previous recording..
The first part of the second movement ("Denn alles Fleisch,es ist wie Gras - For all flesh is as grass")is inter-preted as a long, drawn-out funeral march - Brahms marked it "marschmäßig, like a march". Its four-note rhythm recurrs throughout the movement, relentlessly. It could be this persistent, ever-present beat which has led to some reviewers finding this movement stodgy. I found it absolutely logical and convincing - austere, sombre and almost threatening. The build-up to the first entrance of the choir is slow but extremely tense and when the choir entered it sent shivers down my back. Impressive again the pronunciation and clarity of the choir., which declaims the dark message about our mortality. This funeral-march like theme climaxes in the loud, heavy and insistent strokes of the timpani - awe inspiring. One element that I noticed for the first time is the passage in which a harp plays what is clearly for me a representation of the ticking away of the hours, minutes and seconds - Shostakovich came to mind, especially the conclusion of his 15th symphony but once again this is also a baroque device. Set against this, the repetitive and plaintive second theme on "Das Gras ist verdorret - the grass withers" is a strong contrast. Once again it reminds me of an "Affekt" from baroque music - "Klagen" or "Trauer". - a rising and then falling melody, which resembles a sigh ("Seufzer"). Once again it is to the credit of this interpretation that such details are discernable, for me at any rate.
Then a sudden and unexpected change takes place - on the word "aber - but" - what a brilliant idea of Brahms to place such emphasis on what is basically an unimportant word. From here on this piece becomes triumphant because it illustrates the victory of faith over the "Nichtigkeit - nothingness" of the first section. Trumpets now dominate the orchestra, once again a reference to the "meaning" of this instrument in earlier music. The trombones, which are traditionally associated with death can still hear at the start of this section but their use diminishes as the trumpets take over.. Due to Harnoncourt's interpretation and the excellent recorded sound one can experience the full impact of this triumphant conclusion.
The third movement is utterly different. Whereas the choir almost "recites" or proclaims the text in the second movement Thomas Hampson adopts a pleading tone. I didn't like this at first becuae I felt that this text too should be delivered in a straighfoward and direct manner, almost like a sermon. For this listen to vam Dam on the Karajan release or Schmidt with Giulini. On repeated listening I have however come to recognize the validity and sense of Hampson's (or Harnoncourt`s) intention here. It is in contrast to the "statement of fact" in the second movement. Now it isn't a choir but one single individual asking God the teach him to accept his fate, his mortality. Hampson almost speaks his text the second time around, hushed and full of reverence. In the final analysis I still prefer a more straightfoward and direct approach without pathos or forced drama combined with a less seductive vocal colour. It bothered me a bit that Hampson's German pronunciation, whilst absolutely laudable doesn't really sound like that of a native-speaker. He tends to colour his vowels, thereby reducing their impact. His "Herr" sounds like "Härr" and his "muss" (a key word in this context" is softened to "moss". In addition he swoops up to the first "dass" for some inexplicable reason. He is in fine voice throughout with no problems at the top. I know many of his recordings and admire him as a singer and artist but in this particular work I would have preferred perfect pronunciation - the text is of such central importance here. Towards the end of the movement there is another reference to a traditional musical motif - the ringing of bells. This underlies the whole last section and in Harnoncourt's interpretation it is clearer than I have ever heard it before.
Following this,at the centre of the work the purely choral "Wie lieblich sind Deine Wohnungen", seems to me to depict a naive vision of heaven. Harnoncourt chose a slow but flexible tempo for this movement and his choir sings with a beautiful and touching tone.
In the fifth movement the personal nature of the work and its dedication to his mother becomes even clearer. "And ye now therefore have sorrow: but I will see you again .... As one whom his mother comforts, so will I comfort you." This is not a requiem in the conventional sense of a mass for the dead but one which tries to comfort the living and reconcile us with our inevitable death.
To summarize: Harnoncourt has opened my ears and heart to new aspects of this great work. He has a clear and considered conception and this makes this recording special. I am grateful for this..
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am 29. Dezember 2014
Durch Zufall sah ich eine Aufführung des deutschen Requiems von Brahms im Fernsehen (3Sat). Der Dirigent war Jukka-Pekka Saraste, er leitete die Aufführung von Brahms' Werk in der Kölner Philharmonie. Als Solisten waren die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller und André Schuen zu hören. Als Klassik-Amateur war ich sehr angetan von dem Werk als solches und der Interpretation Sarastes. Leider gibt es diese Aufführung noch nicht zu kaufen. Zum Vergleich hörte ich mir verschiedene Versionen an und entschied mich dann für die Aufnahme unter Leitung von Harnoncourt, auch aufgrund entsprechend guter Rezensionen.
Um es vorweg zu sagen: Diese Aufführung ist sensationell! Während andere Versionen eher getragen, glattgebügelt oder weichgespült wirken, spürt man bei Harnoncourt eine gewisse Rauheit im Spiel des Orchesters. Der Chor hat eine unglaubliche Präsenz, man fühlt anstelle einer bedrückenden Traurigkeit eine fast temperamentvolle Ausdrucksstärke. Auch die beiden Solisten überzeugten mich absolut. Harnoncourt entlockt dem Chor und dem Orchester eine kantige, aber nach meinem Gefühl auch ehrliche Leistung, die ich so noch nicht gehört habe. Wie gesagt, ich bin kein Klassik-Profi, habe aber doch Einiges an klassischer Musik in meinem CD-Regal stehen und genieße einfach die Musik.
Ein deutsches Requiem unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt kann ich jedem uneingeschränkt empfehlen, für mich das beste Stück klassischer Musik seit Jahren!
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am 6. Dezember 2015
Anfangs war ich über die einfache Möglichkeit, an ein MP3 Version zu kommen sehr erfreut. Nachdem ich mir die MP3 selbst mit eigener Software erzeugt habe weiss ich: Den von Amazon erstellten bzw. zum download angebotenen Dateien mangelt es an transparenz. Anscheinend werden die Dateien mit einer Jahrzehnte alten Software erstellt. Schade. Eine vertane Chance. Ich werde keine Amazon MP3 mehr kaufen.

Von CD ist diese Musik vermutlich meisterhaft.
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am 16. Oktober 2015
Die Qualität der Aufnahme nicht besonders gut. Die Lautstärke der Aufnahme bei max. Leistung gerade zu verstehen. Nicht empfehleswert !
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am 27. Dezember 2010
... was ich bei vielen (nicht allen!) Einspielungen mit Harnoncourt erstaunlich finde: Warum ist noch kein anderer vorher darauf gekommen, es mal so zu interpretieren? So auch hier: Das Brahms-Requiem gehört ja eher zu den abgedroschenen Stücken, bei denen man/frau meint, seit der Jugend jedes Detail zu kennen. (Viele "Klassik"-Hörer haben ja in Kirchenchören auch schon das Stück mitgesungen, und kennen es sozusagen auch praktisch.) Und dennoch habe ich durchgängig das Gefühl hier viele Einzelheiten zum ersten Mal zu hören, die aber überhaupt nicht aufgesetzt oder gewollt wirken. Die Behandlung des Chors ist allerdings gewöhnungsbedürftig: Ich kann nicht sagen, ob es die Aufnahme oder die Interpretation ist, aber der Chor wirkt sozusagen oft sehr "flirrend" und scheinbar unscharf. (Klar kann man die vier Stimmen eigentlich locker auseinanderhalten.) Ganz im Gegenteil zu Orchester und Solisten. (Seit Elisabeth Grümmer habe ich überigens keine so emotional klare Interpretation des weiblichen Soloparts mehr gehört, aber ich kenne auch nicht mehr als ein Dutzend Aufnahmen und habe das ganze auch nicht öfter live gehört.) Habe ich mich verhaspelt: Also das Orchester ist "megaklar" und mutet dabei überhaupt nicht "kalt" an. (So wie es m.E. bei den Schubert Sinfonien der Fall war.)
Ferner fällt mir auf, dass Harnoncourt ein dramatisches Konzept über das ganze Stück hin entwickelt. Wer (wie ich) zuerst die ein oder andere "Lieblingsstelle" hört, könnte enttäuscht sein, das gibt sich aber, wenn man den "potpurri-mode" (der ja ohnehin nicht zu Brahms passt) wieder verlässt und sich die Zeit nehmen kann, das Stück durchzuhören.

Gruß,
F.L.
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am 5. Januar 2013
wem der chor etwas vom wichtigsten ist, ist bei dieser aufnahme genau richtig. gewaltig, differenziert und gut artikuliert. ein wahrer genuss.
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