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9
4,2 von 5 Sternen
Black Swan
Format: Audio CDÄndern
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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Februar 2011
Erst durch die perfekte Harmonie von Bild und Musik, konnte Aronofskys wunderschöner Horrortrip zu dem Meisterwerk werden, was es nun ist. Wie auch bei den Vorgängerwerken von Aronofsky, war Clint Mansell für den Score verantwortlich. Er dürfte bekannt sein, durch seine Zusammenarbeit mit dem Kronos Quartett an "Requiem For A Dream", mit dem bekannten und genialen Hauptthema. Für "Black Swan" wählte Mansell klugerweise eine Mixtur aus Score und Tchaikovkys "Swan Lake". Leider konnte die Musik nicht für den Oscar nominiert werden, gerade wegen der zu nahen Anlehnung an das Original. Aber ein anderer Weg wäre auch niemals so kraftvoll gewesen. Hätte Mansell einen komplett, eigenständigen Score komponiert, wäre der Bezug zum Stück "Schwanensee" verloren gegangen.

Mansell ist bei "Black Swan" eigentlich nicht an Themen gebunden. Wie gesagt, "eigentlich"...
Die Themen stammen zu 90 % aus "Schwanensee", allen voran das weltbekannte Stück zur Schwanenkönigin. Zudem arbeitet der Komponist sehr viel mit der Musik des Prologs, besonders für die Höhepunkte im Film. Aber Filmmusikfans dürfen nicht denken, dass "Black Swan" eine leicht veränderte Version von Tchaikovkys Original ist, nein. Mansell variiert und formt die Stücke um, mal stärker, mal dezenter. Auch wenn die letzten Stücke des Scores hauptsächlich aus dem Original bestehen, so wirkt der Höhepunkt des Scores und des Films doch trotzdem auf eine ganz andere und kraftvolle, nahezu atemberaubende Weise!
Dies liegt natürlich an der Vorarbeit von Mansell. Zwar behandelt seine Musik im Prinzip das selbe Thema und die selbe Geschichte, wie "Schwanensee", aber hier geht es viel verstörender zur Sache! Mansells Scoreanteil schwebt zwischen Melancholie, Erotik und Wahnsinn. Wer "Requiem For A Dream" kennt, der wird wissen, wie nervenaufreibend seine Musik sein kann. In "Black Swan" ist dies nicht anders.
Da gibt es einige Highlights zu nennen: "Lose Yourself" ist das Motiv für Ninas sexuellen Trieb, den sie ausleben will. Der zarte und verruchte Klang dieses Stücks ist grandios und untermalt perfekt die intimen Szenen. In "Opposites Attract" wird dieses Motiv noch weiter ausgebaut und umwerfend zum Höhepunkt gebracht (im wahrsten Sinne...).
Ein weiteres Beispiel und vor Allem ein Beweis für Mansells großartige Leistung ist "Night Of Terror", ein lautes, verstörendes und alptraumhaftes Stück und das volle acht Minuten lang!
Eine Berg- und Talfahrt durch Ninas Alpträume und Halluzinationen. Im Film sind die Bilder schon sehr krass, aber die volle Wirkung von Ninas Horror kommt erst durch die Musik voll zur Geltung!
Wie gesagt sind die letzten Titel die wichtigsten Höhepunkte aus "Schwanensee", was aber auch perfekt zum Film passt. Zuerst ist die Musik sehr schön, zerbrechlich, wird dann immer lauter und verstörender und am Ende wird sie richtig opulent und wechselt in die Originalmusik aus "Schwanensee", so wird das Gefühl von der großen Premiere am Ende noch verbessert. Und hier kommt der Score zu seinem wunderschönen und brachialen Finale ("Perfection"). Ich liebe den Höhepunkt des Schwanenköniginthemas! Es ist zwar das Finale des Stücks selber, aber hier bekommt es eine ganz andere Wirkung und man sitzt am Ende mit Tränen in den Augen, wenn Nina letztendlich fällt.
Zum Schluss bekommen wir mit "A Swan Song (For Nina)" die wundervollen End Credits, wieder eine Mischung aus Original und Score, mit einem klirrenden Ende...

Wer den Film gesehen hat, wird den Score noch viel intensiver erleben! Ein Meisterwerk, trotz der Mischung aus dem Original "Schwanensee" und Mansells Score. Wirklich schade, dass der Soundtrack nicht nominiert wurde, verdient hätte er es. Aber wozu brauchen wir Oscars, wenn wir schon wissen, dass der Score großartig ist?
Erleben Sie "Schwanensee", wie noch nie zuvor! Erleben Sie "Black Swan"!
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Februar 2011
Der Soundtrack von Black Swan ist genau wie der Film eine vollendete Symbiose des klassischen Ballets von P.I. Tschaikowsky und der modernen, schaurig-psychedelischen Umsetzung des Leitthemas in die zerrissene Persönlichkeit der Prima-Ballerina Nina Sayers.
Die Musik trägt den Hörer von Höhepunkt zu Höhepunkt, einfühlsam, spannend, mystisch. Immer in Verbindung zu der zeitlosen Komposition von Tschaikowsky. Der Film lebt von seiner Musik.

Um es mit "Ninas" letzten Worten zu sagen: "...einfach perfekt..."

Einer der besten Soundtracks der letzten Zeit.
Einer der besten aktuellen Kino-Filme für mich.

Der Golden Globe ging bereits zu Recht an Natalie Portman.

Oskarnominierungen für:
* Bester Film
* Beste Regie: Darren Aronofsky
* Beste Hauptdarstellerin: Natalie Portman
* Beste Kamera: Matthew Libatique
* Bester Schnitt: Andrew Weisblum

Für mich fehlt da eigentlich "Beste Filmmusik" aber die städige Nähe zu Tschaikowsky scheint hier keine Nominierung zugelassen zu haben. (Ich muss allerdings auch gestehen mich bisher nicht mit den Filmmusiken der nominierten Filme intensiv auseinandergesetzt zu haben.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. März 2013
Ich kann die Euphorie der anderen Rezensenten leider nicht ganz teilen. Ich bin zwar selber begeisterter Fan des Films und so war dieser Soundtrack für mich quasi ein "Must-Have." Dennoch fehlen mir auf der CD die "Hühnerhautmomente", die ich auch vom Filmstreifen her kenne.
Ich habe mehrere Scheiben von "Schwanensee" bei mir im Regal stehen und kenne das Ballettstück in mehreren Fassungen. Clint Mansell betritt daher keineswegs Neuland mit seiner Neuinterpretation. Aber von ihm hätte ich mir eine dem Film entsprechend düstere und wuchtigere Version des Stückes gewünscht - in hörbarer Fassung. Leider ist dem nicht so. Denn der Soundtrack von "Black Swan" ist weniger "Neuinterpretation" denn vielmehr "Film Theme." Will heissen: Es sind neben ganzen Stücken, die durchaus "hörbar" sind, auch Soundschnipsel drauf, die nur in Verbindung mit dem Film Sinn machen, als Audiofile aber eigentlich unbrauchbar sind. So sind es für mich die folgenden vier der insgesamt 16 Tracks, die für mich die Highlights der CD darstellen:
Und zwar sind das für mich:

Nr. 1: Nina's Dream
Nr. 7: Cruel Mistress
Nr. 15: Perfection
Nr. 16: A Swan Song For Nina (Abspann)

Die übrigen Tracks sind hauptsächlich Filmthemen und sphärische Momente, die zwar aus dem Film stammen, als Soundtrack aber nicht viel hermachen. Vieles davon bröselt so vor sich hin, ohne dass dabei viel vom Schwanensee oder vom Film zu erkennen ist.
Von mir leider nur drei Sterne.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
dieser soundtrack ist schlicht genial, clint mansell hat die stücke von tschaikowsky sehr zurückhaltend aufgepeppt mit modernen sounds, meiner meinung nach sehr passend! auch sehr gut finde ich das hier keine (sprach)samples aus dem film eingebaut wurden, so kann man einfach nur ohne ablenkung diese geniale musik genießen, die audio-qualität ist ebenfalls über jeden zweifel erhaben. für mich der beste soundtrack den ich bis dato gehört habe, unglaublich dicht, spannend und fesselnd - einfach süchtigmachend. natürlich kommen auch erinnerungen an den grandiosen film hoch, aber auch ohne diese wäre diese veröffentlichung ein sehr wertvolles kleinod.
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am 18. Juli 2011
Aus einem Klassiker wie "Schwanensee" etwas Neues zu kreieren kann sicherlich als eine der größten Herausforderungen für einen Komponisten angesehen werden. Umso beeindruckender ist es nun diese Synthese der klassischen Musik Tschaikowskys und Clint Mansells postmodernen Minimalismus bestaunen zu dürfen. Der Soundtrack zu Darren Aronofskys "Black Swan" ist in der Tat ein Hörvergnügen. Aronofskys Hauskomponist gelingt es die Form der Musik beizubehalten und dennoch etwas Neues zu schaffen, indem er die Musik in ein spannendes, dunkles und kantiges Kunstwerk umformt.
Trotz seiner mutigen Herangehensweise meint man Mansell den Respekt vor der klassischen Vorlage teilweise doch anzumerken. Zwar formt er teilweise stark um, geht aber vor allem bei den weltberühmten Melodien gegen Ende des Soundtracks vorsichtiger und dezenter vor. Und dennoch gelingt es ihm durch minimale Veränderungen eine neue und fesselnde Atmosphäre zu schaffen.
Mansells Soundtrack hat wesentlichen Anteil an der Spannung des Films, der gerade auch durch die Musik eine stellenweise verstörende und nervenaufreibende Wirkung erzielt. Darüber hinaus ist die Musik ungemein facettenreich, sie enthält melancholische, zerbrechliche, bedrohliche aber auch opulente und schwelgerische Elemente.
Zu den Höhepunkten gehören das großartige Stück "Night of Terror", sowie "Perfection", und natürlich das abschließende "A Swan Song (For Nina)".
Somit ist "Black Swan" ein gelungener Soundtrack, der den Film großartig untermalt und maßgeblich an dessen fesselnder Wirkung beteiligt ist.
Doch bei einem Kauf eines Soundtracks geht es letztlich auch immer um die Frage, ob die Musik auch ohne die Bilder des Films ein außergewöhnliches Hörvergnügen darstellt und ob jeder einzelne Track das Geld wirklich wert ist. Und in diesem Fall gibt es gerade im Mittelteil der CD doch einige ähnlich klingende Stücke, die nicht durchweg packend sind, auch wenn Bild und Musik im Film eine durchgehend perfekte Harmonie ergeben.
Dieser Soundtrack enthält also einige großartige Stücke, aber eben auch andere weniger packende.
Fazit: Ein gelungener Soundtrack zu einem gelungenem Film.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Juni 2011
Zum Soundtrack an sich möchte ich an dieser Stelle nichts sagen, weil ich als eher wenig klassikversierter Mensch nicht so gut darin bin, diese zu beurteilen, außer zu sagen, dass ich sie toll finde. Nein, mir geht es nur um den Preis: In dem Moment, wo ich diese Rezension verfasse, besitzt jemand tatsächlich die Frechheit, auf dem Marketplace eine GEBRAUCHTE CD für sage und schreibe 22 Euro anzubieten. Amazon selbst nimmt gewöhnliche 16,99. Wer aber den Film mochte, und nichts dagegen hat, ihn zu besitzen, dem empfehle ich gleich den Kauf der Limited Black Edition des Films. Dort bekommt der Kunde den tollen Streifen auf Blu-Ray UND DVD UND(!!!) die Soundtrack-CD obendrauf, wodurch dieses Paket für den Filmbegeisterten eigentlich noch das beste Preis-Leistungsverhältnis bietet; schließlich kosten damit in der Summe die Scheiben nur noch einen deutlich geringeren Teil ihres sonstigen Einzelpreises.
Ok, Fans erzähle ich nichts neues. Sollte allerdings noch jemand damit hadern: Sie wissen jetzt bescheid.
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am 7. September 2013
Es sind alle Songsdrauf, die im Film abgespielt werden, und in Reihenfolge gut gegliedert.Ich bin begeistert kann ich
nur weiter Empfehlen! ^^
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zu Darren Aronofsky's brilliantem Psychotrip "BLACK SWAN" mit der überragenden Natalie Portman in der Hauptrolle brauchen wir eigentlich nicht viel zu erzählen.
Wer den Film gesehen hat - kennt einen modernen Klassiker.
Wer ihn noch nicht gesehen hat - möge dies bitte nachholen !

Wie schon bei "THE FOUNTAIN" gehen Bilder und Musik bei "BLACK SWAN" eine Symbiose ein, die schlicht und ergreifend als umwerfend zu bezeichnen ist !
Auch hier ist Clint Mansell als Komponist für eine akustische Meisterleistung verantwortlich - schon bei "THE FOUNTAIN" hat er eine betörende und süchtigmachende akustische Welt erschaffen, die dort allerdings ganz allein auf seinem Talent basierte.

Im Booklet ist nachzulesen, was für einen Heidenrespekt er vor dieser Aufgabe, "BLACK SWAN" zu vertonen, hatte :
Mansell war sich nicht sicher, ob es überhaupt möglich ist, eine dermaßen perfekte Musik wie die von Tschaikowsky und seinem "Schwanensee" für ein Psychodrama/-thriller zu verwenden, um etwas Eigenständiges und doch Wiedererkennbares zu kreiern, das dem Film und dem musikalischen Original gerecht wird.

Das hier vorliegende Ergebnis ist einfach brilliant :
Ein mit großem Orchester eingespielter opulenter und melodischer Score, der allerdings nicht nur in Verbindung mit dem Visuellen funktioniert, sondern auch als eigenständiges Kunstwerk genossen werden kann !

Eine absolute Empfehlung für alle Score-Gourmets !!!
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Film Black Swan
US-Psychothriller 2010
Hauptdarstellerin: Natalie Portman
Darsteller: Vincent Cassel, Mila Kunis
Regisseur: Darren Aronofsky
Subjektive Einschätzung und Wertung, ohne Gewähr, im Zweifelsfall ungültig. Für die Richtigkeit übernehme ich keine Verantwortung, keine Haftung.
Auf den Inhalt wird hier mit Absicht nicht eingegangen. Dafür sind Andere da.
Der Regisseur hat sich hier einen Kameramann gewählt, der es auf eine möglichst rasche Bildfolge, dazu noch unter eifrigem Zoomen, anlegt, als wenn dies heute noch ein Kunststück wäre, bzw. ihn dazu beauftragt, denn für diesen Unsinn ist der Regisseur verantwortlich. Natürlich weiß der Regisseur, dass dies kein Kunststück ist, aber er möchte den Zuschauer erschrecken, fesseln, ihnen keine Zeit für eigene Gedanken und Gefühle lassen, kurzum ihn nach allen Regeln der Unkunst, des billigen Tricks, manipulieren.
Dabei schreckt er auch nicht vor ständigen, monotonen Wiederholungen zurück. So zeigt er immer wieder, bis zum Erbrechen, die obere Rückenpartie, mal angekratzt, mal nicht, und dem Nacken von Frauen, im Stehen oder im Gehen auf und ab wippend, ebenso immer wieder das Gesicht der Hauptdarstellerin mit deren fürchterlich steril hoch gezogenen Augenbrauen und anderer Frauen im Großausschnitt, für den der Bildschirm regelmäßig nicht reicht, nicht reichen soll. Diese Marotte – und sonst ist nichts dran - ist kolossal ermüdend. Dem Zuschauer wird immer wieder Gleiches aufgedrängt. Der Regisseur ist selbstverliebt in seine überwertige Idee vom Rücken und übergroßem Antlitz dieser Frau und anderer Frauen. Auch die zweite Hauptfigur, der Ballett-Regisseur, ist zu dick aufgetragen als Herrscher, als bellendes Ungeheuer, als Sadist, ebenfalls mit ermüdenden Wiederholungen und ebenfalls riesengroßen Darstellungen seines Gesichts, als ob in diesem die Wahrheit zu lesen wäre, wie schon mit dem Gesicht der Hauptdarstellerin fälschlich beansprucht.
Der Regisseur möchte darstellen, wie seine Hauptfigur erwachsen wird. Dazu lässt er sie gleich zweimal. einmal die Kleinkinderspielsachen und dann die Puppen aus späterer Zeit, durch den Müllschlucker hinunterpoltern. So einfach und sinnfällig wird also die Kindheit entsorgt, so wird man also erwachsen. Einmal reicht nicht, es muss zweimal sein, nach dem Motto: Und willst du nicht einsichtig sein, so hau ich dir den Schädel ein, und daran ist erkennbar, was der Regisseur den Zuschauern an Eigenleistung zutraut oder ihnen überlassen will: Nichts, - er will alles selbst machen.

Der Zuschauer will aber nichts, gar nichts, eingehämmert haben. Er möchte sein eigenes Gehirn arbeiten lassen und selbst Schlüsse ziehen dürfen und nicht bevormundet, entmündigt werden. Man kann Filme unter dem Gesichtspunkt betrachten (und im Wert einordnen), wieweit der Zuschauer mittels des immer stark suggestiven visuellen Mediums entmündigt wird. Der Regisseur als Vormund des Entmündigten? Dies können wir ihm nicht erlauben. Dies ist bestimmt nicht seine Aufgabe. Er ist für die Umsetzung in die Kunst der Bühnen- Theater- Film-Welt zuständig.

Von Klischees wird reichlich Gebrauch gemacht. Das längst abgehalfterte, abgenutzte, von Analytikern ergebenst abgelutschte Spiegelmotiv samt Scherben mit der angeblichen Rätselhaftigkeit darf natürlich nicht fehlen, auch nicht Blut und Messer (Romantizismus aus der Mottenkiste! Alt- Inventar der Schauspielerei! Mackie Messer!) sowie andere Anspielungen auf Sado - Masochismus oder auf eine Psychose, diese laienhaft, aber mit dem Anspruch eines erfahrenen Kenners vorgetragen. Der Regisseur weiß es, und wir können viel von ihm lernen. Durch ihn haben wir erst ein Verständnis gewonnen, um was es sich bei einer Schizophrenie, einem Borderline handelt.
Stellenweise sinkt der Film auf das Niveau einer bloßen Moritat herab.
Zum Schluss folgt erwartungsgemäß der Tod der Hauptdarstellerin. Anders konnte der Regisseur nicht zum Ende kommen. Ihm fiel nicht anderes mehr ein. Schluss aus und tot, fertig. Die Zeit war um, und man musste zu einem Ende kommen, empfindet wohl jeder Zuschauer.

Der Film bedient klischeehafte Erwartungen und versucht den Mangel an künstlerischen Einfällen mit billigster, aufgeregter Kameratechnik in Form von atemlosen Sprüngen von Gesicht zu Gesicht zu verdecken, auch hin und wieder mit einer kleinen, dummen Effekthascherei, so wenn er einen Greis bei dem Anblick der schönen Hauptdarstellerin in der U-Bahn sich sexuell erregen lässt oder andere absichtsvoll bizarre kleine Begebenheiten einfügt. Er hat wohl die Befürchtung, sein Publikum könnte einschlafen, also muss schnell ein Knaller her, und die Befürchtung hat er zu Recht. Immerhin kann man, wenn man dem Regisseur wohlwill, glauben, er habe ihren heimlichen Genuss zeigen wollen, betrachtet zu werden und dabei einen Alten zu erregen (soll sie deshalb nicht aufgestanden und weggegangen sein, wie sie es ja hätte tun können?). Aber dies stünde zusammenhanglos da. Wozu hat er also diese Szene eingefügt? Dies bleibt sein Geheimnis. Aber man darf an seinen Wunsch denken, sich interessant zu machen, als einziges Motiv.

Selten einen so langweiligen Film gesehen. Wenn es ein Patient wäre (aber das ist er nicht, und deshalb gilt alles unter Vorbehalt, höchst subjektiv, ohne Anspruch auf Gültigkeit, es gilt also nicht, nur Ideen), würde ich ihn als Narzissten bezeichnen, der nur eines im Sinn hat: Eindruck machen, Sensation machen, Bilderflut anordnen.
Zwischendurch liefert er, der dies irgendwie selbst geahnt haben muss, brav einige gefällige Häppchen von Machohaftigkeit, Sexualität oder Andeutungen davon, auch eine ausgewalzte lesbische Szene musste hinein, für alle Fälle sozusagen, für Jeden etwas. Auch von einer Psychose (aber übrigens von welcher Art genau? Das interessiert ihn nicht) kennt der Regisseur nur das Wort und die Art, wie Klein-Hänschen sich eine Psychose vorstellt. Etwas Bizarres, etwas Abstruses reicht ihm dazu, auch und natürlich das Spiegelmotiv, denn Glas ist gefühllos, kalt und splittrig, und wahrscheinlich möchte er damit auf die angeblich gespaltene Persönlichkeit und Spaltung anspielen und möchte hier, im Schlepptau zahlloser Vorgänger aus der Filmbranche, Tiefenanspruch stellen. Und die Psychoanalytiker finden hier reihenweise ihr gefundenes Fressen, haben nur auf so etwas gewartet, um loszulegen. Dazu ist das Klischee von „Psychose“ immer gut.
Er ist sich auch nicht zu schade dafür, das analytische Märchen aufzutischen, nach dem das „Objekt“ in Wirklichkeit das Subjekt selbst ist, wie auch umgekehrt. So wird die Ballettkonkurrentin von der Hauptdarstellerin vermeintlich totgestochen, sodass diese „im Wahn“ schließlich die vermeintlichen Blutspuren zudecken will, tatsächlich aber sich selbst erstochen hat. Dies wird von ihr selbst, ihrem Dompteur und ihren Kolleginnen erst bemerkt, als es zu spät ist. Der Regisseur verklärt sie am Ende zu einer nahezu göttlichen Figur in Hell, strahlend und siegessicher. Sie kann gerade noch mit seligem Lächeln sagen, dass sie „perfekt“ war. Sie ist nun tot, von Beruf tot, einem neuen großartigen Beruf und Nachruf. Daran ist psychiatrisch und psychoanalytisch richtig, dass Narzissten ihren Tod in Kauf nehmen (Drogensucht, Magersucht), wenn sie nur gewonnen haben (s. die zahlreichen Suizide berühmter Schauspielerinnen, die hohe – bis zu 50 % -Todesrate von Anorexia- Nervosa –Kranken, der wahren Meister im Hungern und Abnehmen sowie im Erniedrigen der verzweifelten Mutter und der professionell Helfenden). Sie hat eine Anorexia Nervosa einschließlich künstlich herbeigeführten Erbrechens in die Toilettenschüssel. Dies war von vorneherein anzunehmen und schließlich richtig dargestellt. Dort kommt nichts mehr heraus, weil sie sich schon chronisch entleert hat, - hier einmal eine zweifellos gute Erfindung des Regisseurs. Aber dieses daran Richtige hat den Regisseur nicht davon abhalten können, mit seinem Psychosetrick und seinem abgehalfterten Spiegeltrick Sensation und Gruseln erzeugen zu wollen. Nur naive Zuschauer können heute auf so etwas noch hereinfallen.
Man vergleiche dies mit Hankes Film „Liebe“ oder Filmen von Fassbinder. Dort geht es den Menschen ebenfalls nicht gut. Diese oder andere große Regisseure hätten solche Tricks, solche Manipulationen aber nicht nötig gehabt. Dieses Unternehmen, an dem sichtlich das Herz des Regisseurs hängt, wirkt durch und durch künstlich- aufgesetzt. Auch wenn hier die Anorexia Nervosa in Teilen richtig angedeutet ist, ist man verstimmt, weil man die Absicht des Regisseurs spürt, Sensation und Schreck zu verbreiten und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Dem Regisseur ist nichts zu schwör. Er ist nicht bei seinen Figuren und nicht beim Stück, sondern nur bei sich und seiner Eitelkeit. Er ähnelt der Schreckfigur des Dompteurs mit seinem unangenehmen Bellen, dem brutalen Kinn und der Herrschsucht in seinen Zügen, aber ich traue diesem Regisseur nicht zu, dass er sich hiermit durchschaut hätte. Mit dieser Figur spielt der Regisseur - wohl unbewusst - sich selbst, und zwar ohne Selbstreflektion, fürchte ich, aber vielleicht unterschätze ich ihn auch in diesem Punkt. Man kann ja nicht in ihn hineinschauen. Hellseher sind wir ja nicht.

Ein Erfinder wäre der, der auf solche Klischees verzichtet und eine wirklich eigene Idee bringt.

Auch eine künstlerische Umwandlung der im youtube erhältlichen Pornoszenen ist nicht zu erkennen, vielmehr ist die Ähnlichkeit und das Abgekupferte peinlich offensichtlich, nur dass hier das Aufdringliche der Darstellung, sozusagen für die ganz Dummen, die noch nie einen Porno gesehen haben, ganz im Vordergrund steht, im Ggs. zu einem echten Porno, der den Zuschauer immerhin noch atmen lässt.

Nichts hilft, alle Versuche des Regisseurs, sich künstlerisch zu betätigen, scheitern kläglich. Schwerfüßig aufstampfend, was im Gegensatz zu manchen gut getanzten Szenen (die nicht vom Regisseur stammen können und auch tatsächlich nicht von ihm stammen). Umso erstaunlicher, dass der Regisseur derart hinter seinem vorgezeigten Gegenstand (Ballett), an dem er seine plumpen und kümmerlichen Absichten abhaspelt, zurückbleibt. Das Ballettleben hat ihn nicht anregen können. Wo ist Deine Leichtfüßigkeit, Deine Eleganz, Regisseur? Hast Du Dir diese von einem falschen Programm austreiben lassen oder nie erworben?
Zum Glück hat er auch nicht das Ballettleben mit seiner dicklichen, prätentiösen, falsch gewürzten Sado - Maso- Soße ersticken können. Aber die künstlerische Umsetzung in das Filmische ist ihm nicht gelungen.

Nebenbei gibt der Film aber einen guten Einblick in die grausame und eitle Welt der Ballettstars, - grausam gegen den eigenen Körper und gegen Konkurrentinnen- ebenso in die Unterwerfung unter den Ballettregisseur, sowie in die eitle Welt der
reichen Zuschauer, die das Leiden Anderer genießen.
Psychoanalytisch ist noch anzumerken, dass die Hauptabwehr in Wendung vom Passiv (Erleiden) ins Aktiv (Erfolg im Ballett) besteht, und zwar gegen Ängste, unterlegen zu sein, Wendung gegen die eigene Person (Hungern, Sich- Verausgaben, Unterwerfung, Suizid) als Abwehr gegen Schuldgefühle wie auch Schamgefühle, Andere übertrumpfen zu wollen, Verleugnung der boshaften Seite des Ballettregisseurs, um weiter mit ihm zusammenarbeiten zu können, aus dem gleichen Grunde bzw. zu dem gleichen Zweck Reaktionsbildung (Unterwerfung statt Zorn gegen ihren Dompteur) und nicht zuletzt Idealisierung ihrer eigenen Person, ihres Dompteurs sowie des Balletts (Arme immer schön hoch schwingen, - was wollen die Arme da oben? Verbindung mit den Himmlischen aufnehmen? Sich selbst größer machen? Endlos harmonische Bewegungen überhaupt), zur Abwehr von eigenem Zorn über das Ausgebeutetwerden, sowie, wenn man will, auch Identifizierung mit dem Aggressor (der ausbeutenden Gesellschaft, ihres Dompteurs), indem sie sich selbst in die Innereien sticht, statt sich weiter ausweiden zu lassen (hier zugleich Wendung gegen sich selbst). So ist es doch noch zuletzt so richtig analytisch geworden in dieser Kritik. Spät, aber nicht zu spät.
2013
Dr. med. Manfred Krill, Psychoanalyse (DPV, IPV, FPI, IPAA)
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