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Spontan musste ich da an Brechts Zitat aus der "Drei-Groschen-Oper" denken: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Der dritte von Fritz Lang in den USA inszenierte Film ermöglichte es dem Regisseur, einige künstlerische Freiheiten für sich zu reklamieren. "You and me" wurde sein ungewöhnlichster, aber auch finanziell...
Veröffentlicht am 8. Juni 2012 von christine

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Resozialisierung per Trauschein
Helen Roberts und Joe Dennis (Sylvia Sidney und George Raft) arbeiten beide im Warenhaus von Mr. Morris. Dieser hat unter seinen Angestellten auch ehemalige Sträflinge, will diese aber nicht behelligen, sondern wie normale Angestellte behandeln. Helen und Joe verlieben sich in einander. Als Joes Bewährungsfrist endet, will er zunächst die Stadt verlassen,...
Veröffentlicht am 10. Juli 2011 von Matthias Haas


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3.0 von 5 Sternen Resozialisierung per Trauschein, 10. Juli 2011
Von 
Matthias Haas (Sumiswald Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Du und ich (OmU) (DVD)
Helen Roberts und Joe Dennis (Sylvia Sidney und George Raft) arbeiten beide im Warenhaus von Mr. Morris. Dieser hat unter seinen Angestellten auch ehemalige Sträflinge, will diese aber nicht behelligen, sondern wie normale Angestellte behandeln. Helen und Joe verlieben sich in einander. Als Joes Bewährungsfrist endet, will er zunächst die Stadt verlassen, bleibt aber dann, um Helen zu heiraten und ein ehrliches Leben zu führen. Er weiss allerdings nicht, dass Helen ebenfalls noch auf Bewährung ist und daher auch nicht heiraten dürfte. Unter Helens Vorwand, im Betrieb würde dies nicht gerne gesehen, halten sie ihren Zivilstand geheim. Inzwischen versuchen einige Gauner, Joe wieder für krumme Touren zu gewinnen, doch erfolglos. Per Zufall bemerkt Joe dann aber doch, was es mit Helen auf sich hat. Vor Enttäuschung wendet er sich von ihr ab und den Kriminellen zu. Das bringt Helen in Zugzwang, weil damit ihre Bewährung auf dem Spiel steht.
Der nur schwer einzuordnende Film YOU AND ME (Paramount Pictures, 1938) von Fritz Lang gilt weder künstlerisch noch kommerziell als einer seiner grössten Erfolge. Das ist schade, denn die Geschichte hat sehr wohl ihre Reize und gibt den "Verbrechern" ein sehr menschliches Gesicht. Zu Beginn des Films wird in relativ spitzem Ton darauf hingewiesen, dass man alles nur bekommt, wenn man den entsprechenden Preis dafür zahlt. Im übertragenen Sinn gilt das auch für das Glück, das die beiden Hauptfiguren anstreben. Es ist nicht zuletzt der Mangel an Vertrauen, der sich zwischen sie stellt. Das bringt Fritz Lang gut rüber. Er erzählt zudem eine spannende und abwechslungsreiche Geschichte, die auch den einen oder anderen humoristischen Moment hat. Aus filmhistorischer Sicht, kann man auch den musikalischen Beitrag von Kurt Weill hervorheben, der dem Film eine zusätzliche Note gibt.
Der Erstauflage der DVD liegt ein lesenswertes "Booklet" bei, das die Hintergründe des Films beleuchtet und dabei versucht dem schwierigen Verhältnis zwischen Film und Kommerz auf den Grund zu geben. Auf der DVD gibt es dann im Bonusmaterial noch einen Bildergalerie und den Trailer in Originalsprache. Ebenfalls nur auf Englisch gibt es den Film. Wie es dazu kommt, dass der Film scheinbar nie synchronisiert wurde, hätte eigentlich auch ins "Booklet" gehört, fehlt dort aber leider. Dafür aber gibt es Deutsche Untertitel, fast ohne Tippfehler. Dem Wortlaut und dem Sprachstil nach sind diese schon vorlängerer Zeit entstanden und nicht erst für die DVD-Veröffentlichung (sonst wären sie wohl einem holprigen Google-Deutsch geschrieben, wie man es leider immer öfter in Synchros und Untertiteln findet). Das Bild (4:3 und schwarz-weiss) wurde gut überarbeitet, ebenso die Tonspur.
Mit etwas mehr Sorgfalt und Einsatz beim Bonusmaterial und den Untertiteln hätte man aus dem Film eine ganz feine Veröffentlichung machen können. Leider ist dann aber doch nur Mittelmass daraus geworden. Das gibt in der Schlussabrechnung drei von fünf handgeschriebenen Kassenquittungen und eine Empfehlung an den Personalchef.
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4.0 von 5 Sternen "The big shots aren't little crooks like you. They're politicians.", 8. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Du und ich (OmU) (DVD)
Spontan musste ich da an Brechts Zitat aus der "Drei-Groschen-Oper" denken: "Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?" Der dritte von Fritz Lang in den USA inszenierte Film ermöglichte es dem Regisseur, einige künstlerische Freiheiten für sich zu reklamieren. "You and me" wurde sein ungewöhnlichster, aber auch finanziell erfolglosester Film.
Zur Handlung: Der Warenhausbesitzer Mr. Morris (Harry Carey) beschäftigt auch mehrere auf Bewährung aus der Haft entlassene frühere Sträflinge, um ihnen beim Start in ein Leben ohne die "alten Kumpels" zu ermöglichen. Joe Dennis (George Raft) möchte nach Ablauf seiner Bewährungsfrist die Stadt verlassen, weil er sich nicht traut, seiner Freundin Helen (Sylvia Sidney) einen Heiratsantrag zu machen. Als diese unverhofft doch zusagt, heiraten die beiden noch in derselben Nacht, was Helens Vermieter (Vera Gordon, Egon Brecher, und wenn ich recht gehört habe, spricht Gordon gelegentlich Jiddisch), die Helen wie eine Tochter aufgenommen haben, sehr freut. Damit ist Helen aber ein Risiko eingegangen, da sie, was sie Joe verheimlicht hat, ebenfalls auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen wurde und noch gar nicht heiraten darf. Als Joe von dem vermeintlichen Vertrauensbruch erfährt, beschließt er mit einigen Kumpeln, Morris` Warenhaus zu berauben. In einer geradezu atemberaubend-sozialromantischen Allianz versuchen Helen und Mr. Morris die harten Jungs wieder auf die rechte Bahn zu bringen. Joe bleibt aber Helen gegenüber zunächst noch unversöhnlich. In einer kleineren Nebenrolle als entlassener Sträfling ist Robert Cummings zu sehen.

Was sich nicht von ungefähr nach einem Brechtschen Lehrstück anhört, basiert auf einer Vorlage von Norman Krasna, der ursprünglich auch Regie führen wollte. Als Sidney für Carole Lombard einsprang, bestand sie auf Fritz Lang als Regisseur, mit dem sie schon "Fury" und "You only live once" gedreht hatte. Die männliche Hauptrolle wurde mit Raft, einem der profiliertesten Gangsterdarsteller der 30er und 40er Jahre, besetzt. Hier sollte wohl von Anfang an klargestellt werden, dass man Joe wirklich alles zutrauen könne. Auch die Person des Mr. Morris ist sehr ambivalent angelegt. Seine Frau fragt ihn, ob er ihr vielleicht etwas aus seiner Vergangenheit verschwiegen habe. Er beteuert, dass es nichts derart "Romantisches" sei und legt dabei die Hand an den Kopf wie die monumentale Statue vor seinem Fenster. Visueller Gag oder Hintersinn? Ich weiß es nicht.
Eine der sonderbarsten Szenen ist die "Crime doesn`t pay"- Sequenz. Mitnichten wird hier moralisch argumentiert. Helen rechnet den verdutzten ertappten Einbrechern vor, dass jeder von ihnen von dem 30.000 Doller- Coup nur etwas mehr als 133 Dollar erhalten würde. Und dafür einen sicheren Job aufzugeben, sei doch nur etwas für Dummköpfe. Zwar mag ihre Rechnung nicht ganz aufgehen, aber in einer vorhergehenden Szene sehen wir einen ehrenwerten Anwalt 1000 Dollar annehmen für die eventuell notwendige Verteidigung eines Mandanten. "Natürlich" könne er das Honorar in keinem Falle zurückzahlen, auch nicht, falls der Mandant doch verurteilt würde. Kriminelle Energie ist kein Privileg der kleinen Leute.
Lang schwebte eine Art amerikanischer "Drei-Groschen-Oper" vor und beauftragte Kurt Weill, dafür die passende Musik zu schreiben. Tatsächlich lässt der Beginn des Films mit dem Lied "You cannot have something for nothing", bei dem verführerische, ja fast bedrohliche schöne Waren vorgeführt werden (ja, auch Filmtests kosten Geld!), auf einen beschwingt sozialkritischen Film hoffen. Während der Dreharbeiten erhielt Weill ein besseres Angebot und irgendwelche Paramount- Musiker mussten kurzfristig das Konzept (eher schlecht als recht) zu Ende führen. Nach der Anfangssequenz gibt es noch anderthalb weitere Gesangseinlagen (eine Barsängerin singt, dass ein Taugenichts doch der richtige Mann sein könne, die entlassenen Sträflinge stimmen in ein "Five Years ain`t so long"), aber dann ist Schluss.
Im Interview mit Peter Bogdanovich erklärte Lang, dass er sich in seinen Filmen bemüht habe, schwer zu Verkraftendes durch etwas Komik erträglich zu machen. Mitten im Film gibt es eine kuriose Episode: Joe verspricht seiner Frau, mit ihr auf Hochzeitsreise zu gehen. Da natürlich beide kaum Geld haben, entpuppt sich die Reise als Besuche mehrere Spezialitätenrestaurants. Und die an sich seltsame Sehnsucht der entlassenen Sträflinge nach dem "kuscheligen" Gefängnis hat natürlich eine tiefere Bedeutung: Wer sich im Gefängnis schon ab dem 4.7. auf das gebratene Huhn zu Weihnachten gefreut hat, dem macht es keinen Spaß, theoretisch immer Huhn essen zu können. Richtig bedrückend wird es noch einmal zum Schluss, als sich Joe auf die Suche nach Helen macht. Unverblümt macht ihm ihr Bewährungshelfer klar, dass er doch froh sein solle, sie los zu sein. Da auf Bewährung entlassene Sträflinge keine Bürgerechte besäßen, sei die sicherlich von Helen initiierte Trauung ungültig und er damit nun wieder ein freier Mann. Das Problem, dass während einer später annullierten Ehe ein Kind gezeugt wurde, geht der Film recht unverblümt an. Während in der Doris-Day-Komödie "Lover come back" (1961) noch rechtzeitig vor der Niederkunft erneut geheiratet wird, darf sich hier Helen erst mal von der Geburt erholen.
Anmerkung am Rande: Für "Hangmen also die" (Auch Henker sterben) arbeitete Fritz Lang 1942 dann tatsächlich mit Bertolt Brecht zusammen. Trotz Brechts permanenter Nörgelei an den Produktionsbedingungen gelang den beiden einer der spannendsten und vielschichtigsten amerikanischen Anti-Nazi-Filme.
Zur Ausstattung: Es liegt der englischsprachige Originalton mit optionalen deutschen Untertiteln vor. Neben einer Bildergalerie und dem Originaltrailer enthält die DVD ein Booklet mit einem Aufsatz von Thomas Willmann. Die Veröffentlichung unter dem Label "Film Noir" ist eher irreführend, da der Film sicherlich Vieles ist, aber sicherlich kein Film der Schwarzen Serie.

Fazit: Wer Interesse an Filmen mit proletarischer Thematik wie "Die Drei-Groschen-Oper" (Pabst, 1931) oder "Kuhle Wampe" (Dudow, 1932) hat, wird erfreut und überrascht sein, wie viele kritische Töne Lang in seinem Film anno 1938 unterbringen konnte. Wer allerdings eine stringente Inszenierung eines Melodrams oder Thrillers erwartet, dürfte, wie seinerzeit viele Amerikaner, eher enttäuscht sein. Ich hatte den Eindruck, dass der Film weitaus besser funktioniert hätte, wenn Weill das Projekt nicht verlassen hätte. Stellenweise fehlte mir schon die dramaturgische Zuspitzung. Für Lang-Fans aber ist "You and Me" auf jeden Fall sehenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verkanntes Juwel von Fritz Lang, 24. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Du und ich (OmU) (DVD)
Wie hirnlos zum Teil Filmkritiker über Generationen die Genialität einzelner Filme verkennen, dafür ist "You and Me" ein Paradebeispiel.
Der Film ist neben Nibelungen, Metropolis und Moonfleet, der aufwändigste Film von Fritz Lang und zugleich der mit Abstand wundersamste und wunderbarste...
Ich kenne alle erhaltenen Fritz Lang Filme und You and Me ist für mich persönlich immer das Schmuckstück geblieben. Ein Film, der nur seinen eigenen Regeln folgt. Ein Film, der in keine Schublade passt, nicht 1938 und auch nicht in Zukunft. Ein Film, der in seiner Perfektion, selbst in Lang'schen Maßstäben, unerreicht ist.
Licht, Kameraeinstellungen, Musik und die schauspielerischen Leistungen, sind außerordentlich.
In keinem seiner US-amerikanischen Filme hatte Lang derart viel Kontrolle und keiner floppte derart an den Kinokassen. Lang verleugnete sein erfolgloses Kind in der Folgezeit wie ein schwarzes Schaf, um nicht als experimentierfreudiger Autorenfilmer von den Studios gemieden zu werden, doch in Interviews der 70er Jahre resozialisierte er seinen verleugneten Sproß und gab You and Me als seinen persönlichen Lieblingsfilm an.
In You and Me führt Lang einige stilistische Eigenheiten ein, die sein nachfolgendes Werk nachhaltig prägten, besonders stark ersichtlich in "Woman in the Window" (1944), "Scarlet Street" (1945), "Secret beyond the Door" (1947), "Beyond reasonable Doubt" (1955), "While the City sleeps" (1956) und "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse"; wärend sich praktisch alle anderen US-Werke Langs sehr stark auf seine Stummfilmphase beziehen.
You and Me ist ein experimenteller Wendepunkt und der Film, mit dem Fritz Lang sich als Hollywoodregisseur neu erfindet. Der kommerzielle Mißerfolg zwang Lang sich künftig zurückzunehmen, doch ist genau dieser Kompromiss aus Mainstream und You and Me-Innovation, die finale Erfolgsformel, die Lang zum Meister des Film Noir machte. "Fury" (1936) und "You only live once" (1937), die Lang vorher drehte, waren keine Noir, sondern stlistisch Gastbeiträge des deutschen Exil-Regisseurs Fritz Lang. Dies muß man erkennen, um den Wert von You and Me beurteilen zu können.
Wer diesen Film nicht liebt, der hat Fritz Langs Spätwerk definitiv nicht verstanden.
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Du und ich (OmU)
Du und ich (OmU) von George Raft (DVD - 2010)
EUR 15,85
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