Kundenrezensionen


2 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr stark - nicht überragend, 4. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Anthropocentric (Audio CD)
THE OCEAN sind zurück. Ein halbes Jahr nach "Heliocentric" steht dem geneigten Hörer nun dessen Bruder "Anthropocentric" ins Haus.
Um es gleich vorweg zu sagen: "Anthropocentric" ist ein verdammt starkes Album geworden, aber nicht so überragend, wie man es sich als THE OCEAN -Fan gewünscht hätte. Dominierten auf "Heliocentric" noch die leisen Töne, die großen Orchestrationen, opulenten Arrangemants und weitläufigen KLangwelten, so ist "Anthropocentric" deutlich konzentrierter. Die Instrumentierung ist größtenteils auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang beschränkt, was auf postiver Seite die Scheibe technischer, härter und direkter gestaltet als den Vorgänger, auf negativer Seite allerdings ein bisschen die alten THE OCEAN vermissen lässt, wie man sie von "Precambrian" kennt.
Das Konzept ist indessen das gleiche, eine Kritik am Christentum und hier insbesondere seinen modernen Auswüchsen, dem Kreationismus und Konsorten. So ein Konzept kann man mögen oder nicht, aber man muss THE OCEAN einfach für ihren Mut bewundern, immer wieder derart große Themen anzupacken.
Eingestiegen wird in das Album mit dem Titeltrack, ein Song, der gleich ziemlich brutal zur Sache geht. Fast 10 Minuten lang wird dem Hörer ein großartiges Riff nach dem anderen vorgesetzt - was super klingt, sich aber dennoch ein bisschen langatmig darstellt.
Quasi Nahtlos schließt sich "The Grand Inquisitor I: Karamazov Baseness" an, ein - sagen wir mal - gewagtes Stück und sicherlich der schwächste Track des Albums. Schwankend zwischen schleppend-doomig und seicht-akustisch gerät er viel zu lang - als kurzes Intermezzo wäre er noch ordentlich gewesen (hauptsächlich wegen des guten Mittelreils), mit einer Spielzeit von etwa 5 Minuten schießt er aber weit über das Ziel hinaus.
"She Was The Universe" hingegen ist wieder THE OCEAN wie man sie liebt - progressiv, abwechslungsreich, innovativ, brutal und komplex aber irgendwie auch eingängig und auf jeden Fall niemals langweilig. Dafür ein großes Daumen hoch!
Wie um dem Hörer nach diesem Ausbruch ein kurze Pause zu gönnen, schließt einen "For He That Wavereth..." mit seinen akustischen Gitarren und cleanem Gesang zärtlich in die Arme - aber nur ganz kurz. Denn nun kommt der beste Song des Albums: "The Grand Inquisitor II: Roots And Locusts". (Ein kurzer Exkurs in Sachen Konzept: Große Teile des Albums sind von Fjodor Dostojewskis Roman "Die Brüder Karamasow" (engl:"The Brothers Karamazov") inspiriert, speziell von einem Kapitel mit dem Titel "The Grand Inquisitor". Welche Lieder damit im Besonderen gemeint sind, sollte klar sein.) Der zweite Teile der Grand Inquisitor Reihe ist ein Meisterwerk, mit genialem Riffing, brutalen und dennoch eingängigen Vocals, hochvariablen Drums, Tempowechseln ohne Ende, geradezu gewalttätigen Breaks und einem derben Zug nach vorne. Dies ist ein Song, den man dutzende Male hören kann und der es irgendwie schafft, mit jedem Durchlauf noch besser zu werden. Trotz seiner immerhin 6 1/2 Minuten Spielzeit schleichen sich keine Längen, keine Hänger ein.
Um dieses Lobeshymne, die ich noch endlos fortsetzen könnte, mal abzukürzen: "The Grand Inquisitor II: Roots And Locusts" ist großartig und schon für sich allein beinahe ein Kaufgrund.
Fahren wir aber fort und stürzen uns wieder in den Ozean, bzw. das nächste Kapitel der Grand Inquisitor -Reihe: "The Grand Inquisitor III: A Tiny Grain Of Faith" ist ein selbst für THE OCEAN-Verhätnisse ungwöhnlicher Song. Fast ausschließlich von Drums, Piano und Gesang getragen (Gesungen wird hier übrigens nicht vom Stammsänger Loïc Rossetti, sondern von Sheila Aguinaldo, die ihre Sache ziemlich gut macht), mit einem seltsam unmelodisch scheinenden Trompeten-Einwurf und sehr kurz ist der Track nicht mehr als ein kurzes überraschendes Zwischenspiel, aber vielleicht gefällt er mir auch gerade deshalb so gut. Klein aber Oho, könnte man wohl sagen.
"Sewers OF The Soul" klingt da ganz anders. Ein Fast schon klassisch-rockiger Groove zieht die Nummer nach vorn. Zwischendurch wird das ganze von vertrackten Riffs und überraschenden Breaks aufgebrochen - schöne Nummer, aber nichts Weltbewegendes und besonders nichts außergewöhnliches in THE OCEANs Katalog.
"Wille Zum Untergang" ist das Instrumental des Albums und ein akustisches noch dazu. Leider krankt das Lied an gewaltiger Überlänge, zum zweiten Mal schleicht sich Langeweile ein und man ertappt sich dabei, wie die Gedanken abschweifen, man nicht mehr richtig dabei ist.
Erfreulicher geht es da bei "Heaven TV" zu - jedenfalls wird einem hier nicht langweilig. Vertrackter Mathcore mit frickeligen Riffs - man fühlt sich an THE DILLINGER ESCAPE PLAN erinnert. Mir persönlich ist das dann doch ein Schritt zu weit und zu uneingängig, obwohl auch "Heaven TV" seine starken Momente hat.
Es folgt die Abrundung des ganzen Packets mit "The Almightiness Contradiction". Hier kommen auch wieder Gastmusiker zum Einsatz: Cello, Geige und Bratsche geben einem das Gefühl, angekommen zu sein. Wie nach einem langen, strapaziösen Fußmarsch durch unbekanntes Gelände trudelt man wieder auf vertrauten Wegen ein.

Fazit: "Anthropocentric" ist ein verdammt starkes Album und mit Sicherheit seinem Bruder ebenbürtig, aber auch beim neuesten Streich des zur Band gereiften Kollektivs muss man leider Abstriche machen. Zu häufig schleichen sich Längen ein, als dass die volle Punktzahl berechtigt wäre.
Dennoch gilt: Für Fans von THE OCEAN ist das Album natürlich ein Pflichtkauf. Für alle anderen Freunde des progressiven Gittarensports kann aber auch eine dringende Kaufempfehlung ausgeprochen werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Band zentriert!, 1. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Anthropocentric (Audio CD)
Das warten hat ein Ende.
The Ocean haben ein gutes dreiviertel Jahr nach ihrem Studioalbum "Heliocentric" nun die zweite Hälfte ihres Schaffens zum Thema Weltbilder und Religion mit dem Titel
"Anthroprocentric" veröffentlicht. Sowohl der Titel wie auch das erneut opulente Coverartwork, (dieses mal mit Gold und Reliefdruck) zeigt die Zusammengehörigkeit der beiden Alben. Textlich befasst sich das neue Release mit der Inquisition stellt aber auch Verbindungen zu neuzeitlichen Kreativisten sowie anderen radikalen religiösen Ausrichtungen der heutigen Zeit her.

Genau wie auf dem Vorgängerwerk warten 10 neue The Ocean Songs auf den Zuhörer, sogar die Spielzeit ist mit knapp über 50 Minuten fast identisch.
Ist "Antroprocentric" also das Jing zum Jang von "Heliocentric" geworden?

Die Antwort lautet "jein". Das Album behandelt vielmehr musikalisch wie textlich das gleiche Terrain allerdings von einer anderen Warte aus.
Man gibt sich Instrumental gesehen konservartif. Die Klassischen Instrumente die auf dem Vorgänger Album so wichtig waren wurden fast gänzlich außen vor gelassen.
Man verlässt sich auf die Grundbesetzung der Band, also Gitarren,Bass,Schlagzeug sowie Vocals.
Der Härte- und Energiegrad wurden erhöht die Gitarren klingen aggressiver und Vocalist Loic Roisetti setzt passenderweise verstärkt auf Shouts und Growls.
Die massive Soundwand eines Albums wie Aeolian gibt es allerdings auf "Anthroprocentric" nicht. Die Band klingt bei aller Wuchtigkeit stets organisch und warm und auch der eher songorientierte Ansatz von "Heliocentric" ist allgegenwärtig.

Da es sich die Band außerdem nicht hat nehmen lassen mit ruhigeren und melodischen Parts zu arbeiten, ist "Antroprocentric" so etwas wie ein zweieiiger Zwilling
zu seinem Gegenpart.

Auf der Reise durch das Album gibt es so einige Highligts und auch Neuerungen zu entdecken. Gleich der Opener und Titeltrack zu Beginn ist ein Höhepunkt. Der mit mehr als 9 Minuten längste Track des Albums übt sich in den ersten Minuten mit Erwartungserfüllung, das heißt massive sludgegitarren aggressives shouting und eine alles niedertrampelnde Rhythmusgruppe eröffnen Anthroprocentric, dann kommt der Song über eine kraftvolle Melodische bridge zum ruhigen zweiten Teil der mit tollem cleanen Gesang punktet und zweimal wüst ausbricht.
Mit "The Grand Inquisitor I: Karamazov baseness" geht es schleppend und doomig weiter Sänger Roisetti übt sich in halbmelodischem Gröhlgesang der Marke Mastodon bring aber auch knallharte Shouhts sowie dazwischen herrlich ruhige Momente mit ein. "She was the universe" pumpt mit satter Power und einem eingängigen Songaufbau hinterher und verfügt über einen Hitverdächtigen Refrain den die Deftones so schon lange nicht mehr hinbekommen haben.

Auch im weiteren Album Verlauf sind schnell Höhepunkte auszumachen "The Grand Inquisitor II: Roots & Locusts" und "Heaven TV" vermischen traditionelle The ocean mit Ausflügen in Richtung prog. Metall/Rock und Metallcore, und mit " The Almightiness Contradiction" hat man am Schluss eine mit Streichern verzierte Ballade am Start die das Album mehr als gelungen abschließt. Gewöhnungsbedürtiger fallen da "Sewers of souls" sowie "Wille zum Untergang" aus. Ersterer ist ein hasserfüllter Brocken irgendwo zwischen Mathcore und Pantera zweiterer ein ruhig fleißendes langes Instrumental mit deutlichen Postrockschlagseite. Beides großartige Tracks die allerdings mehr Zeit brauchen.

Etwas ärgerlich wird es bei den kurzen Tracks "For he that wavereth" und "The Grand Inquisitor III: A Tiny Grain of Faith". Der erstgenannte ist eine kurze Ballade die etwas an Opeth erinnert und die man aber ohne weiteres hätte weiter ausbauen können. Der zweite ist ein kurzes Experiment in Gefilden in denen sich für gewöhnlich Bands wie Radiohead tummeln.

"Antroprcentric" ist also genau wie sein Gegenpart "Heliocentric" nicht perfekt zusammengenommen ist trotzdem die Höchstwertung fällig.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Anthropocentric
Anthropocentric von The Ocean (Audio CD - 2011)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen