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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige Edition zum Jubiläum eines Klassikers in HD!
Nach seinen monumentalen Werken der 20er Jahre wie "Die Nibelungen" oder "Metropolis" beschloss Meisterregisseur Fritz Lang einen ruhigeren, auf die Psychologie seiner Figuren eingehenden Film zu drehen, & schuf in Folge dessen 1931 mit "M" den ersten deutschsprachigen Tonfilm von Bedeutung, einen Film Noir aus einer Zeit, als es dieses Genre noch gar nicht gab. Ein...
Veröffentlicht am 20. März 2012 von Flugsi

versus
93 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Grandios und ärgerlich
"M" wie Meisterwerk: über den Film ist damit alles gesagt ... Anders verhält es sich aber mit der vorliegenden DVD-Edition.
Der ganze Ärger beginnt, sobald man das teure Stück mal in den Player eingelegt hat: Mit einem sagenhaft getexteten "Trailer" zur gleichfalls von der Ufa herausgegebenen DVD von "Der blaue Engel", den man jedesmal über...
Veröffentlicht am 8. Oktober 2003 von Michael Peter Omasta


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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdige Edition zum Jubiläum eines Klassikers in HD!, 20. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Nach seinen monumentalen Werken der 20er Jahre wie "Die Nibelungen" oder "Metropolis" beschloss Meisterregisseur Fritz Lang einen ruhigeren, auf die Psychologie seiner Figuren eingehenden Film zu drehen, & schuf in Folge dessen 1931 mit "M" den ersten deutschsprachigen Tonfilm von Bedeutung, einen Film Noir aus einer Zeit, als es dieses Genre noch gar nicht gab. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, der auch heute noch als einer der besten Filme aller Zeiten bezeichnet werden kann.

Zum 80. Geburtstag erscheint der S/W-Klassiker in dieser Jubiläums-Edition liebevoll überarbeitet erstmals auf Blu-ray. Die 2 Discs (die Blu-ray für den Film, die DVD für's Bonusmaterial) wurden in ein sehr edles Mediabook im (nicht so edlen) Pappschuber mit fast identischem Cover (am Schuber fehlt die Umrahmung des Mediabooks) verpackt. Der Schuber beinhaltet auf seiner Rückseite die Edition-/Disc-Infos & verfügt über ein fixes FSK-Logo - im Gegensatz zum Mediabook, welches frei ist von jeglichen FSK-Hinweisen & dessen Rückseite ein gespiegeltes Porträt von Hauptdarsteller Peter Lorre ziert.

Der Film ist in der (zumindest bis dato) best-restauriertesten Fassung enthalten. Die letzte Restaurierung wurde 2011 durchgeführt, im Zuge derer der Film durch französische Kopien erweitert wurde, wodurch die Laufzeit nun 111 Min. beträgt, was die bislang längste veröffentlichte Fassung darstellt. Da der Film ursprünglich 117 Min. dauerte, ist auch diese leider immer noch als gekürzt anzusehen - allerdings dürften die letzten Teile der Originalfassung wohl für immer verschollen bleiben. Der Film ist auch im für die frühe Stummfilmzeit typischen, originalen Filmformat 1:1,19 enthalten & nicht - wie in früheren DVD-Ausgaben - in 1:1,33, wodurch am oberen und unteren Rand Bildteile fehlten.
Die ersten 1:56 Min der Filmlaufzeit wurden mit Infotafeln zur Restauration des Films gefüllt, die letzten 7 Sekunden sind Schwarzbild.
Ton-mäßig kann man zwischen der 2001 zur Erhaltung konservierten & der 2011 restaurierten Fassung wählen (beide in DTS-HD Master Audio 2.0 Mono). UT sind sowohl in Deutsch oder Englisch als auch in Deutsch für Hörgeschädigte vorhanden.

Als Bonusmaterial befindet sich auf der Blu-ray zusätzlich zum Hauptfilm der Kinotrailer zur Wiederaufführung von 1960 (in HD) sowie ein Audiokommentar moderiert von Torsten Kaiser, dem Produzenten der 2011er Restauration, mit den beiden Autorinnen Elisabeth Lenk & Regina Stürickow. Auf der Bonus-DVD gibt's ebenfalls den 1960er Trailer, Bildergalerien mit Werksfotos, Produktionsskizzen & Pressematerialien, umfassende PDF Dateien mit seltenen Materialien (6 Stk, 103 MB) zum PC-Download, ein Interview mit Fritz Lang von 1968 ("Zum Beispiel Fritz Lang", ca. 43 Min.), die 2003er Dokumentation "The Hunt For M" (ca. 95 Min, teilw. engl. mit deutschen UT) sowie die beiden 2011er Featurettes zur Restauration "Um die Welt in 80 Jahren" (Vergleiche der verschiedenen Filmfassungen, ca. 50 Min.) & "160 000 x M: Bild für Bild - Die Restauration 2011" (ca. 12 Min.).
Weiters ist ein 60seitiges Hochglanz-Booklet in der Mitte des Mediabooks fixiert, welches eine Inhaltsangabe der Edition, eine Kapitelangabe des Films, einen Text von Restaurator Torsten Kaiser, Film-Skizzen & Setfotos, ein originales Programmheft von 1931 sowie einen Auszug aus der Graphic Novel "M" von Jon J. Muth enthält.
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57 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein zeitloses, mahnendes Meisterwerk..., 2. September 2002
Von 
robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: M - Eine Stadt sucht einen Mörder (DVD)
Nach langem Warten - in Japan und USA etwa gibt es den Film schon seit zwei Jahren auf DVD - erscheint auch hierzulande Fritz Lang's Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" auf DVD. Ein cineastisches Meisterwerk, welches bis heute Maßstäbe gesetzt hat in seiner Bildsprache, dem Gebrauch von Metaphern, der filmischen Umsetzung.
"M - Eine Stadt sucht einen Mörder" ist in vieler Hinsicht ein Lehrstück: Die typischen visuelle Mittel des Film Noir - Licht/Schatten, Hell/Dunkel - kommen hier perfekt zum Einsatz, und wer den Film einmal gesehen hat, wird seiner Faszination nicht erliegen können - geschweige denn gut schlafen können. Bezieht der Film sein wohldosiertes Grauen nicht aus plumpen Schockeffekten und Blut- und Schleimorgien - neuzeitliche Popcorn-Movies die ständig vorgeben, wie 'cool' sie doch sind haben unsere Augen in den letzten jahren genügend beleidigt - sondern läßt Geschichte, Gedanken und Bilder im Kopf entstehen, die fesselnder und umbarnherziger sind als jede 'gefilmte' Wahrheit.
Der typisch expressionistische Stil - filmisch eingesetzt zum Einfangen der 'Bedrohung', die Anfang der dreißiger Jahre in der Erscheinungsform des Nationalsozialismus herankeimte, ist gleichzeitig auch eine Warnung, die auch heute noch Gültigkeit hat. Fritz Lang hat einen epochalen, zeitlosen Kriminalfilm geschaffen, der über das Genre des eigentlichen Kriminalsfilm weit hinausreicht. Der Film ist ein historischer Spiegel dessen, was in der 30ern im Heranwachsen war und wenige Jahre explodioerte. Kontrolle, Macht, Haß, Verbrechen - all das liegt zueinander näher, als es scheint. Im Expressionismus liegen Ordnung und Chaos eng zusammen, in Langs 30er Filmen werden sie in eins gesetzt, Ordnung und Chaos sind dasselbe und darin liegt die Bedrohung.
Wer "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" gesehen hat, wird diesen Film als Referenz für viele andere Produktionen sehen müssen.
In einer Glanzrolle: Peter Lorre - er spielt einfach teuflisch gut, schon nahezu beängstigend 'gut'.
Noch ein paar Anmerkungen zur DVD selbst: Der Film wird hier in seiner ursprünglichen Fassung - er wurde später, u.a. von den Nazis, zensuriert und gekürzt - präsentiert, es sind somit all jene Teile enthalten, die man nie zuvor auf Kassette oder TV-Ausstrahlung gesehen hat. Darüberhinaus wurde der Film komplett neu abgetastet, von Staub und Kratzern befreit und präsentiert sich somit wie am Tag seiner Entstehung.
Wer diesen Film nicht hat, darf sich nicht 'Cineast' nennen.
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kindermörder kann nicht gefangen werden: Berlin 1931, 18. November 2002
Von 
silbertanne4 "silbertanne" (Offenbach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: M - Eine Stadt sucht einen Mörder (DVD)
Die technische Qualität ist ausgezeichnet, ich kann mich an keinen Kratzer oder Flimmern erinnern. Neu:
- Peter Lorre versteckt sich auf dem Dachboden, länger als das Video.
- Einige Set-Szenen mit Fritz Langs Kamerateam, als der Mörder die ersten Male erscheint werden gezeigt, sowie Biographien, Trailer, Poster, etc. als Fotografien mit Text.
- Eine englische Version gibt es nicht.
- Der Kindermörder sieht in den Spiegel: länger als ursprünglich.
- Damals endete der Film (gut gemacht) als der Kindermörder aus den Händen der Ganoven befreit wird (Hand auf Lorres Schulter: "Im Namen des Gesetzes"- Ende). Jetzt ist eine kurze Gerichts-Sequenz mit ein paar weinenden Frauen am Ende (wirkt nicht gelungen).

- (Luftballon oder die Treppe von Else Beckmanns Altberliner Wohnhaus am Beginn ist länger zu sehen, ...)
- Gute Szenen:
-- das Mädchen Else kommt nicht nach Hause, deren gewaltsames Ableben wird symbolisch und stumm dargestellt: Leerer Teller, freilfliegender Luftballon ohne Besitzer, Telegraphendrähte, Ball rollt weg, Stille auf die Rufe der Mutter. Der Ton ist wohltuened sparsam eingesetzt (wäre für heutige Filme angebracht, als Erholung zur täglichen akustischen Informationsflut), manchmal mehr als eine Minute Stille: "nur" Bilder, was diese intensiver wirken läßt.
Gute Szenen:

-- Als die Ganoven beraten, was gegen den Kindermörder unternommen werden kann: Langes Schweigen, da sagt Gustav Gründgens "W i r müssen ihn fangen". Betroffenheit.

-- Als Peter Lorre das erste Mal als Schatten an der Litfaßsäule auftaucht: "Du hast einen schönen Ball, mein Kind."
-- Die Berliner Ganoven bei der Paß-Razzia scheinen typisch, daß man fast echte vermutet? BR>-- Die lange Suchaktion als Peter Lorre keinen Fluchtweg auf der Straße mehr weiß, ein großer Mann (von G. Gründgens Organisation) steht an einer dunklen Ecke, betrachtet ihn schweigend und drohend, läßt ihn aber weiterlaufen. Man bekommt hier fast Mitgefühl mit dem Mörder, daß er nicht entdeckt werden soll.
-- Ein Höhepunkt ist die surreale Gerichtsverhandlung in der unheimlichen Berliner Fabrikruine (eine Schnapsfabrik, die in der Inflation den Konkurs starb). Man bekommt z.T. Verständnis für den Ankläger und Verbrecherboß Berlins Schränker (der ihn unschädlich machen will. Es herrscht keine primitve Lynchatmosphäre, Lorre bekommt die Gelegenheit, sich zu verteidigen, er stellt sich immer reumütig (machen das heutige Mörder oft vor Gericht?) als Opfer seiner Triebe dar, was im "Gericht" kurze Verständnis-Tränen für ihn auslöst.
-
- Vieles in "M" ist angedeutet und symbolisch. Der Zustand der Mädchenleichen wird nicht entschleiert. ("Meine Herren, Sie können sich sicher an die Berichte erinnern"), dennoch ist der Film thematisch (Sexualmorde, Bezug zur Weimarer Zeit) unter 16 J. nicht geeignet.
- Lang las viel über den Fall Peter Kürtens aus Düsseldorf (wurde hingerichtet).

Es ist ein wenig schwer, die heutigen Theorien um M und den Nationalsozialismus nachzuvollziehen, obwohl Lang (selbst jüdischer Abstammung) Thea von Harbou als Drehbuchautorin und Frau hatte, die bereits bei den Nationalsozialisten war.
Der Film zeigt für alle Gruppen Verständnis, am meisten natürlich für die Familien und Kinder, deren Sicherheit. Die Staatsmacht wird mit der Polizei nicht unsympathisch dargestllt, etwas tollpatschig aber autoritär.
Die Berliner Unterwelt (z.B. Theo Lingen und der alleingelassene Wache-Schieber) werden recht volkstümlich dargestellt,; Kinderliebe ist aber nicht ihr Haupt-Motiv, sie wollen in Ruhe wieder ihren dunklen Geschäften nachgehen können, ohne permanente Polizeirazzien.
- Der seltsame sanft-weichliche Kindermörder soll unschädlich gemacht werden, als Schutz vor der Bevölkerung und vor sich selbst. Er wird als Kranker angesehen, der sich auch vor Gericht verteidigen darf, was Lorre in einem Anfall von Selbsteinsicht/Selbstmitleid und Distanz zu seinen dunklen Trieben auch versucht. Er rollt mit den Augen und gestikuliert in einer der packendsten Filmszenen der deutschen Filmgeschichte. Das Abwägen der Krankheit / Taten (mit dem logischen Todesurteil) hat meiner Meinung wenig mit der medizinischen "Philosophie" der Machthaber nach 33 gemein.
Eine Sternstunde Deutscher Kinokunst des 20. Jh, die bis heute erfolgreich auch das Ausland (inkl. Amerika) berührte; Portrait von Berlin 1931. Im Ausland gibt es unter Cineasten einen regelrechten Kult um das deutsche expressionistische Kino der Frühzeit. Warum nicht hier (untreue Kameraden). Wer Berlin mag, sollte sich auch "Emil und die Detektive" von 1931 anschaffen, auch hier wird ein Verbrecher gejagt, und es gelingt wiederum nicht der Polizei ihn zu fangen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einen Klassiker wie bei der ersten Vorführung erleben, 13. Januar 2013
Von 
H. Lahn (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M - Eine Stadt sucht einen Mörder - 80th Anniversary Edition (+ DVD) [Blu-ray] (Blu-ray)
»Einen Klassiker wie bei der ersten Vorführung erleben«

Zu der Blu-ray gib es noch kaum was zu sagen was noch nicht gesagt wurde. Eine Referenz Restaurierung un dein absolutes Erlebnis diesen Klassiker in so einer Qualität zu erleben.

Eine schöne angemessene wertige Verpackung, gute Extras und ein Muss für Cineasten.

Kleines Schmankerl:
In der letzten Viertelstunde, wo Peter Lorre zugibt der Mörder zu sein und zeigt was ihn dazu bringt die Mädchen umzubringen einfach mal danach die Herr der Ringe Blu-ray einlegen!!! (die Szene im Sumpf, wo Gollum mit Sméagol (sich selbst ringt) ob er den Hobbit umbringen soll oder sein Versprechen einlösen (ehe Sam ihn angreift))

Finde es grandios wie Peter Jackson da fast bis aufs Augenzwinkern, Handhaltung und Körpersprache da Peter Lorre als Modell genommen hat (Inhaltlich der Kanmpf zwischen der guten und der bösen Seele und dazu sein ganzer Ausdruck)
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillanter Film aus den 30er Jahren, 31. Mai 2007
Ein Kindermörder hält Berlin 1931 in Atem. Dadurch ist die Polizei fieberhaft tätig, was der Unterwelt missfällt. So beginnt auch diese mit Jagd auf den Mörder und stellt ihn vors Gericht.

Auch heute noch beeindruckt Langs Film durch die brillanten Bilder und Licht-Schatteneffekte, aber auch durch die scharf gezeichneten Charaktere der Protagonisten. Peter Lorre als Psychopath spielt schlicht ergreifend.

Auch nach über 70 Jahren ein Muss!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Film, der es sich nicht einfach macht, 21. Januar 2009
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zentral in diesem Film ist die Leistung von Peter Lorre als Schauspieler. Er spielt den Kindermörder, dessen schreckliche Taten die Stadt Berlin in Aufruhr versetzen, und der dann selbst um sein Leben kämpfen muss. Am Ende erläutert er sein eigenes Sein und Handeln, und tut das tatsächlich überzeugend, so dass es gerade nicht einfach fällt, ihn zu verurteilen. So ist der Film durchaus intelligenter gestrickt als viele andere Krimis, in denen die Monster am Ende von der Polizei oder anderen einfach erschossen werden. Ist der Mörder böse oder krank? Das ist die Frage, die hier gestellt wird. Der Film ist 1930 gedreht. 1933 waren dann in Deutschland Menschen an der Macht, die diesen Unterschied nicht mehr sehen oder verstehen wollten. Und viele der Mitwirkenden an "M" mussten schleunigst das Land verlassen.

Das auf dieser DVD gewählte Ende stellt das Thema, was man nun mit dem Mörder macht, noch einmal besonders deutlich hervor, da man statt einem finalen Urteil eine der Mütter der Opfer den Schlusssatz sagen lässt. Es gibt noch ein konventionelleres Ende, in dem der Film mit einem Gerichtsurteil endet. Auch wenn einige sich mit dem offenen Ende sicher schwer tun werden, finde ich doch, dass man für die DVD hier das bessere, weil passendere Ende ausgewählt hat.

Formal ist das ganze auch ein spannender Film. Für 1930 wirkt er in vielen Einstellungen sehr modern. Am Ehesten bemerkt man noch die Abwesenheit von Filmmusik, die unseren Sehgewohnheiten widerspricht. Sonst ist es ein spannender Film, der auch einen Ausblick in die Lebensweise und Stimmung der Zeit zwischen den Weltkriegen bietet. Die Berliner Ringvereine werden erwähnt. Und man merkt auch, dass es arme Zeiten und Verhältnisse waren, in denen die Leute damals leben mussten.

Also in jeder Hinsicht ein sehenswerter Film.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unsterblich, Unnachahmbar..., 24. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: M - Eine Stadt sucht einen Mörder (DVD)
Fritz Lang's "M" stellt einen schweren Stand für alle seit seinem Erscheinen hergestellten Kriminalfilme dar...
Die Unterwelt einer deutschen Stadt sieht sich zunehmend durch die Polizei unter Druck gesetzt: ein Kindermörder bleibt unfassbar und stellt sein Treiben nicht ein. Durch die Tätigkeiten der Polizei wird das Leben der "normalen" Kriminellen immer schwerer. Schließlich rottet sich das Verbrechertum zusammen und beschließt selbst den Mörder zu suchen.
Dieser Film kann und wird nicht übertroffen werden. Das gleiche Thema(Kindermord) kommt auch im Film "Es geschah am hellichten Tag" mit Heinz Rühmann und Gert Fröbe zur Sprache: kongenial.
Peter Lorre als Kindermörder "M" zeigt und spielt die beste Rolle seines Lebens. Er hätte einer der größten Filmstars in Deutschland werden können, hatte aber als Jude nach der Machtergreifung Hitlers den richtigen und lebensrettenden Weg der Emigration (in die USA) ergriffen. Vielleicht werden Sie auch zu einem Peter Lorre-Fan durch dieses Werk.
Im Vergleich zu den meisten heutigen deutschen Filmen, sieht man die qualitativen filmhandwerklichen Unterschiede, mit denen Fritz Lang ein Werk schuf, dass atemberaubend, spannend und ohne die Ansicht einer einzigen Leiche auskommt. Auch hier der Rat, wenn Sie den Film noch nicht kennen und auch wenn Sie ihn kennen): Alles verdunkeln und lassen Sie sich den Atem rauben.....
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "DAS ist ein Film!", 21. November 2012
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
So der mächtige MGM-Produzent Irving Thalberg nach einer Vorführung von "M", der mit seinem Drehbuchteam unzufrieden war und ihm zeigen wollte, wie man es richtig macht. Zögerlich traute sich einer der dergestalt Zurechtgewiesenen schließlich zu fragen: "Aber was hätten Sie gesagt, wenn wir Ihnen so etwas angeboten hätten? Über einen kranken Kindermörder, ohne Liebesgeschichte, ohne Happy End?" Thalberg musste zugeben, dass er einen Autoren, der so etwas gewagt hätte, vermutlich zusammengefaltet hätte. Und dennoch war er von "M" begeistert und empfahl ihn als deutschen Film seinen US-Autoren. Das Ganze ist aufschlussreich: Wir befinden uns in einer Zeit, in der der deutsche Film noch Weltspitze war (Hitler hatte später weit Schlimmeres angerichtet, aber eben ganz nebenbei noch den deutschen Film auf Mittelmaß heruntergefahren, sieht man einmal von Detlef Sierck ab; Harlan ist Ansichtssache...). Und der kunstsinnige Amerikaner, der doch ansonsten die Klischees in seinen Filmen, wenn auch auf höchstem Niveau, bediente, guckte einmal über den Großen Teich und empfahl einen Film, der in allem das Gegenteil von MGM-Ware zu sein scheint. Dies freilich ebenfalls auf höchstem Niveau.

Für Fritz Lang, den Regisseur, war es gar nicht so leicht, dort (wieder) hinzukommen. Es wird ganz gern vergessen, dass der Meisterregisseur Ende der 1920er Jahre künstlerisch an einem Tiefpunkt angelangt war (was bei seinem hohen Niveau immer noch besser ist als der Höhepunkt vieler mittelmäßiger Regisseure). Von seinen drei letzten Stummfilmen habe ich immerhin zwei gesehen. "Metropolis" und "Frau im Mond" sind technisch beeindruckend, inhaltlich aber - pardon, mich in einem Fall an einem Kultklassiker zu vergreifen - ausgesprochen dämlicher Kitsch und Schwarzweißmalerei. Zudem erschlägt der Bombast jegliche Subtilität im Keim, was die zeitgenössische Kritik auch wahrnahm. Da Lang mit sowas aber immens erfolgreich war und infolgedessen bei der Ufa unbegrenzten Kredit hatte, hätte er noch ein paar Jährchen so weitermachen können. Glücklicherweise entschied er sich für das Wagnis und den künstlerischen Neuanfang. Hierbei kam ihm sein Interesse an technischen Herausforderungen zugute und unterstützte die inhaltliche Subtilität noch, anstatt ihr, wie zuvor, im Wege zu stehen. Grund war, dass die Herausforderung diesmal eine ganz neuartige war: der Ton! "M" ist Fritz Langs erster Tonfilm.

Und wie hat er das genutzt! Zwar lässt der ungewöhnliche Vorspann noch eine gewisse Lust an den expressionistischen 1920er Jahren erkennen. Aber "M" ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern geradezu ein erdverbundener Film (gegenüber "Metropolis" und "Frau im Mond" gilt dies wörtlich!) und bedient in den lebendigen Dialogen ausgiebig den Berliner Lokalkolorit. Optisch ist dies allerdings nicht der Fall; wir können Studioaufnahmen vermuten; dies ist definitiv kein "Emil und die Detektive"! Bilder und Orte, Licht und Schatten sind noch metaphorisch-expressionistisch. Dies schadet dem Film jedoch nicht im Geringsten - im Gegenteil. Er lässt ungeschützt den Alltag und das Monströse, das fast Unbegreifliche aufeinanderprallen. Das bedrohliche Thema, dass ein Kindermörder umgeht, drückt sich schon in dem Kinder-Abzählreim der Anfangsszene aus; eine kaum abgewandelte Version von "Warte, warte nur ein Weilchen / Bald kommt Haarmann auch zu Dir / Mit dem kleinen Hackebeilchen / Macht er Hackefleisch aus Dir." Beim 1926 hingerichteten Mörder Fritz Haarmann (der später auch direkt im Dialog erwähnt wird) stellte sich wie auch beim Mörder in "M" die Frage nach dessen Zurechnungsfähigkeit. Der Fall hatte landesweit Aufsehen erregt und das makabre Spottlied (nach der Melodie des damals bekannten Schlagers "Warte, warte nur ein Weilchen / Bald kommt auch das Glück zu Dir...") war bekannt. Das 1931er Publikum dürfte also sofort die Assoziation zu Haarmann gehabt haben. Dann wie im Stummfilm eine schnelle Schnittfolge von Stillleben, Bildern aus Fluren, Zimmern, einem Esstisch - ohne das Kind, das eigentlich von der Schule hätte heimgekehrt sein sollen. Eine makabre Pointe folgt auf die zuvor Genannte: Das Kind wirft im Spiel einen Ball an eine Litfaßsäule - genau auf den Steckbrief des Mörders. Dieser nähert sich als Schatten, Peter Lorres samtweich-beunruhigende Stimme sagt das berühmte "Duuu hast aber einen schööönen Ball". Wenig später kauft der Mann dem Mädchen einen Luftballon, der Ball rollt ohne Mädchen ins Gebüsch, der Luftballon fliegt gen Himmel. Da wissen wir, dass auch das Mädchen seine Himmelfahrt angetreten hat. Klugerweise hat Fritz Lang gesagt, wenn er den Mord NICHT zeige, würde sich jeder dasjenige vorstellen, was er oder sie am schrecklichsten fände, und dies sei bei jedem etwas anderes. Ein direktes Zeigen hätte also nicht bei allen die maximale Wirkung gehabt.

Bevor der Film sich im letzten Akt auf den Mörder konzentrieren wird, zeigt er, wie Berlin auf sein (Un-)Wesen reagiert. Immer wieder trotz des Fehlens ikonographischer Berlinbilder akzentuiertes Aufeinanderprallen von Gegensätzen, wie es das in einer belebten Großstadt gibt. Plakate, die zu Tanzvergnügen auffordern, können sich in unmittelbarer Nähe zu Nachrichten des Schreckens finden. Popkulturelle Phänomene wie Micky-Maus-Figuren (damals eine nicht nur berühmte, sondern auch topaktuelle Figur) prangen in einem Schaufsnster, vor dem sich der Mörder das nächste Opfer zu suchen gedenkt. So ganz sicher bin ich noch nicht, wie ich es finden soll, dass Lang dabei mit einer gewissen Kühle die Position des Beobachters einnimmt, der eher die ganze Stadt/Gesellschaft statt Individuen beschreibt. Während des ganzen Filmes sind extrem viele Einstellungen aus der Vogelperspektive fotografiert; das ist sicherlich eine bewusste Entscheidung und lässt sich kaum als Frühzeittonfilmkrankheit erklären; denn das Einfachste wäre ja wohl die Kamera auf Augenhöhe gewesen. Lang taucht nicht zu den Menschen herab, sondern beobachtet sie im Wortsinne und im übertragenen Sinne von oben - von außen, mit anscheinend überlegenem Wissen. Zwischenzeitlich hatte ich den Eindruck, seine immense Klugheit verschafft dem Film neben ganz vielen Vorteilen auch einen kleinen Nachteil. Er hat keine Empathie. Vielleicht hätte ich auch nicht Drehbuchautor von Mr. Thalberg sein dürfen...

Indes, wie Lang die Gesellschaft beobachtet und beschreibt, das hat eine außergewöhnliche Klasse. Menschen, die nun wirklich nichts Anrüchiges gemacht haben und nur freundlich die Frage eines Kindes beantworten, werden verdächtigt. Fast semidokumentarisch beschreibt Lang die Puzzlearbeit der Polizei; interessant und für die Zeit ungewöhnlich ist der überlappende Ton. Wenn ein Kommissar einem Vorgesetzten berichtet, welche Schritte im Einzelnen unternommen werden, sehen wir parallel dazu schon, wie die Ermittlungsbeamten genau das gerade Erzählte tun. Das Mittel des überlappenden Tons kulminiert in einer berühmten Parallelmontage, in der Lang zwischen zwei Handlungsebenen hin- und herwechselt, aber den Ton kontinuierlich weiterführt. Die Polizisten und die Unterweltler, die wegen des Mörders nicht mehr die verschärften Razzien hinnehmen wollen, besprechen ihre Strategie, um den Mörder zu fangen. Oftmals beginnt Kommissar Lohmann einen Satz und der "Schränker" als Unterweltboss (Gustav Gründgens) beendet ihn, oder umgekehrt. Einmal findet der Schnitt sogar bei einer identischen Handbewegung statt, die einer der Männer beginnt und der andere beendet. Wenn einer der Untergebenen etwas einwendet, kann es sogar passieren, dass man die Schnitte gar nicht am Stimmenwechsel mitbekäme, d.h. es kann z.B. durch Schnittwechsel ein Unterweltler auf einen Polizisten antworten und umgekehrt. Das ist nicht nur künstlerisch von höchster Güte, sondern auch inhaltlich erschreckend. Polizisten und Gangster, sie unterscheiden sich nicht sonderlich. Lang betont dies zudem durch die Worte selbst, die gesprochen werden. Die Eröffnungsrede des "Schränkers" verwendet eine ungewöhnlich korrekte Sprache. Verbrecher reden wie "normale" Geschäftsleute, die ein geschäftsschädigendes Problem haben. Ungewöhnlich ist, dass sie von ihren "Geldern" sprechen. Wiglaf Droste hat einmal in einer Sprachglosse scharfsinnig bemerkt, dass dieser Plural typische Sprache des Öffentlichen Dienstes ist - oder haben Sie schon einmal das Lied "Hey Boß, ich brauche mehr Gelder" oder den Ruf "Gelder oder Leben" gehört? So rückt Lang die Gangster noch näher an den Polizeiapparat!

Worin sich beide Seiten einig sind, ist die Schädlichkeit des Kindermörders; in der Art und Weise dessen Ablehnung betont das Drehbuch aber auch einen wichtigen Unterschied. Der Schränker führt (auch noch später beim "Unterweltgericht") gnadenlos aus, dass es eine sehr genau erkennbare Trennlinie zwischen Berufsverbrechern und Triebtätern gäbe. So einer wie dieser Kindermörder, der müsse weg, ausgerottet werden, habe kein Recht zu leben, sei kein Mensch. Da sei ein herkömmlicher Verbrecher etwas Besseres! Die in der originalen Drastik wiedergegebenen Ausführungen haben manchen Interpreten dazu verleitet, in "M" einen dezidierten Antinazifilm zu sehen; schließlich waren die Nazis Verbrecher, die sich aber selbst über Menschen stellten, denen sie als "Untermenschen" die Existenzberechtigung absprachen. Die Parallelen sind in der Tat auffällig, aber mir scheint, hier war die Wirkung größer als die Absicht. Lang hatte selbst geäußert, keinen Film über die Nazis drehen zu wollen. Und seine (Ex-)Frau Thea von Harbou, die für das Drehbuch mitverantwortlich war (und zuvor manchen Schwulst für Lang geschrieben hatte), war eine der Ersten in der NSDAP. Ein vielleicht nicht ganz zu lösender Fall. Von starker assoziativer Kraft und (vielleicht unabsichtlich) gut geschrieben ist die Szene allemal.

Bei einem eher auf die Gesellschaft als das Individuum konzentrierten Film ist es nur konsequent, dass wirklich untertitelgemäß eine Stadt einen Mörder sucht. Wie das so ist, ist die rechtsstaatlich gebundene Polizei immer einen Schritt langsamer als die Ganoven, die zudem mit Hilfe der Bettler Berlins ein engmaschiges Netz in der Stadt auswerfen können, mit dem schließlich der Mörder gefangen werden kann. Wobei Lang die Szene noch auskostet, in der der Mann wie eine Ratte in der Falle eines Bürogebäudes sitzt, aber wegen der Größe des Gebäudes noch viel Aufwand nötig ist, um seiner schließlich habhaft zu werden. Hier insbesondere findet sich, was Barbara Steinbauer-Grötsch in dem Buch "Film Noir und Filmexil" eingehend untersucht hat. Enge, verwinkelte Räume und Gänge, Gitterstäbe und überhaupt alle möglichen kontrastreichen Spielchen mit Licht und Schatten weisen gleichzeitig zurück und vor: zurück auf den expressionistischen Film der 1920er Jahre und vor auf den US-amerikanischen Film Noir der 1940er und 1950er Jahre. Wobei mir in einer Szene die von der Lichtsetzung her extreme Fokussierung der aus Peter Lorre fast herausspringenden, weit aufgerissenen Augen ein etwas zu extremer Effekt war. Was meine liebe Mitrezensentin, mit der ich den Film zusammen gesehen hatte, besonders beeindruckt hatte, schien mir zu sehr dem Monströsen, Verfremdendem der 1920er Jahre verhaftet zu sein. Der Mörder ist eben entgegen dem Schränker ein Mensch, kein Nosferatu, kein "Untermensch" und auch kein (Möchtegern-)Übermensch wie Fritz Langs "Dr. Mabuse" (Erstversion 1922). Macht nichts - es geht zum furiosen Finale, in dem die Unterwelt Gericht über den Mörder hält. Hier thematisiert der Film die Frage, ob man jemanden, der unzurechnungsfähig ist, (mit dem Tode) bestrafen kann, um die Gesellschaft vor ihm zu schützen. Die Dialoge zeigen, dass das juristische Einmaleins sauber recherchiert wurde. So ist vom "Jagdschein" (ein Slang-Ausdruck für die Bescheinigung der Unzurechnungsfähigkeit) und von "Paragraph 51" die Rede (der Unzurechnungsfähigkeitsparagraph des damaligen Strafgesetzbuches, heute § 20). Wieder betont Lang Parallelen zwischen Unterwelt und Staatsmacht - und wie der Schränker selbst sagt: Sind nicht gerade die Ganoven die besten Jura-Experten, weil sie das Strafrecht schon auf vielfältige Weise kennengelernt haben?

Erneut zeigt Lang die Verbrecher in der Totalen, über die gesamte Gruppe schwenkend, leicht von oben gefilmt - es scheint "die Gesellschaft" zu sein. Dies kontrastiert nun aber mit einer stärkeren Rolle des Individuums, hier des Mörders. Peter Lorre hat seinen großen Auftritt, darf verzweifelt schreien, weinen, stammeln - der Mörder als gepeinigte Kreatur, die nicht anders kann. Anzeichen von Schizophrenie. "Da ist dieser andere. Aber das bin ich selbst. Und es bringt mich dazu, es zu tun. Und ich will es nicht. Aber ich kann nicht. Muss. Kann nicht. Muss" (sinngemäß wiedergegeben). Wir bekommen ein Gefühl, wie es in dem Manne aussieht. Gleichzeitig zweifelt der Film keine Sekunde an, dass die potenziellen Opfer vor ihm zu schützen sind. Eher auswegloser Fatalismus als sentimentales Mitleid. Zumal Lang völlig auf Erklärungen verzichtet, wie der Mörder zu dem geworden ist, was er ist. Lang ist per saldo doch mehr der Gesellschaft als dem Individuum verhaftet; die Schlussrede von Lorre ist zwar eindringlich und hochemotional, aber nicht kitschig-klischeehaft. Erklärungen der Sorte "Vater Schläger, Mutter Hure" werden Sie nicht finden! Stattdessen steigert es das Gefühl der Beunruhigung, wenn Lang - sicherlich bewusst - nicht das Schreckliche toterklärt. So behält es seinen Schrecken. Zudem sagt das hier nicht zu verratende Ende klipp und klar, dass eine befriedigende und befriedende Lösung nicht zu haben ist. Wobei noch auffällt, dass der Staatsapparat gegen Ende absurd langsam darauf kommt, dass die Verbrecher das Büro nur überfallen haben, um an den Mörder heranzukommen. Und dass er in den allerletzten beiden Szenen gar nicht oder nur schemenhaft gezeigt wird, während die Verbrecher Gesicht und Stimme bekommen haben. Zwar wird zuvor Kommissar Lohmann als kantiger, einprägsamer Charakter porträtiert, aber am Ende ist der Staat anonym und sind die Verbrecher - und die Mütter der toten Kinder - die Gesellschaft. Obwohl der Film klar ablehnt, dass die Zivilgesellschaft alles unter sich ausmacht, hat sie dem im Grunde nicht viel entgegenzusetzen.

Künstlerisch hat sich Lang trotz weniger Exzesse (neben dem Genannten: Warum ist bei einem Vogelperspektiv-Film Lohmann auf einmal aus Froschperspektive zu sehen, breitbeinig sitzend, seinen Schritt ins Bildzentrum rückend?) angenehm zurückgenommen und neue Wege beschritten. Dies gilt gerade für den Umgang mit dem Ton. Während frühe Tonfilme es oft ohne Hirn und Verstand singen und klingen ließen, wo es nur ging, setzte Lang den Ton bereits dramaturgisch ein. Ein musikalisches Leitmotiv (ein gepfiffenes Motiv aus "Peer Gynt") war damals eine Seltenheit. Ferner löste sich Lang ganz bewusst vom naturalistischen Ton. Manche Szenen wie die erste Razzia wirken noch dem Stummfilm verhaftet - zu schnell sich bewegende Menschen bei gleichzeitiger Ausblendung von natürlichen Geräuschen. Aber da kann halt eine plötzlich aufheulende Polizeipfeife oder ein Ton, der bereits zur Folgeszene gehört (der "flash forward", bei dem der Tonschnitt bewusst eher als der passende Bildschnitt erfolgt) eine ganz andere Wirkung erzielen. Oftmals nutzt Lang den Ton auch zur Subjektivierung der Erzählhaltung. Wenn sich jemand die Ohren zuhält, hören auch wir das gepfiffene Peer-Gynt-Motiv nicht mehr, schlüpfen also in die Wahrnehmungsrolle eines der Charaktere. Lang hatte diese Szene mit Recht verteidigt; sie war ihrer Zeit voraus und wegweisend. Etwas seltsam ist jedoch der Einsatz solch stummer Szenen in Verbindung mit der Vogelperspektive, in der ein Geschehen in der Totalen umfassend überblickt wird; beispielsweise bei der ersten Razzia. Während das Bild auf einen allwissenden, alles beobachtenden und über allem stehenden, fast dokumentarischen Erzähler hindeutet, macht der Ton das Gegenteil: Er scheint aus der Perspektive der Verbrecher zu erzählen, wie diese die Vorbereitung der Razzia nicht bemerken können. Nun, dass ein Film sich traut, einmal rätselhaft zu sein, hat auch wieder seinen wagemutigen Reiz; vor allem, wenn er sich fast immer auf extrem hohem Niveau bewegt. Insgesamt ist das oft viel zu inflationär gebrauchte Attribut "Meisterwerk" angesichts von "M" ohne Wenn und Aber angebracht.

Der Film ist hervorragend restauriert und die Originallänge des Filmes konnte wiederhergestellt werden, nachdem jahrelang nur eine gekürzte Version in Umlauf war. Ein großartiger Film hat eine ihm würdige DVD-Veröffentlichung gefunden.
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21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Best "M" Yet! The New Blu-ray Edition, 14. Juni 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: M - Eine Stadt sucht einen Mörder - 80th Anniversary Edition (+ DVD) [Blu-ray] (Blu-ray)
Superb package of behind the scenes stills and production sketches is just the icing on the cake of this edition of Lang's great film, for this has to be the best visual and audio presentation of M we have yet seen. Beautifully restored, the BD quality is simply wonderful with enormous clarity, contrast and a very real sense of seeing a print being projected. For those interested (and you might be, reading this English language review here)the English subs are first class.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr gute Blu-ray des Fritz Lang-Klassikers, 22. Mai 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: M [Blu-ray] [UK Import] (Blu-ray)
Diese Blu-ray von Eureka aus UK hat alles was das Herz begehrt: Den Film in deutscher Original Tonspur mit optionalen englischen Untertiteln in brillianter Bild-(zum ersten mal im korrekten Filmformat von 1,19 :1 ) und Tonqualität (DD DTS-HD 2.0 Master). Was hier an Restauration geleistet wurde, ist mindestens ebenso gut, wie Fritz Langs Film selbst. Das Bild ist für das Alter verdammt gut, durchgehend scharf und sehr plastisch. Besser als alle DVD-VÖs der letzten Jahre. Der Ton klingt nach all den Jahren natürlich nicht mehr taufrisch, ist aber immer sehr gut in den Dialogen zu verstehen. Als Extra gibt es diverse Audiokommentare von Restauratoren und Filmkritikern (leider nicht untertitelt) in englischer Sprache - Des weiteren die englische Fassung des Films, die von Lang aus Ermangelung der Synchronisationstechnik paralell für den internationalen Markt gedreht wurde - Und ein Interview mit Fritz Lang (in deutsch) aus den 50er Jahren in dem er seine Probleme mit dem Reichs- Propagandaminister schildert. Die Restauration des Films wurde unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Bundesfilmarchiv, Kirchmedia, dem ZDF und arte erstellt. Umso trauriger ist es dann auch, dass es in Deutschland keine BD des Films gibt. Wer allerdings in diese Blu-ray investiert braucht nicht länger auf die deutsche Version des Films warten. Diese BD ist jeden Cent wert.
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M - Eine Stadt sucht einen Mörder - 80th Anniversary Edition (+ DVD) [Blu-ray]
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