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Kundenrezensionen

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am 17. Juli 2012
Heavy Metal ist eines der wenigen Genres, das es trotz dem vielen Ernst und Härte schafft, eine stets erneuerte Schnittstelle für Selbstironie zu pflegen. Egal ob Spinal Tap, Wayne's World, GWAR, JBO oder Steel Panther, der durchschnittliche Metalhead ist nicht selten auch bereit, seine eigene Credobibel für die ultimative Persiflage kurzfristig auf die Seite zu legen. Die Klischees in diesem musikalischen Kleinuniversum sind so zahlreich wie die Subgenres selbst, und was ebenso fasziniert, ist die Tatsache, dass Metal Hörer sich oft der Geschichte ihrer Musik sehr bewusst sind und diese auch in Ehren halten.

Eines der ersten Stereotypen waren, dass Heavy Metal dem Satanismus zugeordnet werden kann; eine Anschuldigung, die Mitte der 1970er Jahre immer noch viel Gewicht hatte. Definitiv wurde diesem Genre der Ball zugespielt, Tabus zu brechen und eine gewisse Gefahr auszustrahlen. Genau diese Prinzipien bewegen noch heute die Anhänger und eröffnen damit dem Fan ein gewisses Freiheitsgefühl. Jede Epoche darin wurde jedoch auch von zeitgenössischen Modeströmungen beeinflusst und so musste man sich mit Glam Metal in den 1980ern oder Pop Punk bzw Rap Metal in den 1990ern zwangsweise anfreunden. Heute blickt man mit Augenzwinkern auf diese Zeit zurück und so ist beispielsweise dieser Tage überhaupt erst eine Band wie Steel Panther möglich, die im Grunde nichts tut, ausser alle Klischees und Stereotypen des Glams auf eine Bühne zu stellen und zu zelebrieren. Beachtenswert ist dennoch mit welchem Talent es die Jungs tun.

Und nun ist es an der Zeit, die Uhr weiter zurück zu drehen. Mit Opus Eponymous liegt mir hier nun ein Album vor, das im Grunde nicht im Geringsten etwas Neues darstellt. Haarsträubend lächerliche Texte, äusserst ohrwurmtaugliche, ja fast schon pop-ähnliche Refrains und ein bisschen ins garage-ige und Doom Metal abrutschende Retrosounds. Nach dem ersten Durchhören war ich zugegebenermaßen nicht besonders beeindruckt. Ich hatte von dem Hype schon im Vorfeld Wind bekommen, daher entschied ich mich für eine zweite Runde. Was mir sofort auffiel war, dass ich viele der Songs wirklich wiedererkannte und teilweise sogar im Kopf schon mitsummen konnte. Im Laufe des Tages kam es mir immer wieder in den Kopf und abends musste ich es beinhart noch einmal anhören. Ja, Ghost haben ein unglaublich charmantes Werk vorgelegt, welches sowohl vor Augenzwinkern wie auch einfach solid gutem Songwriting nur so strotzt. Es wird zwar relativ wenig Risiko eingegangen, aber es ist einfach alles da, was ein gutes Early-Metal Werk ausmacht.

Wer hier glaubt, einen Meilenstein des Schwermetalls bewerten zu müssen ist meines Erachtens nach komplett am falschen Dampfer. Ghost ist eine Hommage an so vieles, das Fans an diese Subkultur bindet und als solches sollte es auch gesehen werden. Auch wenn es auf dem Papier lächerlich erscheinen mag - eine anonyme Band, bestehend aus in Mönchskutten verkleideten und vermummten "Nameless Ghouls" spielen mit einem in einem in antichristlichen Papstgewandt gekleideten Sänger mit deformiertem Gesicht Retrosongs, in welchen es ausschließlich um Satan geht, die obendrein Popappeal haben - wer sich darauf einlässt bekommt einen angenehmen Ritt durch die Metalgeschichte serviert, der obendrein musikalisch wie optisch mit viel Liebe garniert ist.

Was mich auch sehr positiv überrascht hat ist die Produktion, die zwar einerseits auf Retroklänge setzt, aber andererseits eine zeitgemäße Schärfe besitzt ohne dabei mit dem für heute typischen Überkomprimieren zu dick aufzutragen. Alles flutscht fein dahin und zaubert im Vorbeiziehen ein gesundes Lächeln aufs Gesicht. So soll es sein!

Klare Empfehlung!
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am 11. Januar 2011
Nachdem ich das Album eingelegt hatte, kam es mir irgendwie bekannt vor. Nach mehrmaligem Hören wusste ich dann woran mich die Musik erinnert.
Das könnte der Rock/Metal Soundtrack zu Scooby Doo sein! Bedrohliche Orgeln im Hintergrund. Melodien zum Fürchten aber trotzdem ein hoher Popanteil. 70er Jahre Anleihen überall...

Es macht mir richtig Spass die CD zu hören, weil die Musik so eingängig ist. Die ersten Tage war es echt schlimm. Voll die Sucht!
Und auch jetzt hab ich immer wieder Lust die CD einzulegen.

Ein bißchen Zwiespältig ist natürlich der Zweck der Musik. Laut Band soll die Menschheit durch die süßen Melodien zum Satanismus verführt werden. Für mich ist das nicht mehr als ein Kultfaktor, aber es gibt bestimmt den ein oder anderen Moralprediger, der sich beim Schimpfen vor Wut/Angst verschluckt.
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TOP 500 REZENSENTam 28. Januar 2011
Jaja, nachdem seit Anfang 2009 The Devil's Blood primär im Rock Hard eine gnadenlose (und gnandenlos unkritische) Hofberichterstattung erfahren war die Zeit wohl reif für eine neue Truppe, die von Götz Kühnemund und Co. in die höchsten Sphären gejubelt werden kann. Die Wahl der Stunde fiel auf GHOST, einem Sextett aus Schweden, die sich auch einem amtlichen Retro-Sound verschrieben haben und ähnliche Aussagen wie The Devil's Blood von sich geben.

Über das Outfit der Kollegen (fünf vermummte "Geister" und ein "Antipapst") kann man sicherlich geteilter Meinung sein - für den einen ist es stimmungsvoll und unterstreicht die Musik, für den anderen ist es eher affig und / oder schlichweg hochgradig albern. Mir persönlich gefällt es grundsätzlich, wenn sich eine Band auch visuell in Szene setzt, ich denke aber auch, dass man es hier gewaltig übertreiben kann und in Rekordzeit zur Lachnummer wird, und es ist bei aller Fairness optisch irgendwie kein allzu weiter Weg von einer gerade gefeierten Truppe wie GHOST und z.B. Mystic Circle mit den "legendären" angepappten Plastik-Teufelshörnern...

Aber sei es wie es sei: die Band hat ein Konzept und das zieht sie durch - identitätslose Combos gibt es ohnehin schon genug.

Musikalisch ist "Opus Eponymous" extrem eingängig und schlichtweg gut hörbar - die Songs sind letztlich mehrheitlich straighter Rock und gehen in ihrer Mehrheit sofort ins Ohr, sind gut gespielt und vor allem sehr markant und harmonisch gesungen. Gerade die Stimme des Sängers "???" (welcher ja soweit man im Internet lesen kann in diversen Bands unterschiedlicher Stilrichtungen aktiv ist) sorgt für einige echte Highlights und verleiht der Musik einige packende Momente. Songs wie "Ritual" oder "Elisabeth" sind absolut radiotauglich (was ja auch per se nichts Schlechtes sein muss) und enfalten bereits beim ersten Hören ziemliche Ohrwurmqualitäten.

Die musikalischen Vergleiche mit einer poppigen Version früher Mercyful Fate (oder, wie in einer anderen Rezension im Internet zu lesen war, einer Mischung aus "Coven und The Rasmus") sind gar nicht weit hergeholt... man meint auch mitunter im Sound von GHOST einige Reminiszenzen an 80er Jahre Gothic Rock vornehmlich britischer Prägung herauszuhören, was aber auch erklärlich ist, da dieser Sound ja auch seine Wurzeln im Rock der 70er hatte - und im Endeffekt erinnern GHOST aber auch sehr an Christian Death zu ihrer "The Scriptures" Phase, auch natürlich mit dem Zusatz der deutlich eingängigeren Musik.

Textlich sind GHOST eigentlich ziemlich lächerlich unterwegs und beacktern in ihren angeblich aus der Parallelwelt gechannelten Lyrics exakt die Themen, welche man erwarten würde und denen sich schon Legionen von Kapellen vor ihnen angenommen haben... Satan, Hexen, schwarze Messen und die unvermeidliche Elisabeth Bathory. Das Tiefgründige anderer Bands, gerade aus der Okkult-Rock Ecke, fehlt den vermummten Kollegen leider bislang völlig, die Lyrics sind dann doch eher platt verfasst - im Jenseits von GHOST scheint man auf sehr seichte Texte zu stehen, welche in der Tat wie das Werk eines 16-jährigen Hobby-Satanisten aus einer langweiligen Chemiedoppelstunde wirken als wie tiefe Einblicke in okkultes Gedankengut...

Wie gesagt: die seit November laufende Non-Stop Berichterstattung und die beständigen Jubelarien werden dafür sorgen, das GHOST im Jahr 2011 eine der Bands sein werden, an der kaum ein Weg vorbeigeht. Inwiefern diese Truppe aber etwas ganz bahnbrechend Besonderes ist (und nicht eine Gruppe guter Musiker mit Blick auf eingängige Songs und cleverer Vermarktung) muss jeder selbst entscheiden - die Band überzeugt definitiv durch ihre technischen Fähigkeiten und die Eingängigkeit ihrer häufig sehr gekonnt komponierten Songs, und daher gefällt mir "Opus Eponymous" schlichtweg gut, nicht mehr und nicht weniger.

Alles in allem: ein ziemlich gutes Album, aber als völlige Sensation empfinde ich die Band bei allem Respekt noch nicht. Ich bin gespannt was von GHOST nach diesem fulminanten Start kommen wird - aber GHOST werden erst noch beweisen müssen, ob sie wirklich Substanz haben oder ob sie nicht als gefeierter Durchstarter von heute der miese Witz von morgen sind.

Knappe 4 Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Dezember 2015
Das bezieht sich nicht einmal so sehr auf die Musik, obwohl GHOST auch da so ziemlich alle Genres durcheinander mischen. Nein, hauptsächlich meine ich ihr Erscheinungsbild und ihr Auftreten. Die Musiker treten ausschließlich maskiert, mit Habiten und unter Kapuzen versteckt auf, der Sänger mit Totenmaske, Mitra und umgedrehten goldenen Kreuzen auf seinem schwarzen Gewand. Auch sind die Bandmitglieder nicht namentlich bekannt, die Musiker nennen sich alle A NAMELESS GHOUL und die Sänger PAPA EMERITUS mit einer römischen Zahl die darauf hindeutet der wievielte Sänger nun am Start ist. Die Musiker wollten zwar ihre Anonymität wahren, aber es wird vermutet das sich hinter GHOST Musiker der schwedischen Death/Thrash Metal Band REPUGNANT verstecken.
Musikalisch ist das ein Mix aus "Psychedelic Rock", "Doom Metal" und klassischem "Heavy Metal". Musikalisch erinnert das an KING DIAMOND und MERCYFUL FAITH, aber auch an BLUE ÖYSTER CULT, die DOORS und BLACK SABBATH. Ist ja eigentlich auch Wurscht, in jedem Fall ist das okkulter Psycho Rock mit ganz viel 70er-Jahre-Feeling. Nicht nur die fette Orgeleinlagen sprechen dafür, das ganze Songmaterial hat diesen speziellen 70er-Jahre-Touch. Das macht wirklich Spaß, ist jetzt aber nicht wirklich innovativ oder speziell, ich würde GHOST als eine der besseren Retro-Bands bezeichnen. Mit 34.44 Minuten ist der Silberling zwar recht kurz geraten, allerdings zeichnet sich gute Musik nicht durch die Länge eines Songs oder Albums aus. Insofern habe ich an der Spielzeit nicht wirklich was zu bemängeln und auch die Songs finde ich größtenteils sehr gelungen - mal was Anderes.
Als Anspieltipps würde ich "Ritual", Elizabeth", "Satan Prayer" und "Death Knell" empfehlen, diese Nummern haben mir persönlich am besten gefallen.

Mein Fazit: Die mystische Geister-Kapelle GHOST hat mit "Opus Eponymous" ein richtig starkes Debütalbum rausgehauen. Musikalisch liegen sie mit ihrer Retro-Musik voll im Trend, ob sie damit aber auf Dauer erfolgreich sein werden wird die Zeit zeigen. So schnell wie die Retro-Welle angerauscht kam, wird sie wahrscheinlich irgendwann wieder abebben und die Bands die zu sehr auf Retro gemacht haben mit sich wegspülen.
Aber bis dahin sollte jeder der auf okkulten Psycho Rock im 70er-Jahre-Gewand steht, sich an der Musik von GHOST erfreuen und berauschen.

Meine Bewertung: 7 von 10 Punkten.
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am 4. Mai 2013
Was für eine Band, was für ein Album!!!

Zunächst war ich skeptisch, was diese "neue Band" anbelang - ich hatte gehört, dass es eine dieser maskierten Bands ist, was normalerweise nicht unbedingt mein Fall ist; zum anderen hieß es, daß es sich um eine neue Doom- Metal- Band handele, was meine Skepsis noch weiter stärkte: neben Black Sabbath (mit Ozzy oder Dio) und Candlemass, würde ich sonst wohl keiner Doomband attestieren, dass sie wirklich gute Musik macht...

Aber ein Liveeinblick über Youtube brachte die Erkenntnis- Ghost sind wirklich etwas ganz Besonderes: ihr Auftreten mit den Maskierungen ist wirklich "schauerlich" und sie verstehen es meisterhaft mit ihrer Musik zu verzaubern und den Hörer in ihren Bann zu ziehen!

Statt "abgedroschener Doomriffs in neuem Gewand mit tausendfach gehörtem schrottigem Sound" gibt es eigenständige Riffs, tolle Keybord/ Orgelpassagen, komplexe Rhythmen und einen markanten Gesang mit einer Natürlichkeit in der Stimme, den man seit Jahrzehnten im Rockgenre kaum noch gehört hat. Der Sound der Scheibe ist einfach nur gut - differenziert abgemischt und drückt ordentlich aus den Boxen. Die Harmonien der Songs sind grandios, sie "brennen sich wirklich ins Gehirn" ohne dabei abgedroschen "mainstream" zu sein. Wer Ähnlichkeiten zu anderen Bands sucht: hier muß man weit in die Zeit zurückgehen- Black Sabbath und vor allem auch die wunderbaren Blue Öyster Cult lassen grüssen. Dies soll nicht falsch verstanden werden- man hört den Einfluß dieser beiden Bands deutlich heraus, Ghost sind aber gottseidank nicht eine bloße Kopie. Sie haben durchaus ihren eigenen Stil entwickelt - und egal, an wem man sich orientiert: das ist wohl immer "zeitgenössisch".

Die Songs sind kompositorisch klasse gemacht und es gibt nicht einen Ausfall auf dem Album. Ich habe selten so etwas Gutes gehört! Ghost gehören für mich nach ganz oben und das vorliegende Album gehört jetzt schon locker unter die "Top 40" all meiner Metal- CDs.

Wer sich übrignes über die "bösen" Texte empört, dem möchte ich Folgendes sagen: "Ja hallo, willkommen in der Welt des Heavy Metals; wer das Alles ernst nimmt u. die Überzogenheit u. Provokation nicht versteht, der hat Heavy Metal nicht verstanden..."

Ghosts Debut bekommt von mir die volle Punktzahl! Live ist diese Band übrigens auch wahnsinnig gut: spielerisch top und solch eine ("gruselige") Atmosphäre habe ich überhaupt noch nie erlebt.

Für Metalfans ein absoluter Pflichtkauf!!!
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am 21. November 2010
An dieser Band werden sich die Geister scheiden - um dies vorherzusehen, muss man gewiss kein Prophet sein. Bei der Underground-Formation GHOST handelt es sich um eine junge Band, über die bisher so gut wie garnichts bekannt ist. Die sechs Schweden bewegen sich im mystischen Nebel der Anonymität. Weder die Namen der Musiker, noch deren tatsächliche Herkunft ist dabei hunderprozentig nachzuweisen. In der Tat soll es sich aber um eine Band handeln, deren Mitglieder bereits bei anderen Projekten (z.B. bei REPUGNANT) aktiv zu Werke gehen sollen. Nichts genaues weiß man jedoch nicht...
Eines ist dennoch sicher: Mit ihrem knapp 34minütigen Debüt-Album "Opus eponymous" werden GHOST definitiv für Aufsehen sorgen. Positive und negative Schlagzeilen scheinen zu diesem Zeitpunkt schon arg vorprogrammiert.
Als größter Aufreger werden hierbei zweifelsohne die düsteren Lyrics genannt werden, die rein inhaltlich als reine, ungeschönte Satansanbetung durchgehen. GHOST machen sich dabei nicht mal die Mühe, ihre satanischen Verse durch Metaphern zu verschlüsseln. Nichts da, hier wird dem gehörnten Höllenfürsten direkt und ohne Umwege gehuldigt. Eine bitterböse Glorifizierung des Bösen. Feurige Textzeilen wie "Lucifer, we are here for your praise, evil one, our conjuration sings infernal psalms" oder "Say can you see the cross? Inverted solemnly. A symbol for the goat of a thousand young. 666 - evoke the king of hell" sprechen dabei eine eindeutige Sprache. Keine Frage, dies muss man nicht gut finden. Aber für den bodenständigen Occult-Rock von GHOST gibt es wohl keine bessere Basis.
Wenn man mal die musikalische Marschrichtung von "Opus eponymous" genau unter die Lupe nimmt, dann stehen einem zunächst viele Fragezeichen im Gesicht. Was zum Teufel soll das hier bitte sein ? Auf jeden Fall das merkwürdigste Album des Jahres 2010. Die Musikexperten bezeichnen den GHOST-Sound als eine Mischung aus MERCYFUL FATE und den Occult-Rockern von THE DEVIL'S BLOOD. Dieser Vergleich ist dabei sogar recht zutreffend - und schießt dennoch kilometerweit am Ziel vorbei. Der sechsköpfige Geisterorden spielt nämlich eine sehr mystische, aber hoch originelle Melange aus pechschwarz riffendem Retro-Hardrock mit enormem Seventies-Einschlag. Neben den oben genannten Band können dabei sicherlich noch Acts wie BLACK SABBATH , JEX THOTH , RAINBOW oder uralte Hippie-Recken wie THE DOORS als Referenz genannt werden. Zudem versprühen GHOST über die gesamte Spielzeit ein rauchiges Doom/Stoner-Feeling, weswegen die Band bereits beim deutschen "Hammer of Doom"-Festival für Furore sorgen konnte. Durch die Hinzunahme von Orgel bzw. simplen Keyboard-Sounds (z.B. beim Intro "Deus culpa") hat der 9-Tracker einen latent orchestralen Touch. Ein böser Satansgottesdienst zum Gruseln.
Der Gipfel der Unverschämtheit - im positiven Sinne - ist jedoch der herrlich einprägsame Gesang, der zunächst garnicht zur Musik passen will. Schockierend aufrichtige Songs wie "Ritual" , "Satan prayer" , "Con clavi con dio" oder "Elizabeth" gewinnen ihre Eigenständigkeit nämlich vor allem durch die zuckersüßen, fast schon poppigen Gesangslinien, deren simple Eingängigkeit jeden (!) Hörer auf Anhieb gefangen nimmt. Im finsteren Gesamtkonzept klingt dies beinahe schon so, als wolle die Band uns alle verspotten - diejenigen, die dem bösen Satansvater noch nicht ewige Treue geschworen haben. Fast müsste man glauben, als handele es sich um eine bloße Karikatur. Und dabei ist es doch sooo ernst gemeint.
Die Songs dieses 34-Minüters sind gefährlich: In Dauerrotation entwickeln sie ein unfassbares Suchtpotential, so dass man die Scheibe einfach nicht aus dem CD-Player nehmen kann. Bestes Beispiel sind dabei die formvollendeten "Stand by him" , "Prime mover" und "Death knell" (gigantisch!), deren faszinierendes Flair sich erst nach mehreren Durchläufen voll entfaltet. Das mehrschichtige Instrumental "Genesis" geht dafür als glasklare Seventies-Prog-Adaption durch, die diesem atemberaubendem Album abschließend den Deckel aufsetzt. Magisch!
Veredelt wurde "Opus eponymous" durch eine wundervoll bodenständige Produktion, wie man sie sich heutzutage viel öfter wünschen würde. Hier darf ein Schlagzeug noch wie ein Schlagzeug klingen. Diese Band ist noch nicht durch die Pro-Tools-Hölle gegangen. Eine knappe halbe Stunde regiert einfach nur authentischer Occult-Rock-Sound zum Niederknien, der viel organischer klingt, als alle überambitionierten New-Rock-Acts dieses Planeten zusammen.
Fazit: GHOST sind ein verdammt heißes Eisen im derzeitigen Rock-Underground. Eine Band die polarisieren will, und die einiges erreichen wird. Kein Zweifel: "Opus eponymous" sollte in diesem Jahr bei jedem Rock/Metal-Fan auf dem Weihnachtswunschzettel stehen. Und sagt nachher nicht, man hätte es euch nicht gesagt.
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am 6. Juli 2011
Ghost? Gut...nicht sonderlich einfallsreich. Die Musik dagegen sprüht zumindest vor Oldschoolcharme. Endlich mal wieder ein Röhrenamp der nicht gepimpt wurde und sich anhört wie eine wildgewordene Kreissäge. Erdiger Crunchsound wie ihn der Metal seit Jahren nicht mehr gehört hat. Das stampft teilweise richtig gut ab. Natürlich sind die Vorbilder Mercyful Fate aus jedem Stück herauszuhören, aber das machen die Jungs hier richtig gut.
Produktionstechnisch auch irgendwo in den 80ern paßt das alles wie aus einem Guß. Für mich ein Highlight das man als Oldschooler haben muß.
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am 4. Januar 2014
Bin von der Scheibe absolut begeistert. Endlich mal etwas Anderes, obwohl manche Texte eher zum Schmunzeln anregen; "the devil's power is the greatest one" hahaha
Auf jeden Fall haben Papa E. und seine namenlosen Schergen ein gutes Album hingelegt!
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am 25. Oktober 2013
Nach dem ganzen Hype um die neuen Retrorocksatanisten hab ich mich getraut hier mal reinzuhören!

Um es vorweg zu sagen: Die Scheibe hat mich umgehauen.

Songs wie Satan Prayer, Stand by him, Ritual und Elizabeth gehören zu dem besten und eingängigsten Rocksongs der letzten Jahre.
Sehr raffiniert arrangiert mit hohem Wiedererkennungseffekt.

So geht Rock!
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am 29. November 2010
Da springt jemand auf dem The Devils Blood-Hype-Zug auf und wird ähnlich abgefeiert. Kann man es sich so einfach machen?

Kann man, sollte man aber nicht.

Machen wir's kurz, ich finde Ghost KLAR besser als die Holländer, die die Welt nicht wirklich nicht braucht. Und trotzdem ist die "Opus Eponymous" für meine Ohren eine zweischneidige Angelegenheit. Auf der einen Seite höre ich die Scheibe ständig, auf der anderen hab ich das Gefühl, dass man sie noch besser hätte machen können.

1. Bei nur 34 Minuten Spielzeit, 8 Tracks und einem Intro, sind zwei mittelmäßige Nummern ("Prime Evil", nervt mich einfach nach dem 27-ten Hören und "Genesis" - überflüssig) zu viel für 5 Sterne, auch wenn man den Rest als wirklich ziemlich gelungen bezeichnen muss.

2. Tracks wie "Stand by him" und "Elizabeth" haben z.B. echtes Klassikerpotential, nur sind mir die Refrains einfach schon ZU catchy. Da braten die Gitarren richtig schön fett, erinnern herrlich an Mercyful Fate und wenn so ein Stück Musik zum Höhepunkt - dem Chorus - kommt, muss ich an die Hollies denken... ;o)) Da wäre meiner Meinung nach NOCH mehr drin gewesen.

Und dennoch funktioniert Ghosts Rezept gerade bei den Oberknüllern "Satan Prayer" oder "Ritual" ganz hervorragend. Das sind allerdings auch eher Popsongs... :o))
Die "Opus Eponymous" ist eine wunderbare Scheibe zum Nebenbeihören. Das meine ich kein bißchen negativ. So satanisch die Texte auch sind, ich bekomme bei der beschwingten Rockmusik einfach gute Laune. Die Scheibe funktioniert wunderbar, wenn man tiefenentspannt mit dem Auto unterwegs ist und da höre ich die Scheibe seit 3 Wochen, mehr oder weniger ständig. Der Suchtfaktor ist wirklich enorm...

Trotzdem sollten alle Metaller diese Scheibe vorher mal anhören, bevor sie sich das Teil unter den Baum legen lassen. Mit dem Album werden sicher nicht alle warm werden. Hardrocker, deren Horizont NICHT bei AC anfängt und bei DC endet, müssen diese Scheibe allerdings unbedingt antesten. Lohnt sich!!!

7,5/10
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