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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen fast ideal, 29. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rossini: Guillaume Tell (MP3-Download)
Meiner Meinung nach "gehört" sich der Tell auf französisch - aber das ist Geschmackssache. Dies ist die einzige erhältliche Studioaufnahme der französischen Fassung, mit weitestgehend idiomatischen Sängern, mit großen Stars, die auch tatsächlich zu ihren Rollen passen (in den 70er Jahren spielte Qualität noch eine Rolle, das änderte sich aber bald, als Geschäftsleute das Musik"business" übernahmen). Es ist eine sehr schöne Aufnahme, Gedda, Bacquier und ihre Mitstreiter leisten Beachtliches (inklusive zahlloser acuti aus dem Stand). Die Caballé ist nicht in der Form ihres Lebens, und singt anscheinend wie oft, fast vom Blatt (der Text scheint ihr auch nicht besonders am Herzen zu liegen, dasselbe gilt für den englischen Chor, der anständig studiertes Esperanto singt), aber Caballé bleibt Caballé mit der ihr eigenen Faszination.

Gardelli ist ein heute unterschätzter Dirigent, er zeigt großes Gespür für die durchbrochene Struktur des späten Rossini und trifft alle tempi traumwandlerisch sicher, auch wenn man sich manchmal eine Spur mehr Feuer und slancio wünschte (etwa beim berühmten Allegro-Teil der Ouverture). Vielleicht hätte auch ein südlicheres Orchester gut getan, die "Royals" sind jedenfalls äußerst korrekt und klangschön. Jedenfalls wird die schweizerische Sache hier mit hoher Kompetenz und Liebe zur Sache verhandelt. Viele kleine Einwände - und trotzdem die schönste Aufnahme des Stücks - sie funktioniert perfekt als Ganzes !
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plädoyer für ein sperriges Meisterwerk, 4. November 2010
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Guillaume Tell (Wilhelm Tell) (Audio CD)
Bevor sich Gioacchino Rossini mit nicht einmal 40 Jahren aufs "Altenteil" zurückzog, wollte er seiner Wahlheimat Paris noch ein Werk schenken, das nicht nur dem Publikum, sondern auch den ihm gegenüber bisher reservierten Kritikern gefallen sollte. Nach längerer Suche entschied er sich für Schillers Wilhelm Tell als Vorlage. Für die Komposition gönnte sich der sonst so schnelle Rossini mehr als ein Jahr Zeit (und mehrere Librettisten), bevor 1829 eine Oper uraufgeführt werden konnte, die so ganz anders war als alles, was er vorher komponiert hatte: Eine vier Stunden lange "Grand Opéra" mit vielen Solisten, großen Chorszenen und Ballett, musikalisch viel dramatischer, weniger verspielt als alle früheren Opern. Es wurde ein Achtungserfolg - die Ouverture ist bis heute ein Welthit, einige Arien hielten sich im Repertoire, die Oper selbst aber wurde schon bald nach der Uraufführung nur noch gekürzt aufgeführt.

Die hier vorliegende Aufnahme von 1972 war die erste, die ungeschnitten und in Originalsprache erschien - eine Pioniertat des Dirigenten Lamberto Gardelli, der sich auch um den frühen Verdi sehr verdient gemacht hat. Seiner sorgfältigen Leitung wünscht man nur ab und zu - in den Ensembleszenen - etwas mehr Temperament.

Die Solisten kommen dem Ideal sehr nahe:

Die heimlichen Hauptrollen Arnold und Mathilde sind mit Nicolai Gedda und Montserrat Caballé prominent, aber auch sehr passend besetzt: Caballé gelingt ein ebenso verletzliches wie majestätisches Portrait der zwischen Pflicht und Liebe zerrissenen Prinzessin, ihre Koloraturen gestaltet sie mit einmaliger Eleganz. Gedda singt den Arnold mit einer Kraft, die man diesem ursprünglich so lyrischen Tenor nicht zugetraut hätte. Auch wenn er einiges von dem jugendlichen Stimmklang, der Leichtigkeit seiner frühen Aufnahmen eingebüßt hat, die technische Souveränität, die Stilsicherheit, die Intensität seines Rollenporträts reißen mit.

Die Titelrolle gestaltet der französische Bassbariton Gabriel Bacquier als grimmiges Charakterporträt. Sein einziges Solo "Sois immobile" - die Apfelschussszene - singt er mit rauer, fast brüchiger Stimme ohne jede Effekthascherei und macht es gerade dadurch zum Höhepunkt der Oper.

Die übrigen Solisten sind ebenfalls geradezu luxuriös besetzt - von der entzückenden Mady Mesplé als jugendlich-draufgängerischem Jemmy bis hin zu dem eleganten Tenor Charles Burles in der kleinen Rolle des Fischers.

Viel besser als in dieser Aufnahme kann man Rossinis Guillaume Tell nicht aufführen - für einige Längen gibt es ja die Skip-Taste auf dem CD-Player. Belohnt wird man durch eine Oper mit herrlicher Musik und wunderbaren Solisten. Ich bin sehr froh, dass die EMI diese zeitweise nicht mehr erhältliche Aufnahme wieder veröffentlicht hat. Für mich eine der wichtigsten Wiedererscheinungen des Jahres.
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