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am 12. Januar 2011
"Food, Inc." - übersetzt in etwa "Die Nahrungsmittel AG" - eröffnete 2009 das "kulinarische Kino" der Berlinale , der Berliner Sternekoch Tim Raue verpasste dem Film das Qualitätssiegel "großartig" und bekochte damals das beeindruckte Premierenpublikum im Friedrichstadtpalast mit Kürbiseintopf. Einen deutschen Verleih fand der Streifen dennoch nicht, er wurde aber 2010 geadelt durch eine Oscarnominierung und ist Anfang November auf DVD und BluRay erschienen.

Der amerikanische TV-Dokumentarfilmer Robert Kenner - übrigens kein Körnerfresser, sondern ein bekennender Hamburger-Fan - arbeitete über 6 Jahre an diesem Film, dessen Grundprämisse vom deutschen Titel gut zusammengefasst wird. Was ist eigentlich drin in unserem Essen in den vielen bunten Verpackungen im Supermarkt? Unter welchen Bedingungen wird es hergestellt und haben Landwirtschaftsbetriebe noch irgendetwas zu tun mit den Bildern von Fachwerkbauernhöfen und auf grünen Wiesen grasenden Kühen, wie sie uns von unseren Butter- und Wurstverpackungen noch in Erinnerung sind? Kenner möchte den Schleier lüften, den die Nahrungsmittelindustrie - und das sind in der Mehrheit nur noch einige wenige Riesenkonzerne, die transparentes Geschäftsgebaren scheuen wie der Teufel das Weihwasser - uns beim Betreten eines Supermarktes vor die Augen hält.
Der geneigte Zuschauer ahnt insgeheim schon, was jetzt kommt, denn ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen der Nahrungsproduktion kann als Resultat nur einen Horrorfilm hervorbringen - allein das sagt schon eine Menge darüber aus, wie es um Nahrungsmittelproduktion und Tierhaltung im 21. Jahrhundert bestellt ist. Im Fernsehen würde man jetzt 30 Sekunden tote Kälberhälften betrachten und schnell das Programm wechseln - halb aus Ekel, halb aus schlechtem Gewissen, aber hier bleibt man gefesselt. Und das liegt daran, dass dieser Film nicht auf Schockeffekte setzt, sondern auf eine messerscharfe Analyse der teilweise wirklich unglaublichen - vor allem unglaublich profitorientierten - Bedingungen, unter denen unser Essen produziert wird.
Natürlich bleiben unappetitliche Szenen bei diesem Sujet nicht aus, das wäre, als wolle man einen Cowboyfilm ohne Pferde drehen, aber Kenner baut v.a. auf solide Recherche. An seine Seite holte er sich Michael Pollan Bestsellerautor und DER Nahrungsmittelkritiker in den USA schlechthin - und Eric Schlosser, dessen Buch "Fast Food Nation" 2006 immerhin von Richard Linklater verfilmt wurde.
Und was dieses Autorenteam für ein beziehungsreiches Netz an gut recherchierten Fakten aufspannt und visuell aufbereitet, das beeindruckt: die Geschichte McDonalds, was es bedeutet, wenn Kühe nicht mehr Gras, sondern maisbasierte Futtermittel bekommen (der Futtermittelskandal klingt uns ja noch in den Ohren), wie es klingt und aussieht, wenn man 30000 Hühner in einen verdunkelten Stall sperrt, was passiert, wenn man Qualitätskontrollen den Konzernen selbst überlässt, welche Macht die Lebensmittellobby hat und wie gefährlich unser Essen wirklich geworden ist, wenn es in raumschiffartigen Fabriken produziert wird, durch die die Kamera wie in einem Startrekfilm schwebt, das zieht einen in den Bann wie ein komplex konstruiertes Mafiaepos.
Mit jeder Minute in der Food, Inc. die Pappfassade herunterreißt, die die Nahrungsmittel­industrie zwischen uns und unserem Essen aufgestellt hat, wird man wütender, weil man weiß, da sitzt kein Marlon Brando als schauspielernder Pate und verfolgt kriminelle Ziele, sondern die Nahrungsmittel-Mafia ist real, und sie bekommt täglich unserer Geld an der Supermarktkasse.
Was eine besondere Qualität dieser Dokumentation ausmacht, ist, dass sie uns nicht alleine lässt mit unserer Wut und der trostlosen Wahrheit, dass wenn man weiß, wo das Hühnerfilet herkommt, man es möglicherweise nicht mehr essen möchte. Robert Kenner zeigt uns nämlich Alternativen, Erfolgsgeschichten von Firmen und herkömmlichen Bauernhöfen, die außerhalb dieses kranken Systems durchaus erfolgreich daran arbeiten, unter dem Siegel biologischer, nachhaltiger Landwirtschaft wieder Nahrung zu produzieren, die nicht krank macht und ethisch weniger fragwürdig ist.
Natürlich ist diese Dokumentation ausgerichtet auf die amerikanische Landwirtschaft, dies war sicher einer der Gründe, warum ein oscarnominierter Film in Deutschland keinen Verleiher fand. Aber fast alle Entwicklungen in der Landwirtschaft sind 1:1 auf Deutschland übertragbar, zT sind es auch hier die selben multinationalen Großkonzerne, die die Supermarktregale, Schlachthäuser und Felder kontrollieren. Umso wichtiger, dass man sich nun auch hierzulande auf DVD informieren kann über ein Thema, das wirklich jeden von uns betrifft. Denn, wie Robert Kenner eingangs erklärt: Wie und was wir Menschen essen hat sich in den letzten 50 Jahren grundlegender verändert als in den letzten 10000 Jahren. Kurzweiliger und intellektuell anregender und aufregender kann man die Folgen dieser Entwicklung nicht darstellen. Und hochaktuell bleibt dieser Film auf Jahre, denn nach dem Lebensmittelskandal ist inzwischen leider immer auch vor dem nächsten Lebensmittelskandal.
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am 4. Februar 2011
Ich habe den Film gesehen und wurde doch sehr zum Nachdenken angeregt, weil es mich doch sehr schockierte. Natürlich- es ist ein amerikanischer Film- doch ist es bei uns wirklich so viel besser? Ich habe schon einige Bücher über dieses Thema gelesen und was uns alles an "Nahrung" - als gesund und wertvoll, untergejubelt wird- stinkt zum Himmel. Es ist so wichtig, daß sich die Leute informieren und nicht alles mit sich machen lassen. Denn jeden Tag werden es ein bisschen mehr Leute die sich das nicht gefallen lassen und diesen "Schund" nicht mehr kaufen, der Verbraucher hat die Macht- nicht die Konzerne! Es kann jeder Einzelne was bewegen! Denkt an Eure Kinder, lest das Buch "die Essensfälscher", es ist auch sehr informativ und öffnet einem ganz schön die Augen. Kauft nur gesunde Lebensmittel und kocht wieder selbst- Euer Körper und Eure Gesundheit ist Euer Wertvollstes was Ihr habt!
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Woher kommt unser Essen? Das sollten besonders die Amerikaner mal gewahr werden. Die Oscar-nominierte Dokumentation "Food, Inc." müsste den Amis die Burger aus dem Gesicht fallen lassen! Das Essen und besonders das Fleisch wird von wenigen Firmen kontrolliert und nicht gerade kundenfreundlich verarbeitet. Der Profit steht im Vordergrund und ein Blick hinter gewisse Tierfabriken wie Hühnerfarmen zeigen katastrophale Zustände. Amerikaner sind abhängig von diesen (wenigen) Monopolfirmen, die auch teilweise das Saatgut patentiert haben bzw. kontrollieren, die Regierung beeinflussen, sowie Gesetze zum Schutz des Bürgers zu ihren Gunsten ändern lassen. So kommt es, dass die Bürger mieses Fleisch essen und Kontrollen verringert werden. Die sind da richtig einfallsreich und das Anschauen dieser DVD schockiert und macht wütend zugleich. Auf der Verpackung des Essens wird das Bild des Farmlandes USA vorgegaukelt, doch die Realität sieht leider anders aus. Nach dieser Doku hat man die Lust auf Mc Donalds und Konsorten für einige Zeit verloren, man möchte nur noch selber angebautes Essen kauen oder "nie mehr" auswärts essen. Dadurch, dass in Amerika Junkfood suventioniert und auch in vielen Schulkantinen vertrieben wird, gibt es oft für arme Familien kein Entkommen, da man mit billigem Fast Food seine Kinder durchfüttern muss.
"Food, Inc." zeigt viele Aspekte, die jeder sicherlich auch auf uns übertragen kann, wenn ich an Skandale von verdorbenem Fleisch oder unmenschlichen Großbäckereien denke. Glücklicherweise sind unsere Lebensmittelgesetze noch(!) etwas strenger als in den USA. Diese Dokumentation sollte wirklich jeder gesehen habe und in Schulen als Pflicht gelten! Das klingt vielleicht etwas hoch gegriffen, doch könnte diese Doku einige Menschen sicherlich aufrütteln und zum umdenken / nachdenken bewegen. Knallhart gesagt: Wann boykottierst du gewisse schwarze Schafe der Lebensmittelindustrie? Anders merken die es nicht!
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Dieser Film lief vorgestern im TV und ich hätte den späten Abend nicht besser investieren können.
Die Menschheit braucht keine Verschwörungstheorien, keine Illuminaten und keine geheimnisvollen Zahlencodes. Ein Blick in die USA genügt, um ein unglaubliches Kartell zu sehen, das - ohne zu übertreiben - die Politik in der Hand hat und fast schon diktatorische Handlungsweisen vollführt.
Es geht in diesem Film darum, warum die Amis fast gar keine andere Wahl haben, als sich mit Billig-Müll-Essen vollzustopfen und was die Folgen davon sind. Die gesamte Lebensmittelwirtschaft wird von einer Hand voll riesiger Unternehmen kontrolliert, die ihre "Vertreter" in vielen wichtigen Posten der Politik untergebracht haben, damit sie dafür sorgen, dass Tiermast und Gen-Mais mit riesigen Summen subventioniert werden. (Wussten Sie, dass Maisstärke sogar in Batterien steckt?) Dadurch wird Fastfood so unglaublich billig, dass die Menschen sich automatisch lieber für ein ganzes Menü für 2, 3 Dollar entscheiden, mit dem sie auch keine Arbeit (Zubereitung, Abwasch) haben, als ein paar gesunde Sachen zu kaufen. Es wird eine Familie gezeigt, die rumjammert, sie hätten ja kein Geld für gesunde Nahrung, weil sie so viel Geld für Medikamente ausgeben müssen (Mann und 1 Tochter haben Diabetes; da kämen wir auch gleich zum Thema der mangelhaften medizinischen Versorgung/Krankenversicherung ... Aber okay. Das ist ein anderes Blatt.). Dass sie die Medikamente nicht bräuchten, wenn sie lieber 99 Cent für einen Brokkoli anstatt für einen Hamburger ausgeben würden, scheint ihnen nicht klar zu sein. Sie führen die fadenscheinige Ausrede an, dass sie keine Zeit zum Kochen hätten. Die Kinder waren alt genug um selbst schon kleine Gerichte zu fabrizieren. Ein Kochbuch dazu und schon könnte es losgehen. Dass das Benzin, um zum Drive-In-Schalter zu fahren, Geld kostet, und dass das auch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, blenden sie völlig aus. So sind sie halt, die Amis. Aber nicht nur die ...
Es gibt jedes Jahr unzählige Todesfälle in den USA durch ein bestimmtes Bakterium (Name fällt mir leider grad nicht ein), das nur dadurch entsteht, dass Rinder mit Mais statt mit Gras gefüttert werden. Doch statt die Fütterung zu ändern, wird lieber Geld in die Erfindung nutzloser Medikamente investiert, die ihrerseits wieder negative Folgen haben. (Das ist allerdings auch anderswo so. Auch hier in Deutschland.)
Die weltweit bekannte Fernsehmoderatorin Oprah Winfrey wurde von der Fleischindustrie verklagt, weil sie öffentlich im Fernsehen sagte, dass sie Vegetarierin geworden ist, woraufhin die Umsatzzahlen bei Fleisch absanken. Eine im Film gezeigte Mutter, deren 2,5 Jahre altes Kind an dieser o. g. Bakterien-Erkrankung starb, wagte sich nicht, zu sagen, dass sie ebenfalls kein Fleisch mehr isst, weil sie ebenfalls mit einer solchen Klage rechnen musste!
Der mittlerweile recht bekannte Konzern Monsanto hat Bauern verklagt (zwei sind im Film zu sehen), weil diese geerntetes Getreide einbehielen und reinigten, um es im kommenden Jahr als Saatgut zu verwenden. Monsanto wünscht das nicht, damit die Bauern immer wieder neues Saatgut bei ihnen kaufen müssen. Die Bauern werden ausspioniert wie die DDR-Bürger von der Stasi, damit auch ja kein einziges Korn über bleibt.
Da werden Bio-Bauern angezeigt mit der Behauptung, ihre Produkte wären bakteriell verseucht und es bestünde eine Gefahr für die Kundschaft. Eine Überprüfung ergab, dass unter freiem Himmel geschlachtete Hühner nur einen Bruchteil der Bakterien auf sich hatten, die Tiere aus Massenhaltung nach Sterilmachung mit Chlor auf sich trugen.
Was in diesem Land vor sich geht, ist unglaublich.
Der Film ist informativ und überraschend ohne Ende. Vor allem berichtet er neutral, ohne durch Aufblähungen den Zuschauer verrückt zu machen. Die klaren Fakten sind schockierend genug. Ich gebe trotzdem nur 4 Sterne, weil es auf Dauer betrachtet manchmal ein wenig langatmig wurde und - wie häufig in amerikanischen Filmen - kein Blick über den Tellerrand gemacht wurde. Mich hätte z. B. noch interessiert, ob sich in anderen Ländern durch die Einflussnahme dieser Großkonzerne etwas geändert hat. Nur einige wenige Sätze mit globaler Sichtweise und dafür ein wenig geraffter an anderer Stelle.
Fazit: Auf jeden Fall sehenswert. Öffnen Sie die Augen und stellen Sie den Verstand an, bevor sie das nächste Mal kurz zu Mäkkes gehen oder was von Kraft Foods kaufen. Es gibt unzähle, nicht korrupte Alternativen.
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am 19. August 2011
Mir ist eh völlig rätselhaft, wie heutzutage überhaupt noch Menschen Fleisch zu essen vermögen - ganz besonders das aus der Massentierhaltung, dennoch nimmt weltweit der Absatz und Umsatz jährlich zu. Grausam vernichten Menschen nicht nur Arten (Getreide, Gemüse etc.), die Tierhaltung wird unseren Augen entzogen, und immer weniger Menschen wissen noch, dass das Huhn, das sie gerade verzehren, nie die Sonne sah, nie gesundes Gras zu fressen bekam und so überzüchtet war, dass es (Schulter an Schulter in tunnelartigen Zuchthäusern, der Boden verdreckt) nicht einmal dazu in der Lage ist, auf eigenen zwei Beinen zu stehen und sich bei seinen kläglichen Versuchen auch noch schwer verletzt.
Food Inc ist ein Film, den man gesehen haben muss. Die Zeiten des Wegsehens sind vorbei. Mit jeder Mahlzeit entscheiden wir über die Zukunft unseres Planeten, und wenn wir nicht wachsam sind, entfernen wir uns mit jeder Mahlzeit mehr und mehr von unserer Menschlichkeit. Was wir essen ruiniert heutzutage nicht mehr nur unseren Körper, es zerstört unsere Kultur, unsere Umwelt, Arbeitsplätze werden vernichtet und Millionen Menschen hungern, weil wir auf Burger und Treibhaustomate nicht mehr verzichten können.
Food Inc rüttelt auf, zeigt die Alternativen, liefert aber auch schonungslose Einblicke in die Machenschaften der großen Corporations wie zum Beispiel Monsanto, denen nicht nur völlig schnuppe ist, wie sich ihre Genmanipulationen auf die Natur auswirken, sondern die damit ehemals freie Landwirte in etwas hineintreiben, das man völlig ehrlich und schonungslos die neue Leibeigenschaft nennen kann.
Die Zeiten der Skeptiker, der Fleisch-Vertreter und derjenigen, die vom neuen Biowahn reden, ist eindeutig vorbei. Es geht nicht mehr nur um die eigene Gesundheit, es geht um alles.
Wenn du isst sagst du, was du von diesem Planeten, von deinen Mitmenschen, von der Natur, den Tieren und Pflanzen hältst. Sie sind einem egal oder man lässt sich vom Grauen aufrütteln und fängt endlich an, die richtigen Entscheidungen zu helfen.
Food Inc ist ein Film, der dabei helfen kann.
Wäre ich nicht längst wach geworden, er hätte mir dabei geholfen. Doch was er mir auch gezeigt hat, das ist die gräßliche Tatsache, dass sich Milliarden Menschen im Tiefschlaf befinden und blinden Auges den Spuren des Supermarktkonsums folgen, ohne dass sie auch nur einen Augenblick darüber nachdenken, was sie damit anrichten, wenn sie ebenso blind in die Regale greifen.
Es wird Zeit, etwas zu ändern.
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am 19. Januar 2012
Vor ein paar Jahren habe ich mir "We feed the World" angesehen. Der Film war hochinformativ und augenöffnend. Seitdem dachte ich eigentlich, dass mich rund um die Nahrungsmittelindustrie nichts mehr überraschen kann. Was aber in "Food, Inc." gezeigt wird, ist fast noch mal eine andere Liga. Das amerikanische Nahrungsmittelsystem ist mittlerweile so "monopolisiert" wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Und das alles unterstützt durch die Gesetzgebung und aktuelle Rechtsprechung. Sowohl in der Clinton- als auch in der Bush-Administration hatten ehemalige Manager der Nahrungsmittelindustrie wichtige Posten inne und einer der Richter am Supreme-Court war früher Firmenanwalt bei Monsanto! Und das ist kein Einzelfall. Es läuft genauso mit der Finanzindustrie (siehe z.B. "Inside Job"). Soja-Bauern sind immer mehr gezwungen, den genmanipulierten Samen von Monsanto zu kaufen - oder aber dicht zu machen. Monsanto hat eigene Detektive und eine Spitzel-Hotline, bei der man seinen Bauern aus der Nachbarschaft anschwärzen kann! Durch Pollenflug verteilt sich der Monsanto-Samen auf alle Felder und perverserweise müssen dann die Bauern nachweisen, dass sie nicht das Patent von Monsanto verletzen. Durch jahrelange Rechtsstreits werden sie in die Pleite getrieben und in manchen Staaten gibt es sogar Gesetze, die das Kritisieren der Qualität von Nahrungsmitteln unter Strafe stellen! Ist das nicht schon fast eine Art Nahrungs-Holocaust? Ein Holocaust gegen Bauern, Natur und uns alle?
Gefreut habe ich mich, dass hier Eric Schlosser mal wieder zu Wort kam. Er ist der Autor eines Buches namens "Fast Food Nation", den ich durch ein sehr spannendes Interview im Zusatzmaterial von "Supersize Me" kennengelernt habe. Er kritisiert die Fast Food-Industrie scharf, ist aber kein Dogmatiker und darüberhinaus offenbar ein sehr angenehmer Mensch (soweit man das aus dem Interview beurteilen kann).
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am 11. April 2014
Sehr interessant aber eigentlich ist schon alles bekannt. Unsere Nahrung beinhaltet viele Elemente, die uns schaden oder die wir nicht benötigen. Der Überfluß an billigem Fett, billigen Zucker und zuviel Salz tut sein übriges.
Die Bio-Industrie ist sicherlich nicht der Heilsbringer, da auch dort viele große Konzerne munter mitspielen und mit der Chance auf Renditeerhöhung sicherlich ihr grünes Gewissen etwas einfärben können. Aber als Anfang schon mal recht brauchbar und darf eigentlich nur der erste Schritt sein.
Eigentlich ist es alles recht einfach, wir müssen nur das als Nahrungsmittel kaufen, was auch unsere Groß- und Urgroßeltern als solche noch erkannt hätten. Wir sollten nur das essen, was wir kennen und identifizieren können. Und der Gang zum Bauer um die Ecke (sofern noch vorhanden) ist der Fahrt zum Discounter vorzuziehen.
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am 19. Februar 2011
... die "amerikanische" Aufmachung muss man einfach abziehen, wegdenken. Sie ist weit weniger schlimm als die Werbung, die uns von dort erreicht.

Der Film ist besser gegliedert, informativer als manch anderer zu diesem Thema und zeigt vor allem Auswege auf: jder kann (muss?) etwas unternehmen. Er zeigt auf erschütternde Weise, wie wenigen Konzerne politische Entscheidungen bestimmen - man darf z.B. nicht einmal Tatsachen bereichten ohne eine Klage zu riskieren.
Die aufgedeckten Zusammenhänge sind US-typisch, aber sie gelten in anderer Form auch für D und EU. Hier läuft alles irgendwie "heimlich" ab, obwohl wir die selbe oder eine ähnliche Nahrungsmittelproduktion haben. An Mahnern fehlt es hier nicht, wohl aber an "Lichtgestalten" die einen Ausweg zeigen wie in diesem Film vorgestellt.
Z.B. weist Greenpeace auf die Missstände hin, fordert auf, Briefe an irgendwelche Politiker zu senden. Das hilft aber nicht wirklich. Einen Aufruf zum Boykott wagen sie schon lange nicht mehr und verzichten somit auf das wirkungsvollste Mittel der Einflussnahme. Dies wird in diesem Film sehr elegant formuliert: "Mit jedem gekauften Produkt geben wir unsere Stimme ab"
Der Film ist meines Erachtens ein Muss vor allem auch für die meist ahnungslosen Befürworter des bestehenden Systems der Nahrunsmittelerzeugung und Verarbeitung.
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am 12. Mai 2014
Ein Film der schon fast zur Allgemeinbildung gehört, ein Film der die Wahrheit zeigt und die Augen öffnet.
Für Wissenschaftler auch ein guter Film um zum Beispiel die Wissenschaft auf ethische Züge zu hinterfragen.
Warum gibt es keine Kontrolle? Warum ist unsere Gier unaufhaltsam? Warum verschafft man sich Glück/Erfolg auf Kosten anderer?...
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am 14. Dezember 2013
Auch wenn es schon einige Jahre her ist, als dieser Film gedreht wurde, ist es dennoch gut zu sehen, wie die Food-Industrie tickt und welche Rolle wir als Konsumenten darin haben. Amerika ist ein gutes Beispiel für alle "neue Industriestaaten" die man sich nicht befolgen sollte und dies sieht man in dem Film. Man möchte eigentlich danach (nach dem Film) Vegetarier werden...
Ich verstehe, dass jeder viel Geld verdienen möchte und möglichst schnell, aber wenn es den neuen Staaten gelingt für die Ernährungsindustrie eine Methode zu finden, wo die Konsumenten nicht darunter leiden müssen, dann wäre es schon mal ein Schritt zu einer "besseren Welt". Aber auch wenn die Konsumenten der "alten Industriestaaten" ihr Konsum überdenken, kann man vielleicht noch etwas für bessere Zukunft des Essens beitragen.
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