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5.0 von 5 Sternen Begrenzte Perspektive
Die Welt betrachtet durch ein (Panzer-)Zielfernrohr wirkt klein und unübersichtlich. Zugleich kann jedes Detail durch Zoomen glasklar aus der Nähe betrachtet werden, aber die Übersicht kann durch umständliche Schwenks auch schnell verloren gehen. Dies ist die formale Grundlage des Films "Lebanon". Inhaltlich stellt es sich so dar, dass der Zuschauer...
Veröffentlicht am 15. Mai 2011 von Martin Ostermann

versus
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unglaubwürdiger Kriegsfilm
Ich kann die positiven Kritiken nur in kleinen Teilen nachvollziehen.
Ja natürlich, die Idee, mit der Kamera immer im Panzer zu bleiben und nur den Teil der Außenwelt zu sehen, den die Besatzung auch sehen kann, ist gut - aber umgesetzt ist sie weniger gut. So eingeschränkt, wie der Film es suggeriert, ist das Sichtfeld einer Panzerbesatzung dann auch...
Vor 19 Monaten von Peter Klug veröffentlicht


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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Unglaubwürdiger Kriegsfilm, 18. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Ich kann die positiven Kritiken nur in kleinen Teilen nachvollziehen.
Ja natürlich, die Idee, mit der Kamera immer im Panzer zu bleiben und nur den Teil der Außenwelt zu sehen, den die Besatzung auch sehen kann, ist gut - aber umgesetzt ist sie weniger gut. So eingeschränkt, wie der Film es suggeriert, ist das Sichtfeld einer Panzerbesatzung dann auch wieder nicht. Es gibt da doch ein paar Optiken mehr als nur das Zielfernrohr.

Und ja, mir ist natürlich klar, dass der Film zeigen soll, wie die Besatzung im Panzer eingesperrt ist, aber trotzdem ist es Mumpitz, dass niemand der Besatzung nicht ein Mal auch nur aus der Luke schaut. Klar, im Gefecht ist natürlich alles dicht, aber in Situationen, in denen die Infanteristen unbehelmt und entspannt um den Panzer herumschlendern, kann wohl auch mal die Besatzung rausschauen oder in Teilen den Panzer verlassen - etwa zum Pinkeln, was ja hier konsequent innerhalb des Gefechtsfahrzeuges erledigt wird. Das ist dann doch sehr übertrieben.

Im Gegenzug wird dann im Panzer minutenlang lamentiert, diskutiert oder sonstwas gemacht, ohne dass irgendjemand die Umgebung im Blick behält. Und das in einem Guerillakrieg, in dem ständig mit Überraschungen zu rechnen ist. Was nützt es da, wenn man auf Teufel-komm-raus den Kopf nicht aus dem Panzer hält, wenn man keine Ahnung hat, was draußen vorgeht und jederzeit eine RPG abbekommen kann? Wollen die den Einsatz nicht überleben?

Man könnte noch vieles aufzählen (Wann hat man jemals gehört, dass ein Verwundeter aus dem Inneren des Panzers heraus durch die Luke in den Helikopter gewinscht wird? Ach ja, ich vergaß, der Panzer darf nicht verlassen werden. Und wahrscheinlich war das Budget zu knapp für den Hubschrauber. Und wieso passen teilweise sechs Mann stehend in einen Kampfpanzer? Habe ich was verpasst oder baut man die mittlerweile als Großraumbüro? Seit wann werden einzelne Panzer alleine ins Niemandsland geschickt? Was ist das für eine lächerliche Missionsplanung, bei der der Panzerkommandant nicht mitgeteilt bekommt, was er überhaupt tun soll? Was sind das überhaupt für Dilettanten im Panzer?), aber im Endeffekt bleibt der Eindruck eines unlogischen Films zurück, der das Prädikat "Antikriegsfilm" und all das Lob scheinbar automatisch bekommen hat, weil a) ein paar Soldaten die Nerven verlieren, b) es ein paar tote Zivilisten gibt und c) ein paar Kriegsverbrechen gezeigt werden. Diese Klischees reichen ja schon und alle Kritiker überschlagen sich vor Anerkennung, was das doch für ein wertvoller Film sei und wie viel er uns doch über den Krieg sagt. Ob das Ganze überhaupt stimmig ist - vollkommen egal.

Wenn ein (Anti-)Kriegsfilm überzeugen soll, muss er vor allen anderen Dingen realistisch untermauert sein. Ist er das nicht, verspielt er komplett seine Glaubwürdigkeit. Und genau dafür ist "Lebanon" ein Musterbeispiel.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Begrenzte Perspektive, 15. Mai 2011
Von 
Martin Ostermann "ostermannm" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Die Welt betrachtet durch ein (Panzer-)Zielfernrohr wirkt klein und unübersichtlich. Zugleich kann jedes Detail durch Zoomen glasklar aus der Nähe betrachtet werden, aber die Übersicht kann durch umständliche Schwenks auch schnell verloren gehen. Dies ist die formale Grundlage des Films "Lebanon". Inhaltlich stellt es sich so dar, dass der Zuschauer gemeinsam mit Shmulik, dem Schützen, einen Panzer besteigt, dort auf eine blutjunge und insgesamt recht unerfahrene weitere Besatzung trifft und diesen Panzer während der nächsten 24 Stunden eines Feldzuges nicht mehr verlässt. Die Außenwelt ist nur durch das Zielfernrohr wahrzunehmen, sprachlich wird über Funk kommuniziert und einige Male schwebt der Kommandant des Zuges durch die Dachluke von oben in den Panzer ein, um die neuesten Anweisungen zu geben. Der Betrachter weiß und sieht nicht mehr als die Soldaten im Panzer, wird so einer von ihnen. Durchleidet die Anspannung, die Angst und zuletzt auch die Panik - wenn der Betrachter bereit ist, diese Perspektive auf den Krieg zu akzeptieren.
Rückblickend sind die historischen Ereignisse bekannt: Um die im Libanon erstarkte PLO zu schwächen und teilweise zu zerschlagen, begann Israel unter seinem Regierungschef Menachem Begin am 6. Juni 1982 mit einem Angriff auf den Libanon. Militärischer Oberbefehlshaber Israels war der Verteidigungsminister Ariel Scharon. Ziel war die Zerschlagung der militärischen PLO-Organisation durch den Vormarsch bis Beirut, von wo aus die PLO ihre Aktionen koordinierte. In Westbeirut wurden rund 10.000 PLO-Kämpfer von den israelischen Truppen eingeschlossen und zur Kapitulation aufgefordert. Dies sind die Ereignisse im Großen, aber was geschah im Kleinen? Wie erlebte der einfache Soldat den Einmarsch und die Kämpfe, die vor allem auch die Zivilbevölkerung in Mitleidenschaft zog?
Nach Ari Folman, der Regisseur von Waltz with Bashir, verarbeitet nun auch Samuel Maoz seine Erlebnisse als Soldat im ersten Libanonkrieg 1982. Während Folman sich der Erinnerungsarbeit widmet und der Zuschauer nur Puzzleteile erhält, die er mühsam durch emotionale und psychologische Barrieren hindurch rekonstruieren und zusammensetzen muss, wirft Maoz uns mitten ins Geschehen und zwingt den Zuschauer zur Teilnahme. Wir sitzen mit am Zielfernrohr und hören den Befehl zum Feuern. Sehen in die Gesichter des auf den Panzer und die Infanteristen zurasenden Autos und sehen in einem zweiten Fall die Explosion des Kleinlasters und die auf der Straße laufenden Hühner, die Teil der Ladung waren. Wir sehen wie es bewaffnete Kämpfer und Soldaten trifft, sehen aber auch unschuldige Männer, Frauen und Kinder grausam leiden. Wir werden im Panzer von einem Geschoss getroffen, riechen Schweiß und Abgase, fühlen den Dreck und die dünne Luft im Inneren, nehmen Teil an den Auseinandersetzungen der Soldaten über den richtigen nächsten Schritt.
Durch das Eingeschlossensein im Panzer wird dem Krieg jede Form von Abenteuer genommen, zugleich gibt es auch keine Helden, sondern nur Überlebende. Im Töten geht schnell die Übersicht verloren, das Ziel ist unklar und man schießt, um nicht selbst erschossen zu werden. Krieg ist schmutzig, grausam und zerstörerisch. Dies ist sicherlich die wichtigste Aussage dieses nicht einfach zu sehenden, aber auf dramatisch-existenzieller Ebene ungemein spannend inszenierten Filmes. Der Krieg wird gezeigt, ohne irgendetwas Gutes daran finden zu können. In diesem Sinne ist es ein gelungener Anti-Kriegsfilm.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen insgesamt gelungen, 7. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
und beklemmend. An dem Film kann man sehen, dass man auch mit einem sehr beschränktem Budget intensives Kino machen kann. Die be-/erdrückende Atmasphäre innerhalb des Panzers ist sehr gut dargestellt. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte für mich. Der Film ist ein klarer Antikriegsfilm mit teils sehr harten Bildern und hinterlässt den einen oder anderen Kloß im Bauch - soweit so gut. Meiner Meinung nach hätte es aber nicht so eine "Dampfhammer"-Methode gebraucht um dem Zuschauer aufzuzeigen wie schrecklich Krieg ist.
Viel zu viele Closeups auf Gesichter und andere Details außerhalb des Panzers! Zum einem einfach eine unrealistische Perspektive für die Zieleinrichtung aus einem Panzer heraus und zum anderen hätte eine eingeschränktere Perspektive - mehr visuelle Distanz zu den Geschehnissen draußen - die klaustrophobische Stimmung innerhalb des Panzers verstärkt.
Auch ohne Nahaufnahmen auf verzweifelte Frauen etc. hätte der Film die gleiche Wucht, wenn nicht sogar eine noch größere. Mehr Unwissenheit/Unsicherheit und Distanz bezüglich der Geschehnisse draußen hätten dem Film auf 5 Sterne gehoben, denn dann wär er wirklich ein perfekteres und intensiveres "Kammerspiel". Der Ausblick aus der "Kammer" (dem Panzer) nimmt nach meinem Geschmack zu viel Raum ein. Vieles was die Panzerbesatzung eigentlich nicht sehen "kann", hätte man mit Funksprüchen und eben einer -sicher beklemmender wirkenderen- Melange aus Spekulationen und Befürchtungen der Panzerbesatzung virtuos kompensieren können.
Dennoch insgesamt gut! Fehlt halt nur das I-Tüpfelchen für ein perfektes Kammerspiel und der Mut, die Aussage des Films etwas subtiler zu transportieren.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Im Innern eines Panzers...., 25. Juli 2011
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Es ist Juni 1982, Tag 1 im Libanon Krieg. In einem Panzer sitzen vier junge Männer, alle Anfang bis Mitte 20. Shmulik (Yoav Donat) ist der Richtschütze, der etwas erfahrenere Hertzel (Oshri Cohen) ein Ladeschütze. Assi (Itay Tiran) ist der Kommandant und Yigal (Michael Moshonov) fährt den Panzer.
Schon die ersten Dialoge untereinander verraten, dass keiner dieser vier jungen Soldaten scharf auf Krieg und Kampf sind. Aber sie sind hier und sie haben Befehle zu befolgen.
Unterstützt von einem Zug Fallschirmspringer sollen sie sich in Richtung Stadt bewegen, um die feindliche Stadt nach einem israelischen Luftangriff zu durchqueren.
Die Kurze Durchsage des Vorgesetzten Jamil (Zohar Shtrauss)lautet "Ihr seid jetzt im Libanon und wenn sich Autos nähern, wird sofort ohne Vorwarnung auf darauf gezielt". Der Panzer rumpelt durch Felder und über Schotterwege. Es stinkt, es ist eng und heiß in diesem Gefährt, die jungen Männer schwitzen, sind schmutzig, müde und gelangweilt.
Das Leben draussen wird durchs Zielfernrohr beobachtet. Es fängt schlimme Bilder des Krieges ein. Als ein Auto sich nähert, hat Shmulik Probleme damit den Schiessbefehl zu befolgen, er ist wie gelähmt.
Doch es gibt einen Anschiss vom Vorgesetzten und beim nächsten Mal schießt er auch auf ein Auto, dessen Fahrer aus dem Fenster eine Handbewegung macht, die nicht nach Feindseligkeit aussieht.
Wenige Sekunden später eine Explosion, tote Hühner liegen auf der Straße und ein schwerverletzter Mann, dem beide Beine und ein Arm fehlt.
Wenig später in der Stadt angekommen, gehen die Bilder der Todes und der Zerstörung weiter. Die Männer im Panzer sind immer mehr mit ihrer eigenen Angst konfrontiert, doch es gibt kein Entrinnen - keine Flucht vor diesem unmenschlichen Szenario. Bald wird auch klar, dass der Panzer defekt ist und immer mehr zum Sarg wird...
"Lebanon" ist ein Film von Samuel Maoz, der in dem 2009 gedrehten Film seine eigene Teilnahme am Libanon Krieg von 1982 verarbeitet.
Der Film wurde mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem Goldenen Löwen von Venedig und mit 5 Nominierungen für den europäischen Filmpreis 2010, wo der Film in den Kategorien "Erstlingswerk" und "Kamera" (Giora Bejach) den Sieg davontragen konnte.
Der Film ist sehr aufwühlend und seine Bilder dringen tief ins Gedächtnis ein. Der beengte Raum im dunklen Panzer schafft zusätzlich eine klaustrophobische und bedrückende Stimmung.
90 Minuten lang sitzt der Zuschauer gemeinsam mit den vier Soldaten in diesem Inneren eines Panzers - sichtbar wird dabei vor allem das Innere der Menschen. Denn der Blick durch dieses Zielfernrohr ist natürlich nicht nur nach aussen gerichtet...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf engstem Raum ..., 5. November 2010
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lebanon [DVD] [2009] [UK Import] (DVD)
... ist die Besatzung eines israelischen Panzers. Erfahrung haben sie alle kaum, und doch werden sie in den Angriffskrieg nach Libanon geschickt. 1982 überfielen Begin/Sharon das Nachbarland überraschend auch für die eigene Truppe.

Die Menschen scheitern, leiden, verändern sich, sterben teils. Viel Brutales geschieht. Viel länger als die knapp 90 Minuten hielte man es vielleicht gar nicht aus. Gefilmt ist alles radikal aus dem Panzer-Sehrohr heraus oder im Gefährt selbst. Allein das ist bereits bemerkenswert. Es ist ein bisschen wie "Das Boot" auf den harten Punkt gebracht.

Und - mit einer Seitenbemerkung zum Kollegen hier - kein pompöses Rattatattta-Knatz-Bumm-Beng "entspannt" etwa das Ganze, keine Auflösung gibt dem Ganzen einen scheinbaren Sinn. Sorry. Wenn Sie einen Actionfilm suchen, bitte weitersuchen. Wenn Sie etwas Wehrwillenbejahendes suchen sollten, dann erst recht.

Doch wenn Sie ein sehr intensives Kino-Erlebnis als DVD anstreben, dann besorgen Sie sich diesen Film, dem ich vier bis viereinhalb Sterne gebe.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Popcornkino, 1. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Der Film "Lebanon" vom Regisseur Samuel Maoz spielt während der Frühphase des Libanonkrieges 1982. Ein Trupp Fallschirmjäger soll im Grenzgebiet ein Libanesisches Dorf durchsuchen, welches vorher bereits von der Israelischen Luftwaffe bombardiert wurde. Der Auftrag lautet das Dorf von Hisbollahkämpfern zu säubern. Unterstützt werden die Fallschirmjäger von einem Kampfpanzer. An Bord sind die Soldaten Assil, Shmulik, Hertzel und Yigal, fast alles kriegsunerfahrene Rekruten.

Aufgrund der Erfahrungen im 6 Tage Krieg und im Jom-Kippur-Krieg durften die Panzerkommandanten im Libanon nicht mehr im offenen Turmluk fahren, sondern mussten im Panzer bleiben und durch die Visiereinrichtungen ihren Panzer befehligen. Das bekommt der Zuschauer in diesem Film zu spüren. Sämtliche Außenaufnahmen, außer der letzten Szene, sind ausschließlich durch das Visier oder das Nachtsichtgerät des Panzers zu sehen. Ein Großteil der Szenen wird zudem im Panzer direkt gefilmt, wofür ein spezieller Nachbau benutzt wurde, der den Kameraleuten die Möglichkeit gab, vernünftig zu filmen, ohne die Klaustrophobische Enge aufzugeben. Dieser Film ist stellenweise schwer erträglich. Man spürt die Hitze in diesem Panzer, den Gestank, die Enge, den Lärm und sieht, wie einer nach dem anderen mit der Kampfsituation nicht zurecht kommt. Leider bietet dieser Film an einigen Stellen eine etwas aufgesetzt wirkende Dramatik, die zusehr konstruiert wirkt. Die Gefechtsszenen sind gut und ohne viel Geschnörkel. Wer große Schlachtenszenen erwartet, wird hier aber enttäuscht. Es sind eher Scharmützel und Hinterhalte, in die die kleine IDF-Truppe gerät. Nicht umsonst wird der Libanonkrieg auch als Israelisches Vietnam bezeichnet.

"Lebanon" zeigt einen sehr drastischen Kriegsfilm auf engstem Raum. Der Film ist eindeutig keine Propaganda, vielmehr sieht man überforderte Israelis die mit dieser Art der Kriegsführung nicht zurechtkommen und durchaus zivile Opfer in kauf nehmen oder gezielt den Einsatz von Phosphorgranaten befehlen, obwohl dieser durch die UN verboten ist. Wer abseits von großen Materialschlachten einen handwerklich gut gemachten Kriegsfilm sehen will, der ist mit "Lebanon" an der richtigen Adresse. Dieser Film erinnert an "Das Boot", wobei "Das Boot" im Vergleich wirkt, als wäre es auf einem Fussballplatz gedreht worden, "Lebanon" dagegen in einem Schuhkarton. Enger und düsterer gehts kaum noch.

Die Extras sind Audiokommentar von Regisseur Samuel Maoz, Kinotrailer und ein Making of, welches wie ein gefilmtes Homevideo aussieht und leider derartig wenig Informationen über den Film enthält, das es für mich beinahe wertlos war.

Fazit: Kein gemütlicher Kriegsfilm für ne Runde mit Kumpels bei einem Bier und Popcorn, sondern ein Film, der an einem arbeitet und auf den man sich einlassen muss.
Film: 4 Sterne, Making of: 1 Stern.

Das ist meine erste Rezension, ich hoffe ich konnte Euch damit ein wenig weiterhelfen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Irrwege des Krieges, 14. Juli 2011
Von 
Joroka (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
1982, der 1. Tag im Krieg von Israel gegen den Libanon. Shmulik, Hertzel, Jigal und der Kommandant Assi finden sich in der Enge eines Panzers wieder. Ihr Marschbefehl ist klar. Sie rücken in eine Stadt ein und werden Zeugen und Akteure von kriegerischen Handlungen, auch an der Zivilbevölkerung. Shmulik sitzt am Zielrohr und soll die Raketen auslösen. Doch was er zu sehen bekommt, stürzt ihn in eine Zwickmühle und löst eine emotionale Ladehemmungen aus. Doch auch das Zusammenspiel der vier Insassen und die Delegation von der Kommandozentrale über Sprechfunk läuft nicht idealtypisch nach Befehl und Befehlsausführung ab. Dann müssen sie noch einen getöteten Kameraden und einen syrischen Gefangenen in die Enge des Panzers mit aufnehmen und aushalten....

Dem Film gelingt es eindrucksvolle klaustrophobische Bilder zu entwerfen und ein fassbares Grauen, welches sich auf den Gesichtern der Akteure widerspiegelt.Es stellt sich ein Mitleiden mit den vermeintlichen Tätern ein, die gleichzeitig Opfer sind und eine innere Stimme, die sagt: Zum Glück bin ich selber nie in eine vergleichbare Situation geraten.
Handelt es sich um eine einseitige Darstellung? Es ist ein israelischer Film, in dem der Regisseur seine eigenen Erlebnisse im Libanonkrieg verarbeitet. Ich denke, dass ihm recht realistische Bilder gelungen sind, die kein Hohelied auf die israelische Armee anstimmen.
Für mich ein klarer Anti-Kriegs-Film.

Extras: Making of, Trailer
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krieg hautnah..., 15. August 2011
Von 
Klaus Bovelet "Klaus" (Wassenberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Ein Kriegsfilm... noch einer?

Ja, es gibt viele Filme um das Unglaubliche in eine Form zu bringen, um das Grauen be- und verarbeiten zu können.

Lebanon spielt im Libanon. Eine israelische Panzerbesatzung erlebt Krieg und Tod aus der (beschränkten) Sicht durch Sehschlitz und Betrachtungsoptik. Isoliert und auf sich selbst zurückgeworfen. Mächtig und doch hilflos. Blind und ständigen Bedrohungen ausgesetzt. Die zwischenmenschlichen Probleme - die nicht zuletzt durch die Enge, die Abgeschiedenheit und Ängste vielfältiger Art sehr gut und glaubhaft vermittelt werden - geben dem ganzen Film etwas Klaustrophobisches.

Ein Film der zum Nachdenken bringt und der einen in seinen Bann zieht. Man spürt fast die Hitze Angst und riecht förmlich das Gemisch aus Brand und Öl, kann sich den Gestank vorstellen.

Sehr gut gemacht, viel Kammerspielcharakter, aber intensiv... ein echter Geheimtipp!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen krieg mal anders., 21. Mai 2011
Von 
Frank Linden (Troisdorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
ein vorgesetzter der sich nicht durchsetzten kann, ein panzerfahrer der sein gerät nicht richtig beherrscht, ein schütze der nicht schiessen will und quertreiber.
das ist die besatzung eines panzers der 1982 im libanon krieg ein bombadiertes dorf säubern soll.
das diese kombination für sprengstoff sorgt dürfte klar sein und als die truppe in besagtem dorf unter beschuss gerät droht die lage zu eskalieren.
syrische kämpfer greifen ein und nehmen die israelischen soldaten unter feuer.
könne sie rechtzeitig fliehen oder wird der panzer ihr grab?

die darsteller machen ihre sache recht gut.
die dialoge sind ok.
die story ist spannend und fazinierend.
die kameraarbeit ist sehr authentisch.

vier soldaten die lieber überall woanders wären als in diesem dreckigen stinkenden panzer, mitten im krieg.
diese story hat es in sich, zwar ist der actionfaktor nicht sonderlich hoch aber die zwischenmenschlichen probleme und die fortschreitende panik der soldaten lässt dieses schnell vergessen.
lebanon ist ein wahrer antikriegsfilm der zum nachdenken anregt.
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23 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dicht vorbei ist trotzdem daneben, 22. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Lebanon - Tödliche Mission (DVD)
Ein Anti-Kriegsfilm über eine Panzerbesatzung und den psychischen Druck, dem sie ausgesetzt sind - das war meine Erwartung an den Film. Das so etwas sehr gut funktioniert, hat der Film "Bestie Krieg" eindrucksvoll gezeigt.

*******SPOILER************

Das Positive zuerst - viel ist es leider nicht: der Film ist eigentlich ein Kammerspiel - der Handlungsort ist ausschließlich das Innere des Panzers. Die Akteure beschränken sich auf die Besatzung, einen Fallschirmjägeroffizier mit seinen Soldaten, einen syrischen Kriegsgefangenen und ein paar Libanesen. In dieser Form relativ interessant dargestellt - da "hätte" man richtig was draus machen können. Die Effekte sind akzeptabel.

Das Negative, dass diesen Film gründlich disqualifiziert, überwiegt turmhoch.
Da wäre zunächst einmal die grundsätzliche Unglaubwürdigkeit der Hauptdarsteller. Die israelische Armee -besonders in der Zeit, in der der Film spielt!- ist für ihre Härte, Disziplin und Professionalität berühmt, berüchtigt und gefürchtet. Die im Film dargestellte Panzerbesatzung hingegen ist ein völliges Paradebeispiel von Inkompetenz.
Der Fahrer muss sich von einem Fallschirmjäger -wohlgemerkt noch nicht einmal einem Panzersoldaten- erklären lassen, wei man einen Panzer startet. Er sorgt sich überdies um seine armen alten Eltern - jetzt ratet doch mal, ob er den Film überlebt???
Der Kanonier hat vor lauter Angst und Gewissensproblemen nichts besseres zu tun, als seine Feuerbefehle zu verweigern. Natürlich nur dann nicht, wenn er ausgerechnet einen harmlosen Hühnerbauern zerfetzt. Auf schießende Feinde hingegen kann er nur mit Tränen, Gewimmer und verkrampften Händen reagieren.
Der Kommandant des Panzers kann seine Kommandobefugnis in keinem Augenblick durchsetzten - die Kassiererin vom Supermarkt an der Ecke hat mehr Autorität. Natürlich darf ein Nervenzusammenbruch und Rückzug aus der Realität nicht fehlen - gaaaar nicht übertrieben dargestellt durch seine Rasur mitten im dicksten Schlamassel.
Der Ladeschütze, um das Panzer-Dreamteam zu komplettieren, ist ein aufmüpfiger Nörgler, der gegen jede Anweisung aufmuckt und nur das tut, was er will. Aber er hat ja auch nur noch 2 Wochen bis zur Entlassung und will ja auch nur noch nach Hause - klar, der kurz vor dem Ende stehende Ausscheider verleiht dem Ganzen noch den Extra-Pfiff Dramatik!

Garniert wird dies alles mit den klassisch-ausgelutschten Stilmitteln, die in keinem Film fehlen dürfen, der sich auch richtig schön "Anti"-Kriegsfilm nennen und Einen auf eindinglich bis zum Geht-nicht-mehr machen will.
Als da wären unter anderem:
Der arme und harmlose Zivilist, der wie gesagt zerfetzt wird.
Die Mutter, die ihre kleinen Kinder verliert und weinend-apathisch zusammenbricht.
Die Soldaten, die ja eigentlich nur nach Hause wollen und sowieso kurz vor der Entlassung stehen.
Die lustig-tragisch erzählten Anekdoten, die den jeweiligen Protagonisten menschlich-sympathische Züge verleihen soll - in diesem Fall die lustige Geschichte des Schützen, der den Todesfall seines Vaters nutzen konnte, um sich an den Brüsten seiner Lehrerin reiben zu können! Nee....wat haben wir da alle gelacht...Nee wat is' dat schön!!
Als nächstes wäre dann da noch der arme Soldat, der natürlich total sensibel ist und genauso natürlich in Gras bzw. den Panzerstahl beissen muss.
Die Kirsche auf dem Kuchen ist der harte Hund von Fallschirmjäger, der klassische tough-guy!
Ach so, es fehlt noch der arme und bemitleidenswerte Kriegsgefangene, der den Panzer zuerst mit einer Panzerabwehrrakete beschießt und zum Dank mit Zigaretten bedacht wird - am Ende hält ihm ein Soldat sogar noch den Schniedel zum Pinkeln!Tja, wär ja auch nicht so, dass er nicht ein paar Stunden zuvor versucht hätte, die Soldaten zu töten....ach komm, Schwamm drüber!!!

Weiterer unfreiwillig komischer Kalauer - der Panzer sondert im Verlauf des Films so dermaßen viel Öl, Kondenswasser, Flüssigkeiten und was-weiß-ich-nicht-was-noch-Flüssiges ab - da fühlt man sich direkt an "Das Boot" erinnert - nur eben zufällig mitten in der Wüste Libanons. Überhaupt scheint der Verursacher dieses Machwerks eine Vorliebe für Flüssigkeiten zu haben - anders kann ich mir die extensiven Urinier-Einlagen in verschiedene Munitionskisten sonst auch nicht erklären!

FAZIT: Ein durch und durch abgedroschener, vorhersehbarer, klischeehafter, unglaubwürdiger, langatmiger und überflüssiger Film, den weder die Welt noch der Libanon braucht. Nur konsequent, ihn mit allen möglichen Preisen zu überschütten.
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Lebanon - Tödliche Mission
Lebanon - Tödliche Mission von Yoav Donat (DVD - 2011)
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