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5.0 von 5 Sternen Kosmische Kammermusik. Zwischen Folk, Drone und Psychedelica., 18. Oktober 2010
Von 
H. Gebauer (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: In a Dark Tongue (Audio CD)
In einem Interview sagte Steve von Till einmal,
dass die Musik, die er macht, direkt aus dem Mittelpunkt
der Erde kommt und durch sein Rückgrat aufsteigt, um
in seinem Kopf zu Klängen zu werden, die er dann
relativ schnell einspielen muss, damit seine Klangideen
nicht wieder im "Erdinnern" verschwinden.

Hört man diese Scheibe, dann wird dieser Gedanke beinahe
körperlich spürbar, denn beinahe ätherisch sind die Klänge, die hier
aus der Tiefe aufsteigen, um den Hörer in tiefste Trance zu versetzen.
Interessanterweise nennt von Till das letzte Stück der Platte "Centre of the world".

Anders als bei Neurosis sind die Klänge zwar immer noch melancholisch,
aber dafür wärmer, lichtdurchfluteter und kammermusikalischer. Zuweilen
aber werden die Sounds durch Samples, Klangmodulatoren ("Music of the
dark torrent, track 5) und Klangcollagen (Geräusche des Waldes) erweitert.
Es ist eine "herbstliche" Klanglandschaft, die von Till hier entwirft.

Die Scheibe ist bis auf eine Ausnahme ohne Vocals (TRACK 4 "By wind and sun").
Die anderen Stücke sind weiträumigste Instrumentalstücke, die sich im Spektrum
Folk (am extremsten "Eibhli ghail....." Track 6), Drone-Anklängen (EARTH),
Psychedelica, bzw. Om-artigem Stoner-Rock ("The hawk of Achill" (TRACK8)
mit dem magischen Al Cisneros am Bass) entfalten. Aber auch fahle kammermusikalische
Facetten werden aufgeboten(z.B. "Birch-wood bower" (TRACK 3), "Headless staves of poets,
track 7).

Der Hörer sollte sich diese Platte also - ähnlich wie bei den grössten Neurosis-Platten-
eher wie eine einzige gigantische Komposition von 70 Minuten vorstellen. Es ist eine
wunderbare Reise durch tonnenschwere Riffs, federleichten Zwischenspiele, ausgedünnte
klangliche Texturen, elektronische verzerrte Stimmen und psychedelisch-apokalyptischen Folk.
Es ist eine Platte, die bei jedem Hören tiefsinniger und weiträumiger wird. Aber, allein
der unfassbar grosse Track "Hawk of the Achill" mit Cisneros am Bass würde die
Anschaffung dieser Platte rechtfertigen. Einfach Grandios, bleiern-schwer und zugleich
federleicht und schwebend. Das muss man einfach gehört haben.

Fazit: Eine Platte, die sich weder zu STEVE VON TILLS Solowerk noch
wirklich zu NEUROSIS zählen lässt. HARVESTMAN bildet ein ganz eigenes
klangliches Idiom heraus, dass die Palette von NEUROSIS und Umfeld
wunderbar erweitert und die Wartezeit auf die neue NEUROSIS-Scheibe
verkürzen hilft. Auch Freunde von SHRINEBUILDER oder OM könnten hier zuschlagen.
5 Sterne für eine Scheibe, die bei jedem Hören tiefsinnger und weiträumiger wird.
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