Kundenrezensionen


9 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen #9 Dream - 2005 Remix, 21. Juli 2009
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Walls & Bridges (Audio CD)
Ende '73 trennten sich John und Yoko, und in der Folgezeit machte John Lennon während seines "lost weekend" mit einigen Negativ-Schlagzeilen (Trunkenheit, Pöbeleien und Erregung öffentlicher Ärgernisse etc.) von sich reden, was er rückblickend auf seine Unfähigkeit, ohne Yoko zu (über)leben, zurückführte. Die Grundthemen, die das Album (erschienen 1974) durchziehen, sind denn auch Ängste, Verwirrung, Einsamkeit und innere Zerrissenheit; es als "die Arbeit eines kranken Handwerkers" (Lennon) zu bezeichnen, halte ich dennoch für restlos überzogen.

Die Kompositionen weisen einige überraschende Akkordwendungen und Arrangementideen auf und können durchweg überzeugen; selbst die beiden Songs, die man am ehesten als "Füller" bezeichnen könnte, das rockige What you got und das Instrumental Beef Jerkey, zeugen vom hohen Können der Musiker, die teilweise schon auf "Mind Games" mitgespielt hatten. Die bekanntesten waren alte Bekannte wie Jesse Ed Davis (g), Jim Keltner (dr), Nicky Hopkins (p), Klaus Voormann (b) und Bobby Keys (sax).

Neben Zitaten aus alten Bluessongs lockert Lennon das Album immer wieder mit augenzwinkernden Verweisen auf Älteres auf. Mit der Zeile "somebody please please help me" (aus Going down on Love) spielt er auf Help! an, sein "sweet sweet sweet sweet love" in der Ausblende von Surprise Surprise ist exakt so phrasiert wie das "beep beep m beep beep yeah" am Ende von Drive my Car, eine Gitarrenfigur in Beef Jerkey parodiert das Riff von McCartneys Let me roll it (das viele wiederum als dessen Versuch verstanden, Lennons Stil zu verwenden), und die letzte Zeile in Scared, "like a rollin' stone", kann als kleiner Gruß Richtung Dylan und Stones gelten. Mit Steel and Glass schrieb Lennon einen weiteren gehässigen Song, bei dem man sich fragen kann, wer gemeint ist (Lennon bestritt, dass es sich um Allen Klein handelte, und wich recht unglaubwürdig aus, im Endeffekt meine er doch wieder nur sich selbst); hier greift das Sax das Riff des ähnlich gelagerten Songs How do you sleep? auf, das direkt gegen Paul McCartney gerichtet war.

Einige Zeit zuvor hatte Lennon Harry Nilssons Album "Pussycats" produziert, und auf ihrer Gemeinschaftskomposition Old Dirt Road sang Nilsson natürlich mit. Inspiriert von dem Streicherarrangement, das Lennon für Nilssons Version von Many Rivers to cross geschrieben hatte, entstand #9 Dream, und auch wenn Lennon behauptete, es sei eher ein Arbeitssong gewesen, ist er für mich Lennons überzeugendster auf dem Album und überhaupt, was nicht zuletzt daran lag, dass die Traumatmosphäre so treffend umgesetzt wird. Zwar handelten laut Lennon Songs wie What you got und Bless you von Yoko, Surprise Surprise jedoch von seiner Geliebten May Pang, die auch in #9 Dream das geflüsterte "John, John" beisteuerte (in bester Beatles-Manier beim zweiten Mal natürlich rückwärts aufgenommen!).

Nobody loves you (When you're down and out) mag Gefahr laufen, in Selbstmitleid zu versinken, was aber vom aggressiven Mittelteil etwas neutralisiert wird; und immerhin schreibt Lennon auch hier von realen Erfahrungen im Showbiz (der Bläser-Lauf bei der Nennung dieses Wortes im Text verleiht dem Song einen Schuss Ironie).

Der prominenteste Gaststar auf dem Album war natürlich Elton John, der auf Surprise Surprise mitsang und vor allem auf Whatever gets you thru the Night mitsang und -spielte. Vielleicht lag es daran, dass dies seit langem Lennons unbeschwertester in einer Reihe doch recht gewichtiger Songs war, der die Single Platz 1 in den Staaten erreichen ließ.

Unter den drei Bonustracks ist die Liveversion dieses Hits von dem Konzert am 28.11.'74 im Madison Square Garden, zu dem Lennon sich Elton John gegenüber verpflichtet hatte, falls der Song - wider sein Erwarten - auf Platz 1 landen sollte. Schade, dass nur dieser eine und nicht auch die beiden anderen, Lucy in the Sky with Diamonds und I saw her standing there, dazugepackt wurden, zumal es sich um Lennons letzten Liveauftritt überhaupt handelte. Laut Booklet wurde hierfür ein Mix von 1981 verwendet, der wie ein besseres Bootleg klingt, was umso erstaunlicher ist, als alle drei Songs in superber Qualität auf Elton John Doppel-CD "Here and there" (1995) enthalten sind (auch wenn Lennon hie und da etwas leiser gemischt wurde als Elton).

Von Nobody loves you hören wir den akustischen und intimen Solo-Take 9; den Abschluss bildet ein knapp vierminütiges Radiointerview, in dem Lennon für das Album wirbt und sich zu seinen Schwierigkeiten äußert, seine "Green Card" zu bekommen (was ihm später gelang).

Old Dirt Road, Bless you, Scared und Nobody loves you (When you're down and out) wurden "nur" remastered; der vorsichtige Remix von 2005 hat den übrigen Songs gut getan, da sie nun etwas nuancierter klingen, ohne ihren Charakter zu verändern. Zur besseren Unterscheidung erhielt diese Neuauflage ein anderes Cover; das Originalcover mit Lennons Zeichnung von 1952 findet sich nun im Booklet. Der Druck der CD greift das Motiv der Single Woman is the Nigger of the World auf.

"Walls and Bridges" enthält mit #9 Dream meinen Lieblingssong von John Lennon, und es bleibt - vor "Imagine"! - mein absolutes Lennon-Lieblingsalbum.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen #9 Dream, 21. Juli 2009
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
Ende '73 trennten sich John und Yoko, und in der Folgezeit machte John Lennon während seines "lost weekend" mit einigen Negativ-Schlagzeilen (Trunkenheit, Pöbeleien und Erregung öffentlicher Ärgernisse etc.) von sich reden, was er rückblickend auf seine Unfähigkeit, ohne Yoko zu (über)leben, zurückführte. Die Grundthemen, die das Album (erschienen 1974) durchziehen, sind denn auch Ängste, Verwirrung, Einsamkeit und innere Zerrissenheit; es als "die Arbeit eines kranken Handwerkers" (Lennon) zu bezeichnen, halte ich dennoch für restlos überzogen.

Die Kompositionen weisen einige überraschende Akkordwendungen und Arrangementideen auf und können durchweg überzeugen; selbst die beiden Songs, die man am ehesten als "Füller" bezeichnen könnte, das rockige What you got und das Instrumental Beef Jerkey, zeugen vom hohen Können der Musiker, die teilweise schon auf "Mind Games" mitgespielt hatten. Die bekanntesten waren alte Bekannte wie Jesse Ed Davis (g), Jim Keltner (dr), Nicky Hopkins (p), Klaus Voormann (b) und Bobby Keys (sax).

Das Originalcover zierte eine Zeichnung des elfjährigen Lennon, und neben Zitaten aus alten Bluessongs lockert Lennon das Album immer wieder mit weiteren augenzwinkernden Verweisen auf Älteres auf. Mit der Zeile "somebody please please help me" (aus Going down on Love) spielt er auf Help! an, sein "sweet sweet sweet sweet love" in der Ausblende von Surprise Surprise ist exakt so phrasiert wie das "beep beep m beep beep yeah" am Ende von Drive my Car, eine Gitarrenfigur in Beef Jerkey parodiert das Riff von McCartneys Let me roll it (das viele wiederum als dessen Versuch verstanden, Lennons Stil zu verwenden), und die letzte Zeile in Scared, "like a rollin' stone", kann als kleiner Gruß Richtung Dylan und Stones gelten. Mit Steel and Glass schrieb Lennon einen weiteren gehässigen Song, bei dem man sich fragen kann, wer gemeint ist (Lennon bestritt, dass es sich um Allen Klein handelte, und wich recht unglaubwürdig aus, im Endeffekt meine er doch wieder nur sich selbst); hier greift das Sax das Riff des ähnlich gelagerten Songs How do you sleep? auf, das direkt gegen Paul McCartney gerichtet war.

Einige Zeit zuvor hatte Lennon Harry Nilssons Album "Pussycats" produziert, und auf ihrer Gemeinschaftskomposition Old Dirt Road sang Nilsson natürlich mit. Inspiriert von dem Streicherarrangement, das Lennon für Nilssons Version von Many Rivers to cross geschrieben hatte, entstand #9 Dream, und auch wenn Lennon behauptete, es sei eher ein Arbeitssong gewesen, ist er für mich Lennons überzeugendster auf dem Album und überhaupt, was nicht zuletzt daran lag, dass die Traumatmosphäre so treffend umgesetzt wird. Zwar handelten laut Lennon Songs wie What you got und Bless you von Yoko, Surprise Surprise jedoch von seiner Geliebten May Pang, die auch in #9 Dream das geflüsterte "John, John" beisteuerte (in bester Beatles-Manier beim zweiten Mal natürlich rückwärts aufgenommen!).

Nobody loves you (When you're down and out) mag Gefahr laufen, in Selbstmitleid zu versinken, was aber vom aggressiven Mittelteil etwas neutralisiert wird; und immerhin schreibt Lennon auch hier von realen Erfahrungen im Showbiz, und Tricks wie der Bläser-Lauf bei der Nennung dieses Wortes im Text verleiht dem Song den nötigen Schuss Ironie. Dass das Album mit einer Aufnahme von Ya Ya endet, das Lennon spontan mit seinem damals elfjährigen Sohn Julian am Schlagzeug mitschnitt, gibt ihm noch etwas mehr Leichtigkeit.

Der prominenteste Gaststar auf dem Album war natürlich Elton John, der auf Surprise Surprise mitsang und vor allem auf Whatever gets you thru the Night mitsang und -spielte. Vielleicht lag es daran, dass dies seit langem Lennons unbeschwertester in einer Reihe doch recht gewichtiger Songs war, der die Single Platz 1 in den Staaten erreichen ließ.

"Walls and Bridges" enthält mit #9 Dream meinen Lieblingssong von John Lennon, und es bleibt - vor "Imagine"! - mein absolutes Lennon-Lieblingsalbum; noch mehr Spaß macht es allerdings im 2005 erschienenen, klanglich deutlich verbesserten Remix, leicht erkennbar am neuen Cover, das Lennon mit mehreren Brillen auf der Nase zeigt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmosphärisch dichtes Meisterwerk Lennons endlich mit hörbar besserer Klangqualität, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
John Lennon schaffte es wie kaum ein anderer Künstler, mit einem Album Stimmungen zu transportieren und eine gewisse Magie zu erzeugen. Im Vergleich zu seinen vorher veröffentlichten Soloalben besticht Walls and Bridges durch einen sehr dichten, warmen Sound, der klar dem Entstehungszeitraum (Mitte der 1970er) zuzuordnen ist, sich aber durch Einzigartigkeit in der Instrumentierung auszeichnet. Das Songmaterial ist durchweg besser als auf dem Vorgängeralbum Mind Games, die kompositorische Klasse wie auf John Lennon / Plastic Ono Band, Imagine und dem m.E. zu Unrecht unterschätzten Some Time... wird allerdings nicht mehr (ganz) erreicht. Die Songs sind weitestgehend eine Introspektion auf Lennons bewegtes Leben in der zeitweisen Trennungsphase von Yoko Ono, insbesondere „Going down on Love“, „What You Got“ und „Bless You“ geben darüber Auskunft. Selbstzweifel wie in „Scared“ und „Nobody Loves You“ werden unverschnörkelt widergegeben. Mit #9 Dream (einer Hommage an seinen vormaligen Bandkollegen George Harrison) gelang Lennon noch einmal ein traumhaft schönes und zugleich eingängiges Lied, wie er es zu Beatles-Zeiten z.B. in I'm Only Sleeping perfektioniert hatte. In „Steel and Glass“ ätzt Lennon gegen den Ex-Manager der Beatles, Allen Klein. Ähnliches (an Paul McCartney adressiert) war schon auf dem Imagine-Album („How Do You Sleep?“) zu hören. M.E. etwas belanglos, aber erfolgreich (Nr. 1 in den US-Billboard Charts) war „Whatever Gets You Through the Night“ mit Elton John am Klavier und im Hintergrundgesang.
Das Remastering hat dem Album hörbar gutgetan, klang doch die erste CD-Pressung noch so, als musiziere die Band hinter dicken Vorhängen. Der Klang ist klarer, ohne dass etwas verfälscht wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Help yourself album, 21. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
Ich denke, zu den Songwriterqualitäten Lennons ist wohl kaum noch ein Wort zu verlieren. Natürlich, wer sich hier ein kommerzielles Album a la Imagine (obwohl das auch keines ist) erwartet findet sicher nicht das Gewünschte. Viel mehr bietet das Album Einblicke in die Seele, die tiefe Wunden erlitten hat. Es gelingt Lennon die innere Enttäuschung, in einen Klangteppich umzusetzen. Schon der Opener "Going down on love" zeugt von Bitterkeit,schließlich bittet er um Hilfe wie schon 1965 auf Help. "What you got" ist ein typischer Gedankengang, etwas triviales, dass jedem bewusst wird (you don't know what you got until you lose it).Er sieht seine Fehler ein und kann doch nicht zurück. Das sind nur zwei Beispiele der Platte, deren depressive Stimmung einmal durch schleppende Orchesteruntermalung noch mehr drückt und dann wieder, selten aber doch, durch härtere Töne die Wut ausschäumen läßt. "Whatever gets you thru the night" ist nur vom Sound her ein Ausreißer, der Text fügt sich mühelos in die übrige Stimmung ein. Dieses Album ist eine echte Hilfe um über Trennungen hinwegzukommen, da einem das Album aus der Seele spricht. Dies vielleicht auch deshalb weil Lennon eine bildhafte Sprache benutzt, die eher mit Gefühlen als durch die Sprache verstanden werden kann. Try it when you're down!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen #9 Dream - 2005 Remix, 16. Juli 2009
Von 
Toby Tambourine (Gießen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Walls & Bridges (Audio CD)
Ende '73 trennten sich John und Yoko, und in der Folgezeit machte John Lennon während seines "lost weekend" mit einigen Negativ-Schlagzeilen (Trunkenheit, Pöbeleien und Erregung öffentlicher Ärgernisse etc.) von sich reden, was er rückblickend auf seine Unfähigkeit, ohne Yoko zu (über)leben, zurückführte. Die Grundthemen, die das Album (erschienen 1974) durchziehen, sind denn auch Ängste, Verwirrung, Einsamkeit und innere Zerrissenheit; es als "die Arbeit eines kranken Handwerkers" (Lennon) zu bezeichnen, halte ich dennoch für restlos überzogen.

Die Kompositionen weisen einige überraschende Akkordwendungen und Arrangementideen auf und können durchweg überzeugen; selbst die beiden Songs, die man am ehesten als "Füller" bezeichnen könnte, das rockige What you got und das Instrumental Beef Jerkey, zeugen vom hohen Können der Musiker, die teilweise schon auf "Mind Games" mitgespielt hatten. Die bekanntesten waren alte Bekannte wie Jesse Ed Davis (g), Jim Keltner (dr), Nicky Hopkins (p), Klaus Voormann (b) und Bobby Keys (sax).

Neben Zitaten aus alten Bluessongs lockert Lennon das Album immer wieder mit augenzwinkernden Verweisen auf Älteres auf. Mit der Zeile "somebody please please help me" (aus Going down on Love) spielt er auf Help! an, sein "sweet sweet sweet sweet love" in der Ausblende von Surprise Surprise ist exakt so phrasiert wie das "beep beep m beep beep yeah" am Ende von Drive my Car, eine Gitarrenfigur in Beef Jerkey parodiert das Riff von McCartneys Let me roll it (das viele wiederum als dessen Versuch verstanden, Lennons Stil zu verwenden), und die letzte Zeile in Scared, "like a rollin' stone", kann als kleiner Gruß Richtung Dylan und Stones gelten. Mit Steel and Glass schrieb Lennon einen weiteren gehässigen Song, bei dem man sich fragen kann, wer gemeint ist (Lennon bestritt, dass es sich um Allen Klein handelte, und wich recht unglaubwürdig aus, im Endeffekt meine er doch wieder nur sich selbst); hier greift das Sax das Riff des ähnlich gelagerten Songs How do you sleep? auf, das direkt gegen Paul McCartney gerichtet war.

Einige Zeit zuvor hatte Lennon Harry Nilssons Album "Pussycats" produziert, und auf ihrer Gemeinschaftskomposition Old Dirt Road sang Nilsson natürlich mit. Inspiriert von dem Streicherarrangement, das Lennon für Nilssons Version von Many Rivers to cross geschrieben hatte, entstand #9 Dream, und auch wenn Lennon behauptete, es sei eher ein Arbeitssong gewesen, ist er für mich Lennons überzeugendster auf dem Album und überhaupt, was nicht zuletzt daran lag, dass die Traumatmosphäre so treffend umgesetzt wird. Zwar handelten laut Lennon Songs wie What you got und Bless you von Yoko, Surprise Surprise jedoch von seiner Geliebten May Pang, die auch in #9 Dream das geflüsterte "John, John" beisteuerte (in bester Beatles-Manier beim zweiten Mal natürlich rückwärts aufgenommen!).

Nobody loves you (When you're down and out) mag Gefahr laufen, in Selbstmitleid zu versinken, was aber vom aggressiven Mittelteil etwas neutralisiert wird; und immerhin schreibt Lennon auch hier von realen Erfahrungen im Showbiz (der Bläser-Lauf bei der Nennung dieses Wortes im Text verleiht dem Song einen Schuss Ironie).

Der prominenteste Gaststar auf dem Album war natürlich Elton John, der auf Surprise Surprise mitsang und vor allem auf Whatever gets you thru the Night mitsang und -spielte. Vielleicht lag es daran, dass dies seit langem Lennons unbeschwertester in einer Reihe doch recht gewichtiger Songs war, der die Single Platz 1 in den Staaten erreichen ließ.

Unter den drei Bonustracks ist die Liveversion dieses Hits von dem Konzert am 28.11.'74 im Madison Square Garden, zu dem Lennon sich Elton John gegenüber verpflichtet hatte, falls der Song - wider sein Erwarten - auf Platz 1 landen sollte. Schade, dass nur dieser eine und nicht auch die beiden anderen, Lucy in the Sky with Diamonds und I saw her standing there, dazugepackt wurden, zumal es sich um Lennons letzten Liveauftritt überhaupt handelte. Laut Booklet wurde hierfür ein Mix von 1981 verwendet, der wie ein besseres Bootleg klingt, was umso erstaunlicher ist, als alle drei Songs in superber Qualität auf Elton John Doppel-CD "Here and there" (1995) enthalten sind (auch wenn Lennon hie und da etwas leiser gemischt wurde als Elton).

Von Nobody loves you hören wir den akustischen und intimen Solo-Take 9; den Abschluss bildet ein knapp vierminütiges Radiointerview, in dem Lennon für das Album wirbt und sich zu seinen Schwierigkeiten äußert, seine "Green Card" zu bekommen (was ihm später gelang).

Old Dirt Road, Bless you, Scared und Nobody loves you (When you're down and out) wurden "nur" remastered; der vorsichtige Remix von 2005 hat den übrigen Songs gut getan, da sie nun etwas nuancierter klingen, ohne ihren Charakter zu verändern. Zur besseren Unterscheidung erhielt diese Neuauflage ein anderes Cover; das Originalcover mit Lennons Zeichnung von 1952 findet sich nun im Booklet. Der Druck der CD greift das Motiv der Single Woman is the Nigger of the World auf.

"Walls and Bridges" enthält mit #9 Dream meinen Lieblingssong von John Lennon, und es bleibt - vor "Imagine"! - mein absolutes Lennon-Lieblingsalbum.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Durchschnittskost, 18. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
Kommerziell war die vierte Solo-Platte von John Lennon 1974 sehr erfolgreich und in den USA die Erfolgreichste zu Lennons Lebzeiten überhaupt (Nr. 1 der LP Charts, und Nr. 1 der Single-Starts mit "Whatever..."). Sie enthälte eine Reihe schöner Pop-Songs (am bekanntesten wohl "#9-Dream"), wirkt aber für heutige Ohren Phil-Spector-mäßig überproduziert, d.h. mit vielen Bläsern und Streichern, die nicht immer zu den Songs passen und diese auch ersticken können. Dafür ist die Aufnahmequalität wesentlich besser, als beim Vorgänger "Mind Games". Etwas nervig sind Lennons selbstmitleidige Songs ("Scared", "Nobody Loves You, When You're Down And Out"), die man aber auch als schonungslos offenes Psychogramm seiner damaligen Trennung von Yoko Ono sehen kann.
Wer "Imagine" und "Plastic Ono Band" bereits hat, kann sich "Walles And Bridges" überlegen, da es sich um ein gutes und interessantes Album handelt. Da es aber bessere Werke von Lennon gibt, nur vier Punkte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Lennon - Walls and Bridges, 31. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Walls & Bridges (Audio CD)
Nach Erscheinen dieser LP (1974), die zum ersten mal nach drei Jahren wieder an die Spitze der Hitparaden gelangte, waren manche professionellen Kritiker und auch Teile des Publikums immer noch der Ansicht, John Lennon befinde sich in der Übergangsphase seines Schaffens. Die Verkaufszahlen bewiesen jedoch eindeutig das Gegenteil. Sie und die Musik auf der LP hatten fast wieder den hohen Standard des "Imagine"-Albums erreicht.

Bemerkenswert vielleicht auch, daß Yoko Ono an "Walls and Bridges" keinen Anteil mehr hatte. Vereinzelte Trennungsgerüchte erhielten neue Nahrung, denn gleichzeitig wurde eine Dame namens May Pang auf dem Cover genannt.

Einige der Songs von "Walls and Bridges" sind 1986 auf der "Men Love Ave" erschienen, unter anderem "Nobody Loves You (When You're Down And Out)". Die damaligen Aufnahmen wurden unter der Produktion von Yoko Ono remastert. Weitere Titel sind "Steel And Glass", "Scared", "Old Dirt Road" und "Bless You". Diese Songs wurden in NY bei Record Plant live eingespielt.

Jedoch gefallen mir persönlich die Aufnahmen der "Walls and Bridges" besser.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John wie ich ihn mag, 23. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
angenehm überrascht war ich das es die Remasterausgabe von Walls and Bridges war. Das ging aus der Artikelbeschreibung nicht hervor. Schon das schöne Klappcover und das Booklet waren den Kauf wert. Und vor allem natürlich die Musik. Das ganze Album kling um Meilen besser in diesem Mix als die bisherige CD Ausgabe. Alleine die Bläsersätze hauen mich glatt aus dem Sessel. Bass + Drums kommen druckvoll rüber, der Gesang ist bestechend klar und der Rest sowieso...
Verzeihung, aber als John Lennon Fan kann ich nur so urteilen.

...ich gebe zu, über einen Bonustitel hätte ich mich auch gefreut, aber man kann ja nicht alles haben
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen John Lennon at his best, 19. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Walls and Bridges (Audio CD)
Ich habe diese CD schon vor zwanzig Jahren als LP erworben und höre sie immer noch gerne; alle Songs sind musikalisch echt gut gelungen und wie alle Lennon Lieder zu 100& ehrlich.
Von Yoko ist auf dieser LP nichts dabei - was sie vielleicht gerade besonders gut macht!
Von eher soft bis fetzig ist alles dabei - rundherum ein gelungenes Album!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Walls and Bridges
Walls and Bridges von John Lennon (Audio CD - 2010)
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen