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5.0 von 5 Sternen Coen Brothers vom Feinsten.
Gleich vorweg: Meinetwegen hätte "The man who wasn,t there" auch als Farbfilm gedreht werden können. Der Reiz der Story und Bob Thorntons wunderbarem Schauspiel hätte das keinen Abbruch getan. Aber gut, auch schwarzweiß bekommt der Film von mir die volle Punktzahl. Der Stadtfriseur Ed Crane (Bob Thornton) ist die Ruhe selbst, egal was passiert. Der...
Veröffentlicht am 19. September 2006 von Thomas Knackstedt

versus
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3.0 von 5 Sternen Haare im Staub
Über 10 Millionen Dollar haben die Coen-Brüder mit ihrer 2001 in Cannes präsentierten Persiflage/Hommage auf den US-Kriminalfilm der 40-er Jahre in den Staub gesetzt - nun, es war erstens ihr eigenes Geld, zweitens sind sie sicher mehr künstlerisch als geschäftlich motiviert und drittens korreliert Erfolg nicht gerade zwangsläufig mit...
Veröffentlicht am 18. September 2011 von jury


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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Coen Brothers vom Feinsten., 19. September 2006
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Gleich vorweg: Meinetwegen hätte "The man who wasn,t there" auch als Farbfilm gedreht werden können. Der Reiz der Story und Bob Thorntons wunderbarem Schauspiel hätte das keinen Abbruch getan. Aber gut, auch schwarzweiß bekommt der Film von mir die volle Punktzahl. Der Stadtfriseur Ed Crane (Bob Thornton) ist die Ruhe selbst, egal was passiert. Der Mann hat das Temperament eines Ziegelsteins. Nicht ganz dazu passend seine Frau (Francis McDormand) die voller Leben steckt. Sie arbeitet in einem Bekleidungshaus und betrügt Ed mit dem Chef. Das ist Big Dave, ein Freund der Familie. Ed weiß das, tut aber nichts dagegen. Eines Tages erscheint ein Handlungsreisender im Friseurgeschäft und bietet Ed ein todsicheres Geschäft an: Trockenwäsche. Einziges Manko: Ed muss mit 10.000 Dollar einsteigen. Ed will das Geld besorgen, indem er Big Dave einen Erpresserbrief schreibt, in dem er das Geld fordert oder er würde Big Daves Frau, der Chefin des Kaufhauses, von seiner Untreue erzählen. Big Dave fragt ausgerechnet Ed um Rat, was er tun soll. Dabei äußert er, dass er wüßte, wer der Erpresser sei. Nämlich ein Handlungsreisender, der ihm vor kurzem ein Geschäft angeboten hatte. Er müsse nur 10.000 Dollar zahlen. Und dieser Handlungsreisende hätte ihn auch im Hotel mit einer anderen Frau gesehen. Ed sagt nichts und es kommt, wie es kommen muss. Big Dave zahlt und stattet dem Handlungsreisenden einen Besuch ab. Danach versucht Dave Ed umzubringen. Der tötet Big Dave in Notwehr. Für den Mord wandert Eds Frau hinter Gitter. Dann stellt sich heraus, dass auch der Handlungsreisende nicht mehr unter den Lebenden weilt. Am Ende segnen fast alle Darsteller das Zeitliche. Makaber und genial erzählt. Feiner schwarzer Humor, der nachdenklich macht und einen schmunzeln lässt. In einer Nebenrolle ist Scarlett Johansson zu sehen. Sie verdreht Ed den Kopf und er stellt sich derart dämlich an, dass es fast nicht zum Aushalten ist. The man who wasn't there ist ein ruhiger Film. Einer, den man nicht mal auf die Schnelle nebenbei schaut. Und es ich ein echter Coen Brothers Streifen, der sich von der Story her neben The Big Lebowski oder Fargo nicht verstecken muss. Bob Thornton ist in der Darstellung des Ed Crane genial. Besser geht es nicht.

Mein Tip: Für Coen Brothers Freunde: Auf gar keinen Fall verpassen!!! Für den Rest der Cineasten: Mal reinschauen, vielleicht gefällt es ja.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen stylisher Film Noir der Extraklasse, 29. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Was für ein Film! Ästhetische Bilder, grandiose Besetzung, einfühlsam erzählt, ohne unnötig viel Worte zu verlieren (Hinweis an den Nachwuchs der Spielfilmregisseure deutscher Hochschulen).
Der Film erschüttert, fasziniert, bannt den Zuschauer, macht ihn neugierig, regt ihn auf, um ihn dann in einem Gefühl aus Überlegenheit, Lächerlichkeit, Betroffenheit und Melancholie zu entlassen.
"The Man Who Wasn't There" ist reduziert auf die wahren Essenzen des Filmemachens. Aber dennoch mit einer so enormen Aussagekraft, wie man sie seit Kubrick und Faßbinder nicht mehr findet. Ganz großes Kino und gehört absolut in jede anspruchvolle DVD-Sammlung!
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32 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen genialer Film Noir - die Coens in Höchstform, 29. Mai 2002
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Gleich vorweg: die Coen-Brüder haben hier einen Film ganz anderen Stils geschaffen als ihre bisherigen Werke (Fargo, The Big Lebowski oder Oh Brother...). Dieser Film ist ganz anders - düsterer, viel ruhiger, und doch ein Coen. Auch im Hinblick auf die Darsteller. U.a. Frances McDormand als Ed Cranes Frau dürfte Kenners der Coen-Filme bekannt sein.
Insgesamt, um nicht den Inhalt zu beschreiben (s.o.!), ein erstklassiger, sehr ruhiger Film. Ed Crane als absoluter Loser, der wirklich nichts auf die Reihe kriegt, wird erstklassig von Billy Bob Thornton dargestellt. Er passt perfekt in diese Rolle. Und mit ihm wird es im Laufe des Films immer schlimmer... aber mehr will ich nicht verraten. Unbedingt anschauen!!!
Bedingt zu empfehlen ist der Film allerdings für Leute, die sowieso schon an Depressionen leiden: besser werden die durch "The Man Who Wasn't There" bestimmt nicht ;-).
Zur DVD:
das Menü ist nett gemacht, komplett in s/w, wobei mich die etwas zu langen Wartezeiten gestört haben, bis ich in ein Untermenü gekommen bin. An Bonusmaterial gibt's 70 Min., darunter ein Making Of (wohl eher eine Interviewshow mit den Darstellern) von 16 Min., diverse Trailer, sowie ein Interview mit dem Kameramann von ganzen 46 Min. Länge. Desweiteren kann der Film mit Kommentar angeschaut werden und es gibt einige geschnittene Szenen zu begutachten, davon viele aber nur von 3 Sek. Länge. Leider sind alle Zusatzmaterialien wie Interviews und Making Of nicht untertitelbar, also nur in Originalsprache verfügbar.
Insgesamt eine gute DVD. Film: Note 1, Bonusmaterial: 2-3.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gegen diesen Film wirken einige Hollywood Blockbuster farblos., 22. November 2008
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Ed Crane (Billy Bob Thornton) führt ein tristes Dasein. Sein Beruf als Frisör und seine Ehe sind sein Leben, was in Eds Fall nichts gutes heisst, denn er kann weder dem einen noch dem anderen irgendetwas abgewinnen.

Als eines Tages der Kunde Tolliver (Jon Polito) von seiner Geschäftsidee mit einer Trockenreinigung erzählt, will Ed die Chance nutzen und steigt als stiller Teilhaber ein. Um an das nötige Geld zu kommen, erpresst Ed den Liebhaber und Chef (James Gandolfini) seiner Frau (Frances McDormand). Da sich dieser in seine Chefstelle eingeheiratet hat, stehen EDs Chancen gut. Doch Eds Plan geht nicht auf, hätte er nur gewusst worauf er sich eingelassen hat.

Fazit:

Der Film erzählt absolut trocken die Geschichte von Ed dem Frisör und bleibt wie der Hauptdarsteller absolut Farblos, wobei dem Wort in diesem Fall nichts negatives anhaftet. Denn fernab des üblichen Hollywood Spektakels, kann "The Man who wasnt there" voll und ganz überzeugen und zieht einen in seinen Bann. Die einzige Kritik die man anbringen kann, ist dass die Story für diese Art Film eigentlich zu überladen ist und damit etwas konstruiert daherkommt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Film, 12. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Ed Crane ist Friseur und unglücklich. Darum möchte er ins Trockenreinigungsgeschäft einsteigen. Um das Startkapital dafür zu bekommen beschließt er den Chef seiner Ehefrau zu erpressen und löst damit eine Folge von Ereignissen aus, die mit jeder unerwarteten Wendung für Ed immer schlimmere Folgen haben.
Gefilmt in Schwarz-Weiß und im Stil der Filme-Noir der 40er und 50er Jahre hat auch dieser Film auch jenen Charme. Ed hat zwar kaum drei Sätze Dialog im Film, fungiert allerdings als Erzähler seiner Geschichte. Großartige Geschichte, großartig gemacht, einfach ein großer Film.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Best of Coen Bros., 13. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Film noir in Bestform. Bob Thornton als melacholisch-wortkarger Stoiker,
mit wunderbar reduzierter, lakonischer Gestik, manövriert sich in eine ausweglose
Kleinstadt-Tragödie. Exzellent komponierte SW-Bilder in der Tradition der großen
Bogey- und Orson Welles Filme. Alle Nebenrollen erstklassig besetzt!
Ein Meisterwerk mit einem Dead End, dass man diesem sympathischen Helden
eigentlich nicht wünschen mag…
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Haare im Staub, 18. September 2011
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Über 10 Millionen Dollar haben die Coen-Brüder mit ihrer 2001 in Cannes präsentierten Persiflage/Hommage auf den US-Kriminalfilm der 40-er Jahre in den Staub gesetzt - nun, es war erstens ihr eigenes Geld, zweitens sind sie sicher mehr künstlerisch als geschäftlich motiviert und drittens korreliert Erfolg nicht gerade zwangsläufig mit Qualität. Immerhin durfte sich Joel Coen für "Der unauffällige Mr. Crane" den Regiepreis mit David Lynch teilen, der Film selbst hatte gegen Die Klavierspielerin schlechte Karten.

Dennoch muss man sich fragen: Wo liegt der Nutzen dieses fast zweistündigen, stilistisch durchaus eindrucksvollen Werks? Was kann man daraus lernen? Wo wird man berührt? Etwas überspitzt formuliert: Hat man mehr als eine Dauer-Zigarettenwerbung gesehen?

Ed Crane (Billy Bob Thornton, 46) ist dieser dauerqualmende und äußerst schweigsame Frisör, dessen philosophischer Tiefgang bei der Frage endet, wieso die Haare eigentlich immer nachwachsen, und wie es kommt, dass er den kostbaren Stoff zusammenkehrt und respektlos wegwirft. Haare als "pars pro toto" für den Menschen, für Crane selbst, der sein eigenes Leben stets als weggeworfen und sinnlos betrachtet hat und durch das kurios-tragische Geschehen rutscht wie ein unbeteiligter Zuschauer, der bestenfalls gelegentlich den Kopf darüber schüttelt, wie sich das alles entwickelt.

Wie sich die Coen-Brüder anhand der gerichtlichen Verfolgung von Cranes Taten und Nicht-Taten mit der Ironie des Schicksals beschäftigen, hat durchaus Amüsantes - auch wenn einem zuletzt das Lachen vergeht. Ein überaus raffinierter Plot, von dem mancher Thriller-Autor noch was lernen könnte.

Wenn man kurz vor dem Ende steht, "hat man plötzlich merkwürdig viel Zeit - da gehen einem nochmal die wichtigen Stationen des Lebens durch den Kopf". Aber Ed benötigt keine Zeit, weil er nicht handelt. Er WURDE Frisör, WURDE geheiratet, WURDE betrogen, WURDE, WURDE. Seine meistgeschätzte Qualität ist die Schweigsamkeit.

Deswegen beschäftigt ihn zuletzt auch nur noch - mit gewohnt mäßigem Interesse - was ihn nun "da drüben" erwartet. Die kaum belastbare Hoffnung aller derer, die glauben, ihre Existenz sei nicht begrenzt und daher auch beliebig verspielbar.

Insgesamt bietet der Film einiges, über das sich nachzudenken lohnt. Emotional vermittelt er die große Gleichgültigkeit des Helden und der Zeit, eine triste Stimmung wie durch den Nebel des Rauchs und der künstlichen Farblosigkeit [1] gedämpft - wer aber die Emotion aufzunehmen bereit ist, wird Depression verspüren.

Wäre noch anzufügen, dass Ed ein gewisses Interesse für die Junge "Birdy" (Scarlett Johansson, 17) und die von ihr vorgetragenen Beethoven-Sonaten entwickelt - die einzige Spur von Leben in dieser blutleeren Raucherexistenz. Lustigerweise ebenso der zehnte Film der Johansson wie der von Regisseur Joel Coen.

Glücklicherweise in beiden Fällen nicht der letzte.

Im Original 116 Minuten, Format 1,85:1 auf 35 mm Film [1], DTS|DD|SDDS (IMDB)

film-jury 3* A0732 18.9.2011eg Genre: Krimi | Drama

[1] Der Film wurde in Farbe gedreht und erst später auf S/W kopiert - dadurch ergibt sich ein von "richtigen" S/W-Filmen abweichender Bildcharakter.

Joel David (1954) und Ethan Jesse Coen (1957, beide geboren in Minneapolis, Minnesota)
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1998 -* A0000 The Big Lebowski
....... R+B+S+P: Coen Brothers D: Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi
2001 3* A0732 The Man Who Wasn't There
....... R+B+S+P: Coen Brothers D: Billy Bob Thornton, Scarlett Johansson
2007 5* A0603 No Country For Old Men [Blu-ray]
....... R+B+S+P: Coen Brothers D: Tommy Lee Jones, Javier Bardem, Josh Brolin
2010 -* A0000 True Grid
....... R+B+S+P: Coen Brothers D: Jeff Bridges, Hailee Steinfeld, Matt Damon
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Coen-Brüder in Aktion, 16. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Dieser Film behandelt den Mord eines Vorstadtbürgers am Liebhaber seiner Frau, doch nicht die Rache ist sein Motiv, es ist Notwehr. Diese seltsame Verstrickung der Ereignisse lassen die Polizei zu dem Schluss kommen, dass der gehörnte Ehemann, ein Friseurangestellter seit 30 Jahren, nicht der Täter sein kann - er war ja nicht dort.

Billy Bob Thornton spielt in diesem Film meisterlich, obwohl er nicht allzuviel Text hat, da sein Charakter eher zurückgezogen lebt und mehr beobachtet als handelt.

Die ironische und zugleich tragische Linie verlässt der Film nie und ist fast schon belustigend, aber stets traurig in gewisser Weise.

Auf jeden Fall empfehlenswert, auf jeden Fall für alle, die "Hudsucker" oder "O brother where art thou" mögen!
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sprachlosigkeit, 12. April 2009
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Enthält "Spoiler" (nicht lesen, wenn Film noch nicht gesehen):

Als ich den Film sah, wusste ich nicht, dass er von den Coens ist. So sollte man immer Filme schauen, denn jede - auch positive - Voreingenommenheit entfällt.

Obwohl der Filmbeginn mit seinen Schwarz-Weiß-Bildern, der lakonischen Erzählweise aus dem Off und dem Kontrast des einerseits Gewöhnlichen, das zunächst geschildert wird, und der ästhetisierenden Art, wie dies geschieht, Interesse erzeugt, habe ich mich zu Beginn gelangweilt.

Der Film nimmt dann Fahrt auf, als Crane den Entschluss zur Erpressung fasst, um seinem Barber-Dasein zu entfliehen. Aber mangels Gelegenheit, Vorbildern und Fantasie kommt er bei seinen Zukunftsplanungen auf nichts anderes, als es von nun ab mit "Dry Cleaning" zu versuchen. Da er Big Dave erpresst (um das notwendige Startkapital zu bekommen), mit dem seine Frau eine Affäre hat, reagiert er zugleich zum ersten Mal auch auf diese Kränkung und auf seine gescheiterte Ehe.

Die Ereignisse geraten sofort außer Kontrolle, und Crane kann bis zum bitterbösen Ende des Films nie wieder ihrer Herr werden, nachdem er einmal aus seinem unerfüllten Dasein auszubrechen versuchte.

Am Ende sind drei (oder vier? was geschieht mit Cranes Frau?) Menschen tot. Das ist ein monströses Resultat vor dem Hintergrund der kleinbürgerlich-spießigen Vorstadt- und Nachkriegswelt, in der der Film spielt. Außer Big Dave sterben sie alle aufgrund von Missverständnissen, Fehlurteilen, gegenseitigen Fehleinschätzungen und -schlüssen. Auch Big Dave stirbt aus Versehen, genauer gesagt: aus Notwehr, also nicht geplant.

Die Coens lassen keinen der zunehmend verworrenen Handlungsfäden liegen und lösen alles am Ende auf. Ihre Lust daran, die Handlung bis zum konsequent rabenschwarzen Ende zu Ende zu treiben, wirkte auf mich nicht nur positiv. Es ist eher Stilistik, die immer weitere absurde Wendungen diktiert, und nicht Realismus, der bis zur Mitte des Films auch eine Option gewesen wäre (aber nicht machbar für die Coens).

Natürlich ist der Film auf seine Weise groß: Wir sehen, dass ein frustrierter Friseur, der sich nicht vermitteln kann, weil ihm auch niemand zuhört - diesen Kreislauf stellt der Film immer wieder dar - die Ereignisse nicht beeinflussen und auch nicht aufklären kann: sie überrollen ihn einfach. Alle anderen Beteiligten reden umso mehr, je weniger er sagt, aber niemand erkennt die Wahrheit, die nur der Barber Crane kennt. Sie stirbt fast mit ihm, aber er offenbart sie noch einem "Men's magazine". Was daraus wird, erfahren wir nicht. Am Ende macht Crane dennoch seinen Frieden mit dem Unausweichlichen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben im nächsten. Das mildert nur wenig den grausamen Schluss, gerade auch in seiner ästhetischen Darstellungsweise.
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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz toller Film!, 27. März 2004
Rezension bezieht sich auf: The Man Who Wasn't There (DVD)
Ich weiss gar nicht, was es genau ist, das mich an diesem Film so fasziniert. Denn es fehlt der Coen-Brothers typische Witz, den ich in Big Lebowski, Fargo etc. so toll finde.
Sicherlich: die Bilder des Filmes sind wahnsinnig toll, B.B. Thornton klingt mit seiner sonoren, immer gelangweilt klingenden Stimme einfach so umwerfend, dass man stundenlang zuhören möchte und seine minimalistische Mimik bringt großartig die Gefühle von "Ed Crane" zum Ausdruck.
Aber darüberhinaus ist "The man who wasn't there" endlich mal wieder ein Film, der sich mit den - enttäuschten - Erwartungen des Lebens auseinandersetzt, ohne dabei in eine sozial-pädagogische, pseudo-intellektuelle Langweilnummer zu mutieren. Die Story des Filmes ist dabei eigentlich völlig nebensächlich, da sie nur als Mitel zu dem Zweck dient, Ed's desolaten Lebenszustand darzustellen und ihm als Charakter eine Bühne zu geben.
Alles in allem meiner Meinung nach einer der besten Filme der Coen Brothers (und damit auch absolut gesehen ein absolutes Highlight)
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The Man Who Wasn't There
The Man Who Wasn't There von Joel Coen (DVD - 2010)
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