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TOP 1000 REZENSENTam 28. September 2010
Es fällt mit Sicherheit schwer, einen stilvolleren Film aus den letzten Jahren zu finden als die wundervolle Adaption von Christopher Isherwoods "A Single Man".
Es handelt sich um ein perfekt durchkomponiertes Kunstwerk, das exquisit fotografiert und von einer enorm eindringlichen Filmmusik unterlegt ist. Jedes Bild ist von wundervoller und klarer Komposition geprägt, die Kostüme sind ebenso wie die Sets unerhört stylisch und versetzen den Zuschauer in eine Art Hyper-Realität des Jahres 1967 in Los Angeles. Zudem ist "A Single Man" sehr ruhig erzählt, nur gelegentliche kunstvolle Jump-Cuts sorgen für ein wenig Unruhe. Vom unfassbar künstlerischen und perfektionistischen Stil her könnte man fast meinen, dass es sich um ein Werk der französischen Nouvelle Vague handelt.

Nichtsdestoweniger ist das Schicksal des Protagonisten George Falconer (Colin Firth) enorm faszinierend dargestellt und geht unter die Haut. Falconer ist ein britischer College Professor in Los Angeles, der nach dem Tod seines langjährigen Lebensgefährten Jim (Matthew Goode) desillusioniert ist und nach einem Sinn in seinem Leben sucht. Der Film zeigt einen Tag seines Lebens, der von kleinen und größeren Begegnungen geprägt ist, u.a. mit einem seiner Studenten Kenny (Nicholas Hoult), der offenbar fasziniert von seinem Dozenten ist und mit Charly (Julianne Moore), seiner besten Freundin, mit der er einst auch ein Verhältnis hatte. Zudem versucht er immer wieder seinem Leben ein Ende zu bereiten.

Bemerkenswert ist es, dass der Mann hinter dem Film kein anderer ist als der schon legendäre Mode-Designer Tom Ford ist, der u.a. Gucci wiederbelebt hatte. Für ihn war der Film eine höchst persönliche Angelegenheit, da ihn die literarische Vorlage schon sein halbes Leben begleitet und immer eine große Bedeutung für ihn hatte, was man dem Film überdeutlich anmerkt. "A Single Man" ist höchst bedächtiges und gedankenvolles Kino, bei dem jedes Wort und jeder Satz, der ausgesprochen wird, tiefgründig und bedeutungsvoll ist. Wie die Worte wirkt jedes Detail der Inszenierung perfekt gewählt und durchdacht, wodurch eine fast schon zu perfekte Symbiose aus Bild, Ton und Literatur entsteht. Fords Regie ist präzise, cool und gefühlvoll. Dass der Film nie prätentiös wirkt, sondern stets bewegend und stimulierend ist, ist ein kleines Wunder und man man Tom Ford danken, der nun definitiv ein Mann ist, von dem man in Zukunft auch auf cineastischer Ebene viel erwarten kann.

Doch natürlich wäre der Film trotz mehr als eindrucksvoller Inszenierung nichts wert ohne seinen Hauptdarsteller: Colin Firth gibt hier ohne Frage seine Karriere-Bestleistung, er ist schlichtweg eine Wucht, der mit unwahrscheinlich subtilem, nuanciertem und zurückhaltendem Spiel fasziniert. Er ist praktisch in jeder Szene zu sehen, wodurch er den Film meisterhaft trägt und man seine Augen nicht von ihm nehmen kann. Völlig zurecht bekam er für seine großartige Leistung eine Oscar-Nominierung und viele andere Auszeichnungen. Unterstützt wird er von der fabelhaften Julianne Moore, die wie immer auf ganzer Linie überzeugt.

Natürlich ist "A Single Man" nicht ein Film für jedermann: Er erfordert Aufmerksamkeit und Ruhe, am Besten man setzt sich gemütlich mit einem Glas Wein hin, legt den Film ein und genießt einfach. Es handelt sich ohne Frage um einen Film für Erwachsene, für aufgeschlossene Menschen, die sich gern Gedanken über das Leben machen und einen Sinn für kleine Details haben. Wer große Melodramatik erwartet oder Spannung sucht, ist hier definitiv fehl am Platz, denn "A Single Man" ist ein Film, der von seiner Subtilität lebt und nie dick aufträgt. Wer damit nichts anfangen kann, ist hier wohl schnell gelangweilt.
66 Kommentare|105 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. November 2010
Dieser Film erzählt die Geschichte von George Falconer. George Falconer bemüht sich, seinem Leben nach dem Tod seinen Lebensgefährten Jim wieder eine Bedeutung zu geben. Immer wieder rückblickend auf die schönen Augenblicke seines Lebens sieht er keine Zukunft mehr. Trost findet George bei seiner besten Freundin Charley, die selbst mit Zukunftsfragen zu kämpfen hat...
Viel mehr darf man aus diesem Film nicht verraten, da man sonst schon zuviel verraten hat.

In der Hauptrolle des George Falconer glänzt Colin Firth. Colin Firth spielt diese Rolle so unglaublich intensiv, dass es keiner großen Effekte, keinem zweiten Hauptdarsteller bedarf. Man spürt, dass er durch den Tod seines Lebensgefährten nicht mehr weiß, wie sein Leben weitergehen, wie seine Zukunft aussehen soll. Er ist in sich gekehrt, lässt keine Nähe mehr zu, bekommt andere Sichtweisen von den Dingen des Lebens. Andere Personen, "Teilnehmer" an seinem Leben, huschen nur so vorbei, für ihn fast unbedeutend. Seine beste Freundin Charley verkörpert Julianne Moore. Charley versucht ihm zu helfen, ihn zu unterstützen. Auch wenn sie selbst mit Zukunftsfragen zu kämpfen hat. Sie versucht einfach Nähe aufzubauen, stark an seiner Seite zu sein. In den weiteren Nebenrollen spielen nicht weniger gut Nicholas Hoult als sein Student Kenny und Matthew Goode als sein verstorbener Lebenspartner Jim.

Besonders hervorzuheben ist die sensationelle Filmmusik von Abel Korzeniowski.
Es wird in diesem Film klassische Musik verwendet, fast ausschließlich Streicher. Da der Film auch viel von seiner Optik, seinen Bildern lebt und Dialoge nicht immer vordergründig sind, leitet die Musik den Zuschauer durch diesen Film. Neben Colin Firth macht diese Filmmusik "A Single Man" zu einem tollen Erlebnis.

In dieser Special Edition befindet sich neben der DVD, passend dazu, auch eine Soundtrack-CD. Diese ist absolut empfehlenswert, auch ohne den Film zu schauen ist es toll, die CD einfach in den CD-Player einzulegen und zu entspannen.
Als Bonusmaterial ist auf der DVD ein Audiokommentar des Regisseurs Tom Ford, ein umfangreiches und informatives Making of sowie verschiedenste Interviews mit den bereits genannten Haupt- und Nebendarstellern sowie dem Regisseur enthalten. Desweiteren enthält die Box, eine wie ich finde sehr originelle Idee, sechs Postkarten mit den schönsten Motiven des Films.
Die Box selbst erhält man in einer edlen Leinenbox. Ein Schmuckstück in jedem DVD-Regal.

Diese Special Edition ist jedem Filmliebhaber unbedingt zu empfehlen!
11 Kommentar|32 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Mai 2010
"A Single Man" stellt für mich einen Glücksfall dar. Der Designer Tom Ford erfüllt sich einen lang gehegten Traum. Er schreibt ein Drehbuch nach dem Roman von Christopher Isherwood, den er vor vielen Jahren las und seit damals nicht vergessen konnte und dreht den Film. Er lässt sich weder durch die Finanzkrise die seine Geldgeber abspringen lässt noch durch "gute Ratschläge" von Freunden entmutigen und hält an seinem Vorhaben fest. Finanziert seinen Erstlingsfilm selbst, wartet so lange, bis Colin Firth Zeit hat die Hauptrolle zu übernehmen. Die Dreharbeiten dauern nur 21 Tage und die Prognosen der Fachwelt sind eher skeptisch. Klingt alles nicht sehr erfolgsversprechend. Ja und was passiert dann?? Tom Ford schafft mit seinem Erstlingsfilm ein wahres Meisterwerk. Ein Juwel. Getragen vom Hauptdarsteller Colin Firth, der endlich beweisen kann, welch ein herausragender Schauspieler er ist. Für ihn gilt der Satz von Glorian Swanson, dem Stummfilmstar in Billy Wilders berühmten Film "Sunset Boulevard": we didn't need lines, we had faces! (Wir brauchten keinen Text, wir hatten Gesichter).

Colin Firth in der Rolle des trauernden Prof. Falconer, der seinen langjährigen Partner, gespielt von Matthew Goode (Match Point, Brideshead) bei einem Autounfall verlor und beschließt seinem Leben ein Ende zu bereiten, weil er den Verlust seines langjährigen Partners nicht ertragen kann - das ist Schauspielkunst auf höchstem Niveau. Die Szene in der er am Telefon die Todesnachricht erhält und ganz nebenbei erfährt, dass er bei der Beerdigung nicht erwünscht sei, nur für "Familienmitglieder" - mit das Berührendste was seit langem auf einer Kinoleinwand zu sehen war. Der Coppa Volpi in Venedig als bester Darsteller, Oscar- und Golden Globe-Nominierung, sowie der Gewinn des BAFTA, des britischen Oscar, waren hochverdient.

Dieser Mann, der praktisch nur von seiner akkuraten Bekleidung, die wie eine Art von Rüstung wirkt, die ihm Halt gibt, und sein ebenso penibel gepflegtes Haus am Leben gehalten wird, plant seinen Tod wie er auch lebte. Mit äußerster Sorgfalt und Zurückhaltung. Einzig seiner alten Freundin Charlie gegenüber, wunderbar dargestellt von Julianne Moore, zeigt er Gefühle und geht aus sich heraus. Aber es bleiben nur kurze Episoden des Glücks. Obwohl es sich bei den Protagonisten um ein homosexuelles Paar handelt, spielt das eigentlich eine Nebenrolle. Es geht um den Verlust eines geliebten Menschen, ob Mann oder Frau, ist dabei völlig nebensächlich.

Als eine Art Schutzengel erscheint da sein Student Kenny,(Nicholas Hoult, der Junge aus "About a Boy") der seinem Professor folgt und wohl instinktiv fühlt, was dieser von ihm bewunderte Mann plant. Wunderbar dabei zuzusehen, wie Prof. Falconer durch Kennys entwaffnende Art, seine Anhänglichkeit und herzerfrischende Naivität langsam wieder Lebensmut schöpft.

Mehr sollte man nicht verraten, für all diejenigen, die den Film im Kino versäumt haben. Die adäquate wundervolle Filmmusik, die wie bei Tom Ford nicht verwunderlich, unglaublich geschmackvollen Kostüme und Ausstattung, das Ambiente vom Feinsten, runden die Meisterleistung der Schauspieler adäquat ab. Tom Ford zeigt in seinem ersten Film als Regisseur welch großes Talent in ihm steckt. Er gehört für mich jetzt schon zu den Besten seines Fachs.

Als Fazit: einer der schönsten Filme des Jahres. Colin Firth als Idealbesetzung, ohne den dieser Film nicht denkbar wäre und Tom Ford, der mit traumwandlerischer Sicherheit und Geschmack dieses Meisterwerk schuf. Dazu der Tipp: man sollte sich nach Möglichkeit nur die Originalfassung ansehen. Die Stimme von Colin Firth ist einfach umwerfend. Dafür 5 Sterne!!
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am 25. März 2011
Mit seiner Adaption des Romans "Der Einzelgänger" von Christopher Isherwood brachte Tom Ford den Look auf die Kinoleinwand, mit dem er sonst bei seinen Haute Couture- Kreationen für Gucci und Yves Saint Laurent für Furore sorgte: eine kühle und doch glamouröse Eleganz. Sein Erstlingsfilm lebt nicht von der Handlung, sondern vor allem vom rauschhaften Fluss der stilisierten Bilder, dem Oscar-nominierten Soundtrack, dem feinsinnigen Schauspiel der Darsteller (auch Colin Firth war für den Oscar nominiert) und der intensiven Stimmung, die transportiert wird. Dieses Kinofest nach Hause zu bringen, ist eine wahre Herausforderung, die mit der nun erschienenen Blu-Ray gelingt, so gut es eben geht. Optimal zur Geltung kommt die besondere Ästhetik des Films wohl nur auf einer Kinoleinwand. Tom Ford entschied sich für die Verwendung einer alten Kodak-Filmkamera, um den Aufnahmen bewusst eine geringe Schärfentiefe, eine gewisse Mattigkeit und eine grobe Körnigkeit zu verleihen, und damit für eine Bildästhetik, die nicht unbedingt für eine Full-HD-Auflösung gemacht ist. Die Blu-Ray gibt die Filmbilder getreu wieder, überzeugt vor allem durch die Detailwiedergabe bei Nahaufnahmen sowie durch die Farbwiedergabe und liefert außerdem eine einwandfreie Tonqualität (DTS-HD Master Audio 5.1). Unter den Extras ist der sehr informative Audiokommentar des Regisseurs hervorzuheben, während das viertelstündige Making Of sowie die Interviews mit Julianne Moore, Colin Firth, Tom Ford, Nicholas Hoult und Matthew Goode genauso wie die beigefügten Werbetrailer für andere Filme nicht mehr als eine nette Beigabe sind. Ein bisschen ärgerlich wird es für manche sein, dass nur deutsche Untertitel vorhanden sind.
Insgesamt ist der Film aufgrund seiner Schauwerte und seiner intensiven Stimmung zu empfehlen, wobei beim Kauf zu überlegen ist, ob die DVD der teureren Bluray vorzuziehen sein könnte.
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TOP 500 REZENSENTam 15. Oktober 2013
FILM (OHNE SPOILER) Bewertung/Besprechung (Review): [Blu-ray/DVD Informationen ganz unten]

Manchen Filmen sieht man das Cineasten-Label schon von weitem an. Dies gilt auch für A SINGLE MAN, obwohl dieser nicht unumstritten ist. Aber wer sich auf die langsamen Kamerafahrten, die oft auch minutenlang nur auf das Gesicht des überragenden Colin Firth gerichtet sind, sowie die gedeckten Farben und die zarte Erzählweise von A SINGLE MAN einschwingen kann, wird mit einer Ode an die Sinnlichkeit und Poesie belohnt. Da ist Kino noch so wie in den Ursprüngen, nicht an Effektgewittern orientiert, dem letzten genialen Stunt, dem neuesten Hype oder gar ganzer Heerscharen von sogenannten Stars ausgerichtet. Colin Firth alleine stemmt den Film voller Intensität, Subtilität und einer guten Portion Melancholie und Depression, die bis zum Ende hin stringent durchgehalten wird.

Colin Firth spielt den über seinen Zenit befindlichen britischen Professor George Falconer an einer Uni von Los Angeles der seine Homosexualität geheim hält. Als er eines Tages erfährt, dass sein Lebensgefährte bei einem Autounfall gestorben ist, bricht für ihn eine Welt zusammen und schon bald fasst er Selbstmordgedanken. Da nimmt ein junger Student zu ihm Kontakt auf...Verfilmt wurde der gleichnamige Roman von Christopher Isherwood. Regie führte mit dem bekannten Modedesigner Tom Ford ein Neuling auf diesem Gebiet und dafür ist das Erreichte umso mehr beachtlich. Die 60er Jahre Ausstattung in Bezug auf Kleidung, Autos, Frisuren könnte man stundenlang beschreiben und zu Recht sich in deren Authentizität wälzen.

Dies gilt auch für den Soundtrack, dessen subjektiver Höhepunkt für mich die Tanzszene von Colin Firth mit seiner Freundin Charley (Julianne Moore) zu "Green Onions" von "Booker T. and the MGS" ist. Wem dass nichts sofort sagt, kein Problem, das ist keine Bildungslücke. Diesen Instrumentalsong hat fast jeder Ü40 Mensch im Euro-amerikanischen Sprachraum im Ohr behaupte ich mal. Interessant ist das Detail, dass bei aller generellen Farbzurückhaltung in A SINGLE MAN in einigen Szenen diverse Gegenstände während der Aufnahme kräftigere Farben erhalten haben. So weit zu den äußeren Faktoren.

Colin Firth's Leistung habe ich schon angesprochen. Seine filmischen Höhepunkte nur der letzten Jahre sprechen für sich. Er hat ausgesprochen wenige Dialogszenen zu bewältigen und alleine durch seine minimalistische Mimik schafft er es, seine Zerrissenheit mit der Situation, die zerstörerische Stimmung und die absolute Niedergeschlagenheit über die Leinwand zu transportieren. Die Oscar-Nominierung für A SINGLE MAN war also mehr als gerecht. Auch wenn die Geschichte zugegebenermaßen nicht gerade vor Komplexität platzt, konnte zumindest ich dieses formale Kriterium aufgrund der geboten schauspielerischen Leistung hinten anstellen.

Wirkliche Empathie kommt jedoch für den verstorbenen Freund von George Falconer nicht auf, da wir diesen nur bruchstückhaft in den diversen Rückblenden kennenlernen. Dennoch wird der große Kontrast zwischen dem gepflegten Style an der Oberfläche und der brodelnden seelischen Abgründen gut greifbar. Und die zahlreichen Liebesszenen sind so unprätentiös, voller feinsinniger Beobachtungen, entspannt und voller Spannung zugleich und schnell wird auch wieder klar, wie schön romantische Szenen zwischen Männern sein können, ohne gleich im gewohnten Kitsch- und Klischeesumpf zu ersaufen. Lieber Tom Ford, weiter so, ich möchte weitere Filme von ihnen sehen....

4/5 Terriern...äh,...Sternen

PRODUKT (Blu-ray/DVD) Bewertung/Besprechung (Review):

- BILD: solides (HD) Bild ohne für mich feststellbare wirkliche Schwächen, blasse Farben und Unschärfen als Stilmittel (?)
- TON: relativ frontlastig, etwas räumlich wo nötig, gute Dynamik bei Musikszenen, Blu-ray: DTS-HD MA 5.1, DVD: DD 5.1
- EXTRAS: Making of, Audiokommentar von Tom Ford, Interviews mit Julianne Moore, Colin Firth, Tom Ford, Nicholas Hoult und Matthew Goode
- SONSTIGES: FSK 12 uncut, Wendecover ohne FSK Logo (ggfs. nur in Erstauflage enthalten)
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am 23. Januar 2016
Es ist immer schwierig, einen Film zu bewerten, der einen einfach durch und durch berührt berührt. Ich versuche es trotzdem.
"A single man" beschreibt "a single day" im Leben des Collegeprofessors George Falconer in den frühen Sechzigern. Nach dem Unfall-Tod seines Lebenspartners Jim vor etlichen Monaten haben ihn Trauer, Verlust und Schmerz noch immer fest im Griff. So unerträglich ist es, dass George diesen einen Tag zu seinem letzten Tag machen möchte und in seiner unaufgeregten Art sein Leben regelt, aufräumt und abschliesst.
Während wir ihn dabei begleiten, erfahren wir in leisen, sanften Bildern mehr über die Geschichte des Professors, wir lernen seine Ex- und mittlerweile beste Freundin aus der Zeit der heterosexuellen Versuche kennen. Wir tauchen ein in seine Beziehung zu Jim. Wir sehen immer wieder in Georges Augen, und wir sehen die Welt immer wieder mit Georges Augen.
Und Georges Augen beginnen an diesem einen Tag die Welt neu zu sehen. Alltägliches, Kleines wird in der fast schon sepiafarbenen Umgebung von Farbe geküsst; erhält Leben und erhellt sein Leben und wir erleben durch und mit seinen Augen, wie die sich die Schatten der Vergangenheit lichten und das Leben wieder lebendig zu werden beginnt.
Inszeniert wird die Geschichte von Tom Ford wie ein Gemälde. Jede Szene, jedes Setting, jedes Kleidungsstück ist ästhetisch und perfekt arrangiert. Manch einer fand die Inszenierung zu künstlerisch/künstlich, für mich fügt es sich hervorragend zusammen, da jede Einstellung letztendlich auf Colin Firths Augen hinausläuft, die uns die Geschichte erzählen. Durch die wir eintauchen, mitleiden, mitleben, uns mit wandeln.
Es gibt (für mich) Filme, die sehe ich und sie funktionieren zu einer bestimmten Zeit perfekt, begeistern und berühren mich. Sehe ich sie dann ein paar Monate/Jahre später erneut, rufen sie nur noch peinlich-betretenes Unverständnis über meine Euphorie hervor.
"A single man" gehört nicht dazu. Unaufgeregt kommt er daher und geht doch immer wieder direkt ins Herz. Besser kann ein Film nicht sein.
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am 12. März 2016
Diese Bewertung hat nichts mit dem Inhalt des Filmes zu tun - der absolut grandios ist.
Allerdings lebt der Film sehr von der Farbe, die bei der unverschämt grottenhaften Video Qualität verschlungen wird. Für 2,99 € ist es eine regelrechte Blamage für amazon diesen Film überhaupt anzubieten. Wenn man von irgendetwas abraten kann, dann davon diesen Film online bei amazon zu schauen - man spart sich Geld und jede Menge Nerven! Ich werde mal sehen ob man sein Geld irgendwie zurück verlangen kann!

Lasst es sein - kauft euch lieber eine DVD, denn der Film ist klasse!

A Single Man
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am 18. Oktober 2010
der Flut der Filme, die alljährlich über uns hinweg spült.

Mit allen Sinnen den Augenblick genießen! Das ist wohl die Botschaft dieses Filmes.
Wie riecht ein Hund?
Welche Farben zeigt der Himmel?
Wie fühlt sich das Meer nachts auf kalter Haut an?
Wie hört sich Musik an?
Wie gibt man der Musik körperlich Ausdruck?

Was sind die Gründe, um zu leben?

Nie habe ich die Antwort schöner bekommen, wie durch diesen Film.
Exzellente Bilder. Eine Athmosphäre, die einen noch lange nicht los läßt.

Ein Mann erlebt das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Er verliert die Liebe seines Lebens.
Ich kennen keinen Schauspieler, der der Rolle würdiger gewesen wäre, wie COLIN FIRTH!
Es ist wohl die, bisher beste schauspielerische Leistung seiner Karriere. Einfach 100% glaubwürdig gespielt.
Aber auch alle anderen Schauspieler bringen genau das rüber, was der Film vermitteln soll.

Sehr angesprochen hat mich dieser Mix aus Farben. Wenn George fühlt, seine Sinne angesprochen werden, intensivieren sich die Farben.

Ich habe wirklich geweint! Rührenste Szene für mich: als George an dem Hund rumschnuppert.
Aber ich habe auch gelacht! Als George versucht sich die beste Stellung für seinen Selbstmord zu suchen. Die Schlafsackszene ist echt witzig und ich liebe Colin Firths komisches Talent.

Alles in allem ein Film, den ich sicher nicht nur einmal geschaut habe.
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am 27. März 2013
Viel muss man über diesen Film nicht sagen. Nur so viel: Er ist einfach phantastisch.

Ein Tag in einem Leben. So komprimiert, so stylisch. Kein Wunder also, dass dies Buch Tom Fords Lieblingsbuch in seiner Jugend war. Kein Wunder also auch, dass er es für seine erste Regiearbeit ausgesucht hat. Seine Wahl hätte nicht besser und passender sein können.
Ich habe das Buch nach dem Film gelesen und muss sagen, dass er es, trotz Änderungen, im Grundtenor perfekt verfilmt hat. Colin Firth als George einfach sensationell, fast so, als wäre dieser Roman nur für ihn geschrieben. Es ist unglaublich, wozu dieser Mann, der in "Bridget Jones" noch einen Rentierpullover trug fähig ist. Tom Ford hat einen Film gemacht, der aus der Zeit gefallen ist: stylisch, subtil und unheimlich kraftvoll in Darstellung und Bildern. Julianne Moore einmal mehr eine unheimlich tolle Frau, die diesen Part perfekt spielt. Beide Hauptakteure sind wie zwei verlorene Seelen, die Frieden suchen und verzweifelt versuchen einander Halt zu geben.

Dieser Film lässt mich hoffen, dass Hollywood noch nicht tot ist. Ganz großes Kino. Tom Ford setzt die Zeit und die Mode perfekt um. Warum? Weil er ein Gespür genau dafür hat! Colin Firth mit einer Oscar-Nominierung belohnt und zahlreichen Preisen ausgezeichnet zeigt der Welt, welch großartiger Schauspieler er ist.

Ein Film, der in meiner Sammlung ein Zehn-Sterne-Film ist.

Wem also das Buch zu schwer ist, sollte sich den Film anschauen. Beides wäre allerdings noch besser.

Nur für Schwule??? Auf keinen Fall, dies ist Weltliteratur und echtes Kino für erwachsene, nachdenkende Zuschauer.
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am 23. Januar 2011
Dieser Film ist ein wahres Kleinod. In 'A single man' wird ein Tag im Leben von George Falkener gezeigt, brilliant gespielt von Colin Firth. Er wird an diesem Tag zur Arbeit gehen, seine Sachen ordnen, sich mit einer langjährigen Freundin treffen (eine wunderbare Julianne Moore) und sich dann das Leben nehmen. Das ist sein Plan. Denn sein Leben ist seit dem Unfalltod seines Lebensgefährten für ihn nicht mehr lebenswert.

Colin Firth dabei zuzusehen, wie intensiv er alles aufnimmt, was ihm an diesem Tag begegnet, wie er die Menschen erlebt, seine Schüler und Zufallsbegegnungen, machen den Film zu einem zutiefst berührenden Dokument menschlichen Seins.

Es spielt keine zentrale Rolle, dass es sich bei diesem 'single man' um einen Mann handelt, der um seinen Geliebten trauert, denn die Gefühle, die der Film uns eindringlich nahe bringt, sind vollkommen geschlechtsneutral. Die Trauer um einen geliebten Menschen, der völlig unvorhersehbar aus dem eigenen Leben gerissen wird, unwiederbringlich fort ist, gelten für jeden gleich.

Der Film zeigt in Rückblenden Momentaufnahmen aus dem gemeinsamen Leben. Unprätensiös, unaufgeregt, harmonisch und ruhig. Es sind diese gelebten Alltäglichkeiten, die kleinen verbalen Neckereien, die hier ein sich zutiefst verbundenes Paar zeigen, das sehr wohl weiß, was es aneinander hat und wie wertvoll diese gemeinsame Liebe ist. Diese langjährige Liebe nicht mehr um sich zu haben, ist das was dem Protagonisten das Herz bricht und ihn den Plan schmieden lässt, dieses unerträgliche Sein zu beenden.

Wohin sich der Film entwickelt und welche Wendungen er in Richtung Leben noch bringt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Nur eins noch: Selten habe ich eine so wunderbar sphärische und überaus passende Filmmusik gehört, wie bei 'A Single Man'. Beides ist uneingeschränkt zu empfehlen.
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