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5.0 von 5 Sternen Irrtum - wg Hörner
Was hier in der kritischen Rezension über die Hörner geschrieben steht, ist leider völlig abwegig und ganz ungerecht. Wer diese auf barocken Naturhörnern reichlich perfekt gespielten Passagen derart heruntermacht, setzt sich aus eigener Kraft dem Verdacht aus, von der Sache nichts zu verstehen. Natürlich hört sich die Sache auf modernen...
Veröffentlicht am 23. Januar 2012 von Facilus

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle! Hörner teilweise furchtbar, Tempi z.T. verhetzt, aber auch mit schönen Passagen und sehr guten Streichern
Am 20. Oktober 1714 wurde Georg I. zum König von England gekrönt. Georg war damals bereits 54 und Kurfürst von Niedersachsen, also ein Fremder in dem Land, das er regieren sollte. Er wurde nie wirklich heimisch und sah sich einer öffentlich geführten Dauerfehde mit dem Kronprinzen, dem Prince of Wales, ausgesetzt.

Der König...
Veröffentlicht am 20. Februar 2011 von Tobias Fabian-Krause


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irrtum - wg Hörner, 23. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
Was hier in der kritischen Rezension über die Hörner geschrieben steht, ist leider völlig abwegig und ganz ungerecht. Wer diese auf barocken Naturhörnern reichlich perfekt gespielten Passagen derart heruntermacht, setzt sich aus eigener Kraft dem Verdacht aus, von der Sache nichts zu verstehen. Natürlich hört sich die Sache auf modernen Ventilhörnern anders an - aber dann halt nicht nach Händel.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle! Hörner teilweise furchtbar, Tempi z.T. verhetzt, aber auch mit schönen Passagen und sehr guten Streichern, 20. Februar 2011
Von 
Tobias Fabian-Krause (Landau, Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
Am 20. Oktober 1714 wurde Georg I. zum König von England gekrönt. Georg war damals bereits 54 und Kurfürst von Niedersachsen, also ein Fremder in dem Land, das er regieren sollte. Er wurde nie wirklich heimisch und sah sich einer öffentlich geführten Dauerfehde mit dem Kronprinzen, dem Prince of Wales, ausgesetzt.

Der König versuchte die Gunst des Volkes mit festlichen Veranstaltungen zu gewinnen. So kam es am 17. Juli 1717 zur legendären "River Party", einer prunkvollen Bootsfahrt, bei der ein großes Orchester unter der Leitung von Händel im Beiboot die "Wassermusik" aufführte. Eine herrliche kleine Anekdote für die Konzerteinführung oder das Programmheft, nur stimmt sie nicht bzw. bedarf sie der Relativierung. Welche der drei Suiten nun tatsächlich damals gespielt wurden, ob ein kleines oder ein ziemlich großes Orchester im Beiboot saß, ob Händel genau an jenem 17. Juli dabei war oder bei einer anderen Festivität - all dies ist ungeklärt.

Fest steht, dass Händel während seiner Londoner Zeit 3 Suiten geschrieben hat, die unter der Bezeichnung "Wassermusik" Einklang in den musikalischen Kanon gefunden haben und zu den bekanntesten Stücken Händels zählen.

Zu sagen, es gäbe zahlreiche Aufnahmen, wäre beinahe untertrieben. Dennoch verlief meine Suche nach einer rundum zufrieden stellenden Aufnahme bisher reichlich frustrierend. Ältere Aufnahmen im traditionellen Orchestersound klingen in der Regel etwas süßlich und unbeweglich bzw. was die F-Dur- und teilweise auch D-Dur-Suite betrifft auch sehr bombastisch. Alte Musikensembles, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben erschienen mir die logischste Lösung. Grundsätzlich bin ich ein glühender Anhänger dieser Bewegung. Die Ensembles spielen in der Regel frischer, transparenter und temperamentvoller als die traditionellen Orchester. Allerdings muss ich hier differenzieren: speziell wenn alte Instrumente verwendet werden kommt es sehr darauf an, wie alt die Aufnahme ist. So hat es beispielsweise eine Zeit lang gedauert, bis alte Musik-Ensembles mit Naturhörnern richtig umzugehen wussten. Häufig klangen diese früher doch reichlich schräg. Hören Sie nur die älteren Aufnahmen von Bachs Brandenburgischen Konzerten des Concentus Musicus Wien unter Harnoncourt. Für mich kaum auszuhalten!

F-Dur-Suite:

Bei der F-Dur-Suite der Wassermusik scheint der Zusammenhang mit dem Alter der Aufnahme nicht zu gelten: es klingt auch bei neueren Aufnahmen oftmals schräg was die Hörner hier so veranstalten. Ob ich Hogwoods frühe Aufnahme aus den 80ern höre oder Gardiners viel gelobte oder die des CMW, immer habe ich das Problem mit den Hörnern. Mit Pinnocks Aufnahme habe ich mich noch nicht eingehend genug beschäftigt. Beim Reinhören auf Amazon schien sie mir noch recht vielversprechend.

Was die hier zu besprechende Aufnahme des Ensembles Les Musiciens du Louvre-Grenoble unter seinem Leiter und Mitgründer Marc Minkowski betrifft, so bleibt dieses Problem bestehen. Und wie! Abschnittsweise (Teile der Ouvertüre, auch im 3. Track (ohne Satzbeeichnung) ist das für mein Ohr nahezu unerträglich. Es ist einfach schade, weil diese F-Dur-Suite speziell auch wegen der Hornpassagen ein wunderschönes Stück ist. Aber so wie auf dieser Aufnahme kann ich mir das nicht anhören!
Was mich außerdem stört sind die teilweise doch sehr extremen Tempi. Ich gebe zu, der gesamten Wassermusik wurde damit kein Gefallen getan, dass sie speziell von traditionellen Orchestern oftmals sehr romantisch-verklärend und fast schon bleiern langsam gespielt wurde. Auch die bereits erwähnte Aufnahme von Hogwood ist doch arg brav geraten. Bei den traditionell spielenden Ensembles verkitscht sie durch diese Spielweise. Hogwood schützt der rauere Ensembleklang vor Kitsch, aber durch seine Tempowahl wird das dargebotene einfach langweilig.
Bei Minkowski wird vor allem die F-Dur-Suite phasenweise furchtbar durchgehetzt. Das hat Vorteile, weil man damit dem grässlichen Hornklang nicht zu lange ausgesetzt ist, aber das kann nicht die Lösung sein. Es ist ein wenig schade, denn in ruhigeren Passagen deutet sich an, zu welch hervorragendem Klang die Musiciens du Louvre fähig sind. Insbesondere die Streicher gefallen mir sehr gut.

G-Dur und D-Dur-Suite: Die schon von der Grundanlage her zartere G-Dur-Suite ist das Sahnestück der "Wassermusik" von Minkowski und seinem Ensemble. Hier wird feinfühlig musiziert, hier stimmt das Tempo. Sie nehmen sie auch phasenweise zügig, aber nicht so extrem wie bei der F-Dur-Suite, der Holzbläserklang ist durchaus gelungen, wobei ich mir das Holz fast ein wenig vordergründiger gewünscht hätte. Es geht manchmal an Stellen im Gesamtklang unter, wo ich das nicht unbedingt für adäquat halte.

Die D-Dur-Suite ist ordentlich gelungen. Auch hier machen mir die Hörner teilweise etwas zu schaffen, aber sie spielen hier eben meistens nicht so vordergründig, so dass es nicht so ins Gewicht fällt. Der Klang der Trompeten ist deutlich angenehmer, sie könnten eine Nuance weicher sein, aber das kann man sich gut anhören. Teilweise finde ich auch, dass noch etwas mehr Transparenz wünschenswert wäre. Im Menuett beispielsweise könnte man das Holz noch etwas klarer klingen lassen. Aber insgesamt ist diese Suite ziemlich ordentlich gelungen, wenn auch nicht herausragend.

Die hier ebenfalls eingespielte Orchester-Suite, die die Ouvertüre zu Händels Oper "Rodrigo" darstellt ist ähnlich wie die G-Dur-Suite der Wassermusik von der Grundanlage her etwas zartfühlender als die Wassermusik und gelingt ähnlich wie diese dem Orchester sehr gut.

Fazit: Licht und Schatten prägen meinen Eindruck dieser Händel-CD von Marc Minkowski und seinem Ensemble. Insgesamt kann ich nicht verhehlen, dass ich ein wenig enttäuscht bin. Profikritiker und Hobbyrezensenten waren allesamt voll des Lobes, so dass ich hoffte, endlich ein rundum gelungene Einspielung der "Wassermusik" zu finden. Kernstück der Wassermusik ist für mich die F-Dur-Suite, insbesondere die dynamischeren Abschnitte. Genau diese sind aber aus meiner Sicht überhaupt nicht gut gelungen. Die G-Dur-Suite und die Rodrigo-Ouvertüre sind sehr gut gelungen, die D-Dur-Suite ist solide.

Empfehlung: Hören Sie auf jeden Fall mal hier bei Amazon in die Beispieltracks rein. Ich denke, das Klangbild der hier dargebotenen Ausschnitte ist ziemlich repräsentativ. Wenn Sie der Bläsersound z.B. des 3. Tracks nicht stört oder er Ihnen gar gefällt, dann haben wir diesbezüglich einfach sehr verschiedene Vorstellung und ich würde mutmaßen, dass Ihnen dieses Aufnahme dann insgesamt gefällt. Wenn er Ihnen ähnlich sauer aufstößt wie mir, der ich leider im Vorfeld nicht reingehört hatte, dann ersparen Sie sich diese CD!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spät,aber munter..., 16. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Wassermusik (Audio CD)
Minkowski ist nun seit Jahrzehnten in der Scene bekannt, überhaupt bei der alten Musik unterwegs, immer wieder mit begeisternden Interpretationen.
Nun, nach so vielen Jahre auch eine Wassermusik. Der Repertoirewert solcher Aufnahmen ist Null. Es gibt zahlreiche und zugleich einige ausgezeichnete Aufnahmen.

Warum also?

Diese Neuaufnahme wird sehr freundlich aufgenommen:"Man kann, wie das exzellente Alte-Musik-Ensemble "Les Musiciens du Louvre Grenoble" hier beweist. Die Franzosen unter der Leitung von Marc Minkowski spielen den zum englischen Nationalkomponisten mutierten Hallenser so voller Elan, dass es eine Freude ist. Denn die Händelsche "Partymusik", die für eine königliche Flussfeier im Jahr 1717 geschaffen wurde, begeistert auch heute noch beim Zuhören. Wenn sie noch keine Einspielung dieses Klassikers haben sollten hier finden Sie eine, die Ihnen garantiert gefällt." meint Frau Schwartner vom MDR.

Elan, genau, das ist es. Minkowski stürzt sich, und seine Musiker, heftig ins Wasser. Bei einer solchen Interpretation kann man sich durchaus vorstellen, dass der Fama gemäss, ein Musiker bei begeistert-intensivem Spiel in die Themse stürzt. Das Minuet der F-Dur -Suite ist so ein Stück, dass mit aller Heftigkeit musiziert wird.

In der Art erinnert Minkowski sehr stark an Harnoncourt, der 1977! mit ähnlicher Heftigkeit das Stück einspielte. Allerdings sind technischen Fertigkeiten fortgeschritten. Also hat man heute bessere Spieler, als sie 1977 Harnoncourt zur Verfügung standen, man höre die unterschiedliche Ergebnisse der Hornisten !

Vor kurzen hörte ich die doch sehr fade Interpretation von Hogwood, heute diese.
Und die spricht mich an: eine herrliche Interpretation.

Unter den vielen unbedingt zu empfehlen.
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Wassermusik
Wassermusik von Marc Minkowski (Audio CD - 2010)
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