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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Braucht Zeit - belohnt den aufmerksamen Zuhörer dafür im Übermaß
Nach nunmehr einigen Wochen Dauer-Rotation im CD-Player bin ich geneigt zu sagen: das bis dato vielleicht stärkste Kamelot-Album.

Es mag sein, dass so mancher Fan, der Scheiben wie "Epica" oder "The Black Halo" toll fand, zum aktuellen Werk zunächst nicht so recht Zugang finden wird. Aber das ist OK so - soll er auch nicht auf Anhieb. "Poetry For The...
Veröffentlicht am 7. Oktober 2010 von Wolf

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen enttäuscht... und trotzdem gibt es Highlights
Ich muss zugeben, dass ich gerade vom Anfang der CD sehr sehr enttäuscht war.

Es war sogar soweit, dass ich bei Track 4 dachte: "Na also, geht doch..." Bis dahin war ich irgendwie überhaupt nicht von dem Album eingenommen. Bei einem weiteren Hören fiel mir dann auf, dass die Lieder gar nicht so schlecht waren, wie sie beim ersten Hören...
Veröffentlicht am 11. September 2010 von Christina F.


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Braucht Zeit - belohnt den aufmerksamen Zuhörer dafür im Übermaß, 7. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Nach nunmehr einigen Wochen Dauer-Rotation im CD-Player bin ich geneigt zu sagen: das bis dato vielleicht stärkste Kamelot-Album.

Es mag sein, dass so mancher Fan, der Scheiben wie "Epica" oder "The Black Halo" toll fand, zum aktuellen Werk zunächst nicht so recht Zugang finden wird. Aber das ist OK so - soll er auch nicht auf Anhieb. "Poetry For The Poisoned" ist, wie es für die Band seit einigen Alben typisch geworden ist, ein weiterer Schritt nach vorne. Altbekanntes wird hier nicht neu aufgewärmt - Kamelot erfinden sich ein Stück weit neu und klingen doch wieder absolut nach sich selbst.

Der Sound ist im Vergleich zum Vorgänger "Ghost Opera" nochmals um eine Ecke düsterer und melancholischer geworden. Das steht der Band äußerst gut zu Gesicht und entschärft auch den Kitsch-Faktor, den man ihnen in der Vergangenheit gerne mal vorgeworfen hat. Im Vergleich zu "Ghost Opera" ist "Poetry..." etwas weniger pompös und durchorchestriert (auch wenn es weiterhin viele solche Elemente zu hören gibt), dafür für mein Empfinden etwas härter und aggressiver.
Instrumentale Frickelorgien oder Riff-Exzesse gibt es keine - die Musik ist zwar teilweise komplex und sehr aufwändig arrangiert, aber alle Songs sind zu 100% auf Melodien und Gesang ausgerichtet. Sänger Roy Khan brilliert wie immer und liefert hier einige seiner packendsten und emotionalsten Darbietungen ab - großartiger Typ!

Das Songwriting ist hörbar ambitioniert. Es ist sehr offensichtlich, dass Youngblood und Khan sich viel Mühe gemacht haben, Arrangements und Melodien interessant und eigenständig zu gestalten. Sämtliche (Power-)Metal-Klischees und vorhersehbar eingängige Singalongs werden konsequent umschifft. Man hat zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, irgendwo schon mal etwas Ähnliches gehört zu haben. Das ist absolut lobenswert und klingt in der Praxis richtig toll, allerdings macht es "Poetry For The Poisoned" ganz definitiv zu einem Album, das Zeit und Gelegenheit braucht, sich in die Gehörgänge zu stehlen. Ein gesanglich total schräges Stück wie "If Tomorrow Came" z.B. wollte bei mir lange Zeit einfach nicht zünden und ich wusste gar nicht richtig etwas damit anzufangen. Mittlerweile empfinde ich besonders den Refrain als richtig süchtig machend!

Auch im instrumentalen Bereich gibt es immer wieder Parts, die zunächst reichlich abenteuerlich und schräg anmuten, die aber, wenn man es mal erfasst hat, sehr viel zur extrem dichten Atmosphäre dieses Albums beitragen. Das ist für mich letztendlich vielleicht das Faszinierendste an "Poetry For The Poisoned". Kamelot schaffen es, über die gesamte Album-Dauer hinweg eine unglaublich intensive, düstere und packende Stimmung zu erzeugen, die sich bereits in den ersten Sekunden des fantastischen Openers "The Great Pandemonium" (was für ein Refrain!) einstellt und einen immer noch im Bann hält, wenn der letzte Ton der CD verklungen ist. Und das ist heutzutage mittlerweile alles andere als üblich.

"Poetry For The Poisoned" ist unglaublich detailverliebt und sorgfältig komponiert und arrangiert, hochmelodisch, extrem eigenständig und sehr packend. Definitiv das ausgereifteste, atmosphärisch dichteste, und vielleicht auch das beste Album von Kamelot.

Anspieltipps:

The Great Pandemonium
If Tomorrow Came
The Zodiac
Poetry For The Poisoned Pt. I-IV

Ein Tipp noch für diejenigen, die sich zum Kauf entschlossen haben: gönnt euch die "limited deluxe edition". Die ist kaum teurer als die Standard-Ausführung und beinhaltet neben der Bonus-DVD vor allem eine großartige Coverversion von Nick Caves "Where The Wild Roses Grow". Der Song passt wunderbar zum Rest des Materials und wertet die ohnehin tolle CD nochmals auf!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es geht aufwärts, 12. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Eine Band, die ihren Stil ändert, wird zwangsläufig alte Fans verlieren und - hoffentlich - neue dazugewinnen. Für wen also ist diese Scheibe etwas? Wer Sonata Arctica kennt, der weiß, dass es auch hier einen drastischen Stilwechsel gab, weg vom Power Metal hin zu einer klar progressiven Scheibe. Die Änderung ist bei Kamelot aber viel weniger drastisch.

Es stimmt schon, was einige Kritiker bemängeln: Viele Mitsing-Refrains gibt es nicht. Eventuell den bei Train of Thought. Das ändert aber nichts daran dass, es viele Stellen gibt, die beim Hören einfach einen wohligen Schauer auslösen.

Ebenfalls bemängelt wurden die Synthesizer in der Orchestration. Das sehe ich anders. Was jahrelang niemanden gestört hat - nicht einmal bei Nightwish - ist auf einmal verpönt, nur weil sich immer mehr Bands ein echtes Orchester mieten? Ich weiss nicht. Bei Blind Guardians neustem Machwerk wirkt das Orchester eher fehl am Platz, bei Nightwish wird die arme Gitarre völlig an den Rand gedrängt. Dazu kommt, dass ein echtes Orchester eher selten mit auf Tour genommen wird und daher dann eh vom Band liefe.

Wem es eher auf ein komplexes, vielschichtiges Werk ankommt als auf einen Power-Metal-Kracher, der ist hier gut aufgehoben. Die Songs wirken alle überzeugender umgesetzt als auf Ghost Opera, aber für meinen Geschmack kommt die Komplexität an Black Halo nicht heran, daher gibt es nur 4 Sterne.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer schon die etwas andere Band !!, 10. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Spätestens seit dem Einstieg von Khan war klar das mit dieser Band etwas besonderes passieren wird. Natürlich ist diese Entwicklung für den Jeansjacken tragenden Hard Rocker oder traditionellen Power Metaller manchmal nur schwer nachzuvollziehen.
Dafür haben uns Kamelot nun mal eine einzigartige Mischung aus Power-/ Gothic- und traditionellen Metal erschaffen.
Wer Mitgröhlsongs haben will sollte halt wirklich besser zu Blind Guardian, Rage, Accept usw. (alles Bands die ich ausgesprochen klasse finde !!!) greifen.
Wer aber im Jahr 2010 noch das besondere, innovative im Metal sucht kommt an Kamelot eigentlich nicht vorbei.
Dies trifft auch auf die neue CD zu : wieder etwas schneller auf den Punkt kommend, ein wenig ruhiger als zuvor ; dafür immer noch mit einer Vielzahl an tollen Songs gespickt.
Und das sich eine Kamelot CD nach 1-2 maligem Hören eben noch nicht komplett erschließt sollte doch eigentlich jedem der die Band kennt klar sein.
Bei mir hat der Vorgänger "Ghost Opera" knapp 10 Durchläufe benötigt bis er seine ganze Klasse offenbarte.
Das sich die neuen Songs nahtlos in die neue Setlist auf kommenden Konzerten einfügen werden durfte man ja schon auf dem letzten Germany-Abstecher Anfang des Jahres bemerken (besonders "The Great Pandemonium" und "Hunter's Season" sind die "Hits" des Albums).
Auffällig ist wieder mal die tolle Produktion, natürlich Khans absolut charakteristischer Gesang und die für meinen Geschmack klasse Solis von Bandleader thom Youngblood.
Alles in allem 5 Sterne, auch wenn ich "Ghost Opera" einen Tick stärker fand !!!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Giftiges Schlusswerk einer Kamelot-Ära, 21. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
April 2011 war es so weit. Was sich Monate zuvor bereits schleierhaft angekündigt hatte, wurde nun zur traurigen Wahrheit:
Roy Khan geht.
Eine Ära, die ihm folgt. Sieben Alben mit Kamelot, alle in Zusammenarbeit mit Thomas Youngblood und Casey Grillo, sechs davon mit Bassist Glenn Barry und immerhin zwei mit dem neuen deutschen Keyboarder Oliver Palotai. Wenn so eine fest verschworene Gemeinschaft auseinandergeht, stimmt einen das schon melancholisch.

Drei Jahre nach dem Erscheinen des sperrigen "Ghost Opera"-Opus waren Kamelot Herbst 2010 zurück. Das ist die längste Zeitspanne zwischen zwei Kamelot-Alben seit dem allerersten Album 1995 (damals noch mit Mark Vanderbilt am Mikro).
Das neunte Album der international besetzten Ausnahmeband erweist sich als weniger hymnisch, aber experimenteller und düsterer als die früheren Werke. Wie auf jedem ihrer Alben schaffen Kamelot es, eine individuelle Stimmung zu schaffen. So liegt über diesem Werk poetische Melancholie. Wie ein finsterer Schleier, der sich wirklich erst lichtet, wenn die Gitarre die letzte Note gespielt und die Scheibe eine letzte Runde gedreht hat. Trotz seiner dichten Atmosphäre und Komplexität fehlt aber nie die Eingängigkeit. Viele Songs zünden bereits beim ersten Mal hören, was den Wiederhörfaktor steigert. Trotzdem werden die Songs nicht langweilig, weil es sowohl lyrisch als auch musikalisch immer wieder etwas zu entdecken gibt - ein Merkmal von Kamelot.

So wie auch die Gitarrenarbeit von Thomas Youngblood, dem Mastermind hinter der Formation. Seit jeher komponiert und schreibt er die Stücke der Band, und seine High-Speed-Rhythmusgitarren ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bandgeschichte. Leider sind diese in der Produktion des Albums zu sehr in den Hintergrund geraten und wirken nicht mehr ganz so dominant wie noch auf "The Black Halo".
Roy Khan singt nun in tieferen Tonlagen und verzichtet - wohl auch aus Altersgründen - auf den sirenenartigen Gesang der "Epica"-Epoche. In jedem Song schlüpft er in eine andere Rolle und drückt andere Emotionen aus, ist mal ein Vampir und mal ein Serienkiller, und überzeugt durchweg mit seinem (anscheinend angeborenen) Charisma. Bei seiner finsteren Darbietung wird er von drei Gastsängern unterstützt, darunter auch Kamelot-Gast-Veteranin (und Freundin des Keyboarders) Simone Simons von Epica.
Casey Grillo stampft immer noch wie ein Meister. Die Double-Bass-Figuren bilden einen bebenden Boden unter den Tempo-Refrains. Erneut beweist der Drummer sein Talent in einer Fülle von Taktwechseln, beispielsweise in den Strophen von "The Hunter's Season".
Sean Tibbetts ersetzt den Bassisten Glenn Barry, der bereits auf dem Debüt-Album vor Khans Zeit dabei war. Er verließ die Band, um mehr Zeit mit seiner Familie zu haben. Wie auf den meisten Kamelot-Alben steht das Bass trotz einer guten Leistung im Hintergrund. Für die, die es noch nicht wissen: Tibbetts war Bassist bei Kamelot, noch bevor sie ein Album herausbrachten.
Bleibt noch der Neuzugang aus 2007, Oliver Palotai, der mit seinem Keyboard die orchestralen Parts übernimmt. Diese sind definitiv vorhanden, aber im Gegensatz zur Ghost Opera zurückgeschraubt und weniger bombastisch.

Das Artwork des Albums ist erste Sahne, deshalb empfehle ich es, sich die physische Version des Albums zu kaufen und nicht nur die Dateien. Sehr schön auch die Aufmachung der Limited Edition. Diese bietet zwar bis auf ein gelungenes Musikvideo und ein paar nette Interviews nichts äußerst Interessantes, ist aber auch nicht viel teurer als die Standard-Edition.
Ebenfalls positiv nennenswert finde ich die Texte. Ein weiteres Mal gelingt es Herrn Youngblood fantastische Welten zu schaffen. In diesem Werk sind diese jedoch erstaunlich finster geraten. Die meiste Zeit sind sie von Gothic-Mythologie inspiriert, was nach den hauptsächlich sagenhaften und/oder religiösen Thematiken früherer Werke doch eine (durchaus angenehme) Überraschung ist. Gleichzeitig gibt es auch den ein oder anderen Song, der textlich so kryptisch angelegt ist, dass es wohl Ansichtssache ist, was man als Hörer dort herausliest. Dabei denke ich in erster Linie an "Seal Of Woven Years".

Das Album beginnt schon sehr untypisch für die Band. Elektronische Klänge, orientalische Melodie, dann die schreddernden Riffs und düster gehauchte Strophen von Khan, der hier in die Rolle eines verbannten Fürsten der Finsternis schlüpft, der darauf wartet, aus der Hölle aufzusteigen (vielleicht Mephisto?). "The Great Pandemonium" zeigt sich als der bis dato finsterste Song der Bandgeschichte und kann auch nur noch einmal auf diesem Album übertroffen werden. Man hat sich für einen entsprechend furchteinflößenden Gastsänger entschieden: Soilwork-Fronttier Björn "Speed" Strid gibt in kurzen Einlagen seine Growls dazu. Khan selbst meinte, man habe sich für einen Gastschreihals entschieden, da er selbst für sowas nicht "die Eier hat".
Ich bin mir jedenfalls sehr sicher, auch Simone Simons' unverkennbare Stimme nach dem zweiten Refrain zu hören, sie ist im Booklet aber nicht für diesen Song aufgelistet. Danach bekommt man ein fulminantes Gitarrensolo zu hören ' ganz großartig, was Youngblood da abliefert. Am Ende steigert sich der Song in ein kurzes Finale, wo man das Gefühl hat, dass alles in sich zusammenbricht, während Khan und Strid sich einen Schlagabtausch liefern - ein Pandämonium halt. So bildet der Song einen beinahe schon an das neuere Symphony X erinnernden Auftakt.

"If Tomorrow Came" beginnt äußerst passend mit verzerrtem Bass und kommt zuerst auch heavy rüber, drosselt das Tempo aber bereits in der Strophe. Der Refrain ist wieder typisch Kamelot mit prächtigem Double-Bass-Geprügel. Sehr interessant finde ich auch diese Effektspielereien, die insbesondere in der Bridge zum Einsatz kommen. Textlich geht es, wie öfters auf dem Album, um einen Sukkubus.

Strukturell intelligent ist die Platzierung eines Interludiums an dritter Stelle, um dem Hörer nach den beiden etwas härteren Einstiegsnummern eine Pause zu gönnen. "Dear Editor" heißt das kurze Stück und bildet mit einer Großstadtkulisse eine ungewöhnliche Atmosphäre. Khan liest mit entfremdeter Stimme einen Brief vor, dann geht es los:
"The Zodiac"'s Beginn kommt wie ein Gewitter über den Hörer herein und eröffnet den meiner Meinung nach pechschwärzesten Kamelot-Song aller Zeiten. Er erzählt eine ganz eigene Version der Geschichte des "Zodiac-Killers", welcher in den 70ern in Los Angeles sein Unwesen trieb und niemals gefasst wurde - umgesetzt in einem progressiven Mid-Tempo-Stampfer. Hier wirkt der Killer wie eine Art Frankensteins Monster.
Preisfrage: An wen wendet sich eine Band, wenn sie einen Gastsänger für ein pechschwarzes, fieses Stück Musical-Metal-Geschichte brauchen? Es gibt zwei Antwortmöglichkeiten, und da Alice Cooper zu teuer ist, ist es der noch beeindruckendere Bergkönig Jon Oliva. Seine unverwechselbare Brecheisenstimme zerfetzt die zweite Strophe geradezu. Ich liebe diesen Mann!

"The Hunter's Season" ist eine etwas gemächlichere Nummer. Youngblood hat sie als Ehrung seiner kürzlich an Krankheit verstorbenen Mutter geschrieben. Umgesetzt wurde dies in einer Kamelot-typischen Tempo-Nummer, die den Spagat zwischen astreinem Power-Metal und balladesken, herzzerreißenden Melodien schafft. Auch für Fans der älteren CDs absolut hörenswert. Gegen Ende gibt Flinkfinger Gus G (Firewind, Ozzy Osbourne) ein grandioses Solo hinzu.

Wie man es bereits von Kamelot gewohnt ist, kommt in der Mitte des Albums die obligatorische Halbballade. In diesem Falle ist das "House On A Hill", welches meiner Meinung nach seinen Vorgänger von der Ghost Opera, "Love You To Death", übertrifft. Das Duett, das Khan und Simons sich hier leisten, braucht sich nicht vor "The Haunting" verstecken. Einfach nur wahnsinnig, wie die beiden Stimmen miteinander harmonieren. Die beiden Sänger strahlen beide dieses majestätische Charisma aus - Sie wirken wie König und Königin.

Nach diesen beiden etwas epischeren Exkursen begibt die Band sich wieder in düsterere Gefilde, genauer gesagt sogar direkt in die Unterwelt, zur "Stadt der Toten", der "Necropolis". Dieser Stampfer erinnert (vor allem im Refrain) an "March of Mephisto" und erweist sich nach häufigem Hören als äußerst vielschichtig.

Wie üblich schaltet die Band auf der zweiten Hälfte einen Gang runter. "Train Of My Thoughts" ist ein Titel, der sich zunächst unauffällig im Hintergrund bewegt, sich nach mehreren Durchläufen aber als Glanzstück heraussetzt. Wenn man die Augen schließt, kann man förmlich die Winterwelt an einem vorbeirauschen sehen. Äußerst atmosphärischer Track.

"Seal Of Woven Years" habe ich oben bereits als recht kryptischen Song genannt, und das wirkt sich auch auf seine Grundstimmung aus. Er ist düster und mystisch, beginnt mit einem langen orchestralen Intro, das sich still aufbaut. Dann setzt die Band ein und befördert einen direkt in die treibendste Nummer des Albums, die mit jedem Songpart eindringlicher wird.

Das Finale (welches mir persönlich auf "Ghost Opera" ein wenig gefehlt hat) ist der vierteilige Titelsong, der sich zu einem 10-Minuten-Epos zusammensetzt. Damit ist er eine Art Nachfolger des verehrten "Elizabeth"-Monsterwerkes aus dem 2001er "Karma"-Album. Auch hier wird eine durchgehende Geschichte erzählt. Es geht, das Album gut zusammenfassend, um Vampire, und so beweist die Band, dass sie in 10 Minuten eine packendere Blutsaugergeschichte erzählen können als andere in fünf Filmen.
Der erste Part ist, wie schon bei Elizabeth, eher eine Einleitung in die Materie. Am seinem Ende gibt es einen kurzen Sprechpart durch einen Lautsprecher, der ein wenig unpassend wirkt, aber darüber kann man hinwegsehen. Der zweite und längste Teil, "So Long", ist ein balladeskes Stück mit einem weiteren Auftritt von Simone Simons. Die Gebissene liefert sich ein Duett mit Khan, das in einem stimmlich beeindruckenden Finale gipfelt. "All Is Over" ist dann ein sehr kurzes, hauptsächlich instrumentales Stück, bevor es in "Dissection" wieder ganz ruhig wird. Am Ende wird dem Epos dann die Krone aufgesetzt. Laut dem Booklet wurde dieser letzte Part von Khan und Palotai geschrieben. Die wollten Youngblood anscheinend für längere Zeit beschäftigen, denn am Ende wartet auf den ein Solo, das den Gitarrenhals glühen lässt.

Den Abschluss markiert dann die Up-Tempo-Nummer "Once Upon A Time", vergleichbar mit "Serenade" oder "Silence Of The Darkness" (bei letzterem klingt der Refrain schon sehr ähnlich). Zwischen dem 10-Minuten-Epos und dem Ende der CD-Spielzeit eingequetscht, hat der Song es nicht leicht, auf sich aufmerksam zu machen und bleibt die unbedeutendste Nummer auf dem Album. Ist aber trotzdem schön anzuhören und erfrischend eingängig im Verhältnis zum Rest des Albums.

Die Limited Edition erweitert das Album noch um ein Cover von "Where The Wild Roses Grow" von Rick Cave. Vorgetragen von Khan und einer mir unbekannten Gastsängerin namens Chanty Wunder, wird der hier erzählten Geschichte die nötige Dramatik eingehaucht. Ich mag Khans Stimme hier besonders, er singt sehr tief. Eine nette Beilage, über die man nicht meckern kann, wirklich vermissen würde ich sie aber auch nicht.

Fazit: Alles in allem gefällt mir dieses Album doch noch ein gutes Stück mehr als "Ghost Opera". Es ist düster, experimentell und vielschichtig, sehr sperrig, sodass es eine recht lange Eingewöhnungszeit braucht. Trotzdem hält es sich noch eingängig genug, um zum Wiederhören zu motivieren. Eine weitere Perle, dem sich "Karma", "Epica" und selbst "The Black Halo" zu keiner Sekunde schämen müssen.

Und was Khan angeht, bin ich genau auf diesem Album auf ein nur allzu passendes Zitat gestoßen:

So far astray..
When all comes to all
You'll never be satisfied
You might as well let go...
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen wieder ein gelungenes Experiment, 11. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zugegeben, ich musste mich auch erstmal an die elektronischen Elemente gewöhnen. Müssen bei dem Album doch häufig die Symphonic-Elemente den elektronischen weichen. Bei einigen Songs wird Roys Stimme zeitweise verzerrt, sodass es für mich interessant sein wird, wie sie das Album live spielen werden. Durch die vermehrt eingesetzten elektronischen Elemente, wirkt die Musik insgesamt roher bzw. kühler, aber immer wieder findet man die typischen Kamelot-Klänge mit den grandiosen Melodien. Die Texte wirken auf mich diesmal ziemlich depressiv. Thomas scheint bei dem Verfassen der Texte in einem aufgewühlten Zusand gewesen zu sein. Passend dazu, sind auch die Songs weniger eingängig als bei den Vorgängeralben. Man muss sich mit den Songs schon eingehend beschäftigen, um sie zu erfassen. Insgesamt ist das Album sehr gut. Aber: diesen Bonussong auf der limited Edition "Where the wild roses grow", den hätten sie wirklich besser gelassen. Die Version klingt meiner Meinung nach einfach nur gruselig und leider nicht annähernd so gefühlvoll wie das Original. Da hätte ich von Kamelot mehr erwartet.
Auf der DVD findet man das Video "The great pandemonium", welches wirklich genial ist, einige kurze Interviews mit jedem einzelnen Bandmitglied, allerdings finde ich die Fragen nur bedingt interessant, einen kurzen Konzertzusammenschnitt mit "the hunter's season", eine Playbackversion von "the great pandemonium" und Wallpapers. Die DVD finde ich jetzt aber, persönlich, eher nicht lohnenswert.
Fazit: das Album ansich ist wirklich sehr gut gelungen, die limited Edition lann man sich aber sparen wegen dem schlechten Bonustrack und der mäßigen DVD. Das Album, für sich, hätte 5 Sterne verdient, aber die limited Edition bekommt von mir eine Punkt Abzug, weil sie überflüssig ist.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 9. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Bands die sich nicht weiterentwickeln sterben. Wenn alles so bleibt, wie es ist, wird es irgendwann langweilig. Hören sich Priest oder Maiden immer noch so an, wie vor 30 Jahren? Oder auch Sonata Arctica oder Nightwish wie vor 10 Jahren? Alle wohl eher nicht. So viel zu den bisherigen Rezensionen. Nun aber zu dem Album, welches mich direkt beim ersten Anhören gefesselt hat. Es ist anders, größtenteils etwas (aber nur etwas) ruhiger als die bisherigen Kamelot-Alben. Muss allerdings gestehen, dass ich bislang nur die japanische Version kenne, die sich aufgrund des Bonustracks von der europäischen unterscheiden wird. Kamelot schafft es hervorragend Progressivität mit Melodie zu verknüpfen. Sicherlich haben die elektronischen Spielereien ein wenig zugenommen, aber nicht in einem übertriebenen Maße. Dominat, vielleicht sogar ein wenig dominater als auf allen bisherigen Alben ist die Gitarre. Dies beziehe ich vor allem auf die excellenten Solis, die ein wenig ausgeprägter und auch länger als in der Vergangeheit sind. Dann die Liste der Gastmusiker, welche bei Kamelot ja auch schon Tradition haben. Diesmal ist sogar Jon Olivia (Mister Savatage) mit an Bord. Auf der anderen Seite frage ich mich, warum überhaupt immer wieder auf Gastmusiker zurückgegriffen wird. Kamelot hat so viel musikalische Klasse, dass es eigentlich ein wenig überflüssig erscheint. Im direkten Vergleich zu Ghost Opera gewinnt Poeontry, da das Album grundsätzlich eingängiger ist. Fans der alten Kamelot Alben, vor allem von Kharma, seien trotz meiner vorherigen Äußerungen aber gewarnt. So harmonisch, so unkompliziert geht es hier nicht zu. Ansonsten suche ich verzweifelt nach einem Anspieltip, was mir aber nicht gelingen will, da jeder Song das besondere Etwas hat. Natürlich ist die kleine 4-teilige Rockoper schon etwas besonderes (das sind die Stücke, die in einer vorherigen Rezzension als abrupt endet beschrieben wurden. Die Stücke gehen auf einer CD natürlich in einander über und hören sich einzeln als Mp3 natürlich am Ende etwas abgehackt an.)und ich wünsche mir ein ganzes Album hiervon, aber den Rest möchte ich halt auch nicht missen. Deswegen mein Tipp: Ein Album für alle, die auf gute Musik und auf gute Musiker stehen. Musik, die auch ein wenig anspruchsvoller sein darf. Hierzu fällt mir ein Begriff, den ich Anfang der 80ér in Kombination mit Blue Öyster Cult gehört habe: Metall für Intelligente.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Musik vom Feinsten - Kamelot bleiben ihrer Linie treu!, 26. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Einleitend möchte ich sagen, dass ich ein großer Fan der alten Alben von Kamelot ab The Fourth Legacy bin und auch keine als bestes Album herausheben möchte. Allerdings gehöre ich nicht zu der Sorte Fan, die gerne The Black Halo Part 2 oder so etwas Ähnliches möchte. Was ich von Kamelot erwarte ist, dass sie sich weiterentwickeln und mich überraschen. Und das haben sie mit Poetry For The Poisoned definitiv getan.

Gleich beim ersten anhören fielen mir Songs wie The Great Pandemonium, Hunter's Season und der Titelsong besonders positiv auf. Der Rest erschien zuerst nicht ganz so zugänglich, bei wiederholtem hören änderte sich das jedoch gewaltig. Und genau das gefällt mir besonders gut, wenn sich Songs einem nicht auf Anhieb erschließen, sondern dass man sie für sich entdecken muss.

Für jeden ist eigentlich etwas dabei. Eingängige Melodien und Refrains wie bei The Great Pandemonium, House On A Hill oder Hunter's Season, Anspruchsvolle proggige Songs mit denen man sich näher befassen muss a la Necropolis oder Seal Of Woven Years, das Titelstück, dass fast schon fast an ein Musical erinnert, oder Once Upon A Time das sich ganz auf der Ebene älterer Kamelot Songs bewegt.

Sehr gut gefällt mir, dass sie sich wieder einen Schritt vom Power Metal wegbewegt haben. Nur wohin? Richtung Prog Metal wie viele schreiben? Die Elemente sind auf alle Fälle da, aber eine Prog Band werden Kamelot mit Sicherheit nie. Sie entwickeln vielmehr immer weiteren ihren ganz eigenen Stil und haben damit einen Sound kreiert, der einfach nur Kamelot ist und sonst nichts. Was wollen wir mehr?

Jeder Song hat seine eigene Identität und dadurch ist ein sehr abwechslungsreiches Album entstanden. Obwohl es mir schwer fällt mir einen Lieblingssong herauszupicken, tendiere ich im Moment zu The Great Pandemonium, If Tomorrow Came, The Zodiac, Necropolis, Seal of Woven Years und Poetry For The Poisoned.

Der Bonus Track "Where The Wild Roses Grow" auf der Deluxe Edition ist sehr schön geworden. Er orientiert sich zwar sehr am Original, vermag es aber besser als der Vorgänger die unheimliche Stimmung zu transportieren. Das Roy Khan in einer anderen Liga als Nick Cave singt, dürfte wohl ausser Frage stehen.

Eine große Stärke von Kamelot waren schon immer die durchdachten und anspruchsvollen Lyrics und auch diesmal hat Khan mit seinen Lyrics eine absolute Meisterleistung abgeliefert. Wo man noch bei Ghost Opera den Inhalt der Songs recht schnell erfasste, sind die Texte auf Poetry For The Poisoned wesentlich verschachtelter und poetischer. Die Texte sind nochmal eine ganze Spur düsterer ausgefallen als auf dem Vorgänger und steht der Band sehr gut zu Gesicht.

Die DVD als Bonus ist eine schöne Beilage. Das Herzstück davon sind natürlich die Sweden Session Interviews, die zum großen Teil sehr interessant waren. Da der Preis der Deluxe Version sich nicht sehr von der Standard Version unterscheidet, lohnt es sich auf alle Fälle zuzugreifen.

Fazit: Tolles Album, ein absolutes Highlight 2010! Melodic Metal vom Feinsten! Wer auf intelligent gemachte Musik steht und offen für Neues ist, der sollte unbedingt zugreifen!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr verschachelt... aber dennoch empfehlenswert!!!, 14. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Tja, was soll man sagen. Kamelot waren noch nie bekannt für ihre eindimensionalen Melodien. Einst als Progband gestartet, nahmen die Ausnahmemusiker um Gesangseswunder Roy Khan immer mehr Power Metal Elemente in ihre Songs mit auf, was in The Black Halo dann seinen vorläufigen Höhepunkt erreichte. Anno 2010 präsentiert man sich dann wieder ein wenig progressiver, was den Jungs schon recht gut zu Gesicht steht. An der einen Stelle meint man Dream Theater herauszuhören an der anderen Stelle wieder eher Symphony X. Aber auch Nightwish schimmert aus dem Klangteppich hervor. Trotz der Vergleiche schaffen es Kamelot absolut eigen zu klingen. Es gibt wohl wirklich keine andere Band, die derart nach einer Mischung aus Prog, europäisch angehauchtem Symphonic Power Metal und gothic-orientalischem Schwermut klingt und sich dabei nicht selbst verhaspelt.
Kamelot sind nunmal Kamelot und deshalb lieben wir sie oder wir hassen sie. Soviel dazwischen gibt es nicht. Auf dem neuesten Output leihen Jon Oliva, der Mountain King höchstpersönlich und auch Simone Simons, die Frontsirene von Epica ihre genialen Stimmen für einige Passagen aus. Was den gehörigen Tiefgang beschert. Aber auch Ausnahmegittarist Gus G ( Ozzy und Firewind) spendet ein paar kernige Riffs dazu.
Insgesamt braucht das neue Material einige Durchläufe bis es zündet, aber wenn dies dann geschehen ist, dann zündet es gewaltig und man kann Poetry for the Poisoned als Musikuntermalung für eine Reise durch eine alptraumhafte Nacht bezeichnen. Mich faszinieren besonders der Opener, der Song The Zodiac mit Jon Oliva, die Halbballade House on the Hill mit Simone Simons und der Vierteiler Poetry for the Poisoned. Aber auch sämtliche anderen Stücke sind absolut hörenswert.
Fans von progressiv angehauchtem Power Metal gothic-orientalisch dagebracht, kann ich nur die totale Kaufempfehlung aussprechen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen enttäuscht... und trotzdem gibt es Highlights, 11. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Ich muss zugeben, dass ich gerade vom Anfang der CD sehr sehr enttäuscht war.

Es war sogar soweit, dass ich bei Track 4 dachte: "Na also, geht doch..." Bis dahin war ich irgendwie überhaupt nicht von dem Album eingenommen. Bei einem weiteren Hören fiel mir dann auf, dass die Lieder gar nicht so schlecht waren, wie sie beim ersten Hören schienen. Leider auch nicht im entferntesten so gut, wie ich es gerne gehabt hätte.

Ich weiß auch nicht, was ich bis dahin von dem Album erwartet habe - das, was bei den ersten Tracks rumgekommen ist auf jeden Fall nicht. Das düstere Gegröle im Hintergrund sagt mir aber auch nach erneutem Hören nicht zu und auch die Verzerrung von Khans Stimme finde ich nicht gerade toll. Er hat eine phantastische Stimme, die muss man einfach nicht verzerren!

Ab da entwickelt sich das Album ganz okay. Höhepunkt des Albums ist für mich ganz klar "Hunters Season", gefolgt von den Parts I - IV von "Poetry for the Poisoned", auch wenn ich die schlichte Sprech-Sequenz als überflüssig einstufe. "The Zodiac" klingt vertraut, so etwas hat es schon öfter gegeben. Und "Seal of Woven Years" hat ein Intro, das einfach nur geil ist. Leider schwächelt das Lied danach etwas.

Das Duett "House on a Hill" finde ich eher mäßig. Das liegt nicht an Khan sondern an dem Gegenpart. Es ist ein ruhiges Lied, das sehr viel Charme aufweist, aber die Frauenstimme stört mich dabei irgendwie. Mir hätte das Lied nur von Khan gesungen wesentlich besser gefallen.

Nun, ich bin von Poetry for the Poisoned längst nicht so begeistert wie von Ghost Opera oder Epica. Ich halte die CD aber auch nicht für Geldverschwendung. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass Kamelot einen anderen Kurs einschlägt, als bisher. Das ist der Fortschritt und im Großen und Ganzen ist es noch ganz gut hörbar... mehr leider nicht. Ich kann nur hoffen, dass Kamelot in ihrem nächsten Werk zu einigen alten Standards zurückfinden und wieder etwas progressiver werden.

Ziehe ich den Vergleich zu vorigen Alben, muss ich wohl 2,5 Punkte geben. Das ist alles bloß Mittelmaß und schwächelt hin und wieder sogar noch. 4,5 gebe ich für Hunter's Season und die Teile von "Poetry for the Poisoned"... macht etwas mehr als 3 Punkte.
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5.0 von 5 Sternen NATÜRLICH kein Black Halo. Dennoch klasse!, 10. September 2010
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Rezension bezieht sich auf: Poetry For The Poisoned (Audio CD)
Jetzt mal ganz im Ernst. Ich versteh einige Leute hier nicht: Ich hab mir nach Black Halo damals schon gedacht, dass an dieses Album keines von Kamelot mehr heranreichen wird. Komplexe Strukturen, mitreißende Melodien, eine Menge Dramatik, tiefgründige Songtexte - und das in wirklich JEDEM Lied! - all das macht dieses Album wirklich außergewöhnlich! Aber dennoch find ich Ghost Opera und eben auch Poetry for the Poisoned mehr als nur gut! Die Band hat sich konsequent gewandelt, was ich wirklich angebracht finde - wer will schon drei Black Halo's hören?. Die Progressive Linie bleibt erhalten, ganz deutlich zu spüren in Songs wie "The Zodiac", "Necropolis" und dem Titel Song "Poetry For The Poisoned". Über den vermehrten Einsatz von Effekten kann man jetzt streiten, ich finde aber dass sie gut passen und maßgeblich zur beklemmenden Stimmung mancher Songs beitragen (siehe Anfang von "The Great Pandemonium"). Die Band ist ihren Grundzutaten treu geblieben und hat lediglich einige neue Zutaten hinzugefügt. Beim ersten Durchgang besonders gefallen hat mir "Hunter's Season". Obwohl die Thematik ziemlich heftig ist, wurde daraus ein wunderschönes Lied. Lieder, die einem erst nach mehrmaligem Hören den Zugang offenbaren findet man Kamelot-typisch auch, grade in den progressiven, weiter oben erwähnten Songs.

Ganz klar abraten kann man von diesem Album also allen Leuten, die auf klassischen Power Metal stehen. Kamelot haben schon auf Black Halo deutlich gemacht, dass sie nicht mehr in die Richtung wollen! Mich hat eigentlich nur eine Sache wirklich an dem Album gestört - und das ist, dass die Drums ein Wenig ausgebremst wurden. Das ist aber auch nicht dermaßen tragisch, dass ich das Album zerreißen würde. Die Leute die Kamelot wegen einer Veränderung des Sounds beschimpfen sind in der Regel die selben, die sich beschweren, wenn eine Band immer das selbe spielt.

Alles in allem: Natürlich kein Black Halo, aber dennoch wirklich ein klasse Album mit allen Kamelot-Trademarks und vielen Überraschungen!
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