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5.0 von 5 Sternen Norwegischer Prog zwischen Van der Graaf und King Crimson, 15. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Descending (Audio CD)
Auch im finst'ren Norwegen richten sich die eine oder andere Prog bzw. Retro Prog Band (eine mehr als blöde Wortschöpfung, die sich im Grunde ihrer Aussage widerspricht) ein und so wie es derzeit aussieht, frischen diese Bands die internationale Prog-Szene durchaus ein wenig auf. Sie nutzen zwar auf weiten Teilen die Handschrift der frühen, meist britischen, Prog Bands, blicken abseits dieser Einflüsse jedoch auf ein mehr oder minder ordentliches, eigenes Potenzial.
Gargamel nennt sich eine dieser Bands (wohl nach dem Zauberer der Schlümpfe) und sie beweist mit einer EP und einer CD im Background, dass sie sich auch mit ihrem neuen, zweiten vollwertigen Tonträger im großen Zirkus des Prog Rocks wohl fühlt. Mögen sie also, als ein Teil dessen, ihr Scherflein zu gepflegter, fortschrittlicher Unterhaltung beitragen.
Inwieweit Gargamel dies für die weitere Zukunft gelingt, muss man allerdings abwarten. Mit dem hier vorliegenden Album "Descending" frönen sie ungehemmt ihren (vermutlichen) Idealen Van Der Graaf und King Crimson.

"Descending" besteht aus nur vier Tracks und bietet einen bemerkenswerten Ritt zwischen Hammill's und Fripp's Altvorderen Bands. Tom Uglebakken, Mastermind Gargamel's macht aus seiner musikalischen Zuneigung zu Peter Hammill kein Geheimnis. So ist es nicht verwunderlich, dass der eröffnende Titeltrack in seiner düsteren, geheimnisumwitterten Art, wie ein verschollenes Take von VdGGs "Pawn Hearts" anmutet. Uglebakken und seine Truppe haben sich VdGGs Stil ein ganzes Stück weit verinnerlicht und wirken damit sehr authentisch. Sie sparen auch nicht an großer Instrumentierung, beleben ihre Songs mit Klarinetten, Flöten, Celli, aber auch mittels Theremin und einer Clavinet-Mellotron-Minimoog-Vollausstattung.
"Prevail The Sea" nennt sich das zweite, fast 14-minütige Take und es vermittelt, fantastisch arrangiert, weiteres Frühsiebziger Van Der Graaf-Feeling. Uglebakken's Stimme gelingt es bisweilen sogar an Peter Hammill's Timbre zu erinnern, so dass das VdGG-Deja Vu, dem man beim Hören dieser Scheibe mehrmals gegenüber steht, wie ein irrer Trip zurück in die frühen Siebziger wirkt. Spacige Winde verweben sich anfangs mit symphonischen Keys, ehe erstmal ein düster-beängstigender Donnerschlag den Hörer genau zwischen die Augen trifft. Uglebakken und Band spielen ähnlich VdGG/Hammill mit den (Ur-)Ängsten des Zuhörers, wiegen ihn nur kurzweilig in Sicherheit, um dann noch düsterer und machtvoller zuzuschlagen. Im weiteren Verlauf treffen verträumte, diesmal eher an Peter Gabriel erinnernde Flöten auf immer wieder attackierende Gitarren, Mellotron- und Moog-Schleifen. In nur ganz wenigen Momenten, übrigens dass einzige was ich Gargamel hier vorwerfen kann, wirken die hie und da eingeworfenen Chorus-Stimmen ein klein bisschen hölzern. Dafür entschädigt die Band aber mit einem tollen Trompetensolo. Insgesamt also 14 äußerst kurzweilige Minuten!
Das kürzere "Trap" kommt ebenfalls wieder sehr finster und getragen daher, wartet aber, zwischen, während und nach Art einer Marschmusik, mit feinen, ja durchaus in Richtung Fripp schielenden Gitarrensoli auf.
Mit "Labyrinth" steuern wir das längste Take auf "Descending" an. Gargamel bleiben sich ihrer VdGG-Nähe auch hier treu. "Labyrinth" baut sich ähnlich bedrohlich auf, wie seine Vorgänger, wird jedoch breiter, ausufernder, mäandernder, vor allem aber höchst spannend instrumentiert. Die beeindruckenden Vocals lassen Gänsehaut in Flächenordnungen von etwas mehr als einem Quadratmeter auftreten. Solange zumindest, bis ein langes Break, mit intensiver Theremin-Nutzung den Hörer auf die wahren Werte des Prog Rocks einstimmt. Diese Geräuschkollagen mögen manche vielleicht als Firlefanz abtun, zur Aufrechterhaltung der Spannung dieser Nummer, sind sie nicht hoch genug einzuschätzen. Ziemlich "krautig" das Ganze und vielleicht ein wenig experimentell - aber gut! Saxophon, Klarinette, Moog und Space Whistle übernehmen den nächsten, eher getragenen Part, ehe dann, ziemlich unvermittelt, zunächst alle Blas- und Tasteninstrumente, dann auch Drums, Bass und Gitarren einen wild ausufernden, alles verschlingenden Schlusssatz anstimmen. Dass der letztendlich noch Druck zugibt, als ihn, für gewöhnlich am Ende eines Longtracks, heraus zunehmen, adelt die Nummer umso mehr. Das hat echte Klasse!

"Descending" wird, obwohl sehr an die Musik VdGGs angelehnt, zu keiner Sekunde langweilig. Die Musik ist hoch komplex, mehr aber noch spannend arrangiert; der Sound ist absolute Spitzenklasse!
Sicherlich mag ein "echter" Progger" Gargamel als Van Graaf Generatot Klon verlachen und möglicher Weise nicht ernst nehmen. Doch aufpassen: Gargamel mögen zwar am Knie der frühen VdGG hängen, tun dies aber mit einer Brillanz, die dem Rezensenten (beinahe) die Schuhe auszieht! Völlig wertfrei würde ich in "Descending" eine überaus bemerkens- und hörenswerte Retro Prog (da isses wieder, dass schlimme Wort) Scheibe sehen, die ich, sozusagen mit "Wohlfühl-Garantie", jedem VdGG-Jünger und allen Seventy's-Proggies ans Bein binden würde. Reinhören ist für diese Klientel Pflicht und es schadet auch keinem Rockmusik-Freund, der sich weiß der Geier wo im Rock wohl fühlt, über seinen Tellerrand zu blicken!
Volle Kaufempfehlung; ohne Wenn und Aber!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Konstanz auf allen Ebenen, 26. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Descending =Digipack= (MP3-Download)
Auch das Zweitlingswerk ist Klasse.
Ergänzend zur ersten Rezension: auch van der Graaf Generator und ELOY hinterlassen ihre Spuren, wie man an dem grandiosen "Descending" erkennen kann.
Fans sollten zugreifen.
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Descending
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