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am 15. Oktober 2010
Der georgische Komponist Giya Kancheli hat mit seinen symphonischen und kammermusikalischen Werken viel Anerkennung erfahren. Dass er seit langer Zeit auch Film- und Theatermusiken geschrieben hat, ist hierzulande weniger bekannt. Nun veröffentlichte Kancheli 2009 etliche dieser Kompositionen unter dem Titel SIMPLE MUSIC FOR PIANO - 33 MINIATURES FROM MUSIC FOR STAGE AND SCREEN. Einfache Musik für Klavier? Ein Klassik-Purist assoziiert da rasch ein Nebenwerk, eine Fingerübung, eine Erholung vom anstrengenden Komponieren der ernsten, tiefernsten Musik. Barer Unsinn, solche Gegensätze aufzumachen - manches Thema aus einer Filmmusik fand sich auf einmal (so arbeitet das Unbewusste) im sog. seriösen Terrain wieder. Als der Musikproduzent Manfred Eicher dieses SONGBOOK in die Hände bekam, nahm langsam eine Idee Gestalt an, die - in meinen Ohren - zu einem der aufregendsten leisen Werke anno 2010 führen sollte.

Altvertraute von Kancheli, der Violinist Gidon Kremer und der Vibraphonist Andrei Puskarev, studierten dieses SONGBOOK so eingehend und einfühlsam wie der Bandoneonist, und vielen Jazzfreunden bekannte Argentinier, Dino Saluzzi. In Aufnahmesessions in Oslo und Riga entstand eine neue Version dieses Liederbuches, mal als Solo, als Duett, oder Trio. Zuweilen hört man Gidon Kremer im innigen Dialog mit der eigenen Violine. Die Vorlagen aus Film und Theater waren sicher nur marginal bekannt, sieht man mal von einigen Klassikern Shakespeares ab.

Alte Themen, das Leben im Exil, der Verlust von Heimat, sind im georgischen Kino wiederkehrende Themen und prägen den in sich gekehrten, melancholischen Grundton der Musik. Diese Art der Melancholie lässt allerdings jede Eintönigkeit vermissen und überrascht mit vielen Facetten: man sehe sich nur Tenigiz Mirzashvilis zauberhafte Winterlandschaft auf dem Cover an, und bekommt sogleich eine Ahnung von all der hier wehenden Luftigkeit und Transparenz. Oder man führe sich Fellinis Worte vor Augen: - Der georgische Film ist ein eigenartiges Phänomen: speziell, philosophisch leicht, und zur gleichen Zeit kindlich rein und unschuldig. Da ist alles enthalten, was mich zu Tränen rühren kann, und das ist nicht so leicht.

Diese vom italienischen Meister angesprochenen Ebenen spielen gewiss auch in die Musik hinein, genauso wie uralte georgische Folk-Traditionen mit ihrem ganz eigenen Blues-Feeling. Was das Ganze nun betörend, zwingend, unerhört macht, ist nicht zuletzt der feine Spannungsbogen, der diese zwanzig ausgewählten Kompositionen durchzieht. Scheint sich in einer Passage aller Feinsinn in Luft aufzulösen, in reines Schweben und Fortschweben und Verschwinden (das zu belauschen allein, stellt ein großes Vergnügen dar!), sorgen kurzerhand kleinste Dynamiksprünge, scharf intonierte Klangfiguren, minimale Melodiefiguren (die einen potentiellen Ohrwurm nie bis zur Ermüdung auskosten, sondern nur beiläufig einstreuen!) für eine erneute Schärfung der Sinne.
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