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Illusion
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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Irgendwie scheint es den frühen Renaissance-Alben so zu gehen wie den ersten Kate Bush-Platten: sie tauchen in den vergessenen Ecken überraschend vieler Plattensammlungen auf.
Zugegeben: ich weiß nicht recht, wie gut das Album eigentlich für Ohren klingt, die es nicht schon über zwanzig Jahre kennen, denn dies war meine ALLERerste Platte, da hat man stets eine ganz eigene Beziehung zu. Aber nun gut:
ILLUSION erschien 1971 als zweites Album des Renaissance-Projekts von ex-Yardbird Keith Relf - merkwürdigerweise damals nur in Deutschland, so daß das Album international ziemlich unterging. Insgesamt verfolgen Relf, Drummer Jim McCarty, Bassist Louis Cennamo, Keyboarder John Hawken und Sängerin Jane Relf (Keiths Schwester) den Kurs des Erstlings weiter: Eingängige, träumerische Melodien wechseln sich mit langen Instrumentalpassagen ab, gelegentliche Klassikanspielungen nicht ausgeschlossen. Prägend für das Album sind besonders die Keyboards (meist akust., auf 'Past Orbits' elektr. Piano, bei 'Mr. Pine' auch mal wieder das Spinett). Die anderen Instrumente gruppieren sich darum herum und kreieren einen sanft-unirdischen Sound, der durch das Cover recht gut charakterisiert ist.
Das Liedmaterial ist etwas uneinheitlich: "Love Goes On" und "Love Is All" sind kleine, schöne Drei-Minuten-Ballädchen Keiths ohne speziellen Tiefgang mit dem naiven, freundlich-blassen Charme eines Gänseblümchens. "Golden Thread" (8 min) ist etwas elegischer, meditativer und lebt vor allem durch Jane Relfs unirdisch wirkenden Gesang - ein kleiner Vorgriff auf spätere Alben von Stairway. "Mr. Pine" besteht aus drei (etwas ungeschickt abgemischten) Teilen, zwei kurzen, melodiösen Gesangspassagen mit Spinett, die eine instrumentale Bandimprovisation umrahmen (Kenner werden das Orgelsolo in dieser Aufnahme in "Ashes are Burning" auf "Live at Carnegie Hall" wiederfinden). "Face of Yesterday" (6min) ist, wie ich finde, bis heute eine der absolut schönsten Balladen nicht nur von Renaissance, sondern der frühen 70er überhaupt und hätte wesentlich größeren Erfolg verdient gehabt. Hier kommt Jane Relfs Stimme (von der man leider insgesamt weniger hört als auf dem Vorgänger) sehr schön zum Tragen. "Past Orbits of Dust" (14min) zuletzt ist ganz offenbar daraufhin angelegt, daß nach dem Gesangsteil so nach und nach die freie Bandimprovisation einsetzt - im Ergebnis ein verhalten dynamisches, charismatisches Stück, das immer leiser und ferner klingt, bis zuletzt nur noch Bass und Klavier sich entschwindende Tonreihen zuflüstern - gaaanz sanfter Space Jazz.
Zur Besetzung ist noch anzumerken, daß die einzige Verbindung zwischen Relfs Renaissance und der Classic Rock-Legende Renaissance (mit Annie Haslam) darin besteht, daß Michael Dunford hier auf Illusion Gastgitarrist ist, ein Stück (Mr. Pine) komponiert hat und die spätere Renaissance-Textautorin Thatcher hier zum erstenmal wirkt.
Ich persönlich liebe dieses Album sehr, ohne seine Schwächen verkennen zu wollen. Es gibt gewiß charismatischere Aufnahmen von 1970/71. Dennoch sind seine manchmal etwas versteckten Qualitäten vorhanden, und daher: vier Sterne.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Immerhin ist jetzt als Gastmusiker und - Komponist Dunford schon dabei. Er wird, mit komplett neuer Musiker, Renaissance neu formieren und aus der Gruppe das machen, was sie dann später sind: Bombast-Klassiker.

Hier ist, trotz frühsiebziger Veröffentlichung, noch der Geist der sechziger zu hören.
Trotzdem, feines Album.
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