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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die bisher ausdruckstärkste Emma
Zugegeben, als ich gesehen habe, dass Romola Garai im neuesten BBC-Clou Emma mitspielen würde, war ich bereits voreingenommen. Zu lebhaft war mir noch ihre wunderbare Darstellung der Briony Tallis in Joe Wrights Abbitte im Gedächtnis. Besonders bemerkenswert an ihrer Emma: das ausdrucksstarke Mienenspiel, dem man sofort jede Empfindung abliest und das keine...
Veröffentlicht am 4. Januar 2010 von M. Behn

versus
19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Keine wirkliche Emma
Das Gute an dieser Verfilmung sind die Landschaftsszenen und die Kostüme. Das kann man aber nicht sonderlich genießen, weil Romola Garai als Emma den Film leider vollkommen zerstört. Gut, sie ist es nicht allein, denn die seltsamen zusätzlichen Szenen, die es im Buch nicht gibt und das ahistorische Verhalten der Charaktere helfen ordentlich. Aber...
Veröffentlicht am 6. November 2011 von W.H.


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39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die bisher ausdruckstärkste Emma, 4. Januar 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Zugegeben, als ich gesehen habe, dass Romola Garai im neuesten BBC-Clou Emma mitspielen würde, war ich bereits voreingenommen. Zu lebhaft war mir noch ihre wunderbare Darstellung der Briony Tallis in Joe Wrights Abbitte im Gedächtnis. Besonders bemerkenswert an ihrer Emma: das ausdrucksstarke Mienenspiel, dem man sofort jede Empfindung abliest und das keine Verstellung zu kennen scheint.

Worum geht es in dieser Austen-Verfilmung? Emma Woodhouse - so intelligent wie entschlossen - hat sich in den Kopf gesetzt, den Cupido in ihrem kleinen Heimatdörfchen Highbury zu spielen. Doch an ihrem neuesten Opfer - Harriet Smith - scheint sie zu verzweifeln. Und die schier aussichtslose Verkuppelung Harriets ist nicht ihr einziges Problem. Ihre einzige Freundin und ehemalige Gouvernante heiratet und verlässt das Haus, der verlorene Sohn John Churchill verdreht ihr den Kopf und ihr Schwager Mr Knightley scheint ausschließlich Fehler hinter ihrer perfekten Fassade aufzudecken. Ein ordentliches Gefühlschaos also, aus dem Emma sich heraus manövrieren muss.

Was mag ich besonders?

Die Darsteller sind durch die Reihe weg perfekt gecastet. Harriet Smith erinnert mich an einen Porzellanhohlkörper in Form einer naiven Schäferin - die erste Harriet, der ich die nicht gerade überragende Geistesschärfe abkaufe. Ms Bates erlangt durch Tamsin Greig viel mehr Tiefe. Michael Gambon ist natürlich - wie wahrscheinlich in beinahe jeder Rolle - fantastisch als Hypochonder. Johnny Lee Miller bin ich dankbar, dass er nicht versucht hat, in die viel zu großen Fußstapfen Mark Strongs zu treten, sondern eine eigene Interpretation von Mr Knightley wagt. Aber ganz besonders muss ich das Ehepaar Elton hervorheben. Er allein ist ja schon herrlich gemein, aber mit ihr im Gespann bilden sie ein Paar übellaunigster Missgunst und schlechtester Erziehung.

Was stört mich?

Zwei Schlüsselszenen: Die erste ist der Satz "I'd like to see her in love and some doubt of return." Dieser Satz von Mr Knightley fehlt eindeutig. Und die Szene auf Box Hill, als er Emma Vorhaltungen wegen ihres Verhaltens gegenüber Ms Bates macht. Viel zu lasch gespielt...

Fazit: Generell verstehe ich nach diesem Film sämtliche Charaktere noch viel besser als zuvor - insbesondere die Beziehung zwischen Frank Churchill und Jane Fairfax leuchtet mir jetzt endlich ein. Und Emma wird das erste Mal in keinem beschönigenden Licht dargestellt - und das steht ihr unglaublich gut. Niemals werde ich die Szene vergessen, in der sie, schimpfend wie ein Rohrspatz, vom Antrittsbesuch bei den Eltons zurückkehrt. Not so badly done, indeed.
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77 von 83 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen If I loved it less, I might be able to talk about it more..., 2. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Vorneweg: ich liebe Jane Austens Bücher, Emma ganz besonders, und habe vorher drei Verfilmungen gesehen (die aus den 70ern und die beiden von 1996); es ist spannend zu sehen, wie verschieden die Interpretationen sein können, gerade in unterschiedlichen Jahrzehnten. Ich gehöre weder zu den JA- Puristen noch zu den Richard- Armitage- soll-Knightley-spielen- Verfechtern. Auch bin ich nicht so besessen von der Epoche, dass ich große Ahnung von den Feinheiten (Verhalten am Tisch, in der Öffentlichkeit, welche Musik wurde gesungen und welche noch nicht etc.) hätte bzw. darauf viel Wert legte . Ich achte bei den Verfilmungen in erster Linie auf die Charaktere, die Beziehungen zueinander, aber vor allen Dingen auf die Liebesgeschichte und die Chemie!
Das Drumherum soll mir ein gutes Gefühl verschaffen. Es muss für mich auch nicht jeder Satz oder jede Handlung aus dem Buch zu finden sein, ich akzeptiere Änderungen/Modernisierungen zugunsten der Dynamik von Geschichte oder Dialogen ohne Weiteres, wenn sie gut gemacht sind und ich den Rahmen und den Esprit des Buches wiederfinde. Und damit meine ich natürlich, so wie ich das Buch interpretiert habe.

Dementsprechend finde ich die Umsetzung der BBC brillant! Zum Inhalt schreibe ich nichts, weil der schon sehr gut in den anderen Rezensionen beschrieben wurde. Es folgen persönliche Eindrücke zur Umsetzung.

Ich war schon guter Dinge, weil Sandy Welch das Drehbuch geschrieben hat, mag ich doch schon die Jane Eyre- Miniserie von 2006 so gern.
Wie schön das Ergebnis ist, wenn man 4 Stunden Zeit hat, bei der Geschichte in die Tiefe zu gehen und die Beziehungen zu entwickeln! Für mich waren die Schauspieler perfekt für ihre Rollen. Eine Menge geschieht auf einer ganz subtilen Ebene- große Schauspielkunst, finde ich!- so dass dem Zuschauer auch ohne Buchkenntnis sehr schnell klar sein dürfte, wer hier wen liebt. Dabei bin ich ganz hin und weg von der Emma- Knightley- Chemie. Das liegt natürlich daran, dass Mr. Knightley von allen, die ich bisher gesehen habe, am meisten dem Buch- Knightley entspricht bzw. so wie er in meiner Vorstellung ist. Vorteilhaft: Jonny Lee Miller habe ich zuvor noch nie gesehen, so dass ich keinerlei Assoziationen zu anderen von ihm gespielten Figuren hatte. ICH finde diesen Knightley wundervoll und habe alle Szenen mit ihm sehr genossen (vor allem den Ball im Crown Inn!).
Miss Bates, die in sämtlichen Verfilmungen eher lächerlich-komisch dargestellt wird, wird mit ihrer Geschichte auch sehr gut ausgearbeitet. An einigen Stellen hat sie mich zu Tränen gerührt.
Die Eltons werden auch herrlich gemein gespielt, vor allem Mr. Elton darf mal gut aussehen wie im Buch, und Blake Riston spielt ihn so toll, dass man mit ihm nicht in einer Kutsche allein sein möchte.
Am meisten hat mich gefreut, dass John und Isabella nicht vernachlässigt wurden, da ich sie, vor allem John, im Buch schon sehr gerne hatte. Dadurch wird die ganze Familie Woodhouse-Knightley sehr lebendig. Mr. Woodhouse war für mich auch gelungen dargestellt, sehr gut gefallen hat mir in dem Zusammenhang, dass zwischendurch immer mal wieder deutlich wird, dass Emma sich um ihn und Hartfield kümmern muss und wegen dieser Verpflichtungen z.B. nicht reisen kann wie die meisten anderen.
Emma selbst war für mich ideal getroffen (in meiner Vorstellung ist sie übrigens immer blond, aber das ist nur das Äußerliche). Romola Garai spielt sie so glaubhaft, dass man Emma trotz ihrer Fehler einfach gerne hat.

Kostüme, Drehorte (welch ein heimeliges Hartfield!) und die tolle Musik haben das Ganze so unterstützt, dass es zu meiner liebste Jane Austen- Adaption geworden ist.

Schade, dass es enden musste (übrigens ist das Ende so schön, danach habe ich Mr.Knightley noch mehr verehrt)! Würde ich mir etwas wünschen können, dann wäre es eine 6- Stunden - Version: es wären noch ein paar Buchszenen mehr hinzugekommen (noch ein paar herrliche Emma- Knightley- Gespräche), und es hätte noch etwas mehr zu Harriet gegeben, denn die Geschichte mit Robert ( dass sie doch immer wieder an ihn erinnert wird oder auf ihn oder seine Schwestern trifft) wurde nicht so explizit gezeigt und Nichtkenner könnten sich am Ende wundern. Wobei ich von Harriet an sich nicht mehr sehen muss. Auch empfinde ich die Zeit, nachdem sich das Hauptpärchen gefunden hat, in Filmen als langgezogenes Ende, darum fand ich die Dosierung hier gut.

Zur Synchronisation kann ich nichts sagen, da ich immer im Original schaue und ich mir vorstellen kann, dass die Lebendigkeit bei der deutschen Fassung nicht so rüberkommen. Außerdem hat Mr. Knightley einfach so eine schöne Stimme...ich empfehle grundsätzlich den Originalton, ggfls. mit Untertiteln.

Wer also eine humorvolle, positiv stimmende, romantische und schön fotografierte Geschichte mit starken und glaubhaften Charakteren, exzellenter Chemie und der großen Liebe genießen möchte, kann hier zugreifen.
Wer bereits seine Lieblings-Adaption, seinen Lieblings- Knightley oder seine Lieblings- Emma gefunden hat (oder eben noch nicht), Wert auf die epochalen Genauigkeiten bei der Etikette legt und/oder zu den JA-Puristen gehört, wird sicherlich auch Dinge finden, die ihm nicht gefallen. Das wird mir dann bei der nächsten Verfilmung so ergehen.

Wer sich noch fragt, was diese lange Meinung unter einem Kürze suggerierenden Titel macht- ich habe mich schon kurz gefasst!
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36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese Emma ist wirklich perfekt, 28. September 2010
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Emma Woodhouse ist die am besten situierte Heldin der englischen Schriftstellerin Jane Austen. Sie ist jung, reich und hat es nicht nötig zu heiraten. Mit ihren 21 Jahren ist sie bereits die Herrin im Hause ihres Vaters und ihre kleine beschauliche Welt scheint sich nur um sie zu drehen. Dass Emma trotz der Bedenken ihrer Erfinderin fast sämtliche Sympathien der Leser erhält, liegt bestimmt an der entwaffnend offenen Art der jungen Dame, die kein größeres Vergnügen kennt, als sämtliche heiratswillige Frauen und Männer in ihrer Umgebung mit dem passenden Partner zu verbinden. Dabei hat ihr eigenes Herz schon lange seine Wahl in Liebesdingen getroffen. Doch das bemerkt Emma erst dann, als sie befürchten muss, dass ihre Erkenntnis zu spät kommt. Die vierteilige Serie aus der Qualitätsschmiede von BBC lässt keinerlei Wünsche offen und setzt Emma und ihre Lieben perfekt in Szene. Keinen Augenblick dieser höchst amüsanten und lebhaft gespielten Geschichte muss der Zuschauer sich langweilen und wird mit exquisiten Bildern und anregenden Dialogen verwöhnt.

Romola Garai ("Nicholas Nickleby", "Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit") hat ihre Wandlungsfähigkeit schon oft unter Beweis gestellt und auch für die Rolle der perfekten Emma Woodhouse ist sie die Idealbesetzung. Trotz ihrer blonden Locken und ihrer anmutigen Gestalt, die sie anziehend weiblich wirken lassen, schafft sie es mit Leichtigkeit durch kleine Gesten oder durch scharfzüngige Bemerkungen auf ihren gesellschaftlichen Stand aufmerksam zu machen. An ihrer Seite spielt Jonny Lee Miller ("Mansfield Park") den langjährigen Freund des Hauses, Mr. George Knightley. Sein ausdruckstarkes Minenspiel und seine trocken humorvolle Art Emmas leidenschaftliche Ausbrüche und Meinungskundgebungen zu kommentieren, sind unbeschreiblich gut.
Die Serie setzt neue Akzente, was man bereits in der Eingangsszene bemerkt. Die Geschichte beginnt nicht wie üblich mit der Hochzeit von Miss Taylor (Jodhi May), dem ehemaligen Kindermädchen von Emma Woodhouse, sondern viel früher. Der Fokus richtet sich auf drei kleine Kinder, die mit schweren Verlusten zurecht kommen müssen: Emma Woodhouse, Frank Weston und Jane Fairfax. Der kleine Frank wird nach dem Tod der Mutter von Tante Churchill mitgenommen, die ihm einen anderen Namen und ein neues Zuhause gibt. Da Mutter und Tochter Bates am verarmen sind, müssen sie ihre geliebte, elternlose Nichte Jane weggeben, die fortan als Gesellschafterin einer Tochter aus gutem Hause aufwachsen soll. Nur die kleine Emma bleibt in ihrer Heimat und wird von Miss Taylor betreut und von ihrem überängstlichen Vater (Michael Gambon, "Elizabeth Gaskell's Cranford") bewacht, nachdem ihre Mutter verstorben ist.
Nach vielen Jahren sollen sich die drei Kinder als Erwachsene wieder in Highburry begegnen. Emma ist eine sorglose, schöne und reiche Lady geworden, der nach der Heirat ihrer Schwester und dem Verlust ihres Kindermädchens etwas einsam und langweilig geworden ist. Daher sucht sie ein neues Projekt und schließt Freundschaft mit der netten, hübschen, aber recht einfachen Harriet Smith (Louise Dylan), deren Herkunft von eher zweifelhafter Art ist. Emma ist überzeugt, dass ihr Vater ein Gentleman geworden ist und möchte Harriets Entwicklung mit aller Macht fördern, damit sie auch eine Ehe mit einem angemessenen Partner schließen kann. Und wer wäre dafür besser geeignet wie der unverheiratete, junge Pfarrer Elton (herrliche Frisur, Blake Ritson, "Jane Austen's Mansfield Park (2007)") ? Mr. Knightley steht dieser Freundschaft sehr skeptisch gegenüber, weil er befürchtet, dass dadurch Emma Eitelkeit ungesunder weise gefördert wird. Jane Fairfax (Laura Pyper) wäre für ihn die bessere Wahl. Die junge Frau ist als perfekte Dame zurück gekehrt und muss sich nun da die Tochter ihres Gönners verheiratet ist, eine Stelle als Gouvernante suchen. Emma ist etwas neidisch auf die vollendeten Künste von Jane, die sie beim Klavierspielen einfach aussticht. Außerdem ist ihr Jane viel zu reserviert. Warum hält nur Mr. Knightley so große Stücke auf sie? Ist er etwa in Miss Fairfax verliebt? Ein viel angenehmerer Zeitgenosse ist Mr. Frank Churchill ((Rupert Evans), der es endlich geschafft hat, Urlaub von seiner Tante zu erhalten und seinen Vater und dessen neue Frau Anne Weston, ehemals Taylor, besucht. Es ist offensichtlich, dass die Westons auf eine Verbindung zwischen Emma und Frank hof-fen. Aber wie fühlt es sich überhaupt an, verliebt zu sein? Dieses Geheimnis muss Emma erst noch ergründen.

Die großzügige Spieldauer erlaubt es, den beteiligten Figuren Tiefe zu geben und bestimmte Szenen aus der Romanvorlage, wie zum Beispiel den Ausflug nach Box Hill, perfekt auszuleuchten. Auch einige Nebenfiguren, die in anderen Verfilmungen eher stiefmütterlich behandelt oder aus Zeitgründen gänzlich gestrichen wurden, kommen hier zur Geltung wie zum Beispiel John und Isabella Knightley.
Die Extras sind ganz auf die Produktion von Emma zugeschnitten und sehr bemerkenswert. Es gibt liebevoll gestaltete Informationen zu den Kostümen und Kulissen und über die Musikuntermalung. Michael Gambon darf über sein Schauspielerleben berichten und danach kann man sich noch eine Bildergalerie ansehen. Interessant ist, dass die Bilder des Films einem Ölgemälde gleichen sollten. Es wurden eher starke Farben und Kontraste gewählt, um eine intensive Wirkung zu erzielen. Emma darf die kräftigsten Farben tragen, aber auch Harriet, die am Anfang natürliche Blau- und Grüntöne trägt, darf ihrem großen Idol Emma nacheifern. Mr. Knightley dagegen trägt praktische, aber stilvolle Kleidung, in der er sich wohlfühlt. Besondere Mühe hat man sich auch bei der Auswahl der Gebäude gegeben, da sich die Schauspieler in vielen Szenen in den Häusern aufhalten. Hartfield sollte über viele Räume verfügen, in denen sich Emma anmutig und fließend bewegen kann, aber gleichzeitig sollte das Haus so gemütlich sein, dass sich die Leute der Umgebung davon angezogen werden und sich dort wohlfühlen. Das perfekte Haus wurde gefunden und kann im Film ausgiebig bestaunt und bewundert werden.
Nett ist auch die Aufmachung der DVD-Hülle. Die beiden DVDs liegen leicht übereinander. Stehen die Scheiben in der richtigen Position sieht eine lächelnde Emma auf DVD 1 auf Mr. Knighley auf DVD 2 herab. Nimmt man jedoch DVD 1 aus der Halterung erkennt man, dass auf der zweiten DVD nicht nur Mr. Knightley abgebildet ist, sondern auch Emma selbst. Ein schönes, durchdachtes Detail.
Als Beigabe erhält man beim Kauf dieser DVDs außerdem noch vier wunderschöne Postkarten, die fast zu schade zum Verschicken sind.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Synchronisation, 26. August 2012
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Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Über die anderen Aspekte dieser meisterhaften Verfilmung (Drehbuch, Schauspieler, Filmmusik) ist bereits umfassend geschrieben worden, deshalb möchte ich hier nur meine Meinung über die ausnahmsweise einmal gute Synchronisation abgeben.

Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass die deutsche Synchronisation bei vielen Jane Austen-Verfilmungen so dilettantisch ist, dass man notgedrungen auf die Originalfassung ausweichen muss.
Umso mehr hat mich diese BBC-Produktion von Emma überrascht! Hier ist ausnahmsweise einmal erstklassig synchronisiert worden. Bei der Übersetzung der Dialoge wurde sehr viel Wert auf einen gehobenen Sprachstil gelegt, der die Kultiviertheit und Lebensart des 19. Jahrhunderts wunderbar wiederspiegelt.

Jemand kommt nicht einfach, sondern "beehrt einen mit seiner Anwesenheit", etwas Triviales ist nicht langweilig, sondern "ermüdend", ein begangenes Unrecht nicht nur böse, sondern "wahrlich schändlich".
Ich finde die deutsche (etwas freie) Übersetzung fantastisch. Sie verleiht dem ganzen Stil und Charakter.

Auch stimmlich ist die Synchronisation gelungen. Bei allem Respekt für Jonny Lee Millers (Mr. Knightleys) blendendes Aussehen und seine schauspielerische Leistung, so ist doch seine Sprechstimme ziemlich hell und sanft für einen Mann. Die deutsche Mr. Knightley-Stimme dagegen ist tiefer, wirkt männlicher und passt daher besser zur Figur. Die Synchronstimme von Emma ist so authentisch, dass sie keine Wünsche offen läßt. Selbst die Nebenrollen halten jedem Vergleich stand (Ausnahme: Frank Churchill, der ist im Originalton besser).

Alles in allem ist diese Synchronisation äußerst stimmig und garantiert pures Filmvergnügen auch (oder vor allem) in der deutschen Fassung!
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erfrischende Neuinterpretation Deutsche Fassung, 6. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Ich will ausschließlich auf die deutsche Fassung eingehen, zumal gute allgemeine Rezensionen zur Serie bereits vorhanden sind.
1. Super ist, dass die Serie in vollständiger Länge veröffentlicht wurde.
2. Obwohl ich das englische Original gewohnt bin, halte ich diese Synchronfassung für durchaus gelungen. Das gesprochene Deutsch ist zwar zeitgemäß, verwendet aber auch gewisse stilistische Anklänge an das frühe 19.Jhdt.
3. Gewisse humorvolle, oder auch kritische Spitzen im englischen Original (die im deutschsprachigen Kulturraum unbekannt sind, oder missverstanden würden) wurden zu Gunsten deutscher Redewendungen und Spracheigentümlichkeiten freier übersetzt. Dies mag so manch einem missfallen. Tatsache ist aber, dass es sich hierbei um eine sehr frische und jugendlich anmutende Verfilmung handelt, die als Interpretation für das Publikum der Gegenwart gedacht ist.
Mir gefällts.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Emma :-), 21. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Diese Emma-Verfilmung ist wirklich sehr gelungen. Obwohl ich über die schon extrem gute (und bisher meine Lieblings-Emma)Version mit Kate Beckinsale vor soooo vielen Jahren überhaupt erst auf Jane Austen aufmerksam geworden bin tritt nun Romola Garai auf meinen persönlichen 1. Platz.

Ich finde es äußerst erfrischend, die Geschichte mit Emma, Jane Fairfax und Frank Churchill im Kindesalter zu beginnen. Das trägt einiges zum Verständnis bei. Was mir besonders gefällt ist die tolle schauspielerische Leistung Romola Garais. Wie bereits in einer vorherigen Rezension bemerkt kann man ihr jedes Gefühl vom Gesicht ablesen und so wird auch deutlich, wie einsam Emma nach der Verheiratung von ihrer "Ersatzmutter" und vor allem Freundin,Miss Taylor, ist. In den anderen Verfilmungen wird dies immer irgendwie übergangen.

Eine meiner Lieblingsszenen ist auch, wie Emma leidet, wenn innerhalb ihres engsten Familienkreises Meinungsverschiedenheiten bestehen (die Reise der Knightleys und Mr. Woodhouse's Meinung dazu) und ihr Mr. Knightley zu Hilfe eilt, der dies bemerkt hat. Dies alles lässt Emma endlich mal sympathischer wirken und nicht nur wie ein verzogenes Kind das mit dem Schicksal anderer spielt.

Es wird auch herausgearbeitet, daß Emma Harriet Smith nur beeinflusst, weil sie für Harriett das Beste will und nicht nur aus einer rechthaberischen Neigung heraus. So kann man ihr auch eher verzeihen, daß sie Harriett beinahe ins Unglück stürzt.

Auch die Beziehung zu ihrem Vater wird hier schön dargestellt. Wie Emma sich um ihn kümmert und ihm dankbar ist, daß sie, im Gegensatz zu Jane und Frank, zu Hause aufwachsen durfte.

Eine rundum gelungene, fröhliche Verfilmung, die bis in die kleinste Nebenrolle (Miss Bates, Mr. Elton, Mrs. Elton)genial besetzt ist. Die Chemie zwischen Romola und Johnny Lee Miller(absolut würdiger Nachfolger von Mark Strong) stimmt ebenfalls und so steht den romantischen Verwicklungen nichts mehr im Wege.

Also kaufen !!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekte Besetzung, 5. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Es ist bereits genug zum Inhalt geschrieben worden. Ich besitze alle Emma-Verfilmungen, und jede hat ihre Stärken und Schwächen.
Diese Verfilmung hat aber einen grossen Vorteil gegenüber anderen, die sogar kürzer geraten sind: Allein die Besetzung der Emma mit Romola Garai, die jede Facette von Emmas Charakter so glaubwürdig, spritzig und liebenswert selbst in ihren Schwächen darstellt, trägt den Film über das weitgehende Fehlen wirklicher Handlung hinweg. Die Stärke des Buches ist in dieser Verfilmung am besten erkannt und umgesetzt, auch wenn Mr.Nightly nicht ganz das Gewicht anderer Besetzungen hat. Nicht unbedingt von Nachteil, so bleibt Emma eindeutig Hauptfigur. Selbst die ungleiche Freundschaft zu Harriet ist hier das erste mal so dargestellt, daß Emmas guter Wille und ihre Symphatie zu Harriet wirklich sichtbar wird.

Ein weiterer, der Gesamtatmosphäre des Films sehr zuträglicher Punkt ist die Auswahl idealer Schauplätze, lichtdurchflutet, heiter und ganz dem Charakter Emmas entsprechend gewählt.

Insgesamt wieder eine der BBC Verfilmungen, die man immer wieder anschauen kann.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen WUNDERVOLL! Well done, indeed!, 8. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Ich sehe mir fast jede Jane Austen- Verfilmung an, die ich in die Finger bekommen kann. Jede bringt eine eigene Sicht auf die Geschichte und andere Aspekte ins Spiel. Manche sind mehr am Originaltext, andere weniger. Und solange nicht eine absolute Entfremdung des Buches stattfindet, nehme ich jede Umsetzung so an, wie sie ist. Und ja, ich bin ein wahrer Jane Austen- Fan, habe aber nichts gegen Änderungen im Text, Küsse (denn auch wenn JA nie etwas dazu schreibt, heißt es ja nicht, dass es diese nicht gegeben hat, nicht wahr!) etc. etc..

Die vorliegende Serie mag vielleicht Austens Text nicht ganz exakt widergeben (folgt jedoch der Buchhandlung), was jedoch zu der entsprechenden Dynamik für das Medium Film führt (viele Umsetzungen, die sich genau an den Text halten, sind entsprechend trocken und langatmig); auch sind viele sonst übersehene kleinere Szenen des Buches enthalten, und meiner Meinung nach ist es eine der schönsten- wenn nicht die schönste- Jane Austen- Adaptionen, die ich je gesehen habe! Die anderen Emma- Versionen waren ganz nett und schätzenswert, aber diese hier ist nicht nur schön, sondern packt auch emotional.

Romola Garai hat schon in vielen Filmen ( z.B. in dem wunderbaren Amazing Grace [UK Import]) gezeigt, dass sie eine sehr gute Schauspielerin ist. Und ich muss sagen, ich finde sie hier zauberhaft; ihre Emma ist sehr liebenswert (auch in Szenen, in denen sie sich daneben benimmt oder sie snobistisch ist- denn dadurch wirkt sie echt und menschlich) und lebhaft, sie spielt sämtliche Emotionen sehr gut und bietet auch für JA- Nichtkenner Identifikationspotential. Die Reifeprozess im Verlauf der Serie ist glaubhafter und einleuchtender dargestellt als in anderen Versionen. Sowieso ist diese Emma mir näher zu meiner Vorstellung des Buchcharakters. Auch wird durch ihr Spiel dem Zuschauer ziemlich schnell klar, dass ihr eigenes Herz in Liebesdingen seine Wahl schon längst getroffen hat...wobei sie selbst es natürlich erst später merkt.

Die Chemie zwischen Emma und Mr. Knightley ist vom ersten Moment an spürbar, und es ist genial, wie es gelingt, - auf wie im Buch subtile Weise- die Entwicklung/Entdeckung von tieferer Liebe zu zeigen, ohne dabei die anderen Handlungsstränge zu vernachlässigen.

Mein größtes Kompliment muss ich Jonny Lee Miller machen. Zugegebenermaßen bin ich ein großer Fan von Jeremy Northams Knightley, darum war ich in Bezug auf JLM sehr kritisch. Jetzt ist er für mich mit großem Abstand (Jeremy möge mir verzeihen) der beste von allen. Er spielt die Rolle, als sei er aus dem Buch gesprungen. Unglaublich subtiles Spiel, das mir vermittelt, was in Mr. Knightley vorgeht, als ihm so langsam seine wahren Gefühle für Emma bewusst werden. Am schönsten fand ich die Szene, als sie im Crown Inn miteinander tanzen (sogar schöner als die am Ende; diese Szene und auch das Ende sind ein gelungenes Beispiel, wie man das Buch in dessen Geist weiterinterpretieren und das Potential ausnutzen kann, und ich würde sie auch zu gerne lesen!).
Gleichzeitig schafft JLM es, die 'große Bruder'- Beziehung zu Emma glaubhaft zu zeigen; mein Mann dachte am Anfang nämlich, dass er ebendies sei. Übrigens ist er genauso alt wie Knightley es im Buch ist, und ich bin sehr froh, dass die Rolle nicht mit einem ältlichen Mann besetzt wurde, denn so habe ich mir Knightley nicht vorgestellt (man denke an die Version von 1972). Jeremy Northam hat dem Charakter damals viel Wärme gegeben, Mark Strong war stark und moralisch (wenn mir auch etwas zu ernst und zornig, manchmal dachte ich, er springt gleich aus dem Fernseher und schimpft mich ebenfalls aus); JLM schafft die genaue Mischung aus Humor, Stärke, manchmal Unsicherheit, Freundlichkeit, Integrität und Verstand, die es nach dem Buch braucht.

Auch die Vater- Tochter- Beziehung fand ich sehr berührend dargestellt. Sowieso wirken die Personen wie Menschen von nebenan, was auch durch die Einbeziehung der Londoner Knightleys gut gelingt. Vor allem John ist hier hervorzuheben, wunderbar umgesetzt. Auch die anderen Rollen fand ich perfekt besetzt. Einige finden wohl Jane nicht hübsch genug, ich schon. Übrigens hat vor allem die kleine Jane am Anfang des Films mein Herz berührt.

Natürlich stimmt auch alles sonst, angefangen mit den tollen Kostümen (die mich wünschen lassen, diese Kleider kämen noch mal in Mode), der wunderschönen Musik (habe mir schon den Soundtrack bestellt) und die zauberhaften Drehorte. In den Extras wird hierauf noch mal spezieller eingegangen.

Am Ende hat man ein warmes und sonniges Gefühl und das Bedürfnis, gleich noch mal von vorne zu schauen. Für mich die beste Emma- Version bis jetzt, die ich selbst noch oft genießen werde. Ich empfehle sie sehr!! Vor allen Dingen habe ich beim Lesen des Buches nun die Filmcharaktere vor Augen, so dass ich dieses noch mehr genieße als vorher.

Noch ein Wort zur Synchronisation: kennt man das Original und die wunderbare Stimme von JLM, dann wird diese dem nicht gerecht.
Für mich wirkt die Synchronisation teilweise geschwollen und emotionslos. Auch sind viele Übersetzungen sehr frei. Wer kein Englisch spricht, dem empfehle ich den Genuss des Originaltons mit deutschen Untertiteln (auch wenn es die für Hörgeschädigte sind und die nicht immer ganz zutreffende deutsche Übersetzung wiedergeben.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The perfection that is M and A, 12. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Jemand sagte mir neulich mal: Die wahre Qualität einer festen Meinung ist doch die, dass man sich eines besseren belehren lässt! Wie wahr... vor allem, wenn diese feste Meinung vorweg in der festen Erwartung von etwas Enttäuschendem gefällt wurde.
Und was war ich enttäuscht, als die Besetzung für hiesige Austen-Adaption bekannt gegeben wurde. Wie jetzt, schonwieder eine neue EMMA? Es gibt doch schon eins, zwei, drei.

Nicht nur, dass ich mit Romola Garai bislang herzlich wenig anfangen konnte, und Michael Gambon letzthin einmal zu oft den alten Kauz im Samtrock spielte. Dass Jonny Lee Miller, ausgerechnet der treffend suggestiv-feminine Edmund Bertram in einem Kanon von sechs Romanen unbedingt zweimal als ''Held'' gecastet werden mußte, paßte bei aller Enge denn doch nicht in mein Weltbild.

Dass die BBC aus Angst, am jugendlichen Publikum (wie auch immer das im Stande war, sich Relevanz zu erschleichen) vorbeizulaufen (jugendliche Briten, das sind doch die, die hauptsächlich wegen ihres grölenden Hackebreitseins im mediterranen Urlaub und sonst wo von sich reden machen?), Austens ''stickige'' Charaktäre entstauben wollte, linderte den zu Erwartungsschmerz nicht im geringsten und selbst die Aussage, dass Sandy Welch (North & South, Jane Eyre) für das Script des Vierteilers zuständig sei, vermochte nicht, zu trösten.

Dass die clevere BBC auch dieses Mal nicht Premiere als Versager auf der ganzen Linie feiern würde, an den "fresh, witty, funny" Versprechungen ihrer Offiziellen Sprecher tatsächlich wieder etwas Wahres dran sein mußte, offenbahrte sich, als man mit einer lesbian Vampire Killerin als Harriet Smith und einem Emma-Highkick-Peel-Verschnitt-mit-Depressionszulage als Jane Fairfax im Cast aufwartete. und mal ehrlich, als Love-Interests in einer Geschichte der Meisterin gleich zwei Inkarnationen ihres Helden mit der geringsten romantischen Strahlkraft zu besetzen... wenn das nicht Punk ist.
Da ist es doch ganz egal,

... dass mit dem modernen Zuschnitt die guten Manieren und die sprichwörtliche stiff upper Lip der Protagonisten über Board geschmissen wurden, was einen eklatanten Mangel an feinem Verhalten und gewöhnungsbedürftiges, exaltiertes Gestikulieren, aber auch den sehr subtil erhöhten Wirkungsgrad des Gesehenen auf den modernen Zuschauer nach sich zieht.
... dass die Kostüme und Settings in Form und Farbe zwar behutsam nach Charakter ausgewählt, aber doch eher augenfällig bunt als historisch raffiniert sind.
... dass das Dörfchen Highbury in so blitzreine, antiseptische, pittoreske und wohlbehütete Bildchen gefaßt ist, dass der Zuschauer bald allzu deutlich nachempfindet, wie sehr sich EMMA unterschwellig gelangweilt haben muss. Die alte Geschichte von der frustrierten Intelligenz.
... dass überhaupt diese handsome, clever, rich EMMA konsequent als Insel inmitten von problemen präsentiert wird, die ihre kleine Welt bislang höchstens wie eine mehr oder weniger verregnete Sommerbrise streifen. Gute Seele, die sie trotz allem ist, besucht sie die Armen. Mit einem hübsch dekorierten Körbchen voll luxuriöser Häppchen. Wie ein britischer Kritiker bemerkte: Man kann sich bildlich vorstellen, wie die Armen verdrießlich an der ungekochten Rübe knappsen, wärend EMMA einen wohlmeinenden Vortrag über das Besticken von Kissen hält.
... dass genau das, anders als in dem Miramax-Kinofilm mit Gwyneth Paltrow, durch die Inszenierung des Hinweges aber Aussparung der Besuches an sich der Vorstellungskraft des Zuschauers überlassen bleibt. Wie leicht hätte man sonst durch den vorgegeben Realitätsgrad EMMAs reelle Bodenhaftung in den Augen der Zuschauer der Lächerlichkeit preisgeben können.
... dass die vierteilige Serie bis zur Ankunft mehr oder weniger sehnlich erwarteter Fremdlinge in Highbury braucht, um richtig an Fahrt zu gewinnen und das Erkenntniskarussel anzuschubsen.
... dass allein die vorangegangenen Punkte kongeniale Ambitionen und Absichten der Serienmacher vermuten lassen.
... auch, dass die Serie in zentralen Szenen alle anderen Austen-Verfilmungen (und die bilden nun mal die Leuchttürme eines ganzen Genres) aussticht, beispielsweise in den Kategorien: Bester Tanz, bester vornuptialer Ehekrach, bester Erkenntnismoment, bestes Ende.
... dass die strahlende Romola zugegebenermaßen ihre anfänglich v.a. durch die lebhafte (um nicht zu sagen explodierende) Mimik auffällige EMMA vielschichtig und vier Folgen voraus durchdacht spielt.
... dass ich liebend gerne den Besen fresse, denn allen Unkenrufen zum trotz entfaltet Millers Mr. Knightley eine Wirkung, die Hattie Morahans Elinor Dashwood gleichkommt. Der zunächst unscheinbare, zurückhaltende Mr. Knightley gewinnt durch trockenen Witz, Geistesgegenwart, junggesellige Kauzigkeit und nicht zuletzt emotionale Wahrhaftigkeit bis weder von Sick Boy noch von Edmund Bertram auch nur irgendetwas zu bemerken ist.
... dass sich die Dame und der Herr endlich unabstreitbar in allerlei Hin- und sogar bei Nahsicht auf einem Level bewegen, sie ihn stets aus der Ecke mit den alten Säcken und den Kartenspielern hervorlockt, er ihren jugendlichen Übermut und Unsinn runterkühlt, beide sich entwickeln dürfen und beide dabei einen ganz entzückend schrulligen Tonfall finden.
... erfreulich viel des Humors und immerwieder ironische Brüche in der Dramatik, eine in den Filmen allzuhäufig unterschlagene Hauptqualität Austens, zu finden sind. Selbst in der Antragsszene und dem endlich mal voll ausgekosteten Ende.
... dass dementsprechend auch verhältnismäßig viele Nebenfiguren farbenfrohe und psychologisch rund ausgearbeitete Auftritte feiern.
... dass die Macher dankenswerterweise auf die Ausstellung genretypischer, billiger Lockstoffe (nasse Hemden, bebende Dekolletees und aufzuschnürende Korsetts) verzichteten.
... dass viele Dialoge trotz Kürzung und Verknappung Austens eigener Worte, in vielen Szenen mindestens doppelbödige, vorhersagende und rückspiegelnde Bedeutungen transportieren.

Alles, alles ganz egal, wenn die graue Maus und brave alte Jungfer vom Dienst Miss Bates wahrhaftig und ganz unverhohlen die überkandidelte Mrs. Elton als Schwein oder besser als Hinterbacke eines solchen bezeichnet. Oder wenn Mr. Knightley wahrhaftig und ganz unverhohlen seiner EMMA auf den Hintern starrt, sowie sie ihm den Rücken zudreht. Denn auch so, bitter, anzüglich (immerhin hat selbst der waghalsige Andrew "sexitup" Davies sich nicht getraut Darcy's mehr als gewagtes Bekenntnis zur bevorzugten Selbstbeschniepelung des Federkiels auf den Bildschirm zu wälzen) und erschreckend viel weniger schwärmerisch romantisch, als man bei oberflächlicher Betrachtung annehmen könnte, muss Etwas sein, das sich Austen auf die Kappe schreibt. Was will man mehr?

Fazit: Ja, eine neue Emma kann man immer gebrauchen, denn bei Romanadaptionen geht es eben nicht um Definition, sondern um Interpretation. Und diese Emma ist perfekt mit allen Fehlern, die behutsame Modernisierung und recht ausgefuchste Adaption von Buch zu (bewegtem) Bild geglückt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine absolut bezaubernde Emma ... :o), 1. August 2011
Von 
Bookworm (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Emma [2 DVDs] (DVD)
Als bekennender Fan von Jane Austen Verfilmungen musste ich natürlich auch diesen BBC-Vierteiler sehen ... :o) Ich kenne sowohl das Buch "Emma" als auch die beiden bisherigen Verfilmungen mit Kate Beckinsale und Gwyneth Paltrow, und muss sagen dass mir diese neue Version von allen wirklich mit Abstand am besten gefällt!

Romola Garai ist absolut bezaubernd als Emma - sie spielt die Rolle mit einer unglaublichen Natürlichkeit und Leichtigkeit, und es wirkt fast als wäre ihr diese Rolle auf den Leib geschneidert worden. Johnny Lee Miller kannte ich zwar namentlich, habe ihn aber glaube ich noch in keinem Film gesehen. Um so positiver hat er mich auch als Mr. Knightley überrascht - und die Chemie zwischen diesen beiden Hauptdarstellern hat einfach voll und ganz gestimmt! Auch die Nebendarsteller - allen voran Michael Gambon als Emmas Vater - waren gut ausgewählt und haben ihre Rollen überzeugend gespielt.

Die Ausstattung ist wirklich prächtig, aber etwas anderes erwartet man bei einer BBC-Produktion ja auch nicht ... ;o) Die Kostüme sind wunderschön und zeitgemäß, und die Drehorte toll ausgewählt. Beim Anblick der Häuser, Gärten und Landschaften gerät man gleich ein bisschen ins Träumen!

Ein großes Lob muss man wirklich an den Kamera-Mann (oder die Kamera-Frau) aussprechen, denn die Kameraführung ist wirklich sehr gelungen! Die Musikuntermalung des Films ist ebenfalls toll, was insgesamt für einen wirklich stimmigen Gesamteindruck sorgt.

Die DVD bietet ein tolles Bild mit viel Detailschärfte und satten, lebendigen Farben, was das Anschauen auch zu einem echten visuellen Vergnügen macht ... :o)

Zu lang fand ich diese Version mit ihren fast 4 Stunden Lauflänge auch nicht... im Gegenteil - ich war traurig als die letzte Episode vorbei war! Ich hätte noch Stunden weiter zugucken können ...

Fazit: Ein herrlich romantischer Film mit überzeugenden Darstellern, wunderschönen Drehorten und viel Wortwitz! Absolut sehenswert!
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Emma [2 DVDs]
Emma [2 DVDs] von Jim O'Hanlon (DVD - 2010)
EUR 19,99
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