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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdiger Nachfolger?
Guten Tag,

dank einer frühen Auslieferung einer US-Version des Spiels kann ich schon meine Meinung äußern. Dabei kann ich logischerweise nichts zur Synchronisation sagen, da ich mit der (hervorragenden) amerikanischen Tonspur gespielt habe.
Ich betrachte das Spiel dabei als direkten Nachfolger (obwohl es ja ein Prequel, also eine...
Veröffentlicht am 26. August 2011 von Jens Michaelis

versus
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Spiel - aber nicht der erwartete Hit
Zuerst möchte ich klarstellen, dass ich beide Vorgänger sehr gerne gespielt habe und dass ich Deus Ex Human Revolution an sich für ein gutes Spiel halte, das eigentlich 4 Sterne verdient hätte, aber dass viele Dinge für mich einfach schlecht gelöst wurden, die mich vielleicht vor 7-10 Jahren bei den Vorgängern nicht gestört haben,...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2011 von Gerdison


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38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Würdiger Nachfolger?, 26. August 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Guten Tag,

dank einer frühen Auslieferung einer US-Version des Spiels kann ich schon meine Meinung äußern. Dabei kann ich logischerweise nichts zur Synchronisation sagen, da ich mit der (hervorragenden) amerikanischen Tonspur gespielt habe.
Ich betrachte das Spiel dabei als direkten Nachfolger (obwohl es ja ein Prequel, also eine Vorgeschichte ist) zum ersten Teil und ignoriere den zweiten.

Kurzzusammenfassung:

Was ist Deus Ex HR?
Man kann das Spiel schwierig in eine Kategorie schieben. Es ist eine Mischung aus Shooter, Taktik-Shooter, Stealth und RPG. Was die Reihe ausmacht sind viele verschiedene Lösungs- und Schleichwege zum Ziel. Dabei kann man seinen Charakter über sogenannte Augmentationen, Biochips die Körperteile ersetzen, verbessern und anpassen. So hält man mehr aus, schießt besser, schleicht besser und so weiter.

Story 5/5
Gameplay 5/5
Design 5/5
Technik 3/5
KI 3/5
Sound 5/5

Story/Atmosphäre 5/5:

Was den ersten Teil ausmache und auch diesen enorm prägt ist eine dichte, gut erzählte Story. Das Spiel legt die Grundlagen für die Entwicklung, die das originale Deus-Ex ausmachen und erschafft dabei eine glaubwürdige Zukunftsvision, die an Atmosphäre kaum zu überbieten ist. Unzählige EBooks, Mails und Gespräche helfen einem, einen Einblick in das Umfeld zu erlangen und gehen sogar auf die wissenschaftlichen Bedingungen der Augmentationen, der Storygrundlage, ein. Die Grundsatzdiskussion um Wissenschaft, Ethik in der Forschung und Religion wird dabei von allen Seiten beleuchtet und das Spiel hat es geschafft, mich zum Nachdenken zu bringen. Das besondere ist dabei, dass die Autoren es schaffen für jede Fraktion logische und sinnvolle Argumente zu bringen, so dass man als Spieler ein bedrückendes Gefühl der Hilflosigkeit erlebt, wenn man Partei ergreift. Im Gegensatz zu den Ebooks sind die Mails dabei nicht immer für die Story relevant, aber teilweise unglaublich unterhaltsam. So findet man in jedem Level die Korrespondenz der Mitarbeiter und erlebt so, wie ein Nachrichtensender ala Fox-News Meinungen formt und Texte so gestaltet, dass die selbe Nachricht deutlich beeinflussender ist. Diverse Wendungen halten dabei das Interesse aufrecht, und die sonst bei mir auftauchenden langweiligen Strecken in der hinteren Mitte eines Spiels sind hier überhaupt nicht negativ aufgefallen. Zum Schluss hat man als Spieler dann logischerweise das Schicksal der Menschheit in der Hand und kann aus 4 alternativen Enden wählen. Doch schon während des Spiels kann man mehrmals Entscheidungen treffen die den Spielverlauf beeinflussen, teilweise sogar so, dass man erst hinterher merkt was man für Konsequenzen tragen muss. Die Protagonisten und selbst die 1-Satz-Zivilisten gehen dabei auf das Verhalten oder die Taten des Spielers ein.

Gameplay 5/5:

Das Gameplay ist das wichtigste an Deus Ex. Die schon oben genannten Augmentationen sind grundentscheidend für das Spiel und erlauben es einem, den Charakter freier zu spielen als gewöhnliche Shooter. Aktiviert werden sie in einer Art Talentbaum durch sogenannte Praxis-Kits. Diese erhält man durch LevelUp (dazu später mehr), man kann sie kaufen oder sie sind an extrem gut versteckten Stellen zu finden, bis auf das erste, das liegt mitten auf dem Weg.
Man hat dabei immer die Wahl zwischen den 3 Grundsäulen Kampf, Stealth und Hacken. Kampf erklärt sich von selbst, Stealth macht einen leiser, temporär unsichtbar und gibt einen mehr Informationen über Gegner und erlaubt es einen sogar, diese zu markieren und Hacken muss etwas genauer erklärt werden. Das Hacken wird durch ein Minispiel realisiert, in dem es 5 Schwierigkeitsgrade gibt und durch welches man Rechner freischaltet, Türen öffnet, Sicherheitskameras ausschaltet, oder sogar Wachroboter auf Gegner losschickt. Das Minispiel ist dabei extrem gut durchdacht und bleibt bis zum Schluß spannend, und da es einer der 3 Grundsäulen ist muss man hier auch viele Praxis-Kits investieren um es zu meistern.
Das Levelsystem ist vom Entwickler erstaunlich gut durchdacht. Wenn man im Kampf einen Gegner tötet erhällt man 10 XP, für einen Kopfschuss 20. Erledigt man einen Gegner jedoch unbemerkt, gibt es 50XP und für 2 gleichzeitig (freischaltbar) 125. Dabei umgeht man im Steath jedoch auch viele Gegner, wodurch sich das halbwegs ausgleicht. Erledigt man ein Level vollkommen unbemerkt gibt es einen speziellen starken XP-Bonus, ohne Alarm auszulösen etwas schwächer. Das Hacken selbst ist meiner Meinung nach zu stark belohnt worden. Je nach Schloss oder PC gibt es 25-125XP, dazu BonusXP für Entdeckungen, gelesene EBooks oder gefundene Items und dann auch noch BonusXP für freischaltbare Datenspeicher im Hack-Minispiel.
Zu den Hauptmissionen gibt es noch mehrere Nebenmissionen, die aber fast alle für die Geschichte wichtig sind und aufgrund der Belohnungen auch erledigt werden sollten.

Leveldesign 5/5:

Jedes Level in Deus-Ex ist unglaublich vielschichtig designed. Es gibt immer alternative Routen zum Ziel und die meißten Missionen sind lösbar ohne einen Gegner zu erledigen. Viele geheime Wege laden zum Erkunden ein und teilweise wird man mit einem Praxis-Kit, also einem Extra-Level belohnt. Die Schwierigkeitskurve ist dabei konstant steigend. Die City-Hubs sind weitläufig, wobei der Chinesiche Bereich etwas verwirrend gestaltet ist, da man bei 5 verschiedenen Ebenen und gesperrten Wegen schnell die Orientierung verliert. Durch die Belohngung des Erkundens von Geheimwegen hat man immer einen Ansporn auf Erkundungstour zu gehen.

Grafik/Technik 3/5:

Der einzige Schwachpunkt. Das Spiel war 4,5 Jahre in Entwicklung und das sieht man ihm auch an. Lange Ladezeiten auf der 360 trüben den Spielspaß. 22 Sekunden im Schnitt bei Installation und 33 Sekunden von DVD, dazu komplette Ladezeiten wenn man stirbt nerven auf Dauer. Die Möglichkeit, während des Zeigens eines Videos ein Level zu laden wird hier komplett ignoriert. Da wird man unglaublich stimmig von einem Punkt der Welt zu einem anderen transportiert, die Spannung wird aufgebaut, und dann kommt ein stimmungstötender Ladebalken.
Die Videos sind alle in Ingame-Grafik gestaltet und von der Auflösung nicht unbedingt scharf, was aber auch an den verschiedenen Möglichkeiten der Storyentwicklung und dem Speicherplatz der 360 liegen wird. Nur warum man aufwendig vorgerenderte Videos erstellt die als Trailer den Spieler anfixen sollen und dann deutlich schlechtere Videos im Spiel verwendet die teilweise sogar das selbe zeigen ist mir ein Rätsel. Dazu kommen Texturfehler in Videos die im Spiel selbst nicht auftauchen oder ein Zoom auf hässliche Bereiche des Spiels die man hätte aufpolieren können wenn man schon vorrendert.
Die Ingamegrafik selbst ist okay. Es gibt mittlerweile deutlich hübscheres auf dem Markt, aber das Design ist durchweg stimmig und gut durchdacht. Das gilt leider nur für die Bereiche, in denen man als Spieler unterwegs ist. Sobald man eine Stadt von oben sieht oder den Himmel betrachtet sieht man eine unglaublich grobkörnige, einfache Textur wie sie mir seit 3-4 Jahren nicht mehr untergekommen ist. Und die Empfangsdame des Chefs könnte so noch aus Halo2 oder anderen guten XBOX (1) Titeln stammen.
Die Gesichtsanimationen sind dabei Stimmungskiller Nr1. Die extrem gute (englische bei mir) Synchronisation wird durch leblose, teils wirklich schlecht gestalteten Mundbewegungen und sonst toten Gesichtern kaputt gemacht. Manche Charaktere haben so komische Mimiken drauf, dass man sich an Holzpuppen erinnert fühlt. Dies ist je nach Wichtigkeit des Charakters auch besser, man hat das Gefühl man wollte nicht noch eine weitere Verschiebung riskieren und hat nur die wichtigsten Personen poliert.
Die Bewegungsanimationen sind das glatte Gegenteil. Immer flüssig, schön animiert und ganz klar durch Motion-Capturing optimiert.
Ein Problem bei der 360 ist die Eingabe von Kennwörtern. Wenn man ein kurzes Zeitfenster hat in dem man einen bekannten 8-stelligen Code eingeben kann um eine Tür zu öffnen bevor der Gegner einen sieht, braucht man einfach zu lange. Am PC ist das in 1-2 Sekunden erledigt. Auf der 360 braucht man 8-10. Die Bildschirmtastatur ist einfach zu ungünstig für so eine lange Eingabe, da hätte man Kennwörter kürzen müssen.

Künstliche Intelligenz 3/5:

Die Gegner achten extrem gut auf Geräusche des Spielers bei Bewegungen und reagieren auch auf Sichtungen gut. Aber wenn man 2 Meter entfernt von einem Gegner der einen den Rücken zudreht 2 Gegner lautstark K.O. schlägt und dieser nicht reagiert wirkt das etwas komisch. Vermisste Kollegen werden auch ignoriert solange man diese versteckt und wenn man lautstark eine Wand einschlägt reagiert man nur im Umkreis von 10 Metern. Sobald man einen Wachturm oder ein Geschütz übernommen hat, welches automatisch die Gegner niedermäht rennt die KI drauf zu und schießt, anstatt in Deckung zu gehen. Beim Spieler selbst klappt das jedoch einwandfrei und einmal wurde ich sogar flankiert.

Musik/Sound 5/5:

Der Soundtrack ist duch die Trailer bekannt und einfach genial. Trotz der relativ wenigen Musikstücke hat sie nie genervt oder gestört in meinen 22 Stunden Spielzeit und trägt wunderbar zur Atmosphäre bei. Die Sounduntermalung in den Leveln ist immer stimmig und schafft eine schöne Atmosphäre, die Waffensounds sind okay aber kein Battlefield-Niveau. Zur deutschen Synchronisation kann ich leider nichts sagen.

Schwierigkeitsgrad:

Man hat die Wahl aus 3 Schwierigkeitsmodi, welche auch jederzeit wechselbar sind. Das einzig frustrierende sind die 4 Bosskämpfe. Da ich mich im Spiel auf Stealth und Hacken konzentriert habe war ich bei diesen Kämpfen aufgeschmissen. Die Fähigkeiten bringen einen hier kaum etwas und als Shooter-Spieler hat man es in den Kämpfen deutlich leichter. Ansonsten ist das Spiel fordernd aber fair.

Fazit:

Ich wurde über 22 Stunden trotz der vielen kleinen Schwächen wunderbar unterhalten und es gab keine Längen. Die Story ist spannend und genial inszeniert, das Gameplay abwechslungsreich und vor allem an den Spieler angepasst. Die Freiheiten und Erkundungen machen Spaß und werden gut belohnt. Die verschiedenen Entscheidungsmöglichkeiten laden zum erneuten Durchspielen ein.

Insgesamt ein sehr gutes Spiel das nur an seinen technischen Mängeln schwächelt, über die man aber hinwegsehen kann.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Remake trotz Fehlern, 10. November 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Deus Ex war usprünglich ein taktischer Shooter im Cyberpunk-Szenario, der sich ganz im Stile der altehrwürdigen Crusader-Reihe gegenüber seinen Genrekollegen durch unterschiedliche Handlungsstränge, spielerische Tiefe und eine dichte Atmosphäre auszeichnete. Im Zeitalter von Bioshock und Mass Effect ist dies aber freilich zuwenig, weshalb die Entwickler bemüht waren, das Spektrum von Deus Ex zu erweitern. Inwieweit dies geglückt ist, möchte ich in dieser Rezension ebenso thematisieren wie die unterschiedlichen Kritikpunkte, die bislang geäußert wurden.

Die Crux mit der Erfahrung

Ein erheblicher Kritikpunkt betrifft die vergebenen Erfahrungspunkte, die für die Anzahl möglicher Implantate pro Spieldurchgang relevant sind. Erfahrungspunkte gibt es für vielerlei: Erkundung alternativer Wege, Erledigen von Missionen, Hacken und natürlich für die Neutralisierung von Gegnern. Besonders Letzteres ist ein Streitpunkt, denn das Betäuben der Gegner im Nahkampf bringt weitaus mehr Punkte als das Erschießen derselben mit tödlichen Schusswaffen. Oberflächlich betrachtet könnte man folglich meinen, das Spiel belohnt Schleicher über Gebühr und bestraft die Shooter-Gemeinde.

Gleichwohl reflektiert die Anzahl der Erfahrungspunkte nur die sinnvollen Implantate pro Spielvariante. Die meisten Implantate gibt es fürs Schleichen und Hacken, während die Verbesserungen für Feuergefechte sich in engen Grenzen halten. Dennoch aber ist die Kritik gerechtfertigt; denn der neue Spieler weiß nichts von der Punkteplanung der Entwickler und fühlt sich zur Maximierung seiner Punkte dazu genötigt, als reiner Schleicher zu spielen. Und das hat mit Deus Ex in der Tat nicht viel zu tun.

Handlungsoffene Spielwelt

Es ist in der Tat zutreffend, dass fast jede Spielsituation mehrere Lösungswege zulässt. Oder konkreter: mehrere Wege zum Ziel. In der Regel gibt es immer einen Weg der offen Konfrontation sowie zusätzliche Wege über Lüftungsschächte oder Dächer. Letztere bedingen oftmals bestimmte Implantate. Das ist durchaus nett gedacht und auch abwechslungsreich. Jedoch: So gut wie jede Problemstellung besitzt alternative Wege, so dass man recht bald sofort nach diesen sucht - und diese auch nutzt, weil es dafür mehr Erfahrung gibt. Das führt zu einem Automatismus, der keine Überraschungen mehr bereithält. Zudem wirken viele dieser Wege nicht authentisch - insbesondere, wenn einen danach Bürger begrüßen, bei denen man sich fragt, wie die wohl dahin gekommen sein mögen. Völlig grotesk wird es dann, wenn der Spieler trotz eines Weges, mit dem er Gegner umgeht, nochmal zurückläuft und diese ausschaltet - der Erfahrung wegen.

Bossgegner

Ebenfalls häufig kritisiert werden die Bosskämpfe, und das zu Recht. Es geht dabei noch nicht einmal darum, dass diese Kämpfe nicht "umschlichen" werden können. So, wie Schleichen auch für den Shooterfreund bisweilen notwendig ist, gilt dies für Bosskämpfe auch für den Schleicher. Viel problematischer ist, dass diese Bosskämpfe im Grunde nach klassischer Shooter-Manier entworfen wurden, die Feuergefechte in Deus Ex aber gezielt auf ein Deckungssystem ausgelegt sind. Da ist es auch wenig hilfreich, dass die - nicht änderbare - Steuerung fehlerbehaftet ist und zu Frust führt.

Subjektive Kritik: Betäubungen

Wie aus dieser Rezension zu ersehen, kann man viele Ansätze mit Spielmechaniken erklären, eines jedoch nicht. Nämlich die Frage, warum die Entwickler das Betäuben von Gegnern mehr belohnen als die klassische Neutralisierung qua Schusswaffe. Wohlgemerkt, der einzige Unterschied zwischen beiden Varianten ist der, dass betäubte Gegner von anderen aufgeweckt werden können - ansonsten bleiben diese genauso lange regungslos liegen, nämlich für immer. Dafür wird diese Variante jedoch über Gebühr belohnt: Es gibt gleich 20 Erfahrungspunkte mehr, NPCs erwähnen es besonders, wenn eine Mission nur mit geringen tödlichen Verlusten abgeschlossen wurde, der Spieler wird generell als barmherzig beschrieben. Und das gilt unabhängig davon, wie brutal die Gegner ihrerseits vorgegangen sind. Zudem wird nur die Beseitigung jener Gegner mit Erfahrung belohnt, die vom System als "potenzieller Feind" klassifiziert sind. Und das betrifft beileibe nicht nur Zivilisten, sondern auch Wach- und Militärpersonal.

Bleibt letztlich nur der Schluss zu ziehen, dass die Entwickler hier versuchen, moralisch dem Image eines "Killerspiels" entgegenzuwirken. Das mutet jedoch seltsam an in einem Spiel, das einerseits Handlungsfreiheit propagiert, andererseits über Story und Charakterentwicklung aber nur wenige moralisch-ethische Entscheidungsmöglichkeiten eingebaut hat. Ganz davon abgesehen, dass gerade das Cyberpunk-Genre eine recht düstere Zukunftsvision zeichnet, deren Konflikte im Spiel auch offen ausgetragen werden.

Ein gutgemeinter Rat

Zur Bewertung des Spiels möchte ich an dieser Stelle eine Herangehensweise empfehlen, die sich von der Werbung völlig unterscheidet: Die unterschiedlichen Spielvarianten sollte man völlig ignorieren.

Spielt man durchgängig als Shooter, verpasst man viele interessante Wege, bekommt manche Nebengespräche nicht mit und macht zudem die Erfahrung einer recht uninteressanten KI - die durchaus auch einige Frustmomente bereithält. Wählt man für sich hingegen den Weg des Schleichers, kriecht man durch die gesamte Spielhandlung, unterbrochen von Nahkämpfen und den Bosskämpfen. Auch hier weiss die KI nicht zu begeistern und degradiert das Spiel zu einem mittelmäßigen Knobelspiel mit grafischer Präsentation. Unnötig zu erwähnen, dass dann die gesamte Waffenauswahl überflüssiger Inhalt ist. Und wer das Hacken für sich ausschließt, verpasst eines der besten Mini-Games, das in einem Spiel in den letzten Jahren angeboten wurde - und so nebenbei etliche Zusatzinformationen, Erfahrung und Geld.

Ich empfehle daher, Deus Ex ganz klassisch zu spielen - als guten Mix aller Spielstile. Das Design der Level, die Platzierung der Gegner, die Ausrüstung und die Implantate unterstützen ein solches Vorgehen. Auf diese Weise bekommt man auch überdurchschnittlich viel Erfahrung, zudem sind nur wenige Implantate wirklich spielentscheidend. Sämtliche Schleicherweiterungen sind beispielsweise bestenfalls als Gimmick zu verstehen. Lediglich im Hacksegment kommt man ohne Aufwertungen nicht weiter. Und da schliesst sich der Kreis.

Bewertung

Freilich, an Deus Ex gibt es so einiges zu kritisieren und gezielt zu hinterfragen. Nicht alles ist perfekt, diverse kleinere Mängel aufzuführen habe ich mir an dieser Stelle im übrigen verkniffen. Die Steuerung ist - vornehm ausgedrückt - verbesserungswürdig. Das Erfahrungspunktesystem verfehlt seinen Zweck und untergräbt den offenen Charakter des Spiels - besser wäre es gewesen, gar keine zu vergeben. Und dennoch: Weniger als 5 Punkte zu vergeben, wäre unredlich.

Die eigentliche Qualität von Deus Ex liegt nämlich wie schon bei den Vorgängern bei der simulierten Spielwelt und seiner Atmosphäre. Es sind die ganz kleinen Details, die zu begeistern wissen und einem an jeder Ecke begegnen. Bürger, die aus einem reichhaltigen Repertoire von Zweizeilern wählen können und auch auf die Spielweise des Spielers reagieren, Gruppen von Personen, die sich untereinander unterhalten. Dann die zahllosen Hintergrundinformationen, die sich in herumliegenden E-Books und auf zu hackenden PCs befinden. Nebenquests, die zwar nicht zahlreich sind, aber durchaus zu begeistern wissen.

Deus Ex ist sicher nicht perfekt. Aber ein mit viel Mühe gestaltetes Abenteuer im Cyberpunk, das speziell ältere Semester ansprechen dürfte und ein Stück weit eine Reminiszenz an vergangene Unterhaltungswelten darstellt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein tolles Spiel, welchem aber der letzte Feinschliff fehlt..., 2. März 2012
Von 
Parsec - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Angesichts der umfangreichen und kompetenten Rezensionen, welche hier zu lesen sind, kann ich mich relativ kurz fassen. DEUS EX 3 ist ein sehr atmosphärisches, sehr interessant gemachtes Game, welches durchweg überzeugt, bei welchem aber kleinere, aber unübersehbare Unstimmigkeiten die völlige Höchstnote verhindern.

Keine Frage: die Story und die Atmosphäre von DEUS EX 3 ist famos. Man wird augenblicklich Teil einer cool in Szene gesetzten Cyberpunk-Story mit all dem, was dazu gehört: Megacons, Implantate, die Frage nach den Grenzen der Menschlichkeit, Verrat und harte Action.
Das Gamedesign ist auch toll - eine stromlinienförmige Mischung aus Shooter, RPG und Stealth, und jedes der Elemente wirkt passend und nicht einfach hereingebastelt. Gerade die RPG-Elemente sind sehr elegant in das übrige Gameplay integriert, und die Balance zwischen Stealth und Shooter ist auch gut gefunden worden.
Man findet sich schnell in die Steuerung rein, und es geht ebenso zügig zur Sache. Der Schwierigkeitsgrad ist happig aber immer machbar, und der Umfang des Spiels überzeugt auch.
Auch technisch gefällt DEUS EX 3 durchaus - die Grafik sieht zumindest "gut" aus, der Soundtrack ist phantastisch, und die Stimmung kommt sehr gut rüber.

Soweit - so gut. Könnte man jetzt von DEUS EX 3 einfach nur begeistert sein hat das Spiel leider auch einige unübersehbare Mankos. Diese sind allesamt absolut kein Grund, das Spiel schlecht zu finden und sie trüben den Gesamteindruck nur in vertretbarem Rahmen, aber sie sind gravierend genug, um das Spiel dann doch auf der Zielgraden zum Meisterwerk auszubremsen.

In aller Kürze geschildert leidet das DEUS EX 3 mitunter an einer reichlich bockigen Steuerung, welche es beispielsweise nervig gestaltet, einfach mal in Deckung zu gehen oder sich im Raum zu orientieren, wenn es hektisch wird - hier zeigen genug 1st Person Spiele, wie man es besser macht.
Hinzu kommt der häufig sehr schlauchige Aufbau der eigentlichen Level, welche, insbesondere in den Städten, trotz netter Grafik und atmosphärischer Details sehr artifiziell wirken.
Schlimm ist, wie himmelschreiend blöd die KI ist, die Gegner verhalten sich mitunter wie wirklich die letzten Deppen. Schade ist auch, dass die Benutzerführung zumindest auf der XBox einfach nicht so richtig durchdacht ist.
Als letztes Problem dieses Spieles möchte ich nennen, und auch in diesem Punkt darf ich einer hier zu lesenden Rezension voll und ganz beipflichten, dass die Bosskämpfe eher nervig als spannend sind.

Alle diese Probleme sind aus einem Grund ganz besonderes ärgerlich - sie sind nämlich nicht allzu gravierend, sondern wirken eher wie Nachlässigkeiten bei der Endkontrolle des Spiels. Man hat daher das Gefühl, dass es in Punkto KI, Leveldesign und Steuerung schlichtweg noch ein bisschen am Feinschliff fehlte, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Macher mit ein bisschen mehr Zeit und ein bisschen mehr Sorgfalt diese Probleme definitiv in den Griff bekommen hätten...

Alles in allem: ohne Frage ein in jeder Hinsicht gutes, stark gemachtes Spiel - und, mit ein bisschen mehr Sorgfalt bei den Komponenten KI, Leveldesign und Steuerung, hätte dies ein Geniestreich werden können.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut trotz Fehlern im Design, 5. September 2011
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Es gibt Spiele, da würde man sich nachträglich gerne den Entwickler schnappen, ihm kurz die Hand zum Glückwunsch drücken, ihn dann mit einem großen "ABER.." vor den Bildschirm zwingen, gefolgt von der Frage : "...was hast du dir hierbei gedacht?". Deux Ex Teil 3 ist so ein Spiel. Die Fehler im Gamedesign fallen einem bereits bei den ersten Missionen auf - angefangen bei der teils fürchterlich hakeligen Steuerung (in Deckung gehen ist für den Superagenten des Jahres 2024 ein ziemliches Drama), beim fummeligen Inventar oder bei der strunzdummen KI. Tatsächlich kann ich in der Ecke eines Raumes, der mit Wachen überfüllt ist, laut schepperend eine Mülltonne umwerfen, ohne daß es irgendjemand auffällt. Oder die Wachen schaffen es nicht, ihre zahlenmäßige Überlegenheit auszunutzen und lassen sich wie kleine dumme Lämmchen aus einer halbwegs guten Deckung aus dem Spiel nehmen.

Auch ist es erstaunlich, daß ein kypernetisch aufgemotzter Superagent sich sehr schwer tut, Pappkartons (die, weitere erstaunliche Designentscheidung, im Jahre 2024 wirklich an jeder Ecke rumliegen) zu stapeln oder zu besteigen, geschweige denn, eine nicht im Spiel "vorgesehene", aber an der Wand lehnende Leiter zu verwenden oder über einen simplen Zaun zu klettern.

Das alles sind - verglichen mit dem, was das Spiel richtig gut macht - kleinere Ärgernisse, es gibt jedoch ein größeres, sehr nerviges: die Bosskämpfe, die Eidos eingebaut hat, die sich rein gar nicht mit dem ansonsten gefordertem subtilem und geduldigem Vorgehen decken wollen. Es sind 4 sehr simple, anfangs unglaublich nervige, bei Benutzen von möglichst dicken Kanonen und Waffen aber einfach lösbare 1:1-Kämpfe aus der Gameplaysteinzeit. Gegen die Idee von Endgegnern ist nichts einzuwenden, dagegen, wie sie bei Deus Ex gelöst wurde, schon. Warum kann ich mich nicht an den Bossen vorbeiquatschen? Sie durch zuvoriges Hacken oder genaues Erkunden der Räumlichkeiten benachteiligen? Der Bruch im Gameplay und der Nerv-Faktor ist leider enorm.

Glücklicherweise gibt es nur 4 von den Bossen, und angesichts der ansonsten faszinierenden Spielewelt und des sehr intelligenten Gameplays kann man sich gut motivieren, diese, trotz vielen frustranen Versuchen, zu überwinden.

Die Zukunftsvision, die Eidos in Deus Ex entwirft, ist düster und erschreckenderweise nicht mal wirklich unrealistisch: eine zerrissene, von Konzernen dominierte Gesellschaft, in der sich die wenigen Reichen von dem herrschenden Chaos abschotten, in der die Grenzen zwischen Mensch und Maschine verwischen. Deus Ex ist geradezu ein philosophisches, zum Nachdenken anregendes Spielererlebnis, zu dem auch die sehr düstere und in wenigen Schattierungen gehaltene Grafik passt, die - wie hier bereits mehrfach erwähnt - allerdings nicht mehr ganz zeitgemäß ist.
Deus Ex lädt zum Eintauchen in diese Welt ein - ich kann an jeder Ecke Dialoge belauschen, Zeitungen lesen, EBooks studieren, E-Mails auf gehackten PCs lesen - alles trägt dazu bei, das Spieleerlebnis zu verbessern, und wer durch das Spiel hetzt, verpasst vieles. So sind mir die Passagen, bei denen ich frei die Städte erkunde und nach versteckten Eintritten zum nächsten Gebäude oder zu einem Appartement mit wichtigen Infos suche. Hier kommt auch die Handlungsfreiheit ins Spiel, die weniger die Storyverläufe betrifft und mehr die Wegfindung: durch die Kanalisation? mit Karacho durch den Haupteingang? Über die Feuerleiter? Selber Hacken oder Codes "kaufen"? Vielleicht sogar soziale "Skills" einsetzen und sich den Weg freiquatschen?

Das RPG-Element ist eher gering, von daher sollte man definitiv keine Vergleiche zu anderen Spielen dieses Genres ziehen. Es besteht darin, daß man sich entscheiden kann, welche Verbesserungen man für Jensen erwirbt - diese gehen von Hacking-Fähigkeiten über kypernetische Gliedmaßen, einer besseren Panzerung oder eines optimierten Radars, der auch die Blickrichtung der Feinde grafisch darstellt. Am besten passt man die Entwicklung Jensens seinem eigenen Spielstil an, wobei viele Spieler wohl eher "mischen".

Die eigentlichen "Levels" - die meistens Lager- oder Fabrikhallen sind - verlaufen relativ "klassisch" und man wird die meiste Zeit schleichen oder sich taktische Gefechte liefern, die dank der zwischen Genie und Wahnsinn schwankenden KI eher einfach sind, wenn man mal den richtigen Deckungs-"Spot" gefunden hat. Auch hier besteht der Hauptreiz darin, einen möglich subtilen Weg durch die teils erdrückende Überzahl an Gegnern zu finden und in fast jedem Raum gibt es mehrere Möglichkeiten, ihn zu durchqueren. Spieler, die gerne tüfteln, und solche, die gerne ausgedehnte Erkundungsgänge unternehmen, werden in Deus Ex reicht belohnt. Wie schon in vielen Reviews erwähnt, ist eine direkte Rambo-Vorgehensweise angesichts des zerbrechlichen Protagonisten sowie der geizigen Entlohnungen durch XP eher weniger empfehlenswert, was, wie die Rezensenten richtigerweise schreiben, zu dem Credo der spielerischen Freiheit nicht so ganz passen will. Andererseits braucht man zum direkten Durchballern nun auch nicht so viele Verbesserungen wie bei einem diskreteren Vorgehen, wo man auch mal größere Abhänge oder Abgründe überspringt oder wackelige Wände kaputtschlägt, um neue Zugangswege zu "eröffnen".

Mir hat Deus Ex - abgesehen von den Frustmomenten nach dem 25. Versuch, einen der Bosse zu erledigen - sehr viel Freude bereitet und mich enorm fasziniert. Es macht Spaß, sich in einer dermaßen gut durchdachten, mit vielen Fragezeichen und Denkanstößen versehenen Spielewelt zu bewegen. Im Moment ist es sicher eines der besten Spiele 2011, allerdings verhindern die vielen kleinen und der eine große Design-Schnitzer, daß es zum sicheren Kandidaten für das Spiel des Jahres 2011 wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geniale Spiele - auch heute noch!, 9. März 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Genial - ich halte mich in meinen Rezensionen kurz und versuche es auch diesmal, trotz des großen Umfangs dieses Spieles.
Das Setting ist unverbracht: Steampunk mit interessanter und nicht unrealistischer Geschichte, die irgendwann ihren Inhalt auch im zukünftig realen Leben des Menschen wiederfinden wird. Grob gesagt: es geht um das "Upgraden" des menschlichen Körpers mit mechanischen Extremitäten oder inneren Organen, um die Fähigkeit derjenigen zu verbessern, oder Krankheiten und Verletzungen entgegen zusteuern.
Adam Jensen, der Held, wird nach der ersten Mission, nahezu zerlegt und muss mechanisch "erweitert" werden, um sein Überleben zu sichern. Der Rollenanteil basiert auf dem Aufwerten, aller mechanischen Anteile Jensens Körpers, also nahezu aller. Augen, Arme, Beine und z.B. Lunge werden vom Spiele individuell aufgerüstet. Welche Effekte erzielt werden, soll selbst ausprobiert werden. Versprochen sei, es lohnt und macht Spass.
Das Gameplay ist durchweg gut. Es ist im Prinzip ein vollwertiger third-person-shooter bzw. stealthshooter. Jede Mission ist verschieden zu bewältigen und lässt dem Spiele viel Freiraum. Wie viel Individualität die Missionen zulassen, hängt vom Stil des Spielers, Jensens erlangte Fähigkeiten und auch vom Ehrgeiz des Spielers ab. Für so gut wie alle Aktionen geben Erfahrungspunkte: das Finden eines Lüftungsschacht oder Infos, das lautlose Töten oder besser noch das nicht tödliche Vorgehen. Das Spiel kann gelöst werden, ohne das jemand durch die eigene Hand sterben muss, genial, es ist ein großer Anreiz und war für mich von anfang an mein Ziel. Fest steht: Schleichen lohnt sich, aber ist nicht ausgezwungen und wirkt auch nie so.
Neben der sehr guten Story, dem Szenario, dem Gameplay stehen die charaktervollen Personen und der genialen Sprachausgabe. Letztere ist auch in der hier zu kaufenden deutschen Versionen ziemlich gut, ist aber nicht lippensynchron, schade, aber aufgrund seiner Qualität zu verkraften. Wer das Englischsprechen und -verstehen zu seinen Fähigkeiten zählt, sollte dann doch aber zur original Version greifen.
Ich hoffe, diese Rezension kann der Entscheidung zum Kauf verhelfen, da es zu den besten Games 2011 zählt. Wer mehr über den Inhalt dieses Meisterwerks erfahren will, liest ohnehin Tests. Und wer es doch nicht tut, soll sich mal auf mich verlassen.
Danke fürs Lesen!
Mats
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gutes Spiel - aber nicht der erwartete Hit, 12. Oktober 2011
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Zuerst möchte ich klarstellen, dass ich beide Vorgänger sehr gerne gespielt habe und dass ich Deus Ex Human Revolution an sich für ein gutes Spiel halte, das eigentlich 4 Sterne verdient hätte, aber dass viele Dinge für mich einfach schlecht gelöst wurden, die mich vielleicht vor 7-10 Jahren bei den Vorgängern nicht gestört haben, jetzt aber doch sehr altbacken wirken.

Am wenigsten lässt sich über den Sound streiten. Ein sehr guter stimmungsvoller Soundtrack und eine hervorragende deutsche Synchro (z.B. finde ich den deutschen Adam Jensen viel besser als den englischen). Einzig die Lippensynchronität ist so was von nicht vorhanden, das habe ich bei deutlich älteren Spielen schon viel besser gesehen.

Bei der Grafik haperts dann schon deutlich. Die Umgebung wirkt steril und leblos. Man kann kaum mit Gegenständen interagieren, da die meisten nicht da sind. Richtig schlecht sind die überall vorhanden Pappkartons und Kisten, egal ob in einem Büro, in einer Wohnung, in einer Lagerhalle oder auf der Straße, immer wieder die gleichen Kisten. Die Menschen stehen nur dumm rum, machen nichts, schreien höchstens mal, wenn man eine Wache niedergestreckt hat.

Jetzt zu den für mich größten Minuspunkten des Spiels:

Das Inventar: Munition ist kaum stapelbar, nimmt massig Platz ein. Jede fünf Powerriegelchen brauchen schon ein Inventar-Quadrat, ein Riesenbecher Energie gar sechs. Von der Größe der Waffen braucht man gar nicht reden. Wenn man am Anfang das Scharfschützengewehr findet, ist das Inventar schon zu einem Drittel voll, dazu noch einen Raketenwerfer und man hat kein Platz mehr. Die Folge ist, dass man solche Waffen einfach links liegen lassen muss.
Es gibt keine Möglichkeit sich ein Lager, z.B. in einem Schrank, zu machen. Aus Schubladen etc. kann man nur Dinge herausnehmen. Also lässt man alles nur auf den Boden fallen - zumindest verschwindet dort nichts (bis auf die Bordellchefin in Shanghai, von der war plötzlich nur noch die Oberweite in Bodenhöhe zu sehen). Wenn Dinge an einem bestimmten Ort liegen sollen, dann muss man genau an der Stelle stehen. Als rauf auf den Tisch springen und raus aus dem Inventar mit dem Gewehr. Ja, ich weiß, ich bin von Fallout und The Elder Scrolls zuviel Luxus gewohnt. Aber mir hätte ja schon eine einzige Truhe im Spiel gereicht. Ich will ja gar nicht mein Haus einrichten!

Die Energie: Dass sich nur die erste Energiezelle auflädt macht viel an dem Spiel kaputt. Klar werden jetzt die Hartgesottenen sagen, dass es das im ersten Teil gar nicht gab. Aber mal ehrlich, wie soll ich denn eine längere Distanz unsichtbar und lautlos schleichen, und am Ende vielleicht noch einen Gegner niederhauen, wenn ich immer nur eine Batterie habe? Ich kann doch nicht nach jeder Aktion nen Powerriegel essen, damit ich wieder voll bin. Soviele gibt es gar nicht, außerdem unterbricht das den Spielfluss doch nur. Wie hat also der Schleicher in mir gespielt? Ich hab einen Gegner angelockt, hab ihn im Nahkampf betäubt, den zweiten mit der Betäubungspistole niedergestreckt, und gehofft dass, wenn der dritte kommt, der Nahkampf wieder aufgeladen war. Ich hab mir die Unsichtbarkeit verkniffen, das geräuschlose Schleichen, einfach alles was zusätzliche Energie gekostet hätte. Nur damit ich rechtzeitig wieder eine volle Batterie hatte um einen Nahkampf auszulösen. Warum können die Batterie nicht nach und nach aufgeladen werden? Das würde das Spielprinzip doch nicht entfremden? Nein, die Batterien waren nicht mal nach einem stundenlangen Flug voll.

Das Schleichen/die Endbosse: Ich bin gerne geschlichen, hab gerne jeden Lüftungsschacht ausprobiert, neue Wege entdeckt ' denn genau das macht das Spiel aus. Ich bin fies von hinten gekommen und hab die Gegner überrascht, ohne Alarm auszulösen. Das war einfach genial, die Spannung unbeschreiblich und die Freude groß, wenn der Plan geklappt hat. Aber dann die Endbosse' Keinerlei Möglichkeit auszuweichen, ein beengter Raum mit einem 'Super-Mutanten-Über-Soldier'. Taktik? Fehlanzeige. Einfach in Bewegung bleiben und wie wild Granaten werfen und mit ner Wummse draufhalten half am besten.
Das Schleichen im Spiel ist spannend, aber spätestens beim zweiten Mal China war ich es leid. Speichern, schleichen, beim Nahkampf warum auch immer Alarm ausgelöst, laden, ' noch einmal von vorne. Am Ende brauchte man für eine Passage 30 Minuten, die man mit ner hochgepuschten Pistole in 5 Minuten erledigt hätte. Dazu kommt noch, dass die Umgebungsgrafik nicht wirklich hilft, wenn es darum geht, Gegner abzulenken oder anzulocken. Während es bei der Konkurrenz möglich ist, an die Wand zu klopfen oder Münzen zu werfen, ist man hier immer auf der Suche nach nem schmeissbaren Paket oder Feuerlöscher. Die jedoch sind in den Schleichpassagen weniger vorhanden als in bewohnbaren Häusern. Man sieht zwar viel Gerümpel rumliegen, jedoch kann man nichts davon aufnehmen und werfen.
Einzig der Erfahrungsbonus fürs geräuschlose Betäuben von Gegner rechtfertigt den Aufwand. Aber ob man am Ende ein Praxiskit mehr oder weniger hat ist relativ egal.

Es sei noch einmal gesagt, dass ich das Spiel eigentlich recht gut finde. Ich mag es zu schleichen, versteckte Wege zu entdecken, dem Gegner einen Schritt voraus zu sein.
Aber es hat halt auch viel altbackenes an sich. Mich stört, dass die Umgebung so steril und tot ist, es wirkt einfach nicht lebendig, nicht realistisch, nicht glaubwürdig. Ein gutes Beispiel dafür ist eine Begebenheit beim ersten Mal in China. Da musste ich in ein Gebäude um einen Hacker zu suchen. Ich rauf, alle Wachen niedergestreckt, die Etage geleert, die Wachen in einer leeren Wohnung verstaut. Danach gab es eine Nebenquest mit einer Immobilienmaklerin. Nichts wie hin zu ihr und siehe da, sie wohnte genau in dem Apartment, in dem ich meine betäubten Gegner verstaut hatte, die dort übrigens immer noch betäubt lagen. Danach zurück in eine Bar um die Quest abzuschließen, dann wieder hoch zur Maklerin, ob sie vielleicht noch was zu sagen hat. Aber ne, das Apartment war wieder leer, bis auf die immer noch betäubten Wachen.
Ich hätte mir auch größere Karten mit mehr Nebenquests gewünscht.
Die KI lässt auch sehr wünschen übrig. Zwar ist das im Großen und Ganzen positiv, weil einfacher für den Spieler, allerdings ist es schon ein bisschen Panne wenn ein Gegner im Alarmzustand minutenlang auf den von mir abgeschalteten Alarmknopf drücken will, dabei so was ähnliches wie 'Jemand muss den Alarm auslösen' wiederholt, während sein Kollege ihm mit Dauerfeuer in die Seite schießt, weil dieser eigentlich mich sieht und mich treffen will. Ich hab es mir ein Weilchen angeschaut und beide dann erlöst.

Es ist gut, aber in Zeiten von Fallout, Mass Effect und Co. bin ich halt ein wenig mehr gewohnt. Ich weiß, Deus Ex will kein Rollenspiel sein. Aber mehr davon hätte dem Spiel gut getan.
Stattdessen hat man meiner Meinung nach an zu vielem alten festgehalten (z.B. Inventar) und es verpasst einen Schritt nach vorne zu machen. Und dann noch die Endgegner, die mir als 'Schleicher' so gar nicht gefallen haben. Alles in allem kann ich keine vier Sterne mehr vergeben, sondern muss auf drei heruntergehen.
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3.0 von 5 Sternen Optisch gut gamplay naja, 9. Mai 2013
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Optisch macht das spiel doch einiges her aber die spielmechanik ist oft hakelig und ungenau
auch ist das spiel recht unausgewogen
zum einen hat man die möglichkeit seine gegner nicht zu töten (was ich sehr gut finde) doch dankt einem das spiel das in keinster weise man wird dadurch schwach und kann die bosskämpe zum beispiel überhaupt nicht bestreiten
auch sind die gegner so unglaublich stark (schon im normal modus) das die großen kämpfe kaum oder erst nach etwas übung zu meistern sind
was mich persönlich stört ist das der hauptcharakter etwas dämlich ist und den sehr offensichtlichen plott bis fast zum ende nicht durchschauen kann
aber naja es ist ja auch nur ein spiel
trotzdem nichts für spieler die schnell erfolgserlebnisse haben wollen
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wartezeit hat sich gelohnt, 29. September 2012
Von 
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Da ist sie endlich, die echte Fortsetzung des Kult-Games Deus Ex von Warren Spector. Wir können euch nun von einigen schönen Spielstunden berichten, die uns das Game-Sommerloch versüßt haben. Pros und Kontras von Deus Ex: Human Revolution, die erfahrt ihr jetzt.

Augmentierungen in der Zukunft

Laut Deus Ex sind in der Zukunft biomechanische Verbesserungen, sogenannte Augmentierungen für den menschlichen Körper der neue Trend. Ganze Gliedmaßen oder Organe können durch Künstliche ersetzt werden, dadurch können auch Leben gerettet werden. Durch diese Augmentierungen entsteht ein moralischer Zwiespalt in der Gesellschaft, einige akzeptieren diese Art den menschlichen Körper zu beeinflussen und andere nicht. Die Nutzer der umstrittenen Biomechanik haben aber noch andere Probleme. Ihr eigenes Immunsystem würde die künstlichen Körperteile abstoßen, wenn sie nicht regelmäßig ein bestimmtes teures Medikament zu sich nehmen. Genau deshalb landen viele auf der Straße, werden kriminell oder sterben ohne die Medikamente. Doch hier kommt Sarif Industries ins Spiel die bessere Zeiten und neue Erfindungen präsentieren, die diese Probleme aus der Welt schaffen. Zu diesem Zeitpunkt wird die Sarif-Firmenzentrale aber von Unbekannten gestürmt, die gezielt Laboreinrichtungen zerstören und viele Wissenschaftler ermorden. Wir spielen Adam Jensen, den Sicherheitschef von Sarif Industries, der bei diesem Anschlag fast ums Leben kommt und den Augmentierungen sein Leben verdankt.

Intrigen und Verschwörungen

Gleich zum Auftakt spühren wir dass diese Story nur so vor Intrigen und Verschwörungen strotzen wird, genauso wie es sich für die Serie gehört. Dabei gibt es eine grundlegende Hauptstory die man durch Nebenmissionen noch tiefer erforschen kann. Dazu kann Adam auf seine neu erworbenen Augmentierungen zurückgreifen und diese auch in verschieden Richtungen verbessern. Mancher wird etwa in Schleichverbesserungen und Hacking-Erweiterungen investieren, um sich wie ein Geist durch die Reihen der Gegner zu bewegen und automatische Schussanlagen und Roboter gegen diese zu nutzen. Andere wählen vielleicht die direkte Konfrontation und investieren in höhere Zielgenauigkeit und bessere Panzerung.

Waffengewalt oder Stealth

Im Grunde gibt es bei jeder Mission die Möglichkeit heimlich, durch versteckte Gänge vorzugehen, Hacking-Fähigkeiten zu nutzen oder die direkte Konfrontation mit dem Gegner zu suchen. Dabei kommt es stark auf eure Augmentierungs-Updates an, und wie ihr diese entwickelt habt. So müsst ihr euch schon bald für eine Art entscheiden bis zu dem Zeitpunkt wo alle eure Fähigkeiten schon gut genug ausgebildet sind. Diese Entscheidungen machen Deus Ex: Human Revolution individuell und heben es von vielen sehr linearen Games ab. Entscheidungen wirken sich dennoch wenig auf die Story und das Spielgeschehen aus, das hätten die Entwickler noch etwas besser differenzieren können. Es fällt auch oft auf, dass man zum „Stealth“ spielen hin gedrängt wird, da oft Bonus-Ziele vergeben werden in denen man nicht entdeckt werden darf. Das bedeutet, dass ihr oft lange die Gegend auskundschaftet und meterweise in Lüftungsschächten herumkriecht. Stealth-Kills oder Kos werden übrigens mit schönen Animationen dargestellt. Wer sich für die Auseinandersetzungen aufleveln möchte, der sollte sich deshalb die zahlreichen Nebenmissionen des Spiels ansehen. Dort hab ihr es meist mit weniger Feindesaufkommen zu tun und dürft auch mal größere Kaliber sprechen lassen. Super! Fans der Reihe werden sich freuen, dass viel Wert auf die Dialoge gelegt wurde. Man darf mit zahlreichen Charakteren des Spiels Gespräche in „Mass-Effect-Manier“ führen und auch hier können unsere Körper-Upgrades von Vorteil sein, weil sich so mancher Kommunikationspartner durch geschickte Analyse seines Charakters leichter überzeugen lässt.

Perfekt?

Heutzutage gibt es keine durch und durch perfekten Games mehr, Deus Ex hat auch einen kleinen Schwachpunkt: die Grafik. Sie wird vorwiegend in Gelb- und Brauntönen gehalten und wirkt vor allem in Gebäuden sehr steril, die Texturen sind oft matschig. Trotzdem ist die Spielwelt stimmig gestaltet und die Atmosphäre kommt vor allem in den mit Menschen belebten Außenlevels sehr gut an. Ein Wort zur KI: Diese ist durchschnittlich gut gelungen, Gegner nutzen oft Deckungen und schießen aus dem Hinterhalt, allerdings gibt es auch unlogische Verhaltensweisen; z.B. im Polizei-Revier reagiert keiner wenn man mal kurz irgendwelche Schubladen ausräumt. Wenn es aber darauf ankommt sind sie aber doch aufmerksam und eröffnen das Feuer sofort, wenn sie euch entdecken. Da müssen die Augmentierungen meistens sehr stark sein um so ein Gefecht gut bestreiten zu können. Die deutsche Sprachausgabe ist übrigens gut gelungen und mit tollen Sprechern besetzt, leider oft nicht Lippensynchron.

Fazit

Deus Ex: Human Revolution ist das bisher tiefgehendste Spiel in diesem Jahr, sowohl was Story als auch Gameplay angeht. Man kann es als ein Mix aus Metal Gear Solid und Mass Effect mit Ego-Shooter anleihen bezeichnen. Trotzdem wird die Spieltiefe des Originals nicht erreicht. Die Geschichte gibt sich oft absehbar, aber trotzdem spannend. Insgesamt kann man sagen, dass es eins der Top-Spiele dieses Jahres ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Deus Ex: Human Revolution - Meisterwerk!, 11. Mai 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
Deus Ex: Human Revolution. Nachdem ich von diesem Game zum ersten Mal gehört habe, wusste es mir sofort zu gefallen. Ein Sci-Fi-RPG-Stealth-Taktik-Shooter mit fesselnder Atmosphäre und Story wurde versprochen. "Genial!", dachte ich mir. Da ich es mir nun doch endlich zu einem relativ günstigen Preis für die Xbox 360 geholt habe, habe ich mich entschieden eine Rezension zu schreiben.

Das Spiel spielt im Jahre 2027.
Sarif Industries ist die Firma des Geschäftsleiters David Sarif. Diese Firma ist zuständig für die Entwicklung von Augmentierungen, also (kybernetische) Körperprothesen. Man spielt den 34-jährigen Ex-Cop Adam Jensen, der als Sicherheitsspezialist in besagter Firma arbeitet.
Grund dafür ist seine Freundin und Nichte von David Sarif, Megan Reed, die bei Sarif Industries als Wissenschaftlerin arbeitet und David Adam empfohlen hat.
Doch ein verhängnisvoller Tag soll Adam's Leben komplett verändern. Eine Söldnertruppe greift Sarif Industries an. Unzählige Leute werden getötet, auch Adam wäre beinahe draufgegangen, doch wurde er nach knapp 6 Monaten durch Augmentierungen wieder ins Leben zurückgeholt. Doch wer waren diese Söldner, was wollten sie und was ist mit Megan bei dem Angriff passiert? Das gilt es unter Anderem im Spiel herauszufinden, mehr möchte ich zur Story nicht verraten. Nur soviel: sie ist echt spannend und wird euch bis zum Schluss fesseln. Im Spiel selbst kann man die Story nur leicht (das ist schon übertrieben) beeinflussen. Die wirklich Storyentscheidenden Entscheidungen trifft man eigentlich nur zum Schluss, verraten wird natürlich nichts.
Aber kommen wir zum Gameplay. Wie zu Beginn dieser Rezension gesagt, ist Deus Ex: Human Revolution ein breitgefächerter Genremix. Wer meint, dass das Spiel ein reiner Shooter sei liegt falsch. Man kann es zwar als Shooter spielen (wenn man auch taktisch vorgehen sollte), allerdings kann man es auch als Stealth-Game, wie Metal Gear Solid oder Splinter Cell spielen, wobei auch hier taktisches Vorgehen von Nutzen ist. Die Wahl, für welche der beiden Spielweisen man sich entscheidet,
liegt zwar beim Spieler selbst, doch fühlt man sich doch teils gezwungen im Stealth-Modus zu spielen, da dies leichter ist, als riesige Gegnerhorden auf sich zu hetzen, zum Anderen verdient man bei dieser Spielweise mehr Erfahrungspunkte (EP). Das bringt mich zum Rollenspielpart. Man verdient sich EP durch das Lösen von Missionzielen, durch das Lösen besonderer Bedingungen, wie Unbemerkt ein Gebiet während einer Mission zu durchqueren, aber auch für das Hacken von Computern u.ä.
Hat man genug EP bekommt man einen Praxispunkt. Praxispunkte steckt man wiederum in Augmentierungsverbesserungen oder in neue Augmentierungen. Auch dadurch bekommt man die Möglichkeit, dass Spiel auf seine eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Ein anderer wichtiger Punkt an diesem Game ist: Die Atmosphäre.
Kaum ein anderes Game 2011 hatte eine ähnlich dichte und bedrückende Atmosphäre, wie Deus Ex: HR. Diese kommt vor Allem zur Erscheinung, wenn man außerhalb von Missionen frei in der Stadt (mehrere ;)) rumläuft. Diese sind zwar nich wirklich offen sondern ähnlich wie bei RAGE, sind dies nur mehrere Schlauchartige Wege.
In den Städten gibt es viele nette Details zu entdecken. Was einem dabei sofort ins Auge fällt sind die vielen obdachlosen Menschen, die in Gruppen um angezündete Tonnen stehen um sich zu wärmen oder Graffitis an die Wände machen. Etwas anderes, was mir besonders aufgefallen ist und wo ich nicht weiß ob dies bei Deus Ex: HR zum ersten Mal vorkommt ist, dass nichts durch Skripts etc. verändert bzw. erneuert wird. Soll heißen: tötet man z.B. in einer Stadt eine beliebige Person, wird sie das ganze Spiel über nicht respawnen und die Leiche wird auch nicht einfach verschwinden, sondern bleibt, sofern man nicht selber darauf einwirkt, das ganze Spiel über an einer und derselben Stelle liegen. Dasselbe betrifft Gegenstände die man anheben und werfen kann, auch die bleiben dort liegen wo man sie hingeworfen hat.
Ich schätze, dass das auch mehr oder weniger als Ersatz für Lagerkisten dienen soll, da es im Spiel keine gibt und man sonst, wenn das Inventar voll wäre, Sachen wegschmeißen müsste, doch zum Glück bleiben die ja liegen. :)
Die Gegner K.I. ist durchschnitt, sage ich einfach mal. Vor Allem die Bosskämpfe benötigen keine Taktik. Hauptsache immer auf den Kopf zielen.
Als nächstes muss ich die Grafik ansprechen. Immer wieder muss ich lesen, wie schlecht die doch ist. Ich finde, dass das Mist ist, was manche behaupten. Die Grafik gefällt mir sehr, sicher keine Referenz zu Titeln wie BF3, Crysis oder Skyrim, aber sie ist auch nicht schlecht. Außerdem: Grafik ist nicht alles.
Was auch nicht unwichtig ist, ist der Sound. Der Soundtrack des Games gefällt mir sehr, Waffengeräusche usw. sind ebenfalls klasse. Einziges Manko: Die dt. Synchronisation. Die Sprecher bzw. die Stimmen der Charaktere sind echt toll, doch wenn man dazu die Lippenbewegungen sieht, gruselt es mich immer wieder aufs Neue wie man das nur so Synchronisieren konnte. Einfach nur Kopfschütteln. Info: In der dt. Version ist nur dt. Sprachausgabe enthalten.
Die Quests sind abwechslungsreich, es gibt zahlreiche Nebenquests, das Hacking-Minispiel ist genial und macht richtig süchtig. Und man wird mindestens 25 Stunden beschäftigt sein, zudem ist der Wiederspielwert relativ hoch. Die Erfolge sind nett und ermutigen, dass Spiel z.B. durchzuspielen ohne Alarm auszulösen.

Hier nochmal 'ne kurze Pro/Contra-Übersicht:

+ spannende Story
+ geniale Atmosphäre
+ lange Spieldauer
+ hoher Wiederspielwert
+ größere RPG-Elemente
+ mehrere Wege eine Aufgabe zu lösen
+ abwechslungsreiche Quests
+ süchtig machendes Hack-Spiel
+ guter Soundtrack

- schlechte dt. Lippensynchronisation
- Gegner K.I. nur durchschnitt

Fazit: Dieses Spiel ist schlichtweg ein Meisterwerk. Außer der schlechten Synchronisation und der durchschnittlichen K.I. (ich kann's gar nicht oft genug erwähnen)
gibt es rein gar nichts zu meckern. Jeder der RPG-Shooter mag und auf Story und Atmosphäre wert legt muss zugreifen. Neben Skyrim für mich das GotY 2011.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Neustart, 31. August 2011
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Deus Ex: Human Revolution (Videospiel)
War sehr gespannt auf das neue Deus Ex und bin nicht enttäuscht worden.

Deus Ex: Human Revolution lässt sich nur schwer in ein Genre einordnen. Ich würde es als Action-Adventure bezeichnen, dass auch Elemente von Ego-Shooter und Rollenspielen beinhaltet.

Nachfolgend meine Eindrücke:

Technik:

Die Grafik ist sehr stimmig und unterstreicht des Gesamteindruck des Stils von Deus Ex: HR perfekt. Sie ist allerdings nicht mehr ganz auf dem aktuellen Stand der Dinge, was unter anderen z. B. an einigen Charaktermodellen von NPCs negativ auffällt. Finde ich jedoch nicht wirklich störend. Insgesamt ist die Grafik zwar nicht überragend, aber dennoch sehr gelungen. Vor allem die Lichtstimmung in den Levels ist positiv zu erwähnen.
Der Sound ist grandios. Die dt. Synchronisation ist gelungen, auch wenn sie nicht immer lippensynchron ist. Das stört den Gesamteindruck gelegentlich etwas. Der Soundtrack des Spiels ist grandios, und unterstützt und transportiert die Atmosphäre perfekt.

Storry/Spielwelt/Gameplay:

Die Storry von HR ist recht gelungen und spannend insziniert. Sie ist im Prinzip zwar nichts wirklich neues, zieht einem im Laufe des Spiels aber regelrecht in die Welt hinein. Die Stimmung ist recht düster. Und es werden auch Themen behandelt, die man so sonst nicht unbedingt in einem Videospiel vermuten würde, u. a., was einem Mensch zum Menschen macht, und wie weit der Mensch gehen darf, um noch "Mensch" zu sein. Die Spielwelt wird zudem auch noch durch im Spiel auffindbare Informationsschnipsel in E-Books, etc. vertieft.

Das Gameplay ist recht offen designt. HR lässt dem Spieler die Wahl, wie ehr das Spiel spielen möchte. Der Spieler sammelt durch alle Aktionen Erfahrungspunkte, die ab einem bestimmten Wert in Praxispunkte getauscht werden. Mit den Praxispunkten kann man dann sog. Augmentierungen für den Spielercharakter erwerben, die spezielle Fähigkeiten freischalten. Durch die Augmentierungen lässt einem das Spiel die Wahl: Man kann das Spiel in rambo-mäßiger Manier mit Einsatz von (tödlicher) Waffengewalt spielen, oder ehr umsichtig in bester Stealth-Manier ehr den Gegnern aus dem Weg gehen. Und dementsprechend die Augmente auswählen, wie man gerade spielen möchte. Hier ist erwähnenswert hervorzuheben, das HR ehr umsichtiges, nicht tötliches Vorgehen belohnt. Man erhält deutlich mehr Erfahrungspunkte, wenn man Gegner nur betäubt oder umgeht, als wenn man sie mit Waffengewalt tötet.

Das Leveldesign lässt einem viele Möglichkeiten, um ein Problem zu lösen. Typisches Beispiel: In einem eingezäunten Areal liegen wertvolle Gegenstände. Man kann nun die Eingangstür hacken, über den Zaun springen, eine dünne Wand durchbrechen oder einen Luftschacht suchen, um in den Raum zu gelangen (entsprechende Augmentierungen vorausgesetzt). Dieses Prinzip ist das ganze Spiel durchgängig vorhanden. Es existieren immer mehrere Lösungsmöglichkeiten, um voran zu kommen. Sehr löblich. Leider existieren bei einigen Augmentierungen Logik-Lüken. Der Einsatz einiger Fähigkeiten ist an einen begrenzten Energievorat gebunden. Nahkampfangriffe kann man so z. B. nur durchführen, wenn man entsprechende Energie zur Verfügung hat. Sehr unlogisch, zumal andere, aufwändigere Fähigkeiten keinen Energieverbrauch haben.

Abseits der Hauptstorry kann man auch noch div. Nebenmissionen erledigen, die alle sehr abwechslungsreich sind. Man hat nie das Gefühl, eine Mission doppelt zu spielen.

Die Steuerung ist guter Standart und nach etwas Eingewöhnungszeit ohne Tadel. Obwohl man in der Ego-Perspektive spielt, spielt sich HR nicht wie ein reiner Ego-Shooter.

Fazit:

Deus Ex: Human Revolution ist ein würdiger Nachfolger des Ur-Deus Ex. Durch die Handlungsfreiheit hat HR zudem einen hohen Wiederspielwert. Man bekommt also für den Vollpreis einiges geboten. Die grandiose Atmosphäre und der Mix aus Rollenspiel, Aktion- und Stealthelementen hat mich überzeugt. Klare Kaufempfehlung!
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Deus Ex: Human Revolution
Deus Ex: Human Revolution von Square Enix (Xbox 360)
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