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110 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz wie das Buch aber dennoch gut gelungen
Als absoluter Pratchett-Fan war ich natürlich total aufgeregt, als ich erfahren habe, dass es eine Verfilmung von Going Postal, zu deutsch Ab die Post, gibt, die vor Kurzem im britischen Fernsehen lief. Freunde haben mir das Ganze zum Glück zukommen lassen, sodass ich nun, wenn auch nicht zur Qualität der DVD, zumindest zu der Verfilmung an sich etwas...
Veröffentlicht am 13. Juni 2010 von Tanja Herrmann

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schlechte Bildqualität
Während die beiden ersten Discworld-Filme ein Wiedersehen mit David Jason bescherten, den ich aus meiner Jugend noch als "Edgar Briggs" in bester Erinnerung hatte (und der natürlich in der Zwischenzeit in sehr vielen britischen Serien zu sehen war, die es hierzulande leider nie ins Fernsehen schafften), freute ich mich bei "Going Postal" auf das Wiedersehen mit...
Veröffentlicht am 26. April 2012 von F. Bergrath


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110 von 117 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz wie das Buch aber dennoch gut gelungen, 13. Juni 2010
Als absoluter Pratchett-Fan war ich natürlich total aufgeregt, als ich erfahren habe, dass es eine Verfilmung von Going Postal, zu deutsch Ab die Post, gibt, die vor Kurzem im britischen Fernsehen lief. Freunde haben mir das Ganze zum Glück zukommen lassen, sodass ich nun, wenn auch nicht zur Qualität der DVD, zumindest zu der Verfilmung an sich etwas schreiben kann.

Jeder der das Buch kennt und genauso liebt wie ich, wird vielleicht von der Adaption etwas enttäuscht sein. Ein paar, zumindest für eingefleischte Fans wichtige Details wurden einfach weggelassen oder umgeschrieben. So taucht zum Beispiel der Golem Anghammarad gar nicht auf und auch sonst wurde einiges weggelassen, umgestellt oder vereinfacht. Andererseits, wenn man es schafft die Erinnerung an das Buch beiseite zu schieben und sich auf die Verfilmung einzulassen, dann erlebt man doch 3 ziemlich vergnügliche Stunden. Man muss sich halt nur bewusst machen, dass eine Verfilmung eigentlich nie mit der Original-Vorlage mithalten kann.

Hier nun eine kurze Zusammenfassung der Handlung (Spoiler):
Moist von Lipwig ist ein Betrüger aller erster Güte. Mit einem absolut uneinprägsamen Gesicht gesegnet, gelingt es ihm, eine Schwindelei nach der anderen abzuziehen und dabei ganze Banken in die Pleite zu treiben. Dabei redet er sich noch ein, dass es bei seinen Verbrechen ja schließlich keine Opfer gibt, denn er wendet ja nie Gewalt an. Dumm nur, dass es einen Werwolf in der Wache von Ankh-Morpork gibt, der sich eher für Geruch und nicht so sehr für das Aussehen interessiert. Und ehe es sich Moist versieht, baumelt er schon am langen Arm des Gesetzes, bzw. dessen Galgenstrick. Als ihn nur noch ein Inch vom sicheren Tod trennt erscheint ihm ein Engel... in Form von Lord Vetinari, der ihm buchstäblich ein Angebot macht, dass er einfach nicht ablehnen kann. Und so wird Moist der neue Postmeister der desolaten Post von Ankh-Morpork. Zusammen mit seinem Bewährungshelfer, Mr. Pumpe 19, der dummerweise auch noch ein Golem ist, macht sich Moist an die beinahe übermächtige Aufgabe, das Postamt, das bis zum Rand mit nicht zugestellten Briefen zugestopft ist, wieder auf Vordermann zu bringen. Dass er dabei gleichzeitig der Klacker-Gesellschaft (sowas wie ein Telegrafenamt), die schlechten Service zu hohen Kosten bietet und bislang konkurrenzlos , ordentlich auf die Zehen steigt, erklärt sich von selbst. Bei seiner Aufgabe wird er, mal mehr mal weniger, von einer jungen Dame namens Adora-Belle Dearheart unterstützt, die, obwohl stachelig wie ein gegen den Strich gebürstetes Stachelschwein, doch eine gewisse Faszination in Moist auslöst. Dumm nur, dass er mit seinen Betrügereien ihre Familie in den Ruin getrieben hat und auch noch indirekt für den Tod ihres Bruders verantwortlich ist. Doch zu guter Letzt gelingt es Moist, für seine Sünden zu büßen, das Postamt zu reformieren und die übermächtige Klacker-Gesellschaft in die Knie zu zwingen.

Moist, der im Buch etwa 26 Jahre alt ist, wird von Richard Coyle gespielt, der Mitte 30 ist und auch so aussieht. Richard Coyle spielte zuletzt Prinz Tus in Prince of Persia. Auf den ersten Blick erscheint er nicht als die Idealbesetzung für die Rolle, aber schon nach ein paar Minuten konnte ich über das Alters-Ding hinwegsehen und seine Performance genießen.

Lord Vetinari wird von Charles Dance dargestellt, der es wirklich gut schafft, den arroganten und manipulativen Despoten von Ankh-Morpork zu geben. Dummerweise ist Charles Dance blond und ein blonder Lord Vetinari war ein wenig gewöhnungsbedürftig für mich.

Claire Foy spielt die Adora-Belle Dearheart, und das wirklich richtig gut. Ihre ganze Erscheinung überzeugt, nur dass sie am Schluss aufhört zu rauchen erschien mir wie eine versteckte Botschaft an die jüngeren Zuschauer und hat mit der Original-Vorlage nix zu tun. Claire war mir durch ihre Darstellung als Amy Dorrit aus der Dickens-Verfilmung von Little Dorrit bekannt.

Die Golems sind natürlich animiert und sehen leider alle gleich aus, was ich persönlich sehr schade fand.

Ankh-Morpork, die Klacker-Türme und das Postgebäude waren wunderschön dargestellt und kamen meiner Vorstellung, die ich beim Lesen des Buches hatte, sehr nahe.

Die Verfilmung besteht aus zwei Teilen zu jeweils ca. 100 Minuten und trotz der oben genannten Mängel habe ich die Verfilmung wirklich gerne angeschaut. Sobald die DVD erscheint, werde ich sie mir wohl bestellen und voller Freude ins Regal zu den anderen Adaptionen stellen.
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31 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste Discworld-Adaption bisher, 4. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich muss ich vorab einschränken, dass einige Änderungen vorgenommen wurden, was aber besonders im ersten Teil kaum stört und durch die Tatsache, dass zwei Mal 90 Minuten einfach zu kurz sind, um das Buch viel besser umzusetzen, gerechtfertigt ist. Zwar hätte ich gerne den Golem Anghammarad gesehen (oder Gladys), aber so tragend für die Handlung waren sie nun auch nicht.

Dennoch habe ich auch eine Kritikpunkte an der Umsetzung:
- Der Banshee und der Vampir Otto wurden meiner Meinung nach etwas lieblos/einfallslos umgesetzt, aber da beide eher Nebenrollen sind, ist das noch in Ordnung.
- Die Golems sehen alle gleich aus, insofern ist das Weglassen von Anghammarad und Gladys doch ganz gut. Ich hätt die einfach nicht erkannt.
- Am Ende gibts doch - mir fast zu - starke Abweichungen vom Buch, ich hätt den Scherz mit dem feurigen Auge furchtbar gerne mit drin gehabt.
- Angua hätte man wirklich nicht gebraucht, die Schauspielerin fand ich unpassend, außerdem erfährt Moist ja erst in "Making Money", wer der Werwolf ist.

Doch die schauspielerische Leistung ist - bis auf Angua vielleicht - gut, besonders Claire Foy als Adora hat meinen Erwartungen erfüllt (sowohl optisch als auch vom Auftreten her). Charles Dance als rotblonder Vetinari ist zwar gewöhnungsbedürftig, aber von Auftreten und Wesen her hat er Vetinari meiner Meinung nach um einiges besser gespielt als Jeremy Irons. Auch Richard Coyle (Moist von Lipwig), David Suchet (Reacher Gilt), Andrew Sachs (Groat/Grütze),
Steve Pemberton (Drumknott) und Ian Bonar (Stanley) haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.

Darüber hinaus war die Atmosphäre und das Szenenbild/die Kulisse einfach umwerfend, weshalb ich der Adaption gerne vier Sterne gebe.

Die deutsche Synchronisation gefällt mir zwar nicht so gut wie das Original, man kann sich die Synchro aber durchaus anhören (obwohl ich beim ersten Mal Trailer gucken noch anderer Meinung war).

Noch zu erwähnen wären die Extras, die auf dieser DVD enthalten sind. Neben 10 kurzen Interviews mit Terry Pratchett sowie den Darstellern, einer Bildergalerie und diversen Trailern sind auch einige Deleted Scenes und Outtakes. Für eine TV-Produktion/Miniserie ist das meiner Erfahrung nach umfangreich, weshalb ich für die Ausstattung einen Extra-Punkt gebe.

Also 5/5 für "Going Postal".
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Discworld Nr. 33 im Metalpak, 10. April 2012
Mit "Going Postal" wurde 2010 im Auftrag des TV-Senders Sky One der bereits 33. Scheibenwelt-Roman Terry Pratchetts (zu deutsch "Ab die Post", erschienen 2004) auf Zelluloid gebannt. Regisseur Jon Jones ist mit der dritten Real-Verfilmung aus Pratchetts humorvoller Fantasy-Welt (nach "Hogfather" 2006 & "The Colour of Magic" 2008 - bei beiden führte Vadim Jean Regie, der diesmal 'nur' produzierte) unter Zuhilfenahme von so namhaften Darstellern wie Richard Coyle (bekannt aus der Britcom "Coupling"), Claire Foy, David Suchet & Charles Dance eine sehr gute Adaption gelungen - vielleicht sogar die bisher beste, wenn auch die ersten beiden schon sehr gelungen waren.

In dieser Limited Edition wurde der TV-2-Teiler auf Blu-ray in einem Metalpak veröffentlicht. Für Fans & Sammler von sehr schicken & eleganten Verpackungen könnte diese Edition aufgrund ihrer Optik möglicherweise eine kleine Enttäuschung darstellen: leider sind das FSK-Logo links unten, die Empfehlung des Blu-ray-Magazins unten in der Mitte & auch der blaue Blu-ray-Streifen mit dem "Limited Edition"-Vermerk am oberen Ende fixe Bestandteile des Covers & können nicht entfernt werden.

Die Bild-Qualität (1,78:1 [1080p]) der Blu-ray ist nicht optimal aber für eine TV-Produktion ganz ok. Der Ton der Disc ist ausgezeichnet - dieser ist sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchro als DTS-HD Master Audio 5.1 vorhanden. Das einzige wirkliche Manko bei dieser Edition stellen für mich die fehlenden englischen Untertitel dar (deutsche sind vorhanden), welche (mir zumindest) beim Filmgenuss im O-Ton recht hilfreich sein können.
Als Bonusmaterial gibt's mehrere kurze Interviews mit Pratchett & den Darstellern (Gesamt 32:51 Min.), Deleted Scenes, Outtakes sowie eine Bildergalerie. Weiters ist noch eine Trailershow mit Trailern von "Going Postal" & 6 weiteren Produktionen des Labels vorhanden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit viel Liebe in Szene gesetzt, aber etwas gehetzt, 9. Dezember 2010
"Schräg" muss er sein, nicht wahr? Nur dann ist es ein "guter" Pratchett. Ist er nicht witzig genug, ist es gleich eines der "schwächeren" Werke. Wie mich das nervt! Erst einmal besser machen!

"Going Postal" ist die beste Prachett-Verfilmung überhaupt, für mich die einzig wirklich gelungene. Das meiste wurde gut umgesetzt, der Film ist zwar eine Verfilmung, er ist aber gut ohne Bücherwissen zu verdauen - quasi eigenständig. Und er funktioniert auf mehreren Ebenen. Zuerst hatte ich das Hörbuch konsumiert, dann den Roman gelesen und nun als Film. Bei jedem Medium wurde versucht, die jeweiligen Stärken herauszuarbeiten. Und das ist bei weitem nicht immer so.

Will man komplexe Zusammenhänge auf 2 DVDs pressen, dann ist das eine echte Herausforderung und bedauerlich, aber Fakt: nicht jeder Gedankengang kann in Szenen umgesetzt werden. Ein gewöhnliches Drehbuch umfasst nämlich weniger als 200 Seiten. Da muss logischer Weise etwas auf der Strecke bleiben. Groß Eintauchen is nich, vieles wird angerissen und dann kommt schon die Schlüsselszene. Man kann den Film aber auch als Appetitanreger betrachten, mal wieder ein Buch zur Hand zu nehmen oder sich überhaupt erstmals mit der Scheibenwelt zu befassen.

Einige Nebensächlichkeiten widerstreben mir, aber das sind Randfiguren. Weil ich Drumknott und diese wasserstoffblonde Angua, die so gar nicht Karottes cleverer Freundin ähnelt, furchtbar finde, ziehe ich noch keinen Punkt ab. Das reißt Frl. Liebherz dermaßen wieder raus ... (auch Pratchett findet sie auf den Punkt getroffen) und auch die Rolle von von Lipwig ist ziemlich gut besetzt. Vetinari ist einen Tick zu brav und sommersprossig - ach, was solls ...
Die Post geht trotzdem ab! Manchmal leider zu flott, als dass sich die Atmosphäre des Postamtes, "das Aroma" von Ankh Morpork oder der Scheibenwelt entfalten könnte. Und auch für die Liebe ist in Wahrheit wenig Platz; eigentlich sind die beiden Anwärter nie unter sich, immerzu passiert etwas, die Szenen haben oft mehrere Funktionen. Aber die schauspielerische Leistung der Protagonisten ist so groß, dass man die Dauer dieser Szenen überschätzt.

Man muss eben aufpassen. Das ist kein Film zum Quatschen, Trinken und Futtern. Sonst verpasst man all die Gefühle und Berichte, die in kurzen Rückblenden (experimentell bis drollig) oder wenigen Geräuschen/Bewegungen zum Ausdruck kommen. Und dann mault man hier rum, da fehle noch dies und jenes ... und natürlich: Tod taucht nur einmal als Stimme auf! Wie furchtbar.

Die Story insgesamt ist ziemlich clever eingefädelt, die Hintergrundgeschichten greifen wie Zahnräder ineinander, aber es ist keine typische Scheibenwelt-Geschichte. Die Welt könnte auch rund sein und Zauberer haben kaum zu tun.

DVD-Ausstattung: Am unteren Limit. Die Extras sind zum Abwinken, dafür gibts auf beiden DVDs dieselbe lange, nicht abbrechbare Werbung vorweg (kann nur übersprungen werden). Für mich 2x3 Schläge ins Gesicht, denn diese DVDs habe ich nicht als Werbegeschenk bekommen, sondern bezahlt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super gemacht, 4. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich bin zwar Pratchett-Fan, habe aber dieses Buch noch nicht gelesen. Daher kann ich ganz unvoreingenommen sagen, dass der Film sehr gut konzipiert ist und, nicht wie andere behaupten, schlecht, weil er unhinnehmbar entstellt ist. Es ist eben ein Film, und nicht das Buch!

Alles in allem ist der Film vom Bild her, aber vor allem auch musikalisch, sehr schön gestaltet.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Scheibenwelt wird lebendig, 5. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich ist der Film nicht wie das Buch - der Patrizier in meiner Vorstellung ist dürrer, weniger pompös, Lipwig hat mehr Panache und das Postamt um ein vielfaches mehr Magie. Und dennoch ist "Going Postal" für mich eine gelungene Verfilmung, die ihren eigenen Charme, ihr eigenes Flair und eine ganz eigene Magie mitbringt.

Ich denke, wenn der Autor selbst am Drehbuch mitarbeitet, darf man sicher sein, dass der Film dem entspricht, was *er* sich vorgestellt hat - und damit ist der Film eine ganz eigene Interpretation dessen, was wir im Buch schon beschrieben gefunden haben.

In der Zwischenzeit habe ich den Film schon mehr als einmal gesehen und genieße immer noch jedes Detail.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr davon, 17. Januar 2012
Eine Verfilmung ist eine Verflimung ist eine Verfilmung.
Das muß man sich immer wieder vorsprechen, wenn man ein gutes Buch gelesen hat und danach die filmische Umsetzung sieht.

Da werden eben immer Storyteile gekürzt, wegen Budgetgründen auf bestimmte Dinge verzichtet und man hat sich einiges in seiner Fantasie anders vorgestellt. Das trifft auch auf Going Postal zu.

Allerdings haben sich die Filmemacher für eine TV-Produktion mächtig ins Zeug gelegt und zusammen mit Pratchett eine sehr gute Adaption des Buches geschaffen.
Die Story ist relativ simpel: der Betrüger Feucht von Lippwig bekommt als Bewährungsstrafe von Lord Vetinari den Wiederaufbau des Postamts von Ankh-Morpok auferlegt. Dass sich dies gar nicht so einfach herausstellt, wird schnell klar: im alten Postzentrum scheint es zu spuken, von Lippwigs Vorgänger kamen alle unter seltsamen Umständen ums Leben und dann ist da noch die starke Konkurrenz von den Klacker-Türmen, denen der neue Mitbewerber ein Dorn im Auge ist...

Die Umsetzung der Buchvorlage:
Regisseur Jon Jones hat es geschafft, den Stoff aus Pratchetts Roman in die knapp 3 Stunden Filmlänge zu pressen. Hier und da wurde etwas gekürzt, was aber der Story keinen Abbruch tut. Die Erzählung ist dabei klar, weshalb auch Leute getrost den Film schauen können, die das Buch vorher noch nicht gelesen haben.
Die Welt von Going Postal wurde mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Wer sich einmal Zeit nimmt, um die Dekoration im Hintergrund genauer zu betrachten, wird hier und da auf interessante Dinge stoßen. Ankh-Morpok wurde ebenfalls schön umgesetzt, wenngleich mir ein bißchen das Multi-Kulti-Flair der Stadt fehlte: wo sind die Trolle? wo die Zwerge?
Neben den Schauspielern, die allesamt ihre Rolle gut spielen, gibt es noch die Golems und das wars schon.

Schauspieler
Die Rolle von Lord Vetinari wurde diesmal mit Charles Dance besetzt, der Jeremy Irons (spielte die Rolle in "The Color of Magic") ablöst. Keine schlechte Wahl, wie ich finde.
Feucht von Lippwig wird von Richard Coyle gespielt. Mit ihm musste ich mich erst ein bißchen anfreunden, hatte ich mir den listreichen Betrüger doch deutlich anders vorgestellt. Trotzdem schafft es Coyle den spitzbübischen Charakter glaubwürdig auszufüllen, weshalb man sich nach kurzer Zeit kaum eine bessere Besetzung für diese Rolle vorstellen kann.
Auch die Nebenrollen sind mit David Suchet (als Reacher Gilt) und Claire Fox (als Adora Belle) top besetzt.
Alles in allem sehr gute Schauspieler - keiner der wirklich enttäuscht.

Effekte:
Für eine TV-Produktion verwendet Going Postal einige Effekte, um z.B. die Klacker-Türme oder die Golems darzustellen. Die Effekte passen in die Szenen, wenngleich man sie als solche oftmals erkennt. Trotzdem ist das Niveau der Special-Effects erstaunlich hoch, was mich bereits in den früheren Umsetzungen von Hogfather und Color of Magic erfreut hat.

Unterhaltungswert:
Der Film kann sowohl von Fans der Bücher als auch "Neulingen" gut geschaut werden. Die Geschichte ist nicht verworren, sondern klar erzählt.
Mit knapp 3 Stunden Spielzeit, zieht sich der Film etwas in die Länge, was aber der Spannung nur wenig abträglich ist.
Going Postal lebt von den verrückten Einfällen Pratchetts, den Figuren und den Dialogen. Wobei ich hier und da den Esprit der Bücher vermisst habe. Fans werden sich freuen, dass Pratchett selbst sogar gegen Ende des Films in einer kleinen Rolle in Erscheinung tritt.

Bonus:
Das Bonusmaterial ist völlig in Ordnung. Neben Outtakes und Deleted Scenes findet man einige Interviews (unter anderem von Terry Pratchett).

Fazit:
Für Pratchett Fans ein absolutes Muss!
Gute Umsetzung der Buchvorlage
Tolle Schauspieler
3 Stunden Unterhaltung
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nette Umsetzung eines sehr philosophischen Romans, 5. Dezember 2010
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was ist gut und was ist böse, das kann man bei Terry Pratchett oft hinterfragen und neben Maurice ist Lipwig sicherlich eine der Figuren der Scheibenweltromane, die dieses Problem am deutlichsten verkörpern.

Die Deutlichkeit, mit der hier zum Teil gezeigt wurde, dass es im wirtschaftlichen bereich keine wirklichen "opferfreien" Verbrechen gibt - und das Wertpapiergeschäfte immer eine besondere Form des Wettens sind, genau wie eine Versicherung - ist in der ersten Hälfte des Filmes kaum zu übertreffen und hat etwas beinahe Dickensches in seiner Ausführung. Diese emotionale Tiefe geht dann aber leider gegen Ende zu Gunsten einer gewissen Sentimentalität stark zurück, was mich persönlich zum Abzug einiger Punkte bewogen hat.

Ich sehe die Verfilmungen immer als eher eigeneständige Kunstwerke, die mich an die Vorlagen jeweils erinnern und die mit "Going Postal" neu eröffnete Mini-Reihe um Lipwig ist im Rahmen der Scheibenweltromane schon ein wenig an der Seite des Üblichen - aber doch interessant. DFie Figuren, die in unserem Denken bestimmte Gestalten agenommen haben glaubwürdig umzusetzen dürfte problematisch sein, und gerade bei dem Patrizier und den Golem - aber auch bei anderen Figuren - ist das ziemlich gut - wenn auch in unerwarteter Weise - gelungen. Angua hat mir persönlich auch sehr gut gefallen und ich freue mich schon darauf, in einer Verfilmung eines Wächter-Romans mehr von ihr zu sehen. Das dürfte sehr interessant werden.

Auch ich habe den Film gesehen mit einem Lebenspartner, der die Geschichte auch kannte und meine Frau hätte ihn eher auf drei Sterne gesetzt als auf vier. Aber gut, dies ist meine Beurteilung und ich gebe voll Freude vier und einen halben.
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die beste discworld-verfilmung!, 5. September 2010
erst mal vorweg: ich hab den film über amazon.co.uk bestellt, in englisch, einfach, weil ich nicht mehr warten konnte :D
pratchetts buch wird natürlich wie in der vorigen rezension erwähnt vereinfacht dargestellt, (wie soll es sonst funktionieren, ein buch in einen film zu quetschen?)

die schauspieler überzeugen in ihren rollen, das set ist äußerst liebevoll gestaltet und echte pratchett-fans werden bestimmt zufriedener sein als mit COLOUR OF MAGIC. sehr gut fand ich die gesamte umsetzung, man kann dem film sehr gut folgen (ich glaube das gilt auch für leute, die das buch nicht kennen), der musikalische hintergrund ist ein traum! ja gut, die golems sehen alle gleich aus, die effekte sind wie bei den vorigen verfilmungen recht simpel, aber die schauspieler machen alles wieder wett!!
bis dato die beste discworld-verfilmung: enorme schauspielerische leistung, wunderschönes set, super kostüme, super handlung, nicht so schwerfällig wie colour of magic oder hogfather. und wie sollte es anders sein: terry pratchett spielt auch eine kleine rolle :)
2 thumbs up!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buchnah, witzig, gut umgesetzt EINFACH TOLL, 3. Januar 2011
Ich war von den bisherigen Verfilmungen der Terry Pratchett Werke nicht sonderlich beeindruckt und fand immer, dass sehr viel Charme und Spannung verloren gegangen sind. Jedoch nicht bei Going Postal!!! Die Szenerie ist durchgängig liebevoll gestalltet und sehr angenehm ( Auch wenn sich Ankh-Morprok in denBüchern schmutziger und mittelalterlicher Darstellt). Auch die Figuren wurden sehr überzeugend ausgesucht und gespielt.
Eine tolle Länge, niemals zu langgezogen wie es bei Hoghfather der Fall war.

Meiner Meinung nach: für Fans und TP Neulinge gleichermaßen sehenswert.
Ich liebe ihn einfach :)
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