Kundenrezensionen


15 Rezensionen
5 Sterne:
 (10)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Woher kommt der Wunsch nach Erniedrigung?, 1
Protagonistin in Luis Bunuels "Belle de jour" ist die schöne Severine, (gespielt von der damals noch sehr jungen Catharine Deneuve). Diese ist mit einem Arzt (Jean Sorel) verheiratet und lebt in gutbürgerlichen Verhältnissen. Pierre,ihr attraktiver Ehemann,kümmert sich rührend um sie, doch Severine weißt ihn kühl ab. Zwischen den beiden...
Veröffentlicht am 13. Dezember 2007 von Helga König

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Fantasien der Frau?
Dieser film aus den 70er Jahren hat mich verblüfft. Eine junge Arztfrau (23), hervorragend gespielt von C. Deneuve, verkauft sich als Prostituierte an reiche Männer in einer Pariser Wohnung für solche Zwecke. Sie wird aber nicht als Opfer, zumindest nicht der Männerwelt, dargestellt, sondern als jemand, den seine Fantasien verfolgen. Sie muss sie...
Vor 6 Monaten von T. Weber veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Woher kommt der Wunsch nach Erniedrigung?, 1, 13. Dezember 2007
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
Protagonistin in Luis Bunuels "Belle de jour" ist die schöne Severine, (gespielt von der damals noch sehr jungen Catharine Deneuve). Diese ist mit einem Arzt (Jean Sorel) verheiratet und lebt in gutbürgerlichen Verhältnissen. Pierre,ihr attraktiver Ehemann,kümmert sich rührend um sie, doch Severine weißt ihn kühl ab. Zwischen den beiden kann Erotik offenbar nicht aufkommen, weil Severine nur dann sexuelle Regungen hat, wenn sie erniedrigt wird. Pierre behandelt seine Gattin allerdings eher wie eine Madonna, bzw. wie eine Königin.

Der Film visualisiert zunächst Severins Sexualphantasien, aus denen hervorgeht, dass sie sich danach sehnt, gefesselt und ausgepeitscht zu werden und zwar zunächst von ihrem Ehemann.

Pierres bester Freund (Michel Piccoli)ahnt, dass mit Severine etwas nicht stimmt und gibt ihr die Karte von Madame Anais, die ein bordellähnliches Etablissement betreibt. Hier verbringt die kühle Blonde fortan ihre Mittagsstunden. Madame Anais führt Severine zunächst einem Professor zu, der Kunde bei ihr ist. Dieser allerdings hat eine ähnliche Macke wie Severine. Er möchte als Diener verkleidet von ihr, die nach dessen Wunsch wohl eine Art Domina darstellen soll, geschlagen, getreten und verbal angeherrscht werden.

Severine verlässt entsetzt den Raum, weil sie die geforderte Rolle nicht spielen kann, allerdings keineswegs um einen Psychologen aufzusuchen sondern stattdessen käuflichen Sex mit einem dicken, hässlichen, chinesischen Kaufmann zu haben.
Der Chinese scheint ihr einen Orgasmus verschafft zu haben,(obszöne Bettszenen gibt es in diesem Film nicht, erwarten Sie bitte keinen Porno!) denn man sieht Severine mit gelöstem Lächeln auf dem Bett liegen. Auf dem Bettlacken befindet sich ein Blutfleck. Offenbar hat der Chinese sie defloriert.

Im gleichen Etablissement lernt die Protagonistin einen jungen, sehr rüden Ganoven kennen. Sex mit ihm scheint der gutbürgerlichen jungen Dame mit feinen Manieren augenscheinlich zunächst zu gefallen. Er verfügt über die Brutalität, die sie offenbar reizt.

Als Pierres Freund mit Severine im Bordell beischlafen möchte, lehnt sie ab und entzieht sich aus Furcht davor, dass in ihren Kreisen ihr Tun bekannt wird, den Räumen von Madame Anais. Der Ganove, der Severine sexuell heiß begehrt, spürt sie in ihrer Wohnung auf, fordert die Fortführung des Sexualkontakts und schießt, rasend vor Eifersucht, auf Pierre, der in der Folge blind im Rollstuhl sitzt und von da an liebevoll von Severine gepflegt wird.

Die neue Lebensrealität- Severine hat jetzt eine Aufgabe- hat ihr Verlangen nach Erniedrigung beseitigt.
Ungeklärt bleibt, welche Ursache dieses masochistische Gebaren hat.

Der 1967 gedrehte Film thematisiert sexuelle Untiefen, sowie die generelle sexuelle Sprachlosigkeit der Menschen jener Zeit, die dadurch Gefahr liefen zu Gefangenen ihrer bedenklichen Obsessionen zu werden.
Die filmische Thematisierung dieser Probleme war damals geradezu revolutionär.

Nicht uninteressant gemacht. Ein Zeitdokument, wenn man so will.

Empfehlenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten Erotikfilme aller Zeiten, 7. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour (DVD)
Das Thema des Films ist Erotik - und ich ertappe mich dabei, ihn gleichzeitig als hervorragend als auch als eigentümlich unerotisch zu sehen. Aber das ist mein bescheidenes Empfinden dazu. Meine Meinung kommt jetzt: Der Film hält nie "voll drauf", wie es manch Filmchen mit entsprechenden Szenen heute (und ohne FSK 18) pflichtgemäß tut. Und dennoch würde ich Kinder und Jugendliche gerade diesen Film nicht sehen lassen - und zwar aufgrund all dessen, worauf diese scheinbaren Harmlosigkeiten sozusagen "deuten". Man folge dem Fingerzeig und verzichte auf die sich anbietenden Ausweichmanöver. Ohne finanzielle Not, verheiratet mit einem wohlhabenden, gebildeten und gut aussehendem Mann, fühlt sich eine ebenfalls sehr attraktive Frau, vollkommen ohne Reue, zur BDSM-Welt hingezogen und lebt ihre Phantasien wie ihre Realität so lange aus, bis das Angebot eines reichen Bekannten (Michel Piccoli noch nicht ganz so glatzköpfig), ihr Leute, die er kennt, als Kunden zu empfehlen, sie vorsichtig werden lässt. Dabei ist es gerade diese fast gelangweilte, laissez-faire Haltung der "Heldin", die mit intelligenter Absicht masochistische Situationen provoziert, vor allem psychische, das, was auch bald ein halbes Jahrhundert nach dem Dreh, die FSK 18 in meinen Augen berechtigt erscheinen lassen. Ein moderner Gegenpart wäre vielleicht Eyes wide shut, jedoch ist Belle De Jour gerade wegen der Selbstverständlichkeit und unprickelnden, mit nobler Distanziertheit gelebten SM der eindeutig "härtere" Film. Und für den Connoisseur, der in Symbolik literarischer und tiefenpsychologischer Machart schwelgt, allemal ein zeitloser Leckerbissen. Letztendlich vergessen wir ja an Freud, dass dieser mit Nachdruck immer wieder behauptete, unsere Triebe seien vor allen kannibalistisch, inzestuös und mörderisch. Fünf Sterne! Ein Film für den gebildeten Freigeist jenseits aller, vor allem intellektueller Passformen und Konventionen. Die Heldin des Films ist so, kann nicht anders - und leidet keineswegs daran, sondern erledigt es sozusagen, wie den Haushalt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Fantasien der Frau?, 20. Mai 2014
Von 
T. Weber (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour (DVD)
Dieser film aus den 70er Jahren hat mich verblüfft. Eine junge Arztfrau (23), hervorragend gespielt von C. Deneuve, verkauft sich als Prostituierte an reiche Männer in einer Pariser Wohnung für solche Zwecke. Sie wird aber nicht als Opfer, zumindest nicht der Männerwelt, dargestellt, sondern als jemand, den seine Fantasien verfolgen. Sie muss sie umsetzen. Ich kenne keine aktuellen Filme zu so einem Thema. Die Umsetzung es Spaniers Bunuel finde ich verstörend, aber auch gelungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen sehr viel geschnitten, 9. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Belle de Jour (DVD)
schade aber wie man sehen konnte ist der film der auf artE gezeigt wurde um einiges ausführlicher und vielen Szenen im DVDcut würden daduch erst klar.
Ob das so in Bunuel Intresse lag? denke hier haben erneut die Obrigkeitsgläubigen Beamtenbüttel der FSK zugeschlagen.
Also nicht Kaufen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Filmklassiker über Frau, die in Bordell ihre sexuellen Neigungen auszuleben versucht!, 1. März 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
Ich hätte nicht gedacht, dass dieser Film - immerhin von 1967 - so gut ist! - Völlig zurecht gilt der Film daher als ein Klassiker des Genres, der zwar erkennbar aus dieser Zeit stammt, dennoch auch für den heutigen (jüngeren) Zuschauer kaum etwas von seiner Faszination verloren hat, auch wenn das Dargestellte heute eher einfach wie gute, ernsthafte Unterhaltung wirkt, und der Skandal, den dieser Film damals ausgelöst haben soll, nur noch dann verständlich ist, wenn man die damaligen gesellschaftlichen Verhältnisse einigermaßen kennt. - Immerhin war das ja noch eine ziemlich konservative Zeit, in denen es zwar schon die Beatles und die Rolling Stones gegeben hat, die gesellschaftliche Erstarrung aber erst so allmählich auftaute.
Dennoch ist dieser Film damals - und das völlig zurecht! - ein großer Erfolg an den Kinokassen geworden. Der Regisseur des Films selbst (sein größter Erfolg bei einem Film jemals) vermutete dahinter das Thema und die sexuelle Ausstrahlung, das dieses Thema und die darin wirkenden Schauspielerinnen - allen voran natürlich Catherine Deneuve - versprühte.
Der Film wirkte deshalb in vielen Kreisen als ein Skandal, weil er ein Tabu anzutasten wagt: es geht hier nicht einfach nur um Sex, sondern um Masochismus. - Und dieses dazu noch in einer gutbürgerlichen (immerhin kinderlosen) Familie! Hier wird also hinter den Vorhang gutbürgerlicher Fassade geschaut (bzw. "die Hüllen fallen gelassen"). Auch die "Stützen der Gesellschaft" können also manchmal sehr "menschlich" sein, ihre peinlichen Schwächen offenbaren. Eine "gesellschaftliche Aufklärung" also der besonderen Art. Dieses haben damals natürlich viele Menschen als Provokation empfunden: eine Frau aus gutbürgerlichem Hause geht freiwillig und ohne (zumindest finanzielle) Not in ein Bordell, und hat da sogar Spaß dran! - Um Himmels Willen! - Das konnte nicht mit tradierten konservativen (schon gar nicht kirchlichen) Vorstellungen in Einklang gebracht werden!
Und wer den Regisseur etwas besser einzuordnen weiß, der kann sich denken, dass er auch dieses Mal durchaus Spaß an der Provokation, der Bloßstellung der "Bourgeoisie" auch mit diesem Film gehabt haben wird.
Andererseits hat der film mit seinem aufklärenden Charakter zur gesellschaftlichen Entspannung beigetragen.
Dabei ist der Film durchaus realistisch. Das Thema wird gut behandelt. Der Film ist kaum ironisch, sondern eher durchgehend ernst. Langweilig ist er deswegen nicht, weil das Thema an sich interessant ist, und die Schauspieler gut sind, der Film gut inszeniert wurde. Auch verzichtet der Film dabei nicht auf Humor.
"Sex" im genaueren Sinne wird hier auch nicht gezeigt, auch wenn es hier um eine bestimmte Form der Prostitution geht. - Dafür war damals noch nicht die Zeit reif; außerdem ist das ja auch nicht die Absicht des Films; wer hier einen "Sexfilm" o.ä. erwartet, wird daher auf jeden Fall enttäuscht sein! Eher müsste man den Film als "sexuelles Psycho- Drama" o.Ä. beschreiben.
Andererseits spielt der Film natürlich auch etwas mit dem Voyeurismus der Zuschauer, auch mit dem aus den Schichten, die der FIlm hier porträtiert. Der Film bedient so auch die Phantasien des Spießbürgertums.
Dennoch muss sich der heutige Zuschauer wundern, warum der Film noch immer erst FSK 16- Freigabe erhalten hat (früher soll er sogar FSK 18 gewesen sein!). - Dazu wirken solche expliziten Szenen, die eine solche rigide "Jugendschutzmaßnahme" verständlich machen würden, viel zu harmlos.

Die HANDLUNG ist einfach: Séverine (Catherine Deneuve) müsste auf den 1. Blick sehr zufrieden mit ihrem Leben sein: ihr Mann ist ein junger Arzt, der sie nicht nur liebt, sondern fast schon zu vergöttern scheint. Arbeiten gehen muss sie auch nicht. Sie lebt in gutbürgerlichen Verhältnissen und hat sogar ein Dienstmädchen. Aber in Bezug auf Sex mit ihrem - an sich gut ausshenden - Mann verspürt sie nur Abneigung. Der Grund ist: sie ist masochistisch veranlagt, was ihr Mann aber nicht begreift (obwohl Séverine ihm öfter ihre masochistischen Tagträume erzählt - diese werden auch im Film dargestellt). Aus diesem Grund ist sie (sexuell) frustriert. Immerhin hat das Paar einige modernere, freizügigere Freunde, über die die zunächst noch recht naiv wirkende Séverine etwas über Bordelle in ihrer Stadt erfährt, was sie allmählich auf die Idee bringt, die Lösung für ihre sexuellen Probleme im Engagement eines solchen Etablissements zu suchen. Als ihr ein Freund eiens Tages die Adresse eines Bordells gibt, begibt sie sich bald zu Madame Anais' kleinen, aber feinen Établissement. Die geschäftstüchtige, nur auf ihren Vorteil bedachte, aber auch erfahrene Mme Anais braucht nicht lange, um Séverine dazu zu überzeugen, bei ihr als Teilzeit- Prostituierte anzufangen. - Allerdings bestehet Séverine darauf, nur in den Mittagsstunden - wenn auch täglich - dort zu arbeiten. - Sie erhält daher ihren "Künstlernamen" "Belle de jour" (= "Schöne des Tages"). Gleich ihr erster Kunde ist zwar aus "gutem hause", allerdings ähnlich masochistisch veranlagt wie sie, weshalb sie in ihrer Rolle versagt. Mma Anais drückt sie ihre Abscheu vor diesen Praktiken aus ("Wie kann man nur so tief sinden!") - obwohl sie ja selbst so veranlagt ist! Mit der Zeit aber macht sie auch positivere Erfahrungen; der Job scheint ihr Spaß zu machen. Ihr Mann merkt nichts. Als eines Tages ein junger Mann aus zweifelhaftem Milieu bei ihr im Bordell erscheint, und Séverine für ihn durchaus Sympathien hat, er aber mehr von ihr will als nur gelegentlichen, schnellen Sex auf diese Art, er ihr Freund (oder sogar Zuhälter) sein will, bahnt sich ein Konflikt an, zwischen ihren " zwei Leben", ihrem geheimen (das sie durchaus liebt), sowie ihrem "offiziellen", in dem sie durchaus an ihrem Mann hängt, und von dessen Ehe mit ihm ihre bürgerliche Existenz abhängt. Als dann noch ihr Bekannter, der ihr damals die Adresse für das Bordell gab, eines Tages dort erscheint, und von ihr sexuelle Dienstleistungen verlangt, verweigert sie ihm dieses, und kündigt bei Mme Anais, zumal ihr Ehemann allmählich droht, hinter ihr Geheimnis zu kommen. Erpressbar, gerät sie jetzt in Gefahr, dass ihr Bekannter ihrem Mann alles erzählen wird. Sie kündigt. Doch ihr junger Stammkunde erscheint eines Tages in ihrer Wohnung, wo er - blind vor Eifersucht - ihren Mann niederschießt. Dieser ist seitdem starkt gelähmt und blind. Séverine pflegt ihn.
In der Schlussszene erhebt sich plötzlich ihr Mann aus dem Rollstuhl, und sie beginnen, über den nächsten Urlaub "in den Bergen" zu plaudern. - Das wirkt für den Zuschauer bizarr- verwirrend, ist aber vermutlich als ein Gag des Regsisseurs gemeint (tatsächlich soll der Film ja auch nicht so "todernst" sein, wie die ironischen und humorvollen Szenen auch immer wieder zeigen).

Trotz z.T. humorvollen Stils kann das Thema und die Handlung durchaus ernst genommen werden, weil es realistisch ist.
Der skandalöse Charakter des Films kann allerdings beim heutigen Zuschauer kaum noch nachempfunden werden.

Völlig zurecht gilt dieser Film als Klassiker der Filmgeschichte!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychodrama wie es sein soll, 29. Januar 2007
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
In Belle de Jour vermischen sich Tagträume und Realität. Die junge Ehefrau Severine, wird von masochistischen Vorstellungen beherrscht und beginnt schließlich ein Doppelleben und fängt im Bordell von Madame Anais an. Hier ist sie La Belle de Jour, weil sie nur tagsüber da ist. Hier kann man dem Film gegenüber schon misstrauisch sein, da die Entscheidungen schnell und unmotiviert zu fallen scheinen. Man kann es vielleicht auf Bunuels Verwurzelung im Surrealismus zurückführen, der Handlung des Films ist es jedenfalls eher zuträglich, dass man über das psychische Innenleben der Hauptperson dann doch nicht soviel erfährt, wie man erwartet. Ich fand den Film wirklich unterhaltend und in seiner Entwicklung auch spannend. Die Akteure übersteigert dargestellt, was auch seine lustigen Seiten hat, v.a. der völlig überspannte Liebhaber Marcel, der sich wie ein Wahnsinniger gebärdet, oder Michel Piccoli als diabolischer gelangweilter Dandy. In puncto Erotik ist der Film für heutige Verhältnisse natürlich ziemlich zahm, allerdings kann man sich denken, dass seinerzeit auch vor dem Hintergrund des Fischens in psychoanalytischen Gewässern ziemlich die Gemüter erhitzt wurden.

Ich kann den Film weiterempfehlen, er ist halt auch ein bißchen das Sitten- und Gesellschaftsbild vergangener Tage.

P.S: Bildqualität usw. sind völlig in Ordnung, lasst Euch von den PAL/NTSC Zwistigkeiten nicht abschrecken.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originalversion?, 5. Juli 2006
Von 
Karsten Kongisser (Frankfurt am Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
Eine scheinbar glücklich verheiratete attraktive junge Frau (Catherine Deneuve) aus großbürgerlichem Pariser Milieu leidet unter erotischen und masochistischen Zwangsvorstellungen. Unter dem Pseudonym »Belle de jour« verdingt sie sich tagsüber stundenweise in einem Edelbordell. Eines Tages folgt ein an ihr heftig interessierter, in sie verliebter Kunde ihr nach Hause, wo er eifersüchtig auf ihren Ehemann schießt, der dadurch erblindet und gelähmt wird. Die Frau pflegt und versorgt danach ihren Mann liebevoll.

Der Spanier Luís Buñuel inszeniert ein hochartifizielles Gebilde von übergangslos vermischten Elementen aus Realität und Vorstellung, dessen traumatische Dimension mit surrealen Bildmomenten verstärkt wird. Der Film ist ein weiterer Versuch Buñuels über den pathologischen Befund von bürgerlicher Gesellschaft, Liebe und Ehe. Hervorragend die darstellerischen Leistungen von Michel Piccoli und der gerade 22-jährigen Catherine Deneuve. Verdient wurde das Werk mit dem 'Goldenen Löwen' der Filmfestspiele Venedig 1967 ausgezeichnet.

Auf die DVD dürfen wir gespannt sein: Als der Film im September 1967 in die bundesdeutschen Kinos kam, war er FSK 18 klassifiziert. Auf der hier erhältlichen DVD ist er also entweder gekürzt (Originallänge: 99 Min.), oder er wurde mittlerweile auf FSK 16 heruntergestuft. Vielleicht kann einer der ersten Käufer etwas dazu berichten?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Fans !, 1. September 2009
Von 
O. Schubert (rive gauche) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
Ich gebe es zu. Ich bin ein Fan von Mademoiselle Deneuve. Dieser Film bestätigte Ihren Ruhm und ich finde zu Recht. Ein spannender, ein wenig surrealer (halt von Bunuel) und klassischer französischer Film...für Fans: Seht auch "Ekel" von R. Polanski. Die Bildqualität ist gut.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absurde Spiele, 8. Februar 2008
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
Der Film funktioniert für mich am besten als absurde Komödie über das menschliche Sexualleben. Denn der Skandal, dass eine bürgerliche Frau sich selbst und freiwillig zur Prostituierten macht, ist inzwischen kein solcher mehr. Zu sehr haben sich die Milieus einander genähert. Und zu sehr ist Sex und Prostitution ein Teil der Mediengesellschaft geworden, als dass sich noch irgendjemand über das Thema wirklich aufregen könnte.

Scheinbar erzählt der Film eine traurige, tragisch endende Geschichte. Die junge, von der wunderschönen Catherine Deneuve dargestellte Severin empfindet in ihrer Ehe keine Lust. Denn diese ist für sie an Gewalt und Unterwerfung gebunden, während ihre Ehe dagegen äußerst liebevoll, gleichberechtigt ist. Um Erfüllung im Leben zu finden, versucht sie deshalb, das Leben mit den bürgerlichen Idealen in der Ehe mit den Abgründen der Prostitution zu verbinden. Ein Versuch, der in der Entstehungszeit des Films natürlich zum Scheitern verurteilt war. Ein Kunde verliebt sich in sie, kann nicht akzeptieren, sie nur zu einem Teil zu besitzen. Es kommt zu einer Eskalation, zur Gewalt, und am Ende hat Severin natürlich beide Leben verloren. Eine in jeder Hinsicht unerfüllte Zukunft wartet auf sie.

Spannend macht der Film die Frage, ob die beiden Leben der Severin heute noch unvereinbar wären. Zwar haben wir es heute nicht mehr so mit der bürgerlichen Moralvorstellung. Möglicherweise würden die Geschehnisse immer noch einen hämischen, verletzenden Artikel in der Bildzeitung nach sich ziehen. Aber selbst das kann man heute wohl ertragen. Dennoch wirkt der Konflikt aktuell. Man würde heute nur die Frontlinie anders ziehen: Ist eine liebevolle Beziehung mit einer leidenschaftlichen Beziehung vereinbar? Und zerstört man nicht zwangsweise beides, wenn man versucht, dass Leben in Liebe und in Lust dauerhaft zu verbinden? Jedenfalls, wenn man gezwungen ist, dies außerhalb der einen Partnerschaft zu versuchen? Vielleicht lohnt sich ja demnächst ein Remake.

Aber die Stärke des Films ist noch eine andere. Sex wird hier als etwas Absurdes dargestellt. Luis Buñuel profitiert hier davon, dass Sex zwar zeitweise Erfüllung bringt, diese aber nie auf Dauer erhalten bleibt. Die Figuren im Film bleiben deshalb in ihren Handlungsmustern gefangen. Vielleicht am witzigsten ist dies in der Figur des erfolgreichen Arztes dargestellt, dessen Rollenspiele festen Regeln folgen, die kompromisslos und ohne Überraschung jedes Mal eingehalten werden müssen. Wir sehen Menschen, die nicht mit ihrer Sexualität spielen, sondern die Spielball ihrer Lüste sind. "Wie kann man nur so tief sinken", sagt Severin und ist doch selbst schon tief gefallen als Opfer ihrer eigenen Sexualität. Dass keine der vielen Figuren im Film merkt, wie lächerlich sie ist, das begründet die schwarze Komik des Films. Und dieser ist damit hoch unterhaltsam. Das zwanghafte Handeln der Figuren kann den Zuschauer durchaus zum Lachen bringen.

So bleibt der Film wohl doch in seiner Konsequenz aktuell. Auch wenn die Rituale der heutigen Zeit wohl andere wären. Auch Sex kennt Moden. Nur die Schönheit der Deneuve, die wird wohl nicht so schnell aus der Mode kommen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


12 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Besserwisser: Mythos PAL/NTSC-Laufzeitdifferenz, 26. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Belle de jour (SZ Cinemathek 77) (DVD)
PAL-Sendungen laufen mit 25 Bildern/Sekunde, Farb-NTSC mit 29,97 und SW-NTSC mit 30 Bildern/Sekunde. Daß amerikanische Filme deshalb kürzer seien als europäische ist somit Unfug. Bei einer 1:1 Bildübertragung wären amerikanische Filme länger und wegen des bereits ausgeprägten Zeitlupeneffekts ungenießbar.

Anders verhält es sich mit Kinofilm (europäisch oder amerikanisch ist völlig egal). Kinofilm wird zumeist mit 24 Bildern/Sekunde gefilmt. Das ist nahe genug an PAL, um eine 1:1-Übertragung durchführen zu können. Der Film läuft dann unmerklich schneller, während der Ton merklich höher (quiekend) wird. Bei qualitativ minderwertigen Umsetzungen von Kinofilm zu PAL wird dies in Kauf genommen. Bei hochwertigen Transfers wird quasi jede Sekunde ein Bild doppelt übertragen, so daß die Laufzeit des Films (und die Tonqualität) unverändert bleiben.

Bei einer Originallaufzeit von 101min (IMDB-Angabe) wäre bei minderwertiger Übertragung die PAL-Fassung 97min lang. Da die hier angebotene Version weitere 2min kürzer und Belle de Jour im Kino nach wie vor erst ab 18 zu sehen ist, wurde der Film für die SZ-Cinemathek gekürzt.

Belle de Jour ist aber kein Porno sondern ein meisterhaftes erotisches Psychodrama, das seine Wirkung nicht durch wenige Schlüsselsequenzen entfaltet. Die Kürzung um sechs Minuten ist bedauerlich, aber auch in dieser Fassung ist der Film sehenswert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Belle de Jour
Belle de Jour von Catherine Deneuve (DVD - 2010)
EUR 8,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen