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am 22. August 2010
Zahlreiche Regeln, Rituale und Tattoos kennzeichnen die Gangzugehörigkeit in Mexikos Straßen. El Caspar gehört zu einer dieser Gangs und führt dieser auch neue junge Mitglieder zu. El Caspars Freundin besucht ihn im Hauptquartier und wird von dessen Anführer getötet. Wenig später tötet El Caspar den Anführer und wird zu einem Gejagten. Wohin er auch geht, seine Tattoos brandmarken ihn als ehemaliges und jetzt gesuchtes Gangmitglied. Sayra, dessen Leben El Caspar bei einem Überfall rettete begleitet ihn fortan. Sie will wie viele mit der Eisenbahn in die USA einreisen und hofft das El Caspar mit ihr kommt.

Die dramatische Geschichte enthält viele bemerkenswerte Details über das Rekrutieren, die Hierarchie und das Leben in einer mexikanischen Gang. Allgegenwärtige Armut und ein Reichtum an Waffen, der so manches Armeedepot in den Schatten stellt, werden als polarisierende Gegenpole hervor gehoben. Die Pflicht- und Rangtattoos funktionieren auch als Steckbrief, falls mal einer abhanden kommt. Authentisch wirkende Szenenbilder erzeugen Atmosphäre. Regie und Schauspieler ist ein ausgezeichneter Genrefilm gelungen.
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am 20. Oktober 2009
Eigentlich habe ich wirklich im Moment keine Zeit, aber da ich diesen Film sooo gut fand, muss ich es mitteilen. Ich lebe in Costa Rica und habe den Film im Kino gesehen. Leider musste ich nachher 2 Häuserblocks weit laufen, um zu meinem Auto zu gelangen. Ich habe mich ständig umgeguckt, weil die Sicherheitssituation hier tatsächlich auch schon nicht mehr ohne ist.
Ich kann nur sagen: Eine tiefe Verneigung vor dem Regisseur! Der Film ist wirklich verstörend, aber er gewährt Einblicke in das reale Leben vieler Menschen aus dieser Region. Er rechtfertigt nicht Gewalt, aber zeigt sie auf, so wie man sie hier erlebt, ohne jedoch als "Normalbürger" die Möglichkeit zu haben, sie zu verstehen oder nachvollziehen zu können.
Wirklich sehr bewegend!!! Aber nichts für zarte Seelen und auch nichts für 16jährige, wie die FSK behauptet.
Wichtig ist noch, dass man sehr gut Spanisch können muss, um den Film ohne Untertitel zu verstehen, da schnell und undeutlich gesprochen wird (z.T. Laiendarsteller) und das Spanisch umgangssprachlich und regional geprägt ist.
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am 26. Juli 2015
Wenn ich hier jetzt schreibe der Film ist gigantisch, trifft das nicht ganz den Kern des Geschehens.
Der Film tut verdammt weh.... BÄNG. Mitten in die Seele ins Herz in die Eier.
Nix mit Kuscheln und USA-HollywoodRomantik.
Da geht es um Leben und Tod. Mehr Tod.
Ja und das finden wir romantisch und sehenswert, aber wenn es in Sch...land um Flüchtlingsproblematiken geht klemmen wir gerne mal das Gehirn ein.
Leute wacht auf, diese Mozartkugel Erde wird immer abge...ckter und es ist kein Wunder, dass Menschen versuchen irgendwo hin abzuhauen, wo sie LEBEN können.
Auch wenn es nur der Hauch einer Chance ist.
Gigantischer Film. 10 Sterne !!! VVMVV
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am 16. Mai 2010
El Casper (Edgar Flores) ist Mitglied einer berüchtigten Mara Bande. Er ist es, der den sehr jungen El Smiley (Kristian Ferrer) in die Gruppe einführt. Die Sitten, die innerhalb der Bande herrschen, kann man nicht unbedingt als UN-Menschenrechtsverständnis kompatibel bezeichnen. Darum will El Caspar seine Freundin Martha (Diana Garcia), die aus einem anderen Viertel stammt, heraushalten. Doch sie ist eifersüchtig und betritt dadurch verbotenes Gebiet. Der Preis, den sie zahlt ist hoch.
Sayra (Paulina Gaitan) will mit ihrem Vater Horacio (Gerardo Taracena) und ihrem Onkel Orlando (Guillermo Villegas) illegal in die USA einreisen. Dazu schließen sie sich einer Gruppe an, die auf den Dächern der mexikanischen Züge Richtung US Grenze aufbrechen.
Das Schicksal will, dass El Casper und Sayra dort aufeinandertreffen. Doch meint es das Schicksal gut mit den Beiden?
Ein spannender Film mit wunderbaren Aufnahmen. Ich denke Cary Fukunaga ist ein wirklich guter Film gelungen.
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am 15. Februar 2011
Ich habe mich familienbedingt einige Zeit in Kolumbien aufgehalten und wurde durch diesen (allerdings in Mexiko spielenden) Film wieder an diese Zeit erinnert. Die Brutalität auf der Straße wird schonungslos gezeigt. Die Gewalt wird nie exzessiv oder reißerisch dargestellt, trotzdem sind manche Szenen nichts für sanfte Gemüter. Die Hoffnungslosigkeit der Straßenkinder (hier beispielhaft durch den jungen Smiley verkörpert) und der Gangmitglieder (hier: Casper, der von sich selbst sagt, er sei bereits tot) macht einen betroffen. Das schlimme daran ist aber, dass es keine Fiktion ist. Die alltägliche Situation in vielen Teilen Südamerikas wird treffend dargestellt. Auch wird schön gezeigt, dass die Chance auf und die Reise in ein (vermeintlich) besseres Leben mit großen Gefahren und Opfern verbunden ist. Ein hervorragender Film, der betroffen macht und zum Nachdenken anregt.
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am 4. Februar 2016
der leider kaum in europäische Kinos gekommen ist. Er handelt von der Not, der Gewalt, den Jugendgangs in Mittelamerika, die Jugendliche dazu bringt, in Richtung Norden aufzubrechen, um im Gelobten Land USA ihr Glück zu suchen. Diese Reise ist gefährlich, besonders, wenn man, wie der Held der Geschichte, seine Gang verraten hat. Dass dieser skrupellose junge Mörder schließlich durch die Liebe zu einem Mädchen zu einem anderen Menschen wird, steht auf einem anderen Blatt. Ach ja, es ist ja nicht der Roman, sondern seine Verfilmung. Und die besticht durch exzellente Laienschauspieler, die an den Schauplätzen zu Hause sind. Wer gut Spanisch kann, wird die Originalversion mit ihrem guatemaltekischen Slang zu schätzen wissen. Vielleicht versucht sich ein ähnlich guter Regisseur einmal an einer Geschichte, die an einer europäischen Flüchtlingsroute handelt?
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am 3. Juli 2013
Bild und Tonqualität sind super. Ich befasse mich nicht viel mit dem zusätzlichen Inhalt einer DVD bzw. Blue Ray da für mich nur der Film interessant zu gucken ist, mehr nicht. Ich hatte eine gewissen Erwartung an den Film/das Genre und diese wurden erfüllt. Mir gefällt der Film und ich gucke ihn immer wieder gerne!
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am 17. Juli 2012
Ohen zu viel verraten zu wollen - alle Figuren in diesem Film sind Verlierer. Und einige verlieren auf grausame Weise. Der ganze Film ist eine einzige Düsternis - aber in der Gesellschft, in der er spielt, ist kein Platz für Sonnenschein. Fast dokumentarisch wird die abartige Brutalität der mexikanischen Gangs inszeniert - eindringlich, großartig, abstoßend.
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am 14. November 2014
Erschreckend realistischer Film über die aktuelle Situation in Süd- u. Mittelamerika. Bekannte (Latinos) von mir konnten dies nur bestätigen (einige hatten diese Reise sogar selbst durchgeführt). Macht sehr nachdenklich.
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am 14. Juli 2011
Wie uns Regisseur Cary Fukunaga im Interview verrät, war "Sin Nombre" ursprünglich als Immigrantenstory geplant. Zu Recherchezwecken ist Fukunaga wochenlang mit illegalen Einwanderern auf Zugdächern durch Mexiko gefahren, um sie und ihre Motive, ihre Träume und Wünsche in Erfahrung zu bringen und verstehen zu können. Erst nach und nach hat sich zu der Immigranten-Geschichte die Parallelhandlung über die gefährlichste Gang der Welt, die "Mara Salvatrucha" hinzugesellt. Die Maras herrschen über gesamt Lateinamerika, die Fäden werden aber von den USA aus gezogen, die Mitgliederzahlen bewegen sich zwischen 50.000 und 100.000. Maras gelten gemeinhin als wesentlich brutaler und skrupelloser als andere Gangs, haben brutale Aufnahmerituale, ein kompromissloses Regelwerk und eine absolute Null-Toleranzlinie gegenüber Verrätern oder Abtrünnigen.

Nichtsdestotrotz will der 12jährige Smiley nichts lieber, als den Maras beizutreten. Seine Großmutter versucht vergeblich, ihn davon abzubringen, kann aber gegen die Faszination, die die ultrabrutale Gang auf Smiley ausübt, nichts ausrichten. Gangmitglied Casper führt Smiley bei den Maras ein, nach dem Aufnahmeritual, während dessen er sich 13 Sekunden lang brutal verprügeln lassen muss, soll Smiley ein Mitglied einer rivalisierenden Gang ermorden. Denn mit Lil' Mago, dem Anführer der Maras, ist nicht zu spaßen. Dies wird auch Casper zu spüren bekommen, als Lil' Mago von dessen heimlicher Freundin erfährt und diese (allerdings versehentlich) umbringt. Während eines Raubzuges unter Flüchtlingen auf den Dächern eines Zuges eskaliert eines Tages die Situation. Während die Flüchtlinge, die von ihrer Heimat Honduras über Mexiko in die Vereinigten Staaten reisen wollen, von Lil' Mago ausgeraubt werden, tötet Casper Lil' Mago überraschenderweise, als dieser Sayra, ein junges Mädchen, vergewaltigen will. Flüchtlingsmädchen Sayra nimmt sich daraufhin Caspers an und gemeinsam reisen sie durch Mexiko, immer in Angst vor Polizei, Gaunern und Dieben. Casper hingegen hat keine Angst mehr, er weiß, dass die Maras ihn töten werden für das, was er getan hat, es ist nur eine Frage der Zeit, wann es soweit ist. Und richtig, Smiley ist schon auf dem Rückweg, um seiner neuen Familie zu berichten, was geschehen ist und bei der Vergeltungsaktion seine Loyalität den Maras gegenüber zu beweisen. Schnell schrumpfen Hoffnungen und der Vorsprung, den Sayra und Caspar haben, während die Maras ihnen schon auf den Fersen sind...

Schnell ein paar Worte zur Ausstattung: deutsch und spanisch in DD 5.1, Untertitel in deutsch, Audiokommentar von Regisseur und Produzentin, Unveröffentlichte Szenen, zwei interessante Interviews mit dem Regisseur, Kurzfilm "Victoria para Chino", Trailer des Films.

"Sin Nombre" ist ein realistischer, amoralischer, dreckiger, grausamer und kompromissloser Film, der schonungslos offenlegt, wie es in der wohl gefährlichsten Gang der Welt zugeht. Fukunaga zeigt unverhohlen, wie wenig ein Menschenleben wert ist, sowohl auf Seiten der Maras als auch unter den Flüchtlingen und denen, die mit ihrer Flucht Geld verdienen. Da der Regisseur die Gelegenheit hatte, auch innerhalb der Gang-Strukturen zu recherchieren und echte Maras zu interviewen, ist ihm ein meiner Meinung nach realistisches Bild des Gangalltags gelungen. Immer zwischen Gewaltbereitschaft und sinnlosem Herumsitzen und Maulaffen feilhalten balancierend, zeigen uns die Maras ihre Welt. Es ist eine raue, grausame Welt, in der der Einzelne nichts zählt und alles immer im Sinne der Gang getan werden muss. Es gibt kein Zurück, einmal Mara, immer Mara, die einzige Ausstiegsmöglichkeit ist der Tod. Geld, vermeintliche Coolness und die Verwahrlosung der Ärmsten der Armen treiben der Mara Salvatrucha ihre Mitglieder in die Arme, so auch den kleinen Smiley, während Caspar langsam zu dämmern scheint, dass er nicht mehr länger bereit ist, alles hinzunehmen, was das Regelwerk der Maras ihm vorgibt und das nicht richtig ist, was er im Namen der Mara tut.

Parallel dazu erfahren wir in diesen nur 92 Minuten vom Schicksal einiger Flüchtlinge, die sich auf die lange, beschwerliche Reise ins gelobte Land, Amerika, machen, ständig auf der Flucht vor Polizei und Gangstern und mit irrationaler Hoffnung auf ein besseres Leben im Gepäck. An dem Punkt, wo Sayras und Caspars Wege sich kreuzen, wird der Film sozusagen zum Roadmovie durch Mexiko, das das Elend der nun beiden Flüchtenden mit wunderschönen Bilder von Mexikos Ursprünglichkeit zu kaschieren versucht. Die vorsichtige Annäherung dieser beiden Ausgestoßenen ist so fragil wie endlich, denn zumindest Caspers Tage sind gezählt.

Hätte Fukunaga den unbestreitbar wohl realistischen Gang-Grausamkeiten noch ein wenig mehr Sanftheit, Verletzlichkeit und Überlebenswillen bei seiner parallelen Flüchtlingshandlung entgegengesetzt, wäre aus "Sin Nombre" ein emotionalerer, zugänglicherer und ergreifenderer Film geworden. So ist man teilweise so abgeschreckt vom Gang-Ritus und der ihm innewohnenden menschlichen Verachtung, dass man gar nicht mehr genug Empathie für Sayra und Casper und auch das Schicksal des erst 12jährigen Smiley aufzubringen vermag. "Sin Nombre" ist ein bedrückender, gewalttätiger und hoffnungsloser Film, der einem nicht allzu leicht im Magen liegt. Dem Regisseur sind hier faszinierende und beachtliche Einblicke in das Leben derer gelungen, die neben dem Gesetz leben oder bewusst gesetzlos leben. Vielleicht gehört da die mangelnde Empathie dazu, vielleicht muss das alles so kalt, grausam und trist sein. Mir hätte es besser gefallen, wenn hier sowohl durch Worte als auch durch Gesten oder Handlungen noch deutlicher gemacht worden wäre, was die Protagonisten empfinden.

Die Darsteller geben ihr Bestes und bei dem ein oder anderen mag man kaum glauben, dass er KEIN Mitglied der Mara Salvatrucha ist. Regisseur Fukunaga hat zwar echte Gangmitglieder am Drehbuch mitschreiben lassen, damit der Slang und die Ausdrucksweise der Maras möglichst authentisch rüberkommen, aber die Darsteller waren allesamt Schauspieler. Und sie machen ihre Sache gut, teilweise beängstigend gut. Somit ist "Sin Nombre" sicherlich kein schöner Film und auch keiner, der eine besonders gute Geschichte erzählt. Aber einer, der seine Geschichte gut erzählt, wenn auch ein wenig zu herzlos und reduziert, so dass einem der Zugang zu den Protagonisten, zumindest zu denen, die man mag, unnötig erschwert wird. Da dies aber erst Fukunagas zweiter Langfilm ist, wollen wir mal nicht so sein und ihm verdiente drei von fünf Gang-Tattoos zubilligen, mit deren Trägern nicht zu spaßen ist. Niemals.
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