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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter Thriller auf einer technsch sehr guten Blu Ray
Meine Frau und ich haben uns gestern zum ersten mal Insomnia angesehen und ich habe den Kauf der Blu Ray in keinster Weise bereut. Uns hat der spannende Thriller wirklich gut gefallen. Insomnia bietet ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel der alternden Hollywood Stars Al Pacino und Robin Williams.

Al Pacino spielt einen Cop aus L.A., der zusammen mit seinem...
Veröffentlicht am 12. August 2010 von Torsten

versus
7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hat sich stets bemüht...
Hätte ein spitzen Mystery-Thriller im Sieben-Stil werden können. Hätte. Wurde aber nur ein Cop-Film besseren Durchschnitts, der ständig auf dem Sprung scheint brillant zu werden, dabei aber immer auf dem Sprung hängen bleibt. Woran's liegt - schwer zu sagen. "Mork vom Ork" Robin Williams ist wie immer viel besser, wenn wie hier im ernsten Fach...
Veröffentlicht am 16. Mai 2007 von Sub_Rosa


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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr guter Thriller auf einer technsch sehr guten Blu Ray, 12. August 2010
Von 
Torsten "Toschi" (Kempen/Niederrhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos [Blu-ray] (Blu-ray)
Meine Frau und ich haben uns gestern zum ersten mal Insomnia angesehen und ich habe den Kauf der Blu Ray in keinster Weise bereut. Uns hat der spannende Thriller wirklich gut gefallen. Insomnia bietet ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel der alternden Hollywood Stars Al Pacino und Robin Williams.

Al Pacino spielt einen Cop aus L.A., der zusammen mit seinem Partner einen Mordfall, an ein 17jähriges Mädchen, in Nightmute, einer Kleinstadt im nördlichsten Alaska aufklären soll. Diese kleine Abwechslung kommt den beiden Großstadt-Cops nicht ungelegen, da in L.A. die Innere Abteilung gegen Dormer (Al Pacino) und seinen Partner ermittelt. Als es bei der Aufklärung des Mordfalles zu einem Unfall kommt, steht Dormer plötzlich mit dem Rücken zur Wand, denn auf einmal hält der Killer (ist nun wirklich kein Geheimnis: Robin Williams) die Karten in der Hand... und die ständige Schlaflosigkeit treibt den Polizisten langsam in den Wahnsinn.

Regisseur Christopher Nolan (Following, Memento, Batman Begins, The Dark Knight, Inception) inzinierte mit Insomnia einen soliden und spannenden Thriller, dem es allerdings ein wenig an Tiefgang fehlt. Die Charaktere werden nicht so gut durchleuchtet, wie z. B. in seinen Erstlingswerken Following und Memento. Trotz allem sind allein die schauspielerischen Leistungen von Al Pacino und Robin Williams ihr Geld allemal wert.

Ich habe in einigen Rezensionen gelesen, dass einige hier die technische Qualität der Blu Ray bemängeln. Die aktuelle Blu Ray - Auflage ist allerdings technisch sehr gut. Das Bild ist in den meisten Szenen sehr scharf, klar und detailreich. Selbst die Szenen, die im Nebel spielen sind sehr gut remastered worden uns erstaunen mit einer beeindruckenden Detail-Schärfe. Einige Szenen, die in Innenräumen spielen wirken für meinen Geschmack etwas zu weich aber die Außen- und Nahaufnahmen strotzen vor einer großen Fülle an Details. Die Farbpalette ist im Übrigen sehr natürlich gehalten, was allerdings nicht negativ gemeint ist. Ich würde der Bildqualität 9 von 10 Punkten geben.

Am Ton gibt es auch nichts auszusetzen dieser ist sehr klar, direkt und räumlich. Surround-Effekte gibt es nicht all zu viele und der Subwoover bleibt meistens stumm. 8 von 10 Punkten.

Fazit. Wie schon eingangs erwähnt hat mir Insomnia gut gefallen. Der Film bietet 2 Stunden gute und spannende Unterhaltung an schön ausgewählten Schauplätzen. Al Pacino und Robin Williams zeigen, dass Sie als Schauspieler immer noch in der Champions-League spielen. Wer sich für gute Thriller interessiert, kann bei Insomnia nicht viel falsch machen. Wer über einen Blu Ray Player verfügt, der sollte zur technisch sehr guten Blu Ray greifen. Ihr würdet mit der aktuellen Blu Ray - Auflage keinen Fehlkauf tätigen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Todesschlaf..., 29. April 2014
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Christopher Nolan hat sich durch seine Filme wie "Batman Begins", "Inception", "Memento", "The Dark Knight" oder "The Dark Knight Rises" zu einem der beliebtesten neuen US-Regisseuren entwickelt. Künstlerisch interessant waren auch seine weniger spektakulären Arbeiten "The Prestige" - einem Film über zwei konkurrierende Zauberkünstler - und "Insomnia", das 2002 realsierte Remake des norwegischen Erfolgsthrillers "Todesschlaf" von Erik Sjokldbjaerg. Dabei verlegte Christopher Nolan aber die Handlung vom arktischen Tromso nach Alaska, wo die Nächte ebenfalls tagelang hell sind - oder aber auch für längere Zeit Tag und Nacht stockdunkel. Es herrscht aber in "Insomnia" die ständige Helligkeit - eine Tatsache, die nicht nur dem versierten Ermittler Will Dorner (Al Pacino) aufs Gemüt schlägt. Er wurde gemeinsam mit seinem jüngeren Partner Hap Eckhart (Martin Donovan) hier nach Nightmute geschickt, um der örtliche Polizei bei den Ermittlung in dem Mordfall an einer 17jährigen Schülerin zu helfen. Die Beziehung der beiden Männer, die nicht nur Kollegen, sondern auch gute Freunde sind, ist derzeit stark belastet durch die Ermittlungen der Dienstaufsichtsbehörde. Diese haben Eckhart einen Deal angeboten, dass er straffrei ausgeht, wenn er seine und Dorners Verfehlungen aufdeckt. Erschwerend hinzu kommt diese ständige Helligkeit durch die Mitternachtssonne, Dorner kann kaum schlafen und sieht dann auch dementsprechend fertig aus. Von den dortigen Kollegen werden Dorner und sein Partner gut aufgenommen, vor allem für die junge engagierte Polizistin Ellie Burr (Hillary Swank) ist Dorner, der auch Fachbücher geschrieben hat, ein echtes Vorbild. Während alle bald glauben, dass der aggressive Freund der Toten, der Schüler Randy Stetz (Jonathan Jackson) der Mörder sein könnte, ist Dorner schon auf einer ganz anderen Spur. Als man dem Täter eine Falle stellen will, kommt es zum Schußwechsel, den Eckhart nicht überlebt. Schütze war Dorner, der allerdings im Nebel nichts gesehen hat. Er fingiert aber den Tatort so, dass nur der entfohene Täter Eckharts Mörder sein kann. Dieser geheimnisvolle Fremde (Robin Williams) meldet sich aber bald anonym per Telefon bei Dorner...
Schon das norwegische Original war ein starker Film und Christopher Nolan schafft das seltene Kusntstück das Remake eines skandinavischen Topfilms nicht zu versemmeln, sondern ein gleichwertige Neufauflage zu schaffen. Dies gelingt deshalb, weil er das meiste an Inhalt so belässt wie im Original und zum Glück keine Ambitionen an den Tag legt den Stoff für US-Verhältnisse glattzubügeln.
Auch die Darsteller sind perfekt ausgewählt. Al Pacino in einer seiner besten Rollen des letzten Filmjahrzehnts, dann eine Hilary Swank, die ein bissel an den Clarice Starling Typ von "Schweigen der Lämmer" erinnert und durchaus ebenbürtig agiert. Mit Robin Williams ist dann der perfekte Psychopath gefunden, der sich hinter einer bürgerlichen Fassade und einer empathischen Sensibilität verbirgt und es schafft, dass man beinahe Gänsehaut vor Furcht bekommt, so gelungen ist der reißende Wolf unter dem Deckmantel des biederen Bildungsbürger.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein zweiter Memento, aber dennoch ein starker Thriller, 24. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Natürlich muß sich sich dieser Film als direkter Nachfolger den Vergleich mit Christopher Nolan's Meisterwerk Memento gefallen lassen. Allein schon weil es sich um das Remake eines norwegischen Krimis handelt, hinkt dieser Film Memento in Punkto Originalität und innovativer Erzählweise hinterher. Trotzdem ist Nolan ein Film gelungen, der weit über dem Standart des Genres anzusiedeln ist. Hauptsächlich liegt das an den Topdarstellern Al Pacino und Robin Williams. Al Pacino als Detective Will Dormer ist brilliant wie immer. Zuerst scheinbar der Übercop aus L.A zeigt er im Laufe der Handlung als unter der Schlaflosigkeit leidender Ermittler seine fehlbaren und verletzlichen Seiten. Geplagt von der ständigen Helligkeit im Sommer des nördlichen Alaskas kann er zum Schluß kaum noch zwischen Realität und Traum unterscheiden. Robins Williams kennen die meisten nur als Komiker und Clown. In Insomnia zeigt er als Schriftsteller Walter Finch (wie übrigens auch im genialen One Hour Photo) das er auch dunkle und bösartige Charaktäre überzeugend verkörpern kann. Weil der Zuschauer ihn hauptsächlich in komischen Rollen kennt, wirkt das umso überzeugender und überraschender. Hilary Swank als weiblicher Nachwuchs Detective Ellie Bur zeigt ebenfalls eine souveräne Leistung, kann aber in Laufe der Handlung nur marginale Akzente setzen.
Der Film ist ungemein spannend und nicht unbedingt vorhersehbar; zum Ende hin wird er zu einer Studie über Schuld und Sühne, zu einem psychologischen und atemberaubenden Duell zwischen dem mordenden Schriftsteller und dem Cop mit Leiche im Keller. Hervorzuheben sind noch die genialen Bilder von Kameramann Walter Pfister und die kongeniale Musik von Komponist David Julyan. Atmosphärisch dicht, schauspielerisch überdurchschnittlich besetzt und in einer grandiosen Landschaft spielend gehört dieser Film zu den besten Thrillern des Jahres 2002.
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Al Pacino ist schlaflos, 25. Mai 2003
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Zwei Cops kommen in den Norden Alaskas, um die Aufklärung eines brutalen Mädchenmordes zu unterstützen. Gleich zu Beginn eröffnet der eine seinem von Schuldgefühlen gepeinigten Partner Will Dormer (Al Pacino), dass er gegen ihn mit der Dienstaufsicht kooperieren wird. Bei einer dilettantisch gestellten Falle für den Mörder erschießt Dormer (War es Absicht oder Versehen?) seinen Partner - und schiebt die Schuld dem Mädchenmörder zu. Fortan wird der am Rande des Wahnsinns schwebende Cop im Land der nie untergehenden Sonne absolut schlaflos. Der Mörder - ein erfolgloser Schriftsteller namens Walter Finch (Robin Williams) - hat alles gesehen und schlägt Dormer einen Deal vor...
Christopher Nolan bezieht in sein existenzielles Drama ebenso spektakulär wie symbolisch Landschaft und Lebensbedingungen Alaskas ein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Krimis kommt er ohne nennenswerte Actionszenen aus. Die Abgründe tuen sich vielmehr in den Seelen der Protagonisten auf.
INSOMNIA ist vor allem ein Film für Al Pacino, der den von ihm verkörperten Polizisten (Frank Serpico in SERPICO (1973), Steve Burns in CRUISING (1979), Frank Keller in SEA OF LOVE (1989) und Vincent Hanna in HEAT (1995)) einen weiteren hochexplossiven Charakter hinzufügt.
Die Bildqualität der DVD ist ebenso vorbildlich wie die Ausstattung mit Extras.
Fazit: In jedem Falle kaufenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großartiges Darstellerduell, 14. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Englands filmischer Wunderknabe Christopher Nolan, mittlerweile entschwunden in die Sphären des finanziell überpotenten Blockbusterkinos (dem er einen vermeintlich intellektuellen Anstrich zu verpassen sucht), schuf mit dieser Neuverfilmung eines norwegischen Thrillers einen grundsoliden, spannenden Thriller, der vor allem von den schauspielerischen Leistungen seiner Hauptdarsteller lebt. Al Pacino liefert die hervorragende Darstellung eines von Schlaflosigkeit geplagten Polizisten, der im ewig hellen, sommerlichen Alaska nicht nur den Fall eines Mordes an einer jungen Frau untersuchen soll, sondern zugleich einer Untersuchung der internen Ermittlung des Polizeipräsidiums Los Angeles zu entgehen versucht. Robin Williams gibt überzeugend einen Mann, dem man abnimmt, nicht gewollt zu haben, was er getan hat und sich ebenfalls mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen wehrt, für einen vermeintlichen Fehler ins Gefängnis zu gehen. Die 2002 immer noch recht junge Hillary Swank überzeugt in der Rolle einer lokalen Polizistin, die anfangs - voller Ehrfurcht vor Pacinos Figur - kaum darauf achtet, wie viele Fehler dieser angebliche Supercop begeht.

[ACHTUNG: SPOILER]
Will Dormer (Al Pacino) und Hap Eckhart (Martin Donovan) kommen nach Alaska, wo ein alter Kumpel von Dormer Sheriff ist und ihn um Hilfe gebeten hat. Eine junge Frau wurde umgebracht, die lokale Polizei kommt nicht weiter bei dem Fall. Dormer, der ein bekannter Ermittler ist und den die junge Polizistin Ellie Burr (Hillary Swank) nach Lektüre einiger Bücher, die von ihm handeln, bewundert, stellt schnell fest, daß die Leiche der jungen Frau präpariert wurde, der Mörder also sehr genau wusste, worauf er achten muß, um seine Spuren zu verwischen. Desweiteren muß das Opfer den Täter gekannt haben. Dormer ahnt, daß es weitere Morde geben könnte. Seiner Meinung nach ist da jemand auf den Geschmack gekommen. Er selber sieht in L.A. einem Verfahren der internen Aufsicht entgegen, da er in einem anderen Fall Beweise gefälscht haben soll. Hap erklärt ihm am ersten Abend im Hotel, daß er - noch jung und also durch einen Fehler nicht die ganze Karriere riskierend - einen Deal mit der Dienstaufsicht gemacht hat und gegen sich selbst und Dormer aussagen wird, wenn sie wieder daheim sind. Die Polizisten haben zunächst den Freund der jungen Frau in Verdacht, doch nachdem neues Beweismaterial auftaucht, steht fest, daß der es nicht gewesen sein kann. Eine abgelegene Hütte wird als möglicher Tatort ausgemacht und man entschließt sich, dort eine Falle für den Täter zu stellen. Als es schließlich im zunehmenden Nebel zu einer Jagd kommt, wird ein Lokalpolizist angeschossen und Dormer nimmt die Verfolgung des schemenhaft erkennbaren Täters allein auf. Er schießt auf jemanden, als er diesen erreicht, stellt er fest, daß er - versehentlich? - seinen Kumpel Hap angeschossen hat. Dieser ist davon überzeugt, daß Dormer dies absichtlich getan hat. Er stirbt in diesem Bewußtsein. Dormer sagt niemandem, daß er es gewesen ist, der den tödlichen Schuß abgegeben hat, im Gegenteil: mit Hilfe seiner Zweitwaffe legt er eine falsche Spur. Auch Haps Frau sagt er am Telefon, daß der Verdächtige ihren Mann erschossen habe. Die folgenden Tage sind Ellie und Dormer damit beschäftigt, Beweismaterial zusammen zu tragen, sie versuchen, sich des Ablaufs von Haps Tod bewußt zu werden, stellen an der Hütte die Situation nach, etc. Ellie zweifelt an Dormers Darstellung, kann ihm aber auch nicht auf die Schliche kommen. Dormer selber beginnt nach Tagen der Schlaflosigkeit zusehends zu halluzinieren, es fällt ihm immer schwerer, Fakten, Vorstellungen und Ängste auseinander zu halten. Dennoch gelingt es ihm, entscheidende Bewiese derart zu manipulieren, daß er den Verdacht weiterhin von sich ablenken kann. Dann bekommt er einen Anruf vom Täter. Dieser hat ihn an der Hütte beobachtet, er weiß, daß Dormer Hap getötet hat. Die beiden treffen sich und Dormer lernt Walter Finch (Robin Williams) kennen, Bestsellerautor von Kriminalromanen, der beteuert, er habe das Mädchen nicht töten wollen. Er und Dormer seien in derselben Situation: Beide seien sie Mörder ohne Schuld. Sie könnten sich gegenseitig helfen. Er, Finch, behielte sein Wissen für sich, Dormer dafür würde den Verdacht auf den Freund des Mädchens lenken. Dormer willigt scheinbar ein, doch kommt es ab nun zu einem Psychokrieg zwischen den beiden, der schließlich dazu führt, daß sie sich in einem finalen Showdown gegenüber stehen. Der vollkommen übermüdete Dormer hat zuvor seine gesamten Sünden - seine Beweisfälschungen in L.A. ebenso wie den Mord an Hap - einer Fremden gestanden, er kann nicht mehr weiter mit den Lügen leben, vor allem aber kann er sich in seinem Zustand nicht mehr sicher sein, was er wem verraten hat. Als er und Ellie schließlich Finch stellen, beichtet Dormer auch ihr seine Taten und gesteht ihr, daß er nicht mehr wisse, ob die Tötung von Hap Zufall oder gewollt war. Er weiß nicht mehr, ob er Hap erkannt habe oder dies nur aufgrund seiner Halluzinationen nur glaube. Nachdem die beiden Finch zur Strecke gebracht haben und Dormer tödlich verletzt ist, will Ellie das Beweismaterial, das sie gegen ihn hat, vernichten, doch Dormer bittet sie, "auf ihrem Weg zu bleiben". Dann stirbt er.

Erlösung - davon erzählt dieser Thriller, der im ewigen Licht spielt. All diese Figuren - besser: die wesentlichen Figuren - suchen nach Erlösung. Hap will seine Karriere retten und muß dafür das erlösende Geständnis liefern, Finch will ebenfalls seine Karriere - als Schriftsteller - retten und sucht zudem Erlösung von dem erdrückenden Gefühl, ein Mörder zu sein, weshalb er für sich und alle anderen an der Mär vom Unfall festhält (auch, wenn er uns schließlich schildert, wie es zum Mord kam, will er selbst da noch als unschuldig betrachtet werden) und Dormer (lat. 'dormire' = schlafen), der nach und nach aus dem süßen Schlaf des Ruhms des Veteranen erwacht, will nicht nur Erlösung von seinen früheren Sünden, er will sich vor allem seiner neueren Taten entbinden. Er hat sich in schreckliche Schuld verstrickt, zumindest denkt er das. Und allein die Tatsache, daß es sein könnte, stellt für ihn schon ein unerträgliches Maß an Bedrückung dar. Er sucht geradezu den erlösenden Schlaf. All diese Menschen finden ihr Schicksal unter der ewigen Sonne des sommerlichen Alaska. Gnadenlos werden all die Sünden ins grelle Licht gezerrt und dort ausgebreitet. Und zugleich - dafür steht Dormer stellvertretend - sorgt das grelle Licht für Schlaflosigkeit und somit indirekt für immer weniger Klarheit.

Nolan inszeniert das gradlinig und ohne ein Gran zuviel in seine Story hinein zu interpretieren. Wir haben es mit einem Copthriller zu tun, der ein Copthriller sein will. Die eigentliche Sensation des Films ist einmal Pacinos Art, hinter der väterlich-freundlichen Fassade dieses alternden Detective das Monster hervor scheinen zu lassen; hinzu kommt das Duell zwischen ihm und Williams` Walter Finch. Pacino weiß die Schlaflosigkeit und was sie mit Dormer macht, punktgenau darzustellen, man nimmt diesem Mann seine traumatische Wahrnehmung der Wirklichkeit und die daraus zunehmende Paranoia durchaus ab, zugleich jedoch versteht er es perfekt, Dormer das nötige Quäntchen Brutalität, den leicht schiefen Blick, das angedeutete Lächeln an der falschen Stelle mitzugeben, so daß wir bald bereit sind, an der Integrität des Mannes zu zweifeln, obwohl wir das auf keinen Fall wollen. Wir wollen - wie Ellie Burr - daß dies der Polizist ist, der all diese schrecklichen Verbrechen aufdeckt - und zwar sauber. Daß das eben manchmal nicht so sauber möglich ist, daß manchmal die Realität in Grauzonen abgleitet und die Beweislast dem Rechtsstaat nicht ausreicht, das legt der vollkommen übermüdete Dormer schließlich der Dame im Hotel dar, wo er tagelang mit der Verdunkelung seines Zimmers kämpft. Das alles ist solide, manchmal hohe Schauspielkunst, brillant wird es in dem Moment, in dem Dormer bei der Vernehmung von Finch auftaucht und entgegen der Absprache, die sie getroffen haben, anfängt, den Mann unter Druck zu setzen und sich die beiden - klassisches Spannungskino, gut aufbereitet - die verbalen Bälle zuwerfen, ohne daß die ebenfalls anwesenden Polizisten verstehen, was los ist, was da eigentlich gerade passiert. In dieser Szene kann Pacino die ganze Bandbreite seiner Kunst darlegen und Williams pariert mit der ihm eigenen Verschmitztheit, unter der aber - hier erst recht, doch zu sehen war das auch schon in anderen Rollen - immer auch etwas Hartes, etwas Zurückweisendes hervorsticht, das im Notfall bereit ist, Gewalt anzuwenden. Der Punkt, an dem Williams' Freundlichkeit in Zorn zu kippen droht, schimmert gerade in diesem Film ununterbrochen durch den Schalk, der in seinen Augen glitzert.

Robin Williams, der im Sommer 2014, wahrscheinlich durch Suizid, viel zu früh zu Tode kam, hatte in jenem Jahr 2002 gleich zwei Rollen angenommen, die seinem Rollenbild, das teils doch zum Klischee geronnen war, widersprachen. Im vorliegenden INSOMNIA spielte er eben jenen Walter Finch, der bis auf die letzten Szenen des Films nie wirklich als Psychopath zu identifizieren ist, vielleicht ist er einfach ein gerissener Kerl, dem ein "Fehler" unterlaufen ist und der sich - nicht zuletzt aufgrund seiner Profession - möglichweise für besonders schlau hält. Die anspruchsvollere Rolle erhielt er in Mark Romaneks ONE HOUR PHOTO. Der in einem Fotolabor arbeitende Seymour Parrish, der sich in die Leben seiner Kunden, deren Bilder er schließlich jederzeit sehen kann, hinein imaginiert, ist sowohl tragischer als auch tiefsinniger, da er viel uneindeutiger gezeichnet wird. Finch ist letztlich ein aufgeblasener Arrogantling, der meint, es stünde jemandem wie ihm zu, mit einem Mord davonzukommen, einfach, weil er eben ein wunderbarer Mensch sei. Parrish ist ein kleiner Angestellter, der gar nicht viel zum Leben braucht, nicht viel im Leben will, der aber nicht ertragen kann, wenn die Wirklichkeit zu weit von seinen Vorstellungen abweicht. So können wir ihn verstehen, zumindest können wir seine Motivation nachvollziehen, während uns Finch in seiner Überheblichkeit fremd bleibt, natürlich fremd bleiben soll, da er eindeutig als der Bösewicht in diesem Drama auserkoren ist. Es ist Pacino und Williams zu verdanken, daß dies nicht allzu eindeutig wird, daß sich die versteckte Bösartigkeit des einen anfängt, in der viel offensichtlicheren Bösartigkeit des anderen zu spiegeln. Dennoch: Nimmt man diese beiden Rollen in Williams Ouvre und betrachtet sie gemeinsam, so kann man anhand dieser ungewöhnlichen Wahl erkennen, was für ein vortrefflicher Schauspieler Williams gewesen ist, abseits all der Komödien, Tragikomödien und Tragödien, in denen er den herzensguten Doktor geben musste.

Christopher Nolan hingegen ist mit INSOMNIA möglicherweise sein bester Film gelungen, denn all das, was seine BATMAN- oder Science-Fiction-Filme so schwer erträglich macht - das Prätentiöse, Aufgeblasene, Angeberische - fehlt hier. INSOMNIA will keinen Moment mehr sein, als er ist. Das macht ihn zu einem Film, der über den Durchschnitt hinausragt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlafloser Al Pacino, 11. März 2003
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Den Machern des Vorzeige-Krimis Memento ist es mit Insomnia gelungen einen guten Film zu machen, an ihren Vorgänger kommen sie allerdings nicht heran.
Interessant ist es zu beobachten wie Robin Williams als "Böser" agiert, eine Rolle die man von ihm vorher nicht kannte. Er schlägt sich genauso gut, wie Al Pacino und Hilary Swank.
Um einen Mord in Alaska aufzuklären wird der routinierte Großstadcop Dormer (Al Pacino) mit einem jungen Kollegen abgestellt. Schnell stellt sich der erste Erfolg ein. Als es zur Konfrontation mit dem Mörder kommt, erschießt Dormer seinen Kollege und schiebt die Schuld auf den Bösewicht. Dormers Motiv diesen zu töten war dessen Wissen um einen Betrug bei einer vorherigen Ermittlung. Die aufstrebende Dorfpolizistin, die Dormer verehrt wie ein kleines Kind einen Fußballer, schöpft irgendwann Verdacht.
Die Idee das der Polizist mit dem Mörder kooperiert und die anderen Polizisten eher gegen ihren Vorgesetzten arbeiten als gegen den Mörder ist souverän umgesetzt. Das interesannte Ellement bei diesem film ist die Schlaflosigkeit, die Dormer befällt, an einem Ort an dem es fast 24 Stunden dunkel ist.
Der Film ist ein moderner Thriller, der aus dem Einheitsbrei, der einem sonst aus Hollywood aufgetischt wird, herausragt. Das der Film ein Remake eines in skandinavien sehr erfolgreichen Filmes ist, sollte einer Empfehlung an dieser Stelle nicht im Wege stehen.
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41 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen unglaublich subtil, 11. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Es ist mal wieder typisch, dass ein solch unglaublich guter Film nur von einem Randpublikum gesehen wird. Glücklicherweise sind das Leute, die die schauspielerischen Leistungen von Al Pacino oder Robin Williams wirklich zu schätzen wissen. Was Al Pacino in diesem Film an Charisma rüberbringt, ist fast nur mit seiner Leistung in "Heat" zu vergleichen, dem besten Film überhaupt. Mit einem einzigen Blick in sein Gesicht schreibt man diesem Menschen schon Charakter zu. Robin Williams wirkt ähnlich wie in "One hour photo" auf den ersten Blick ruhig und nett, doch lässt er einen die dunklen Seiten seiner Seele erahnen, ohne dies plakativ oder offensichtlich darzustellen - ebenfalls eine sehr große Leistung. Christopher Nolan hat nach "Memento" wieder sehr präzise gearbeitet, jede Kameraeinstellung sitzt, kein Bild oder Dialog ist überflüssig. Das Drehbuch ist in sich schlüssig und trägt seinen Teil zu diesem Kunstwerk bei. Wer Filme mag, bei denen eine genaue Charakterzeichnung mehr wert ist als allzu viel Action (die keineswegs fehlt), der wird diesen Film lieben!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sanfter Thriller, 24. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Insomnia ist ein Thriller von Christopher Nolan (Memento, Batman Trilogie mit Christian Bale, Prestige, Inception, etc.) mit Al Pacino, Robin Williams und Hilary Swank in den Hauptrollen.
Insomnia ist die lateinische Bezeichnung für Schlaflosigkeit, die eine zentrale Rolle in diesem subtilen Thriller spielt, der gleichzeitig ein Remake des norwegischen Thrillers "Todesschlaf" von 1997 ist.

Der Mordermittler Will Dormer (fantastisch: Al Pacino) reist mit einem Kollegen von Los Angeles nach Alaska, um den örtlichen Behörden der Kleinstadt Nightmute bei der Aufklärung eines Mordfalls an einem jungen Mädchen zu helfen. Während er systematisch und geschickt den Mörder einkreist, hat er mit der andauernden Mitternachtssonne zu kämpfen, da Nightmute oberhalb des Polarkreises liegt. Trotz Abendstunden und Nacht bleibt es hell, weshalb Dormer keinen Schlaf finden kann.

Es gelingt Dormer den Täter in eine Falle zu locken - dabei kommt es zu einem folgeschweren Zwischenfall, nachdem die Dinge zusehends eskalieren. Es entwickelt sich zwischen Polizist und Täter ein Katz- und Mausspiel, bei dem nicht klar ist, wer Jäger und Gejagter ist...

Insomnia ist ein hochkarätiger Thriller, der ohne viele Schockeffekte auskommt. Hier ist kein Norman Bates, kein Hannibal Lecter oder John Doe am Werk. Hier wird ein mehr oder weniger gewöhnlicher Mordfall an einem mehr oder weniger außergewöhnlichen Ort aufgeklärt. Die Charaktere sind top besetzt: Al Pacino skizziert deutlich den zunehmenden Schlafmangel seiner Rolle, während auch Robin Williams als Gegenspieler in der Rolle des eigentlich harmlosen Onkels von nebenan überzeugen kann, bei dem sich finstere Aubgründe auftun. Nolan gibt seinen Charakteren viel Freiraum, um sich zu entfalten und setzt jede Szene sorgfältig mit viel Gespühr für den Thrill um. Einzig Hilary Swank hätte in Ihrer Rolle als örtliche Polizistin Ellie Burr m.E. mehr Tiefgang gut getan. So musste sie sich mit der Rolle der etwas naiven Kleinstadtpolizistin zufrieden geben.

Alles in allem ist Insomnia ein guter Thriller geworden, der in erster Linie durch die Stärke seiner Schauspieler und durch seine Erzählweise überzeugt. Seine "sanfte" Art ist mir angenehm aufgefallen. Auf der DVD sind ein paar Special Features enthalten (entfallene Szene mit Kommentar, Interview zwischen Nolan und Al Pacino, etc.).
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassischer Thriller mit psychologischem Tiefgang, 24. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
"A good cop can't sleep because he's missing a piece of the puzzle. And a bad cop can't sleep because his conscience won't let him." So hat es Detective Dormer (Al Pacino) die Hauptfigur von "Insomnia" einst selbst formuliert, als er sich noch sicher war auf Seiten der Guten zu sein. Zur Zeit der Handlung des Films ist allerding nicht mehr so klar, wo der von vielen schweren Fällen sichtlich gezeichnete Polizist steht. "Insomnia" ist die Geschichte eines schweren Gewissenskonfliktes, der sich in Dormers Unfähigkeit zu schlafen ausdrückt. Christopher Nolan hat auf der Grundlage eines älteren skandinavischen Films (Todesschlaf) einen düsteren Thriller mit psychologischer Tiefe geschaffen, der durch hervorragende Schauspieler und atmosphärischer Musik veredelt wird.

Detectice Dormer und sein Partner Hap werden von L.A. nach Alaska geschickt um dort bei der Aufklärung eines besonders grausamen Mordes mitzuhelfen. Zunächst sieht alles nach einem weiteren Routinefall für den legendären Detective Dormer aus, der anfangs nur von der Tatsache irritiert ist, dass in dieser Gegend die Sonne in dieser Jahreszeit niemals untergeht. Doch dann geraten die Dinge bei der Jagd nach dem Mörder außer Kontrolle. Bei einer Verfolgungsjagd im Nebel schießt Dormer in der Hitze des Gefechts versehentlich auf seinen Partner Hap. Da die beiden am Abend zuvor vor Zeugen einen heftigen Streit gehabt haben, beschließt Dormer die Tat dem entflohenen Killer (Robin Williams) zuzuschieben. Doch dieser hat alles genau gesehen und versucht nun seinen eigenen Kopf zu retten, indem er Detective Dormer erpresst und zu einem Deal überreden will. Doch Dormer will sowohl seine Tat vertuschen als auch den eigentlichen Verbrecher dingfest machen.... Die wachsamen Augen der Nachwuchspolizisten Ellie (Hillary Swank) und Dormers Gewissensbisse und damit verbundene Schlaflosigkeit in der ohnehin schon nachtlosen Welt erschweren ihm jedoch das gefährliche Doppelspiel.

"Insomnia" bietet düstere Verfolgungsjagden durch die Welt Alaskas und viele spannende Momente, die dem Film klar als Thriller ausweisen. Langweilig dürfte jedenfalls den wenigsten bei diesem stilvollen Polizeifilm werden. Allerdings ist das wirklich einzigartige an diesem Film, wie er dem Zuschauer die Gelegenheit bietet, mitzuerleben wie sich ein eigentlich guter und moralischer Mensch immer mehr in böse Machenschaften verstrickt. Nolan und Pacino gelingt es Dormer am Anfang als durchwegs sympathischen und weisen Polizisten zu zeigen, sodass sein schrittweise Verfall um so mehr schmerzt. Die Schlaflosigkeit Dormers hinterlässt bald auch schon physische Spuren und man kann mitansehen, wie das Böse einen Menschen immer mehr zu zeichnen beginnt. Dass der Film in einer Gegend spielt, wo es niemals Nacht wird, ist dabei eine äußerst kluge Symbolik für Dormers unruhigen inneren Zustand, der ihn niemals zur Ruhe kommen lässt. Auch Robin Williams überzeugt in seiner Rolle als psychopathischer und reueloser Killer Walter Finch, der keinen Trick auslässt, um seinen Widersacher Dormer auf die dunkle Seite zu ziehen. "Insomnia" ist somit auch ein spannendes Psychoduell zwischen dem absolut bösen Finch und dem gefallenen Guten Dormer...

Christopher Nolan sollte sich auch nach diesem Film wieder mit dunklen Helden beschäftigen ("Batman Begins" "The Dark Knight"). Schon hier stellte er jedoch sein Können ganz in den Dienst einer faszinierenden Geschichte über die Macht des Bösen. "Insomnia" kann zwar in Sachen innovativität nicht mit seinen späteren Geniestreichen wie "Inception" mithalten, aber ist ein großartiger Thriller im klassischen Sinn und wahrscheinlich eine der besten Leistungen Al Pacinos, der hier mindestens so gut ist wie in "Der Pate".

Zur DVD: Diese bietet auch Originalton und Untertitel Deutsch/Englisch und jede Menge Extras - Interviews, Aufnahmen vom Set etc.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So hell die Nacht, 1. Juli 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Insomnia - Schlaflos (DVD)
Christopher Nolans ("Batman - The Dark Knight") Film aus dem Jahr 2002 ist ein beeindruckend photographiertes Kriminaldrama um Schuld und Sühne, an dem Altmeister Alfred Hitchcock sicher seine helle Freude gehabt hätte. Die erfreulich gut ausgestattete DVD präsentiert den Hauptfilm in einer Qualität, dank derer der Film auch bei der Projektion auf eine Leinwand ein ungetrübtes Vergnügen ist.

Als im alaskanischen Ort Nightmute ein 17-jähriges Mädchen tot aufgefunden wird, erhalten die örtlichen Behörden Amtshilfe von den LAPD Detectives Will Dormer (Al Pacino) und Hap Eckhardt (Martin Donovan). Auf den abgeklärten Dromer wirkt der Mord zunächst wie ein schnell zu lösender Routinefall, und Dromer hat auch schon einen Einfall, wie man des Täters habhaft werden kann: Der Rucksack des Opfers, den man bei der auf der örtlichen Müllhalde deponierten Leiche gefunden hat, wird an den vermutlichen Tatort verbracht, und im Anschluss werden die örtlichen Behörden die Nachricht verbreiten lassen, der Rucksack des Opfers sei nicht aufgefunden worden und werde vermisst. Dromers Kalkül: Der Mörder wird an den Ort des Geschehens zurückkehren und versuchen, den Rucksack verschwinden zu lassen.

Tatsächlich geht Dromers Rechnung auf: Die beiden Detectives und die Kollegen von der örtlichen Polizei lauern im Nebel auf den Mörder, der tatsächlich zu der kleinen Fischerhütte am See zurückkehrt. Dank einer kleinen Unachtsamkeit wird der Täter auf seine Verfolger aufmerksam, und plötzlich laufen die Dinge aus dem Ruder. Dromer nimmt die Verfolgung auf, es fällt ein Schuss, und Dromers Kollege sinkt tödlich getroffen zu Boden. Das Fatale: Die Kugel stammt aus einer von zwei Waffen, die Dromer mit sich führt. Ein Unfall, der den schlechten Sichtverhältnissen geschuldet ist - oder doch mehr? Am Vorabend nämlich hat Hap seinem Kollegen eröffnet, er werde demnächst in einem internen Ermittlungsverfahren gegen Dromer aussagen. Klartext: Dromer kommt der Tod des Kollegen nicht ungelegen. Die Kollegen vom Police Department in LA würden wahrscheinlich sagen: Dromer hatte ein Motiv für den gezielten Schuss auf den Kollegen. Dromer versucht, die Sache so aussehen zu lassen, als sei der flüchtige Täter für den Tod seines Kollegen verantwortlich.

Dann aber meldet sich der Gesuchte telefonisch bei Dromer und eröffnet ihm eine unangenehme Wahrheit: Mister X ist Zeuge des Tathergangs gewesen und hat Dromer nun in der Hand. Der leutselig klingende Mörder schlägt Dromer am Telefon ganz ungerührt einen perfiden Deal vor, und es scheint so, als lasse Dromer sich auf den Handel ein ...

Filmkritik

Mit seiner Neubearbeitung einer norwegischen Filmvorlage bietet Regisseur Christopher Nolan 113 Minuten lang intelligentes Spannungskino vom Feinsten.
Im Mittelpunkt des ungewöhnliches Krimidramas steht die Suche nach einem Täter, sondern die Frage danach, an welchem Punkt der Unbescholtene zum Übeltäter wird, und die Antwort ist beileibe nicht so einfach, wie der Film vielleicht zunächst suggerieren mag. Der scheinar integre Dromer offenbart mit Fortschreiten der Handlung zunehmend seine Schattenseite, im Gegenzug entpuppt sich der sinistre Schriftsteller Walter Finch (Robin Williams) als Zeitgenosse, für den das Publikum vielleicht nicht gerade Sympathien entwickeln muss, dessen Beweggründe aber doch zumindest sehr nachvollziehbar sind. Für Finch selbst ist die Sache eh klar: Was aussieht wie Mord, war in Wirklichkeit ein Unfall. Was aber ist mit dem, was aussieht wie ein Unfall ... ? Zum Ende des Films kann selbst Dromer die Frage nicht mehr schlüssig beantworten.

Nolans präzise getimter Film punktet mit fein gezeichneten Charakteren vor grandioser Kulisse. Al Pacino als dank alaskanisch weißer Sommernächte ohne Sonnenuntergänge schlafloser Cop überzeugt ebenso wie Robin Williams als mörderischer Biedermann. Ihrer beider Spiel trägt den Film, der heimliche Star aber ist Hilary Swank als Dorfpolizistin Ellie Burr, deren Bild von Dromer als legendärem Ermittler zunehmend Risse bekommt. Swanks Figur himmelt den gewieften Cop aus der Millionenstadt offensichtlich an, und zum Glück wird die Verehrung fürs große Vorbild in Swanks intensivem Spiel deutlich, ohne dass das Publikum die Beziehung zwischen beiden Figuren expressiv verbis erklärt werden müsste. Genauso deutlich werden auch die Zweifel, die die junge Frau im Laufe der Zeit beschleichen.

In einer beklemmenden Szene gegen Ende des Films - Dromer und die Kollegen aus Nightmute stoßen auf den scheinbar restlos aufgeklärten Mordfall an - konfrontiert Ellie Dromer mit einer am Tatort gefundenen Patronenhülse, deren Kaliber nicht dem der Waffe des angeblichen Täters entspricht. Dromer winkt ab, erklärt nur müde, der Fall sei abgeschlossen und gibt damit die hartnäckig ermittelnde Ellie dem Spott ihrer Kollegen preis - spätestens hier wird Pacinos Figur schuldig. Bei der Verabschiedung draußen vor der Kneipe verschafft Ellie sich Gewissheit: Bei der unschuldig wirkende Umarmung ertastet Ellie die zweite Waffe, die Dromer auch am Unglückstag bei sich getragen haben muss und aus welcher der tödliche Schuss abgefeuert worden sein dürfte. Die Erkenntnis ist ernüchternd: Die vermeintliche Lichtgestalt ist ein Stern, der offenbar längst erloschen ist. An dieser Stelle des Films verschiebt sich der Fokus erneut. Im Mittelpunkt stehen jetzt nicht mehr die beiden Täter Dromer und Finch, sondern Ellie rückt nach - und für den Zuschauer stellt sich die Frage: Wird Ellie sich ebenfalls schuldig machen ... ?

Die DVD

Das nahezu makellose Bild des DVD-Tansfers aus dem Hause Warner Bros. bringt die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen des Films auch im Heimkino optimal zur Geltung - abgesehen von einigen leichten Halo-Effekten, die Folge von nachträglich vorgenommener Kantenschärfung sein dürften, präsentiert sich das Bild stets angenehm scharf und sehr differenziert.

Der Dolby 5.1-Ton (wahlweise in englisch, deutsch oder französisch) wirkt transparent und bildet auch leise Nebengeräusche sehr naturgetreu ab - auch hier vergebe ich gern die Bestnote.

Das Bonusmaterial bietet eine Reihe von interessanten zusätzlichen Filmbeiträgen, deren Lauflänge en gros jeweils unter zehn Minuten liegt (einzige Ausnahme ist ein Gespräch zwischen Regisseur Nolan und Hauptdarsteller Pacino; der Mitschnitt bringt es auf gute 17 Minuten), die aber jeder für sich interessant sind - sowohl der Kameramann als auch der Produktionsdesigner dürfen in jeweils einem eigenen Beitrag über ihre Arbeit berichten; in einem weiteren Beitrag kommen Schlafforscher zu Wort und verraten Erhellendes über das Defizit, an welchem die Hauptfigur des Films zunehmend leidet. Danach dürfen Interessierte sich noch durch geschnittene Szenen sowie mit Kommentaren einzelner Darsteller unterlegten Schlüsselszenen klicken; eine Galerie mit Standbildern ("Produktionsaufnahmen") besuchen und sich den Originaltrailer ansehen - Fazit: Alles in allem eine überaus gelungene Mischung, die Interessierten informative Blicke hinter die Kulissen der Produktiion gestattet.

R e s ü m e e

Tragödie im Gewand des Kriminalfilms, die sich mit der Frage nach Schuld und Sühne befasst; getragen von exzellenten Hauptdarstellern und einer Bildgestaltung, die förmlich nach einer großen Leinwand schreit. Die DVD aus dem Hause Warner Bros. bietet ausgezeichnete Werte in allen Disziplinen - Fazit: "Insomnia" ist ein Tipp für Freunde anspruchsvoller Krimikost, die eher von präziser Charakterzeichnung als von krachender Action lebt.
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Insomnia - Schlaflos [Blu-ray]
Insomnia - Schlaflos [Blu-ray] von Christopher Nolan (Blu-ray - 2010)
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