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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen70
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am 4. Dezember 2010
Vor etwa neun Jahren traf ich Jeff Bridges anlässlich des Deutschland-Starts von K-Pax - Alles ist möglich (auch kein schlechter Film) zum Interview und sah mich einem aufgeräumten, glatt rasierten, gut aufgelegten Schauspieler mit ordentlichem Haarschnitt gegenüber, der mit mir darüber plauderte, wie man es bei seinem Beruf fertig bringt, so lange mit derselben Frau verheiratet zu bleiben. Führt man sich vor Augen, wie Jeff Bridges privat auftritt und wird man dann in "Crazy Heart" (auch vorher schon in The Big Lebowski) Zeuge, wie glaubhaft der Schauspieler in seine zweite Haut als versoffener, verlotterter, zottelhaariger Lebemann schlüpft, dann wird klar, dass der diesjährige Oscar für die beste männliche Hauptrolle keinen verdienteren Sieger finden konnte.

Die Auszeichnung traf darüber hinaus einen Film, in dem auch alle Akteure im Fahrwasser von Bridges alias Country-Legende Bad Blake glänzen. Der von Dennis Hopper produzierte und im ruhigen Paris, Texas-Erzählmodus daherkommende Film konnte sich verlassen auf ein brillantes Ensemble, angeführt von Jeff Bridges in seiner zweiten Haut, ergänzt von einem Colin Farrell, den man in der Rolle des jungen Country-Stars und einstigen Gitarrenschülers von Blake kaum wiedererkennt und der ebenso wie der Hauptdarsteller bei seinen musikalischen Auftritten selbst gesungen hat; Maggie Gyllenhaal schließlich mimt authentisch die Provinzpomeranze, die noch mal eine Chance für die Liebe und einen Vater für ihren Sohn wittert, und bildet als bodenständige Mutter den idealen Widerpart zur Welt der exzentrischen Künstler, die ständig auf Achse sind.

Was an diesem Film aber wohl am meisten zu loben ist, ist, was er alles nicht ist: Er ist nicht die Geschichte eines Abhängigen, der rettungslos im Sumpf der Sucht versinkt, er ist nicht die Geschichte eines krankhaft egomanischen Genies, der sich am Ende selbst zerstört und alle Angehörigen mit in den Abgrund reißt, er ist nicht die Geschichte eines grandiosen Comebacks mit furiosem Bühnenfinale und er ist vor allem nicht die große Liebesgeschichte, in deren Funkenregen ein Verlierer plötzlich zum strahlenden Helden wird. Statt sich auf derlei beliebte und mithin abgenudelte Hollywood-Klischees einzulassen, streift der Film, während er seiner schillernden Hauptfigur von Auftritt zu Auftritt folgt, zwar diese bekannten Motive, lässt sich aber durch sie von seinem Kurs, dem Weg eines begabten Country-Sängers im Karriereherbst möglichst unaufgeregt, authentisch und lebensnah nachzugehen, nicht abbringen und mutet dem alkoholsüchtigen Bad Blake keine Kapriolen zu, die zu sehr nach Traumfabrik und zu wenig nach wahrem Leben riechen. So reicht die Begegnung mit der Journalistin Jean und ihrem vierjährigen Sohn zwar aus, um Blake zu einer selbstkritischen Lebensbilanz und einem Kurswechsel zu verhelfen, aber rote Rosen regnet es deswegen noch lange nicht und die 900 Meilen Entfernung von Houston nach Santa Fé sind auch hier ein Stolperstein für die Liebe. Ebenso ist das Kooperationsangebot seines Kollegen Tommy (Colin Farrell) nicht gleichbedeutend mit der sofortigen Rückkehr ins Rampenlicht.

Eine Bemerkung zum Schluss: Man muss kein ausgewiesener Freund von Country-Musik sein, um diesen Film zu mögen, aber es hilft sicherlich.

Extras: Maggie Gyllenhaal, Robert Duvall und Jeff Bridges schildern, wie sie zu diesem Projekt kamen; alle Lieder aus dem Film zum Abspielen (kam bei mir bei Knopfdruck aufs Titel-Menü auf der Fernbedienung).

Für Freunde von Paris, Texas und Walk the line.
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am 1. Oktober 2010
...das ist ein Teil der miesen Ausgangssituation des Countrysängers Bad Blake(Jeff Bridges). Aber es sind bei weitem nicht alle Posten auf der Negativliste seines Lebens. Blake war ein gefragter Countrystar, aber diese Zeiten sind vorbei. Jetzt tingelt er abgewrackt und versoffen durch Texas, um in Bowlingcentern oder Kneipen aufzutreten. Dabei hat der Mann ein paar Jahre zuvor hervorragende Songs geschrieben. Blake kriegt keine Note mehr aufs Papier und schafft es lediglich, seine alten Songs immer wieder zu spielen und sich nebenbei von einer Whiskyflasche zur nächsten zu hangeln. Als sein Agent ihm jetzt mitteilt, dass er als Vorband vor dem neuen Star der Szene, Tommy Sweet(Colin Farrell), auftreten soll, weiß Blake, dass er ganz unten ist. Denn: Er hat Tommy Sweet all das beigebracht, was der jetzt in bare Münze umsetzt.

Dann erscheint jedoch ein Lichtstrahl in Blakes selbst geschaffener Höhle aus Alkohol und Depression. Die Reporterin Jean(Maggie Gyllenhaal) interviewt ihn für eine kleine Zeitung. Es passiert, was eigentlich unmöglich ist: Blake verliebt sich in Jean. Seine Liebe wird erwidert und es beginnt eine Romanze zwischen dem alten Sänger und der jungen, allein erziehenden, Mutter. Mit ihrem vierjährigen Sohn Buddy kommt Blake bestens zurecht. Irgendwie scheint es aufwärts zu gehen in Blakes Leben, er arbeitet sogar an neuen Songs. Aber über kurz oder lang müssen er, und auch Jean, feststellen, dass Blake eigentlich schon vergeben ist. Seiner Liebe zur Whiskyflasche scheint stärker zu sein, als alles, was ihn mit Jean und Buddy verbindet...

Scott Cooper hat mit seinem Regiedebut -Crazy heart- aufhorchen lassen. Zwei Golden Globes und zwei Oscars(Bester Hauptdarsteller Jeff Bridges, bester Song "The weary kind") gab es für den Film. Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Cobb, der an das Leben des Countrysängers Hank Thompson angelehnt ist, bringt Cooper zwei Dinge zusammen: Zum einen die Story eines Texas-Roadmovie im Countrymilieu, die ihres gleichen sucht. Zum zweiten einen brillant agierenden Jeff Bridges als Hauptdarsteller und Maggie Gyllenhaal, Colin Farrell und Robert Duvall, die in den weiteren Charakteren zeigen, weshalb sie zu den ganz Großen der Szene gehören. Diesen hervorragenden Mix unterstützen sehenswerte Bilder von Texas und Countrymusik, teilweise mit Cajun-Einflüssen, die absolut hörenswert ist. Dass Bridges die Songs selbst singt, ist so interessant, wie gelungen.

-Crazy heart- ist eigentlich dieser typische "Loser, der an der Flasche hängt, versucht ins Leben zurückzukehren"-Film; aber dann doch wieder nicht. Bridges spielt Bad Blake total kaputt, aber mit Stil. Egal, wie viel er intus hat, auf der Gitarre spielt er noch immer jedes Lied, und auch im Umgang mit Jean und Buddy hat er nicht nur die Flasche, sondern auch sein Verhalten größtenteils im Griff. Für diesen Balanceakt ist Bridges die Idealbesetzung. Hat er doch schon oft genug bewiesen, wie gut er in der Darstellung dieses Typus Mensch ist. Wie sagt "sein" Bad Blake so schön: "Ich war mein Leben lang betrunken."

Mich persönlich hat -Crazy heart- bewegt und emotional erreicht. Der Film ist hervorragend fotografiert, gnadenlos gut in der Besetzung und als i-Punkt gibt es diese zerrissene, mitnehmende Story dazu. Für Freunde dieser Filmbestandteile ist -Crazy heart- ein absolutes Muss. Der Film kommt leise und mit jeder Menge Zwischentöne daher. Darauf muss man sich einlassen. Mein Fazit zum Schluss: Einfach nur tragisch gut! Absolut empfehlenswert!
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VINE-PRODUKTTESTERam 12. August 2011
Das gefällt mir so richtig. Hier hat man alles: gute Story, super Darsteller und geile Musik. die Handlung ist ja ausreichend beschrieben, die Musik passt exakt zu den einzelnen Szenen. Klar, sehr country-lastig aber nicht kitschig. Hier hat sich Ryan Bingham teilweise stark eingesetzt und auch die Songs/Versionen von Jeff Brdges und Colin Farrell gefallen mir gut. Zwischendurch gibt es Leckerbissen von Lightnin Hopkins und Townes van Zandt. Die Story wäre auch was für Kris Kristoffersen gewesen, aber mit Jeff Bridges super besetzt. Er spielt den durchgeknallten, alkoholkranken und enttäuschten Country-Star hervorragend. Die Liebesgeschichte gefällt mir in diesem Film mal ausgesprochen gut und mir gefällt sehr, dass der Film ohne klassische nie endend wollende Feindbilder (Jeff Bridges vs Colin Farrell) auskommt. Die beiden Country-Rivalen finden wieder zusammen. Schön, auch traurige Momente, aber sehr gut unterhaltend ohne kitschig zu werden.
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am 22. Februar 2014
Jeff Bridge hat zu Recht für diesen Film den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen.
Er spielt Bad Blake einen abgebrannten Country Musiker, der in zweit- und drittklassigen Schuppen auftritt und dabei um sein Elend zu vergessen, kräftig zur Flasche greift. Schliesslich trifft er seine neue Liebe, schöpft wieder Hoffnung und versaut es zunächst, um dann doch noch die Kurve zu kriegen. Super Soundtrack für Country Fans. Wer "Walk the Line" mochte wird auch an diesem Film seine Freude haben.
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am 5. Juli 2011
Ich kann mich meinen Vorsprechern hier nicht anschließen.

Der Film ist mit Sicherheit kein klassischer Hollywoodstreifen, er bietet mehr Tiefe und ist sehr ruhig. Aber gerade die stillen Momente und die Details machen den Film so schön und besonders.
Ich fand die Schauspieler überzeugend, die Geschichte ehrlich und mitfühlend und die Bilder bewegend.
Abgesehen davon war die Musik gut, auch wenn Country sonst nicht mein Stil ist, hier war die Musik perfekt dazu.
Ich kann den Film nur empfehlen.
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am 18. Mai 2014
Crazy Heart ist vor allem wegen dem längst überfälligen Oscargewinn von Jeff Bridges bekannt. Der Film hat aber viel mehr zu bieten, als nur einen guten Hauptdarsteller.

Bad Blake ist ein alter, abgehalfterter Country-Sänger, der seine besten Tage hinter sich hat und gerne zum Alkohol greift. Mit Auftritten in kleinen Bars hält er sich über Wasser. Bei einem jener Auftritte lernt er die junge Reporterin Jean kennen und auch lieben. Die schöne Zeit der beiden wird aber auf eine harte Probe gestellt, weil Bad einfach nicht vom Alkohol lassen kann.

Dies ist einer dieser Filme, den ich nie entdeckt hätte, wäre er bei den Oscars nicht bedacht worden. Ich bin aber sehr froh, dass ich diesen Film kenne.
Dies ist das Regiedebüt von Scott Cooper (Auge um Auge) und der beweist schon ein sehr gutes Händchen. Er hat nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch geschrieben und hat beides sehr gut gemacht.
Bei diesem Film geht es um einen gescheiterten Star. Dies klingt zwar erstmal wie schon tausendmal gesehen, aber nichtsdestotrotz erzählt Cooper hier eine sehr schöne und traurige Geschichte. Im Mittelpunkt steht hier die Beziehung zwischen Bad Blake und Jean, die einige schöne Momente haben, die aber gleichzeitig wieder so tragisch sind. Die dunkle Wolke des Alkohols schwebt allgegenwärtig über der Beziehung der beiden. So kann man die schönen Momente nie richtig genießen, weil Blake sie immer wieder einreißt, wenn er zum Flachmann greift. Trotzdem sieht man einige Lichtblicke, die einem Hoffnung geben, dass Blake sein Leben doch in den Griff bekommt. Alles in allem wird hier wirklich eine schöne Geschichte erzählt, die durch die Akteure und die Musik einprägsam ist.
Allen voran muss man hier natürlich Jeff Bridges (The Big Lebowski) nennen. Bridges verliert sich wieder total in dieser Rolle und wirkt wirklich von der ersten bis zur letzten Sekunde authentisch und echt. Er kann hier sowohl der unsympathische Mistkerl, als auch der charmante Country-Man sein. Er spielt hier wirklich super und hat zu recht endlich seinen Oscar erhalten. Wer seinen Charakter aber nachhaltig prägt, ist hier Maggie Gyllenhaal (The Dark Knight). Maggie spielt hier die junge Reporterin, die sich in Bridges verliebt, aber innerlich doch etwas zerrissen ist, wegen seiner Alkoholsucht. Maggie spielt diese zerbrechliche Frau mit viel Feingefühl und ist der beruhigende Gegenpol zu Bridges. Auch sie spielt hier wirklich super und wurde zurecht für einen Oscar nominiert.
Neben den Darstellern hat mir aber auch die Musik sehr gut gefallen. Bridges singt hier all seine Lieder selbst und beweist dabei sein Talent. Die Lieder passen wirklich gut zu ihm und klingen auch sehr gut.

Fazit:
Crazy Heart ist ein bewegendes, fantastisch gespieltes Drama, mit einem sehr schönen Soundtrack. Jeff Bridges und Maggie Gyllenhaal spielen hier überragend und haben eine sehr gute Chemie zusammen.
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am 16. Oktober 2012
Der Song "The Weary Kind" und Hauptdarsteller Jeff Bridges bekamen jeweils einen Oscar und den Golden Globe.

STORY

Blake (Jeff Bridges) ist ein abgehalfterter Ex-Country-Star. Noch immer arbeitet er als Country-Musiker, sein Starruhm beruht aber nur noch auf einer länger zurückliegenden Vergangenheit. Damit er seinen Lebensstil (kleines Haus, alter Truck, viel Alkohol, Zigaretten und wenig schlechtes Essen) halten kann, gibt er weiterhin Konzerte in Bars oder kleinen Hallen. Er wird von anderen Musikern und Fans, die ihn noch aus seiner erfolgreichen Zeit kennen, immer noch verehrt, aber ihn scheint das alles nicht zu kümmern. Auch nicht, dass er seit Jahren keine Songs mehr schreibt. Auf seiner Ein-Mann-Tour vegetiert er leise vor sich hin. Dies wird durch die Begegnung mit der allein erziehenden Mutter und Lokaljournalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) empfindlicher gestört, als Blake es erst mal wollte oder erahnte.

MEINUNG

Country ist ja auch ein Synonym für das Leben. Oder für Nicht-Freunde des Country, wenigstens eine Form von Leben. Und dies wird hier echt, nah und intensiv gezeigt. Dass wiederum dadurch, dass Jeff Bridges eben nicht in durchaus vorliegende Klischees hineinspringt und darin badet, sondern weil er seine Rolle knochiger und damit authentischer und vor allem ohne melodramatische Züge wiedergibt. Deswegen ist es auch kein Drama, sonder eine Tragikomödie. Und das tut dem Film gut, hebt ihn von anderen Bebilderungen gescheiterter Existenzen ab. Denn er lehnt Lamentieren und Schuldsuche ab, sondern legt Wert auf das Recht der Selbstbestimmung und Anerkennung des Seins, wie immer das auch ist und wie sehr andere meinen, dass es nicht gut wäre oder gar sich nicht gehöre. Er gibt das Recht darauf, seinen Schmerz so zu leben wie man es gerade braucht und die Selbstentscheidung wann und wie man wieder auf einen anderen Weg geht, ohne das Vorherige verteufeln zu müssen und angeblich geläutert zu sein.

FAZIT

Dieser Film wirkt, lässt keine Mauscheleien zu und gibt auch noch eine Richtung vor, die Aufrichtigkeit und Echtheit mit Süchten und Akzeptanz befeuert. Mehr als fünf Sterne wären verdient. Den sechsten gibt's daher im Sinn.
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am 17. Juli 2011
Story (4)
Ein sehr schöner, ruhig erzählter Film, der mit Klischees spielt aber nicht den Fehler macht in ihnen unter zu gehen. Wunderbare Konzertatmosphären mit genialen Country-Musik wechseln ab mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen. Jeff Bridges glänzt einmal mehr in der Rolle als kauziger und beinahe verwahrloster Aussenseiter. Ein Antiheld, der durch seine Art, den Zuschauer sofort auf seine Seite zu ziehen vermag. Grandios gespielt und zurecht mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller belohnt. Der Grund warum ich nur 4 Sterne vergebe ist, dass ich die Story an sich für etwas dürftig und sehr schnell heruntererzählt empfinde. Würde die Hauptrolle nicht derart genial gespielt, hätte die Handlung doch einige Längen, die der Geschichte abträglich wären

Bild (4)
Das Bild ist vor allem im Nahbereich sehr gut und plastisch. Bei Landschafts und Weitwinkelaufnahmen verliert es etwas an Schärfe und ab und an macht sich das Filmkorn ein wenig unangenehm bemerkbar. Das ist aber jammern auf recht hohem Niveau...
Im Grossen und Ganzen kann man mit dem gebotenen Bild zufrieden sein. Keine Referenz aber solide Umsetzung und natürliche Farben.

Ton (3)
Der Soundtrack ist genial und auch für Leute, die sonst mit Country-Musik nicht so viel am Hut haben hörenswert. So sind dann auch die Konzertaufnahmen und die Musik im Hintergrund, die stillen Helden der Tonumsetzung. Der Rest ist sehr dezent gehalten und ein Surround-Feeling kam, bei mir zumindest, nie wirklich auf. Da wäre sicher mehr drin gewesen. Die Dialoge waren meist gut verständlich - der nuschelnde Jeff Bridges war wohl bewusst so geplant...

Extras (2)
Extras interessieren mich nicht. Leider gibt es kein Wendecover, was ich als Mangel empfinde...
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am 24. Januar 2011
Die Handlung des Films ist von anderen schon eingehend beschrieben; sie ist übersichtlich und für sich gesehen nichts Besonderes. Insoweit kann ich kritische Ansätze einiger Rezensenten nachvollziehen (drei, bei Wohlwollen vier Sterne).

Was diesen Film außergewöhnlich macht (fünf Sterne), ist der Hauptakteur Jeff Bridges. Seine Präsenz in ,Crazy Heart' ist beeindruckend wie auch seine stimmliche Qualität. Zu keiner Zeit entsteht beim Zuschauer das Gefühl, hier spiele einer eine Rolle. Er ist so überzeugend, dass er ,Bad' Blake ist; er sieht nicht nur kaputt aus, er ist kaputt; er ist Alkoholiker, er spielt ihn nicht; sein geistiger und körperlicher Verfall sind real, nicht gespielt; seine Augen sind müde, sie spielen keine Müdigkeit vor; wenn er sich übergibt, sollten sich Zartbesaitete besser die Ohren zuhalten. Beim Zusehen leidet man mit bei so viel Elend. Das ist ganz große Schauspielkunst. Mir fällt keine andere Umschreibung ein als authentisch, nichts ist aufgesetzt oder gekünstelt. Pausen, wo Worte nur stören würden, Augen-Blicke statt unnötiger Gesten: das ist großes Kino.

Wenn Bridges singt, dann hat das eine Qualität, als würde er nichts anderes machen (eben ein schauspielender Musiker). Dass er, der ja auch Musiker ist, nach den ,Baker Boys' vor über zwanzig Jahren in einem weiteren ,Musikfilm' auftritt, war nur eine Frage der Zeit (und einer passenden Filmvorlage).

Damit die Balance des Films zumindest so einigermaßen hergestellt ist, musste Maggie Gyllenhaal all ihr Können aufbieten, und das ist der älteren Schwester des ,Brokeback Mountain'-Darstellers Jake Gyllenhaal großartig gelungen. Sie wurde für den Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Die übrigen Mitwirkenden wie das schauspielerische Schwergewicht Robert Duvall (einer der Produzenten) sind nur Randerscheinungen (,Supporter'), aber nötig, damit der Protagonist voll zur Geltung kommen kann.

Bridges war mehrfach nahe dran, einen Oscar zu bekommen, dies zeigen seine Nominierungen. Dass er es ,auf seine alten Tage' noch geschafft hat, ist eine Genugtuung angesichts seiner schauspielerischen Qualitäten, die er u. a. in ,Die letzte Vorstellung' (,The Last Picture Show'), ,Tron', ,König der Fischer', ,Fearless', ,The Big Lebowski', ,Rufmord' oder jetzt in ,Crazy Heart' unter Beweis gestellt hat.
Er ist jetzt nicht mehr nur der ,Dude', auf den ihn manch einer leider reduziert, jetzt ist er auch noch ein ,Crazy Heart'.

Ja, es stimmt: die Filmmusik - in erster Linie sei T-Bone Burnette gedankt - ist einfach umwerfend und die CD ist ein Muss für jeden Musikliebhaber, nicht nur für Country-Fans (fünf Sterne). Der Lied ,The Weary Kind' mit Ryan Bingham hat zu recht sowohl den Oscar als auch den Golden Globe als bester (Film-) Song bekommen. Und die anderen Stücke wie ,Somebody Else', ,Fallin' & Flyin'' und ,I Don't Know' mit Jeff Bridges, ,Once A Gambler' mit Sam ,Lightnin' Hopkins oder ,If I Needed You' des unerreichten Townes Van Zandt stehen ihm in keiner Weise nach.

,Crazy Heart' aber auf Musik zu reduzieren, scheint mir zu kurz gegriffen. So überschaubar, aber keinesfalls langweilig der Plot ist, so überragend sind die Schauspieler, denen die Regie viel Platz für die Entwicklung ihrer Fähigkeiten gelassen hat. Die DVD wie die CD mit der Filmmusik sind gleichermaßen empfehlenswert.
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am 20. Februar 2012
Jeff Bridges spielt in seiner Oscar prämierten Rolle wunderbar den alternden Country Star mit Alkohlproblem, der seinen Zenit lange hinter sich hat und nun nur noch in Bowling Alleys und kleinen Bars spielt.
Warum Country Fans diesen Film vieleicht nur mögen und nicht lieben werden ist seine ruhige und langsame Erzählweise. Für mich ist jedoch genau diese Erzählweise eine Stärke und willkommene Alternative, zu den vielen schnellen und dramatischen anderen Erzählungen anderer Hollywoodfilme (wobei ich auch solche Erzählweisen gut finde, wenn sie gut gemacht sind). Selbst relativ dramatischen Szenen werden nicht durch spannende Musik oder hektische Schnitte bzw. Kamerabewegungen überdramatisiert. Neben den meiner Meinung nach, auch Abseits von Jeff Bridges, überzeugenden schauspielerischen Leistungen und der ruhigen Erzählweise, hat mir auch das Ende gefallen, was ich auch für relativ Hollywood untypisch halte. Natürlich ist die Grundstory bis zu einem gewissen Grad vorraussehbar, dennoch war ich vom Ende schon ein bisschen positiv überrascht.
Zur Zeit ist der Film bei Amazon auch im "4 Filme für 20€" Angebot enthalten. Da dort auch noch einige andere meiner Meinung sehr gute Filme für fast jeden Geschmack vertreten sind, empfehle ich dort zuzuschlagen.
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