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36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "You'll Never Leave This Island."
Wenn Federal Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) von einem der Insassen der Nervenheilanstalt auf Shutter Island diese Prophezeiung an den Kopf geworfen bekommt, ist man fast schon geneigt, ihr zu glauben, denn der vermeintlich wohlwollende Anstaltsleiter Dr. Crawley (Ben Kingsley) scheint zusammen mit dem deutschen Psychiater Naehring (Max von Sydow) im Namen der...
Veröffentlicht am 8. Februar 2011 von Tristram Shandy

versus
19 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kommt nur langsam in Fahrt
Ich habe bisher von Shutter Island noch nichts gehört und als mein Mann den Film in den Player geschoben hat, war ich mehr als neugierig, was sich hinter dem Titel verbirgt. Achtung - die nun folgende Rezi enthält einige Spoiler:

2 US-Marshalls reisen auf die Insel "Shutter Island" um dort den Ausbruch einer psychisch kranken Mörderin zu...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2010 von Daisy


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36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "You'll Never Leave This Island.", 8. Februar 2011
Von 
Tristram Shandy - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Wenn Federal Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) von einem der Insassen der Nervenheilanstalt auf Shutter Island diese Prophezeiung an den Kopf geworfen bekommt, ist man fast schon geneigt, ihr zu glauben, denn der vermeintlich wohlwollende Anstaltsleiter Dr. Crawley (Ben Kingsley) scheint zusammen mit dem deutschen Psychiater Naehring (Max von Sydow) im Namen der Regierung teuflische Experimente durchzuführen. Zudem schreiben wir das Jahr 1954, und ein deutscher Psychologe in Naehrings Alter dürfte eine gewisse Vorgeschichte haben. Und außerdem mehren sich recht rasch die Anzeichen dafür, daß Teddy Daniels, der mit einem Kollegen, den er nie zuvor gesehen hat, zusammenarbeitet, unter fadenscheinigem Vorwand auf diese Insel gelockt worden ist, denn wie soll es Rachel Solano, die geisteskranke Kindsmörderin, deren Verschwinden er hier untersuchen soll, von hier auf das Festland geschafft haben?

Wem kann Teddy Daniels auf dieser zur Nervenheilanstalt für geistesgestörte Straftäter umgebauten Insel überhaupt noch trauen? "You'll never leave this island", klingt da nicht länger wie das Gerede eines Geisteskranken - und gleichzeitig erinnert die hoffnungslose Isolation unseres Helden inmitten eines Meers von Verschwörung und Wahnsinn an Joseph Conrads Beobachtung "We live as we dream - alone", die die Quintessenz seines Romans "Heart of Darkness" ist.

Mit "Shutter Island" (2010) hat Martin Scorsese mehr als nur einen spannenden Psychothriller mit Elementen des Film noir geschaffen - aber es ist ihm eben auch nichts Geringeres als eben dies gelungen. Daniels ist ein zerrissener Mann, dessen Ich sich zu Anfang des Filmes lädiert - mit einem Pflaster auf der Stirn - aus der Taufe eines Waschbeckens erhebt, und das "Pull yourself together", das sich der Protagonist vor dem Spiegel zuraunt, kann durchaus wörtlich verstanden werden im Sinne des "Vergewissere dich deiner Identität!" Recht früh wird klar, daß es Daniels nicht in erster Linie darum zu tun ist, die verschwundene Rachel Solano wieder aufzuspüren, sondern daß er einem Komplott hinterherjagt, das die Anstalt im Zusammenspiel mit der Regierung eingegangen ist. Dabei steigen dann auch die Geister seiner Vergangenheit aus ihren Gräbern - seine Rolle bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau ebenso wie seine von Verdrängung quälender Schuld belastete Ehe mit einer Frau, die er schließlich durch einen heimtückischen Mord verliert. Wichtig ist ihm hierbei aber festzuhalten, daß seine Frau nicht durch das vom wahnsinnigen Hausmeister gelegte Feuer verbrannte, sondern durch den Rauch erstickte. Später wird man erkennen, daß Ersticken wirklich ihre Todesursache war, auch wenn Daniels sich mit all seinen weiteren Anmerkungen zu ihrem Tod im Irrtum befand.

Wem diese meine kryptischen Andeutungen zu wirr und zu unbefriedigend erscheinen, der ist mit "Shutter Island" unter Umständen nicht wirklich gut bedient, denn Scorsese tut mit seiner Bilderflut aus Erinnerungen, Träumen und bildgewordenen Ängsten des Protagonisten im Grunde nichts anderes als den Akt des Sich-Zusammen-Reißens Daniels' mit all seinen Rückschlägen abzubilden, wenn dabei auch manche Einzelheiten im nachhinein als Winke mit Zaunpfählen erscheinen. So ist die Figur des wahnsinnigen Hausmeisters Laeddis (Elias Koteas) mit der riesigen Narbe, die sich quer durch sein Gesicht zieht, und den beiden verschiedenfarbigen Augen eigentlich ein sehr oberflächlicher Griff in die Freudianische Klischeekiste, aber viele der anderen Gesichte Daniels', die Scorsese an uns vorbeiziehen läßt, sind von irrer Intensität. DiCaprio gelingt es, uns für die Figur des verzweifelt suchenden und noch verzweifelter nicht sehen wollenden Daniels einzunehmen, und sie trotz ihrer Schattenseiten, wie etwa ihrer nur schlecht unter der Maske von Professionalität versteckten Wut und Aggression, nicht fremd oder unsympathisch erscheinen zu lassen, während Kingsley und Sydow ihre Charaktere zwar dämonisch - wen würde die Machtfülle eines Psychologen auf einer Inselanstalt nicht verängstigen -, aber nicht eindimensional spielen.

So macht es denn auch nichts, sollte man wirklich schon während des ersten Ansehens hinter das Geheimnis von "Shutter Island" kommen, denn ganz so unstrittig wie es das Feature "Historische Entwicklung der Psychiatrie in den USA" auf der DVD erscheinen lassen will, ist die Auflösung der Story meiner Meinung nach denn doch nicht. Darüber hinaus lohnt dieser Film auch ein zweites und sogar ein drittes Ansehen im Wissen um seine Mehrdimensionalität, erscheinen einem viele Szenen und das Verhalten der einzelnen Personen dann doch in einem ganz anderen Lichte, das den Zuschauer befähigt, die Ambivalenz, mit der Scorsese seinen Film ausgestattet hat, vollends zu goutieren.

Ja, "Shutter Island" ist mehr als eine Mischung aus Thriller und Film noir. Er ist ein Kommentar zum Sendungsbewußtsein und zu den Irrwegen der modernen Psychologie, und er ist eine Symphonie des Grauens, das daraus resultiert, daß wir es letzten Endes selbst sind, die unsere eigene Realität konstruieren, wobei wir mitunter in Sackgassen enden, aus denen keiner unserer Hilfeschreie unverzerrt in das Leben der anderen dringt.

Und, last not least, ist "Shutter Island" wohl der letzte Beweis dafür, daß Scorsese mit DiCaprio das gelungen ist, was ein anderer Regisseur, Anthony Mann, mit einem anderen Schauspieler, James Stewart, schaffte - nämlich aus einem festgelegten Typus einen ernstzunehmenden Charakterdarsteller zu formen.

Wem mein Quark aus Metaphern und Andeutungen nicht behagt, der sei vor diesem Film gewarnt. Allen anderen indes wünsche ich, daß sie für sich eine zufriedenstellende Antwort auf die immer und immer wieder von Daniels gestellte Frage finden mögen.
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54 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnder Psychoschocker der intelligenten Art, 6. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island (DVD)
Die bis ins kleinste Detail perfekt durchdachte Handlung von einem Polizisten (Leonardo Di Caprio), der einen Fall in einer Anstalt für psychisch gestörte Gewaltverbrecher übernimmt, an dem er persönliches Interesse zeigt, da einer der Insassen für den Tod seiner Frau verantwortlich sein soll, nimmt den Zuschauer vom ersten Moment an gefangen und lässt ihn bis zum Ende nicht mehr los. Ebenso wie der Protagonist von einem verstörenden Ereignis zum nächsten stolpert, stellen sich auch für den Zuschauer immer verwirrendere Fragen: Wer sagt hier eigentlich noch die Wahrheit und wer lügt? Wie tief steckt die Hauptperson in dieser Sache mit drin?

Scorsese nutzt jedes Mittel von der Musik über die Kameraführung und den Schnitt bis hin zur Bildschärfe, um die Story zu unterstreichen und voranzutreiben. Nichts - und wirklich gar nichts - geschieht zufällig oder gar aus Versehen. Jede noch so kleine Ungereimtheit hat ihren Sinn. Zusammen mit dem Hauptcharakter fragt sich auch der aufmerksame Betrachter, ob manche Situationen überhaupt real sind. Als dann noch der Verdacht aufkommt, dass die Anstaltsleitung mit Drogen experimentiert und dieses in einem Komplott größeren Ausmaßes zu vertuschen versucht, wird schon klar, dass auch diese Information vermutlich nur eine weitere Spitze des Eisbergs darstellt.

Neben der atemberaubenden Umsetzung eines wirklich anspruchsvollen Plots und der perfekten Leistung der grandiosen Schauspieler (Leonardo Di Caprio, Mark Ruffalo, Ben Kingsley ...) enthält dieser Film auch eine Kritik am unmenschlichen Umgang mit psychisch kranken Menschen vor gar nicht allzu langer Zeit.
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97 von 119 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schrammt knapp an einem Meisterwerk vorbei, 8. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island [Blu-ray] (Blu-ray)
Mit Filmen wie "Goodfellas" oder "Taxi Driver" bewies Scorsese bereits, dass er in der Lage ist Meisterwerke zu schaffen. Sicher ist die hohe Erwartungshaltung an ihn und der für mich wieder einmal anders verheißende Trailer nicht gewinnbringend für den Film.

"Shutter Island" ist eine Gefängnis-Insel auf der sich eine psychiatrische Anstalt befindet. Eine gefährliche Patientin verschwindet auf ihr spurlos. Geleitet wird diese Anstalt durch Dr. Cawley (Ben Kingsley), der zu Beginn die Ermittlungen unterstützt. Die US-Marshalls Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) werden mit dem Fall betraut und sollen ihn aufklären. So scheint es...

"Shutter Island" gibt sich nach kurzer Zeit als reiner Psycho-Thriller im Noir-Style zu erkennen. Dies sollte bei der Betrachtung und Bewertung des Films berücksichtigt werden. Scorsese verzichtet bei der Inszenierung (Kameraarbeit, Cuts etc.) auf unnötige Spielereien. Visuell allerdings bietet Scorsese beeindruckende Bilder. Besonders bei den Rückblenden von DiCaprios Traumas. Diese Sequenzen wirken gewollt surreal und sind die Stärksten Momente des Films. Das zweite Standbein in diesem Film bildet die glänzend aufgelegte Schauspielerriege. Diese agieren (vorallem die Hauptcharakteren) durchweg auf gutem Niveau und können wohl dosiert Höhepunkte setzen. Allerdings hat Scorsese die meisten Höhepunkte auf Herrn DiCaprio ausgerichtet. Das wirkt sich für mich nicht negativ aus, weil dieser wieder genialen Leistungen zeigt.

Riesige Schwächen zeigt dieser Film für mich nicht, dennoch fallen für mich Kleinigkeiten störend ins Gewicht. Das Ende ist bei der Entwicklung des Films nicht mehr ganz überraschend. Den Aha-Effekt den ich bei "The Sixth Sense" hatte, spürte ich hier nie. Das liegt auch daran, dass der Film anders angelegt ist. Während des ganzen Films werden absichtlich immer wieder Hinweise gestreut, die eine gewisse Vorahnung entstehen lassen. Neben kleineren längen im Mittelteil des Films für mich die größte Schwäche. Dazu trägt bei, dass bei dieser Art von Filmen die Faszination beim zweiten Ansehen etwas leidet.

Trotz dieser Schwächen ist "Shutter Island" ein sehr guter Thriller. Spannend, manchmal an Hitchcock erinnernd, toll inszeniert und vorallem mit einer starken Schauspielerriege ausgestattet. Leider reicht er nicht ganz an Scorseses absolute Meisterwerke heran, für Freunde spannender Unterhaltung dennoch eine klare Kaufempfehlung.

Die Blu-ray:

Die Bildqualität bewegt sich auf sehr gutem Niveau. Durch die optimal dargestellten dunklen Szenen, wird die Atmosphäre dieses Films super eingefangen. Der Schwarzwert ist perfekt, dunkle Flächen sind gesättigt, ohne dabei zu viele Details zu verschlucken und störendes Bildrauschen sucht man vergebens. Natürlich stehen die Tageslicht-Szenen dieser Qualität ebenfalls in nichts nach. Besonders der optimale Kontrast sorgt hier dafür, dass die hellen Flächen nie überstrahlen. Überhaupt ist die Schärfe sehr gut und die Detailzeichnung des Bilds ist in den Nahaufnahmen ebenfalls überzeugend. Concorde überzeugt auch in der Tonqualität und lässt manch anderen großen Publisher alt aussehen. Endlich steht eine deutsche Fassung dem englischen Originalton in nichts nach. Die Filmmusik ist kristallklar und Dialoge immer verständlich. Bei manchen Dialogen werden sogar die Surround-Lautsprecher genutzt (Traumsequenzen). Ebenso die Umgebungsgeräusche etwa bei Gewitter. Hier werden beim Donner der Bass ordentlich gefordert. Klasse, nur so rechtfertigen Blu-rays ihren hohen Preis und stellen auch tatsächlich einen Mehrwert beim Heimerlebnis da. Für Leute, die sich für Extras interessieren, bietet auch diese Blu-ray nur nur sehr wenig an (zwei doch recht sehr kurze Dokumentationen).
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70 von 89 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Every Man is an Island - von dieser Insel gibt's kein Zurück., 13. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island (DVD)
Martin Scorsese hat es sicherlich nicht leicht, schließlich hat der Hollywood-Veteran schon zahlreiche Mammut-Produktionen auf gutem Niveau realisiert und treibt damit die Erwartungshaltung seines Publikums in ungeahnte Höhen. Mit 'Shutter Island' ist einem der großen Könner Hollywoods ein handwerklich perfekter und dramaturgisch fesselnder Film gelungen, der aber ab und an auch seine vermeidbaren Längen besitzt. Scorsese führt seine Zuschauer dabei zunächst geschickt an der Nase herum, lässt seinen Chefermittler den vermeintlich obligatorischen Ermittlungsaufgaben nachgehen, bevor der US-Regisseur das wahre Schicksal Daniels' auf Shutter Island aufklärt.

Was gibt es auf der Gefängnisinsel für geistige kranke Straftäter vor Boston eigentlich zu ermitteln? Der spurlose und schier unmögliche Ausbruch einer Mörderin stellt die Gefängnisleitung und die gesandten US-Marshals Ted Daniels und Chuck Aule vor große Rätsel. Bei der anschließenden Spurensuche stoßen die beiden Ermittler auf zahlreiche vermeintlich bewusst inszenierte Widerstände des gesamten Klinik- und Gefängnispersonals. Dabei wird der Ex-Soldat Daniels immer wieder von bizarren Träumen von dem Tod seiner Frau, die einem Brandstifter zum Opfer fiel, und den wahnsinnigen Bildern, die sich seit der Befreiung von deutschen Konzentrationslagern tief in sein Gedächtnis eingebrannt haben, geplagt.

Dass Scorsese ein Künstler ist, der sein Handwerk versteht, ist nicht zu übersehen und zu überhören. Die dramatische Filmmusik ist sorgsam ausgewählt und unterstützt die beängstigende Atmosphäre auf Shutter Island perfekt. Die Hommage an die großen, klassischen Thriller Hollywoods präsentiert zudem ein bis ins kleinste Detail hervorragend ausgestattete Kulisse, psychedelisch-surreale Traumbilder, erschütternde Kriegsbilder aus deutschen Konzentrationslagern und überzeugende Schauspieler: Ben Kingsley als charismatischer aber undurchschaubarer Psychiater, Max von Sydow als wortgewandter und provokativer Kollege, Leonardo di Caprio als engagierter und mutiger US-Marshal und Mark Ruffalo als durchtriebener Partner Daniels'.

Doch 'Shutter Island' kommt leider nicht ganz ohne Tadel aus: Der entscheidende Wendepunkt der Handlung kommt zu früh und unspektakulär, so dass man fast nicht glauben kann, dass sich die Handlung nicht noch einmal in eine andere Richtung entwickelt. Hier wäre es unter Umständen ratsam gewesen, das Puzzle nach und nach konsequenter durch Daniels zusammensetzen zu lassen, was aber auch die Laufzeit des Films wahrscheinlich deutlich verlängert hätte. Im Verhältnis zu diesem dramaturgischen Manko wiegen allerdings die obigen Pluspunkte, man beachte beispielsweise auch die fein ausgearbeiteten Dialoge, derart schwer, dass die Höchstpunktzahl für einen atmosphärisch dichten und toll ausgestatteten Film gerechtfertigt ist.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswerter Film!, 24. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island [Blu-ray] (Blu-ray)
Zum Film:

Als Nachfolger von The Departed tritt der neue Film von Martin Scorsese ein schweres Erbe an. Dass Leonardo DiCaprio erneut die Hauptrolle übernimmt, untermauert die Parallelen und fordert Vergleiche geradezu heraus. Doch Shutter Island hat außer den beiden klangvollen Namen wenig mit seinem Vorgänger gemein.

Es ist 1954 und die U.S. Marshals Teddy Daniels (DiCaprio) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) sind auf dem Weg zur Insel Shutter Island, auf der sich eine Hochsicherheits-Irrenanstalt befindet. Sie sollen das spurlose Verschwinden der Kindermörderin Rachel aufklären, stoßen jedoch seitens des Personals nur auf verhaltene Unterstützung. Vor allem der Direktor der Anstalt, Dr. Cawley (Ben Kingsley), hat offensichtlich etwas zu verbergen.
Teddy bringt seine eigenen Probleme mit. Er wird von Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verfolgt, wo er an der Befreiung Dachaus beteiligt war, zudem kann er den Tod seiner Frau nicht vergessen.
Als er wegen einer lähmenden Migräne gezwungen ist, Tabletten zu schlucken, beginnen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit zu verschwimmen.

Bereits die klangliche Untermalung des Studio-Logos verspricht mit Nachdruck: Bei diesem Film geht es nicht um Subtilität. Dennis Lehane, Autor der Buchvorlage, stuft diese selbst als absichtlich pulpig ein, da verwundert es nicht, dass Shutter Island vor allem von seiner paranoiagetränkten Atmosphäre lebt. Schrittweise steuert Scorsese den Film von einer simplen Krimigeschichte ins Gebiet psychologischen Horrors, während Teddy immer verzweifelter versucht, die Puzzleteile zusammenzufügen, ohne den Verstand zu verlieren.

Das Setting ist dabei ein Füllhorn von Geisterhaus-Klischees. Die unzugängliche Insel, der tosende Sturm, der ein Entkommen verhindert, der labyrinthartige Aufbau des Gefängnisses selbst... rationalistischeren Kinogängern kann das sicher etwas zu viel werden. Vor allem Teddys Albträume wirken, als hätte David LaChapelle Traumsequenzen für einen alten Film Noir in Szene gesetzt.
Dass die Darsteller allesamt gefallen, sei der Form halber hinzugefügt. DiCaprio stürzt sich wie gewohnt kopfüber in seine Rolle, und auch Kinglsey gefällt mit seiner leicht herablassenden Art, der immer ein schwer greifbarer Spritzer Ironie innewohnt.
In Nebenrollen glänzen Jackie Earle Haley, Emily Mortimer und Patricia Clarkson, die DiCaprios Abstieg in die Düsternis genussvoll beschleunigen.

Martin Scorsese sagte einmal, die 1950er Jahre seien eine Zeit gewesen, in der der Subtext mindestens so wichtig wurde wie die augenscheinliche Thematik. Shutter Island ist voll von Subtext, von Bemerkungen zum Ausschuss für Unamerikanische Umtriebe oder den Abwurf der Atombombe bis zu Teddys Unterbewusstsein, das zunehmend an die Oberfläche drängt.
Das mag weder das sein, wonach es zunächst aussieht, noch das, was die Trailer versprechen, sehenswert ist es allemal.

Zur Disc:

Das Bild:
Der Gesamteindruck ist tadellos, wobei vor allem die exzellente Schärfe für eine beeindruckende Tiefenwirkung sorgt. Die Farben sind regiebedingt zum Teil stark verfremdet, aber kräftig und immer stabil. Auch am Kontrast und der Durchzeichnung in den dunklen Szenen ist nichts auszusetzen.

Der Ton:
Die Abmischung ist kristallklar, mit schönem Tieftönereinsatz, aber sehr frontbetont ausgefallen. Die Surroundkanäle kommen nur wenig, und wenn, dann zumeist in Form von Regengeplätscher in verschiedenster Ausprägung (z.B. bei 48:55 Min.) zur Geltung. Auch direktionale Effekte sind eher selten.

Die Extras:
- Behind the Shutters - Vom Roman zum Film (17:04 Min., OmU):
Die typische Mischung aus Interviews, Hinter-den-Kulissen-Aufnahmen, Auszügen aus den Dreharbeiten sowie Filmausschnitten.
Ein kleines, aber feines Detail am Rande: noch bevor die beiden Bonusfeatures beginnen, bekommt man vorab einen Spoilerhinweis serviert. Anfangs wird hauptsächlich auf die Buchvorlage von Dennis Lehane eingegangen, wobei der Autor auch selbst zu Wort kommt und darüber spricht, was ihn zu dem Roman inspirierte, und zusätzlich über seine Rolle im Beraterstab des Films Auskunft gibt. Daraufhin geht es hauptsächlich um die Filmfiguren, die Interpretation derselben und weshalb man sich für welche Schauspieler entschieden hat. Auch die Filmmusik und einige der doppelbödigen Szenen des Films werden abschließend noch thematisiert.
Sachlich gehaltenes, sehr informatives Segment.

- Into the Lighthouse - Historische Entwicklung der Psychiatrie in den USA (21:09 MIn., OmU):
Ähnlich präsentiert, aber keineswegs redundant zu Behind the Shutters.
Nachdem die Schauspieler ein wenig über ihre Filmcharaktere sprechen, geht es hauptsächlich um die Arbeit des Psychiaters James Gilligan, der in den Siebziger Jahren in Massachusetts das Bridgewater State Hospital, eine Anstalt für psychisch gestörte Straftäter, leitete und dem Scorsese-Projekt als technischer Berater zur Seite stand. Besonders interessant gerät dabei die Analyse des "Behandlungsmethodenkrieges" Mitte des Zwanzigsten Jahrhunderts, wo die Lobotomie-Verfechter auf gemäßigte Befürworter von Gesprächstherapie und psychopharmazeutischer Medikation trafen.
Hochinteressant und sehr sehenswert.

Darüber hinaus gibt es noch Trailer zu Das Kabinett des Dr. Parnassus, Ausnahmesituation und Das Bildnis des Dorian Gray zu bewundern.

Fazit: Technisch stark, mit nicht gerade umfangreichem, aber inhaltlich überzeugendem Bonusmaterial ausgestattet, ist Martin Scorseses gelungener Pulp-Thriller auch und vor allem auf Blu-ray-Disc einen Blick wert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Regisseur Scorcese spielt fairerweise mit offenen Karten, 27. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island (DVD)
Der Film wirkt zugegebenermaßen merkwürdig.
Zwei US-Bundes-Marshalls kommen 1954 auf die Insel Shutter Island, wo eine Irrenanstalt steht, aus der eine Patientin geflohen ist.
Warum kennen sich die beiden Marshalls nicht?
Warum kann Chuck das Hoslter seiner Pistole nicht vom Gürtel ziehen?
Warum reagieren die bewaffneten Polizisten so merkwürdig an der Fähre?
Warum wirken die verhörten Patienten, als hätten sie sich abgesprochen?

Fragen über Fragen, die den Film merkwürdig wirken lassen.
Natürlich gibt es am Schluss eine überraschende Wendung, einen so genannten Plot-Twist, der alles erklärt.
Einige werden jetzt vielleicht sagen "boaeh, ich habe die Pointe schon nach 30 Minuten erraten", aber ich meine, dass das nur deshalb gelungen sein könnte, eben weil der Film so viele merkwürdige Fragen aufwirft.

Da muss man Regisseur Scorcese zugute halten, dass er zumindest viele Andeutungen und Hinweise in den Film gestreut hat, und mit offenen Karten gespielt hat, und nicht durch Vorenthalten von Informationen den Zuschauer bis zur letzten Filmminute hinters Licht geführt hat.

Mit dieser Rezension kann jetzt klarerweise nur jemand etwas anfangen, der den Film gesehen hat.
Mein Tipp: Am besten den Film - so wie ich - gleich 2x hintereinander gucken. Es lohnt sich!

Was mir besonders an dem Film gefiel: Die Farbgebung. Kulisse und Farben wirkten einerseits wie ein Abenteuerfilm aus den 50er Jahren, andereseits durch die Special-Effekts und die klare Optik sehr modern. Eine Gratwanderung zwischen melancholische Ästhetik und modernem Kino, die Scorcese m.E. gut gelungen ist.

Darüber hinaus hat der Film ein TOP-Casting mit Mark Ruffalo, Ben Kingsley und Max von Sydow und Captain Stottelmeier aus der Serie "Monk" in einer Nebenrolle.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen grossartig, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island [Blu-ray] (Blu-ray)
Ein super film.
Mit wendungen und überraschung. Und überraschungen zu den überraschungen. Sozusagen die Wendung der Wendung.
Mehr möchte ich hier nicht verraten da es dem Erstseher viel von der Genialität des Filmes rauben würde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Modernes Gehirnwäschekino- Diese Rezension mag deine Gehirne spoilern, 28. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island [Blu-ray] (Blu-ray)
"Shutter Island" ist der Geheimtipp sowohl unter Di Caprio-Kennern als auch unter Scorsese-Kennern. So hat er sich aus diesem Status, auch aufgrund der tief verwurzelten ab vom Mainstream geläufigen Story, nicht zu mehr entwickeln können.

Das was diesen Film besonders herausragend macht, ist wie der Protagonist Federal Marshall Teddy Daniels als möglichst nachvollziehbarer Held inszeniert wird und wie die Geschichte des Zuschauers damit übereinkommt, der Teddy Daniels schließlich zu verstehen meint, der ihn schließlich zu identifizieren mag und als den Helden oder später auch als Anti-Helden annimmt, den man aus ihm zu inszenieren versucht und wie man schließlich vor den Kopf gestoßen wird, dass man diesem Gespinst, dass der Film ein Happy-End bekommen würde, tatsächlich verfallen ist. Wie man sich in die Tücke führen lassen hat.

Highlight ist die Szene mit dem Direktor, in der ein Persönlichkeitsaspekt von Daniels ihn zur Realität zurückzerren will. Rückblickend mögen diese Szenen nur metaphorische Übersetzungen und Gespräche von Daniels mit sich selbst sein. Gespräche in denen Daniels sich selbst in einem großen Gespinst als großen Helden ausmacht und gerade deshalb an dieser Krankheit festhält. Viel mehr mag letztendlich alles was man sieht nur im Kopf von Teddy Daniels ablaufen und gerade deshalb kann man so gut diesen Heldenstatus nachvollziehen. Die Story ist so großartig, da man eben mit verschiedenen Charakteren innerhalb eines Charakters spielt und der Zuschauer dies beim ersten Schauen erst am Ende kapieren kann.

Die Fragen, die der Film aufruft sind tief und nichts für Entertainmentjunkies:
Sind wir nicht alle potenziell schizophren und wahnsinnig, da wir einfach an Scorseses Spiel, indem er uns auf aller beste Art verkauft, dass Daniels ein Happy-End erlangen kann, eben auf die Art wie Daniels an seiner Schizophrenie festhält? Wer hat sich schließlich nicht am Ende ertappt und gedacht Teddy Daniels müsste geheilt sein und war dann verblüfft? Waren wir nicht anstatt in Daniels Kopf, in unserem eigenen Kopf? ;-)

Wenn man an dieser Rezension und den Fragen mit denen sie sich beschäftigt Interesse findet, könnte einen der Film auch gefallen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz starker Tobak, 26. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island (DVD)
Ich dachte, ich hätte mit Inception oder Wolf of Wallstreet die Grenzen von Leonardo DiCaprio erfahren. Falsch. Dieser Film sprengt alles. Man darf vorher keine Informationen über den Film lesen, das macht vieles schnell kaputt. Man muss sich darauf einlassen, dass man plötzlich mitten im Film an eine Wand geworfen wird und nichts mehr so ist wie es schien. Grandioses und anspruchsvolles Kino ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychologische Jalousien, 12. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Shutter Island (DVD)
Ein weiterer genialer Streich des Martin Scorsese. In selten gesehener Absolutheit wird hier der Zuschauer verführt. Meistens kennt man die Gründe für die Schizophrenie, sieht das Abgleiten in den Wahn und erfährt dann entweder von Heilung oder Tod. Nicht so hier. Die Traumata als Ursachen werden mysterymäßig eingeblendet und oft mit surrealen Anklängen verfeinert. Man folgt dem US Marshall Daniels (besser denn je Leonardo DiCaprio) bei seinen Untersuchungen, ist schockiert über die Nazi Gräuel und vermutet auf der Insel Versuche am Menschen (lobotomiemäßig). Ben Kingsley und Max von Sydow als behandelnde Wissenschaftler verstärken den Eindruck, dass hier etwas nicht stimme. Wir sehen Emily Mortimer und Patricia Clarkson mit Leos kranken Augen (Hirn). Die Schlüsselszene im Leuchtturm bringt dann eine Wendung, die so unglaublich ist, dass am Ende Diskussionen über Leos tatsächlichen Geisteszustand entstehen könnten. Und dann setzt Scorsese mit dem Schluss noch einen drauf. Das ist so subtil gemacht, dass man zweimal hinschauen muss, um Leos unheilbare Schizophrenie zu erkennen. Seine Lebensbeichte bleibt ohne Wirkung. Er verbalisiert nur ohne erkennende Tiefenwirkung.
Daneben tobt noch ein Hurrikan durchs Bild und über die Insel, in deren Namen die ‘geschlossenen Jalousien‘ stecken. Man kann also eigentlich weder hinein noch hinausschauen. Tunnelblick mit psychischer Zwangsjacke.
Hochspannung mit einer schier unglaublichen aber einleuchtenden Lösung. Man verspürt Lust, Dennis Lehanes Roman zu lesen.
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Shutter Island [Blu-ray]
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