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am 13. Juni 2009
Queen Victoria im Großformat auf britischen Linienbussen - das sieht man heute nicht alle Tage. Aber "The Young Victoria" hat es möglich gemacht. Und Emily Blunt ("Der Teufel trägt Prada") hat das period-begeisterte englische Publikum wieder in die Kinos gelockt, um sich eine Biographie der großen, "victorianischen" alten Queen anzuschauen.
"The young Victoria" dokumentiert anrührend die ersten Regierungsjahre Queen Victorias bis zu ihrer Heirat mit Prinz Albert 1840. Die Liebesgeschichte der beiden wird, wie es ein Kinofilm verlangt, ordentlich breit getreten und um einige Fantasiezugaben erweitert. Will man die realistischere (und darum nicht weniger romantische!) Version sehen, so muss man sich ans gute alte BBC-Fernsehen wenden (das 2001 zum 100. Todestag erschienene "Victoria and Albert" bleibt unübertroffen). Aber wenn man bei kleinen biographischen Fehlern gern ein Auge zudrückt und mehr Wert auf ein gelungenes Ganzes legt, dann ist man auch hier genau richtig: "The young Victoria" hält sich zwar nicht an die historischen Details, doch bleibt den großen Strukturen in Queen Victorias Leben durchaus treu. Ihre "Gefangenschaft" im Kensington Palace wird mitnehmend dargestellt, das "Ausbrechen" nach der Thronbesteigung nachvollziehbar herübergebracht. Zwar wird Victorias erster Premierminister, Lord Melbourne (Paul Bettany) ein wenig bizarr zum charmanten Bösewicht und Antihelden umgestaltet und Prinz Albert (Rupert Friend, bekannt aus "Pride and Prejudice") zum jugendlichen Pendant für Victoria hochstilisiert. Doch hat die so entstandene Geschichte auf jeden Fall ihren Charme. Und wenn Prinz Albert auch nicht gar so häufig in England weilte, wie dargestellt, und sein Leben nicht gar so blutreich für Victoria aufs Spiel gesetzt hat wie es scheint, ein Kern Wahrheit steckt doch auf jeden Fall in allem.
Das große Thema des Filmes fand ich auf jeden Fall gelungen: Eine junge Königin soll von den verschiedensten sie umgebenen Personen an unsichtbaren Fäden wie eine Marionette gelenkt werden. Doch der Marionettenheld, der für sie von einem der Puppenspieler (König Leopold von Belgien) bereitgestellt und vorbereitet wird, entpuppt sich als eine eigenständige Persönlichkeit, die sich in Victoria verliebt und ihr dabei behilflich ist, aus dem Puppentheater auszubrechen. Statt das hohe Spiel gegen oder für Victoria zu spielen, spielt Prinz Albert es mit ihr.
Die zwanzig Jahre ihrer gelungenen Partnerschaft werden im Kinofilm nur noch angedeutet, doch wir wissen aus der Geschichte, wie gut die beiden das Königspaar zu spielen wussten...
Beide Hauptpersonen sind in der Darstellung richtig gut getroffen worden!
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am 13. Mai 2010
"The Young Victoria" ist mal wieder so eine Kinoperle, die bei uns mit 2-jähriger Verzögerung - wenn überhaupt - für ein paar Tage in irgendwelchen kleinen Kellerkinos läuft während der Rest der Welt sich schon an der DVD ergötzt, nur um dann relativ unbeachtet wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dabei wäre es in höchstem Maße schade wenn diese Prophezeiung hier auch eintrifft, bliebe der Mehrheit doch ein wunderschöner, intelligenter und romantischer Film vorenthalten.

"Young" ist Programm: Der Film zeigt uns die junge Monarchin, junge Liebe, ein junges Zeitalter: Victorias Kindheit ist geprägt von der muffigen Atmosphäre des Kensington Palace, der wankelmütigen Mutter und dem ihr verhaßten, finsteren Sir John Conroy (überragend gespielt von Mark Strong). Die Atmosphäre des ausgehenden 18. Jahrhunderts liegt noch in der Luft; erst mit dem Tod ihres Onkels, des schroffen und ungehobelten "Sailor-King" Wilhelm IV. und ihrer eigenen Thronbesteigung sollte das später vielbeschriebene viktorianische Zeitalter anbrechen. Im ersten Drittel des Films steckt dieses jedoch noch in den Kinderschuhen und Victorias einzige Freunde im dunklen Landhaus in Kent bleiben erst einmal der Spaniel Dash und die Hofdame Baronin Lehzen.

Mit ihrem 18. Lebensjahr und wenig später ihrem Regierungsantritt wird alles anders, und doch ändern sich manche Dinge nicht. Victoria erliegt - platonisch - dem Charme von Premier Lord Melbourne; schwört sich aber auf der anderen Seite, so schnell nicht heiraten zu wollen, um nicht wieder unter das Joch eines Mannes zu geraten. Auf der anderen Seite des Kanals zieht Onkel Leopold von Belgien alle Fäden, um Victoria und seinen Neffen Albert ein für alle Mal unter die Haube und sich selbst in den Gunstbereich englischen Beistands für sein Land zu bringen.

Trotz allen Sträubens verliebt Victoria sich doch in Albert, gibt ihm jedoch zunächst einen Korb. Albert steht traurig im Regen, Victoria fährt die Staatsgeschäfte in den Graben, Onkel Poldi tobt. Hat man sich dann gegen Mitte des Films hin doch endlich vor den Altar begeben, so trifft auch den unbedarften Albert (wunderschön einfühlsam gespielt von Rupert Friend), der mit den besten Intentionen herangeht, schnell der (historisch belegte) königliche Jähzorn seiner gekrönten Gemahlin. "Do I not have the right to have an opinion?", fragt er zögerlich. Die Antwort lautet, of course, "No".

Dankenswerterweise ist man nicht soweit gegangen, das komplette 82 Jahre währende Leben von Englands am längsten regierender Königin in einen Film packen zu wollen. Auch hat man sich erspart, die Ehe von Albert und Victoria bis zu deren frühem Ende auszuleuchten. Der Film heißt "YOUNG Victoria", und demzufolge sieht man auch genau das: den Weg einer jungen Frau zur ersten Liebe, zur starken Regentin, zur geschickten Politikerin.

Dass dabei nicht immer stur an historischen Tatsachen festgehalten wird, mag ein Kritikpunkt sein; tut jedoch dem Film eigentlich keinen Abbruch. Sicherlich ist z.B. das Attentat auf Victoria in Wirklichkeit ohne die heldenhafte Beteiligung Alberts abgelaufen, doch so wie es hier gezeigt wird, ist es doch viel romantischer. Die Zeit geht unterschiedlich mit Geschichte(n) um, es entstehen Anekdoten und Legenden, und es bleibt dem Zuschauer überlassen, sich einfach von "Young Victoria" begeistern zu lassen - immer mit der Option, hinterher eine Biographie zur Hand zu nehmen und nachzuschlagen, oder aber lieber zu einem historisch genaueren Film oder einer Dokumentation zu greifen.

"Young Victoria" punktet auf vielen Ebenen. Zum einen ist die Darstellerriege durchweg exquisit. Emily Blunt mit ihrer eher herben Hübschheit paßt perfekt als Victoria (die nie eine Schönheit war), während die Ähnlichkeit von Rupert Friend zum jungen Prinz Albert in manchen Szenen geradezu gespenstisch ist und er es wunderbar versteht, den schüchternen, zurückhaltenden, einfühlsamen aber dennoch willensstarken Charakter des Prinzen zu porträtieren. Paul Bettany glänzt als Lord Melbourne -zuegegebenermaßen ein wenig zu jung aussehend- und Thomas Kretschmann geht auf in der Rolle des berechnend planenden, ja fast schon intrigierenden König Leopolds von Belgien. Miranda Richardson, die ewige böse Stiefmutter, darf auch hier wieder zeigen was sie kann; Jim Broadbent brilliert als König William (herrlich die Bankettszene), und auch Julian Glover in der Nebenrolle des Duke of Wellington agiert auf höchstem Niveau. Bis in die kleinsten Nebenrollen hinein hat man auf Ähnlichkeit zu den historischen Personen achtgegeben - und sogar für Prinzessin Beatrice, die Ur-Ur-Ur...-Enkelin Victorias blieb eine kleine Rolle über.

Kostüm-und settechnisch setzt sich das hohe Niveau fort. Herrliche Landschaftsaufnahmen (z.B. Arundel Castle im Südwesten Englands) sowie authentisch wirkende Kostüme versetzen den Zuschauer ohne Weiteres in die Zeit Victorias; während Kamera- und Regiearbeit handwerklich ausgezeichnet, aber nie aufdringlich oder pointiert sind. Einen Pluspunkt gibt es für die Beleuchtung, die den Film in sanfte Farben taucht.

Die DVD wartet zudem noch mit reichhaltigen Extras, z.B. geschnittenen Szenen, Interviews, Making-Ofs etc. auf und hat in einer alternativen Version der Krönungsszene auch einen absoluten Lacher zu bieten.

Der Film bietet eine gelunge Mischung aus ausreichend dramatischen Events und auflockernden humorigen Szenen, die jedoch nicht als platte Lacher daherkommen. Tatsächlich strahlt der ganze Film eine solche Wärme, Ruhe und Behaglichkeit aus, dass man sich am liebsten auf dem Sofa einkuscheln möchte und der Hauptfigur gerne durch jedwede Lebenssituation folgt und zwangsläufig mit ihr mitfiebern muss.

"Young Victoria" besitzt alles, was ein guter Film haben muss: Dramatik, "Action", Romantik und Tiefgang; ist dabei jedoch nicht leicht in ein bestimmtes Klischee (z.B. "Liebesdrama" oder "Kostümfilm") zu pressen. Generell wird der Film vermutlich Frauen eher als Männer ansprechen, jedoch sollten die Herren der Schöpfung beim Schlagwort "romantisch" nicht gleich gequält die Augen rollen und sich geistig gegen eine weitere Liebesschnulze im Jane-Austen-Format wappnen. Eines ist "Young Victoria" nämlich definitiv nicht: Eine langweilige Rosamunde-Pilcher-Geschichte im Gewand des 19. Jahrhunderts.

Es gilt daher: Sich einfach überraschen und von "Young Victoria" verzaubern lassen.
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am 25. April 2010
Drei gekrönte Häupter und nur ein Nachkomme, ein Mädchen noch dazu. Diese kuriose Konstellation brachte Anfang des 19. Jahrhunderts die bislang am längsten auf dem englischen Thron herrschende Königin Victoria in Amt und Würden. Der Weg zur Krone war dabei nicht frei von Hindernissen: Lord Conroy, der Günstling ihrer Mutter, der Herzogin von Kent (eine Deutsche), setzt zu Beginn des Films alles daran, Victoria wegen ihrer Jugend und Unerfahrenheit eine Verzichtserklärung unterschreiben zu lassen. Doch Victoria setzt, nicht zum letzten Mal in ihrem langen Leben, ihren Willen durch. Sie hat danach zu tun mit Intriganten und Interessengruppen: Der liberale Lord Melbourne wird ihr engster Berater, was dem Tory-Premierminister Lord Peel ebenso ein Dorn im Auge ist wie ihrem Onkel Leopold, König von Belgien, der seinen Sprössling Albert auf Victoria ansetzt, damit er über ihn Einfluss auf den englischen Thron gewinnt. Die sich aufgrund von Victorias Vorsicht nur zögerlich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen ihr und dem anfänglich etwas linkischen Albert bildet dann auch den Kern dieses Historiendramas, das sich voll und ganz auf die genretypischen Elemente, Kostüme und Kulissen, verlassen kann, auch wenn hier das ganz große Monumentalepos keineswegs intendiert war (der Film dauert nur 100 Minuten).

Leider beschränkt sich das Drehbuch von Vollprofi Julian Fellowes (Geliebte Lügen) ein bisschen zu sehr auf die Umsetzung von historisch verbürgten Fakten in bewegte Bilder und schlingert unentschlossen wie die Königin vor ihrem Ja-Wort zwischen den Konfliktfeldern Albert und Leopold, Mutter und Lord Conroy sowie Melbourne und Peel hin und her; so bleibt das ganz große Drama aus. Der Film ist dennoch sehenswert, vor allem dank der hervorragenden Optik (Oscar für die Kostüme). Eine unterhaltsam und übrigens absolut jugendfrei ins Bild gesetzte Geschichtsstunde - nicht mehr, nicht weniger.
Die Original-DVD bietet an Zusatzmaterial u.a. ein Making-of sowie ein Porträt der Königin mit Original-Tagebuchauszügen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Juli 2009
Als Fan von Historienfilmen habe ich mir die DVD von "The Young Victoria" bestellt ohne den Film vorher gesehen zu haben --- die guten Rezensionen und der Trailer haben mir gereicht.

Nachdem ich den Film nun gesehen haben kann ich nur sagen dass es ein wirklich wunderschöner Film ist!!! Die Erzählweise ist sehr ruhig aber dabei nie langatmig oder langweilig. Im Gegenteil --- ich fand es schade als der Film zu Ende war und hätte durchaus gerne noch weitergeguckt ... ;o)

Emily Blunt ist fantastisch in dieser Rolle, und auch Rupert Friend überzeugt als ruhiger Prinz Albert. Bei mir hat dieser Film das Interesse an Queen Victoria geweckt, und ich habe mir erstmal eine Biographie ("Becoming Queen" von Kate Williams) bestellt und auch schon angefangen zu lesen.

Fazit: Ein schöner, ruhiger, romantischer Kostümfilm mit prachtvoller Ausstattung und tollen Schauspielern.
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am 26. Januar 2014
Es gibt Filme, die kann man sich immer wieder anschauen. Nicht unbedingt wegen ihrer ausgeklügelten Handlung, der großartigen Charakterentwicklung oder des dramatischen Spannungsaufbaus. Und schon gar nicht wegen des weltbewegenden tieferen Sinnes. Sondern weil sie eine Atmosphäre haben, die einen jede Minute der Laufzeit genießen lässt und selbst unromantischen Menschen wie mir ein leises Seufzen entlockt.
„The Young Victoria“ ist so ein Film. Basierend auf der wahren Geschichte von Königin Victoria erzählt er von ihrer Kindheit unter der Fuchtel ihrer Mutter und deren intriganten Berater, von der neu gewonnen Freiheit nach ihrer Thronbesteigung und der Einsamkeit, die sich mit den ersten Fehlern einstellt. Dabei hält sich der Film weitestgehend an die Fakten. Mir gefällt hierbei die Darstellung der Charaktere sehr gut, da man sich wunderbar mit den historischen Figuren identifizieren kann und feststellt, dass auch die Royals des 19. Jahrhunderts denken und fühlen wie wir nicht ganz so Hochgeborenen.
Besonders aufgefallen sind mir die Darbietungen von Emily Blunt als junger, eigensinniger Königin, die ihren kleinen Hund sowie das Walzertanzen liebt und ihre Naivität später bitter bezahlen muss, Paul Bettany als herrlich zwiespältigem Lord Melbourne, der das Vertrauen der Königin gewinnt, und Rupert Friend als Albert, dem jüngeren Sohn eines kleinen deutschen Adeligen, der sich plötzlich als Figur im politischen Machtspiel seines Onkels wiederfindet. Gerade die Art, wie Albert sich schließlich als eigenständige Person erweist und Victoria unterstützt, ist herzerwärmend. Doch auch die Meinungsverschiedenheiten der jungen Eheleute, die es in der Realität natürlich auch gab, werden nicht ausgelassen. Immerhin entstehen einige Spannungen, wenn man als politischer Niemand mit der Königin von England verheiratet ist!
Abgesehen von den schauspielerischen Darstellungen, die allesamt sehr gut und vor allem realistisch sind, haben mir besonders Bühnenbild, Kostüme und Musik gefallen. Wer sich den Film aufmerksam anschaut, wird in den zahlreichen Einstellungen, die im Buckingham Palace spielen, einige Porträts finden, die die echte Victoria und ihre Vorfahren zeigen. Als in der Szene, in der der frustrierte Lord Conroy, der nicht zur Krönung eingeladen wurde, seinen Ärger mit Alkohol betäubt, ein Porträt der zweijährigen Victoria in einem überdimensionierten Hut am Bildrand auftauchte, musste ich schmunzeln. Die Symbolkraft war in dieser Szene einfach unbezahlbar.
Die Kostüme und die Maske lassen nichts zu wünschen übrig. Es ist teilweise verblüffend, wie ähnlich Victoria und Albert ihren historischen Vorbildern sehen.
Auch die Synchronisation ist gut gelungen, ich empfehle aber wie immer die originale Fassung, schon allein wegen der herrlichen Fülle an deutschen Akzenten, die einem geboten wird.
Noch ein Wort zur Musik: Mir gefiel besonders die Art, wie klassische Themen – zum Beispiel die englische Krönungshymne – immer wieder in den Soundtrack eingewoben wurden und damit die einzigartige Atmosphäre noch verstärkten. Viele klassische Stücke, u. a. der Walzer, zu dem Victoria und Albert tanzen, oder der von Albert so geliebte Schwanengesang Schuberts, fügen sich genauso gut in den Kontext ein. Doch auch die völlig neu komponierte Musik besticht mit ihren wunderschönen Themen, sodass eine großartige Gesamtmischung entsteht.
Wer nun also historisch angehauchte Filme mag und ein wenig Romantik vertragen kann, dem ist „The Young Victoria“ wärmstens zu empfehlen. Ich habe den Kauf dieser DVD nicht bereut und sehe sie mir jedes Mal wieder gerne an.
Mit der wahren Liebe ist es ja immer so eine Sache, aber Victoria und Albert haben bewiesen, dass sie existiert – mit allen Krisen und Wiederversöhnungen, die nun einmal dazugehören. Dieser Film hat ihnen ein würdiges Denkmal gesetzt.
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am 9. September 2013
Emily Blunt und Rupert Friend überzeugen hier als Victoria und Albert, wie sie sich kennen- und lieben lernen.
Die Liebesgeschichte der beiden wird kurzweilig aufbereitet und macht Spaß beim Zuschauen. Vielleicht nicht historisch korrekt, dafür aber charmant und spielfreudig umgesetzt weiß die Verfilmung zu überzeugen und für sich einzunehmen.
Absolut sehenswert!
Die Ausstattung der DVD ist nicht besonders, aber der Film allein sollte jawohl auch der Hauptgrund sein, sich die DVD zu kaufen ;-)
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am 17. Januar 2016
Ein Kanadier, also auch noch ein Untertan ihrer Majestät im weitesten Sinne, hat ein durch und durch gelungenes Feel-Good-Movie über Königin Victoria (Emily Blunt, die Victoria überhaupt nicht ähnlich sieht) gedreht. Nur Elisabeth II. hat sie was Regierungsdauer angeht übertroffen. Und er hat sich die besten Jahre der jungen Frau rausgesucht. Beginn der Regentschaft, große Liebe und Hochzeit mit Albert bis zum ersten Nachwuchs. Alles Wissenswerte über V&A hat er in den Abspann gepackt.
Das Drehbuch hat der große Julian Fellowes geschrieben, der uns schon mit Gosford Park, Downton Abbey und Vanity Fair erfreut hat. Fellowes verzaubert uns so geschickt, dass es Monarchisten warm ums Herz wird, die übrige Welt fühlt sich einfach wohl dabei. Es wechseln offizielle Anlässe und ganz private, Intime Ereignisse. V & A kommen sich erst durch Briefe näher. Er kann ihr ja keinen Antrag machen. Sie zeichnet ihn, er zeigt ihr wie man mit Pfeil und Bogen umgeht.
Eine lange Promiriege hat ihre eindrucksvollen Auftritte vor einem atemberaubenden, stilechten Ambiente. Die kleinen Ungenauigkeiten kann man getrost vernachlässigen. Nur Kniebohrer würden sie ins Feld führen. Die allgemeine Richtung stimmt. Einblicke in historische Zusammenhänge stören keineswegs, sie runden nur das Gesamtbild ab. Für die damalige Zeit war eine Liebesheirat eher die Ausnahme. Das kommt hier ebenso rüber wie Alberts Fortschrittsgläubigkeit. Victoria sehen wir als eine offene, junge Frau, die ihren eigenen Kopf hat. Sie wird sich auch gegenüber ihren Eltern (Miranda Richardson und Mark Strong) behaupten. Eine vorgeschlagene Reise nach Schottland weist in die Zukunft und dokumentiert Alberts Einfluss auf die junge Vicky.
Dramatisch wird’s in schneller Folge: Streit – Attentat – Versöhnung!
Einfach schön und gut.
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Mit dem Püppchen Emily Blunt ( Der Teufel trägt Prada ) hätte es eine seichte Angelegenheit werden können.
Doch weit gefehlt.
Emily zeigt, dass sie einen Film alleine tragen kann. Dazu sieht sie der jungen untersetzten Victoria von einst einigermaßen ähnlich.
Um das Leben der Königin Victoria zu verfilmen und ihr gerecht zu werden, müsste man schon eine Fernsehserie drehen.
Ein Film kann immer nur Stationen aus diesem Leben, das so lange währte, zeigen

Hier geht es, wie bei Ernst Marischka und "Mädchenjahre einer Königin" um ihre Anfänge.
Aber anders als beim Lustspiel- König der Fünfziger Jahre zeigt man uns hier schonungslos einige Realitäten, wo dem Zuschauer der Mund vor Staunen offen bleibt.
Zum Beispiel, dass Sir Conroy, der Berater ihrer Mutter, bei ihr sogar handgreiflich wurde. Da war sie aber noch nicht Königin.
Eigentlich ein Unding.
Es werden soziale Missstände angeprangert, die Familienzwistigkeiten und die Intrigen sogenannter "Königsmacher".

Dabei bleibt der Film bewundernswert nahe an den historischen Fakten.

Ich war besonders begeistert, dass man einige Personen in den Fokus rückte, die sonst eher unerwähnt bleiben. Wie zum Beispiel die Frau ihre Onkels Wilhelm IV., Königin Adelaide, eigentlich eine gebürtige Deutsche namens Adelheid, die nicht besonders hübsch gewesen sein soll. Sie wird hier ganz hinreißend von Harriet Walter gespielt, die inzwischen geadelt wurde.
Die Tante darf ihre Nichte Victoria sogar beraten.

Ich habe Biografien zu Victoria gelesen, auch das Buch "Englands Königinnen" aus dem Piper Verlag, und finde vieles wieder.
Sie war ein Mensch voller Widersprüche, eigentlich recht schlicht, nur unzureichend auf ihre Aufgabe vorbereitet, und sie selbst äußerte später einmal, Frauen sollten nicht regieren. Sie stand auch der Frauenbewegung ablehnend gegenüber.

Anfangs wollte sie sicher das Gute, war idealistisch, wollte aber vor allem der mütterlichen Kontrolle ( und Sir Conroy ) entfliehen.
Schrittweise hat sie sich dann von Mutti abgenabelt.

Auch Albert wird korrekt dargestellt. Er war deutsch mit allen Tugenden, die man Deutschen nachsagt. Das mag langweilig gewesen sein, aber die etwas sehr temperamentvolle Vicky brauchte so einen Gegenpol. Eine spannende Ehe, wie man übrigens nachlesen kann.

Ich liebe den Look des Films, die mit einem Oscar prämierten Kostüme, die Ernsthaftigkeit und Detailtreue bei der Inszenierung und Darstellung und die Schauspieler.
Neben Emily Blunt und Rupert Friend brillieren Paul Bettany als Lord Melbourne und Oscar- Preisträger Jim Broadbent als
Wilhelm IV.
Besondere Erwähnung verdient unbedingt Mark Strong ( Robin Hood ) als Sir Conroy. Der Albtraum eines jeden jungen Mädchens, das wie Victoria ist.

Fazit: Empfehlung für historisch Interessierte, die es genau nehmen. Sie werden nicht enttäuscht, Romantik inclusive.
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am 30. Oktober 2012
Als Queen Victoria am 4. Februar 1901 im Mausoleum von Frogmore beigesetzt wurde, trug man nicht nur eine Königin zu Grabe, sondern mit ihr gleich eine ganze Epoche, deren nostalgische Verklärung bereits weit vor dem Tod ihrer Namensgeberin einsetzte. Fast 64 Jahre lang saß Victoria auf dem Thron, 9 Kindern schenkte sie das Leben, 10 Premierminister regierten unter ihrer Ägide, 7 Attentate wurden auf sie ausgeübt. Der Union Jack wurde damals auf allen Kontinenten gehisst, während der Viktorianismus die halbe Welt eroberte. Doch wer genau war eigentlich diese kleine rundliche Frau, die unter ihren langen Röcken ein derartig exzessives Hegemonialstreben ihrer Nation gebar? "The Young Victoria" schildert die Entstehung des Mythos und die Jugendjahre der Queen aus ihrem sehr persönlichen, subjektiven und sentimental eingefärbten Blickwinkel heraus.

Arme kleine Victoria! In einem Alter, in dem sich Mädchen eigentlich für Jungs und Mode interessieren, spürt sie die Last der Verantwortung und wird mit einer Aufgabe betraut, die der eines Erzengels gleicht. Der Film porträtiert die Kronprinzessin als eine Gefangene, die in einem autarken Hofstaat aufwächst, wo sie einen stumpfsinnigen Blick durch die Gitterstäbe ihres goldenen Käfigs wirft, sich dem allerorts grassierenden Walzerfieber hingibt und den Rest ihrer Zeit mit dilettierenden Malereiversuchen verbringt. Ihr Onkel, König William IV., vegetiert bereits schattenhaft dahin. Seinen dynastischen Zeugungspflichten ist er nicht nachgekommen. Im Juni 1837 stirbt der Monarch wenige Wochen nachdem die Kronprinzessin die Volljährigkeit erreicht. Ihre erste Amtshandlung: Sie lässt ihr Bett aus dem Zimmer ihrer Mutter räumen. Doch was ist der Grund für das abrupte Ende dieser trauten Schlafgemeinschaft? Victoria will endlich frei sein, denn die Herzogin von Kent übte bereits früh einen lästigen Kontrollzwang auf ihre Tochter aus, um so ihren Einfluss auf die zukünftige Herrscherin zu sichern. Ihr zur Seite steht dabei Sir John Conroy, ein ehrgeiziger Karrierist, der wiederum über die Kent versucht, die Kronprinzessin zu regieren. So legt er Victoria bereits im Alter von 17 Jahren einen Erlass zur Unterzeichnung vor, der bestimmt, dass ihre Mutter vorläufig den Thron einnimmt, falls der König vor dem 18. Geburtstag der Kronprinzessin verstirbt. Trotz ihrer Unerfahrenheit in politischen Ränkespielen folgt Victoria ihrem Instinkt und lehnt das Papier ebenso ab wie später eine von Conroy vorgeschlagene Vereinbarung, bei Antritt ihrer Regentschaft den derzeitigen Stab der Kent (und damit auch Conroy) zu übernehmen. Was in eine tief empfundene Hassliebe von Victoria gegenüber ihrer Mutter mündet, die fast ein Leben lang anhalten wird, weil beleidigte Gefühle selbst den leisesten Anflug von Versöhnungswillen im Keime ersticken. Eine große Rolle spielt dabei die Abwesenheit ihres Vaters, der bereits acht Monate nach der Geburt verstarb.

Einen Vaterersatz sieht Victoria in ihrem Onkel, König Leopold I. von Belgien, der das Schmieden von royalen Ehen als notwendige Zweckbündnisse auffasst, die mehr der Außenpolitik als wahrer Liebe dienen. So arrangiert er ein Techtelmechtel mit seinem Neffen, Prinz Albert I. von Sachsen-Coburg-Gotha. Zu einem weiteren Mentor wird Premierminister Melbourne, der Anführer der liberalen Whig-Partei, dessen Ratschlägen aus dem Souffleurkasten Victoria blind vertraut. Er hilft ihr Conroy kaltzustellen und ihre missliebige Mutter in die hintersten Winkel des Buckingham Palastes zu verbannen. Melbournes Gegenspieler ist ein gewisser Robert Peel, der politische Kopf der Tories, die Victoria so abgrundtief hasst. Mit einer Hofdamenaffäre verhagelt er der neuen Königin kräftig den Einstand: Nachdem Lord Melbourne die Mehrheit im Parlament verliert, übernimmt Peel die Regierungsgeschäfte. Dazu gehört es auch, ein wenig von jenem blauen Blut im Gefolge der Queen unterzubringen, das seinen Tories nahesteht, kühl kalkulierend, welchen Einfluss die Damen bei Hof auszuüben pflegen. Victoria weigert sich jedoch entgegen ihrem Neutralitätsgebot einen Teil der Adligen aus Melbournes Whig-Partei gegen die Tory-Ladies auszutauschen. Peel will den Machtkampf nicht bis zur Spitze treiben und gibt empört den Regierungsauftrag zurück. Die Queen jubiliert, doch dies ist nur ein Pyrrhussieg, denn in der Öffentlichkeit ist sie nun erst einmal restlos unten durch. Sie gilt als rechthaberisch, eigensinnig, stur und als eine Frau, die ihre Komplexe mit Egozentrik und Arroganz zu überspielen gedenkt. Die Gerüchteküche brodelt, die Presse lästert, das Volk ist empört und die konstitutionelle Monarchie schlittert geradewegs in eine eklatante Verfassungskrise.

Auch wenn "The Young Victoria" in manchen Szenen droht, in eine märchenhafte Schmonzette abzudriften, die haarscharf an kitschiger Sissyhaftigkeit vorbeirauscht, kocht dennoch zwischendurch in ganz leisen Momenten im Unterton hoch, dass diese Frau einmal in einer Zeit des rasanten Wandels als Projektionsfläche für Stabilität dienen wird und zum Sinnbild des Viktorianismus degeneriert, der wirtschaftliche Allmachtsphantasien mit einem übersteigerten nationalen Chauvinismus, religiösem Konformismus, zivilisatorischem Sendungsbewusstsein und einer gepfefferten Ladung Snobismus vermischte. Nicht zu vergessen der besonders bigotte Moralbegriff, der Keuschheit als ein Zeichen von sittlicher Reife definiert, die zwar heilige Liebe anpreist (wie vom Königspaar vorgelebt), sich aber von den vermeintlichen Übeln der Sexualität befreien möchte. Was sich in einem äußerst lustfeindlichen Kodex widerspiegelte, der seinen Ursprung im anglikanischen Glauben hatte. Als Ergebnis stand eine wie in Stein gemeißelte konventionelle Geschlechterhierarchie und ein Klima der Heuchelei, weil die hohen moralischen Ansprüche kaum eingehalten werden konnten, der Schein zunehmend das Sein bestimmte und eine Massenflucht in ein selbstbetrügerisches Doppelleben einsetzte. Diesen großen gesellschaftlichen Kontext blendet der Film ebenso aus wie die negativen sozialen Exzesse der Industriellen Revolution, die allenfalls oberflächlich im Subtext angeschnitten werden. Vielleicht auch deshalb, weil Victoria bereits eine machtlose Königin war, deren Einfluss sich doch arg auf repräsentative Aufgaben beschränkte. Es ist nur schwer vorstellbar, dass die Historie des Empires unter einem anderen Monarchen auch einen anderen Lauf genommen hätte. Man sollte daher von diesem Film nicht allzu viel erwarten, zumal er mehr zur nostalgischen Verklärung als zur kritischen Auseinandersetzung taugt. Das Schauspielerensemble wurde ganz ansprechend zusammengestellt. Neben Emily Blunt, die der jungen Victoria gar nicht mal so unähnlich sieht, sind hier noch Jim Broadbent, Miranda Richardson, Paul Bettany und Rachael Stirling (die Tochter von Diana Rigg) zu sehen, die auch für einen ganz netten Insidergag sorgt. Als der ungelenke Robert Peel bei einem Galadinner wieder einmal gegen die Etikette verstößt, dreht sich einer der Tischnachbarn zu ihr um und meint süffisant: "Peel hat wieder einmal kein Benehmen!" So eine kleine Prise englischer Humor darf natürlich auch nicht fehlen.
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"Victoria - Die junge Königin" wurde zwar etwas frei interpretiert - dennoch finde ich entstand hier ein gutes Kostümdrama. Jean-Marc Vallées Film vereinfacht und romantisiert die jungen Jahre der Frau, die das englische Königshaus in seiner letzten Hochphase anführte.

"Victoria - Die junge Königin" begeistert vor allem in den visuellen Bereichen. Prachtvolle Kostüme und atemberaubende Hintergründe machen dieses Kostümdrama zu einem wahren Augenschmaus, auch die dramatische Ausleuchtung hebt den Film einfach aus dem Standardeinheitsbrei hervor.

Neben der Optik ist für allem der Cast hervorzuheben. Die Darsteller begeistern einfach durch ihr charakterstarkes Spiel. Hauptdarstellerin Emily Blunt zeigt auf beeindruckende Art und Weise den Wandel von der schwer nahbaren und ungestümen Victoria zu einer warmherzigen, aufgeschlossenen Person. Ebenso muss unbedingt die herzliche Chemie mit dem zweiten Hauptdarsteller Rupert Friend hervorgehoben werden.

Jean-Marc Vallées Inszenierung vermisst allerdings ganz erheblich die Spannungskurve. Äußerst flach, ohne viel Handlung welche die Spannung heben könnte man "Victoria - Die junge Königin" dann doch nur zu einem durchschnittlichen Film. Da hilft dann auch das oben erwähnte nicht mehr. Dieser Film ist zwar charmant, definitiv aber spannungsarm und nicht wirklich mitreißend inszeniert.

Als Bonusmaterial liegen der blu ray u. a. entfallene und erweitere Szenen sowie fünf Featurettes bei.

Fazit:

Ein gutes Kostümdrama, für das Historienfans vielleicht durchaus etwas abgewinnen können, sich aber doch eher an andere Streifen des Genres orientieren werden. Bedingt empfehlenswert!
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