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Dass diese leicht nostalgisch angehauchte Geschichte über das Drama des Erwachsenwerdens so gut funktioniert, ist zu einem sehr großen Teil der unglaublichen Leistung der talentierten Jungschauspielerin Carey Mulligan ("Bleak House") zu verdanken. Mit absoluter Glaubwürdigkeit und sehr viel Charisma spielt sie die Hauptfigur Jenny, ein behütet aufgewachsenes Mädchen, deren beschauliches und eher langweiliges Dasein als strebsame Schülerin durch die Begegnung mit dem wesentlich älteren David auf einmal eine sehr aufregende und prickelnde Note bekommt. Voller Neugierde und Freude schlägt Jenny ein ganz neues Kapitel ihres Lebens auf. Aber eröffnet die Liebe zu David ihr wirklich die Chance auf ein buntes, erfülltes Leben, wie sie es sich erhofft?

Buchstäblich im Regen steht die Schülerin Jenny an diesem tristen Nachmittag, als sie tropfnass mit ihrem Cello auf dem Gehsteig ein ungewöhnliches Auto beobachtet, welches in ihre Richtung fährt. Der charmante und humorvolle Fahrer bietet ihr an, ihr Instrument vor den schädlichen Regentropfen zu schützen und schließlich sitzt auch Jenny beim ihm im Auto und lässt sich nach Hause fahren. Kurze Zeit später staunen ihre Eltern nicht schlecht, als ein großzügiges Blumengeschenk vor der Tür steht. Ein geheimer Verehrer wünscht der Schülerin alles Gute für ihren Orchesterauftritt. Jenny dagegen freut sich sehr, als sie einige Tage nach dem Konzert dem edlen Spender persönlich danken kann, als sie ihm persönlich begegnet. Sie ist geschmeichelt von der Aufmerksamkeit des Mittdreißigers, der sie sogar mit ihr verabreden möchte. Zu ihrem großen Erstaunen, sind ihre sonst so konservativen Eltern, sofort von David (Peter Sarsgaard) eingenommen. Der junge Mann zeigt sich sehr geschickt darin, mit nicht ganz ehrlichen Methoden, das Vertrauen der beiden zu erlangen. In der Folge erlebt Jenny mit David aufregende Abende mit Konzert- und Restaurantbesuchen. Begleitet werden die beiden von Davids Freund Danny (Dominic Cooper) und dessen Freundin Helen (herrlich oberflächlich und mit Sinn für Mode: Rosamund Pike), die bemüht sind, das Schulmädchen gehörig aufzumöbeln und sie mit ihrer Welt vertraut zu machen. Obwohl die intelligente und aufgeweckte Jenny bald merkt, dass ihre neue Bekannten kein Problem damit haben, ihr luxuriöses Partyleben mit krummen Geschäften zu finanzieren, kann sie sich der Faszination dieses Abenteuers nicht entziehen. In ihrer Schule ist ihre aufregende Beziehung bald das Thema an der Schule, vor allem als sie erzählt, dass sie übers Wochenende mit David nach Paris fliegen wird.
Anders als Jennys Eltern ist man von Seiten der Lehrerschaft wenig erfreut über Jennys neue Entwicklung. Miss Stubbs (Olivia Williams "Miss Austen Regrets"), die ihre begabte Schülerin bisher immer sehr gefördert hat, sieht deren Zukunft als aussichtsreiche Studentin in Oxford nun stark gefährdet. Ist es dieser Mann wirklich wert, dass Jenny sich diese einmalige Karrierechance entgehen lässt? Die furchterregende Rektorin (die Frisur! Emma Thompson) geht sogar einen Schritt weiter und droht ihrer Schülerin unmissverständlich mit einem Rausschmiss, wenn sie ihren Ruf durch diese Affäre aufs Spiel setzt. Aber was sind das für langweilige Aussichten für Jenny, sollte sie dieses bisher so eifrig begehrte Literaturstudium an einer Eliteschule verwirklicht, wenn diese es mit den glamourösen Möglichkeiten ihres neuen Lebens vergleicht?

Es ist sicher kein Zufall, dass in der ersten Schulstunde eifrig über Mr. Rochester aus Jane Eyre gesprochen wird. Und ein wenig irritiert ist man schon, wenn man zusehen muss, mit welcher Naivität die Eltern auf die neue Bekanntschaft ihrer Tochter reagieren und es als normal betrachten, dass sich wesentlich älterer und erfahrener Mann, in dieses brave Schulmädchen verliebt. Spätestens als David Jenny in intimen Momenten Minnie Maus nennen möchte, schrillen beim Zuschauer die Alarmglocken. Aber natürlich ist es auch kein Zufall, dass die Handlung in die Anfänge der 1960er-Jahre verlegt wurde, wo es noch eine gewisse Unschuld gegeben haben muss. In der Gegenwart hätte Jennys Geschichte wahrscheinlich wesentlich tragischer ausgehen können.
Außer Carey Mulligan ist besonders noch Alfred Molinas Darstellung als Jennys Vater erwähnenswert. Obwohl der soziale Hintergrund der Familie nicht im Detail ausgeleuchtet wird, kann man davon ausgehen, dass Jack ein Mann ist, der sich hochgearbeitet hat und nun seinen Ehrgeiz auf die Zukunftsaussichten seiner Tochter überträgt. Sie soll es einmal besser haben, wie ihr Vater. Bei all diesen sachlichen Überlegungen geht Jack natürlich auch manchmal sein Temperament durch. Aber Alfred Molina ("Chocolat") schafft es dennoch, die größtmögliche Empathie für seine Figur zu erzeugen.
Das Drehbuch trägt ganz klar die Handschrift des englischen Schriftstellers Nick Hornbys ("About a boy. (Dt. Ausgabe)"), dessen Romane in der Regel ebenfalls in London spielen. Die Geschichte ist realistisch und nachvollziehbar, mit einer gesunden Prise Humor und Lebensweisheit gewürzt und mit überzeugenden Figuren gestaltet. Die Dialoge sind geistreich und die Szenen setzen gezielte Pointen. Die Erzählung ist in sich schlüssig und harmonisch abgerundet. Der besondere Stil der 1960er-Jahre prägt die Optik des Films und bietet eine ganz besondere Einrichtungs- und Modenschau.
Als Extra kann man sich u.a. einige entfallene Szenen ansehen. Außerdem gibt es natürlich auch den Kinotrailer und Trailer zu weiteren Filmen.
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am 11. Januar 2011
Jenny (Carey Mulligan) ist 16 Jahre alt und, was Bildung und Entwicklung angeht, ihren Klassenkameradinnen weit voraus. Die leichte Unterforderung in der Mädchenschule, London Anfang der 60er Jahre, betrachtet sie als notwendiges, kleines Übel. Doch dann lernt sie David (Peter Sarsgaard) kennen, einen selbständigen Geschäftsmann, der deutlich älter als sie ist und sie durch seine Kultiviertheit und Lebensart verzaubert. In Konkurrenz zu ihm verliert die Schule an Bedeutung.

Großartige Schauspieler (in Nebenrollen Emma Thompson und Alfred Molina), eine dichte Atmosphäre, geistreiche Dialoge und das spannende Bild einer englischen 60er-Jahre-Kleinbürgerfamilie zeichnen diesen Film aus. Das Skript von Nick Hornby ist vielleicht weniger bissig und skurril als seine Romane, aber dennoch herausragend. Der Film ist nicht auf Gags und Action ausgelegt, sondern lässt sich Zeit, seine Geschichte und die Entwicklung der Figuren in Ruhe darzustellen. "An Education" dürfte nicht jedermanns Sache sein, aber wer Filme mag, deren Qualitäten in Feinheiten und nicht im Spektakulären liegen, der dürfte gut unterhalten werden.
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am 12. März 2015
Während Jennys Leben mit dem älteren David andlich aufhört, erdrückend langweilig zu sein, ist dies bei dem Film leider nicht der Fall.
Dass Jenny sich wegen der Strenge ihres Vaters, der fast jegliche Unternehmungen ablehnt, frustriert ist und sich in ihrem Leben eingesperrt fühlt bringt der Film sehr gut rüber - vor allem, da klar wird, dass hier ein Gegensatz zu ihrer Bildung und der Literatur, die sie mag, besteht.
Doch die Unbedarftheit mit der sie und sogar ihre Eltern auf David hereinfallen ging mir persönlich auf die Nerven, zumal die oben skizzierte bedrückende Atmosphäre meiner Meinung nach weiter anhält, während von der neuen Lebensfreude Jennys nicht viel rüberkommt. Statt dessen wird sehr schnell klar, dass Jenny ihr Studium und damit ihre Chance auf echte Freiheit verspielt - zu sehen, wie sie sich mit David treiben lässt, ohne dies zu merken fand ich quälend, zumal mir da trotz der schönen Bilder der Unterhaltungsfaktor fehlte.
Ich habe den Film nicht zu Ende gesehen, da er mir aus oben skizzierten Gründen auf die Nerven ging.
Ich finde nicht, dass der Film den Eindruck macht, als hätte Jenny sich Hals über Kopf in David verliebt, vielmehr scheint sie in ihm ein Ticket nach draußen zu sehen. Umso weniger glaubwürdig ist es, dass sie für ihn ihre Ausbildung riskiert.
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am 14. Mai 2010
Anfang der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts lebt die sechzehnjährige Jenny mit ihren Eltern in London. Sie ist eine fleißige Schülerin und hat gute Chancen in Oxford studieren zu können. Ihre Eltern sind einfache arbeitende Menschen, die das Beste für ihre Tochter wünschen.

In dieses intakte Diarama bricht der doppelt so alte Geschäftmann David ein. Als Jenny nach einer Musikveranstaltung mit ihrem Instrument im Regen an einer Bushaltestelle wartet, bietet sich David an, sie mit seinem Auto nach Hause zu bringen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb gut und Jenny findet in David, den belesenen Gesprächspartner, den sie zu hause vermisst. Gemeinsam mit einem befreundeten Paar von David besuchen die vier zahlreichen gesellschaftliche Anlässe. Jenny ist von diesem Leben in Wohlstand betört und sieht ihre alten Werte wanken. Einer Reise nach Oxford folgt eine weitere nach Paris. Jenny's Eltern lassen dies alles zu. Doch eines Tages lüftet sich das Geheimnis um David.

Die anmutige Liebesgeschichte wird einfühlsam und ruhig erzählt. Die Charakteren der Protagonisten werden in filigranen Dialogen und nicht immer transparenten Handlungen gut heraus gearbeitet. Die Figur des beruflich wie privaten Hazardeurs ist besonders gelungen. Er wird quasi zum Advocatus Diaboli der die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt; quasi homo faber versus homo ludens. Die Szenarien sind ausgezeichnet ausgewählt und pittoresk ausgeschmückt. Eine aufmerksame Kameraführung versteht dies einzufangen und damit Atmosphäre zu generieren. Regie und Schauspieler leisten ausgezeichnete Arbeit.
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am 21. Mai 2010
Auf dem Papier macht diese alles in allem ziemlich vorhersehbare Geschichte vom begabten Schulmädchen, das den Reizen eines eleganten und viel erfahreneren Charmeurs erliegt, einen Reifungsprozess durchmacht und schließlich viel dazugelernt hat, wahrlich nicht besonders viel her. Die Art und Weise, wie sich der tadellose Gentleman David am Ende als der befürchtete ganz Andere erweist, ist so banal, dass diese Enthüllung den Film ebenfalls nicht aus dem Durchschnitt herausheben kann. Woher rühren also gleich drei Oscar-Nominierungen? Es sind die wie immer schillernden Dialoge von Drehbuchautor Nick Hornby (High Fidelity) und eine ununterbrochene Riege charismatischer Darsteller (Alfred Molina als desolater Vater, Emma Thompson als resolute Rektorin in Nebenrollen), die den Film tragen und diesen Nostalgie-Ausflug in das England der beginnenden sechziger Jahre, in denen große Veränderungen ihre ersten Schatten vorauswerfen, zum puren (und übrigens erfreulich jugendfreien) Filmgenuss machen. Die Hauptdarsteller spielen wie aus einem Guss. Carey Mulligan ist ein Naturtalent, das nicht mal eine Schauspielausbildung benötigte, um mit ihrer zweiten Hauptrolle gleich zur Oscar-Kandidatin zu werden.
Außerdem fängt die Dänin Lone Scherfig in einer makellosen und immer stilsicheren Inszenierung die Atmosphäre mondäner Clubs, edler Konzertveranstaltungen und vornehmer High-Society-Treffs, in die David seine blutjunge Geliebte führt, so gekonnt ein, dass man gar nicht möchte, dass diese Zeitreise ihr jähes Ende findet. Denn das ist vielleicht die einzig nennenswerte Schwäche dieser Entwicklungsgeschichte: Der Wendepunkt kommt spät, aber er kommt und danach hat der Film nicht mehr viel zu bieten. Da man als Zuschauer bis dahin aber längst wahlweise dem unwiderstehlichen Charme von Peter Sarsgaard (Garden State,Shattered Glass) erlegen oder aber in das zauberhafte Katie-Holmes-Lächeln von Carey Mulligan vernarrt ist, spielt das dann auch keine Rolle mehr.

Für Freunde von Nick-Hornby-Drehbüchern, Mona Lisas Lächeln und alle die beim Club der toten Dichter weinen mussten und dafür eine angemessene Entschädigung brauchen.
(Extras: ausgelassene Szenen, Featurette)
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am 15. Januar 2014
Der Film spielt in den sechziger Jahren in England und handelt von einem sowohl begabten als auch schönen und extrovertierten Mädchen im Alter von 16,5 Jahren; die Beste in der Schule, geliebtes aber kontrolliertes Einzelkind, literarisch und musikalisch unterwegs, strebsam und fleißig, aber auch romantisch veranlagt, erotisch neugierig und verführbar; hungrig nach pulsierendem Leben jenseits der Lehranstalten.

Genau der Typ einer jungen Frau, der eine große Karriere hinlegen, aber durch auch äußerliche Vorzüge und Reize ebenso eine frühe und steile Karriere als Ehefrau und Mutter durch eine Heirat in eine wohlhabende Schicht weit über dem Elternhaus machen könnte.

Jenny langweilt sich in der Schule und bevorzugt die supertolle Zeit mit einem weltgewandten und unternehmungslustigen doppelt so alten und attraktiven Mann, der sie flattiert und auf Händen trägt, sie auch materiell verwöhnt, für Spannung und Abwechslung und andere Formen auch geistiger Anregung sorgt als die Schule; und sie sehr langsam und einfühlsam verführte.

Allerdings fragte ich mich doch recht bald : wo ist der Haken.
Und zwar noch bevor heraus kam, dass diese beiden Geschäftsmänner - David und sein gleichaltriger
Freund - den größten Teil ihrer verballerten Knete mit dem Abziehen älterer Frauen verdienten, die sie Schatullen nennen und in ihre Häuser dringen, um ihnen da teure Kunstgegenstände billig abzuschwatzen oder auch zu entwenden.

Anders als eine Vorrezensentin fand ich ihn nicht schmierig und sah auch nicht das " Vorsicht, pervers" auf seiner Stirn leuchten.
Mein Verdacht machte sich nicht an dem Mann selbst fest, sondern nur daran, dass etwas, das zu schön ist um wahr zu sein in der Regel auch nicht wahr ist.
David entpuppte sich dann auch nicht als pervers im sexuellen Sinne, sondern als das Übliche zu jener Zeit : er war einfach bereits verheiratet, mit Kind- wovon in dem viktorianischen England auch sicher auszugehen war und Jenny und ihre Eltern nur aufgrund von euphorischem Wunschdenken leichtfertig nicht ausgingen- und pflegte nebenbei das Hobby, schöne junge Frauen zu verführen und dann zu entsorgen.

Ich persönlich finde nicht, dass der Film ein offenes Ende hat.

Klar wurde, dass Jenny den Kontakt zu diesem feigen Lügner abbrach und clever genug war, keinen Aufklärungsbedarf mehr bei ihm anzumelden; das Schuljahr nachholen durfte und nach Oxford ging.

Den weiteren Fortgang der Story kann jedenfalls ich mir mühelos selber denken, da mein Leben ähnlich begann - nur ca. 10 Jahre später in Deutschland - und ich ohne Möglichkeiten des späteren Entkommens genau da endete, wo die beiden Lehrerinnen von Jenny endeten: in einem Leben als bestausgebildete emanzipierte Frauen, die sich bis Mitte 30 nicht binden wollen und danach feststellen müssen, dass der Zug in ein erfülltes Frauenleben für immer ohne sie abgefahren war.

Die nun die Vorzüge eines geschulten Geistes und die Ausübung eines gehobenen Berufs genießen durften, aber jedenfalls in der Männerwelt keine Abnehmer mehr finden, da bei den meisten Männern dieser Wert bei Frauen eher gefürchtet als beliebt ist: je gebildeter und selbstständiger eine Frau, desto geringer die Heiratschancen jedenfalls in Bezug auf ebenfalls gut ausgebildete, wohlhabende und vor allen Dingen gleichaltrige Männer.

Das Wichtigste an dem Film waren für mich die Unterhaltungen von Jenny mit ihrer Lehrerin und der Schuldirektorin.

Beide wollten sie natürlich vor der Heirat bewahren.
Beide aber hatten ihr - was die schlaue und unbestechliche Jenny auch merkte und es ihnen auf den Kopf zusagte- als Alternative für ihre beabsichtigte auf dem Lustprinzip aufgebaute Ehe nur ihr eigenes einsames und langweiliges Leben anzubieten, bei dem ihre Daseinsfreude nur darin bestand, junge Mädchen vor dem Fehler des Verzichts auf eine eigene Ausbildung und ein eigenes, selbstständiges Leben bewahren zu wollen, obwohl sie längst die Schattenseiten eines Lebens als emanzipierte Frauen kennen gelernt hatten.
Längst wussten, dass sie den Mädchen mit dem Verzicht auf diesen Fehler nur einen anderen, ebenso nachteiligen Fehler anzubieten hatten.

Jenny brachte es in ihrer letzten Auseinandersetzung mit der Direktorin auch auf den Punkt, indem sie in Etwa sagte: "Sie geben doch zu, dass Sie keinen Spaß im Leben hatten und haben; dass sie sich während Ihrer Ausbildung nur anstrengten und langweilten, und sich nun hier als Lehrerinnen auch wieder nur anstrengen und langweilen bei Ihrem Versuch, junge Frauen wie mich vom Spaß und von Lebensfreude abzuhalten.
Sie haben sich also nur gelangweilt, und langweilen sich auch heute und sind asketisch und einsam.
Und das soll besser sein ?"

Nach dieser Ansage hatte Jenny sich für den Regen entschieden - denn sie wollte ihre Begabungen und Chancen wegwerfen für eine frühe Heirat mit David- und ist dann nur unfreiwillig in ein Leben in der Traufe, als sog. Blaustrumpf, verwiesen worden.

Ich persönlich bin unentschieden, ob ich sie dafür beglückwünschen oder bedauern soll.

Okay, es bleibt offen, ob sie später nicht doch noch den Sechser im Lotto gewann : einen guten und auch geistig ausfüllenden Beruf mit Anerkennung jenseits der Frauenrolle, UND einen guten in Etwa gleichaltrigen und partnerschaftsfähigen Ehemann auf Augenhöhe; und eigene Kinder.

Aber aufgrund meiner Erfahrungen und der Kenntnisse des Schicksals zahlreicher anderer Frauen aus ungefähr dieser Generation wird es wohl doch eher eine einsame und lustfreie Blaustrumpfexistenz geworden sein.

Mir gefällt der Film besonders deshalb, weil er dieses Dilemma der Frau subtil und sehr gut aufzeigt.
Zudem auch die Wahrheit: dass vermutlich alle Frauen in jungen Jahren eher die gute Partie und ein pulsierendes Frauenleben wählen würden, als eine gute Ausbildung; sofern sie wüssten, dass sie nur eins von Beidem haben können.
Was ich persönlich leider viel zu spät erkannte und die meisten meiner weiblichen Wegbegleiterinnen ebenfalls.
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VINE-PRODUKTTESTERam 29. Dezember 2010
London Anfang der 60er ist Kulisse dieses Dramas über das Erwachsenwerden. Jenny ist 16 und strebsam, weil vom Vater verordnet. Schließlich soll sie nach Oxford... wenn auch nur, um den passenden Mann zu finden. Im Geheimen träumt sie aber von Frankreich und seinen Chansons und Filmen. Mit der Bildung für Frauen hatte man es damals noch nicht so und sie hat selbst keine Kraft und Unterstützung, sich offen gegen die herrschende Denke aufzulehnen. Doch Jenny lernt zufällig den eleganten Lebemann David und damit eine neues Leben kennen. Er zeigt ihr, wohlhabend wie er ist, eine neue Welt. Aber wo wird das hinführen?

Dieser Fim hat nun gar nichts mit Rosamunde Pilcher zu tun, wie andere Rezensenten dies wohl empfinden. Mann muss sich nur vor Augen führen, dass es ein Zeitgemälde ist und die 60er so waren wie sie eben gesellschaftlich waren. Basierend auf dieser Voraussetzung funktioniert der Film hervorragend, getragen von sehr guten Schauspielleistungen aller Beteiligten. Dazu schön gefilmt und mit dem passenden Soundtrack versehen, höchst gelungenes Kino. Nick Hornby hat einige Dialoge geschrieben, die mich wirklich köstlich amüsiert haben und dennoch bleibt ein ernster Grundton. Ein Film, der einem positiv nachhängt, finde ich.
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TOP 1000 REZENSENTam 29. Dezember 2010
Bekannt wurde die dänische Drehbuchautorin und Regisseurin Lone Scherfig durch den Film "Italienisch für Anfanger", der erfolgreich im Kino lief und sogar einen Silberen Bären bei der Berlinale 2001 erringen konnte.
Auch der Nachfolgefilme, die Tragikomödie "Wilbur wants to kill himslf" wurde sehr gelobt, danach wurde es etwas stiller um die Filmemacherin.
Mit "An Education" präsentiert sie nun einen Film, dessen Drehbuch von Nick Hornby nach dem gleichnamigen Buch der Journalistin Lynn Barber geschrieben wurde.
Die Geschichte ereignet sich im Londoner Vorort Twickenham, die 16 jährige Jenny (Carey Mulligan) büffelt im Jahr 1061 für ein exzellenten Zeugnis und vor allem für eine Aufnahme in der Universität Oxford.
Das Leben in einem Mittelklassehaushalt ist nicht immer einfach. Noch immer spürt man die Prüderie der Zeit und rebellische Mädchen sind nicht gerade angesagt.
Züchtig, fleissig, brav - so die Devise und dazu gehört auch die Schulinform.
Die Eltern Marjorie (Cara Seymour) vor allem aber Vater Jack (Alfred Molina) sind deshalb auch besonders streng, dem Erfolg und den schulischen Leistung wird alles andere untergeordnet.
Jenny schwärmt für den französischen Lebensstil, sie liebt die Platten von Juliette Greco, sie begeistert sich für den Existenzialismus und für Albert Camus - vor allem aber auch für Paris.
In der Freizeit spielt sie Cello, ist ein bisschen am gleichaltrigen Graham (Matthew Beard) interessiert. Aber dies ändert sich alles, als sie nach einem Konzert den Mittdreißiger und Lebemann David Goldman (Peter Saarsgard) kennenlernt. Dieser charmante Lebemann zeigt ihr eine ganz andere Welt: Die Welt, in der Spass und Vergnügen regiert. Sie geht mit Davids Freunden Danny (Dominic Cooper) und Helen (Rosamnnde Pike) auf schicke Partys, Konzerte, Auktionen.
Die konservative Direktorin der Schule (Emma Thompson - genialer Kurzauftritt) und auch íhre Leherin und Förderin Miss Stubbs (Olivia Williams) sind nicht gerade erfreut darüber, dass Jenny plötzlich vor der Frage Paris oder Oxford steht. Wobei diese Frage natürlich extremen Einfluss auf den weiteren Werdegang des jungen Mädchens haben wird...
Ein klasse Film ist "An Education" geworden. Er ist verhalten und Leise inszeniert und wirkt deshalb umso tiefer. Ein großartige Leistung bietet die junge Carey Mulligan, die mich sogar stellenweise ein bisschen an die junge Audrey Hepburn erinnert hat und die m.E.zu Recht eine Oscarnominierung erringen konnte.
Aber auch die anderen Darstellerleistungen sind echt und glaubwürdig. Der Regisseurin gelingt es ein sehr authentisch wirkendes Portrait dieser Zeit auferstehen zu lassen und sogar noch ohne Kitsch den Handlungsrahmen ala modernes Märchen zu erweitern, indem sie ein einfaches, bescheidenes Leben mit viel Fleiss und echten Werten einem exklusiven, lustbetontem Lebensstil gegenüberstellt, der auch seine Schattenseiten haben könnte, denn ohne Zutun wird dieser auch nicht erreicht. So gesehen steckt ein bisschen Moral in der Geschichte und zeigt auch den Wandel der Zeit, der sich ja in den 60ern einstellte und immer weiter voranschritt.
Für mich ist "An Education" vor allem wegen der exzellenten Kameraarbeit von John de Boorman und seiner Ausstattug sowie dem perfekt getroffenen Zeitkolorit ein sehr schöner Film. Die Autos, die Kleider, die Accessoires sind verführerisch ins Licht gerückt - mit anderen Worten: Ein Kostumfilm, bei dem es leicht fällt in diese Zeit einzutauchen....
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am 16. Juli 2013
In der Adaption des Romans von Edelfeder Nick Hornby (High Fidelity, About A Boy)
ist die aufgeweckte Schülerin Jenny (Carey Mulligan) im London der frühen 60er
hin- und hergerissen zwischen einem ihr zwar möglichen, aber langweilig erscheinenden
Studium an einer Elite-Uni und dem Jet-Set-Leben an der Seite des einige Jahre älteren
Lebemannes David (Peter Sarsgaard), der ihr die große weite Welt zeigt und offenbar
auch persönliche Gefühle für das Mädchen entwickelt.

Das anspruchsvolle Drama war Kritikers Liebling und wurde für drei Oscars nominiert
(Film, Hauptdarstellerin, adaptiertes Drehbuch), ging aber leer aus.

Irgendwie erinnerten mich Mulligan und Sarsgaard die ganze Zeit an Katie Holmes
und Kiefer Sutherland. War aber nicht schlimm. Sehenswerter englischer Film mit
guten Darstellern, der einen Rückblick in eine Zeit ermöglicht, als gesellschaftliche
Konventionen für junge Menschen noch große Barrieren darstellten.

Die Blu-ray besticht durch ein sehr scharfes Bild, dass auf der Leinwand
gut zur Geltung kommt. Dazu gibt es etliche Extras.
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am 17. September 2011
Eine Bezaubernde Carey Mulligan in einer schönen Geschichte über das Erwachsenwerden mit all seine Facetten. Sich verlieben, Fehler machen, aus Fehlern seine Lehren ziehen und zu den Konsequenten stehen und seinen Überzeugungen folgen. Und dies alles in den frühen 60'ern. Überzeugende Darsteller und stimmungsvolle Hintergrundmusik. Wer für einen schönen Filmabend nicht immer Action oder Crime braucht der ist hier gut bedient.
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