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5.0 von 5 Sternen 70ies Rock N'Roll made in the 90ies, 6. Oktober 2013
Von 
Asphaltwolf (4942 Meilen bis Graceland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: A Bit of What You Fancy (Audio CD)
Die englischen Quireboys wurden oft als "britische Guns N'Roses" oder als "englische Antwort auf Guns N'Roses" bezeichnet. Eben aufgrund solcher Kritiken hatte ich damit begonnen, mir die Alben der Quireboys anzuschaffen, und mein Start war "A Bit Of What You Fancy", seinerzeit noch auf Vinyl. Den Vergleich mit Guns N'Roses kann ich eigentlich nur insofern nachvollziehen, da die Quireboys zu einer Zeit auftauchten, in der Guns N'Roses unheimlich erfolgreich zu werden begannen.

Es mag sicherlich gemeinsame Einflüsse und gewisse Ähnlichkeiten beider Bands geben, aber der Sound der Quireboys ist viel mehr in den 70igern verhaftet, er ist trotz Spikes Whiskey-getränkter Reibeisenstimme nicht ganz so schmutzig, transportiert nicht so viel Energie, ist weitaus bluesiger, und - natürlich - britischer. In diesem Zusammenhang habe ich auch oft zu lesen bekommen, die Quireboys seien "sowieso nur nie mehr als eine schlechte Kopie der Faces" gewesen. Man kann die Quireboys durchaus prima mit den Faces vergleichen, aber ich finde nicht, dass sie in etwa nur eine schlechte Kopie wären. Solch ein Vergleich drängt sich natürlich vorallem auch durch Spikes Gesang, der dem von Rod Stewart recht ähnlich ist, auf.

Die Quireboys entspringen vielleicht den 80iger Jahren, aber ich finde, dass sie das 70iger-Jahre-Rock-Feeling auf "A Bit Of What You Fancy" ziemlich gut, aber etwas härter und ein wenig den frühen 90igern angepasst, rüberbrachten. "7 o'clock" startet, getrieben von einem Bar-Piano und feinem Rock N'Roll-Gitarrenspiel, schwungvoll ins Album, "Man On The Loose" weist, wie auch "Hey You", eine leichte Sleaze-Rock-Schlagseite auf, bleibt aber in erdigeren Gebieten. Eine gewisse Überraschung bietet dann das sehr bluesige und leicht R & B-lastige "Whippin' Boy", das ein wenig heraussticht wie ich finde: der Song versprüht ein Swamp-Rock- und Baumwollfelder-Feeling direkt aus dem nordamerikanischen Süden; es klingt, als ob man mitsamt Mundharmonika vor seiner Holzhütte im Sumpf hockt. Obwohl die Quireboys nicht viel mit Creedence Clearwater Revival zu tun haben, erinnert der Song ein bißchen an die kalifornischen Bayou-Rocker. Mein persönlicher Lieblingssong auf der Platte.

Das Piano spielt bei The Quireboys eine gewichtige Rolle, nicht nur weil es auf allen Songs auftaucht. Meistens klimpert es im lässigen Honky-Tonk- oder Pub-Stil vor sich hin, wie bei dem rock n'rolligen "Sex Party", dem schnellen "Misled", dem leicht sleazigen "There She Goes Again" und dem Abschluss "Take Me Home". Im Großen und Ganzen fügt sich das Piano prima in den Sound der Quireboys, aber manchmal habe ich bei einzelnen Stellen das Gefühl, als ob es selbstvergessen vor sich hinklimpern würde. Auf Dauer kann das Geklimper daher auch mal nervend wirken. Desweiteren haben sie viele Streichermelodien in ihren Sound integriert, die mal eher an irische Folk-Musik ("Sweet Mary Ann" oder dem schnellen, wunderbaren "Roses And Rings") oder eben an ein Orchester erinnern, wie bei der tollen Ballade "I Don't Love You Anymore", wo einzig das Gitarren-Solo darauf schließen lässt, das die Nummer 1990 veröffentlicht wurde.

Die Quireboys spielen keinen reinrassigen Gossenrock, sie spielen auch keinen pompösen Stadion-Rock, sie zocken alten, angeschmutzten und bodenständigen Rock N'Roll nach dem Vorbild der Faces und der Rolling Stones, nicht allzuweit entfernt von den Black Crowes, der vielleicht etwas weniger cool beim Autofahren, aber dafür umso mehr im Pub beim Heben kommen würde. Wo man dann sowieso nicht mehr autofährt.
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A Bit of What You Fancy
A Bit of What You Fancy von Quireboys (Audio CD - 2011)
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