Kundenrezensionen


83 Rezensionen
5 Sterne:
 (77)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der große Diktator
Im September 1939, kurz nach dem Einfall der deutschen Wehrmacht in Polen, begann Chaplin endgültig mit den Dreharbeiten zu seinem Film über der Welt größten Diktator. Chaplin, im selben Jahr und Monat wie Hitler geboren, von ähnlicher Statur und mit demselben Bart ausgestattet, hatte sich bereits seit 1935 mit der Absicht getragen, einen Film...
Am 1. Dezember 2005 veröffentlicht

versus
2 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein historisches Dokument
Für mich ist dieser Film in erster Linie ein historisches Dokument über das öffentliche Klima in den USA im Jahr 1940. Wer wollte, wußte schon damals genügend über die unbarmherzigen Schrecklichkeiten im NS-Einflußgebiet (selbst schon 1940, erst am Anfang der Höllenzeit), und hätte die Slapstick-Grundhaltung des Films wohl...
Vor 8 Monaten von Wolfgang V. Lüttichau veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 39 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der große Diktator, 23. November 2006
Im September 1939, kurz nach dem Einfall der deutschen Wehrmacht in Polen, begann Chaplin endgültig mit den Dreharbeiten zu seinem Film über der Welt größten Diktator. Chaplin, im selben Jahr und Monat wie Hitler geboren, von ähnlicher Statur und mit demselben Bart ausgestattet, hatte sich bereits seit 1935 mit der Absicht getragen, einen Film über diesen Menschen zu machen, dem er mit Abscheu, zugleich aber auch mit Faszination begegnete: "Er ist der Wahnsinnige und ich bin der Komiker", sagte er über Hitler, "doch es hätte genauso gut umgekehrt werden können".

Chaplin spielt eine Doppelrolle. Er ist zum einen Adenoid Hynkel, der machtbesessene, verrückte Führer Tomatiens. Auf der anderen Seite spielt er einen bescheidenen jüdischen Frisör, der unter den Repressalien des Diktators zu leiden hat. Paulette Goddard, Chaplins damalige Ehefrau, ist in der Rolle seiner heimlichen Liebe zu sehen, der rundliche Komödiant Jack Oakie wiederum verkörpert den nicht minder verrückten Gegenpart Hitlers zu seiner Zeit, den italienischen Diktator Mussolini, der in Chaplins Film zu Benzino Napaloni mutiert, dem Diktator von Bacteria.

Die berühmteste Szene des Filmes ist jene unglaubliche Sequenz, in der Chaplin (in der Rolle des Diktators) mit einer aufblasbaren Weltkugel einen Liebestanz vollführt. Nie zuvor wurde Machtbesessenheit beeindruckender karikiert als in dieser Szene. Die Situationskomik ist schnell und scharf gespielt, für Chaplin war dies jedoch nicht genug. Statt mit Humor endet der Film mit einer sechsminütigen Rede des Frisörs, in der er die Menschheit zu Frieden aufruft und ihnen eine hoffnungsvolle Zukunft prophezeit, wenn sie einander nur mit Respekt und nicht mehr mit Krieg und Terror behandelten. Der große Diktator wurde zu Chaplins erfolgreichstem Film und zum letzten, in dem er in der Rolle des kleinen Tramps zu sehen war, gleichzeitig war es sein erster durchgängiger Tonfilm.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn einer Hitler parodieren kann, dann Chaplin, 9. November 2008
Von 
Daggi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der große Diktator (DVD)
Dieser Film ist von 1940 und spielt zwischen den beiden Weltkriegen. Chaplin prangert die Zustände während des Nationalsozialismus auf parodistische Art und Weise an: die Abschiebung der Juden und anderer Aufsässiger ins Ghetto oder schlimmer noch - ins Konzentrationslager - die Maßlosigkeit und Überheblichkeit der Herrschenden, die Gewalt der "Sturmfront" und die Ungerechtigkeit des Regimes.

Charlie Chaplin brilliert in einer Doppelrolle als Hynkel (= Hitler) und als jüdischer Friseur, der nach dem Ersten Weltkrieg in Amnesie gefallen ist, ganz auf seine spezielle Chaplin-Art. Sein Kampf mit dem Flakgeschütz oder der Tanz um die "dicke Berta" sind sehr witzig. Meine Kinder kannten Charlie Chaplin noch nicht und fanden natürlich seine Slapstick-Einlagen besonders komisch. Absolut sehenswert aber auch Hynkels tänzerische Einlage mit dem Globus oder wie Marschall Hering (=Göring) seinen Gürtel enger schnallen muss und dieser platzt. Dr. Gorbitsch soll Goebbels sein (garbage = engl. Müll).

Bei Chaplins Parodie einer Hitler-Rede versteht man nur die Worte "Wiener Schnitzel", "Sauerkraut" und "Blitzkrieg", ansonsten nur zusammenhanglosen Kauderwelsch, den Chaplin aber absolut genial persifliert. Hitlers Rhetorik sehr fein durch den Kakao gezogen! Paulette Goddard ist der weibliche Gegenpart zum jüdischen Friseur: eine couragierte Jüdin, die die Sturmfrontleute mit der Bratpfanne ausknockt.

Die 120 Minuten Spielfilm sind unbedingt sehenswert auch für Jugendliche, die sich gerade mit dem Thema beschäftigen. Nicht nur zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht und zum 19. Jahrestag des Mauerfalls wichtig. Die Restaurierung von 2004 ist absolut gelungen in bildlicher und klanglicher Qualität.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Meisterwerk der Filmgeschichte, 8. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Der große Diktator [2 DVDs] (DVD)
Charlie Chaplins Abrechnung mit Hitler. Als etwas Anderes kann man den Film wohl nicht bezeichnen. Und obwohl der Film selbst nie einen Oscar® bekommen hat, gehört er zu den Meisterwerken der Filmgeschichte. Mit der Premiere im Oktober 1940 ergoss sich in Amerika zunächst eine Hetzkampagne über den Film. In den USA gab es viele Anti-Kommunisten besonders die deutsch-freundliche Hearst Presse, die den Film kritisierte. Und als 1942 Chaplin auf mehreren Veranstaltungen des Amerikanischen Komitees, Russlandhilfe forderte, rückte man ihn sehr schnell in die Nähe der Kommunisten. Die Ablehnung Charles Chaplin gegenüber, fand 1952 ihren Höhepunkt als man dem Briten die Wiedereinreise-Genehmigung verwehrte.

Daraus zog Chaplin Konsequenzen: Seine Frau Oona löste den gesamten Besitz der Chaplins in den Amerika auf und holte das komplette Archiv mit allen Chaplin Filmen nach Europa. Die Chaplins ließen sich in der Schweiz nieder. Erst 20 Jahre später - 1972 - reiste er wieder in die Staaten, um den Ehren-Oscar® für sein Lebenswerk in Empfang zu nehmen.

FAZIT: Mit seiner komisch-tragischen Auseinandersetzung über eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte hat Chaplin in seiner Doppelrolle als Adenoid Hynkel und jüdischen Friseur für alle Zeiten Filmgeschichte geschrieben. Auch wenn Chaplin für die meisten Fans eigentlich 'der Tramp' bleibt. Wer 'Der große Diktator' nicht kennt, misst ein Stück Filmgeschichte. Auch wenn die deutsche Fassung nicht an das Original rankommt, sollte man diesen Film unbedingt als Klassiker im Filmarchiv haben. Ein Film der Sie wie mich zum Lachen und Weinen rühren wird, da bin ich mir ganz sicher.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jude und (Veget-)Arier in einer Versuchsanordnung, 22. Juli 2010
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Charlie Chaplin - Der große Diktator (DVD)
"Sie sind also 'n Jude? Ich hätt' Sie glatt für 'nen Arier gehalten." "Bin ich auch - Vegetarier." Chaplins Antwort ist nicht nur ein netter Kalauer mit einem Thema, mit dem man nur selten zu scherzen beliebt. Sie zeigt auch, dass man auf Jude, Arier und diesen ganzen Rassenwahn pfeifen kann. Ein Kriegskamerad Chaplins aus alten Tagen ist zum Nazi geworden. Nicht unbedingt aus Fanatismus, sondern weil er aus irgendeinem Grund der dumpfen Ideologie der Braunen Glauben schenkt, wie es so viele getan haben. Und dann stellt er verwundert fest, dass ein Jude ein ganz patenter Kerl sein kann. Ach was! "Rassen" sind völlig egal, und ein Vegetarier ist genauso gut wie ein "Arier". Chaplin hat natürlich Recht, das ist heute nicht schwer zu sagen. 1940, im Entstehungsjahr des Filmes, gab es jedoch viele, die das so nicht wahrhaben wollten, auch außerhalb Deutschlands. Sein Film "Der große Diktator" wurde in der USA teils mit Missfallen gesehen, dachte man doch noch, dem Wahnsinnigen aus Deutschland mit Appeasement beizukommen. Und selbst wenn aus heutiger Sicht die Szene kurz vor Schluss, in der Chaplin mal eben aus dem KZ herauswatschelt, arg verharmlosend wirkt: Dass es solche Lager überhaupt gab und dass man in sie hineinkam, weil man die falsche "Rasse" oder andere missliebige Eigenschaften wie eine unpassende sexuelle Orientierung hatte, wollten viele nicht sehen. Chaplins Film ist hellsichtig und zeigt Hitler als monströse, lächerliche Witzfigur, die gleichwohl eine ganze Welt in Angst und Schrecken versetzen konnte. Damit trifft er den Nagel auf den Kopf.

Chaplins Film ist darüber hinaus typisch Chaplin. Er kann es noch. Letztmalig in seiner typischen Aufmachung als Tramp legt er ein ganzes Bündel seiner einmaligen Slapstickszenen hin, die wunderbar choreographiert und viel genauer auf bewusst ausgewählte Musik abgestimmt sind als in früheren Filmen. Die Szene, in der er einem Kunden nach Johannes Brahms Ungarischem Tanz Nr. 5 eine Nassrasur verpasst, ist ein Kabinettstück! Daneben hat er in einer Szene nicht einfach nur gekaspert, sondern eine Absurdität auf die Spitze getrieben, was davon lebt, dass seine Figur es schlicht nicht merkt. Das ist perfekte "life cartoonery" - ist Ihnen beispielsweise einmal aufgefallen, dass im klassischen Cartoon Figuren permanent nicht merken, die Gesetze der Schwerkraft aufgehoben zu haben und erst, wenn sie es merken, herunterfallen? Donald Duck und der Coyote (der der Road Runner jagt), haben das oftmals vorgemacht. Hier stellt Chaplin gleich ein Flugzeug auf den Kopf (sein Tramp ist zunächst Flieger im ersten Weltkrieg). Dass der Pilot das nicht merkt, wird ausgedrückt, indem die Kamera sich ebenfalls dreht. Es sieht alles eine ganze Weile recht normal aus, bevor es zu blödsinnigen Gags kommt wie demjenigen, dass Chaplin einen Schluck trinken möchte und das Wasser aus der Flasche wie von Zauberhand nach oben pladdert... Die Szene findet sich tatsächlich sehr ähnlich in einem Disney-Cartoon, "Goofys Glider" (ebenfalls 1940 herausgekommen, und ich weiß bis heute nicht, wer von wem geklaut hat). Das ist natürlich absurd. Selbstverständlich würde man es merken, schon weil einem schnell das Blut zu Kopf steigt. Vielleicht zeigt die Szene aber auch, dass Chaplin sich bald in einer Welt wiederfinden wird, in der alles auf dem Kopf steht. Auch der berühmte Tanz Chaplins in seiner Zweitrolle als Diktator Hynkel mit der Weltkugel ist ja eine perverse Umkehrung der Dinge: Der Mensch ist nicht ein kleiner Punkt auf und ein Teil der Erde, der ihr nicht entfliehen kann. Sondern er steht außerhalb der Welt und kann mit ihr spielen. Natürlich nimmt das kein gutes Ende, auch in der besagten Szene nicht, die die monströse Lächerlichkeit Hitlers besonders gut illustriert. Die beste Umkehrung des Gewohnten, das beste Auf-den-Kopf-Stellen, die beste Pervertierung der Ordnung ist jedoch direkt ins Zentrum der Handlung gerückt und stellt die Grundidee des Handlungsgerüsts dar, die alles andere auslöst. Es ist eigentlich eine filmische Versuchsanordnung. Chaplin in seiner Rolle als jüdischer Friseur hatte sein Gedächtnis verloren und erlangt es wieder, als Hynkel längst die Macht im Tomanischen Reich gefestigt und eine Schreckensherrschaft etabliert hat. Es gab einmal einen Greenpeace-Werbespot, in dem gefragt wurde: Sind wir Menschen klüger als der Frosch? Wirft man einen Frosch in heißes Wasser, springt er heraus. Erwärmt man das Wasser aber ganz langsam, bleibt er im Glas sitzen - und stirbt! Was auf die Erderwärmung und Umweltzerstörung gemünzt war, lässt sich auf den politischen Systemwechsel übertragen. Chaplin ist der unvermittelt ins heiße Wasser geworfene Frosch. Als ein solcher MUSS er an dem Regime, in das er geworfen wird, zunächst verzweifeln. Am besten wird dies illustriert in der Szene, in der sein Geschäft beschädigt wird. Was wäre das Normalste, um Schutz vor Vandalen zu suchen? Richtig, man wendet sich an den Polizisten an der Ecke. Dass dieser nicht die geringste Motivation zum Einschreiten hat, im Gegenteil, macht Chaplin fassungslos. Wir fragen uns in solchen Szenen: Warum hat das eigentlich Millionen Frösche NICHT fassungslos gemacht, es ist doch völlig absurd! Und würden wir heute merken, wenn das Wasser langsam erwärmt statt plötzlich erhitzt wird? Der Film macht wachsam! Nicht nur durch die ebenfalls gute und pathetische Schlussrede (die entgegen Billy Wilder beweist, dass Stummfilmästhet Chaplin eben doch mit Ton und Text umgehen konnte), sondern schon durch die ganze Versuchsanordnung, mit der Chaplin mitten ins System geschleudert wird und wir mit ihm zusammen fassungslos dessen Perversität sehen. Gerade dadurch wird der Film zu einem überzeugenden Plädoyer gegen menschenverachtende Diktaturen und für Zivilcourage. Ein ziemlich lustiges zudem.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Charlie Chaplin in Höchstform, 6. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Charlie Chaplin - Der große Diktator (DVD)
Charlie Chaplin macht diesen Film zu dem was er ist. Er schafft es auf der einen seite verdammt lustig zu sein mit seinem geistreichen Humor und zur selben Zeit schafft er es, ein klares Statement gegen den Faschismus zu setzen. Einer der größten Momente der Filmgeschichte ist wohl Chaplins Anti-Nazi Rede gegen Ende des Films.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 5. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Charlie Chaplin - Der große Diktator (DVD)
Was kann man zu diesem Film noch anderes sagen, als dass er ein Meisterwerk ist? Selten gelang eine politische Satire so scharf, so auf den Punkt und dazu noch so witzig mitanzusehen wie hier. Für jeden, der ihn noch nicht gesehen hat, ist er auf jeden Fall einen Blick wert.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen komisch und berührend, 19. Januar 2007
Chaplin parodiert in diesem Meisterwerk die NSDAP-Diktatur und Adolf Hitler etwa um die Zeit des Anschlusses Österreichs an das Deutsche Reich und der Novemberpogrome 1938. Gedreht wurde der Film 1941, als die USA noch nicht am Weltkrieg beteiligt war, und Hitler den Höhepunkt seiner Macht erreicht hatte.

Der Film ist Chaplins erster mit Ton, allerdings gibt es noch vereinzelt Anspielungen und Elemente aus den früheren Stummfilmen.

Dabei gelingt ihm eine Vermengung einiger der komischsten, aber auch tragischsten und anrührigsten Szenen, die es in Komödien je gegeben hat. Chaplin spielt in einer Doppelrolle den Diktator Adenoid Hynkel, sowie seinen Doppelgänger, einen jüdischen Barbier, der am Ende des Ersten Weltkriegs ins Koma fällt, und erst nach der Machtübernahme Hynkels wieder aufwacht. Er versteht zunächst nicht die Willkür der Sturmtruppen und die Veränderungen der faschistoiden Gesellschaft, als er plötzlich in einem Ghetto leben muss. Dort lernt er die Stieftochter des Nachbarn kennen, in die er sich verliebt, doch der Regimeterror holt die junge Liebe ein, als der Barbier ims KZ gesteckt wird.

Parallel sieht man die Vorgänge in Hynkels Palast, Hynkel offenbar psychisch etwas labil und manipuliert von seinem Innenminister Garbitsch.

Bei Ansprachen, und wenn er aufgeregt ist, spricht der Diktator in einem unverständlichem Kauderwelch aus Deutsch und Englisch im Tonfall Hitlers.

Trotz des ernsten Hintergrundes kann man nicht umhin, oftmals in schallendes Gelächter auszubrechen, ob jetzt der Barbier kopfüber im Flugzeug Schwierigkeiten mit der Wasserflasche hat, oder der gestresste Hynkel durch seinen Palast hetzt, drei Takte Klavier spielt, 10 Sekunden Modell steht für Maler und Bildhauer, die Sektretärin verführt, und nicht mal bis zum ersten Kuss kommt, weil Feldmarschall Hering ihm bereits eine neue Massenvernichtungswaffe vorstellen will.

Großartig auch das Aufeinandertreffen von Hynkel und dem Mussolini-Pendant Benito Napoloni aus Bacteria. Innenminister Garbitsch rät Hynkel, Napoloni so weit wie möglich zu beeindrucken und einzuschüchtern, um diesen von der Osterlichen Grenze zu verscheuchen - allerdings fällt ihm dies bei dem feurigen Bacterianer äusserst schwer, und alles eskaliert in einer Essensschlacht.

Am Ende führt eine Verwechslung dazu, dass der Barbier nach dem Einmarsch der Armee in Osterlich die Rede vor dem Volk halten darf, und diese Gelegenheit nutzt er zu einem rührenden Appell an die Humanität.

Sofern man nicht auf dem Standpunkt steht, dass die Thematik zu ernst sei, um darüber Witze zu reissen, ist dieser Film ein Juwel, das mit der Absurdität der Machtgeilheit und der Sinnlosigkeit der Eitelkeiten und menschlichen Gier abrechnet. Wenngleich über 60 Jahre alt, ist der Film unglaublich modern geblieben (von den klassischen Slapstick-Szenen einmal abgesehen). Einziges Manko ist die verniedlichende Darstellung des Konzentrationslagers, wobei laut Chaplin er diesen Film nicht drehen hätte können, hätte er tatsächlich gewusst, was in Europa passiert. Ob man ihm das glaubt, ist jedem selbst überlassen, den künstlerischen Anspruch mag dies nicht schmälern. Neben 'Dr. Seltsam' DAS Highlight der tragödischen Komödie.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich ganz groß..., 27. Januar 2007
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Chaplins Großer Diktator ist bestimmt eines der satirischen Meisterwerke in der Filmgeschichte. Zum Inhaltlichen ist ja hier auch schon eine Menge gesagt worden. Bei diesem Film ist der ironische Umgang mit einem, zumal zur damaligen Zeit, brandaktuellen Thema bestens gelungen. Die Absurdität und Lächerlichkeit des Faschismus werden hier hervorragend pointiert. Erwähnenswert finde ich noch das Phantasiedeutsch in Hynkels Reden (Schtonk usw.) sowie die Nebenhandlungen in seinem Palast, bei der ständig irgendwelche "Erfinder" ihre "Ideen" vorstellen, das ist alles sehr sehr witzig gemacht und zündet heute noch genauso, wie vor 65 Jahren. Klar, diesen Film muss man gesehen haben. P.S. Ich habe statt Adenoid (was ja so eine Art Krebsgeschwür im Hals ist) immer Alfons verstanden, was ja auch witzig ist..
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neben "Moderne Zeiten" ein Glanzlicht in Chaplins außergewöhnlich erfolgreichen Karriere!, 1. Januar 2007
"Der große Diktator" wurde mit Sicherheit nicht rein zufällig als Nr. 100 in die Cinematek-Reihe aufgenommen.

Es gibt unzählige Gründe, diesen Film gesehen haben zu müssen, doch möchte ich mich hier nur auf einige wenige beschränken:

1. Chaplin, in der Doppelrolle (Jüdischer Friseur, Hitler-Pseudonym "Hynkell") überzeugt absolut (wie immer eigentlich).

2. Der Film entstand 1941, als das Hitler-Regime am Höhepunkt seiner Machtausbreitung stand.

Umso mutiger erscheinen da (äußerst) auffällige Ähnlichkeiten bei (absichtlich) abgeänderten Namen wie z. B. Hynkell (Hitler), Hering (Göring), Austerlich (Österreich),...

3. UNVERGESSLICH: Hynkell spielt sich mit einem (Luftballon-)Globus, als er sich alleine im Arbeitszimmer befindet. Er wirft ihn in die Höhe, stupst ihn mit Händen, Füßen und letztlich gar mit dem Gesäß. Am Ende der herrschsüchtig-gierig-größenwahnsinnigen Spielerei zerplatzt der Globus in den Händen des "Führers" (und damit sein Traum von Weltherrschaft), der sich daraufhin, trotzig wie ein Kleinkind, zur Schreibtischkante beugt und drauflosheult - TOP!

4. UNVERGESSLICH: Mussolini (habe sein Film-Pseudonym leider grad vergessen) kommt zu Besuch. Hynkell und er versuchen sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit gegenseitig zu übertrumpfen. Der Höhepunkt des Wetteiferns wird bildlich wunderbar in der Friseurstuhlszene dargestellt. Die beiden Diktatoren kurbeln sich mit den höhenverstellbaren Sesseln nach oben. Am Ende sind es gut 3-4 Meter, die beide über dem Boden ragen - SUPER!

5. UNVERGESSLICH: Die Rede des (für Hynkell gehaltenen) jüdischen Friseurs über Toleranz, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Aufgrund der schon zuvor angesprochenen Tatsache, dass der Film 1941, also zu Nazi-Deutschlands Hochblüte, gedreht wurde, gehen die Worte noch tiefer unter die Haut, berühren noch stärker unsere Herzen -PHANTASTISCH!

"Der große Diktator" ist ein Meisterwerk der Extraklasse, das niemandem, der einen Fernseher besitzt, entgehen sollte; ja eigentlich NICHT entgehen DARF!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen CC, 9. November 2014
Von 
WERninator (Frankfurt (Oder), Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der große Diktator (Amazon Instant Video)
Das ist ein Klassiker den jeder gesehen haben sollte. Vor allem eine vorausschauende Ansicht, auf das was kommen wird, zu jener Zeit. "Lange" bevor es von den anderen wahrgenommen wurde.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 39 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Charlie Chaplin - Der große Diktator [Blu-ray]
Charlie Chaplin - Der große Diktator [Blu-ray] von Charlie Chaplin (Blu-ray - 2010)
EUR 9,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen