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Charlie Chaplin - Moderne Zeiten
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 2010
"Moderne Zeiten" beginnt mit den Bildern einer Schafherde, die dicht gedrängt dem Schlachthaus entgegen läuft. Dann blendet die Kamera ab. Arbeiter strömen in Massen aus der U-Bahn in die Fabriken. Einer von ihnen ist Charlie, der charmante Tramp mit Melone, Spazierstöckchen und Schnauzbärtchen. Auf seiner ewigen Jagd nach dem Glück steht er jetzt am Fließband und ist dem erbarmungslosen Rhythmus der Technik ausgeliefert. So schraubt er den ganzen Tag in hohem Akkord und zieht die immer gleichen Bolzen fest. Als der Takt des Fließbandes beschleunigt, muss der Tramp dem erhöhten Tempo allmählich Tribut zollen. Er wird von der Maschine sprichwörtlich aufgefressen, bis das Räderwerk ihn wieder ausspuckt und Charlie nur noch Schrauben sieht und im Trancezustand von allen Sinnen verlassen weiterschraubt, nun aber an den Nasen und Ohren der anderen Arbeiter. Sogar die Chefsekretärin jagt er in seinem Schraubtrauma quer durch die Hallen und stürzt so die ganze Fabrik in einer grotesken Nummerndramaturgie ins Chaos. Bis der arme kleine Tramp schließlich aufgriffen wird und in einer Nervenheilanstalt landet.

Modern Times ist äußerst skurril und in seinem fulminanten Tempo phasenweise sogar übermütig, aber mehr noch ist der Film ein Abbild seiner Epoche, die geprägt ist von der Großen Depression in den 30er Jahren. Anders als in seinen vorangegangenen Werken reflektiert Chaplin unter dem Mantel der Komödie das Elend ohne romantische Anflüge in seiner ganzen Nüchternheit des von der Rezession gebeutelten Amerikas. So zeigen einige Abfahrten der Sets die gefilmten Schauplätze in einer nahezu dokumentarischen Authentizität, die den wunden Punkt der inhumanen Fabrikarbeit schonungslos bloßstellt. Imposant sind die surrealen Bilder der gigantischen Zahnräderwerke, von deren Rotation der Tramp aufgesogen wird. Der anrührende Flaneur wird in einer absurden Farce mit der industrialisierten Welt der 30er Jahre konfrontiert, in der die komische Kunstfigur sich den bedrohlichen Aspekten einer entmenschlichten Gesellschaft gegenüber sieht. Die Monotonie der Fließbandarbeit erleichtert nicht das Leben der Arbeiter, sondern raubt ihnen den Verstand. Die Mechanik der zunehmend automatisierten Technik macht die Arbeiter ihrerseits zu funktionierenden Maschinen und unterwirft sie in ihrem individuellen Wert dem kalt kalkulierten Gesetz der Effizienz.

Mit beißender Ironie nimmt Chaplin auch die Nervosität der damaligen Zeit ins Visier. Als ein Lastwagen beispielsweise eine rote Markierungsfahne verliert, hebt der Tramp sie auf und rennt mit der Fahne wedelnd hinter dem Auto her. Zufälligerweise biegt in diesem Moment ein Protestzug hinter ihm in die Strasse und der Tramp wird von der Polizei aufgegriffen und als vermeintlicher Rädelsführer des zivilen Ungehorsams ins Gefängnis gesteckt. Chaplin selbst gerät Jahre später in der McCarthy-Ära tatsächlich ins Visier staatlicher Institutionen, weil er nicht zuletzt auch wegen solcher Filmszenen in den Verdacht ultrakonservativer Kräfte gerät, Kommunist zu sein. Was sowohl im Falle Chaplins als auch hinsichtlich des Tramps abwegig war. Der Tramp ist letztendlich ein somnambuler Possenreißer in einem zerlumpten engen Frack, der jeden Spielraum an Freiheit in seiner manifesten Komik genüsslich auskostet und sich am Ende des Tages selbst der Nächste ist. Im amüsanten Charme seines überdrehten Slapsticks gibt er die Autoritäten mit bitterer Präzision der Lächerlichkeit preis und entlarvt die negativen Kehrseiten des amerikanischen Traums, in dem ein Teil der Gesellschaft verloren am Rande des sozialen Abgrunds taumelt. In der mentalen Ohnmacht seiner Naivität rebelliert sein Körper reflexartig gegen die Maschinen. Der Film nimmt somit eine zutiefst humanistische Perspektive ein, die ihn thematisch zu einem zeitlosen Klassiker macht.

Der Tramp geriet auch hinter der Kamera unter die Räder des Fortschritts. Weil die Kunstfigur von ihrer stummen Pantomime lebte, weigerte sich Chaplin mehr als 10 Jahre, in seinen Filmen gesprochene Dialoge zu integrieren. Er war ein erklärter Gegner der Tonfilmära, die bereits Mitte der 20er Jahre begann und deren Siegeszug längst nicht mehr aufzuhalten war. Chaplin fürchtete nicht nur um den Erfolg seiner Filme, sondern auch um die Universalität der stummen Bilder, die im Alphabet der Gesten die Poesie der Bewegung reflektieren. Modern Times aus dem Jahre 1936 ist sein letzter Stummfilm, wobei es sich hier allerdings um keinen reinen Stummfilm handelt. Obwohl die Schauspieler noch einmal sprachlos agieren, nutzt Chaplin die neuen Möglichkeiten der Tonspur zur Darstellung der bedrohlich lauten Geräusche der Maschinen. Ebenfalls zu hören sind die aggressiv hallenden Befehle des übermächtigen Fabrikdirektors, der stets mit Überwachungskameras und Bildschirmen omnipräsent ist. Ein einziges Mal bricht der Tramp sein Schweigen, als er in einer der losen Episoden der zweiten Hälfte des Films in einer Bar von seiner großen Liebe Gamine (Paulette Goddard) gedrängt wird, als singender Kellner aufzutreten. Weil er sich einfach den Liedtext nicht merken kann, fängt er an, im unverständlichen Kauderwelsch zu singen. Der Inhalt lässt sich dabei nur annähernd über die Mimik erschließen. Die Szene wirkt, als ob Chaplin etwas unbeholfen und widerwillig seinen Frieden mit dem Tonfilm schließt. Am Ende verschwindet die Trampfigur Hand in Hand mit seinem Mädchen im Sonnenuntergang auf einer Landstraße. Für immer. Denn für den Tramp ist in der neuen Welt kein Platz mehr.

Das Bild der Blu-Ray-Disc wurde für das Alter des Films mehr als solide restauriert. Die Konturen erscheinen selbst bei kleineren Details äußerst scharf, der Kontrast ist stets ausbalanciert. Der Ton liegt in DTS-HD Master Audio 2.0 vor.
Bonusmaterial: Eine Einführung mit Chaplin-Biograph David Robinson, eine Moderne Zeiten-Dokumentation, Geschnittene Szenen (inklusive der kompletten Nonsens-Song-Sequenz), Fotogalerie und Trailer.
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Mai 2010
Die Blu-Ray von 'Moderne Zeiten' weist ein sehr gut restauriertes HD-Bild auf, dass oft sehr knackscharf und plastisch wirkt. Der Ton liegt in DTS-HD Mono-Ton vor und klingt trotz dem (originalen)Monotrack sehr füllig.
Dies gilt für die deutsche sowie auch für die englische Tonspur. Unter den interessanten Extras wie eine Doku über die Entstehung, der Film-Einführung durch einen Chaplin-Biografen und dem Chaplin ABC, das aus verschiedenen Ausschnitten aus CC-Filmen besteht, befindet sich auch eine entfallene Szene, die man bisher noch nicht gesehen hat(leider nur in SD-Qualität).
Fazit: Für Liebhaber dieses Klassikers ist die Blu-ray Pflichtprogramm. So scharf hat man den Film bisher noch nicht gesehen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 18. September 2009
1935/36 unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise und der Massenproduktion im Zeichen des Taylorismus gedreht, entwirft "Moderne Zeiten" ein Bild von einer Welt, in der der Mensch mehr und mehr zum Rädchen einer unbarmherzigen und technokratischen Gesellschaft wird. Ich persönlich halte "Moderne Zeiten" neben "Der große Diktator" für den besten Chaplin-Film.

Die Geschichte ist einfach: Der kleine Tramp arbeitet in einer Fabrik inmitten grotesk anmutender Maschinen, wobei gar nicht deutlich wird, was dort eigentlich hergestellt wird. Als er eine Maschine ausprobieren soll, mit der den Arbeitern zum Zwecke der Produktionssteigerung in einer Viertelstunde ihr Mittagessen eingeflößt werden kann - Taylorismus in Reinkultur - erleidet er einen Nervenzusammenbruch und wird entlassen. Zu allem Überfluß hält man ihn aufgrund eines absurden Zwischenfalls für einen kommunistischen Agitator und sperrt ihn ins Gefängnis. Nachdem er wieder auf freien Fuß gesetzt worden ist, verbindet sich sein Schicksal mit dem eines jungen Mädchens (Paulette Goddard, Chaplins damalige Ehefrau - ich hätte sie auch geheiratet), das in den Wirren der Wirtschaftkrise seine Familie verloren hat. Zwar finden beide Arbeit in einem Restaurant, doch wird das Mädchen dort von seinem gesetzlichen Vormund aufgespürt, und sie und der kleine Tramp müssen wieder hinaus, um einer verheißungsvollen, aber ungewissen Zukunft entgegenzusteuern.

Dieser Film ist eine bittere Satire auf die Verdinglichung des Menschen durch den Kapitalismus. Während des Vorspannes sehen wir lediglich eine große Uhr, eines der effektivsten Sozialdisziplinierungsinstrumente der Neuzeit, eingeblendet, und auch ein kurzer Schnitt auf eine Schafherde, kurz bevor wir die Menschen zur Arbeit strömen sehen, zeigt, wohin die Reise geht. Diese Szene dürfte auch die Macher der Simpsons zur ersten Folge der zweiten Staffel inspiriert haben, in der wir Homer - als einzigen in einem rosa Hemd gekleidet - inmitten einer Herde von Weißhemden auf dem Weg zur Arbeit sehen, kurz bevor er von einer Überwachungskamera herausgepickt und von seinem Chef ins Irrenhaus verfrachtet wird. In Chaplins Vision der Maschinenwelt sind die Fließbänder und Maschinen übermächtige Wesen, die Arbeitstempo und -bewegungen vorgeben und die Menschen zu gedankenlosen Zombies machen. Als der kleine Tramp an den unmenschlichen Bedingungen seiner Arbeitswelt irre wird, weist man ihn ebenfalls in eine Nervenheilanstalt ein - hier finden wir die Medizin als eine Institution, mit deren Hilfe abweichendes Verhalten und Besinnung auf die ureigensten menschlichen Bedürfnisse pathologisiert und im schlimmsten Falle "geheilt" werden.

Auch die Polizei ist allgegenwärtig - ich kann gar nicht zählen, wie oft der kleine Tramp in diesem Film in die Grüne Minna gepfercht wird -, denn der Widerstand gegen die Erfordernisse der modernen Welt muss gebrochen werden. Kaum haben sich der Tramp und das Mädchen einmal an den Straßenrand gesetzt und von einer kleinen Zukunft zu träumen begonnen, taucht hinter ihnen auch schon dräuend ein Polizist auf, und die beiden suchen instinktiv das Weite.

Man weiß nicht, was schlimmer ist: Arbeitslosigkeit oder die Arbeit in den Fabriken, in denen in diesem Film immer wieder Menschen durch kaltes mechanisches Räderwerk gedreht werden, und nur das Ende, eine weite Straße unter freiem Himmel, lässt schließlich Erleichterung aufkommen.

Das alles ist übertrieben? Wer einmal beobachtet hat, mit welcher Selbstverständlichkeit wir im Schnellrestaurant unser Tablett zurückbringen oder brav eine Pfandflasche nach der anderen in meist defekte Automaten einführen oder im Supermarkt unsere Einkäufe selbst an der Kasse einscannen, der weiß, wie perfekt wir bereits diszipliniert und dressiert worden sind. Damit erleichtern wir anderen Menschen ihre Arbeit? Nein, damit nehmen wir anderen Menschen ihre Arbeit weg. Damit sparen wir Zeit und Geld? Vielleicht, aber wozu nutzen wir diese mickrigen Sekunden, und die paar Cent, um die wir unsere Einkäufe billiger haben, fehlen tausendfach am Ende jenen, deren Arbeitsstellen durch besagte Mechanismen wegrationalisiert wurden.

Trotz des ernsten Hintergrunds von "Moderne Zeiten" enthält der Streifen einige der besten Chaplin-Szenen, etwa das von ihm dargebrachte Kauderwelschlied - eine Satire auf den Tonfilm - und die Gefängnisszene, in der der kleine Tramp zum unfreiwilligen Drogenkonsumenten wird. Auch leidet der Film nicht unter der mir perönlich an Chaplin so oft missfallenden zuckrigen Rührseligkeit blinder Blumenmädchen.

Kurz gesagt: "Moderne Zeiten" ist eine moderne Satire, in der Chaplin seine wahre Größe zeigt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. August 2005
"Eine berühmte sozial- & gesellschaftskritische Tragikomödie über den Menschen im Räderwerk der modernen Technik. Charlie, der Tramp, erlebt am Fließband einer Fabrik, später als Testperson einer "Frühstücksmaschine" & unfreiwilliger Streikführer die Absurdität eines reglementierten Lebens, das die Menschen zu Anhängseln der Apparaturen degradiert. Auch das kleine Paradies, das er für sich & ein armes Straßenmädchen errichtet, erweist sich als trügerisch. Am Ende zieht Charlie mit seiner Freundin auf der Landstraße davon...
Eine Tragikomödie von bitter-ironischer Schärfe: mit einfachsten Mitteln, viel Bildwitz & Galgenhumor gestaltet, setzt der Film die vitalen Bedürfnisse des Menschen gegen die übertriebene Rationalisierung & Mechanisierung des Lebens."
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. August 2013
Im Vordergrund steht die Wiederspiegelung der Umstände in Zeiten der Industrialisierung, als Menschenarbeit vermehrt durch Maschinen ersetzt wurde, was den Verlust der Individualität bei der Arbeit und der Menschlichkeit selbst nach sich zog. Mit Witz und Charm beweist Charlie Chaplin, dass es möglich ist weiterhin die menschlichen Werte zu behalten und so zu leben. Der Film ist immer aktuell, da sich immer wieder Parallelen zur heutigen Zeit finden, so ist der Filmtitel "Moderne Zeiten" nicht nur für die damalige Zeit aktuell.
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am 1. Juli 2007
Der Film "moderne Zeiten" (im englischen Original "Modern Times") ist ein von Charles - Spencer - Chaplin geschaffener, US - amerikanischer Spielfilm. Der hier auch neben seiner ganz obligatorischen Hauptrolle, die er darin spielt, die Verantwortung und Umsetzung für Regie, - als Drehbuchschreiber sowie als Produzent und sogar die Filmmusik in seiner Person vereinigte.

Chaplin selbst hatte hier die ständigen Bevormundungen der ihn unter Vertrag genommenen Hollywood - Studios bzw. deren jeweils vorsitzenden Bossen satt. Und zwar, lange schon vor den späteren Anfeindungen, Verfolgungen und öffentlichen Anklagen im Rahmen einer allgemeinen Panik vor Kommunisten und auch deren angeblichen Sympathiesanten am Ende der 1940er und zu Anfang 1950er Jahre gegen seine Person bis hin zu der aktenkundigen, teilweise vollständigen Überwachung durch zahlreiche, staatliche Behörden. Die ihn ja auch dann später dazu bewogen haben, eben daraus seine ganz persönlichen Konsequenzen zu ziehen. Wie z.B. die Auflösung seines ganzen Besitzes in den USA durch seine letzte Frau und eine freiwillige Auswanderung in die Schweiz.

Er gründete so z.B. mit einem nicht unbeträchtlichen Teil seines eigenen Privatvermögens als Startkapital eine eigene Produktionsfirma. Zu deren später ebenfalls noch dazu gekommenen Schauspielergewerkschaft auch etliche seiner früheren Kollegen und durch ihn geförderte, sowie neu, bis dahin noch völlig unbekannte Talente beitraten. Und verwirklichte so als einer der ersten von ehemaligen Schauspielern [das ganze Konzept ist ja heute auch sehr oft von anderen so kopiert worden, - Mel Gibson z.B.] unter reiner Eigenverantwortung zahlreiche der heutzutage inzwischen bereits nicht nur in Fankreisen Kultstatus erreichten Filme. Dabei auch völlig egal, ob nun auch durch Preise oder Auszeichnungen ebenso öffentlich künstlerisch gewürdigt. Gerade, weil es diese es sonst in der Form jedenfalls, vielleicht auch garnicht einmal geben würde.

Auserdem ist er ebenfalls, - allerdings noch etwas mehr nur in den einzelnen Passagen darin, einer der ersten Tonfilme aus seiner Feder, dem dann noch andere Meilensteine der Filmgeschichte wie z.B. "der große Diktator" und "Monsieur Verdoux - der Heiratsschwindler von Paris" folgen sollten.

Zur Handlung: Gleich zu Anfang sehen wir, und hier drängt sich bei Cineasten sehr wschl. auch dazu und gleichzeitig eine direkte – geistige Parallele zu dem Film "Metropolis" des deutschen Regisseurs Fritz Lang aus dem Jahre 1927 auf, wie namenlose Fabrikarbeiter einer Schafherde gleich, dicht an dicht gedrängt aus der U - Bahn entsteigen und zu ihrem Arbeitsplatz laufen. Einer unter ihnen ist Charlie, ein kleiner, unscheinbarer Tramp. Er muß in der Fabrik die absurdesten Maschinen bedienen bzw. einer monotonen Beschäftigung an Förderbändern nachgehen. Und wird dazu noch ständig durch den Fabrikdirektor über diverse Kameras und Bildschirme bei seinen Tätigkeiten permanent überwacht.

Er arbeitet gerade in der Fließbandfertigung, und schraubt und schraubt und schraubt, immer die gleiche Bewegung, wie ein Uhrwerk. Einzige Abwechslung dabei ist und bleibt, wenn das Tempo an seiner Arbeitsstelle dabei ab und zu mal erhöht wird. Ganz plötzlich dreht er vollkommen durch ... gerät dabei selbst in die große Maschine, nur um aber dabei völlig ungerührt einfach weiter dann eben deren Schrauben.

Dann rennt er mit seinen Schraubenschlüsseln hinter der Sekretärin des Chefs her, gerät dabei auf die Straße und will dort bei einer großbusigen Passantin, die änlich (wie Schrauben ;-) aussehende Verziehrungen auf ihrer Bluse trägt, weiter schrauben. Das geht allerdings natürlich nicht gut. Ein herbeigerufener Polizist verfolgt Charlie, dieser rennt zurück in die Fabrik, aber nicht, ohne dabei auch wieder ganz routinemäßig am Tor seine Arbeitskarte an der Stempeluhr zu bedienen.

Hier folgen dann auch noch zwei extrem, halt nur leichter zu verstehen auf Grund des teilweise noch vorhandenen Stummfilmcharakters, witzige Szenen. 1. mit einer kleinen Ölkanne und 2. mit einer neuen Apparatur, und ihm dabei als Versuchsobjekt, die es nun ermöglichen soll, die Arbeiter völlig autonom zu füttern, so das diese ihre Hände frei haben, um auch in den Pausen noch weiter arbeiten zu können.

Er wird entlassen und bemerkt auf der Straße, wie ein Laster seine rote Fahne (zum anzeigen von Überlange der Ladung) verliert. Er hebt sie auf und möchte sie eigentlich nur dem Fahrer hinterher bringen, dabei gerät er aber ausgerechnet genau an die Spitze einer Demonstration von Arbeitern.

, - hier spielt Chaplin - allerdings wieder nur in einer etwas koketten Form - auf die ihm selber mehrmals vorgeworfenen subversiven Aktivitäten bzw. seine, - an ihm immer wieder kritisierten, aber hierbei auch nie ganz zweifelsfrei so nachgewiesenen Sympathien zum Kommunismus an, -

Dabei wird er als "Rädelsführer" in eine darauf folgende Schlägerei zwischen der Polizei und den Demonstranten hineingezogen und kommt schließlich auch (wegen herumschwenkens mit seiner roten Fahne) ins Gefängnis. Dort kommt beim gemeinschaftlichen Abendessen durch ein Versehen eine Packung Kokain, die eigentlich nur in einem Salzstreuer versteckt werden sollte, unter seine Mahlzeit. Und er wird dadurch im Rauschzustand unfreiwillig zum Helden, - weil er somit eine Gefängnisrevolte und gleichfalls einen Ausbruch anderer Mithäftlinge verhindern kann.

Daraufhin wird ihm seine restliche Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt, er wird begnadigt und anschließend wieder in die weitere Arbeitslosigkeit entlassen. Einem Mädchen, das er auf der Straße und später beim Transport ins Gefängnis kennengelernt hatte, begegnet er hier erneut. Und mit ihrer Hilfe findet er auch bald darauf seine Zuversicht wieder sowie auch eine neue Arbeitsstelle. In seinem neuen Job als Nachtwächter in einem großen Kaufhaus verbringen die beiden ihre erste gemeinsame Nacht, weswegen er auch wieder einmal mehr von dort entlassen wird.

Gemeinsam finden sie aber schließlich noch einen weiteren Job in einer Kneipe, - wo sie als Sängerin und Charlie als Bedienung angestellt wird. Seine Tätigkeit als Kellner geht zwar durch die tatkräftige Mithilfe eines großen Hundes ;-) wieder schief. Aber unverhofft bewährt er sich als ein guter Sänger.

Dann taucht allerdings der behördliche Vormund des Mädchens auf, der sie einsperren lassen will, und beide werden fast wieder getrennt. Charlie und das Mädchen können allerdings erneut gemeinsam fliehen und gehen schließlich auf einer schmutzigen Landstraße zusammen dem Morgen entgegen. Der Film gilt nicht nur als ein bissige Satire auf die Arbeitswelt, - sondern auch auf den Tonfilm selber, die akkustischen Effekte werden lediglich für dramaturgisch besonders zu betonende Zwecke eingesetzt. Das heißt, außer die eben, oben beschriebene Gesangsszene von ihm natürlich.

So z.B. für das Geräusch der Maschinen und einige, wenige gesprochenen Dialoge. Sonst der Film kommt noch fast genau so rüber, wie man es eben auch durch einen Stummfilm noch kennt. Mit der Verwendung durch Zwischentexte und vielen rein gestisch - mimischen Stilmitteln. Als der Tramp beispielsweise in einer Szene vorsingen muß, und ihm vor lauter Aufregung dabei sein Text entfallen ist, singt er einfach unverständliches Kauderwelsch, - was lediglich durch seine verwendete und ausdrucksstarke Mimik und Gestik hier noch einen überaus witzigen Sinn ergeben soll.

Ich selbst besitze leider nur die (KINOWELT - Auflage) Single - DVD dieses Films von 1999, kann also dementsprechend dann nur hoffen bzw. vermuten, ob die Bild, - und Ton - Aufbereitung bei der hier inzwischen nochmals neu aufgelegten und auch preislich dann etwas teuereren Fassung wirklich auf eine sehr zufriedenstellende Weise richtig gut verbessert worden ist. Also gewissermaßen als ein weiterer Bonus zum ohnehin bereits inkl. vorhandenen und zusätzlichen Bonusmaterial. Als Kauftip nicht nur für Fans bzw. als Ausleihtip zum 1x anzusehen auch noch bei den mehr anspruchsloseren Gelegenheitszuschauern nur geeignet und dabei ganz wärmstens zu empfehlen.
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am 3. Mai 2009
Moderne Zeiten ist der Klassiker des Visionärs Charlie Chaplin, der bereits damals die Folgen der Industrialisierung für das Individuum dramatisch überzeichnete. Aus heutiger Sicht ist der Film hochaktuell und es zeigt sich, dass Charlie Chaplin die Auswirkungen von der Leistungsgesellschaft dargestellt hat. Er zeigt darin, was die psychischen und sozialen Folgen davon sind, dass von den Menschen immer mehr Leistung in immer kürzerer Zeit gefordert wird. Der Film stammt aus der Zeit der damaligen Wirtschaftskrise und ist damit auch in der jetztigen Wirtschaftskrise und Rezession hoch aktuell. Der Film ist für mich absolut empfehlenswert und ein Muss ihn anzusehen, um gesellschaftliche Zusammenhänge und psychische und soziale Befindlichkeit in einen Kontext zu bringen.
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am 28. Februar 2014
Der Film ist sehr real, zeigt wo die Problemen unsere Gesellschaft liegen mit eine großartige Portion an Mitgefühl und Herzzerreißende Szene! Die Besetzung vom armen Mädchen konnte man kaum besser machen, mit den zerlumpten schwarzen Kleid und Barfuß! Und später als Tänzerin, wo sie Geld verdienen konnte und sehr schön mit Hut bekleidet war! Da würde ganz deutlich die fehlende Feinfühligkeit der Gesellschaft deutlich! Und der Schluss ist grandios, wo sie zusammen ihre Zukunft entlang der Autobahn entlang liefen!
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am 15. August 2013
Eine sagenhafte Kritik an der Industrialisierung. Charlie Chaplin spielt einen Fließbandarbeiter, der gegen die Monotonie seiner Arbeit ankämpft jedes mal den selben Schritt auszuführen. Der Film ist eine sehr gelungene Parodie an die moderne Arbeitswelt, wo Maschinen zunehmend den Menschen ersetzen. Ist das wirklich gewollt, dass Arbeiter, die ihrem Beruf nachgehen so sehr leiden. Ich finde es ein Spitzenwerk und deshalb gebe ich die volle Anzahl an Sternen.
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am 1. September 2013
Natürlich kann man seine anderen Werke (vor allem "Der große Diktator") nicht von der Hand weisen, aber hier versteht er es, wie kein Anderer, den Geist der Zeit einzufangen und die Mechanisierung und auch die Instrumentalisierung des menschlichen Individuums als reines Arbeitsgut gewieft aufzuzeigen, ohne dabei den lustigen und leichtfüßigen Unterton zu verlieren, der ihn so sehr auszeichnet.
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