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am 12. Juli 2012
In einem Emigranten-Lokal in Paris, dem Restaurant Tari-Bari, lauschen die Gäste während einer ganzen Nacht der Geschichte von Semjon Golubtschick, der von sich sagt, dass er ein Mörder sei.

Semjon Golubtschick ist unehelicher Sohn des Fürsten Krapotkin, der ihm Erziehung und Bildung angedeiehen lässt, was dem jungen Mann aber nicht genügt. Er will als legitimer Sohn anerkannt den Namen seines Vaters tragen. Eines Tages bricht er auf nach Odessa, wird beim Fürsten vorstellig und gerät in die Fänge eines Spitzels der zaristischen Geheimpolizei Ochrana. Aus dem Gefängnis entlassen muss er sich entscheiden einen Posten anzunehmen und entschliesst sich für die Polizei, wird also selbst zum Spitzel. Als er eines Tages den jungen Fürsten Krapotkin, seinen Halbbruder, neben der begehrten Frau seines Lebens im Bett liegen sieht schlägt er zu in unkontrollierbarer Wut und glaubt die beiden ermordet zu haben, was, wie sich später zeigen wird, nicht zutrifft. Der Kreis schliesst sich, als eine hässliche Frau mit schriller Stimme im Restaurant nach Golubtschik fragt, der unter den Tisch geflüchtet ist. Und als ins Hotel des Erzählers der Spitzel Jenö Lakatosc einzieht.

Ein düster-ironischer Roman, eine Parabel auf die Macht, die Banalität des Bösen, das sich so leicht seinen Weg bahnt zu den Schwachen, die keine genaue Vorstellung der Wirklichkeit des Lebens und der Welt haben. Eine ganz gewöhnliche Geschichte, eine unter vielen, eine Lebensbeichte über Irrwege durch Grössenwahn und Verrat.
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TOP 1000 REZENSENTam 6. November 2009
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen lernt der Ich-Erzähler dieses Romans von Joseph Roth aus dem Jahre 1936 in einer von einem russischen Emigranten betriebenen Gaststätte in Paris einen weiteren Russen kennen, der von allen anderen Gästen nur "unser Mörder" genannt wird. Dieser Mann, Golubtschik mit Namen, erzählt im Laufe der Nacht den Zechern bereitwillig seine Lebensgeschichte, in deren Verlauf er sich nach seinem Bekunden des Doppelmordes schuldig gemacht habe. Er beginnt damit, seine Kindheit und Jugend in einem kleinen ländlichen Dorf Wolhyniens zu schildern, die für ihn von dem teils aufregenden, teils quälenden Bewußtsein geprägt war, der uneheliche Sohn des Fürsten Krapotkin zu sein. Die Tatsache, daß Golubtschik auf Kosten des Fürsten eine gute Schulausbildung erhält, bestärkt ihn in seiner Gewißheit über seine fürstliche Herkunft. Eines Tages beschließt er, dem von ihm als demütigend empfundenen Schattenleben zu entsagen und sich geradewegs nach Odessa zu begeben, um den dort weilenden Fürsten aufzufordern, ihn öffentlich als Sohn anzuerkennen. Der Besuch entwickelt sich jedoch zu einem Debakel, was Golubtschik in Verkennung seiner Situation auf das plötzliche Auftauchen des legitimen Erben Krapotkins zurückführt. Von einem Spitzel der zaristischen Geheimpolizei, der Ochrana, einem Ungarn namens Lakatos in eine Falle gelockt, nimmt Golubtschik schließlich das Angebot an, seinerseits als Zuträger und agent provocateur für den Geheimdienst zu arbeiten, wobei er, getrieben von seiner Leidenschaft für das französische Mannequin Lutetia sowie seiner Eifersucht und seinem Haß auf den legitimen Krapotkin, sich mehr und mehr zu einem Schuft entwickelt, der bald vor keinem Verbrechen zurückschreckt, um Rache an seinem Widersacher zu nehmen und das Leben zu führen, zu dem er sich berechtigt wähnt. Schließlich kommt es zu einer Katastrophe.

Roths Roman ist meines Erachtens ein Meisterstück, was die psychologische Feinstudie einer von Ehrgeiz und Neid zerfressenen Seele angeht. Die innere Entwicklung Golubtschiks wird durchgehend glaubwürdig beschrieben, wobei der Leser auch eine Menge über die Machenschaften der russischen Geheimpolizei jener Epoche erfährt. Golubtschik sieht zwar in Krapotkin seinen Rivalen, doch sein eigentlicher Verderber ist der zwielichtige Lakatos, den Roth auf eingängliche Weise mit allen Attributen eines für die Gesellschaft herausgeputzten Teufels beschreibt. Lakatos macht sich Golubtschiks Besessenheit von großen Namen und der Bedeutung des Wortes zunutze und lockt ihn immer tiefer in schändliche Verstrickungen, aus denen der Held bald keinen Ausweg mehr findet, so sehr er sich phasenweise doch um moralische Besserung bemüht.

Besonders Wolf-Dietrich Sprenger als Stimme Golubtschiks schafft es, der Lebensgeschichte des Antihelden mit eindringlicher Dramatik gerecht zu werden und eine mitreißende Atmosphäre zu schaffen. Demgegenüber wirkt die andere Stimme (Harald Maack), die die Rahmenhandlung vorliest, ein wenig störend, da sie auch - zugegeben selten - unmittelbar in die Haupthandlung hineinbricht.

Ein kleines Manko ist, daß es sich um eine gekürzte Lesung handelt, was ich bei der Dichte und Dramatik der Erzählung ein wenig bedauerte, doch mitunter kann ein Hörbuch ja auch Neugierde auf das zugrundeliegende Original wecken.

All diejenigen, die spannende Geschichten lieben, denen es dabei aber auf realistische, facettenreiche Charakterzeichnungen und eine kraftvolle, eigenwillige Sprache ankommt, die sich etwa auch an Dostojewski nicht so leicht satt lesen können, werden sicherlich große Freude an diesem Hörbuch haben.
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An Mordgeschichten interessierten Lesern und Zuhörern sei gleich gesagt, dass es in diesem Roman von Joseph Roth nicht um das Auslöschen physischen Lebens geht. Zumindest nicht im üblichen Sinne. Denn Golubtschik, der Erzähler der Binnenhandlung, ist eher ein Feigling als ein eiskalter Mörder. Ohne Rückendeckung, verkriecht er sich lieber unter dem Tisch. Eine der üblichen Tätergeschichten mit einem klaren Motiv zu schreiben, würde dem Denken eines Schriftstellers auch nicht entsprechen, der in jedem seiner Werke den Blick auf das allgemein Menschliche lenken will. Roths Figuren werden nicht als gut oder böse geboren, sondern kommen einfach nicht mit ihrer eigenen Lebensgeschichte zurecht. Immer sind sie Täter und Opfer zugleich. Und mit diesem Zwiespalt erschweren sie es den Lesern, sich von ihren eigenen Unzulänglichkeiten zu distanzieren.

Wenn Golubtschik dem Ich-Erzähler der Rahmenhandlung seine Lebensgeschichte preisgibt, dann geschieht dies eben nicht als Beichte im katholischen Sinn, sondern als Rechtfertigung ohne tiefe Reue. Und wenn wir in diesem Verhalten Parallelen zum modernen Bekenntnisdrang in den Massenmedien sehen, ist dies alles andere als zufällig, sondern ein weiterer Belege für die Modernität von Joseph Roths Werk, in dem Sprache als Legitimierung des eigenen Verhaltens vor sich und den anderen, zu den Grundmotiven gehört. Obwohl Golubtschik letztlich ein skrupelloser Spitzel und ein williges Werkzeug des Bösen ist, sucht er die Schuld für sein Verhalten immer bei den anderen. Sie sind verantwortlich für seinen Neid und Hass. Also führt er sich auch zum Verrat berechtigt. Gefangen im Schema "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" verstrickt sich der ehrgeizige Hochstapler in Lügengebilden und wird zum Abbild einer gescheiterten Existenz. Geschickt zeigt Joseph Roth, wie solche Menschen auch die Liebe und das Schöne instrumentalisieren, ein Doppelleben führen und langsam von der Eifersucht auf psychisch gesündere Menschen innerlich zerfressen werden. Und so verrät Golubtschik eben nicht nur andere, sondern vor allem sich selbst. Stimmig ist es auch, dass Golubtschik von seiner Geliebten geschlagen wird, wenn er deren Wünsche nach Luxusgütern nicht gleich erfüllt. Erst als er Lutetia mit dem verhassten Halbbruder im Bett erwischt, "befreit" er sich von dieser Demütigung und schlägt die beiden tot. Zumindest glaubt er das, muss aber nach dem Krieg feststellen, dass sie überlebt haben.

Gelesen wird dieser Roman von Wolfram Berger, der als Hörbuchsprecher ebenso mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde wie als Schauspieler und Kleinkünstler. Wolfram Berger gelingt es, seine rauchige Stimme den verschiedenen Situationen und Figuren anzupassen sowie die Spannung selbst dann aufrechtzuerhalten, wo Kürzungen dem Text nicht geschadet hätten.

Mein Fazit: Ein Roman, in dem es nicht um einen ausgeklügelten Mord geht, sondern um die Zeichnung von authentischen Figuren, die unheilvoll miteinander verstrickt sind. Auch wenn "Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht" nicht die Qualität von "Radetzkymarsch" erreicht, lohnt sich eine Wieder- oder Erstbegegnung mit diesem spannenden Psychogramm eines Denunzianten. Zumal die Geschichte in Wolfram Berger den passenden Erzähler gefunden hat.
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am 28. September 2015
Diese verzweifelte Beichte eines eines Mannes, der sich Mörder nennt, hat mich mehr gefesselt, als viele Mordtaten mit denen sich heute ein Lesebegeisterter umgibt.
Die wunderbar dichte Sprache wirbelt Bild um Bild des Geschehens im Kopf des Lesers umher und dennoch bewegt sich die Handlung folgerichtig bis zum Höhepunkt: der Protagonist erschlägt ' wie er meint ' seinen Halbbruder, den er Seite an Seite mit seiner eigenen Geliebten findet.
Er gibt sich größte Mühe die Tat zu vollenden, aber die satirische Pointe liegt darin dass er Jahre später seinen Halbbruder an Krücken erlebt und vor einer dünnen hässlichen Frau, die seine frühere Geliebte ist, flieht.
Ein Lesegenuss für eine schlaflose Nacht.
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In der Rahmenerzählung geht es zunächst und abschließend um den Ich-Erzähler, der eher zufällig in das Pariser Restaurant Tari-Bari gerät, wo sich russische Emigranten einfinden. Zufällig begegnet er auch Semjon Golubtschik, jenem Möchtegern-Mörder, der schließlich, vom Ich-Erzähler mehr oder weniger entlarvt, seine Geschichte erzählt: die Geschichte eines Aufschneiders, skrupellosen Geheimdienstlers - er berichtet einiges von den Machenschaften der Ochrana, der zaristischen Geheimpolizei - und hoffnungslos Verliebten.
Der Hörer erfährt, wie Golubtschik allmählich in den Sog des Verderbens gerät. Das Auftreten des "Leibhaftigen" persönlich gibt der Erzählung eine eigene Note mit dem kleinen Höhepunkt, dass dieser am Schluss des Romans an den Ich-Erzähler höchst persönlich herantritt. Golubtschiks Beichte stellt eine Erzählung innerhalb der Erzählung dar, einen Bericht eines Gereiften über seine Jugendsünden, die sein Leben zerstört haben und es bis zum Ende im Griff haben werden. Golubtschik selbst erweist sich gegen Ende nicht nur als Versager, sondern auch als jämmerlicher Feigling - er, der Agent, der Unschuldige in den Ruin getrieben hat, um den aufwändigen Lebensstil seiner Geliebten zu finanzieren.

Auch in diesem Roman kreiert Roth markante, authentische Charaktere, deren Konflikte für Unterhaltung und Nachdenklichkeit sorgen. "Beichte eines Mörders" ist nicht das beste Werk von Joseph Roth, dennoch handelt es sich um einen bemerkenswerten Roman, der in der Hörbuchfassung von Wolfram Berger trefflich nacherzählt wird. Bergers Stimme passt sich dem Protagonisten, wie sich dieser dem Zuhörer erschließt, perfekt an, langweilig wird die umfangreiche Erzählung dem Leser nie. Roth und mit ihm Sprecher Berger vermögen es, die Spannung stets aufrechtzuerhalten, auch wenn die Handlung zwischenzeitlich etwas seicht vor sich hin plätschert.
Was die Aufmachung angeht, entspricht diese Ausgabe den anderen Hörbüchern des Verlags: schlicht, hochwertig, zweckmäßig - die CDs findet man in einzelnen Papphüllen, diese wiederum im attraktiven Kartonschuber.
Ein rundum gelungenes Hörbuch!
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am 7. Juni 2014
Inhalt als auch Sprache haben mir sehr gut gefallen. Über der Geschichte schwebt eine subtile Spannung. In einem Zug durchgelesen.
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am 11. Januar 2014
Buch wie beschieben, Sendung zügig, alles ok, danke. Für die weiteren 12 erforderlichen Wörter kann ich (adressiert an Amazon)nur sagen, dass eine kurze Beurteilung ausreichen muss, sonst werde ich in Zukunft keine Bewertung mehr abgeben.
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am 7. November 2009
Es handelt sich um ein spannendes und unterhaltsames Buch, das ich mit großer Begeisterung gelesen habe.Beichte eines Mörders, erzählt in einer Nacht
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