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347 von 410 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sache des Blickwinkels und der eigenen (Vor-)Eingenommenheit.
Hallo liebe Leser und potentielle Käufer,

zu allererst: ich finde den Film gut. Tolle Optik, gute Hauptdarsteller, universelle Geschichte, überraschend angemessender Schluß.
Natürlich handelt es sich wieder um eine subjektiv objektive Meinung, nichts für ungut.

Erwartung:

Als ich vor Monaten den Trailer zu...
Veröffentlicht am 2. August 2010 von Dimitar Stoykow

versus
21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verquaste Religionsstunde aus Hollywood
Mal angenommen, wir befänden uns in einer postapokalyptischen Zukunft. Zerstörung und Tod, wo man nur hinsieht. Wie würde man am besten überleben oder gar eine zivilisierte Gesellschaft wieder aufbauen können, aus rein pragmatischer Sicht ? Durch konstruktive Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe ? Durchs Vereinen aller verfügbaren...
Veröffentlicht am 21. Februar 2011 von S. K.


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347 von 410 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Sache des Blickwinkels und der eigenen (Vor-)Eingenommenheit., 2. August 2010
Von 
Dimitar Stoykow "frododendron" (Görlitz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli (DVD)
Hallo liebe Leser und potentielle Käufer,

zu allererst: ich finde den Film gut. Tolle Optik, gute Hauptdarsteller, universelle Geschichte, überraschend angemessender Schluß.
Natürlich handelt es sich wieder um eine subjektiv objektive Meinung, nichts für ungut.

Erwartung:

Als ich vor Monaten den Trailer zu TBoE gesehen habe, dachte ich nur: "Den Film musst Du sehen, endlich mal wieder ein Kinofilm mit dem Thema Postapokalypse."
So weit, so gut, leider lief der Film nicht im Kino bei uns und so musste ich auf die Erscheinung der DVD warten. Zwischendurch hatte ich den Film ganz vergessen und - und jetzt kommt das eigentlich Wichtige an der Vorgeschichte - ich hat so GAR KEINE Erwartungen an den Film. Ich habe mir weder Making-ofs angeschaut noch irgendetwas zur Handlung durchgelesen. Ich wusste nur Gary Oldman und Denzel Washington spielen mit. Ich hatte keine Ahnung um welches Buch, welchen Helden, welche Geschichte es geht.

Optischer Eindruck:

Die DVD musste also nach dem Erscheinen her. Der große Tag kam und mit ihm die DVD: Kinoabend zu Hause auf dem Sofa.
Ja nun, was soll ich sagen. Der erste Eindruck - optischerweise - war: "Gut gemacht, Jungs." Endlich mal wieder ein schlüssiges Konzept, wo die Optik die Geschichte bedient und nicht nur Mittel zum Selbstzweck ist; passt, wie die Faust auf's Auge. Die Landschaft, die Kamerawinkel, die Art und Weise der Erzählung und die damit einhergehende Kohärenz von Optik, Sound und Geschichte, für mich ein wahrer Augenschmauß. Allein die Eingangsszene, die einen ganz, ganz absichtlich in eine andere Richtung führt. Fallout, blau-grau und düster, kaum Hintergrundgeräusche und dann der Revolver und... na ja, nicht zu viel, sonst würde ich ja vorweg greifen. Jedenfalls geht es danach ganz anders weiter, anders als erwartet (wenn man die Trailer nicht gesehen hat). Der Film bleibt dann auch bis zum Ende seiner Linie treu und mir sind keine Schwächen oder Makel an der so geschaffenen fiktiven Realität aufgefallen. Man spürt die Hitze, kneift automatisch die Augen ein bisschen zu, wenn unsere Protagonisten in das gleißende Sonnenlicht hinaustreten.

Die Extras behaupten zwar, das die Optik was ganz Tolles und Einzigartiges ist und so noch nie dagewesen sei, aber das kann man ruhig unter Hype verbuchen. Natürlich gab es schon andere Filme mit ähnlicher Optik, nehmen wir nur einmal Mad Max, oder die Juggers oder beispielsweise Slipstream (der Film mit Mark 'Luke Skywalker' Hamill). Trotzdem, nach wie vor, tolle visuelle Leistung!

Ballereien und andere Effekte:

Wunderbar gemacht. Ich mag es, wenn sich Effekte demütig der Geschichte unterordnen. Natürlich gibt es das eine oder andere Feuerwerk. Ich würde mir z.B. gut überlegen, mir ein einsam gelegenes Haus in der Wüste zuzulegen, jetzt, da ich den Film gesehen habe. Lieber zahle ich für etwas stabileres mehr, man weiß einfach nie, wer klingeln kommt. Aber, was soll's, Filme dürfen Spezialeffekte haben, und wenn sich diese so schlüssig in den Film einbetten lassen, dann profitiert der Film auch davon.

Schauspieler:

Mein lieber Scholli, das hätte ich nicht gedacht: Denzel Washington als einsamer, wettergegerbter und schweigsamer Suchender und Wanderer. Weniger ist hier eindeutig mehr und so ist sehr ertragreich gewesen, dass die Sprüche und Dialoge dieses Herren bei den Dreharbeiten zusammengestrichen worden sind, wohl von ihm selbst. Ich war ganz erschrocken, als er dann doch sprach. Da sieht man mal wieder bewiesen, was alles nicht unbedingt nötig ist, wenn man andere Mittel nutzen kann. Und das liefert uns eine sehr überzeugende Darstellung von Seiten Herrn D.W. Gestik und Mimik, beide harmonieren fast ausnahmslos mit dem Drumherum und dem, das erzählt werden soll. Ich habe ihm die Rolle abgekauft und mir persönlich hat Herr D.W. eine seiner bisher stärksten Leistungen abgegeben.

Der Gute ist nur so gut, wie der Böse. Hand drauf. Mr. Gary Oldman hat es mal wieder geschafft, mich zu verblüffen. Ich gebe zu, er war auch einer der Gründe, mir diesen Film anzuschauen. Allerdings spielt er den Bösen ' und das ist nur ein Cliché in diesem Film, denn wirklich gut oder böse gibt es nicht, sondern "nur" menschlich ' bravourös. Klug, gebildet, skrupellos, menschlich und seiner eigenen Hybris verfallen. Was will man mehr. Es gab Momente wo ich gehofft habe, dass sich Protagonist und Antagonist am Ende zusammenraufen. Dass das nicht machbar war, war mir zwar klar, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Einfach köstlich: in seiner ersten Szene liest er ein Buch über Mussolini, damit war (mir) alles klar.

Überhaupt ist die Ambivalenz der beiden oben Genannten ein zentrales, wenn auch unterschwelliges Thema der gesamten Geschichte und hat mich die ganze Zeit in ihrem Bann gehabt. Jede Figur in diesem Film hat diese mindestens zwei Facetten. Das hat sehr zur Glaubwürdigkeit beigetragen. Vielen Dank dafür.

Jennifer Beals und Mila Kunis waren in Ordnung. Jennifer Beals kenne ich eigentlich nur aus Flashdance und es war mir ein angenehmes Wiedersehen, sie hat ihre Sache gut gemacht, ich hätte gern etwas mehr von ihr gesehen und von ihrem Charakter erfahren. Dasselbe gilt für Mila Kunis, die sicherlich die meisten von 'Die wilden Siebziger' kennen werden. Sie war stellenweise etwas blass (es geht hier nicht um die Hautfarbe!) neben Herrn D.W., aber sie hat sich redlich bemüht, Schritt zu halten und das ist ihr stellenweise gelungen.

Plot: (Achtung: SPOILER!!!)

Die Grundzüge des Plots sind an sich nichts Neues. Ich sehe Parallelen zu manchem Italo-Western oder manchem Sience-Fiction-Film, gerade den etwas älteren. Was hier jedoch zu sagen ist, ist dass die Geschichte sehr gut umgesetzt wurde. Wir haben hier eine einfach gestrickte Erzählung welche die eine oder andere Tiefgründigkeit durchblicken lässt. Ich behaupte hier sogar, dass uns einiges an Geschichte bzw. Plot vorenthalten worden ist, dass hin und wieder die Akteure unverhofft und teilweise zwar erahnbar aber doch nicht genau nachvollziehbar reagieren, ist ein Indiz dafür, dass hier etwas rausgeschnitten worden ist.

Symbolik: (Achtung: wieder SPOILER)#

Ja, es ist die Bibel, und wisst Ihr was? Es ist mir Wurscht. Ich hätte es zwar besser gefunden, die Leute im unklaren darüber zu lassen, welches religiöse Buch es ist, aber da hätte man so universelle Stellen nehmen müssen, dass es viele nicht verstanden hätten. Egal welches Buch es nun sonst gewesen wäre, immer wären Leute auf die Barrikaden gesprungen und hätten gewettert. Dieser Film ist beileibe keine Predigt. Dass ein Mensch anderen nicht hilft, die in Bedrängnis sind und Gef
ahr laufen, getötet und vergewaltigt zu werden, und das nur um auf seinem Weg zu bleiben, wie er meint, ist keine gute Werbung für eine Religion.
Dass das Buch am Ende erst einmal seinen Platz neben anderen religiösen Büchern findet, finde ich angemessen und ich will mich gar nicht erst darauf einlassen herum zu diskutieren, warum das eine Buch dicker als das andere oder edler gebunden ist. Das können gerne die 'Kirchengelehrten' und Kirchengelehrten übernehmen. Die Aussage des Filmes bleibt dieselbe: Religion hat Macht und man braucht Menschen, um sie zu nutzen.

Was ich wirklich schade finde ist, dass die Bibel in dem DVD-Menü durch das Kreuz klar als solche erkennbar ist. Da hätte ich mir lieber ein blankes Cover gewünscht. Das ist ein unnötiger Vorweggriff. Im Film wurde das Buch ja lange Zeit aus entsprechend günstigen Kamerawinkeln gezeigt, welche kaschierten, dass das Buch die Bibel ist und was wie darin geschrieben steht. Und diese Doppeldeutigkeit der Brailleschrift war einfach fantastisch. Eine wirklich elegante Lösung, welche mich sehr überrascht hat.

Fazit:

Ich kann diesen Film gerne weiterempfehlen. Er hat seine Wahrheiten, er hat seine Clichés, er hat seine Qualitäten und er hat mich die ganze Zeit an die Mattscheibe gefesselt. Ich habe nicht zwangsläufig an das Christentum oder an die Bibel gedacht, sondern war einfach nur erstaunt, wie ähnlich die Prozesse nach dem Niedergang einer Gesellschaft sein müssen und mich gefragt, ob nicht auch der Glaube an die menschliche Vernunft und deren Möglichkeiten, in das Reich der Religionen gehören. Starker Tobak, huiuiui. (*schmunzel*)
Es ist ein guter Film mit einer stark erzählten Geschichte, die zu unterhalten weiß. Die Schauspieler sind gut gecastet, die technichen Möglichkeiten und Effekte bedienen den Film in einer angenehmen und sehr dienlichen Weise, die dem ganzen Filmerlebnis hier allemal zugute kommt.

Bestes Zitat:

'Es hat schon einmal funktioniert!'

Lieben werden ihn:
Leute, die dystopischer Geschichten mögen
Leute, die Italo-Western lieben
Leute, die auch mal einer Geschichte mit stellenweise wenigen Worten folgen mögen
Leute, die kritischen Betrachtungen zum Thema Religion nicht aus dem Weg gehen

Und nun bedanke ich mich für Eure/Ihre Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen und verbleibe mit den Worten von Herrn Robert E. Howard (Autor von 'Conan'): 'Auf Zivilisation folgt stets die Barbarei, welche die natürliche Lebenform des Menschen ist.'*

*Bitte nagelt mich nicht auf den genauen Wortlaut fest.
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47 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebhaber-Edition ..., 27. August 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
... für Hardcore-Fans!

Das was diese Edition ausmacht, ist ein beiliegendes (hochwertiges) Booklet, ein Schlüsselanhänger in Flachman-Design mit Aufdruck und ein (leeres!) Notizbuch mit karierten Seiten + Book of Eli-Schriftzug oben rechts.

Ob das den Kauf dieser Edition rechtfertigt (insbesondere bei dem hohen Preis!), muss letztendlich jeder selbst entscheiden.

Für mich, der die starke visuelle Darstellung der Story gerne mag, war das keine Frage: Pflichtkauf!

Wer "nur" den Film haben will, ist sicherlich mit dem Amaray oder dem Quer-Steelbook (welches auch dieser Edition beiliegt) besser bedient.

Also tatsächlich nur etwas für Sammler, da die technischen Details der Auflagen gleich sind:

Klasse (auch wenn stilbildend verfremdetes) Bild und super dts HD-MA-Sourround Sound machen den Film (trotz der nicht gerade umwerfenden Handlung) absolut sehenswert.
Für mich ein Film für Genießer, die eine gelungene Mischung aus visueller Kunst, dichtem atmosphärischen Soundtrack und gekonnter Schauspielkunst (Hier natürlich vor allem Denzel Washington und Gary Oldman) bevorzugen.
Für Kiddies, deren Endzeit-Verständnis zwischen Mad Max und Doomsday schwankt, nicht zu empfehlen!

Ein Stern Abzug für den fehlenden 7.1-Sound (gehört für mich heutzutage bei einer Blu-ray dazu) und den vergleichsweise hohen Preis (das ändert sich ja vielleicht bald ...).
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen toller Film mit spezieller Motivation, 20. Juli 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli (DVD)
Der Film ist mir irgendwann einmal von Amazon "vorgeschlagen" worden. Der Klappentext klang interessant, die DVD war im Angebot, also hatte ich zugeschlagen. Mehr wusste ich über den Film nicht und war gespannt, welche mysteriöse Geschichte sich um das Buch von Eli herumspinnt.

Der Film fängt sehr viel versprechend an. Die Endzeitstimmung, die trostlose Welt sind herrlich eingefangen. Insbesondere die Kameraführung sticht hervorragend mit einem Hauch künstlerischen Niveaus heraus. Schon die erste Kampfszene, die aus einem dunklen Tunnel heraus die Kämpfer als Schattenspiel gegen die grelle Sonne abbildet, hat mich beeindruckt. Aber auch die meist ganz "realen" Perspektiven sind wunderbar gelungen. Danzel Washington spielt den einsamen Wanderer hervoragend und auch die anderen Schauspieler sind grundsätzlich überzeugend.

Nur, als sich der Hintergrund zur Story langsam klärt, da kam bei mir große Enttäuschung auf, denn sie ist leider auf eine sehr eingegrenzte, in Amerika wohl recht verbreitete Zielgruppe gerichtet. Hierzulande zündet der Stoff nicht so sehr, in meinen Wohnzimmer auf jeden Fall gar nicht. Objektiv weist die Story einige Mängel auf, die nur aus Sicht dieser speziellen Story sinnvoll sind, aber versagen, wenn man sich mit der Motivation nicht identifizieren kann:

ACHTUNG SPOILER:
Nach dem Großen Krieg wurde Eli von einer Vision zu einer Heiligen Schrift geführt, die er "nach Westen" tragen soll, seither ist er - volle dreißig Jahre lang - auf dem Weg nach Westen. Der Antagonist ist auf der Suche nach genau solch einem Buch, denn er weiß um die Macht der Worte und will sich mit ihrer Hilfe die Menschen untertan machen. Yeah... Zunächst braucht ein zielstrebiger Wanderer bei weitem keine dreißig Jahre, um die USA von Ost nach West zu durchqueren. Und ja, Worte können sehr mächtig sein, aber das müssen nicht unbedingt die Worte aus der Bibel sein. Die King-James-Bibel gerade in einer Welt, die offenbar allen Glauben nicht nur verloren, sondern schlicht vergessen hat, sogar zum absoluten Über-Artefakt zu machen, schießt für mein Empfinden ganz, ganz weit über das gesunde Maß hinaus. Wie man innerhalb von dreißig Jahren den christilichen Glauben so sehr aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschen tilgen will, dass man nicht einmal mehr den Begriff "Kreuz" kennt (der ja zunächst einmal ganz profan ist) und die Menschen bei seiner Beschreibung die Finger kreu... ähm... übereinander legen müssen, ist mir auch schleierhaft. Solcherlei Ungereimtheiten gibt es noch ein paar, was wirklich sehr schade war.
SPOILER ENDE

FAZIT:
Grundsätzlich ist "The Book of Eli" ein toll gemachter Film. Setting, Schauspieler, Perspektiven, Stimmung... alles ist gelungen, bisweilen sogar grandios. Leider funktioniert die Motivation für die Story nur bei einem recht klar umrissenen Zuschauerkreis in vollem Umfang. Allen anderen versetzt sie der Story einen deutlichen Dämpfer. Wer mit so etwas gut umgehen kann, darf dennoch sorglos zugreifen. Wer schnell enttäuscht ist, sollte sich den Kauf zwei mal überlegen.
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Special Edition - Toller Film, 7. September 2010
Von 
Ich habe zunächst die Trailer zu Book of Eli gesehen und war total gespannt auf den Film. Als er im Kino lief, meinte allerdings der eine oder andere aus meinem Freundeskreis, dass das Thema Religion im Film vorkommen würde. Denn natürlich handelt es sich bei dem besagten Buch um die Bibel. Ich wollte ihn aber unbedingt sehen, weil ich Denzel total mag und ging also mit gemischten Gefühlen ins Kino. Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Was für ein wunderbarer visueller Film mit einem so toll auf den Punkt gebrachten Schluss, der berührt und bewegt. Nicht nur das man tolle Action und fantastische Bilder bekommt... nein, obendrauf gibts auch noch ne Story mit Tiefgang! Ich sehe den Film als eine Art Metapher für das was der Menschheit verloren gehen würde, wenn es zu einer großen Katastrophe kommen würde, die unsere Zivilisation wie wir sie heute kennen vernichten würde. Die Frage ist einfach, was bleibt dann dem Menschen? Was macht uns aus? Über viele Jahrhunderte und Jahrtausende entwickelten sich die unterschiedlichsten Religionen auf allen Teilen der Welt. Und sie alle (oder viele) haben im Kern die gleichen Aussagen. Die letzte Bibel ist das Symbol unserer eigenen Menschlichkeit. Einfach eine tolle Geschichte ... grandios umgesetzt.

Ein Wort auch noch zur Special Edition. Ein wirklich gelungenes schön illustriertes Booklet, ein cooles leeres Notizbuch, auf das man seinen eigenen Namen schreiben kann und ein Schlüsselanhänger. Mit enthalten ist das super gelungene Steelbook auf Blu-ray. (FSK-Sticker ist abziehbar) Einfach eine tolle Sammleredition. Für Denzel Fans ein Muss :)
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschönes Steelbook - Sehenswerter Film auf BD, 6. September 2010
Gleich zu Beginn: Das Quersteelbook ist ein Traum, geht meines Erachtens kaum noch schöner. Für jeden Fan von Steelbooks ein MUSS. Das Wichtigste, ist aber eh bekannt, das FSK Logo ist abziehbar.
Nun zum Film: Endzeit, die Welt zerstört, streunende Gangs, einsame Krieger, ein täglicher unerträglicher Kampf ums Überleben. Viel Hintergrundinfos, warum die Welt zerstört ist, bekommt man nicht, kann man sich aber locker zusammen reimen. "Eli" geht grundsätzlich in die gleiche Richtung wie Mad Max, nur ist die Umsetzung des Films völlig anders. Es gibt wenige Kampfszenen, die jedoch exzellent umgesetzt. Wer Endzeit-Filme mag, wird "Eli" auch mögen, nur darf man sich keinen extremen Actionkracher erwarten. "Eli" ist von seiner Grundstimmung her viel ruhiger als Mad Max, das mag der eine oder andere als langweilig interpretieren, ich nicht.
Die Bluray überzeugt auf ganzer Linie: Super Bild mit erstklassigen Sound. Da gibt es keine Abzüge, so soll es sein.
FAZIT: Steelbook-Sammler haben den Film eh längst, weil Pflichtkauf. Und zum Film selbst, man muss sich letztlich im Klaren sein, er ist nahe an Mad Max, aber letztlich doch ganz anders.:)
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verquaste Religionsstunde aus Hollywood, 21. Februar 2011
Von 
S. K. (Sauerland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli (DVD)
Mal angenommen, wir befänden uns in einer postapokalyptischen Zukunft. Zerstörung und Tod, wo man nur hinsieht. Wie würde man am besten überleben oder gar eine zivilisierte Gesellschaft wieder aufbauen können, aus rein pragmatischer Sicht ? Durch konstruktive Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe ? Durchs Vereinen aller verfügbaren Kräfte und Ressourcen ? Oder gar an das Vertrauen in einem selbst, IM Menschen ? Nein ! Die Hoffnung liegt ganz allein im christlichen Glauben, der um jeden Preis bewahrt werden muss. Notfalls mit Gewalt. Das zumindest versuchen die Hughes-Brüder dem Zuschauer mit ihrem Film "Book of Eli" zu suggerieren. In ihrem letztjährigen Endzeitfilm gibt sich ein nur solide aufspielender Denzel Washington als kampferprobter Einzelgänger, der einsam und gottestreu den Glaubenspfad bestreitet und als Neo-Messias die Werbe-Trommel fürs Buch der Bücher von neuem rühren darf. Aus nicht unbedingt bibeltreuem Betrachtungswinkel ein sehr zwiespältiges Filmerlebnis.

Die USA im Jahre 2044:
Dreißig Jahre sind vergangen, seit dem letzten "große Krieg". Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist eine lebensfeindliche, unwirtliche Wüste, in der jeder Einzelne um sein eigenes Überleben kämpft. Raubmord, Vergewaltigungen und Kannibalismus gehören zum düsteren Alltag. Ungeachtet dieser Umstände durchstreift ein einzelner Mann mittleren Alters durch das tote Land. In seinem Besitz befindet sich das wohl letzte Exemplar der altbekannten Bibel, welches der Wanderer unbeirrt nach Westen bringen will. Er sieht darin seine Lebensaufgabe, seine Mission.
Während sich die Masse der übrig gebliebenen Menschheit eher um überlebenswichtigere Güter wie Wasser oder Nahrung die Köpfe einschlagen, gibt es Einzelne, die sich dieses Buch nur zu gern aneignen und es für Machtzwecke missbrauchen wollen. Da Eli es nicht freiwillig hergibt, werden andere Seiten aufgezogen. Was den Einzelgänger unbeeindruckt lässt, hat er ja in den vielen Jahren nicht nur gelernt zu überleben, sondern sich auch zu verteidigen...

Das Schicksal der Menschheit und dessen Zukunft, abhängig vom Buch der Bücher ? Und Eli / Denzel als Hüter dieser heiligen Schrift ? Halleluja ! Hier trägt "Book of Eli" ganz schön dick auf. Wieder einmal ein typischer Fall von religiös-durchtränkten Filmschaffens made in Amerika. Bitte nicht falsch verstehen: Neben der apokalyptischen Stimmung, der (etwas zu eleganten) Choreo-Metzelei und mehreren kurzen Scharmützeln in Wild-West-Manier darf natürlich auch der religiöse Glaube seinen Platz finden. Sofern es nicht in Richtung Anbiederung tendiert, doch genau das tun die Hughes-Brüder in diesem Fall. Darum kann man die übertrieben ernsthafte, spirituelle Ausrichtung ihres Films auch nur mit viel Mühe und Wohlwollen runterschlucken. Die Amerikaner mögen fundamentale Bibelstunden gerne sehen (und sind es wohl nicht anders gewöhnt), wir Europäer eher weniger. Zumindest nicht in dieser aufdringlichen Form. Darum werden Seher mit betontem Hang zur Religion mehr mit "Book of Eli" anfangen können als nicht ganz so Gläubige/ Bibelfeste (wie meiner einer). Sofern sich die Kirchengänger nicht von den eingestreuten Gewalteinlagen abschrecken lassen. ;-)

Das mysteriöse Motiv Elis bleibt in der ersten Hälfte des Films ungelüftet und ist neben der gut getroffenen Endzeitstimmung samt einiger harter Zwischenkonflikte auch Hauptverursacher der nach und nach aufbauenden Spannung. Mit seiner Restlaufzeit ab Filmmitte ändert sich jedoch dessen Tenor: Die Action nimmt zu, die interne Logik nimmt ab, der spirituelle Kern bleibt oberflächlich bis lachhaft. Darunter leidet dann auch der Spannungsbogen.
(Unangenehm) überrascht war ich vor allem, wie es den Hughes-Brüdern passieren konnte, den mit teilweise beeindruckenden (wenn auch etwas überladenen) Total-Aufnahmen aufgebauten "Endzeit-Realismus" mit reichlich Ungereimheiten wieder zunichte zu machen. Ein anzusprechendes Beispiel wäre hier das Thema Hygiene: Fast alle Charaktere haben blitzblanke Zähne und sehen (abgesehen von etwas verschmutzter Bekleidung) verhältnismäßig gepflegt aus. Auch hinsichtlich der Ressourcen kann man nur den Kopf schütteln: Wasser und Nahrung dürfen rationiert werden, Munition und Sprit gibt's aber scheinbar zuhauf.
Ist das nur dilettantisch oder eine völlig verkehrte "Endzeit"-Welt ?! Da war "The Road", den ich vor wenigen Wochen gesehen habe, eine ganze Ecke glaubwürdiger.
Und auch die Figur des Eli verursacht in einigen Momenten Kopfzerbrechen. Ein Mensch, der die Bibel liebt, sie schützt und jedes Wort darin glaubt, ja sogar eine Stimme vernommen hat, die ihm zum besagten Buch geführt und mit entsprechender Mission beauftragt haben soll, setzt sich in einem entscheidenden Moment nicht für eine hilflose Frau ein, die im Off von einer Motorrad-Bande vergewaltigt wird. Lieber hält er an seinem Ziel in Richtung Westen fest. Ruft die Bibel nicht zur Nächstenliebe oder Hilfsbereitschaft für die Schwachen auf ? Hmm... Da habe ich wohl zu Konfirmationszeiten das falsche Buch gelesen *g*

Wenigsten lässt der ansehnliche Cast milder stimmen, wenn auch schade, dass zwei Charaktergrößen wie Denzel Washington und Gary Oldman hier (leider) keine schauspielerischen Höchstleistungen vollbringen. Washington gibt sich ziemlich wortkarg, seine Mimik scheint wie festzementiert. Sicherlich passend für seine Rolle, doch damit wird sein Können stark auf Sparflamme gehalten. Gleiches Bild bei Oldman, der nach längerer Zeit wieder einen brauchbaren Fiesling spielt, allerdings bleibt er für seine Verhältnisse unerwartet zurückhaltend. Der Mann hat in seiner Karriere so viele kranke und wahnsinnige Typen verkörpert, da vermisse ich doch die emotionalen Ausbrüche, mit denen er früher richtig begeistern konnte.
Mila Kunis als Elis unverhoffte Jüngerin gibt sich Mühe, viel aus ihrer Rolle herauszuholen. Annehmbar, aber mehr auch nicht.

Fazit:
Die Bibel als letzte Rettung für die Menschheit der Postapokalypse - eine Message nach Holzhammermethode. Interessierte sollten hinter "Book of Eli" keine aufgefrischte Version von "Mad Max" erwarten. Dafür ist der Actiongehalt zu gering, während der Spannungsbogen nicht bis zum Ende aufrecht gehalten werden kann. Der Endzeit-Fan kann sich dafür an dem visuellen Stil und dem philosophisch interessanten, wenn auch nicht sehr tiefgründigen Plot erfreuen. Als bessere Endzeit-Kost empfehle ich den ruhigeren und verstörerenden "The Road" mit Viggo Mortensen.
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26 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Religion im neutralen Blickpunkt, 18. November 2010
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli [Blu-ray] (Blu-ray)
"The Book of Eli" ist ein Film, der sich offensichtlich geradezu dazu anbietet, dass sowohl religiöse Fanatiker als auch religiobskritische Gruppen über den Film spotten: Die einen erkennen Blasphemie in der Darstellung des christlichen Hauptdarstellers, der auch vor grausamster Gewaltanwendung in Notfällen nicht zurückschreckt. Die anderen meinen hier einen hochgepushten Werbespot für das Christentum zu erkennen.

Ich selbst verstehe den Wirbel nicht: In "The Book of Eli" zieht Denzel Washington als stoischer Hauptdarsteller unbeirrt seiner Bestimmung entgegen: Er will die letzte Bibel retten. Auf seinem Weg ist er durch nichts davon abzubringen, so ignoriert er durchaus auch flehende Hilferufe, die seiner Ansicht nach quasi "nicht sein Bier sind". Gary Oldman wiederum will Elis Bibel ebenfalls für seine Zwecke nutzen: Er möchte unter dem Deckmantel der Religion Anhänger um sich scharen und sie durch den Glauben gefügig machen.

Wer nun aufpasst, merkt jetzt bereits, dass es hier weder darum geht Blasphemie zu inszenieren als Religion einseitig zu verherrlichen: Vielmehr werden beide Seiten derselben Medaillie beleuchtet: Der Glaube kann zu guten Taten motivieren, denn so verändert auch Eli sich im Laufe der Geschichte und wendet sich nicht nur seinem Buch, sondern auch den Menschen zu. Gleichzeitig wird die Gefahr des Fanatismus deutlich vor Augen geführt, eben so wie Eli am Ende aufgrund seines sturen Festhaltens an seinem Weg vernachlässigt was einen Christen laut der Bibel ausmachen sollte: Nächstenliebe. Gary Oldmans egoistische Gier nach der Bibel wiederum zeigt, dass manch einer, der selbst nicht glaubt, den Glauben für seine Zwecke pervertieren möchte - Religion birgt also auch die Gefahr des Missbrauchs.

Wo hier also im Film selbst Fundamentalismus oder religiöser Fanatismus propagiert werden sollen, bleibt mir schleierhaft. Meiner Ansicht nach handelt es sich um eine durchaus gelungene Aufarbeitung des Themas, die sowohl Chancen als auch Gefahren des Glaubens zeigt. Wer nun meint es würde einseitig das Christentum hervorgehoben, muss ich am Ende des Filmes, eines besseren belehren lassen: Es sei so viel verraten: Die Bibel ist nicht das einzige religiöse Buch, das es zu bewahren gilt.

Der Wert der Religion wird hier also durchaus vielschichtig dargestellt: Für den einen ist es der Glaube, der eine spirituelle Bestimmung verleiht, ein anderer will sie zu eigenen Zwecken missbrauchen, andere messen ihr vielleicht eher wissenschaftlichen Wert bei (Ende des Filmes).

So viel dazu, es war einfach mal nötig etwas dazu zu schreiben, nachdem alle anderen Rezensionen hier entweder Schwarz oder Weiß malen ;-).

Die Blu-ray selbst ist sehr gut gelungen, die Bildqualität ist aufgrund des Endzeitstils von starkenb stilistischen Einflüssen etwas getrübt, aber besser kann man das Bild sicher nicht auf Blu-ray bannen und Nahaufnahmen zeigen hervorragende Details. Auch der Ton ist super. Die Extras geben detaillierte Einblicke hinter die Kulissen und zwei Motion-Comics erzählen einen Teil der Vorgeschichte des Filmes, was ich sehr sehenswert fand.

Fazit: Für Endzeit-Liebhaber, speziell Fans der Fallout-Rollenspiele, ist der Film nur zu empfehlen! Man sollte den Aspekt der Religion hier nicht überbewerten und sich nicht zu vorschnellen Urteilen hinreießen lassen. Dann bleibt eine spannende Geschichte mit spirituellem Unterton übrig, die auf einer sehr guten Blu-ray dargeboten wird.

(Ich selbst bin Agnostiker und stehe Religion damit kritisch und offen zugleich gegenüber. Mir hat der Film Spaß gemacht.)
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60 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bücher sind ganz lange Briefe an gute Freunde, 7. Mai 2010
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli (DVD)
Mitte des 21. Jahrhunderts haben nur wenige Menschen eine Apokalypse überlebt. Marodierend umherziehende Motorradbanden terrorisieren das Land. In den Städten herrschen Warlords.

In diesem Chaos durchstreift Eli die ehemalige USA. In seinem Reisegepäck sind Proviant, Tauschgegenstände und ein altes Buch aus dem er täglich liest. Das Buch weckt bald die Begehrlichkeit eines Warlords, der alles daran setzt um es in seinen Besitz zu bekommen. Doch Eli ist nicht nur ein weiser, sondern auch ein schlagkräftiger Mann und versteht es immer wieder seinen Häschern zu entkommen.

Die Geschichte verwendet Klischees aus The Postman, Mad Max und Fahrenheit 451. Der einfach gestrickte Handlungsstrang beeindruckt ebensowenig wie die geführten Dialoge. Die Stärke des Films liegt eindeutig in seiner Bildersprache, die an Sergio Leone erinnert. Beeindruckende Szenarien, ausgeschmückt mit interessanten Accessoires und eine extrem langsame Kameraführung mit zahlreichen Totalen. Dies schafft Wohlfühlkino Atmosphäre. Regie und Schauspieler leisten ordentliche Arbeit.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Fallout 3 meets Heilige Schrift, 28. August 2010
Von 
H. Weisser "Sunny Mars" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli [Blu-ray] (Blu-ray)
Nachdem es um die Hughes Brothers nach dem inhaltlich und von der Optik her faszinierenden "From Hell" ein knappes Jahrzehnt still geworden war, melden sie sich mit "The Book Of Eli" zurück. In "From Hell" schafften sie es, das London des späten 19. Jahrhunderts wieder aufleben zu lassen. Das Ergebnis war seinerzeit atmosphärisch sehr dicht und visuell überragend.

Und in "The Book Of Eli" gelingt ihnen dieses Kunststück wieder - zumindest in visueller Hinsicht.Es wird eine beängstigende, postnukleare Endzeitatmosphäre erzeugt, die düster ist und hoffnungslos erscheint. Durch übersteigerte Kontraste und reduzierten Farbeinsatz wirkt diese Welt fremd für den Zuschauer. Perfekt ist außerdem das Setting: Trostlose Landschaften, überall zerstörte Gebäüde oder Brücken, Müll und Schrott soweit das Auge reicht. Wer einmal das Computerspiel "Fallout 3" gespielt hat, für den hat "The Book Of Eli" einen gewissen Wiedererkennungswert und der dürfte sich sofort wie Zuhause fühlen...

***SPOILERGEFAHR***
Inhaltlich hingegen ist der Film eine zweischneidige Sache: Ich denke, man muss für religiöse Stoffe offen sein, um sich uneingeschränkt für die Handlung begeistern zu können. Wenn man dann noch an die Macht der Bibel glaubt, wird man auch die Motivation der Personen im Film verstehen, die Inhalt des Buches entweder beschützen oder an sich reißen wollen. Ich jedoch habe so meine Probleme mit der Kernaussage des Films, dass derjenige, der den Bibelinhalt besitzt und verbreiten kann, damit automatisch auch die Welt verändern kann, weil die Menschen gar nicht anders können als den Worten der Bibel zu folgen. Das mag bei regelmäßigen Kirchgängern, beim US-amerikanischen Publikum oder bei christlichen Fundamentalisten gut ankommen. Aber ich habe damit ein Problem!
Zu diesem persönlichen Problem mit dem Film gesellen sich dann noch zahlreiche Krater, die sich ins Drehbuch eingeschlichen haben. So fragt sich auch ein eher unaufmerksamer Zuschauer sicher, wieso Eli - einfach so und ohne jegliche Erklärung - unerkannt ein bewachtes Zimmer verlassen kann. Als er später seine Begleiterin Solara in einer Höhle einsperrt, um ohne sie weiterzuziehen und sie plötzlich wieder auftaucht, war meine Verblüffung ebenfalls groß. Logisch, dass eine Erklärung dafür ebenfalls nicht genannt wird. Sorry, aber sollte hier jemand mit göttlicher Fügung argumentieren, dann gilt für mich: Funktioniert einfach nicht! Da fällt dann schon beinahe nicht mehr ins Gewicht, dass sich Eli & Solara zu Fuß scheinbar ebenso schnell fortbewegen wie ihre Verfolger per Auto...

Insgesamt punktet der Film also vor allem atmosphärisch und visuell, inhaltlich müssen jedoch deutliche Abstriche gemacht werden. Für ein einmaliges Ansehen ist "The Book Of Eli" auf jeden Fall geeignet, zu mehr reicht es jedoch aus meiner Sicht kaum.

Zur BluRay-selbst:
Bild- und tontechnisch werden ganz große Geschütze aufgefahren. Trotz der ungewöhnlichen Farbgebung und der problematischen Kontrastwerte ist das Bild stets detailliert und zumeist scharf. Der Sound überzeugt ebenso. Vor allem die Dynamiksprünge dürften so manchen Zuschauer aus dem Sofa heben.
Die Extras sind sehr interessant, vor allem wird ausführlich auf die Entstehung des Films eingegangen. So dürfte jedem Zuschauer der enorme Aufwand bewusst werden, der in die Produktion von "The Book Of Eli" gesteckt wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur wer hinter die Fassade blickt, wird den Film verstehen, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: The Book of Eli [Blu-ray] (Blu-ray)
Keine Spoiler, ich verrate nichts.

Die einen finden den Film grandios, die anderen sehen in "The Book of Eli" einzig und allein eine depperte Religionspropaganda. Wer letzteres wahrnimmt, hat leider nicht hinter die Fassade geblickt. Ich bin Atheist, habe also mit Religionsquatsch nichts am Hut und reagiere sehr negativ auf Religionspropaganda. Aber die hat es in "The Book of Eli" einfach nicht gegeben, zumindest nicht nur. Eli ist ohne Zweifel ein Märtyrer, der für seinen Glauben an das Buch, das er bei sich trägt, eine Bibel, sterben würde. Allein dass er sagt eine Stimme habe ihm die Mission anvertraut diese Bibel in den Westen des Landes zu bringen, zeigt, dass er nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Dafür vergisst er sogar seine Zivilcourage! Für ihn sind die Worte der Bibel etwas, das die Menschen vereint. Das sehe ich nicht so, denn Religion hat Menschen seit jeher auseinandergetrieben und zu Feinden gemacht. Sie macht sie zu willenlosen Sklaven, die ihre Märchenbücher, Märchengötter sowie religiösen Anführer nicht mehr hinterfragen.
Dass die Leute im Film sofort ergriffen grinsen, sobald sie Passagen der Bibel zu hören oder zu lesen bekommen, kann ich einerseits nicht nachvollziehen, andererseits schon. Denn "The Book of Eli" erzählt von einer postapokalyptischen Welt, in der viele nicht lesen können und in der es kaum noch Herzlichkeit und Mitgefühl gibt. Für diese Menschen klingen Bibelzitate tröstend und nach etwas, wonach sich alle sehnen. Von diesem Standpunkt aus sollte man als Zuschauer den Film betrachten, dann wird man auch die Botschaften verstehen. Die Bibel ist in "The Book of Eli" ein Machtinstrument. Eli sieht darin die Möglichkeit zum friedlichen Neuanfang und Antagonist Carnegie die Möglichkeit die Menschen nach seinem Willen zu lenken. Genau genommen ist beides dasselbe. Menschen sind den Worten der Bibel und dem, der sie predigt, in Zeiten großer Not schon immer gefolgt. Darum ist das keineswegs etwas Übernatürliches. Die Bibel ist in einer postapokalyptischen Zeit, in der viele keinerlei Bildung haben, sehr wohl ein Machtinstrument, um Menschen willenlos zu machen. Wie gut oder böse jemand diese Waffe nutzt, ist jedoch nicht zu differenzieren. Schon immer glaubte jeder im Guten zu handeln. Wie viele Milliarden Tote das bislang gefordert hat, zeigt die Geschichte.

Niemand, weder Eli noch sonst jemand hat meines Wissens nach das Wort "Gott" in den Mund genommen. Eli sprach nur von einer Stimme und dass er beschützt werde. Von wem sagt er nicht. Aber genau das wird er eben nicht. Carnegie formulierte es sehr treffend, als er sagte, dass Eli auch nur ein Mensch sei, der durch eine Kugel stirbt, wenn er getroffen wird. Eli wird nicht durch übernatürliche Mächte geschützt, sondern durch sich selbst. Er beherrscht außergewöhnliche Selbstverteidigungstechniken, hat eine blitzschnelle Reaktion und ist unglaublich schnell und präzise. Er bietet dem Zuschauer damit nicht nur eine sehenswerte, flotte Choreographie, er zeigt damit auch, dass er niemanden braucht, der ihn beschützt.
Ich finde sogar, dass "The Book of Eli" an mindestens drei Stellen die Religion scharf kritisiert. Zum einen scheinen neben einer Naturkatastrophe auch Religionskriege die Menschheit an den Rand der Auslöschung gebracht zu haben, woraufhin in weiser Voraussicht alle Bibeln der Welt verbrannt wurden. Zum anderen lässt Eli Menschen leiden und sterben, um seine Mission nicht zu gefährden. Und am Ende (keine Sorge, ich verrate nichts) wird bei Carnegie in der Bar deutlich, wie blind religiöser Eifer und religiöser Machthunger machen kann.

Mal abgesehen von der durchaus klugen Story hat der Film natürlich noch viel mehr zu bieten. Allen voran die Optik kann überzeugen. Aber auch Darsteller, Kampfchoreographie, Kamera, Bild, Ton und Dialoge sind top. Spannung ist trotz der ruhigen Grundstimmung vorhanden. Auf Musik wurde weitestgehend verzichtet, was genauso gut ist wie die Tatsache, dass vieles unausgesprochen bleibt.

Wer sich die Mühe macht hinter die Fassade der vermeintlichen Bibelpropaganda zu blicken, wird einen spannenden, phantastisch gespielten, optisch beeindruckenden Endzeitfilm erleben, der einen überraschenden Storytwist parat hält und die Bibel und ihre Anhänger nicht lobt, sondern kritisiert. Lohnt sich auch ein zweites Mal!
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The Book of Eli [Blu-ray]
The Book of Eli [Blu-ray] von Allen Hughes (Blu-ray - 2010)
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