Kundenrezensionen

64
3,2 von 5 Sternen
Antichrist - Single Version
Format: DVDÄndern
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. November 2012
"Die Filme, die ich am meisten mag, sind die, die man auf ganz viele Weisen lesen kann." Lars von Trier

Lars von Triers "Antichrist" ist ein Film, der durch seine extreme symbolische Überfrachtung kaum zu verstehen bzw. zu deuten ist. Von vornherein steht zwar fest, dass dieser Film auf jeden Zuschauer mit der ihm eigenen intensiven Magie stets unterschiedlich wirken wird, immer jedoch werden Ablehnung, Befremden und Unverständnis wesentliche Elemente der beabsichtigten Rezeption bilden.

Das Anch-Kreuz im Titelbild ist Programm: In fünffacher Bedeutung bildet es erstens das letzte "t" im Wort "Atichrist", zweitens die ägyptische Henkelkreuzhieroglyphe als Symbol des naturellen- wie jenseitigen Lebens, drittens das Zeichen der koptischen urchristlichen Kirche Ägyptens, viertens astrologische Zeichen der Venus und in diesem Zusammenhang fünftens auch das sexuologische Symbol für Weiblichkeit. Diese Symbolik verbindet die traditionell männliche Figur des Antichristen, und damit das endzeitlich Böse des christlichen Kontextes, mit der in der Figur der Hexe überlieferten sinisteren Seite des Weiblichen.

Ein Ehepaar, er ist Therapeut, sie Promovendin einer Wissenschaft, welche sich entsprechend ihrer Dissertation auch mit dem Thema des Hexenkultes beschäftigt, wird durch den Unfall-Tod des gemeinsamen Kindes in einen Abgrund furchtbarer sexueller Gewalt gezogen. Schon in der Art der Charaktere viel Symbolik: Er steht für kühle männliche Analytik, sie dagegen für das Transzendente, welches sich ins Intuitive und unbewusst Emotionale (Freud ist ja tot) zurückgezogen hat. Der Film beginnt mit einer muskalisch und visuell verwobenen Komposition, die den gewaltsamen Unfalltod ihres gemeinsamen Kindes während eines Geschlechtsaktes der Eltern - man kann sagen - zelebriert. Dieses Unglück löst nun die Katastrophe aus, die der Film erzählt. Die Ursachen hierfür liegen aber nicht im Tod des Kindes, sondern nahmen bereits im Sommer zuvor ihren Anfang, als sie unter dem Dach eines Waldhauses an ihrer Doktorarbeit schrieb. Nur sie und ihr Sohn waren dort. Ihr Thema, die Natur des Weibes in der Hexentradition, entfaltet dort jedoch eine unglückselige Dynamik. Je tiefer sie in die Geheimnisse ihres Gegenstandes eindringt, umso verwirrter und zerfahrener gestalten sich auch graphologisch ihre Aufzeichnungen. Etwas Numinoses hat sich ihrer dort bemächtigt - was und wie konkret, lässt Trier offen - und als sie ihre Arbeit, ahnend, die Büchse der Pandora geöffnet zu haben, mit der resignierenden Begründung abbricht, es habe ja alles keinen Sinn, ist es zu spät. Sie blockiert ihr Trauma und kehrt zu ihrem Mann zurück.
Der Tod des Kindes löst nun eine so ungewöhnlich heftige Trauerreaktion in Verbindung mit einer Phobie gegen die Natur aus, dass ihr Mann sie in dem Wunsch zu helfen therapieren will. Dabei verstößt er aber gegen ein ehernes therapeutisches Prinzip: Therapiere nie Familienangehörige! Er verkennt ihre Ängste vor der Natur als Ursache ihrer ungewöhnlich heftigen Trauerreaktion und will sie vor Ort lösen. Seine kühlen Analysen und entsprechenden Therapien öffnen nun zwar die Blockade der Frau, plötzlich aber drängt hervor, was eigentlich dahinter steckt. Eine okkulte, sexualmagische Präsenz greift da vor den Augen des entsetzten Zuschauers mit zunehmender Gewalt Raum, immer eskalierender und schmutziger geraten die Szenen, bis die Frau - längst nicht mehr sie selbst - in ungeheuerlichen schizophrenen Entladungen bestialische Taten begeht. Hier ist der nüchterne Therapeut mit seinem Latein am Ende, dem hat er nichts entgegenzusetzen. Als er die Aufzeichnungen zur Dissertation seiner Frau entdeckt, wird ihm zwar der okkulte Zusammenhang klar, seine Rolle als Therapeut und Sexualpartner hat das Inferno indessen ausgelöst und lässt ihn so selbst zum Glied dieser horriblen Verkettung werden. Er flüchtet sich jetzt allein darauf, sein Leben zu retten.

Die im Hexenkultus als Göttin angebetete NATUR ist mitnichten so positiv-neutral, wie es der Name EDEN für jenen magischen Ort im Wald zunächst assoziiert. Und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass hier die NATUR sogar als das Prinzip des Bösen selbst identifiziert wird, denn die Verbindungssymbolik zwischen Eden als Symbol des Anfangs und dem antichristlich Bösen als Symbol des Endes ist gewollt und als Symbol der sich in den Schwanz beißenden Schlange bekannt.
Im Selbsthass der Frau mag schließlich die tiefste Ursache für das persönliche Drama erscheinen, welches weibliche Sexualität und das Böse in eins setzt. Auf die biblische Überlieferung des Sündenfalls bezogen, der in einer alten christlichen Auslegungstradition (bes. Augustin) durch die sexuelle Verbindung zwischen der Schlange, dem Symboltier des Bösen, und der Eva verstanden wird, scheint sich dort ein magischer Ort zu befinden, an dem sich diese Verbindung wiederholt. Die heutzutage übliche Annahme, dass eher das männliche Prinzip für das Böse stehe (Gewalt, Kriege, Unterdrückung der Schwachen usw.), wird in dieser Darstellung umgekehrt. Wie in Eden sucht sich das Böse, welches sich als Mitschöpfer des Lebens verstanden wissen will, seinen Weg durch Eva in das kommende Menschengeschlecht. Anders ist die am Schluss auftauchende große Zahl von Frauen die plötzlich von überall her auf ihn „Adam“ zugehen, auch kaum zu deuten. Die Rolle des Mannes bleibt allerdings bis zum Schluss in einem gewissen Punkt unklar. Ist womöglich ER der eigentlich Böse? Ahnungen in dieser Richtung äußert jedenfalls seine Frau. Die Antwort wird verschwiegen.

Ein weiteres Thema des Films ist die weibliche Verlustangst. Auch sie wird symbolisch ausgedrückt. Zunächst erscheint sie nur in einer Reminiszenz, die zeigt, wie sie ihrem Kind die Schuhe vertauscht angezogenen hatte. Auch hierzu kulminiert das Thema schließlich in einer absurden und brutalen Handlung. Sie schraubt ihrem Mann, während er bewusstlos daliegt, einen Schleifstein durchs Bein, damit er nicht weglaufen kann und wirft den Schraubschlüssel danach einfach weg.

Trier hat seinen Film in vier Kapitel gegliedert: "Trauer", "Schmerz", "Verzweiflung" und "Die drei Bettler" (Fuchs, Rabe, Reh). Letztere sind von L. v. Trier frei erfundene Symbole. Diese Kapitel lassen erkennbar werden, was Trier als seine emotionale Motivation des Films in Interviews angegeben hat: Depressionen, deren wesentliche Merkmale ja Trauer, Schmerz und Verzweiflung sind. In den drei Tieren wird diese dreifache Bedürftigkeit wohl symbolisch figuriert. Die Depression also als den Verlust eines dreifachen Habens verstanden: Das Geliebte haben, keine Pein haben und Hoffnung haben.

Triers Film ist schlussendlich eine Zumutung, die zwar wieder einmal beweist, dass sich künstlerische Entscheidungen und Ausdrucksmittel nicht reglementieren lassen, die aber auch deutlich werden lässt, dass man dabei zu weit und viel zu weit gehen kann. Und wie weit sogar, ohne sich den Vorwurf des formalen Plattizismus gefallen lassen zu müssen, führt der Regisseur mit bestürzender Grausamkeit vor.
Eines Tages will ich von Lars von Trier mal einen "normalen" Film sehen, denn so etwas werde ich mir nicht wieder antun.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
1. Antichrist ist KEIN Mainstreamfilm. Wer einen "normalen" Horrorfilm erwartet, sollte die Finger davon lassen. Antichrist ist eine schräge Mischung aus Psycho-, Kunst-, Beziehungs- und Horrorfilm und für einen netten, entspannten Abend zu zweit eher ungeeignet.

2. Während ein Paar leidenschaftlichen Sex hat (Penetrationsszenen werden eingespielt), stürzt das Kind aus dem Fenster und stirbt. Der Mann (Dafoe) als Psychotherapeut möchte die sich daraus ergebende schwere Depression/Schuldgefühle seiner Frau (Gainsbourg) selbst behandeln. Zu diesem Zweck fahren die beiden in ein abgelegenes Waldhaus, in dem die Frau zuletzt an ihrer Dissertation über Hexenverbrennungen im Mittelalter gearbeitet hat. Der umliegende Wald ist feindlich, grausam und ekelhaft (Zecken, sterbende Tiere, usw.). Es kommt zum heftigen Streit und die Lage eskaliert völlig. Auch übernatürliche Phänomene sind im Spiel. Den Schauspielern wurde viel abverlangt...

3. Ich empfehle Skeptikern vor dem Kauf einen Blick auf den dazugehörigen Wikipedia-Artikel zu werfen. Demnach hat Lars von Trier, der an einem seelischen Tiefpunkt angelangt war, mit diesem Film seine Depressionen/Ängste zu verarbeiten versucht. Die Castings mussten teilweise abgesagt werden, weil er mit niemandem reden konnte/wollte. Die Kamera hat jemand anders geführt, weil er selbst so gezittert hat. Bemerkenswert ist dabei, wie gut er es dennoch geschafft hat, seine eigenen Ängste vor Frauen, dem Wald, dem Tod, usw. usw. in Bilder zu fassen. Es gibt zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten.

4. Die 18er Version ist uncut. Es sind Sex- und Folterszenen enthalten. An Bild- und Tonqualität (DD 5.1) der DVD Version habe ich nichts auszusetzen.

FAZIT: Wer sich Antichrist dennoch antun möchte - viel Spaß:)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 26. Januar 2013
Kann man diesen Film "schlecht" nennen?

Nein kann ich nicht. Handwerklich stimmt hier wirklich alles und auch die Darsteller machen ihren Job gut.

Letztendlich liegt der Film am Ende trotzdem schwer im Magen weil er wirklich an die Grenzen des erträglich geht. Ein "Skandalfilm" der sicher mehr als ein Tabu bricht und in den Darstellungen so explizit ist das der die Grenze zum pornographischen mehrfach überschreitet.

Es wurde viel über die "Deutung" des Films geschrieben, er wäre "Frauenfeindlich" und sonst alles mögliche. Aber letztendlich würde ich gar nicht so weit gehen und hier etwas "reininterpretieren".

Der Film startet als "Drama" und gleitet am Ende einfach nur in den "fantastischen" Horrorfilm ab, und mehr als schockieren soll der Horror dann auch gar nicht mehr. Letztendlich steht hier keine Message dahinter, wenn man nach einer sucht um den Stoff einzuordnen wird man sich zwangläufig verirren, und Lars von Trier lockt seine Kritiker scheinbar gern in die Falle der Verirrung.

Letztendlich ist das kein Film den ich mir auf DVD oder BlueRay kaufen würde - Nein ich bin nicht verärgert ihn gesehen zu haben, aber ich möchte ihn auch wirklich nicht nochmal sehen.
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am 27. Juli 2015
"Antichrist" vom berühmt-berüchtigten Lars von Trier spaltet die Gemüter. Kritiker bemängeln vor allem den provokanten Einsatz von Sex- und Gewaltszenen sowie eine angebliche frauenfeindliche Botschaft. Sollte man sich hiervon abschrecken lassen oder einen Blick riskieren?

Klare Antwort: Man sollte sich abschrecken lassen. Während die Penetrationsszenen bereits für Einige zu viel des Guten sein könnten erreichen Zartbesaitete spätestens mit den wenigen aber heftigen Gewaltszenen ihre Grenze. Des Weiteren bewältigte von Trier mit diesem Film seine depressive Erkrankung. Entsprechend düster ist sein Werk gehalten. Ob von Triers Film frauenfeindliche Aussagen hat sollte jeder für sich selbst entscheiden. Als schöne Feierabendsunterhaltung dient dieser Film definitiv nicht. Also schaut diesen Film nur wenn ihr keine Probleme mit oben genanten Dingen habt. Ansonsten Finger weg!

Zum Film: Bereits der herausragende Prolog zeigt uns dass man kein alltägliches Filmchen sondern etwas Besonderes zu sehen bekommt. Ehrlich gesagt habe ich noch nie solch eine faszinierende Einleitung gesehen. Faszinierend trifft allgemein auf diesen Film zu. Die Personenkonstellation, die Traumsequenzen, die atemberaubenden Nachtaufnahmen im Wald und der Einsatz von Symbolik und Metaphern. Mein Hirn war während der gesamten Laufzeit am Rattern, ständig hatte ich wilde Interpretationen im Kopf. Wer eine vorgekaute Story erwartet wird enttäuscht.

Die Schauspieler Gainsbourgh und Daffoe liefern eine außerordentlich gute Leistung ab und gehen offensichtlich an ihre Grenzen. Meinen Respekt für diese Darsteller!

Fazit: Obwohl mir das Bewerten sehr schwer fällt muss ich hier die volle Punktzahl geben. Selten zuvor war ich so fasziniert, angewidert und unterhalten zugleich. Selbst wenn man von Triers "Antichrist" verabscheut muss man dennoch aberkennen, dass er hier etwas Einzigartiges geschaffen hat, was sich von der grauen Masse abheben kann.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2011
Lars von Trier.
Dieser Name bürgt für in jeder Hinsicht außergewöhnliche Filme.
Ich habe diesen Film eher zufällig gekauft, weil die BluRay günstig war.

Visuell ist der Film faszinierend und verstörend zugleich.
Die Anfangsszene unter der Dusche (incl. echter Hardcore-Sex-Szene),
parallel dazu wird das Unglück des Kindes in einer Art Traumsequenz gezeigt.
Das hat schon etwas sehr Cineastisches. - Sehr Beeindruckend!!

Die Szenen zwischen Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg in der Hütte im Wald sind surreal,
äußerst brutal und zum Teil extrem verstörend.
Absolut nichts für Zartbesaitete. Aber dennoch faszinierend!

Das in diesem Film Gezeigte wird für viele Zuschauer eindeutig zu weit gehen.

Hochachtung vor der schauspielerischen Leistung von Dafoe / Gainsbourg,
Ich bin mir absolut sicher, die meisten Ihrer Kollegen hätten in diesem Film nicht mitgemacht.

Mich wundert, wie liberal die FSK mit diesem Kunstwerk umgegangen ist.
FSK 18 ist klar! Und ungeschnitten - da sind schon Filme die deutlich weniger heftig sind,
auf dem Index gelandet, oder sogar beschlagnahmt worden. Sehr mutig!
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am 24. Juni 2015
Dieser Film ist ein Meisterwerk... Die Art der Kameraführung, die Bilder, die Effekte und nicht zuletzt das Können der Darsteller. Ich kann die Menschen nicht verstehen, die diesen Film schlecht machen - akzeptiere aber, dass Geschmäcker verschieden sind... Er muss nicht jedem gefallen, aber ich denke, genau DAS will und muss dieser Film auch nicht! Kurz gesagt: ICH finde ihn super! ;)
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. März 2010
lars von trier hat `s wieder mal geschafft - er polarisiert und hat mit "antichrist" einen film geschaffen der das publikum in zwei lager spaltet.
die einen können mit applaus und begeisterungsrufen gar nicht mehr aufhören während die anderen sich schockiert abwenden oder das werk einfach nur unsinnig und langweilig finden.

also - unsinnig oder gar langweilig kam er mir nun gar nicht vor - auch das mit dem schockiertsein hat sich in grenzen gehalten - mal abgesehen von der künstlerisch hochwertigen schwarz weiß eröffnungssequenz , bei der ich schweißausbrüche und nasse augen bekommen habe und die mir sehr nahe gegangen ist da ich selbst vater eines kindes in ähnlichem alter bin.

aber auch das mit den begeisterungsrufen und nimmer mehr enden wollenden applausattacken hat sich in grenzen gehalten , obwohl der film mit atmosphärisch äußerst gelungenen bildern , einer genialen kameraführung und ausgezeichneten schauspielerleistungen punkten kann.
nie war der wald und die natur bedrohlicher und einzelne bilder kommen einem wie gemälde vor - das alles ist , in meinen augen , wirklich sehr gelungen.

doch abgesehen davon erschöpft sich die kammerspielartige aufführung nebst vereinzelt eingestreuter schockszenen - obwohl nicht dem selbstzweck dienlich und dadurch auch nicht im torture porn bereich anzusiedeln - in leicht ermüdenden therapeutischen dialogen und bedeutungsschwangerer symbolik die meiner meinung nach ein wenig über`s ziel hinausschießt und unterm strich nicht stimmig ist.
ein film mit stärken und schwächen also - warum trotzdem vier sterne ? weil er fantastische bilder liefert - als unikat zu werten ist und man sogar versucht ist , ein paar gedanken - auch nach dem abspann - an ihn zu "verschwenden".

das bild der blu ray hat sehr gute schärfe und kontrastwerte zu bieten - der ton konzentriert sich zu sehr auf die vorderen lautsprecher - hier wäre mehr räumlichkeit und dynamik wünschenswert gewesen .
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am 26. September 2014
Ein sehr gut abgedrehter Film. Der Inhalt ist schwere Kost und teilweise sehr Anstößig.
Jedoch beweist der Film Tiefe und eine interessante mehrdeutigkeit.
So bleibt der Film auch nach dem Schauen im Gedächtnis, was selten ein andere film in der Form erreicht.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Mai 2010
ANTICHRIST (2009)

Es gibt viele Regisseure, mit denen ich liebend gern einmal ein Wochenende verbringen würde. Lars von Trier gehört nicht dazu. Er erläutert in den Interviews zum Film eindringlich, dass die verstörende Handlung von ANTICHRIST hauptsächlich aus den traumatischen Erlebnissen seiner jahrelangen Depressionen und den damit einhergehenden Therapien entsprungen ist. Die Arbeit an ANTICHRIST und das letztendliche Produkt haben für den Regisseur, laut eigener Aussage, auch eine entscheidende therapeutische Wirkung gehabt. Nun ja, ich hoffe, es geht ihm jetzt besser.

Zum Film:

Lars von Trier hat es einmal mehr geschafft, das Publikum zu spalten. Eine Unmenge an Filmpreisen und hochlobenden Kritiken ging mit Hasstiraden und Flüchen einher, und beides ist nachvollziehbar. Künstlerisch ist ANTICHRIST wirklich großartig geworden: Eine formelle Kapitelunterteilung führt durch das Gefühlschaos der Protagonisten. Die Eingangsszene (Prolog) ist wahrlich meisterhaft inszeniert und ganz großes Kino: in Schwarzweiß gehalten, durch klassische Musik untermalt, Zeitlupe und brillant gewählte Bildelemente, die in wenigen Minuten unendlich viel erzählen, komplettieren den Gesamteindruck. Der finale Epilog schließt in selbigem Stil den Handlungskreis. Dazwischen wird man als Zuschauer in den Sog eines filmischen Monstrums gezogen, dass psychische Abgründe, Sexualität, Natur und Religion zu einem dramatischen Horrorszenario verschmelzen lässt.

ANTICHRIST ist spannend, verstörend und teilweise wirklich schockierend. Ich persönlich habe mich im Mittelteil dabei ertappt, dass ich meinen Mund eine ganze Zeit nicht mehr geschlossen hatte. Auch gibt es in diesem Zusammenhang dann eine Szene, die mich erstmals in einem Film hat wegschauen lassen (Ich weiß immer noch nicht genau, wie explizit die fehlenden 3 Sekunden visualisiert wurden und werde es auch nicht weiter prüfen.). Dennoch dominiert für mich die künstlerische Seite des Films, allem voran der Prolog.

Zur Disk: Die Blu-ray enttäuscht nicht und wird dem Inszenierungsstil sehr gerecht. Ein scharfes Bild, das höchstens ab und an im Schwarzwert etwas schwächelt und ein angemessen bedrohlicher Ton. Die Extras sind aufschlussreich (s.o.).
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Januar 2015
Das Positive zuerst:
Die Machart dieses Films ist sehr schlicht und im Grunde wird die ganze Zeit nur mit Willem Defoe und Charlotte Gainsbourg gedreht. Das hebt diesen Film von den meisten anderen ab und kann durchaus lobend erwähnt werden, zumal die beiden auch wirklich eine überzeugende Leistung abliefern.

Negativ ist hingegen anzumerken:
Der Film baut gefühlt sehr viel auf, wobei der Funken aber nie so richtig überspringt. Schockeffekte sind auch Mangelware, was man auch positiv bewerten kann. Aber im Grunde hat der Zuschauer schon den Eindruck, es wird viel Spannung aufgebaut, die sich aber nie entläd, was am Ende einen etwas verwirrenden und auch enttäuschenden Eindruck hinterlässt, bzw. gar keinen. Zu bemängeln ist auch, dass der Film, klassisch für Lars von Trier, viel zu stark auf Sex als Füllinstrument aufbaut, was sowohl auf Dauer langweilig ist, da es nichts zur Geschichte beiträgt, als auch dem Film durchaus Qualität nimmt.

Ein Film, der nichts für klassische Horrorfans ist.
Man kann ihn sich durchaus einmal ansehen, mehr auch nicht.
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