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Die Stimme und das Klavier. Auf seinem sechsten Album reduziert der amerikanisch-kanadische Singer-Songwriter Rufus Wainwright zwölf Songs auf ein puristisches Arrangement. Was bleibt, ist der blanke Größenwahn.

Wenn Wainwright am Klavier sitzt, kann man es nur selten Spielen nennen. Er trillert, lamentiert, rumpelt und stolpert. Haut Töne daneben und jagt in wildesten Modulationen über die Tasten. Rhythmuswechsel geschehen beiläufig. Das insgesamt sechste Studioalbum Wainwrights ist anders als die bisherigen und doch passt es sich perfekt in die Reihe ein - trotz wichtiger Unterschiede: Es fehlt die Band, es fehlen die Percussions, es fehlt das Orchester. Weder krächzende Gitarren, noch zischende Percussion oder gar raunende Streicher sind zu hören. Was jedoch keinesfalls fehlt, ist der schiere Bombast und die Verschwendungssucht, die allen Wainwright-Alben auf die eine oder andere Weise anhaften. In der Theorie klingt das nach einem introvertierten Album aus der Klasse "Nebraska". In Wahrheit ist es der letzte Schritt zur absoluten Selbstinszenierung.

Wainwright schrieb "All Days are Nights: Songs for Lulu" während seine Mutter im Sterben lag. "Diese Songs sind meine Trauerarbeit, mit ihnen habe ich mich auf ihren Tod vorbereitet", erklärt Wainwright in einem Interview. So wird die Trauer auf fast schon makabre Weise zur Bühne für ein Drama um Verzweiflung, Liebe und Größenwahn vor der Kulisse der schwindenden Jugend. Das Album habe ihm sehr geholfen mit seiner exzessiven Vergangenheit abzuschließen, die von Sex und Drogen bestimmt war. Es markiert einen Neustart, und somit einen Null-Punkt, in Wainwrights Schaffen. "Man könnte sagen, ich bin erwachsen geworden, aber die Sehnsucht zur Selbstzerstörung werde ich immer haben", erzählt der 36-jährige Sänger dem Musikmagazin Rolling Stone. So habe er auch schon sein nächstes großes Pop-Album im Kopf: "Ein großes, lächerliches Lady-Gaga-Adam-Lambert-silly-Scissor-Sisters-Album werde ich auf jeden Fall noch machen, solange ich noch recht schlank um die Hüften bin."

Die Songs stellen sich, so sperrig und emotionsüberladen sie auch sind, als filigrane Popmusik-Gebilde heraus, wenn Wainwright das Album schmerzlich schmachtend mit den Worten "Saw you on the corner/Saw you in the park/ Saw you on the Platform of Grand Central Station" eröffnet. Ein nicht verhallen wollender, sehnsüchtiger Schrei, der sich durch das gesamte Album zieht. Er lässt uns teilhaben an einem Telefonat mit seiner Schwester Martha Wainwright, und endet schließlich auf dem Weg vom Krankenhaus nach Hause im tragischen Finale mit dem Namen "Zebulon", in dem sich der Song in seiner endlosen Schwere dem Künstler selbst zu verschießen scheint. Denn letztendlich ist es die minimalistische Instrumentierung, die den Songs Tiefe und Ausstrahlung verleiht. "Ich reduzierte die Songs auf das Skelett meines kreativen Prozesses. Nur so konnte ich ihnen gerecht werden", erklärt Wainwright seinen musikalischen Alleingang.

Neben drei vertonten Shakespeare Sonetten hat es auch ein Stück aus Wainwrights erster Oper, "Prima Donna" mit auf das Album geschafft. Das auf Französisch gesungene Libretto, "Les Feux D'Artifice T'Appellent", handelt von einem Tag im Leben einer alternden Opern-Diva. Der aufmerksame Zuhörer mag in diesem Stück einen Funken Autobiographisches erkennen, wenn er sich daran erinnert, dass Wainwright nach seinem Drogenentzug Judy Garlands legendäres Comeback-Konzert in der Carnegie Hall aufführte und dort selbst die gefallene Diva war. Dieses Wechselspiel zwischen Höhenflügen und freiem Fall ist auf "All Days are Nights: Songs for Lulu" auf seine Essenz komprimiert und so klebt der gebannte Zuhörer an den Lippen des großen Inszenierungskünstlers, bis zum Schluss der Klavierdeckel fällt.
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am 8. Juli 2011
Dieses Album ist wie ein verwunschener Garten. Anfangs sieht er etwas düster und verworren aus und man traut sich nicht so recht, ihn zu betreten. Doch da ist diese magische, unwiderstehliche Stimme, die einen hineinzieht. Zögerlich sieht man sich um. Aber sobald man sich öffnet, zeigen sich Feen und Schmetterlinge und die schönsten Blumen.

Die unwiderstehliche Stimme ist hier natürlich die von Wainwright. Sie klingt einfach atemberaubend - klar, voll und eindringlich. Umrankt wird sie von zauberhaften Klavierklängen. Die Lieder sind größtenteils sehr persönlich und emotional - und dadurch sehr intensiv. Es ist, als würde man in Wainwrights tiefste Seele blicken. Und was man dort entdeckt ist Traurigkeit, Nachdenklichkeit, aber auch Sehnsucht. Aus all dem ergibt sich eine Authentizität, die heute in der (populären) Musik rar zu sein scheint.

Dies ist Musik, die sich einem nicht unbedingt sofort erschließt. Man muss sich öffnen und darauf einlassen, auf den Künstler vertrauen. Bei Rufus Wainwright ist man auch hier wieder in guten Händen.
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am 28. Juli 2010
Intense pain wrapped into hauntingly beautiful music is what we get with Rufus's new album. All Days Are Nights: Songs for Lulu is the Canadian-American singer-songwriter's sixth studio album, after a series of other projects, reaching from the re-enactment of the legendary Judy Garland concert 1961 at Carnegie Hall to the world premiere of his first opera. The album's eponymous '"Lulu" refers to the "dark, brooding, dangerous woman that lives within all of us," as Rufus stated in a recent interview, adding that his personal "Lulu" is Louise Brooks in the 1929 movie Pandora's Box. Most of the album's twelve songs were written while dealing with his mother's losing battle against cancer. The result is a stunning homage to her, the brilliant folk musician Kate McGarrigle, who passed away earlier this year. All the songs feature just Rufus's unique and compelling voice, with him accompanying himself on the piano. The grandeur of past albums and projects has been replaced with a stripped-down, bare version of the singer. What is left are spectacular piano arrangements, ranging from bright, sophisticated, even witty compositions to heartbreakingly drawn-out laments.
One of these laments is the song "Sad with What I Have," which reflects upon the feeling of intense sadness although being in a seemingly happy relationship. It does leave us, however, on a slightly optimistic note "Sad with what I have - except for you" is the song's last verse. As a nice contrast to these depressing sounds stands "Give Me What I Want And Give It to Me Now," a very bright, lively, yet highly demanding song that addresses - according to Rufus - the critics who reviewed his first opera, Prima Donna, which premiered at the Manchester International Festival last summer. His wry message to them: "I will eat you, your folks, and your kids for breakfast!"
The middle-section of the album contains a song cycle of three sonnets by William Shakespeare, which Rufus set to music for a project with the American avant-garde stage director Robert Wilson for a show at the Berliner Ensemble in 2009. Sonnet 43, the first one of the cycle, contains the album's title in its final couplet: "All days are nights to see till I see thee / And nights bright days when dreams do show thee me." One of the album's highlights is Sonnet 20, "A Woman's Face," set to a seemingly simple yet astonishingly beautiful piano arrangement. As the poem speaks of the poet's love to a young man, it contains a special connection to the openly gay singer.
The album reaches its climax with the extraordinary lyrical and musical composition "The Dream." The piano takes us through the whole range, resting now and then in staccatos and trills, while the lyrics float between the dream and the reality of love. Even after "the dream has come and gone," the listener is left with a lingering feeling of awe.
Towards the end of the album, we get to hear Rufus sing an aria of the aforementioned opera Prima Donna. The aria, "Les Feux d'artifice t'appellent," describes how the protagonist, an aging opera diva, views the fireworks on Bastille Day in Paris from her apartment window above the city. The sense of melancholy and detachment leads over into the album's last piece, "Zebulon." The restrained piano part, consisting of very somber chords, sets the gloomy mood to the lyrics, which speak of the singer's mother fighting cancer, as well as of the intense longing for the easier days of childhood. After the song's last chords, which are reminiscent of death bells tolling, the final sound is the sonorous release of the piano's pedal. It marks the end of an exceptional work of art that is not just an homage to Kate McGarrigle, but to music itself. It celebrates its influences, most notably the European romantic Lieder, yet forms something very unique, unrivaled in the contemporary popular music market.
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am 30. April 2010
Although I'm hooked on Rufus and have all his albums even I have to admit the first time I listened to "All Days are Nights.." I wasn't quite sure what to make of it. Just be patient and give it time. Rufus is a genius! These are wonderful songs performed with a lot of passion and emotion and you'll soon be singing them in your sleep. A real gem!
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am 4. Mai 2010
Rufus am Flügel mit Texten von Shakespeare insperiert(die Sonette 43, 20 und 10), ein Mann, 88 Tasten und unendlich viel Gefühl.
Mit "Who are you New York" beginnt diese wunderbare Scheibe und hört nicht auf einen gefangen zu nehmen
bis der letzten Ton verhallt ist. Ein Werk für die Ewigkeit.
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am 30. Juni 2010
Vorher reinhören lohnt sich. Ich habe dies nicht getan, nachdem die CD im Fernsehen vorgestellt wurde, der dort hörbare Ausschnitt gut war und zusammen mit dem Hintergrund-Infos und den Bildschnitten einiges versprach. Jetzt bin ich - zwar selbst schuld - aber enttäuscht. Mit exzentrischer Musik kann ich ja leben, mußte ich auch rechnen - aber die Songs hören sich (für mich) alle gleich an. Das Klavierspiel gefällt mir noch einigermaßen - die Stimme von Rufus Wainwrigt dazu aber gar nicht. Die Stimme leiert mit der Musik dahin und liegt für meine Ohren oft in den falschen Höhen/Tiefen - außerdem vermisse ich Unterschiede. Na ja, vielleicht nur für wahre Fans und Kenner.....
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