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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Juli 2010
~
Hans Unstern tut sich keinen Gefallen, wenn diese seltsame Scheibe auch noch mit dem seltsamsten Lied der Sammlung beginnt. Beginnen tut es nicht einmal sofort, vorher müssen sich die Ohren des geneigten Hörers noch durch ein gut einminütiges Intro pflügen, das aus allerlei pulsierenden, klickenden und wiehernden Geräuschen besteht. Akustische Umweltverschmutzung ist das doch und reine Hinhaltetaktik ohne Substanz!
Das Programm oder die Masche des Typen scheint nach wenigen Minuten klar: Hier versucht einer unter schrillem Kunstgehabe etwas krampfhaft anderes zu machen - ach herrjeh, dazu werden auch noch solch besserwisserisch kryptische Texte aufgesagt, mit sirrender höchst unmelodischer Stimme, die bedeutungsschwanger tun und doch in Wirklichkeit nicht mehr sind, als das willkürlich gesammelte "Hurz" eines Hape Kerkeling. -
Doch weit gefehlt. -
Einige Takte später beginnt sich zaghaft der Verdacht einzuschleichen, da könnte doch mehr sein. Erst ist es das Arrangement, dem irgendwie doch nicht jede Musikalität abgeht und schließlich bei Minute 4:20, da ist eine Harmonie, die nicht nur versöhnlicher stimmt, sondern richtig zu gefallen vermag. Spätestens jetzt möchten die Worte, der Text neu überdacht werden oder besser noch mal gehört...
Schon das zweite Lied ist zwar noch von etwas quengeliger Grundstimmung, aber melodisch bereits von Beginn an sehr hübsch getragen. Auch die Harfe, die nun die E-Gitarren ablöst, hat dabei natürlich ihren Anteil. Das darauf folgende dreieinhalb minütige, wortlos schmachtende 'Interlude' spätestens, ist einfach nur noch schön. Zur Harfe, Akkordeon, Mundharmonika, akustischer Gitarre und Summenden Stimmen, fügen sich auch E-Bass und -Gitarre harmonisch ein.
Wenn dann das anschließende 'Paris' mit Vibraphon und Xylophon zunächst der melodische Höhepunkt wird, so heißt das andererseits wiederum nicht, dass es vorbei ist mit Sperrigkeit und experimentell wirkender Klangästhetik. Jedoch ist das Eis längst gebrochen und verloren ist der Hörer unter den wuchtigen und filigranen Klangschollen die Herr Unstern wie ein Mosaik sehr gekonnt und schillernd zusammengesetzt hat. Auch wenn das Ohr noch den Eindruck haben kann, dass sich da mehr Bruchsteine und Scherben im Mosaik wiederfinden, weiß das Herz längst, dass es sich in der Mehrzahl um mindestens Rohedelsteine handelt.
Diese Stimme von Hans Unstern, so seltsam und befremdlich wie das Coverfoto der Scheibe, so selbstbewusst wie er sie einsetzt, ob schräg sprechend oder schon fast harmonisch singend, sie ist schließlich perfekt - anders wollen solche Zeilen nicht dargeboten sein:

"ZuHause kochst du dir deine eigene Buchstabensuppe
Wenn dir das Salz fehlt
beweine die Unwörter auf deinem Löffel"
oder
"Oh Mathilde
ich hätte gern mit dir getanzt
trüge ich dein Kleid
und du meinen Bart"

Ein apartes, höchst unterhaltsames und musikalisch großartiges Album, das viel zu Entdecken bereithält und darüberhinaus überdurchschnittlich gut aufgenommen ist. Gerade in der Vinylversion macht so eine Scheibe Spaß.
Danke Hans Unstern - zum Glück hast Du Dir und uns nicht den Gefallen getan, den Zugang zu leicht und zu eingängig zu gestalten, wie es die Musikwelt sonst zu tun pflegt, denn bereits kurz nach dem letzten Ton kommt Sehnsucht auf, tiefer einzutauchen und auch diesen sehr seltsamen Beginn dieses Albums noch einmal zu hören ...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
das ist ein seltsamer name - hans unstern, das ist ein seltsames cover und das ist ganz seltsame musik. ich besitze die LP, die leider außer den texten keine weitreichenderen informationen bietet.

von den bestehenden rezis trifft die von andreas s. weitgehend ins schwarze, diese war auch der grund, mir das teil zuzulegen, also erstmal ein dankeschön nach münchen!

der seltsame elektronische beginn verstört ein wenig, aber wenn sich dann die machart der arrangements erschließt und diese seltsame stimme erklingt, wenn man schon ein wenig über diese sehr schrägen, aber klugen texte nachgedacht hat und die durchaus ansprechenden melodien ins eigene hirn gesickert sind, dann ist klar: hier ist ein genialer dilettant am werk gewesen, der mit traumhafter sicherheit die grenzen seiner ausdrucksmöglichkeiten ausreizt, diese aber niemals überschreitet.

seine texte wandern auf dem dünnen grat zwischen genie und wahnsinn, bleiben aber immer auf der sicheren seite.
seine arrangements wollen nicht nur schräg und anders sein, sie sind es, auf eine mühelos erscheinende, nicht übertriebene, nicht exaltierte art, das gehört einfach so, das gab es eigentlich schon immer in diesem universum und es mußte sich nur jemand finden, der das endlich hier bei uns einmal so macht.

seine stimme bewegt sich zwischen sprechgesang (fast möchte ich sagen, dass herr unstern in einigen passagen eine neue form von rap erfunden hat), brüchigkeit und glockenreiner intonation, erinnert in machen passagen an david bowie und der dilettantismus des gesanges wird durch die selbstverständliche eigenständigkeit mehr als nur legitimiert.

die melodien sind sperrig, fressen sich aber schnell fest, auch die sind ungewöhnlich und in verbindung mit den seltsamen texten und dem ungewöhnlichen klängen ist hier einfach außergewöhnliches entstanden.

der klang der LP (und somit vermutlich auch der CD) ist sehr transparent und luftig, die klänge haben alle viel platz, die elctronics surren und brummen dreidimensional durch den raum und die gelegentlich vorhandenen bässe tauchen wie aus dem infraschallbereich an die oberfläche. dabei sind die instrumente niemals im richtigen lautstärkeverhältnis zueinander gemischt, auch dem sound muss somit völlige eigenständigkeit attestiert werden. eine live-darbietung dieser scheibe dürfte hohe anforderungen an den mixer stellen.

musik, die in allen details ungewöhnlich, aber gut genug ist, um diesen umstand in den hintergrund zu drücken.
wird in nächster zeit sicher öfter auf meinem dreher landen!
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am 12. März 2015
Wer gefallen an Sätzen wie "Ein Ellenbogen wäscht den anderen" und an Musik zum mehrmals hören findet, kann mit diesem Album sehr glücklich werden.
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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Mai 2010
Tja, als zotteliges Cover eher abschreckend, entpuppt sich diese Liedersammlung als echte Perle. "Anglet" stellt sich eher sperrig als Klammer an den Anfang der CD, nach einigen wabernden Syntieklängen ertönt eine Art feine Slampoetry ("Ich habe vertrocknete Tinte für ein Buch im Bauch", sehr schön)und wird gefolgt von "Endlos Endlos"-schnelle poetische Einwürfe, unterlegt von hypnotischer Harfe, dann schnell gassenhauerisch ein Mathilde-Refrain eingelegt zum Mitsingen...so muss deutsches Liedgut sein :-)"Interlude" beschwört den regnerischen Hafen herauf, instrumentell, leicht dramatisch, sehr schön ab 3h morgens.
"Paris" beginnt chansoniesque und verfällt glücklicherweise schnell in eine Art Stakkatosingsang unterbrochen von einem mitsingfähigen Refrain, schön."Flecken" erinnert an die frühen Blumfelds, nett und eindringlich.
"Tief unter der Elbe" eher nett angerichtet und geklampft.
"Sant Simon" ein sehr zärtliches Beziehungslied für alle verwundeten Herzen, wirklich sehr schön. "Coversong" beendet den Reigen mit einem schönen angeslamten Stück.
Insgesamt für mich eine echte Entdeckung weitab von Betroffenheitschansons oder sogenannten "ernsten" Stücken, dazu musikalisch sehr fein und orginell gemacht. Eine echte Empfehlung.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. April 2014
Bin auf diesen Künstler durch eine Rezension in der SZ aufmerksam geworden. Ist aber nicht so mein Ding. Die Songs sind sehr abgefahren und die Instrumente klingen ein wenig wie nicht gestimmt. Die Stimme finde ich hat einen hohen Wiedererkennungswert aber das war es auch schon.
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