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133 Rezensionen
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Big Exile
Also,auch ich bin keine Experte, Musikjournalist o.ä. sondern bewerte diesen Artikel rein subjektiv aus meiner Perspektive, die eines normalen Musikfans. Ich habe den Kauf des Sets mit den zusätzlichen Archiv-Aufnahmen,den gut gelungenen remasterten original-Songs und dem sehr hochwertig gestalteten Foto- Buch mit den genialen und raren Fotografien aus der...
Veröffentlicht am 15. Mai 2010 von G.-Point

versus
32 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Happy...?
Sie hatten es ja spannend gemacht: beim Erscheinen der Stones-Remasters im Mai 2009 war "Exile on Main Street" für den Herbst '09 angekündigt, um uns dann doch noch ein halbes Jahr warten zu lassen. "Exile on Main Street" war nie mein Lieblingsalbum der Stones, aber als treuer Fan brauchte ich natürlich die Deluxe-Edition. Das Album selber werde ich bei...
Veröffentlicht am 16. Mai 2010 von Toby Tambourine


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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schön, aber..., 15. Mai 2010
Klasse Sache dieses remasterte und mit interessanten Bonustracks erweiterte Meilenstein-Album der Rockgeschichte. Gerade die Bonustracks geben doch viel über das Entstehen von "Exile" wieder. Zu empfehlen ist natürlich die DVD der Luxus-Edition, da fühlt man die Zeit mit ihrer Musik.

Manko: Warum versteckt man so einen guten Bonustrack wie "All Down The Line - Alternate Take" hier in der MP3-Edition und exclusiv bei AMAZON ? Das "normale" MP3-Album ist zudem teurer...Unklar was AMAZON/Universal da a tun. Daher nur 4 Sterne!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Edition!, 13. Dezember 2011
Von 
Martin Käfer - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
18 Songs der Rolling Stones in der DeLuxe Edition lassen das Herz des Fans höher schlagen,in der guten alten Zeit waren die Songs noch handgemacht,und das ist das besondere daran.Exile on main street ist einfach eine tolle Zusammenstellung der alten Klassiker.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Exile on Old Ways, 1. Juni 2010
Wenn jemand wie ich seit 35 Jahren notorischer Stones-Fan ist, freut er sich selbstverständlich über jede Neuerscheinung "seiner" Band. Aber sind wir doch mal ehrlich: Hätte sich nicht jeder, der mit den Stones was anfangen kann lieber so etwas gewünscht wie ein "echtes" neues Studioalbum?
Seit ihrem letzten Album sind 5 Jahre vergangen u. so langsam rennt den Stones die Zeit davon, wirklich noch einmal etwas ganz großes, grandioses zu schaffen, mit dem sie endlich wieder Musikgeschichte schreiben würden. So eine Art
krönendes Finale, bevor sie aus Altersgründen doch irgendwann Abschied vom Showgeschäft machen müssen.
Ich glaube, daß die Herren Jagger u. Richards durchaus noch in der Lage wären, ein Album mit genialen Songs zu schreiben. Stattdessen müssen wir also mit einer Neuauflage von "Exile on Main St." auskommen. Zweifellos eines der besten Alben, daß die Stones jemals aufgenommen haben. Von den 10 Bonustracks, dem wirklich einzig "neuem" daran,
darf man natürlich keine Wunder erwarten. Es sind schlicht die Songs, die damals bei der Auswahl des Songmaterials durchgefallen sind. Trotzdem finde ich einige Songs Klasse, insbesondere "Plundred my Soul" hätte es verdient schon
viel früher veröffentlicht zu werden.
Von der Aufmachung des Albums ist den Stones schon eher ein großer Wurf gelungen. das beiliegende Buch finde ich sehr interessant u. edel aufgemacht, fängt es doch die Atmosphäre der damaligen Zeit in Nelcote sehr gut ein.
Die DVD hingegen ist nur ein Witz, hier schließe ich mich den anderen Rezensionen an.
Von der CD-Tonqualität ist im Vergleich zur 1994 erschienenen remasterten Version klanglich kein großer Unterschied feststellbar,außer daß die Bässe etwas knackiger klingen.
Alles in allem ist diese Edition trotz einiger Makel sehr empfehlenswert.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Atombombe geht hoch..., 2. August 2006
Von 
D. Possoch (REMSECK, BADEN-WUERTTEMBERG Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
"Exile on Main Street" kommt dem Einschlag einer Atombombe gleich. In einem weiten Radius wird alles mitgerissen. Sowohl das Publikum, als auch die Stones selbst. Auch die musikalischen Stil-Grenzen scheinen zu verschwimmen. Alles wird zu einer Einheit. Hinterher ensteht der Eindruck, als hätte man sich einen einzigen Song angehört. Man hört nicht "Rocks Off" oder "All Down the Line", man hört "Exile on Main Street".

Zudem besitzt das Album eine der längsten Spielzeiten von Stones-CDs. Dennoch wirkt nichts überflüssig. Tja, manchmal passt einfach alles.

Man sollte ja immer vorsichtig mit Euphorie sein, aber dieses Album wird als Meilenstein - der Stones und der Musik - bezeichnet.

Und womit? Mit Recht.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Excess on Main St, 21. Mai 2010
Unter'm Strich gibt es bei dieser netzwerktechnisch mit viel Aufwand gepushten Neuauflage nicht allzu viele Kaufanreize, wenn man diese Platte ohnehin schon hat. Wenn man Stones-Fan ist und insbesondere diese Platte liebt, dann lohnt es sich wegen vier bis fünf der beigefügten zehn Zusatz-Songs. Aber auch dabei ist Toleranz nötig. Kaufanreiz sollen sie sein, die Bonus-Dreingaben, die tatsächlich einige positive Überraschungen bieten - leider jedoch überdeutlich erkennbar unter Jaggers wirtschaftlich geschultem Kalkül zu leiden haben.

Eins vorweg: Die Stones waren von meinem 14. Lebensjahr an meine Lieblingsband, bis ihnen ca. 1998 nach einem Konzert in der Essener Grugahalle Bob Dylan den Rang abgelaufen hat. Nicht, dass das, was die Stones zu jenem Zeitpunkt abgesondert haben, noch Bedeutung gehabt hätte. Für mein Dafürhalten hatte ihre ureigene Kreativität ohnehin nach ,Emotional Rescue' von '79/80 zuzüglich der später auf "Tattoo You" erschienenen Nachbesserungen von Studio-Relikten besagter Platte ihren Zenith überschritten.

Dennoch haben die Stones einen ewigen Stein in meinem Brett, und deswegen will ich zu dieser Neuauflage eines ihrer interessantesten Alben meinen Senf abgeben. EXILE gilt ja unter der schreibenden Kritikerzunft im Nachhinein als eine Großtat aufgrund seiner Unfertigkeit, die eine Spontaneität zu vermitteln schien, die als eine bewusste Rückbesinnung auf künstlerische Wurzeln interpretiert wurde.
Letztendlich war es aber wohl nur eine Horde verwöhnter Mittelklasse-Jungs, die seit etwa zehn Jahren auf Klassenfahrt waren, zuviel Taschengeld zur Verfügung und unterwegs den einen oder anderen verloren hatten, etwa im Swimmingpool, und nun mit einem kreativen, finanziellen, personellen und drogenbedingten Kater kämpften. Aber sie haben sich gut geschlagen, obwohl einer ihrer kreativen Köpfe im Heroinsumpf zu versacken drohte und mit seinem Kumpel Gram Parsons lieber eine neue Countrymusic erfinden wollte.

EXILE ist ein ergiebiges Album, das zwar im Vergleich zur vorherigen ,Straße' großartiger Platten (Banquet; Bleed; Ya-Yas; Fingers) dumpf und zunächst Hit-los erschien. Auch im Kontext der folgenden, ebenfalls großartigen Alben ,Black & Blue', ,Goat's Head Soup' und ,It's only...' hat EXILE eine Ausnahmestellung, weil es klingt, als gäbe es keine Kompositionen sondern nur Improvisation.

Im Laufe der Jahre hat sich jedoch gezeigt, dass Songs wie ,Shine A Light', ,Sweet Virginia', ,Loving Cup', ,Sweet Black Angel' und ,Tumbling Dice' aufgrund ihrer Nähe zur musikalischen Authentizität eine längere Halbwertszeit aufweisen als etwa ,Angie' oder sogar ,Brown Sugar' und ,Get Off Of My Cloud'. Und ,Happy' und ,Rocks Off' gibt's auf EXILE obendrein.

Nun zu dieser Neuauflage: EXILE ist wie es ist, daran lässt sich nicht viel ändern; es hat wenig Brillanz und klingt ein wenig wie aus dem Pappkarton. Daran kann auch das erneute Remastering nichts ändern. Diese Version holt die percussiven Instrumente wesentlich klarer nach vorne, lässt auch Blasinstrumente und Akustikgitarren kristalliner klingen. Aber letztlich bleibt es eine rustikale Aufnahme, auf die Rick Rubin sicher stolz wäre. Der als Single verbreitete Song ,Plundering My Soul' ist Durchschnitt, aber eine angenehme Wiederentdeckung, ähnlich wie ,Pass The Wine'. Völlig genial und geradezu unerhört gut sind jedoch ,Following The River' und ,Dancing In The Light'. Sie hätten, seinerzeit zuende gedacht, das Originalalbum sicher bereichert und uns Füller erspart wie ,Casino Boogie' und ,I Just Want To See His Face' oder ,Turd On he Run' - das allerdings einen lustigen Text hat.

Bei den zuletzt gelobten Songs ist jedoch leider Jaggers künstlerisch-komerzielles Nachwirken extrem hörbar. Er hats wohl noch mal neu gesungen - mit einer fast 40 Jahre gealterten Stimme. Und zusätzlich die Chöre um Damen ersetzt, die zur Zeit der Sessions zu EXILE gerade mal Kinderlieder gesungen haben - darunter die langjährige Stones-Background-Sängerein Lisa Fisher.
Die beiden für Fans dieses Album demnach wirklich erfreuenswerten Songs sind also nicht authentisch. ,Don't mess with the bible' soll Keith gesagt haben, als Mick begonnen hatte, an den EXILE-Tapes zu fummeln... Der Rest ist schon interessant (s.o.) und/oder belanglos, zumal es auch noch zwei saumäßige Alternativ-Versionen von ,Loving Cup' und ,Soul Survivor' gibt, die nichts taugen.
Zuletzt noch ein Wort zum mehr als dürftigen Booklet: Ein paar Fotos in schlechter, körniger sw-Qualität, die Mick, Keith und Charlie sowie einige Gastmusiker zeigen. Einmal ist Mick Taylor von hinten zu sehen, Bill Wyman überhaupt nicht. Darüber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen, aber "Geschichtsklitterung" wäre wohl das passende Wort. Auch dass schon in der Urfassung die Mitwirkung Gram Parsons verschwiegen worden war, haben die Verantwortlichen bei der Neuauflage nicht korrigiert.

Zur Vergabe der vier Sterne: 5 fürs Original-Album, 3 fürs Remastern, 3 für die zwei brauchbaren neuen Songs, minus 3 für das lieblose Booklet, minus 3 für die Beschönigung der Aufnahmen - ergibt immer noch 5. Und daran ist nicht zu rütteln.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "ehrlichste" aller Stones-LP, 18. August 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Befreit von dem Druck alle 6 Monate einen Hit produzieren zu müssen sind Jagger/Richards ehrlich. Vermutlich die erste und letzte Sones-LP die Charakter und Charisma der Band ungefiltert über die Rillen trägt. Man lese Wyman "Stone Alone" und man hört förmlich den fetten Koch, der die Küche im Studio in die Luft sprengt. Ungefiltert, ehrlich, on the road - die Beste aller Stones-LP's (mit Ausnahme vielleicht von "Beggars" oder "Let it Bleed" oder ....)
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42 von 58 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kaufwarnung: Stones-Fans lieber Finger weg!, 20. Mai 2010
Als Stones-Fan ist man ja schon seit Jahren leidensfähig. Da gibt es ein Live-Album ("Live Licks"), das aus der Ton-Spur einer DVD zweitverwertet wird. Ein wirklich enttäuschendes Studio-Album mit mehr Lückenfüllern als Hits, auf das man fast ein Jahrzehnt wartet ("A Bigger Bang"). Und einen Konzertfilm ("Shine A Light"), in dem Stones-Klassiker teilweise nur noch auf simpelste, banale Rhtythmus-Strukturen verfremdet werden, die mit dem Original nur noch wenig gemein haben (s. "She was hot"). Das alles ist aber noch gar nichts im Vergleich zu dieser Wiederveröffentlichung.

Auf den Klang dieser CD will ich nicht eingehen, da sich andere hier wohl besser auskennen (und in den Rezensionen bereits die totkomprimierten Aufnahmen beklagen). Auch die lieblose Aufmachung aller aktuellen Remasters soll nicht das Thema sein (man denke nur einmal an die wunderschönen Vinyl-Replikas von 1994). Und ich will auch nicht darüber streiten, ob "Exile" wirklich das beste Stones-Album ist. Das ist es nämlich mit Sicherheit nicht, da viele andere Platten ("Sticky Fingers", "Some Girls", "Let it bleed") mehr Hits bieten und weniger Füllmaterial aufweisen (wie hier übrigens auch zu Recht bereits geschrieben wurde). Und sollen alle nur in ihrer Nostalgie baden und vom tollen Gesamteindruck des Albums schwärmen, für dessen "Fluss" alle Songs doch ach so wichtig seien: Ein Hit oder ein toller Song wird aus Material wie dem "Ventilator Blues" trotzdem nicht.

Wahrlich erschreckend an der aktuellen Veröffentlichung sind aber die Bonus-Tracks. Ich habe mich schon damit abgefunden, dass die Stones keine besonders produktive Studio-Band sind und die meisten Outtakes daher aus belanglosen Instrumentals oder Jams wie dem "Munich Reggae" bestehen (auch wenn es mal Perlen wie "Living is a Harder World" zu entdecken gab). Richtig armselig ist aber, dass Jagger nun 40 Jahre später meint, die damals zu Recht unveröffentlichten Stücke wie Aladin Story mit seinem grausigen Neuzeit-Gesang á la Alfie veredeln zu müssen. Jetzt mal im Ernst, Leute: Diese Outtakes kann doch niemand ernsthaft als Perlen bezeichnen. Es sind Skizzen, Jams und Entwürfe. Mehr nicht, wie ebenfalls ein kluger Mann hier bereits geschrieben hat. Anders wäre es bei den Dirty-Work-Outakes. Hier schlummern immerhin noch ein paar halbwegs passable Songs (!) im Stones-Tresor und eben nicht irgendwelche Open-Tuning-Jams, die irgendwann einmal in fünfter Generation zu "Tumbling Dice" geführt haben.

Keine Frage: Ich liebe die Stones und besitze so ziemlich jedes (in)offizelle Stück, das diese Band jemals aufgenommen hat. Aber ich sorge mich schon sehr, warum sich die Stones im Jahr 2010 lieber an miesen Uralt-Outtakes vergreifen als einfach noch einmal ein neues Album aufzunehmen. Vielleicht weil ich die Antwort schon kenne. Und die Band nach den sagenhaften 90er Jahren mit "Vodoo Lounge" und "Bridges to Babylon" plus "Main Offender" und "Slide on This" und "Wandering Spirit" jetzt wohl tatsächlich ihr Pulver verschossen hat. Ich hoffe daher inständig, dass nicht diese Wiederveröffentlichung das letzte Lebenszeichen aus dem Studio bleibt. Es würde dieser Rock-Legende nicht gerecht werden.

Wer sich die "Exile" dennoch kaufen will: Holt euch bloß die 94er Ausgabe im Second-Hand-Laden oder bei eBay, bei der zumindest die Aufmachung stimmt. Diese aktuelle Remasters-Serie braucht kein Mensch.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kaufempfehlungen oder Sinn oder Unsinn von Remastern, 1. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main St. (Audio CD)
Vorweg, dies ist keine Rezension über die Musik, zum einen weil es hier schon so viele gibt, zum anderen weil letztlich doch sehr subjektiv. Mir geht’s hier um die Klangqualität. Ich bin seit vielen Jahren großer Stones-Fan, audiophiler Musikliebhaber und studierter Toningenieur. Damit will ich nicht sagen, dass ich folglich alles besser weiß, mitnichten. Aber ich denke, ich kann recht objektiv beurteilen auch mittels professioneller Studiogeräte, wo z.B. Vor-/Nachteile verschiedener Remaster liegen oder wie Plattenfirmen ticken...

Zuerst einmal, was bedeutet Mastering/Remastering überhaupt? Aufgrund zahlreicher Rezension habe ich den Eindruck, dass das viele eigentlich nicht genau wissen. Hierzu vielleicht kurz ein paar Sätze. Ich versuchs vereinfacht und für Laien verständlich auszudrücken.

Mastering (der Profi spricht eigentlich vom Pre-Mastering, aber ich wills nicht unnötig verkomplizieren) ist der letzte Prozess in der Produktionskette vor der mechanischen Vervielfältigung. Beim Mastering wird ausschließlich der fertige Mix bearbeitet. In den meisten Fällen eine Stereo-Spur, bei alten Aufnahmen entsprechend eine Mono-Spur und bei Surround-Mixen eine Surround-Spur mit der entsprechenden Anzahl von Surround-Kanälen. Das Ziel dieser zusätzlichen Bearbeitung ist entweder eine (subjektive) Verbesserung des Klangs (mehr Druck, weicherer Klang, räumlicherer Klang, dreckiger, transparenter, seidige Höhen, etc.) und/oder eine vorbeugende Behandlung um den Limitationen des Endmediums entgegenzuwirken. (Filterung und Mono-Summierung der Bässe bzw. Limiting der Höhen für LP, Reduktion des Dynamikbereiches für Medien mit limitiertem Darstellungsvermögen wie MC, LP, CD (bedingt), low-bit Multimedia etc.). Außerdem ist es die Aufgabe des Masterings aus dem vorliegenden Material (unabhängig von der Form) ein fertiges Produkt zu erstellen. Das beinhaltet die Angleichung und Zusammenstellung der einzelnen Bestandteile (z.B. Musiktitel) zu einem ganzen (z.B. Album).

Bei einem Re-Master wird folglich ebenfalls nur die finale Mischung erneut bearbeitet. Es handelt sich also nicht um eine neue Abmischung, bei der die Lautstärkeverhältnisse der einzelnen Spuren oder die räumliche Abbildung der Instrumente auf der Stereobasis verändert werden können. Das wäre ein Remix.

Wozu ein Remaster? Aus tontechnischer Sicht natürlich um das klangliche Optimum aus den Originalbändern zu holen. Aus Plattenfirmensicht um erneut Kohle mit dem Back-Katalog der Band zu machen. Und genau hier muß man dann als potentieller Käufer aufpassen. Erstmal zum Sound: zu den unterschiedlichen Vinyl-Pressungen der Stones-Alben kann ich nichts sagen, da mir hier schlicht die Vergleiche fehlen, bei den CDs gibt es für die Alben die bis 1970 unter abkco/Londen/Decca erschienen sind zwei Versionen, für die ab 1970 unter dem eigenen Stones-Label erschienenen Alben drei Versionen.

Als die CD sich ab Mitte der 80er sich weltweit immer schneller verbreitete, mußten alle bis dato nur auf Vinyl veröffentlichten Platten auch auf CD auf den Markt gebracht werden. Zu dieser Zeit waren zum einen die Analog-Digital-Wandler noch nicht so gut und hochauflösend wie heute, zum anderen mußte es für die Plattenfirmen schnell gehen und so wurde oftmals nicht mit der nötigen Präzision und Gewissenhaftigkeit gearbeitet. Auf den CD-Erstpressungen der frühen Stones-Alben ist das nur allzu deutlich zu hören. Da wurde z.T. mit der korrekten Bandgeschwindigkeit geschlampt, was eine veränderte Tonhöhe und ein verändertes Songtempo zur Folge hat, bei Songanfängen und Fades wurde unsauber gearbeitet, etc... kein Wunder, dass viele die Vinylfassung besser fanden, war sie auch definitiv. Die 2002er Remaster von Bob Ludwig/Gateway Studios wurden dann glücklicherweise mit der nötigen tontechnischen Präzision und audiophilen Hingabe durchgeführt und kann ich uneingeschränkt empfehlen. Einzig die Veröffentlichungslogik einzelner Tracks, die es in Mono/Stereo-Versionen gibt, kann ich nicht ganz nachvollziehen und finde ich teilweise ärgerlich. Aber das gabs bei der Erstauflage auch. Mir auch unverständlich warum man z.T. UK/US-Pressungen veröffentlicht hat, nicht aber die reguläre zweite UK-Platte „Rolling Stones No.2“

Bei den nach 1970 erschienenen Alben gibt es bekanntlich drei Versionen. Die CBS-Pressung aus den 80ern, das erste Remaster von 1994 und das neue Remaster von 2010. Für die CBS-Version gilt aus meiner Sicht dasselbe wie bei den Alben aus den 60ern. Die CD-Erstpressung klingt auch hier mitunter recht armselig. Ein Upgrade zum 1994er bei Virgin veröffentlichten Remaster lohnt sich aus meiner persönlichen Sicht für alle Alben von der Sticky Fingers bis einschließlich Dirty Work. Steel Wheels und Flashpoint, die letzten beiden noch bei CBS erschienenen Alben sind qualitativ auf annähernd gleichem Niveau. Ein Neukauf nicht unbedingt erforderlich. Die Virgin-Remaster mögen auf den ersten Eindruck nicht ganz so liebevoll gemacht sein, wie die der 60er Alben, aber das täuscht meiner Meinung nach. Bei den frühen Aufnahmen fällt nur stärker auf, was man mit heutiger Technik rausholen kann.

Wozu dann nochmal ein neues Remaster? Ein tontechnischer Sicht – Nein! Ich hab sie verglichen und kann jedem echtem Musikliebhaber dem an guten Sound gelegen ist, nur davon abraten. Qualitativ hat sich aus meiner Sicht nichts verbessert. Sie sind einfach nur lauter und haben damit weniger Dynamik. Im ersten Moment klingt lauter immer besser, vergleicht man aber beide Remaster mit angeglichener Lautstärke, klingen die 2010er bei Universal veröffentlichten Remaster flacher als die 94er Version.

Warum also diese Remaster? Ganz einfach, die Stones haben zu Universal gewechselt. Universal legt alle Alben neu auf, da sie natürlich am Back-Katalog auch verdienen wollen und um ein zusätzlich Kaufargument zu schaffen, läßt man eben alles nochmal mastern. Darüber kann man sich aufregen, durchaus zurecht, aber so funktioniert nun mal unser kapitalistisches System. Es geht schlicht um Profit. Übrigens haben die Stones selbst damit vermutlich nur wenig am Hut. Sowas entscheidet die Plattenfirma, die kraft des Vertrages mit der Band die Nutzungs- und Verwertungsrechte übertragen bekommt. Damit möchte ich nicht ausschließen, dass die Band kein Mitspracherecht bei der Veröffentlichungspolitik hat, aber dazu muß sie halt auch Lust haben und die Stones tangiert das halt nur peripher... salopp gesagt, Jagger interessiert nur die Kohle, Keith geht das Business am Allerwertesten vorbei, Charlie beschäftigt sich garantiert auch lieber mit anderen Dingen und Ronnie hat eh nicht viel zu melden... und Bill ist nunmal nicht mehr dabei.

Würden die Stones morgen zu Sony wechseln, würden mit Sicherheit wieder alle Alben neu aufgelegt, vielleicht wieder remastered (hoffentlich nicht noch mehr komprimiert). Ob es dann mal ein paar Bonustracks dazu gibt...? Wäre mir da nicht so sicher... und ob sich die wirklich lohnen würden? Für mich nicht, aber ich bin da wohl nicht Stones-süchtig genug. Die Exile-Bonustracks sind für mich überflüssig. Erst recht wenn Jagger teilweise neu drauf singt. Wenn dann bitte echte 72er Aufnahmen!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Groschen fällt langsam, 17. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Ich weiß wirklich nicht mehr, wann ich mir "Exile On Main Street" gekauft habe. Ich war ja in Sachen Stones ein Spätstarter, weil Spätgeborener. Richtig aufmerksam wurde ich erst auf sie, als mir meine Mutter eine Billigausgabe ihrer ersten Best Of-LP mit Namen "High Tide And Green Grass" (war bei Bertelsmann erschienen und ist heutzutage eine richtige Rarität) schenkte. Damals war ich voll auf Glamrock - Sweet, Slade, T.Rex und Konsorten. Immerhin habe ich mir dann eine reguläre "Greatest Hits" Scheibe, nämlich "Rolled Gold" zugelegt. War für einen Pennäler sauteuer, weil Doppel-LP, aber das war's dann. Der Glamrock konnte mir danach bis auf ein paar Ausnahmen den Buckel runterrutschen.

Okay, das Taschengeld wurde reichlich knapp, weil die Stones bis zu diesem Zeitpunkt (müsste "It's Only Rock 'N Roll" gewesen sein) schon einiges an Material veröffentlicht hatten. Um es kurz zu machen: ich kaufte mir alles, auf dem Rolling Stones draufstand und ich war begeistert. Ja und dann hatte ich irgendwann "Exile On Main Street".

Ich möchte die Platte so besprechen, wie ich sie damals empfunden habe, soweit ich mich noch erinnern kann, d. h. vor allen Dingen als Schallplatte und nicht als CD, deshalb auch die Aufteilung in vier Plattenseiten.

Seite 1, Song 1, "Rocks Off". Möönsch, rockt das. Dann "Rip This Joint", mit einem Tempo, wo du meinst, jetzt hat die Hölle gerade ihre Pforten geöffnet. Textlich ist es so eine Art Reminiszenz an das erste Stück auf der ersten LP der Stones "Route 66", eine Reise quer durch die USA. Eigentlich klassischer Chuck Berry, nur hatte der "Route 66" nicht geschrieben. Weiter geht's mit "Hip Shake", einem Cover von Slim Harpo. Hat einen guten Rhythmus. Dann setzt zunächst was aus.

Die zweite Seite. Hm. Noch ein Hm. Noch eins. Dann kommt "Loving Cup" mit einer Klasseeinleitung auf dem Piano von Ian Stewart. Großartiger Song, Wall Of Sound wie "Gimme Shelter" auf "Let It Bleed".

Dritte Seite. Jetzt knallt's. "Happy" der Überröhrer von Keith Richards, der genauso optimistisch klingt wie sein Titel. "Turd On The Run" wieder ein Rocker, ein straighter, mit einem seltsam beunruhigen durchgängigen Riff. "Ventilator Blues" leitet über zu "Just Wanna See His Face" und hier gestehe ich meine hemmungslose Leidenschaft zum Gospel. "Let It Loose"... Mal wieder ein Hm.

Das Hm geht auf der vierten Seite weiter bis auf "Shine A Light", wieder mit Gospeleinschlag, und "Soul Survivor", einem geradezu klassischen Stonessong mit einem ebenso klassischen Riff.

Das war's für's erste und ich war irgendwie ein bisschen ratlos. Ich hatte tolle Musik gehört, aber auch Sachen, mit denen ich erstmal nix anfangen konnte. So oder so ähnlich muss es damals einigen Kritikern gegangen sein, die das Album schlicht verrissen. Der übliche Tenor: "Exile..." wäre ein Muss, hätte man eine einzelne LP daraus gemacht." Nun muss man diesen Kritikern zugute halten, dass sie ja irgendwann - und das ist nun mal bis zum Erscheinen der neuesten Ausgabe der jeweiligen Musikzeitschrift - eine Kritik schreiben mussten. Das musste zwangsläufig zum Verriss führen, denn der Groschen fällt hier langsam...sehr langsam.

Ich weiß nicht, wann mir die ganze Schönheit des Albums, speziell der zweiten Plattenseite aufgefallen ist, ich weiß nur, dass es gerade die Seite war, an der ich am längsten zu Kauen hatte. Heute ist es meine Lieblingsseite. Egal, ob es der reine Blues bei "Torn & Frayed" ist, das Country-angehauchte "Sweet Virginia" oder das nicht genau zuzuordnende "Sweet Black Angel", die Seite steht für sich. So daneben wie ein französischer Kritiker, dessen Namen ich leider vergessen habe, lag allerdings niemand. Er hatte ein ganzes Buch über die Texte der Stones geschrieben und sie vor allem auf den frauenfeindlichen Aspekt abgeklopft. Dabei maulte er sinngemäß herum, dass die Textzeile: "Free De Sweet Black Slave" so richtig nach Jaggers Geschmack sei, eine Schwarze als Sklavin. Nun hat Mick zwar einige frauenfeindliche Texte geschrieben, aber hier war der Franzose vollkommen außer der Spur. "Sweet Black Angel" handelt von der schwarzen Bürgerrechtlerin Angela Davies, für die Jagger uneingeschränkt Sympathie bekundete. Bei einem Konzert hatte er sogar dem Publikum folgendes gesagt: "Angela Davies ist heute freigelassen worden. Klasse, was?"

Zurück zur Musik. Eine der Legenden über "Exile..." besagt, dass dieses Album deswegen so rau klang, weil es in Keiths Keller in dessen Haus in Frankreich unter unmöglichen Umständen (diese unmöglichen Umstände wurden aber oft durch Keith selbst hervorgerufen - er hatte seinen eigenen Rhythmus, so dass die zuverlässigen Bill Wyman und Charlie Watts zur rechten Zeit mit den Aufnahmen beginnen wollten, nur Keith war halt nicht da, egal, ob er seinen heiß geliebten Sohn Marlon ins Bett bringen musste oder schlicht auf dem Klo hockte, weil er wegen der vielen Drogen Verstopfung hatte) aufgenommen wurde. Dabei war es so schwül, dass man permanent die Instrumente nachstimmen musste. Vielleicht war deshalb der Arbeitstitel der Platte: "Tropical Disease". Es stimmt aber auch, dass nur knapp ein Drittel der Platte in Nellcote - Keiths Haus in Frankreich - aufgenommen wurde und selbst diese Songs wurden in Los Angeles nachbearbeitet, wo der Rest der Platte aufgenommen wurde.

Was soll's? "Exile On Main Street" ist die sperrigste Platte der Stones und sie ist großartig. Selbst Kritiker, die sich aus o. g. Gründen abfällig geäußert haben, schwenkten irgendwann um und beteuerten, dass keine der nachfolgenden Platten an "Exile..." heranreichten ( Damit haben sie zumindest ab "Emotional Rescue" recht). Selbst wenn die Single-Auskoppelung "Tumbling Dice" nicht die Spitze der Charts erreichte, ist auch sie ein großartiges Stück Musik. Beinharter Blues mit einem kräftigen Schuss Soul, der alles hat: Bläser, einen geilen Chor, aufgemotzt bis zum Gehtnichtmehr - ja, selbst der schwächste (soweit man hier davon reden kann) Song - in meinen Augen - "Stop Breaking Down" hat mehr Substanz als alles, was "Voodoo Lounge" zu bieten hat.

Zum Schluss eine kurze Anmerkung, weil es komischerweise in der einschlägigen Literatur nie erwähnt wurde: Bei "Rocks Off" singt Jagger anscheinend über Impotenz "I Only Get My Rocks Off While I'm Sleeping". Wer genau hinhört, stellt fest, dass ganz am Ende (CD Anzeige: 3'36) daraus "Socks Off" wird. Damit nimmt er alle auf die Schippe, die das zuvor Gesungene ernst genommen haben.

Ob man sich jetzt dieses Bob Ludwig-Remastering hier leistet, wenn man schon eine Ausgabe von "Exile On Main Street" im Plattenschrank hat, ist fast schon eine Glaubensfrage. Die einen finden es toll, wenn die Platte sauberer klingt, andere schwören eher auf den ungeschliffenen Sound. Tatsache ist aber, dass es die einzige bis heute mir bekannte Version ist, bei der die damals der Erstauflage der LP beigelegten Postkarten wenigstens in Miniaturform im Booklet abgedruckt sind.

Zusatz:

Ich wollte noch eine Rezension zur DoCd-Deluxe Edition schreiben, aber da lässt mich Amazon nicht ran, weil ich schon eine Rezension zu "Exile..." geschrieben habe, die dann auch zusätzlich bei der Deluxe Edition auftaucht. Was Amazon hier macht, ist Blödsinn. Ich kann ja verstehen, dass man dieselbe Rezension nicht bei allen Varianten eines Produkts wiederholen kann, um sich nicht künstlich beim Rang der Rezensenten nach oben zu pumpen, aber hier macht das gar keinen Sinn. Also schreibe ich diesen Zusatz in der Hoffnung, dass alle Leser meiner Rezension was davon haben - bei beiden Versionen.

So, jetzt zur Deluxe Edition.Dieses Remastering hier ist ähnlich wie bei dem von Bob Ludwig lauter abgemischt als bei der ursprünglichen CD, was dazu führt, dass die Songs 2-3 Sekunden länger sind und die gesamte CD dadurch ungefähr eine halbe Minute länger ist. Ansonsten erscheint mir diese Version noch einen Tick klarer.

Das Interessanteste daran ist natürlich die Bonus-CD mit Songs, die tatsächlich alle während der Zeit der Sessions von "Exile..." aufgenommen wurden. Als Stonesfan lechzt man ja geradezu nach solchen Songs. Das Problem dabei ist, dass die Songs nachbearbeitet wurden, was an sich nichts Schlimmes ist, schließlich waren das ja keine fertigen Songs, nur - bitte, was soll da der Backgroundgesang von Lisa Fischer (gegen die ich überhaupt nichts habe, sie ist eine tolle Backgroundsängerin) und Konsorten dabei, den man hier bei "Pass The Wine", "Plundered My Soul" und "Following The River" hört? Da geht doch ein gutes Stück Authentizität verloren, denn Lisa war bei den originalen Aufnahmen nicht dabei. Wie sollte sie auch, damals war sie gerade schüchterne acht Jahre alt. Damit klingen diese Songs eher wie Stones 2010 als wie die Stones 1971. Bemerkenswerterweise ist das bei "Following The River" nicht so schlimm, denn da ist der Backgroundgesang mehr in den Hintergrund (Background) gemischt, bei den anderen beiden Songs habe ich damit Probleme.

Wesentlich interessanter sind die Songs, die man hier in Alternative-Takes hört. "Loving Cup" und "Soul Survivor" sind absolute Leckerbissen für Stonesfans, letzteres allein schon dadurch, dass Keith singt und der Text nicht die geringste Ähnlichkeit mit dem veröffentlichten hat, ebenso "Good Time Woman", was die Urversion von "Tumbling Dice" ist.

Was bleibt noch? Mit "Dancing In The Light" und "So Divine (Alladin Story)" hören wir zwei Songs, die Stonesfanatiker bereits von Bootlegs kennen, allerdings als Instrumentals. Hier singt Mick und damit sind wir beim nächsten Problem, denn Mick singt nicht mehr so wie 1971, sondern eben wie 2010.

Das alles soll heißen, es stellt sich zwar das Stones - Feeling ein, aber nicht immer das "Exile On Main Street" - Feeling, aber wer weiß, vielleicht fällt der Groschen auch hier langsam.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Inbegriff des Rock 'n Roll, 20. Dezember 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Exile on Main Street (Audio CD)
Chaotisch waren die Umständen, als die Stones in Keith Richards Villa in Südfrankreich - als erste Steuerflüchtige der Musikgeschichte - ihr allererstes Doppelalbum aufnahmen.
Und ihr wohl bestes überhaupt.

"Chaotisch" ist dabei noch untertrieben, denn während den Sessions war es praktisch Zufall, wer gerade zur Verfügung stand. Mick Jagger - dessen Gesang unter der Feuchtigkeit und Hitze litt - war oft abwesend, um seine schwangere Frau Bianca in Paris zu besuchen. Keith war durch seine Familiensituation - Frau und Kind waren mit dabei - und seinen Heroinkonsum abgelenkt. Die anderen Stones waren durch das ständige warten genervt und fanden derweil Unterhaltung in Monaco oder Nizza.
Und trotz alldem gelang es den Stones ein Album zu schaffen, das wie aus einem Guss klingt, das nichts von den widrigen Umständen widerspiegelt. Hier verschmelzen alle traditionellen Musikstile - Hard Rock, R 'n B, Country, Blues, Gospel, Jazz - zu einem makellosen Ganzen, zu einem Album, das nicht weniger als der Inbegriff des Rock 'n Roll ist.
Der Eröffnungssong "Rocks Off" legt da den Ton passend vor: Ein einwandfreies Hardrock - Riff dröhnt da neben einem funkigen Bläsersatz, während Mick um sein leben röhrt. Und mitten in diesem Chaos klimpert noch ein Piano herum und gibt dem ganzen Song ein 50ies Rock 'n Roll - Flair. "Sympathy For The Devil" hatte vielleicht einen unwiderstehlichen Rhytmus, "Gimme Shelter" ein geniales Hardrock Riff und "Brown Sugar" einen gebührend dreckigen Sound - aber "Rocks Off" hat alles zusammen. Genau in diesem Stil erkunden die Stones all die traditionelle Musik, die Amerika zu bieten hat - die "versaute" Produktion tut dabei ihr übriges. Da fallen im unsterblichen Klassiker "Tumbling Dice" R 'n B und Gospel wie selbsverständlich zusammen, "Sweet Virginia" vereint Country, Jazz und Soul mit schierer Eleganz. Eine schwüle "Ballade" wie "Let It Loose" ist erst zu diesem Zeitpunkt möglich, weil nun Gospel und Blues sowieso schon längst das Selbe sind, und eine Unterscheidung all dieser Stile längst hinfällig ist. Da können Bretter wie "Rip This Joint" oder "All Down The Line" neben obskurem Zeug wie "Shake Your Hips" oder "Just Wanna See His Face" und großen Dramen wie "Shine A Light" stehen, ohne sich gegenseitig den Glanz zu nehmen.
"It's gotta Be Rock 'n Roll Music"
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