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5.0 von 5 Sternen Mein Klassiker, 6. November 2002
Diese Doppel CD enthält Studioaufnahmen von Horowitz und somit Werke von verschiedenen Komponisten, wie etwa Chopin, Rachmaninoff, Liszt, Beethoven, Débussy, Scriabin und Scarlatti. Es ist eine mehr oder weniger bunte Palette an Werken, welche einem dargeboten wird, meisterhaft und farbig interpretiert von Horowitz.
Die Chopin Sonate in b-moll hat meiner Meinung nach Referenzcharakter und ist meisterhaft und mustergültig eingespielt, besticht durch Klarheit und Brillanz. Die Etudes Tableaux op. 39,5 ist ein wahres Erlebnis, und läßt jedem, der die technischen Schwierigkeiten kennt, das Blut gefrieren. Horowitz spielt die Etude mit einem unnachahmlichen Drive und hält das konsequent bis zum Ende durch (man beachte die Kulmination gegen Ende des Werkes!). Bis jetzt wurde die Aufnahme dieser Etude meiner Meinung nach nicht getoppt noch erreicht, Ashkenazy und Kissin scheinen dagegen fast wie Amateure zu spielen.
In den Kinderszenen von Robert Schumann beweist Horowitz, daß er nicht nur in Werken wie Rachmaninoffs dritten Klavierkonzert zu überzeugen weiß, sondern auch in kleinen Formen unschlagbar ist, durch eine Vielzahl an Klangfarben, Differenzierungen und Schattierungen.
Die Scarlattiaufnahmen sind reizend, Beethovens Pathétique absolut anstandslos (eine der wenigen Sonaten von Beethoven, die Horowitz tatsächlich eingespielt hat, da er ja bezüglich der meisten anderen Sonaten seine eigenen Vorstellungen hatte und sie nie öffentlich zu Gehör brachte, obwohl er sie allesamt auswendig beherrschte.)
Für einen weiteren Höhepunkt auf den CD's halte ich Liszt's Ungarische Rhapsodie Nr. 19. Praktisch wird dieses Werk kaum gespielt noch aufgeführt, und wenn man sich die Aufnahme von Horowitz anhört, dann fragt man sich, weshalb das so ist. Horowitz spielt eine eigene Bearbeitung (meist erschwerte er sich dabei die Werke enorm und konnte seine Virtuosität dabei ganz ausspielen) und holt dabei Klänge aus dem Klavier, die wir wohl auf diese Weise nie wieder hören werden, eine wirklich gigantische Aufnahme.
Ganz interessant und wirklich zum Schmunzeln ist der Schluß des Chopin Scherzos in der Einspielung von Horowitz. Daß er das Scherzo hochvirtuos und meisterhaft spielt, ist dabei schon fast eine Selbstverständlichkeit; in der Coda offenbart er dabei sein ganzes Temperament und spielt die Oktaven in Liszt'scher Manier verdoppelt, sehr zum Verdruß von puritanischen Chopin-Anhängern. Es ist wohl müßig darüber zu spekulieren, ob das in der Absicht eines Chopin lag, meiner bescheidenen Meinung nach tut es dem Werk auf keinen Abbruch, und wehe dem Menschen, der einem Horowitz billige Virtuosität vorwerfen will!
Die Tonqualität ist ordentlich, bedenkt man, daß sie aus den 60er Jahren stammen, man hört einen Horowitz in bestechender und überzeugender Form, ein absoluter Hörgenuß und Muß für jeden Horowitz-Fan!
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