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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Thank you, Mr. Moore
Der guten Rezension von Hrn. Höfler ist wirklich nicht mehr viel hinzuzufügen und auch ich frage mich, warum er nur drei Sterne vergibt. Vielleicht - wie er sagt - ist ihm der Aufbau des Videos zu wenig strukturiert (kann ich nicht unbedingt teilen).

Michael Moores Recherchen mögen einseitig sein, aber - und das ist so erschreckend - sie sind...
Vor 22 Monaten von Lesefuchs veröffentlicht

versus
41 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Berechtigte Polemik
Der Titel von Michael Moores neuem Film "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" liest sich wie die zu widerlegende Hypothese, man könne den Kapitalismus lieben. Tatsächlich unternimmt Moore gar nicht erst den Versuch dazu, sondern beginnt mit US-amerikanischen Hauseigentümern, die nicht selten das Eigenheim bereits abgezahlt hatten, aber dennoch brutal von...
Vor 23 Monaten von Wirtshausberater veröffentlicht


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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Thank you, Mr. Moore, 11. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Der guten Rezension von Hrn. Höfler ist wirklich nicht mehr viel hinzuzufügen und auch ich frage mich, warum er nur drei Sterne vergibt. Vielleicht - wie er sagt - ist ihm der Aufbau des Videos zu wenig strukturiert (kann ich nicht unbedingt teilen).

Michael Moores Recherchen mögen einseitig sein, aber - und das ist so erschreckend - sie sind auch immer wahr und gewissenhaft recherchiert. Was in diesem Video dargestellt wird und wahr ist, schockiert und lässt den Zuschauer mit offenen Mund, dieses zum Himmel schreiende Unrecht mit Fassungslosigkeit verfolgen. Menschen ohne Gewissen bereichern sich, ohne jegliche Schuldgefühle auf Kosten aller anderen.

Man wird die DVD öfters gucken, weil man ganz sicher alles behalten und verstehen will. Wenn man Menschen die Inhalte erzählt, hören sie ergriffen zu. So unglaublich ist die Realität in Amerika und kommt hoffentlich nie zu uns.

Ereignisse, wie die Bankenkrise, werden in ihrer Entstehung beleuchtet. Nach diesem Film ändert sich die Hierachie bei den Berufen mit dem niedrigsten Ansehen. Die Banker verdrängen die Politiker. In Amerika - wie sich zeigt - stehen sie noch über der Politik. Geschickt vor Jahrzehnten mit der Marionette Reagan eingefädelt, kontrolliert das Kapital Amerika.

Man kann Mr. Moore nur danken, dass er den Mut hat, diese so wichtigen Wahrheiten aufzuzeigen und so hoffentlich Veränderungsprozesse anstößt. Ohne jede Frage, fünf Punkte und mehr. Zum Weinen und eine Warnung für alle anderen Länder nicht den gleichen Weg zu gehen wie Amerika. Eine unglaublich wichtige Dokumentation. Thank you, Mr. Moore.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Plutonomie oder An extra for extra...., 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Man muss sehr genau unterscheiden zwischen dem Film und der DVD!
Der Film "Kapitalismus -Eine Liebesgeschichte" ist ein typischer Michael Moore. In kleinen, meist oberflächlichen und gelegentlich etwas albernen Häppchen präsentiert er eine ernste Botschaft, die zum Nachdenken anregt, zum Tiefschürfen einlädt und dabei niemanden überfordert, der der englischen Sprache mächtig ist oder dem Untertitel jedenfalls nichts ausmachen.

Die im Film aufgeworfenen Fragen sind nicht neu aber brandaktuell:
Sind Demokratie und Kapitalismus wirklich zwei Seiten einer Medaille? Oder schließen sie einander vielleicht aus? Wem hat das Kapital zu dienen? Wem dient die Regierung? Welche Perspektiven gibt es?

Die gewonnenen Erkenntnisse reichen weit über Übliche eines interessanten DVD-Abends hinaus, ersetzen aber natürlich keine Hochschulstudiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Religion, Geschichte und Philosophie. Immerhin: Sie machen neugierig auf mehr!

Dennoch: Manches mal wäre bereits im Film ein mehr an fundierter Information angebracht gewesen.
So wird beispielsweise nicht klar deutlich, WARUM so viele Menschen in den USA so leichtfertig auf die ihnen angebotenen und im Ergebnis so schrecklichen Hypothekenkreditverträge eingegangen sind.

Dennoch dürften viele zu beeindruckendem für sie neuem Wissen kommen.
So wird aus einem perfiden Memo der Citibank zitiert, das die Erosion der Demokratie in Richtung Plutonomie (allein dafür lohnt sich er Film schon) zu bejubeln scheint und man erfährt, auf welch makabere Weise Banken am Tod ihrer Mitarbeiter verdienen. Ebenso wird an Roosevelts sensationell humane Ideen zur Erweiterung der Verfassung erinnert, die leider nie verwirklich wurden.

Die Bilder zeigen also die fatalen Gegensätze des modernen Amerika und sind gleichzeitig durchdrungen von Hoffnung. Sie zeigen kluge Worte und richtungsweisende Taten und lassen niemals den Glauben an die guten Seiten Amerikas verlieren.

Dennoch wäre mir der Film allein nur vier Sterne wert gewesen - zu oberflächlich.

Allerdings fällt es mir nun ganz leicht, den fünften Stern zu verleihen. Denn ich habe mit Begeisterung das Bonusmaterial gesehen, dass wesentlich in die Tiefe geht und wertvolle Ergänzung leistet.
Diese Extras bestehen im Wesentlichen aus Gesprächen mit klugen oder engagierten Köpfen und sind nebenbei ein kleines Hoch auf das Einzelinterview - wo sich Gedanken noch entwickeln lassen, statt parteipolitisch ausgewogen in 59:30 zerstreut zu werden.

Also: Mit nunmehr fünf Sternen gibt es natürlich eine klare Kaufempfehlung von mir! Es ist mir allerdings unverständlich, wieso man auf der DVD-Hülle das ziemlich daneben liegende Zitat aus TV Movie (sic!) abgedruckt hat: "witzig und skurril". Denn der Film und die DVD sind weder das eine noch das andere - und trotzdem gut!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Geht Moore die Ausrichtung auf seine Zielgruppe verloren?, 27. August 2011
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Inhaltlich hat Michael Moore in seiner ohne jeden Zweifel berechtigten Kapitalismus-Schelte wie stets die Hand am Puls. Außerdem wird für manchen Neues dabei sein, so dass man zunächst einmal pauschal empfehlen kann, den Film wegen seiner Inhalte anzuschauen.

Was nicht heißt, dass man alles unterstreichen kann, was da präsentiert wird: Gerade Roosevelt beispielsweise war einer der übelsten Bürger-Ausbeuter. Er hat für seinen Europa-Feldzug die gesamten Goldvorräte der US-Bevölkerung eingezogen, den Pearl-Harbor-Überfall provoziert und damit sein Volk gegen dessen Willen durch dieses ungeheure Verbrechen und das Opfern von 2000 eigenen Soldaten in einen Kríeg gelockt, der zwar "gewonnen" wurde, nichts desto trotz aber einen erheblichen Blutzoll auch auf Seiten der Alliierten gefordert hat und - wie jeder Kríeg - deutlich mehr gekostet hat, als er je hätte bringen können. Aber natürlich müssen die Bürger die Kosten aufbringen, den Profit kassiert die Kleptokratie. Diesen Mann, der dem angeblichen Erzfeind noch bis zuletzt kriegswichtiges Material geliefert hat, präsentiert Moore tatsächlich als Vorbild - bloß weil er in einer letzten Ansprache in dreistester Lügerei nochmal alles versprochen hat, was sich "die Menschen da draußen" immer so wünschen. Wohl wissen, dass weder er noch einer seiner Mitganoven jemals auch nur einen Federstrich dieser Gesetze umsetzen würden.

Dennoch. Moore zeigt an vielen Beispielen nachvollziehbar auf, dass Fehlentwicklungen nicht trotz, sondern wegen Kapitalismus stattfinden, dass Kapitalismus menschenfeindlich ist und sich sogar letztlich sogar selbst zerstört. Er macht weiter deutlich, dass genau diejenigen, die am härtesten unter dem Kapitalismus leiden, ihn am eifrigsten verteidigen: Jeder arme Strampler hält sich nämlich für den Milliardär - und somit den Kapitalisten von morgen.

Logischerweise richtet sich also dieser Film nicht an die vielen Rezensenten mit gutem Verständnis und Überblick, sondern an Menschen, die jeder Kritik an - wie sie es verstehen - "Freiheit und Demokratie" äußerst skeptisch gegenüberstehen, also an die hierzulande so genannte "schweigende Mehrheit". Eine Mehrheit, die neben ihren politischen Einstellungen auch ihre Sehgewohnheiten teilt, also gewohnt ist, alles und jedes in professioneller Verpackung serviert zu bekommen.

Hier muss Kritik erlaubt sein. Michael Moore ist kein Anfänger mehr, und er sollte inzwischen über ausreichende Mittel verfügen, professionelle Filme abzuliefern. Er wäre auch nicht mehr darauf angewiesen, alles mehr oder weniger gut selbst zu machen.

Aber von Professionalität ist dieses Werk offensichtlich weiter entfernt als seine Vorgänger, schon gar als beispielsweise ähnlich semi-professionelle Filme wie "Loose Change" oder der Al Gore - Film. Pointiert formuliert: Wenn man Wahrheiten wie die dieses Films möglichst wirkungslos verpuffen lassen will, muss man sie genau so präsentieren, wie Micheal Moore das getan hat. Er wirkt - fachlich gesehen - eigenbrötlerisch. Seine "Gegner" hingegen lassen sich in jeder Geste, jedem Handgriff, jedem Wort beraten - so hat Moores Message keine Chance beim Massenpublikum.

Was vielleicht auch gut ist. Denn Moores erklärte "Lösung" - mehr
Demokratie - war und ist ja genau die Form der Ausbeutung, welche die Umverteilung des Kapitals bisher am besten von allen gestemmt hat: Musste man in "härteren" Staatsformen die Menschen noch zwingen, geben sie im Kapitalismus ihre Arbeit und ihr Vermögen ja sogar gerne und freiwillig bei der Kleptokratie ab. Wäre Demokratie nicht des Kapitals liebstes Kind, hätten wir andere Staatsformen.

Fazit: Meinungsmultiplikatoren, die die belastbaren Botschaften Moores ernst nehmen, wird es ohne Zweifel geben - aber keiner von denen, egal, wo er steht, wird vermutlich deswegen seine Ausrichtung korrigieren. Die einen werden ihre Argumente ergänzen, die anderen daran arbeiten, genau diese gekonnt und professionell vom Tisch zu wischen.

Echt schade um die teilweise guten Ideen und interessanten Gedanken.

jury 4* A0705 27.8.2011e 8A
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Witzig, giftig, schwarz und brutal real - absolut sehenswert!, 15. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Unter dem ironischen Titel "Kapitalismus - eine Liebesgeschichte" präsentiert Michael Moore einen wirklich guten Film über den Kapitalismus (euphemistisch: "Freie Marktwirtschaft") amerikanischer Ausprägung, und zeigt anhand einer Reihe schlimmer Beispiele, was in diesem System alles möglich ist.
Kritiker werden einwenden: Ja, stimmt alles, aber das sind doch bloß Auswüchse. Andere sagen: Nein, denn die Auswüchse SIND das System.
Ja, Moores Film IST einseitig. Aber das ERWARTE ich auch von ihm. Ich ERWARTE, daß der Filmemacher Partei ergreift, wenn er über ein System berichtet, daß sich NUR nach dem Recht des (wirtschaftlich) Stärkeren richtet, und der einzelne Mensch nicht mehr Staatsbürger ist, sondern der letzte Dreck, ein abzuzockendes, auszuplünderndes Etwas, und genau DEREN Partei ergreift Michael Moore, und er betreibt Aufklärung im besten Sinne. Was wäre denn die andere Seite? Behauptungen, daß das alles nicht so schlimm sei, wo gehobelt wird, da fallen Späne, also im Prinzip sei alles in Ordnung, denn das sei der Preis der Freiheit in freiesten der freien Länder der Welt? Danke, diese andere Ein-Seitigkeit wird von Konzernvertretern, Medien und Politikern auch in den USA genügend und bis zum Erbrechen besorgt. Moores Filme sorgen eher für ein lautstarkes und bitter notwendiges informatives Gegengewicht.

Inhaltlich spannt Moore einen Bogen vom alten Rom über seineHeimatstadt Flint in den 30ern, die Reagan-Ära und deren damaligen Machenschaften bis zur aktuellen Finanzmärkte-Krise, geht etwa der Frage nach, ob Jesus oder auch die amerikanischen Gründerväter wirklich wollten, daß die Menschen alleine von Superreichen und deren Helfershelfern beherrscht werden.
Er berichtet z. B. von einem korrupten Richter, der gegen Bakschisch absichtliche Falschurteile gegen Jugendliche fällte, nur um einen Privat-Knast zu füllen (wurde nicht auch bei uns unlängst das erste Privat-Gefängnis eröffnet?), von skrupellosen Banken und deren Vertretern, die nur um des Profites willen mithilfe seltsamster Kreditbedingungen die Menschen um ihren Besitz bringen und sie obdachlos machen, Bedingungen, die nur möglich sind, weil willfährige und korrupte Politiker vorher die entsprechenden Bestimmungen und Gesetze gemacht bzw. im Banken-Sinne verändert haben, und die als Gegenleistung dann Kredite zu GANZ BESONDEREN FREUNDSCHAFTS-Bedingungen bekommen, sowie von Konzernen, die allen Ernstes Lebensversicherungen auf ihre Mitarbeiter abschließen, nicht etwa, um nach deren Ableben die Hinterbliebenen zu unterstützen, sondern um Reibach zu machen. Dieses eiskalte, zynische Geschäftsgebahren kommt uns irgendwie bekannt vor? Richtig: Es erinnert an die perversen Spekulanten, die gerade z. Zt. etwa "Versicherungen" darauf abschließen, daß z. B. Griechenland seine Schulden nicht bezahlen kann - nichts anderes als brutale Wetten auf das Eintreten der Katastrophe - ob Menschenleben oder Staatsbankrott ist solchen Leuten sowas von sch...egal, Hauptsache, der Profit stimmt, as Verhaltensmuster dieser widerlichen Abzocker ist das gleiche, schließlich leben wir im Kapitalismus! Auch, wenn vieles im Film durch die Art der Präsentation recht unterhaltsam rüberkommt, ballt sich die Faust irgendwann nicht mehr nur in der Tasche, es entwickelt sich auch ein starkes Bedürfnis zuzuschlagen, und man möchte dem durch seine Bank zwangsgeräumten Arbeiter beipflichten, wenn er sagt:(Zitat)"Ich beginne zu verstehen, wenn Leute den Kopf verlieren, und um sich schießen. Ich sage nicht, daß ich sowas tun würde, aber ich kann verstehen, wenn sie die Leute soweit bringen, daß sie Bomben legen, alles in die Luft jagen. Wenn denen was passiert, dann haben sie es jedenfalls verdient. Ich hoffe, daß was passiert. Mehr kann ich nicht sagen." Erschreckend ist auch, wieviele Leute sich zu Bütteln der Banken machen, Behörden, Sherriffs, die gnadenlos deren Geschäfte verrichten, und am Ende bleiben restlos ruinierte Familien, verfallene Siedlungen, Dörfer, Vorstädte, alles für den Profit widerwärtiger Zocker!

Schöne und optimistische Momente hat der Film aber auch eine ganze Reihe, z. B. dann, wenn unter tätiger Mithilfe zahlreicher Demonstranten die Zwangsräumung einer Familie monatelang verhindert wird, bis die Bank schließlich sogar aufgibt, Moores Aktion, in der er eine Bank erst zu besetzen versucht, und dann zum Tatort erklärt, ein Sherriff, der kurzerhand alle Zwangsversteigerungen in seinem Distrikt für beendet erklärt, und sich weigert, weiterhin Leute auf die Straße zu schmeißen, oder auch eine gefeuerte Belegschaft, die gemeinsam und mit viel Unterstützung - u. a. des katholischen Bischofs - gegen einen übermächtigen Gegner hohe Abfindundungen ertrotzt.

Natürlich ist der Film auch von den Moore-typischen Stil-Mitteln durchsetzt wie satirischen Szenen, kommentierenden Schnitten, entlarvenden Montagen. Auch das Bonus-Material auf der DVD ist sehenswert.
Moore zeigt die amerikanische Ausformung des Kapitalismus, von der wir in Deutschland zum Glück (noch) weit entfernt sind. Aber man sollte sich auch bei uns nichts vormachen: Bagatell-Kündigungen langjähriger Mitarbeiter, Verdealen von Schrottpapieren durch gewissenlose Bank-Mitarbeiter vorzugsweise an Rentner und andere Bank-Kunden, die sich vermeintlich oder tatsächlich schwerer wehren können, irre Privatisierungs-Orgien von öffentlichem Eigentum, brutalstes Lohn-Dumping, übelste Hetze gegen Arme und Schwache sowie schwerwiegenste politische Entscheidungen im Sinne von Großbanken und Finanzdienstleistern zum Schaden von uns allen gehören zu Facetten eines Weges, den auch unsere Gesellschaft längst beschritten hat, und an deren Ende eine Gesellschaft steht, in der die wirtschaftlichen Interessen ALLES sind, und der einzelne Mensch nichts mehr ist, gar nichts, außer einem auszumerzendem Kostenfaktor oder wahlweise dem allerletzten Dreck.

Der Film lohnt sich aufgrund des Themas auch sehr gut für Moore-Einsteiger, ist inhaltlich deutlich näher an uns Kontinental-Europäern dran als etwa der ebenfalls sehenswerte Film "Sicko" über das amerikanische Gesundheitssystem, und er ist bei allem Ernst mit leichter Hand produziert.
Meine Empfehlung: Den Film kaufen bzw. ausleihen, ansehen, und darüber nachdenken, ob wir wirklich auch in Deutschland weiter auf eine solche Form des Kapitalismus zusteuern wollen, oder uns auf eine "soziale Marktwirtschaft" rückbesinnen und orientieren sollten, die diese Bezeichnung auch verdient...
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Michael Moore in love?, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Man kennt den Regisseur Michael Moore aus seinen Erfolgsfilmen "Fahrenheit 9/11" und "Bowling For Columbine", in denen er schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass er der Meister darin ist, Dokumentation auf die Beine zu stellen, die zwar kritisch, aber auch sehr unterhaltsam gestaltet sind.

In "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" beschäftigt sich Michael Moore mit einem Thema, an dem man einfach nicht vorbeikommt, da es alle betrifft, viele Leute Geld verloren haben, es Kündigungen bzw. Kurzarbeit zur Folge hatte und viele Unternehmen in die Pleite getrieben hat. Die Rede ist natürlich von der Finanzkrise. Moore startet mit seiner Betrachtung da, wo nicht jeder anfangen würde: Im Alten Rom. Damals war es so, dass die Macht und das Geld bei einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung lagen, nämlich bei der Elite. So ist es in Amerika auch heutzutage. Als Elite gelten die Bankenbosse, Manager und einige Politiker wie George W. Bush oder Ronald Reagan, die viel Unterstützung aus der Wirtschaft erfuhren. Wie es typisch für Moore ist, kritisiert er die Dinge nicht einfach so, sondern geht auch aktiv dagegen an. Eine Bank in den USA mit gelber "crime scene"-Absperrung zu dekorieren sowie mit einem leeren Geldtransporter an der Wall Street vorzufahren und das Geld des Volkes zurück zu verlangen, sind da nur zwei Aktionen von vielen. Natürlich lässt Moore auch direkt Betroffene zu Wort kommen, was seiner Dokumentation viel Authentizität verleiht.

Alles in allem ist der Film jedem zu empfehlen, der die kritisierenden Provokationen von Michael Moore zu schätzen weiß und an politischen Themen interessiert ist. Wer seine vorangegangenen Dokus mochte, wird auch an "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" großen Gefallen finden! Hervorzuheben sind auch noch etliche Extras auf der DVD, die über 90 Minuten Laufzeit haben und vor allem aus ausführlichen Interviews bestehen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen.
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41 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Berechtigte Polemik, 7. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Der Titel von Michael Moores neuem Film "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" liest sich wie die zu widerlegende Hypothese, man könne den Kapitalismus lieben. Tatsächlich unternimmt Moore gar nicht erst den Versuch dazu, sondern beginnt mit US-amerikanischen Hauseigentümern, die nicht selten das Eigenheim bereits abgezahlt hatten, aber dennoch brutal von Banken, Spekulanten und der willfährigen Justiz auf die Straße gesetzt wurden. Grund sind, und das löst Moore erst am Ende auf, Hypotheken, die den Eigentümern versprechen, selbst zur Bank, zum Unternehmer zu werden, in dem sie den Wert des Hauses an der Börse vermehrten; nur sind die Hypothekenverträge so gestaltet, dass die Banken die Zinsen beliebig erhöhen können. Dadurch werden nicht nur Tausende brav arbeitender Familien obdachlos, sondern es verfallen Häuser und ganze Siedlungen. - Mit der Folge, dass komplette Landstriche inzwischen so desolat aussehen wie Moores Heimatstadt Flint, Michigan, wo ironischerweise die Räumungsklagen meist juristisch abgewickelt werden. Der Kapitalismus pervertiert auch dort, wo Unternehmen Lebensversicherungen für ihre kleinen Angestellte abschließen und vom Tod der Betroffenen zum Teil in Millionenhöhe profitieren.

Michael Moore zeichnet nach, wie Banken, Wall Street und die von ihnen gekaufte Politik spätestens seit der Reagan-Ära aus der Demokratie eine Diktatur der Superreichen und Mächtigen gemacht haben. Ein System, das solange funktioniere, wie die Mehrheit bei Wahlen an die Illusion glaube, einmal selbst zu den Gewinnern gehören zu können. Am Ende zeigt Moore Beispiele des Aufstands der um Geld, Lohn und Würde Betrogenen, z.B. wie sich eine Familie unter der Hilfe vieler Demonstranten ihr Haus zurücknimmt, die Belegschaft eine Fabrik solange besetzt, bis die CityBank Abfindungen und Renten herausrückt.

In "Kapitalismus" kommen entlarvende Provokationen kürzer als in den Vorgängerfilmen. Dafür hat Moore viel historisches wie persönliches Material zusammengetragen; andererseits ist die Schnittfolge oft so rasant, dass das Grauen keine Zeit bekommt, einsortiert zu werden. Auch wirkt der Aufbau nicht so ganz schlüssig.

Michael Moore ist der lauteste Gerechte Amerikas. Wenige würden seine Propaganda als "ausgewogen" oder "objektiv" bezeichnen. Aber in einem Land, in dem selbst die angesehenste Presse niemals Klartext redet, ist ein wenig korrigierende Einseitigkeit mehr als berechtigt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Michael Moore macht alles richtig!, 16. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Michael Moore kritisiert in "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" wieder das gute alte Amerika, und nach George W. Bush in "Fahrenheit 9/11" ist dieses Mal die gesamte Finanzelite des Landes (inklusive Bush) in seinem Fadenkreuz, denn das Thema des Films ist die Finanzkrise. Moore stellt in der Dokumentation seine eigene Sichtweite gekonnt dar und dürfte als Publikum vor allem Gleichgesinnte gewinnen. Ich kann Moores Anliegen auf jedem Fall nachvollziehen.

Was mir gut gefällt: Michael Moore hat diesmal den Gag-Faktor heruntergefahren und betont die Wichtigkeit des Themas durch mehr Ernsthaftigkeit. Die Finanzkrise ist schließlich ein Problem, dass die ganze Bevölkerung, abgesehen von den Reichen, betrifft. Schon vor Jahrtausenden war der Unterschied zwischen Arm und Reich zu sehen, wie zum Beispiel im Alten Rom, wie Moore aufzeigt. Viel scheint sich wirklich nicht geändert zu haben: Eine Elite regiert, lebt in Saus und Braus und der Großteil der Bevölkerung sorgt für das Wohl der Reichen. Selbst wenn die Oberen eine Krise verantworten, bezahlen dies die kleinen Leute. Sehr plakativ fordert Moore an der Wall Street das Geld des Volkes zurück, indem er mit einem leeren Geldtransporter vorfährt.

Klasse auch die Extras auf der DVD, etwa 90 Minuten Bonusmaterial bietet sie. Es gibt zum Beispiel "Der Gedanke hinter einem arbeiternehmergeführten Unternehmen" und "Die Volksbank von North Carolina" zu sehen, wo gemeinschaftliche Ansätze verfolgt werden, von denen alle profitieren. Auch interessant sind die ausführlichen Interviews, die Michael Moore geführt hat. Besonders überzeugend dabei war für mich das Gespräch mit Elizabeth Warren, einer Professorin der Harvard University. Alles in allem kann man diese Veröffentlichung nur loben.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erschreckend aber auf jeden Fall sehenswert, 6. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Atürlich ist Michael Moore auch polemisch aber ich finde diesen Film sollte sich jeder ansehen, der noch glaubt, dass der Kapitalismus ein gutes System ist. Und für Menschen, die unserem Wirtschaftssystem kritisch gegenüber stehen gehört er eh zur Allgemeinbildung. Ich finde, den Film sehr informativ und wirklich gut gemacht.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "Jesus würde da nicht mitmachen!", 23. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Da sind sich nicht nur verschiedene Vertreter amerikanischer Kirchen einig. Kapitalismus und das Christentum sind zwei Systeme, die sich in der heutigen Zeit, jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung, als selbstverständlich ergänzen, aber bei genauer Betrachtung so gar nichts miteinander zu tun haben. Wir brauchten mal wieder Michael Moore, damit wir das bemerken. Nicht, dass Moore intelligenter, cleverer oder besser informiert wäre, als unsere Denker und Lenker, nein, das bestimmt nicht. Aber während andere Vordenker uns lediglich den Spiegel vorhalten, schnappt uns Moore am Kragen und klatscht unser Gesicht mit Volldampf in den Spiegel hinein. So plakativ und einseitig Moore das manchmal macht; auch wenn er sich schon den Vorwürfen schlechter Recherche oder gar völlig falscher Fakten gegenüber sah, irgendwie brauchen wir diesen Typen doch. Denn: Auf bestimmte Mechanismen unserer Profitgesellschaft hinzuweisen tut Not! Wenn Moore es schafft, uns aufzurütteln, damit wir uns anschließend mit ein wenig mehr Sachlichkeit dem Thema widmen, dann hat der Mann einen guten Job gemacht. -Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte- ist das Ergebnis dieses guten Jobs.

Moore beginnt, in dem er die Verhältnisse im Alten Rom mit der heutigen Zeit vergleicht. Und siehe da: So viel hat sich da tatsächlich nicht geändert. Moore versucht unser Hier und Jetzt zu charakterisieren. Was ist wichtig? Ist es das Video, in dem die Katze den Spülknopf drückt? Oder doch eher amerikanische Familien, die aus ihren überschuldeten Häusern geklagt werden? Dabei zeigt uns Moore deutlich, dass wir in Europa es viel besser machen als die Amerikaner. Letztendlich führt das jedoch dazu, dass wir Amerika, und nicht Amerika uns nacheifern. Egal ob ein Pilot nur ein Drittel des Gehaltes eines Fabrikarbeiters erhält oder eine Bankmanager die Börse anklagt, während er selbst Sonderkonditionen in allen Lebensbereichen erhält. Der "ganz normale Wahnsinn" ist das Thema, bei dem Moore kaum jemand etwas vormacht. Moore zeigt auch auf, wie es besser ginge, aber selbst verwaltete Unternehmen sind und bleiben absolute Exoten im kapitalistischen System. Zum Schluss sind natürlich auch die Banken dran und Moores "Privatfreunde" Reagan und Bush bekommen selbstredend auch "einen aufs Dach". Ob Moores Ausblick auf Obama da nicht doch ein bisschen zu optimistisch angelegt ist? Wer Moores Film betrachtet, wird sich am Ende sicher sein: Irgendwie haben "die da oben" uns doch schon immer verarscht. Eine Chance auf Änderung? Unwahrscheinlich! Vielleicht ist ja doch das Christentum das bessere System? Jesus hätte vermutlich wirklich nicht mitgemacht, aber heute ist das egal. Seine Lehre wird zwar noch nicht an der Börse gehandelt, doch warten wirs mal ab. Moore zeigt glasklar auf, dass man mit Geld so ziemlich alles kaufen kann.

Mir persönlich hat Michael Moores Ausflung in die Welt des Kapitalismus gut gefallen. Der Film schafft es, ein verdammt ernstes Thema unterhaltsam zu präsentieren. Vor allem die Einspieler alter Fernsehsendungen und Nachrichten sind interessant. Moore kann noch immer den Finger auf die Wunde legen, auch wenn er sich in der Vergangenheit selbst oft angreifbar gemacht hat. Nachdem man -Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte- gesehen hat, möchte man am liebsten losrennen, schauen wo die nächsten Wahlen stattfinden und dann eine Partei wählen...die...ja die...es eigentlich gar nicht gibt! Fragt sich nur, warum das so ist? Vielleicht kann Michael Moore uns das in seinem nächsten Film beantworten.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Wort dazu, 16. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
ich weiß gar nicht, wieso ich immer hören muss, Moore sei zu einseitig. Ich höre und sehe jeden Tag einseitige Nachrichten und lese einseitige Zeitungen und Blog-Kommentare von Zeitungen, ohne dass das jemanden stören würde. Alle in der Gegenrichtung und stromlinienförmig. Wie abgestumpft muss man sein, um diesen Widerspruch nicht wahrzunehmen? Schon das "er mag einseitig sein" ist ein unnötiges Zugeständnis. Jedenfalls solange, solange nicht selbe Kritik über die einseitigen Erläuterungen der anderen Seite zu hören sind. Aber: Solange man ausschließlich bei Moore etwas von der "anderen" Seite sehen kann, ist er konkurrenzlos und bestimmt, wie laut die Musik gespielt wird. Und meiner Meinung nach macht er es gut. Du lieber Gott, warum soll jemand bestehende Ungerechtigkeiten relativieren, wenn sie doch bestehen? Was würde bislang nicht alles NICHT angesprochen sein, auf dieser medialen Ebene, ohne Moore und wer nimmt schon - von denen die bekannt und einflussreich sind - so ostentativ Partei für die "einfachen" Menschen in Amerika? Der Film ist gut, Moore ist gut. Und er ist trotz all seinem Erfolg, den er hat(te) immer noch der einzige, der in diese Sphäre der Kritik vordringt. Dieser neue Film ist kompromisslos, wie seine übrigen auch. Ich kann ihn nur empfehlen.
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Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte von Michael Moore (DVD - 2010)
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