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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Informativ und provokativ
"Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" schon der Titel ist provokativ sarkastisch gehalten, nichts anderes hätte ich von Michael Moore erwartet.

Der "Dokumentar"film fängt gut an, der Vergleich zwischen dem Untergang Roms und den heutigen Aktivitäten in den USA ist einerseits erschreckend andererseits gelungen.
Die...
Vor 5 Monaten von Jage veröffentlicht

versus
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht Moore die Ausrichtung auf seine Zielgruppe verloren?
Inhaltlich hat Michael Moore in seiner ohne jeden Zweifel berechtigten Kapitalismus-Schelte wie stets die Hand am Puls. Außerdem wird für manchen Neues dabei sein, so dass man zunächst einmal pauschal empfehlen kann, den Film wegen seiner Inhalte anzuschauen.

Was nicht heißt, dass man alles unterstreichen kann, was da präsentiert...
Veröffentlicht am 27. August 2011 von jury


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Informativ und provokativ, 10. Juli 2014
"Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" schon der Titel ist provokativ sarkastisch gehalten, nichts anderes hätte ich von Michael Moore erwartet.

Der "Dokumentar"film fängt gut an, der Vergleich zwischen dem Untergang Roms und den heutigen Aktivitäten in den USA ist einerseits erschreckend andererseits gelungen.
Die nächsten Szenen im Film, die Räumung der Häuser einiger Amerikaner, gehören zu der Hauptkritik die ich am Film habe. Man erfährt anfänglich nichts über die Umstände der Räumung, durch die Darstellung wird der Zuschauer dazu gebracht sich mit den Betroffenen zu identifizieren und die Banken direkt als "böse" und falsch, sowie die Polizei als ihre Handlanger wahrzunehmen. Erst später wird bei einem der Betroffenen gesagt, dass anscheinend immer höhere Hypotheken zu dem Verlust des Hauses führten. In dem Kontext des Films habe ich das so verstanden, dass die betroffene Familie auf ihr abgezahltes Haus, "das Haus als eigene Bank", wieder eine Hypothek aufgenommen hat. Dank unverständlicher Verträge und undurchdringbarer Berechnungsgrundlagen ist ihnen dabei aber das Risiko des Verlustes nicht bewusst gewesen. Ist dies der Fall, dann habe ich nicht so viel Mitleid, wie es Michael Moore wohl gerne erzeugt hätte. Denn meines Erachtens nach sollte man nur Verträge abschließen, die man gänzlich versteht und nicht aus etwaiger Habgier undurchdringbare Vermögensinstrumente anfassen.
Desweiteren halte ich die Szene mit dem Geldsack für völlig überflüssig. Er will uns so zeigen, dass die Banken das Geld nicht zurück geben, aber sie zieht den ganzen Film noch ein bisschen mehr auf die Unterhaltungsschiene.

Fazit: alles in allem ein interessanter Film, der zum Teil reißerische Elemente enthält, aber Missstände gut offen legt. Der Film ist deswegen empfehlenswert, man sollte ihn anschließend aber nochmals kritisch reflektieren.

PS: Als Student kann ich nur sagen, dass die Gleichungen zu den Derivaten nicht so kompliziert sind wie im Film nahegelegt wird. Aber ohne Beschreibung der Variablen, kann man natürlich nur erahnen was sie aussagen.
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Plutonomie oder An extra for extra...., 18. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Man muss sehr genau unterscheiden zwischen dem Film und der DVD!
Der Film "Kapitalismus -Eine Liebesgeschichte" ist ein typischer Michael Moore. In kleinen, meist oberflächlichen und gelegentlich etwas albernen Häppchen präsentiert er eine ernste Botschaft, die zum Nachdenken anregt, zum Tiefschürfen einlädt und dabei niemanden überfordert, der der englischen Sprache mächtig ist oder dem Untertitel jedenfalls nichts ausmachen.

Die im Film aufgeworfenen Fragen sind nicht neu aber brandaktuell:
Sind Demokratie und Kapitalismus wirklich zwei Seiten einer Medaille? Oder schließen sie einander vielleicht aus? Wem hat das Kapital zu dienen? Wem dient die Regierung? Welche Perspektiven gibt es?

Die gewonnenen Erkenntnisse reichen weit über Übliche eines interessanten DVD-Abends hinaus, ersetzen aber natürlich keine Hochschulstudiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Religion, Geschichte und Philosophie. Immerhin: Sie machen neugierig auf mehr!

Dennoch: Manches mal wäre bereits im Film ein mehr an fundierter Information angebracht gewesen.
So wird beispielsweise nicht klar deutlich, WARUM so viele Menschen in den USA so leichtfertig auf die ihnen angebotenen und im Ergebnis so schrecklichen Hypothekenkreditverträge eingegangen sind.

Dennoch dürften viele zu beeindruckendem für sie neuem Wissen kommen.
So wird aus einem perfiden Memo der Citibank zitiert, das die Erosion der Demokratie in Richtung Plutonomie (allein dafür lohnt sich er Film schon) zu bejubeln scheint und man erfährt, auf welch makabere Weise Banken am Tod ihrer Mitarbeiter verdienen. Ebenso wird an Roosevelts sensationell humane Ideen zur Erweiterung der Verfassung erinnert, die leider nie verwirklich wurden.

Die Bilder zeigen also die fatalen Gegensätze des modernen Amerika und sind gleichzeitig durchdrungen von Hoffnung. Sie zeigen kluge Worte und richtungsweisende Taten und lassen niemals den Glauben an die guten Seiten Amerikas verlieren.

Dennoch wäre mir der Film allein nur vier Sterne wert gewesen - zu oberflächlich.

Allerdings fällt es mir nun ganz leicht, den fünften Stern zu verleihen. Denn ich habe mit Begeisterung das Bonusmaterial gesehen, dass wesentlich in die Tiefe geht und wertvolle Ergänzung leistet.
Diese Extras bestehen im Wesentlichen aus Gesprächen mit klugen oder engagierten Köpfen und sind nebenbei ein kleines Hoch auf das Einzelinterview - wo sich Gedanken noch entwickeln lassen, statt parteipolitisch ausgewogen in 59:30 zerstreut zu werden.

Also: Mit nunmehr fünf Sternen gibt es natürlich eine klare Kaufempfehlung von mir! Es ist mir allerdings unverständlich, wieso man auf der DVD-Hülle das ziemlich daneben liegende Zitat aus TV Movie (sic!) abgedruckt hat: "witzig und skurril". Denn der Film und die DVD sind weder das eine noch das andere - und trotzdem gut!
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Michael Moore in love?, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Man kennt den Regisseur Michael Moore aus seinen Erfolgsfilmen "Fahrenheit 9/11" und "Bowling For Columbine", in denen er schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat, dass er der Meister darin ist, Dokumentation auf die Beine zu stellen, die zwar kritisch, aber auch sehr unterhaltsam gestaltet sind.

In "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" beschäftigt sich Michael Moore mit einem Thema, an dem man einfach nicht vorbeikommt, da es alle betrifft, viele Leute Geld verloren haben, es Kündigungen bzw. Kurzarbeit zur Folge hatte und viele Unternehmen in die Pleite getrieben hat. Die Rede ist natürlich von der Finanzkrise. Moore startet mit seiner Betrachtung da, wo nicht jeder anfangen würde: Im Alten Rom. Damals war es so, dass die Macht und das Geld bei einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung lagen, nämlich bei der Elite. So ist es in Amerika auch heutzutage. Als Elite gelten die Bankenbosse, Manager und einige Politiker wie George W. Bush oder Ronald Reagan, die viel Unterstützung aus der Wirtschaft erfuhren. Wie es typisch für Moore ist, kritisiert er die Dinge nicht einfach so, sondern geht auch aktiv dagegen an. Eine Bank in den USA mit gelber "crime scene"-Absperrung zu dekorieren sowie mit einem leeren Geldtransporter an der Wall Street vorzufahren und das Geld des Volkes zurück zu verlangen, sind da nur zwei Aktionen von vielen. Natürlich lässt Moore auch direkt Betroffene zu Wort kommen, was seiner Dokumentation viel Authentizität verleiht.

Alles in allem ist der Film jedem zu empfehlen, der die kritisierenden Provokationen von Michael Moore zu schätzen weiß und an politischen Themen interessiert ist. Wer seine vorangegangenen Dokus mochte, wird auch an "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" großen Gefallen finden! Hervorzuheben sind auch noch etliche Extras auf der DVD, die über 90 Minuten Laufzeit haben und vor allem aus ausführlichen Interviews bestehen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geht Moore die Ausrichtung auf seine Zielgruppe verloren?, 27. August 2011
Von 
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(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Inhaltlich hat Michael Moore in seiner ohne jeden Zweifel berechtigten Kapitalismus-Schelte wie stets die Hand am Puls. Außerdem wird für manchen Neues dabei sein, so dass man zunächst einmal pauschal empfehlen kann, den Film wegen seiner Inhalte anzuschauen.

Was nicht heißt, dass man alles unterstreichen kann, was da präsentiert wird: Gerade Roosevelt beispielsweise war einer der übelsten Bürger-Ausbeuter. Er hat für seinen Europa-Feldzug die gesamten Goldvorräte der US-Bevölkerung eingezogen, den Pearl-Harbor-Überfall provoziert und damit sein Volk gegen dessen Willen durch dieses ungeheure Verbrechen und das Opfern von 2000 eigenen Soldaten in einen Kríeg gelockt, der zwar "gewonnen" wurde, nichts desto trotz aber einen erheblichen Blutzoll auch auf Seiten der Alliierten gefordert hat und - wie jeder Kríeg - deutlich mehr gekostet hat, als er je hätte bringen können. Aber natürlich müssen die Bürger die Kosten aufbringen, den Profit kassiert die Kleptokratie. Diesen Mann, der den angeblichen Erzfeind noch bis zuletzt mit kriegswichtigem Material versorgt hat, präsentiert Moore tatsächlich als Vorbild - bloß weil er in einer letzten Ansprache in dreistester Lügerei nochmal alles versprochen hat, was sich "die Menschen da draußen" immer so wünschen. Wohl wissen, dass weder er noch einer seiner Mitganoven jemals auch nur einen Federstrich dieser Gesetze umsetzen würden.

Dennoch. Moore zeigt an vielen Beispielen nachvollziehbar auf, dass Fehlentwicklungen nicht trotz, sondern wegen Kapitalismus stattfinden, dass Kapitalismus menschenfeindlich ist und sich sogar letztlich sogar selbst zerstört. Er macht weiter deutlich, dass genau diejenigen, die am härtesten unter dem Kapitalismus leiden, ihn am eifrigsten verteidigen: Jeder arme Strampler hält sich nämlich für den Milliardär - und somit den Kapitalisten von morgen.

Logischerweise richtet sich also dieser Film nicht an die vielen Rezensenten mit gutem Verständnis und Überblick, sondern an Menschen, die jeder Kritik an - wie sie es verstehen - "Freiheit und Demokratie" äußerst skeptisch gegenüberstehen, also an die hierzulande so genannte "schweigende Mehrheit". Eine Mehrheit, die neben ihren politischen Einstellungen auch ihre Sehgewohnheiten teilt, also gewohnt ist, alles und jedes in professioneller Verpackung serviert zu bekommen.

Hier muss Kritik erlaubt sein. Michael Moore ist kein Anfänger mehr, und er sollte inzwischen über ausreichende Mittel verfügen, professionelle Filme abzuliefern. Er wäre auch nicht mehr darauf angewiesen, alles mehr oder weniger gut selbst zu machen.

Aber von Professionalität ist dieses Werk offensichtlich weiter entfernt als seine Vorgänger, schon gar als beispielsweise ähnlich semi-professionelle Filme wie "Loose Change" oder der Al Gore - Film. Pointiert formuliert: Wenn man Wahrheiten wie die dieses Films möglichst wirkungslos verpuffen lassen will, muss man sie genau so präsentieren, wie Micheal Moore das getan hat. Er wirkt - fachlich gesehen - eigenbrötlerisch. Seine "Gegner" hingegen lassen sich in jeder Geste, jedem Handgriff, jedem Wort beraten - so hat Moores Message keine Chance beim Massenpublikum.

Was vielleicht auch gut ist. Denn Moores erklärte "Lösung" - mehr
Demokratie - war und ist ja genau die Form der Ausbeutung, welche die Umverteilung des Kapitals bisher am besten von allen gestemmt hat: Musste man in "härteren" Staatsformen die Menschen noch zwingen, geben sie im Kapitalismus ihre Arbeit und ihr Vermögen ja sogar gerne und freiwillig bei der Kleptokratie ab. Wäre Demokratie nicht des Kapitals liebstes Kind, hätten wir andere Staatsformen.

Fazit: Meinungsmultiplikatoren, die die belastbaren Botschaften Moores ernst nehmen, wird es ohne Zweifel geben - aber keiner von denen, egal, wo er steht, wird vermutlich deswegen seine Ausrichtung korrigieren. Die einen werden ihre Argumente ergänzen, die anderen daran arbeiten, genau diese gekonnt und professionell vom Tisch zu wischen.

Echt schade um die teilweise guten Ideen und interessanten Gedanken.

film-jury 3* A0705 27.8.2011eg Genre: Dokumentation
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lebe die Zinsknechtschaft, 5. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Michael Moore hat ja mit seinem BOWLING FOR COLUMBINE puren Schrott abgeliefert und auch FAHRENHEIT 9/11 war nur teilweise brauchbar, doch diese Dokumentation läßt endlich erkennen, daß er sich auf den richtigen Weg begeben hat. Zum ersten mal schafft er es, dem Kern einer großen Sache sehr nahe zu kommen, obwohl er auch hier aus politischer Korrektheit Roß und Reiter nicht explizit nennen kann. Doch wer hinhören und sehen kann, ist klar im Vorteil und erkennt gewisse Zusammenhänge, die man nicht wahrnehmen darf, wenn man ein guter Staatsbürger sein will.
Natürlich wurde dieser Film, auch politisch völlig korrekt, in den späten Abendstunden entsorgt. Man wollte ja auch sicher gehen, daß Hein Blöd aus der Nachbarschaft nicht zusieht, konstatiert der Film doch, wie mächtig die dumpfe Masse sein kann, wenn sie bestimmte Mißstände erstmal erkennt. Dieser Umstand wurde auch in einem internen Dossier einer führenden Großbank angesprochen, und über derartige Tatsachen war die finanzielle Elite not amused.

Die Dokumentation beginnt mit einer Zeitlinie und lässt Amerikas Terrorkriege ab 1942 nicht unerwähnt. Explizit wird hier angesprochen, daß man erstmal alle Konkurrenten "zerbomt" hätte, bevor der große Aufschwung in USA stattfinden konnte. Der erste Höhepunkt ist die Ablösung des Präsidenten Carter durch den Darsteller Reagan und unverholen erfahren wir hier sehr subtil, daß seit dieser Zeit ausschlißlich Schauspieler für dieses Amt herhalten mußten. Selbst die Wahl des neuen Messias Barack Hussein Obama entlarvt er als Finte, um die aufgewühlten Massen zu beruhigen.

Dann werden wir Zeugen, wie sich große Firmen und Banken sogar noch am Tod ihrer Mitarbeiter bereichern, wie man es schafft, auf expliziten Aufruf durch herrn Greenspan, die Menschen dazu zu bewegen, ihre schuldenfreien Häuser mit Hypotheken zu belasten und wie Steuergelder, übrigens passierte in den USA nichts anderes als bei uns mit der "Eurorettung", in die Taschen privater Firmen und Banken fließen konnten, ohne das sich irgend jemand daran gestört hätte.
Das die gezeigten Protagonisten dieser verbrecherischen Finanzkartelle Namen wie Blankfein, Greenspan, Levi, Strauss, Goldmann oder Rosenberg haben, ist natürlich purer Zufall.
Hier darf ich Herrn Rockefeller zitieren, der sich zur Zeit der großen Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren wie folgt äußerte: " Ihr Geld ist nicht weg. Jetzt hat es nur ein anderer".
Ein weiteres Zitat findet sich im Buch M@se, Deutoronium 5:6: "Du wirst vielen Völkern ausleihen können, selber aber nichts zu entleihen brauchen. Du wirst über viele Völker herrschen, über dich aber soll kein Volk die Herrschaft ausüben."
Alternativ hätten wir hier noch ein Zitat aus einem Sitzungsprotokoll von vor über einhundert Jahren:
"Wir bedienten uns dabei des einfachen Mittels, alles erreichbare Geld aus dem Verkehre zu ziehen. Riesige Summen wurden in unseren Händen aufgespeichert, während die Staaten mittellos da saßen und schließlich gezwungen waren, uns um Gewährung von Anleihen zu bitten. Mit diesen Anleihen übernahmen die Staaten bedeutende Zinsverpflichtungen, die ihren Staatshaushalt wesentlich belasteten und sie schließlich in völlige Abhängigkeit von den großen Geldgebern, uns, brachten."

Wer diese Dokumentation als kommunistische DDR-Propaganda abtut, hat leider nichts verstanden. Der gelebte Kommnismus bedeutete ja nur, daß die Pfründe vom alten "Adel" in die Hände der neuen "Befreier" wechselten und das Volk weiterhin arm und ohne Mitbestimmung blieb.
Michael Moore zeigt an zwei Betrieben, wie arbeitende Menschen ihr Unternehmen auf Gewinnkurs bringen können. Diese Menschen sind Anteilseigner der Firmen und zeichnen für jeden Flop und jeden guten Einfall verantwortlich. In beiden Firmen liegt die Produktivität über dem Durchschnitt und selbst der einfachste Lackierer verdient im Jahr mehr als ein Flugkapitän der American Airlines ( 75tausend Dollar zu 20tausend Dollar ). Das Problem bei diesem Moddel der "wahren" sozialen, regionalen Marktwirtschaft: es gibt keine Rendite für Aktionäre. Man stelle sich mal vor, riesige Firmen wie Amarican Airlines, Lufthansa, Mercedes Benz, VW, Nokia, BP, die Deutsche Bahn würden den Mitarbeitern gehören! Skandal!
Deshalb mußte schon das Modell des nationalen Sozialismus sterben. Und weil "nationaler Sozialismus" und "nationale Marktwirtschaft" im Grunde sehr positive Bezeichnungen für die richtige Sache sind ( der Trend, Brot beim Biobäcker um die Ecke zu kaufen und das Rindfleisch vom Bauern aus der Umgebung oder das Weltrad aus einer Ostdeutschen Manufaktur, ist nichts anderes ), werden beide Modelle entweder mit der Moralkeule oder mit der Sowjetkeule totgeschlagen.

Die Dokumentation endet mit dem Programm des Präsidenten Roosevelt, die amerikanische Verfassung zu ergänzen. Es sollte ein Recht auf Bildung, auf angemessene Bezahlung, ein Eigenheim und gesundheitliche Absicherung geben. Nach seinem Tod verschwanden diese Pläne in der Schublade. Und inzwischen kürzt man an den Menschen immer mehr, um Unsummen bezahlen zu können, die keinerlei reellen Gegenwert mehr haben und einfach "gelöscht" werden müßten.
Die deutsche Übersetzung beinhaltet dann allerdings einen groben Fehler, wird doch erwähnt, exakt diese Grundsätze des Präsidenten Roosevelt hätte man den Japanern, Italienern und auch den Deutschen in ihre "Verfassung" geschrieben.
Irrtum. Wir haben keine Verfassung. Sie wurde uns im Grundgesetzt im Falle der Wiedervereinigung versprochen und sollte durch eine Volksabstimmung Gültigkeit erlangen, aber bis jetzt warten die intelligenten Menschen unseres Einheitsschlands vergebens.

Trotzdem gibt es hier keine andere Bewertung als 5 Punkte.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Michael Moore macht alles richtig!, 16. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Michael Moore kritisiert in "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" wieder das gute alte Amerika, und nach George W. Bush in "Fahrenheit 9/11" ist dieses Mal die gesamte Finanzelite des Landes (inklusive Bush) in seinem Fadenkreuz, denn das Thema des Films ist die Finanzkrise. Moore stellt in der Dokumentation seine eigene Sichtweite gekonnt dar und dürfte als Publikum vor allem Gleichgesinnte gewinnen. Ich kann Moores Anliegen auf jedem Fall nachvollziehen.

Was mir gut gefällt: Michael Moore hat diesmal den Gag-Faktor heruntergefahren und betont die Wichtigkeit des Themas durch mehr Ernsthaftigkeit. Die Finanzkrise ist schließlich ein Problem, dass die ganze Bevölkerung, abgesehen von den Reichen, betrifft. Schon vor Jahrtausenden war der Unterschied zwischen Arm und Reich zu sehen, wie zum Beispiel im Alten Rom, wie Moore aufzeigt. Viel scheint sich wirklich nicht geändert zu haben: Eine Elite regiert, lebt in Saus und Braus und der Großteil der Bevölkerung sorgt für das Wohl der Reichen. Selbst wenn die Oberen eine Krise verantworten, bezahlen dies die kleinen Leute. Sehr plakativ fordert Moore an der Wall Street das Geld des Volkes zurück, indem er mit einem leeren Geldtransporter vorfährt.

Klasse auch die Extras auf der DVD, etwa 90 Minuten Bonusmaterial bietet sie. Es gibt zum Beispiel "Der Gedanke hinter einem arbeiternehmergeführten Unternehmen" und "Die Volksbank von North Carolina" zu sehen, wo gemeinschaftliche Ansätze verfolgt werden, von denen alle profitieren. Auch interessant sind die ausführlichen Interviews, die Michael Moore geführt hat. Besonders überzeugend dabei war für mich das Gespräch mit Elizabeth Warren, einer Professorin der Harvard University. Alles in allem kann man diese Veröffentlichung nur loben.
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28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thank you, Mr. Moore, 11. April 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Der guten Rezension von Hrn. Höfler ist wirklich nicht mehr viel hinzuzufügen und auch ich frage mich, warum er nur drei Sterne vergibt. Vielleicht - wie er sagt - ist ihm der Aufbau des Videos zu wenig strukturiert (kann ich nicht unbedingt teilen).

Michael Moores Recherchen mögen einseitig sein, aber - und das ist so erschreckend - sie sind auch immer wahr und gewissenhaft recherchiert. Was in diesem Video dargestellt wird und wahr ist, schockiert und lässt den Zuschauer mit offenen Mund, dieses zum Himmel schreiende Unrecht mit Fassungslosigkeit verfolgen. Menschen ohne Gewissen bereichern sich, ohne jegliche Schuldgefühle auf Kosten aller anderen.

Man wird die DVD öfters gucken, weil man ganz sicher alles behalten und verstehen will. Wenn man Menschen die Inhalte erzählt, hören sie ergriffen zu. So unglaublich ist die Realität in Amerika und kommt hoffentlich nie zu uns.

Ereignisse, wie die Bankenkrise, werden in ihrer Entstehung beleuchtet. Nach diesem Film ändert sich die Hierachie bei den Berufen mit dem niedrigsten Ansehen. Die Banker verdrängen die Politiker. In Amerika - wie sich zeigt - stehen sie noch über der Politik. Geschickt vor Jahrzehnten mit der Marionette Reagan eingefädelt, kontrolliert das Kapital Amerika.

Man kann Mr. Moore nur danken, dass er den Mut hat, diese so wichtigen Wahrheiten aufzuzeigen und so hoffentlich Veränderungsprozesse anstößt. Ohne jede Frage, fünf Punkte und mehr. Zum Weinen und eine Warnung für alle anderen Länder nicht den gleichen Weg zu gehen wie Amerika. Eine unglaublich wichtige Dokumentation. Thank you, Mr. Moore.
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44 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Berechtigte Polemik, 7. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Der Titel von Michael Moores neuem Film "Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte" liest sich wie die zu widerlegende Hypothese, man könne den Kapitalismus lieben. Tatsächlich unternimmt Moore gar nicht erst den Versuch dazu, sondern beginnt mit US-amerikanischen Hauseigentümern, die nicht selten das Eigenheim bereits abgezahlt hatten, aber dennoch brutal von Banken, Spekulanten und der willfährigen Justiz auf die Straße gesetzt wurden. Grund sind, und das löst Moore erst am Ende auf, Hypotheken, die den Eigentümern versprechen, selbst zur Bank, zum Unternehmer zu werden, in dem sie den Wert des Hauses an der Börse vermehrten; nur sind die Hypothekenverträge so gestaltet, dass die Banken die Zinsen beliebig erhöhen können. Dadurch werden nicht nur Tausende brav arbeitender Familien obdachlos, sondern es verfallen Häuser und ganze Siedlungen. - Mit der Folge, dass komplette Landstriche inzwischen so desolat aussehen wie Moores Heimatstadt Flint, Michigan, wo ironischerweise die Räumungsklagen meist juristisch abgewickelt werden. Der Kapitalismus pervertiert auch dort, wo Unternehmen Lebensversicherungen für ihre kleinen Angestellte abschließen und vom Tod der Betroffenen zum Teil in Millionenhöhe profitieren.

Michael Moore zeichnet nach, wie Banken, Wall Street und die von ihnen gekaufte Politik spätestens seit der Reagan-Ära aus der Demokratie eine Diktatur der Superreichen und Mächtigen gemacht haben. Ein System, das solange funktioniere, wie die Mehrheit bei Wahlen an die Illusion glaube, einmal selbst zu den Gewinnern gehören zu können. Am Ende zeigt Moore Beispiele des Aufstands der um Geld, Lohn und Würde Betrogenen, z.B. wie sich eine Familie unter der Hilfe vieler Demonstranten ihr Haus zurücknimmt, die Belegschaft eine Fabrik solange besetzt, bis die CityBank Abfindungen und Renten herausrückt.

In "Kapitalismus" kommen entlarvende Provokationen kürzer als in den Vorgängerfilmen. Dafür hat Moore viel historisches wie persönliches Material zusammengetragen; andererseits ist die Schnittfolge oft so rasant, dass das Grauen keine Zeit bekommt, einsortiert zu werden. Auch wirkt der Aufbau nicht so ganz schlüssig.

Michael Moore ist der lauteste Gerechte Amerikas. Wenige würden seine Propaganda als "ausgewogen" oder "objektiv" bezeichnen. Aber in einem Land, in dem selbst die angesehenste Presse niemals Klartext redet, ist ein wenig korrigierende Einseitigkeit mehr als berechtigt.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Jesus würde da nicht mitmachen!", 23. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Da sind sich nicht nur verschiedene Vertreter amerikanischer Kirchen einig. Kapitalismus und das Christentum sind zwei Systeme, die sich in der heutigen Zeit, jedenfalls in der öffentlichen Wahrnehmung, als selbstverständlich ergänzen, aber bei genauer Betrachtung so gar nichts miteinander zu tun haben. Wir brauchten mal wieder Michael Moore, damit wir das bemerken. Nicht, dass Moore intelligenter, cleverer oder besser informiert wäre, als unsere Denker und Lenker, nein, das bestimmt nicht. Aber während andere Vordenker uns lediglich den Spiegel vorhalten, schnappt uns Moore am Kragen und klatscht unser Gesicht mit Volldampf in den Spiegel hinein. So plakativ und einseitig Moore das manchmal macht; auch wenn er sich schon den Vorwürfen schlechter Recherche oder gar völlig falscher Fakten gegenüber sah, irgendwie brauchen wir diesen Typen doch. Denn: Auf bestimmte Mechanismen unserer Profitgesellschaft hinzuweisen tut Not! Wenn Moore es schafft, uns aufzurütteln, damit wir uns anschließend mit ein wenig mehr Sachlichkeit dem Thema widmen, dann hat der Mann einen guten Job gemacht. -Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte- ist das Ergebnis dieses guten Jobs.

Moore beginnt, in dem er die Verhältnisse im Alten Rom mit der heutigen Zeit vergleicht. Und siehe da: So viel hat sich da tatsächlich nicht geändert. Moore versucht unser Hier und Jetzt zu charakterisieren. Was ist wichtig? Ist es das Video, in dem die Katze den Spülknopf drückt? Oder doch eher amerikanische Familien, die aus ihren überschuldeten Häusern geklagt werden? Dabei zeigt uns Moore deutlich, dass wir in Europa es viel besser machen als die Amerikaner. Letztendlich führt das jedoch dazu, dass wir Amerika, und nicht Amerika uns nacheifern. Egal ob ein Pilot nur ein Drittel des Gehaltes eines Fabrikarbeiters erhält oder eine Bankmanager die Börse anklagt, während er selbst Sonderkonditionen in allen Lebensbereichen erhält. Der "ganz normale Wahnsinn" ist das Thema, bei dem Moore kaum jemand etwas vormacht. Moore zeigt auch auf, wie es besser ginge, aber selbst verwaltete Unternehmen sind und bleiben absolute Exoten im kapitalistischen System. Zum Schluss sind natürlich auch die Banken dran und Moores "Privatfreunde" Reagan und Bush bekommen selbstredend auch "einen aufs Dach". Ob Moores Ausblick auf Obama da nicht doch ein bisschen zu optimistisch angelegt ist? Wer Moores Film betrachtet, wird sich am Ende sicher sein: Irgendwie haben "die da oben" uns doch schon immer verarscht. Eine Chance auf Änderung? Unwahrscheinlich! Vielleicht ist ja doch das Christentum das bessere System? Jesus hätte vermutlich wirklich nicht mitgemacht, aber heute ist das egal. Seine Lehre wird zwar noch nicht an der Börse gehandelt, doch warten wirs mal ab. Moore zeigt glasklar auf, dass man mit Geld so ziemlich alles kaufen kann.

Mir persönlich hat Michael Moores Ausflung in die Welt des Kapitalismus gut gefallen. Der Film schafft es, ein verdammt ernstes Thema unterhaltsam zu präsentieren. Vor allem die Einspieler alter Fernsehsendungen und Nachrichten sind interessant. Moore kann noch immer den Finger auf die Wunde legen, auch wenn er sich in der Vergangenheit selbst oft angreifbar gemacht hat. Nachdem man -Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte- gesehen hat, möchte man am liebsten losrennen, schauen wo die nächsten Wahlen stattfinden und dann eine Partei wählen...die...ja die...es eigentlich gar nicht gibt! Fragt sich nur, warum das so ist? Vielleicht kann Michael Moore uns das in seinem nächsten Film beantworten.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzig, giftig, schwarz und brutal real - absolut sehenswert!, 15. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte (DVD)
Unter dem ironischen Titel "Kapitalismus - eine Liebesgeschichte" präsentiert Michael Moore einen wirklich guten Film über den Kapitalismus (euphemistisch: "Freie Marktwirtschaft") amerikanischer Ausprägung, und zeigt anhand einer Reihe schlimmer Beispiele, was in diesem System alles möglich ist.
Kritiker werden einwenden: Ja, stimmt alles, aber das sind doch bloß Auswüchse. Andere sagen: Nein, denn die Auswüchse SIND das System.
Ja, Moores Film IST einseitig. Aber das ERWARTE ich auch von ihm. Ich ERWARTE, daß der Filmemacher Partei ergreift, wenn er über ein System berichtet, daß sich NUR nach dem Recht des (wirtschaftlich) Stärkeren richtet, und der einzelne Mensch nicht mehr Staatsbürger ist, sondern der letzte Dreck, ein abzuzockendes, auszuplünderndes Etwas, und genau DEREN Partei ergreift Michael Moore, und er betreibt Aufklärung im besten Sinne. Was wäre denn die andere Seite? Behauptungen, daß das alles nicht so schlimm sei, wo gehobelt wird, da fallen Späne, also im Prinzip sei alles in Ordnung, denn das sei der Preis der Freiheit in freiesten der freien Länder der Welt? Danke, diese andere Ein-Seitigkeit wird von Konzernvertretern, Medien und Politikern auch in den USA genügend und bis zum Erbrechen besorgt. Moores Filme sorgen eher für ein lautstarkes und bitter notwendiges informatives Gegengewicht.

Inhaltlich spannt Moore einen Bogen vom alten Rom über seineHeimatstadt Flint in den 30ern, die Reagan-Ära und deren damaligen Machenschaften bis zur aktuellen Finanzmärkte-Krise, geht etwa der Frage nach, ob Jesus oder auch die amerikanischen Gründerväter wirklich wollten, daß die Menschen alleine von Superreichen und deren Helfershelfern beherrscht werden.
Er berichtet z. B. von einem korrupten Richter, der gegen Bakschisch absichtliche Falschurteile gegen Jugendliche fällte, nur um einen Privat-Knast zu füllen (wurde nicht auch bei uns unlängst das erste Privat-Gefängnis eröffnet?), von skrupellosen Banken und deren Vertretern, die nur um des Profites willen mithilfe seltsamster Kreditbedingungen die Menschen um ihren Besitz bringen und sie obdachlos machen, Bedingungen, die nur möglich sind, weil willfährige und korrupte Politiker vorher die entsprechenden Bestimmungen und Gesetze gemacht bzw. im Banken-Sinne verändert haben, und die als Gegenleistung dann Kredite zu GANZ BESONDEREN FREUNDSCHAFTS-Bedingungen bekommen, sowie von Konzernen, die allen Ernstes Lebensversicherungen auf ihre Mitarbeiter abschließen, nicht etwa, um nach deren Ableben die Hinterbliebenen zu unterstützen, sondern um Reibach zu machen. Dieses eiskalte, zynische Geschäftsgebahren kommt uns irgendwie bekannt vor? Richtig: Es erinnert an die perversen Spekulanten, die gerade z. Zt. etwa "Versicherungen" darauf abschließen, daß z. B. Griechenland seine Schulden nicht bezahlen kann - nichts anderes als brutale Wetten auf das Eintreten der Katastrophe - ob Menschenleben oder Staatsbankrott ist solchen Leuten sowas von sch...egal, Hauptsache, der Profit stimmt, as Verhaltensmuster dieser widerlichen Abzocker ist das gleiche, schließlich leben wir im Kapitalismus! Auch, wenn vieles im Film durch die Art der Präsentation recht unterhaltsam rüberkommt, ballt sich die Faust irgendwann nicht mehr nur in der Tasche, es entwickelt sich auch ein starkes Bedürfnis zuzuschlagen, und man möchte dem durch seine Bank zwangsgeräumten Arbeiter beipflichten, wenn er sagt:(Zitat)"Ich beginne zu verstehen, wenn Leute den Kopf verlieren, und um sich schießen. Ich sage nicht, daß ich sowas tun würde, aber ich kann verstehen, wenn sie die Leute soweit bringen, daß sie Bomben legen, alles in die Luft jagen. Wenn denen was passiert, dann haben sie es jedenfalls verdient. Ich hoffe, daß was passiert. Mehr kann ich nicht sagen." Erschreckend ist auch, wieviele Leute sich zu Bütteln der Banken machen, Behörden, Sherriffs, die gnadenlos deren Geschäfte verrichten, und am Ende bleiben restlos ruinierte Familien, verfallene Siedlungen, Dörfer, Vorstädte, alles für den Profit widerwärtiger Zocker!

Schöne und optimistische Momente hat der Film aber auch eine ganze Reihe, z. B. dann, wenn unter tätiger Mithilfe zahlreicher Demonstranten die Zwangsräumung einer Familie monatelang verhindert wird, bis die Bank schließlich sogar aufgibt, Moores Aktion, in der er eine Bank erst zu besetzen versucht, und dann zum Tatort erklärt, ein Sherriff, der kurzerhand alle Zwangsversteigerungen in seinem Distrikt für beendet erklärt, und sich weigert, weiterhin Leute auf die Straße zu schmeißen, oder auch eine gefeuerte Belegschaft, die gemeinsam und mit viel Unterstützung - u. a. des katholischen Bischofs - gegen einen übermächtigen Gegner hohe Abfindundungen ertrotzt.

Natürlich ist der Film auch von den Moore-typischen Stil-Mitteln durchsetzt wie satirischen Szenen, kommentierenden Schnitten, entlarvenden Montagen. Auch das Bonus-Material auf der DVD ist sehenswert.
Moore zeigt die amerikanische Ausformung des Kapitalismus, von der wir in Deutschland zum Glück (noch) weit entfernt sind. Aber man sollte sich auch bei uns nichts vormachen: Bagatell-Kündigungen langjähriger Mitarbeiter, Verdealen von Schrottpapieren durch gewissenlose Bank-Mitarbeiter vorzugsweise an Rentner und andere Bank-Kunden, die sich vermeintlich oder tatsächlich schwerer wehren können, irre Privatisierungs-Orgien von öffentlichem Eigentum, brutalstes Lohn-Dumping, übelste Hetze gegen Arme und Schwache sowie schwerwiegenste politische Entscheidungen im Sinne von Großbanken und Finanzdienstleistern zum Schaden von uns allen gehören zu Facetten eines Weges, den auch unsere Gesellschaft längst beschritten hat, und an deren Ende eine Gesellschaft steht, in der die wirtschaftlichen Interessen ALLES sind, und der einzelne Mensch nichts mehr ist, gar nichts, außer einem auszumerzendem Kostenfaktor oder wahlweise dem allerletzten Dreck.

Der Film lohnt sich aufgrund des Themas auch sehr gut für Moore-Einsteiger, ist inhaltlich deutlich näher an uns Kontinental-Europäern dran als etwa der ebenfalls sehenswerte Film "Sicko" über das amerikanische Gesundheitssystem, und er ist bei allem Ernst mit leichter Hand produziert.
Meine Empfehlung: Den Film kaufen bzw. ausleihen, ansehen, und darüber nachdenken, ob wir wirklich auch in Deutschland weiter auf eine solche Form des Kapitalismus zusteuern wollen, oder uns auf eine "soziale Marktwirtschaft" rückbesinnen und orientieren sollten, die diese Bezeichnung auch verdient...
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Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte von Michael Moore (DVD - 2010)
EUR 6,97
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