Kundenrezensionen


2 Rezensionen
5 Sterne:
 (1)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Callas lächelt, 18. Februar 2010
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Il Barbiere di Siviglia (Ga) (Audio CD)
Maria Callas war nicht unbedingt für ihr komisches Talent bekannt. Umso beeindruckender ist ihre Rosina: Eine junge, durchaus emanzipierte Frau mit Haaren auf den Zähnen, kein Soubretten-Zuckerpüppchen, wie es damals in dieser Rolle noch üblich war - wenn sie singt, sie könne zur "Viper" werden, glaubt man ihr das sofort. Und die Souveränität, mit der sie Rossinis Koloraturkaskaden nicht nur bewältigt, sondern beherrscht, die Eleganz ihrer Kadenzen lässt einen bedauern, dass sie - außer diesem Barbier und einem Turco in Italia - nicht noch mehr Rossini aufgenommen hat - z. B. eine Semiramide.

Ihr Figaro in dieser Aufnahme ist Tito Gobbi, mit dem Callas sich schon so viele Kämpfe geliefert hatte - meist auf Leben und Tod, z. B. als Tosca und Scarpia, hier um das letzte Wort und die nächste Pointe. Auch dabei erweist sich der Bariton als gleichwertiger Gegner. Zwar ist er kein technisch perfekter Rossini-Sänger - seine Koloraturen wirken teilweise etwas unbeholfen, hohe Töne werden teilweise heraus "gehupt". Auf der anderen Seite ist Gobbis komisches Talent unübertroffen, sein Figaro ein Hallodri aus Fleisch und Blut, der einfach Spaß macht, mehr als bei mancher technisch perfekteren Darstellung.

Schade, dass die EMI diesen beiden darstellerischen Schlachtrössern keinen gleichwertigen Grafen Almaviva zur Seite gestellt hat wie z. B. Nicolai Gedda oder Cesare Valetti. Luigi Alva ist im Verhältnis etwas leichtgewichtig, und an sein etwas jammerndes, sehr helles Timbre muss man sich auch gewöhnen. Nichtsdestotrotz ist er ein stilsicherer Rossini-Sänger, der deshalb mit diesem Repertoire sehr gesucht war.

Dazu gesellen sich mit Nicola Zaccaria als düsterem Don Basilio und Fritz Ollendorf als eitel-aufgeplustertem Dottore Bartolo zwei sehr unterschiedliche Bässe, die ihre jeweiligen Rollen aber sehr überzeugend singen - insbesondere Ollendorf überrascht in diesem muttersprachlichen Ensemble positiv.

Alceo Galliera dirigiert einen sehr flexiblen, feinen, und doch temperamentvollen Rossini, und steht damit vielen namhafteren Kollegen in nichts nach.

Der einzige Kritikpunkt, den ich an dieser ungewöhnlichen, aber sehr überzeugenden Rossini-Aufnahme (vielleicht abgesehen von Alvas Timbre) habe, ist der Umstand, dass die Tenorarie "Cessa di pìu resistere" fehlt. Das war aber früher üblich, und ändert nichts daran, dass dieser Barbiere viel mehr ist als ein Callas-Vehikel.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 1. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Il Barbiere di Siviglia (Ga) (Audio CD)
Trotz der lieblicheren Victoria de los Angeles und der geschmeidigeren Teresa Berganz ist mir Callas' Rosina am Liebsten. Sie bringt Biß und Temperament mit, ist frech und keck und singt einfach wunderschön. All das Gerede von der Häßlichkeit der Stimme der Callas läßt sich zumindest an dieser Aufnahme nicht bestätigen.

Leider ist die übrige Besetzung nicht mehr als ordentlich. Gobbi erweist sich zwar wieder einmal als exzellenter Sing-Schauspieler und macht aus Figaro eine facettenreiche Charakterstudie. Doch mit Rossinis vielen Verzierungen hat der Sänger erhebliche Probleme, zum Teil singt er einfach darüber hinweg. Auch Luigi Alva ist kein ganz idealer Almaviva. Seine Stimme ist doch ziemlich dünn und ein wenig ausdruckslos.
Die beiden Schurken Bartolo und Basilio werden von Fritz Ollendorf und Nicolo Zaccaria zwar kompetent gesungen, aber an das Duo Corena-Siepi oder Corena-Ghiaurov reichen sie nicht heran. In Enzo Dara, dem Bartolo der ersten Abbado-Aufnahme hat Ollendorf einen weiteren überragenden Konkurrenten, neben dem sein sehr teutonischer Dottore verblaßt.

Das zweite Highlight neben Callas ist ohne Zweifel das Spiel des sensationellen Philharmonia Orchestras unter der Leitung des viel zu unbekannten und seinerzeit von der Plattenindustrie vernachlässigten Alceo Galliera. In keiner anderen Aufnahme findet der Hörer eine vergleichbare Ausgewogenheit der Spannung, eine so detailreiche, meisterhafte Ausleuchtung der Partitur und eine ähnlich meisterhafte Begleitung der Sänger.

Eine hervorragende Aufnahme mit kleinen Schwächen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen