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961 von 1.114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Missverständnisse
In den vorangegangenen Kritiken ist bereits eine Menge über den Inhalt von "District 9" gesagt worden, deshalb möchte ich mir das sparen und stattdessen auf die Form eingehen, denn diese hat Anlass zu Missverständnissen gegeben, die zu den schärfsten Meinungsverschiedenheiten in diesem Forum geführt haben.

Dass eine Geschichte davon...
Veröffentlicht am 9. April 2010 von J. Buesching

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen gut & nicht gut
Dieser Film ist anders als der typische Hollywood-Blockbuster. Der Anfang beginnt wie eine Dokumentation mit Intervies und Rückblenden. Aus den Rückblenden erschließt sich langsam eine Handlung, die sich um Außerirdische dreht, welche auf der Erde scheinbar gestrandet sind und in einem Slum eingepfercht sind.
Als nach 20 Jahren eine Umsiedlung...
Veröffentlicht am 27. Juli 2010 von S., Stefan


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961 von 1.114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Missverständnisse, 9. April 2010
Rezension bezieht sich auf: District 9 (DVD)
In den vorangegangenen Kritiken ist bereits eine Menge über den Inhalt von "District 9" gesagt worden, deshalb möchte ich mir das sparen und stattdessen auf die Form eingehen, denn diese hat Anlass zu Missverständnissen gegeben, die zu den schärfsten Meinungsverschiedenheiten in diesem Forum geführt haben.

Dass eine Geschichte davon lebt, dass der Zuschauer oder Leser (im Fachjargon "Rezipient" genannt) sich auf sie einlässt, ist eine Binsenweisheit. Nicht ganz so selbstverständlich ist vielleicht, dass es neben guten Gründen, dem Erzähler (oder Regisseur) nicht zu folgen auch schlechte gibt, auf die sich zu stützen, den Konsumenten vom Rezipienten unterscheidet. Dies festzustellen ist kein Zeichen der Häme, sondern eine Unterscheidung, die für die Wirkung der Form entscheidend ist.

Zu den guten Gründen, einer Geschichte nicht zu folgen, zählen:

-- Plausibilitätslücken (nicht "Logiklöcher", wie einige Vor-Rezensenten reklamierten; wer von einer Geschichte, bei der gleich zu Beginn ein riesiges Raumschiff über einer irdischen Großstadt schwebt, durchgängige Logik erwartet, ist zweifellos im falschen Film).

-- schlechte Machart (z. B. Pappmaché-Ungeheuer, die an Drähten hängen, Zaubertricks, die leicht zu durchschauen sind, fehlerhafte Ausstattung usw.).

-- langweilige Geschichte (öde Charaktere, die öde Dinge tun oder sagen, aber auch absurde Charaktere, die absurde Dinge tun.)

-- schlechte Dialoge (gestelztes Gerede, umständliche Erklärungen, die dem Handlungsverlauf im Nachhinein Sinn verleihen sollen, ideologisches Getöse usw.)

"District 9", um das gleich klarzustellen, leistet sich keinen dieser Fehler. Die Geschichte ist plausibel aufgebaut und straff erzählt, die Tricks sind angenehm in die Szenen integriert und versuchen einen nicht zu erschlagen (wie bei den meisten Sci-Fi-Blockbustern der letzten Jahre), die Handlung ist spannend und die Dialoge dienen ihr und versuchen nicht etwas zu suggerieren, was die Story nicht hergibt.

Woraus resultiert dann aber die doch relativ breite Ablehnung? Nun, aus den oben genannten Missverständnissen. Und hier muss ich, so leid es mir tut, den Film auch gegen seine Verteidiger in Schutz nehmen: "District 9" ist keine Parabel über den Rassismus. -- Eine Parabel ist ein Gleichnis mit lehrhaftem Inhalt, das allgemein anerkannte ethische und moralische Wahrheiten verdeutlichen will. Wer wissen will, wie eine Parabel funktioniert, lese im Neuen Testament nach (alternativ ließe sich auch die berühmte Ringparabel aus Lessings "Nathan der Weise" anführen, und wem beides zu altmodisch oder religiös ist, dem empfehle ich Bert Brecht).

Eigentlich macht es "District 9" einem sehr leicht, seine Form zu erkennen. In den ersten Minuten wird nämlich in einem quasi-dokumentarischen Aufriss die Vorgeschichte erzählt: Außerirdische sind in Johannesburg, Südafrika gelandet. Dazu sieht man in der Eingangssequenz ein riesiges Raumschiff über der Stadt schweben (wer da nicht sofort an Roland Emmerichs "Independence Day" denkt, kann sich kaum als Kenner von Science-Fiction-Filmen bezeichnen). Weitere Hinweise bieten die enthusiastischen Kommentare der Protagonisten, die sich überrascht und (anfangs) erfreut geben, dass die Fremden nicht New York oder eine andere Weltmetropole angesteuert haben, sondern eben ihre Stadt im südlichen Afrika. Damit ist von Anfang an klar, dass es sich bei "District 9" um eine Parodie handelt.

Da wir uns aber in Deutschland befinden, sind vielleicht doch einige Worte der Erklärung nötig: Eine Parodie zeichnet sich nicht dadurch aus, dass zappelige Schauspieler Grimassen schneiden und alberne Dinge tun. Vielmehr greift sie Genre-Konventionen auf, um durch Übertreibung etwas zu zeigen. Es gibt also eine absichtsvolle Diskrepanz zwischen Inhalt und Form, und das ist genau der Punkt, wo sich Konsumenten von Rezipienten scheiden: Erstere erwarten nämlich die Erfüllung der Konvention, d. h. sobald ein parodistisches Element auftaucht, steigen sie aus der Geschichte aus.

Der Trick, der aus "District 9" einen der intelligentesten Science-Fiction-Filme der letzen Jahre macht, ist, dass es sich nicht um eine platte Genre-Parodie handelt, sondern dass mit den Mitteln der Parodie die Dummheit des Rassismus vorgeführt wird. Beispiele: Schwarze und Weiße ereifern sich gleichermaßen über das unterirdische Verhalten der Fremden -- das ist komisch! Auch der Hauptdarsteller, ein kleiner Angestellter, der zuerst eifriger Erfüllungsgehilfe der Unterdrücker ist, um nach dem Zwischenfall, der ihn allmählich in einen der Außerirdischen verwandelt, am eigenen Leibe zu erfahren, was es heißt, verfolgt und gedemütigt zu werden, ist ein tragikomischer Antiheld.

Der Film liefert keine moralinsaure Verurteilung der Apartheit, sondern ein erfrischendes, ironisches Selbstporträt eines Landes, das sie überwunden hat, und das der Welt zuruft: "Seht her, wir sind nicht mehr der moralische Fußabtreter für Euch! Wir sind nicht besser, aber auch nicht schlechter als Ihr!"

Das sollte uns durchaus ein wenig Aufmerksamkeit und Aufgeschlossenheit wert sein.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Echte Überraschung!, 28. September 2014
Rezension bezieht sich auf: District 9 (Amazon Instant Video)
Ich sehe gerne beim Bügeln Filme auf meinem Kindle Fire an, und gestern habe ich mich für "District 9" entschieden.

Anfangs gefiel mir der dokumentarische Stil nicht so recht, und die Handlung fand ich eher langweilig. Gut, dass ich zu faul war, mir einen anderen Film auszusuchen, denn "District 9" nimmt ab dem zweiten Drittel immer mehr Fahrt auf!

Die Handlung des Films würde ich beschreiben als eine Mischung aus "Die Fliege" und "Enemy Mine - Geliebter Feind". Damit unterscheidet er sich sehr von den meisten Filmen des Alien-Genres: Vordergründig geht es zwar um den Konflikt zwischen Menschen und Aliens (und um den zwischen Menschen und Menschen), aber im Grunde ist dieser Film eine Hommage an Frieden, Toleranz und Freundschaft. Da sieht man mal wieder, dass ein Film nicht allein durch Top-Stars lebt (siehe "Battleship", für mich ein Krampf), sondern von einer guten Geschichte.

Nicht so gut fand ich die vielen blutigen Szenen, die den Film zwar authentisch machen, aber im Grunde auch auf ein erwachsenes Publikum beschränken; weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen?

Das Allerschlimmste ist aber für mich: Wieso gibt es noch keine Fortsetzung, Herr Jackson?!? ;o)
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen District 9 Steelbook Blu-ray, 7. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Durch die vielen negativen Kritiken, die mitunter hilfreicher sind als viele 5 Sterne Rezis (ich nehme meine davon nicht aus), bin ich auf den Film aufmerksam geworden und er hat meinen Geschmack voll getroffen. Endlich wieder ein Sci Fi Film der auch nach dem Ende noch dazu anregt, sich über das gesehene Gedanken zu machen. Der Film berührt zahlreiche Facetten wie Diskriminierung, Rassismus und Ausbeutung, persifliert dabei aber auch gleichzeitig das gezeigte und spart nicht mit ironischen Seitenhieben auf Filme des gleichen Genres. Die Effekte und die Aliens sind sehr gut Umgesetzt worden und auch allgemein überzeugt die Blu-ray mit wirklich tollem Bild und sehr gutem HD Sound (druckvoll aus allen LS wenn es darauf ankommt und verständlich abgemischte Dialoge). Das Steelbook ist auch optisch sehr gelungen, hat aber leider kein Design im Inneren (eventuell 2. Auflage).
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54 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einer der besten Filme seit langem, 11. Dezember 2009
Von 
Wie habe ich mich auf "Even Horizon" gefreut und musste einen "Alien-Abklatsch" erleben. MIB und Independence-Day stehen ja ohnehin ausser Wertung, und so wartete ich gespannt auf "District 9" und wurde nicht enttäuscht. Nein. Kein Butterblümchen-Sci-Fi, wo am Ende geheiratet wird. Schmutzig, dreckig, verdorbene Charaktere, klasse Schauspieler, eine packende Handlung und wirklich - wie im richtigen Leben - so gut wie keine Hoffnung, weil die Hauptperson gegen xenophobische Einwohner und geld- und machtgierige Regierungsbeamte ankämpfen muss. Alles zerbricht, und es gibt nicht wirklich einen neuen Anfang.
Der Handycam-Style am Anfang ist recht gewöhnungsbedürftig, gibt dem ganzen aber einen realistischen Touch, die Animationen sind größtenteils ordentlich ,und am Ende hat man sich 9 von 10 Fingernägeln abgefressen in der Hoffnung, dass es für das arme Schwein eventuell doch noch gut ausgehen könnte.
Ich bin begeisterter Science-Fiction-Fan, und dieser Film hebt sich wohltuend aus der Masse der in den letzten Jahren produzierten Filme des Genre heraus. So ist das Leben, Leute, und so würde es laufen, kämen "sie" wirklich. Da bin ich ganz sicher. Klare Kaufempfehlung, am besten in Blue-Ray!
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Science Fiction trifft Wirklichkeit., 17. März 2010
Rezension bezieht sich auf: District 9 (DVD)
-District 9- von Peter Jackson produziert und von Neill Blomkamp in Szene gesetzt ist ein völlig anderer Science Fiction Film. Spannend, kreativ, mit reichlich Zündstoff und jeder Menge Parallelen zur Wirklichkeit. Dabei hat Blomkamp den Film in einer Art Nachrichten-Dokumentation mit Spielfilmcharakter zu einer beängstigend realen Geschichte verwoben.

Seit 1982 schwebt ein Raumschiff über Johannesburg. Ca. 1 Million Alien, halb verhungert und hilflos, strandeten über der Stadt. Die Alien werden in einer Art bewachtem Township mit der Bezeichnung District 9 gehalten. Ihre Technik und Waffen lassen sich für die Menschen nicht beherrschen, da sie nur mit der DNA der Alien funktionieren.
Zwanzig Jahre später leben bereits 1,8 Millionen Alien in District 9. Die Abteilung für Außerirdische Angelegenheiten will diesen Zustand beenden. Die Bevölkerung fühlt sich von den Alien bedroht und will, dass sie verschwinden. In einer Großaktion sollen sie in ein Lager, weit von Johannesburg entfernt, umgesiedelt werden. Dafür wird Wikus van de Merwe(Sharlto Copley) als Leiter der Aktion eingeteilt. Wikus ist ein naiver, freundlicher Befehlsempfänger, der seinen Job ohne Wenn und Aber ausführen will. Aber bei der Räumung passiert etwas Unvorhergesehenes. Bei der Durchsuchung der Hütte des Alien Christopher Johnson(Jasson Cope) wird Wikus infiziert und sein Körper beginnt eine seltsame Metamorphose. So wird Wikus zum Gejagten, den aufgrund der Umstrukturierung seines Körpers wäre er in der Lage die Waffen der Außerirdischen zu bedienen. Das macht ihn für die Militärs unendlich wertvoll. Seine Dienststelle macht Jagd auf ihn und hetzt den Söldner Koobus(David James) auf Wikus. Der muss außergewöhnliche Allianzen eingehen, um sein Leben zu retten...

Neill Blomkamp hat -District 9- mit jeder Menge Aufwand fantastisch gestaltet. Die Kulisse, die Technik, die Stunts, vor allem aber das Storybook sind vom Allerfeinsten. Da bedarf es dann auch keiner großen Stars mehr, um das SciFi-Abenteuer ganz weit nach vorn zu bringen. Blomkamp bedient sich zwar auch an Klassikern wie -Unheimliche Begegnung der Dritten Art- oder -Enemy Mine-; das macht er aber mit Bedacht und Cleverness. Niemals hat man das Gefühl -District 9- wäre eine Kopie oder Nacherzählung. Mit geschickten Rückblenden und eingestreuten Interviews bekommt die Geschichte dabei eine ganz besondere Note.

-District 9- zeigt, für mich jedenfalls, dass Mut belohnt werden sollte. Wie Neill Blomkamp diese Geschichte inszeniert hat, hebt sich von fast allen gängigen Produktionen ab. Gerade das macht das Zuschauen so interessant. Wenn diese Geschichte einmal am Rollen ist, lässt sie den Zuschauer nicht mehr los.

Wie die Story, mit Hilfe einer gewagten Metapher, gleichzeitig auch auf tatsächliche Verhältnisse im Apartheidtsregime zielt, das ist aller Ehren wert. Absolut empfehlenswert!
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4.0 von 5 Sternen Eine Aufforderung zur Menschlichkeit?, 3. September 2014
Rezension bezieht sich auf: District 9 (Amazon Instant Video)
Einerseits ist es eine sehr gute Analogie zu verschiedenen politischen Themen. Allerdings bringt es nichts wirklich Neues. Macht eher wütend, und aus dem Mitgefühl und der Wut heraus, kann man schnell assozial im echten Leben werden, wenn man nicht aufpasst (kennen wir in anderen, echten Themen). Wobei die emotionale Verstrickung mit den Themen womöglich gewollt ist.

Irgendwie schwingt immer eine Art Humor mit, die, zusammen mit den Analogien, tatsächlich eine Parodie vermuten lässt: Von der Form her wie einer der mit Absicht schlecht gespielten Filme, die in anderen Filmen im Fernsehen laufen.
Aber so viel Ballerei, spritzendes Blut, explodierende Menschen ect. lässt uns abstumpfen, wenn wir zu viel von schauen. Das macht die Welt nicht besser.

Fazit: Wir kennen das alles schon, sehen es ständig in den Nachrichten (natürlich ohne Außerirdische, im übertragenen Sinne also), es schürt den Hass auf unsere eigene Rasse und macht uns dadurch nicht unbedingt erträglicher und unseren Zusammenhalt nicht verbindlicher, (!)wenn(!) wir nicht aufpassen.
Wir kennen die Themen, die der Film aufgreift, schaffen es aber nicht immer, das Gelernte im echten Leben anzuwenden. Das ist womöglich die Moral hinter dem Film.

Ein besonderer Pluspunkt: Er zeigt uns, dass wir alle irgendwo auf einer Ebene Eins sind, auch wenn wir jemanden aus einem anderen Land, Kontinent, oder, gar von einem anderen Planeten vor uns hätten. Das war womöglich auch die Idee dahinter. Wer weiß.

Das Ende finde ich interessant. Man glaubt wirklich, man schaue eine echte Doku. *g Da kenn ich nämlich auch eine analoge Geschichte.

Durch die übertriebene Gewalt ein Sterne-Abzug. Vier Sterne für die wichtigen Themen.
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130 von 173 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Sci-Fi-Film des Jahres, 14. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: District 9 (DVD)
District 9 war für mich die Überraschung des Jahres 2009. Keine vordergründige Effekt-Orgie sondern eine Produktion, der es, trotz massivem SFX-Einsatz, erstrangig um den Inhalt geht. Neill Blomkamp rekalibriert das Genre auf seine eigentlichen Stärken: Reale Zu- bzw. Missstände mit Hilfe einer fiktiven Handlung zu thematisieren. In diesem Fall Arpartheid, Guantánamo, Fremdenhass, Umgang mit Minderheiten sowie ein Staatsapparat, der sich rücksichtslos kriminellster Methoden bedient.

Wann hat uns denn das letzte Mal ein Sci-Fi derart schonungslos unsere menschlichen Unzulänglichkeiten um die Ohren gehauen? Wie wär's mit "Planet der Affen" (1968), "Der Omega-Mann" (1971, als "I Am Legend" 2007 ganz passabel remaked) oder "Soylent Green" (1973)? Interessanterweise alle 3 mit Charlton Heston... aber viel mehr gibt's auch nicht - wem noch was einfällt, kann ja einen Kommentar posten.

Gekonnt setzt Neill Blomkamp den - mittlerweile schon etwas abgegriffenen - pseudo-dokumentarischem Stil ein und das weitaus besser und konsequenter als in Blair Wich Projekt oder Cloverfield. Lediglich der spanische Film ['REC] kann an diesem Punkt mithalten - für mich nach wie vor der beste Pseudo-Doku-Schocker.
Und wie in allen Pseudo-Dokus bleibt auch in D9 vieles im Unklaren. Ich persönlich mag das, kann aber auch verstehen, dass sich manch eine/r damit unwohl fühlt, die Hintergründe einer Filmhandlung nicht vollständig serviert zu bekommen.

D9 ist kein Mainstream-Kino und doch bedient er sich einiger Mainstream-Zutaten: Perfekte SFX (Neill Blomkamp ist Fachmann auf diesem Gebiet), aber meistens treten die FX hinter die Story zurück - so sollte es sein! Und natürlich Action... in der zweiten Hälfte des Films geht es richtig ab - aber, wie ich finde nicht selbstzweckhaft, sondern konsequent im Sinne der Handlung: Das Tempo erhöht sich, der Druck auf die Protagonisten steigt - und deren verzweifelte Bemühungen der Lage Herr zu werden treibt die Dramatik des Films weiter an. Toller Spannungsbogen.

Fazit: Blomkamp schafft mit seinem Erstling einen erstaunlichen Spagat zwischen Sci-Fi und Polit-Thriller, Drama und Satire, Action und Doku-Style und würzt diese atemberaubende Mischung mit State-Of-The-Art SFX und einer Thematik wie man sie seit langem nicht mehr im Sci-Fi-Gewand zu sehen bekam - - - absolut Sehenswert!

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Nachtrag 16.05.2010
Ich bin nun stolzer Besitzer der District 9 - Limited Steelbook Edition. Bild und Tonqualität sind herausragend. Die HD-Anteile des Films sehen perfekt aus - aufgrund des Doku-Styles wird der Betrachter halt auch mit Camcorder- und Analog-TV-Qualität konfrontiert. Der Ton ist sehr räumlich gemischt - sogar der Stereo-Mix.

Das Design des Menus ist gelungen und die Extras sind üppig. Mein Tipp: Schaut Euch die Deleted Scenes an - hier kann man noch tiefer in die Welt von D9 abtauchen - ein absolutes Muss für diejenigen, denen die eigentliche Botschaft des Films aufgefallen ist...

Fazit: Auch auf Blu-ray absolut empfehlenswert - ganz besonders in der Limited Steelbook Edition.

Abspielgeräte:
Sony BDP-S760
Sharp Aquos LC-40LE700E
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschung!, 15. April 2014
Rezension bezieht sich auf: District 9 (DVD)
Ich bin gar kein Fan von Actionfilmen (gähn) und habe meinem Mann zuliebe mitgeguckt. Umso größer war meine Überraschung: politisch brisant, satirisch, spannend, nur am Ende dann etwas zu Action-lastig für meinen Geschmack. Trotzdem 5 Sterne, weil das Gesamtpaket einfach stimmt! Außerdem finde ich es auch immer blöd, wenn man sich einen Actionfilm anguckt und hinterher nörgelt, dass da Action drin war... ;)
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toller Film, als Bluray empfehlenswert!, 8. April 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"District 9" wollte ich mir damals eigentlich schon im Kino ansehen. Irgendwie habe ich ihn dann aber verpasst - und so musste ich all die Zeit warten, bis endlich die Bluray erschien. Aus meiner Sicht hat sich das Warten in jedem Fall gelohnt. Die Bluray erscheint als unlimitierte Version in Amaray-Hülle und als limitiertes Steelbook. Abgesehen davon, dass das Steelbook natürlich hochwertiger verarbeitet ist, wurde es auch schöner gestaltet als das Originalcover. Zudem ist der für viele so ärgerliche FSK-Aufdruck beim Steelbook nur auf den dünnen Papierwickler aufgedruckt, so dass das eigentliche Steelbook-Cover frei bleibt. Davon abgesehen bieten aber beide Versionen denselben Inhalt.

Zum Inhalt des Films braucht man wenig sagen - sollte man vielleicht auch nicht, denn je weniger Informationen man hat, wenn man den Film das erste Mal schaut, desto interessanter und spannender ist er natürlich. Mich hat der Mix aus Action, Drama und Fiktion sehr angesprochen. Es ist wirklich einer der besten Sciencefiction-Filme der letzten zehn Jahre. Zwar sind die Themen nicht neu - schon mit "Alien Nation" wurde das Grundthema verfilmt und erschien auch mehr oder weniger erfolgreich als Fernsehserie. Doch "District 9" ist wesentlich dichter, konsequenter und ergreifender. Es ist auf keinen Fall ein "Wohlfühlfilm", dafür aber ein Film, der nachdenklich stimmt - bzw. stimmen sollte. Die Story hat es in sich - trotzdem vermag der Film zu unterhalten, dank eines sehr guten Spannungsbogens und einer gut durchdachten Handlung. Auch funktioniert der pseudodokumentarische Stil wesentlich besser als bei vielen anderen Streifen ähnlicher Machart. Immer wieder werden kurze Interviewfetzen oder aber Nachrichtensendungen eingeblendet. Hinzu kommt der permanente Einsatz der Steadycam (der aber dank vieler ruhiger Szenen und einer besseren Aufnahmequalität nicht wirklich anstrengend wird).

Für mich war auch die Frage, ob ich den Film angesichts dieser Aufnahmetechniken und Stilmittel überhaupt als Bluray besitzen müsste. Doch auch das lohnt sich: Die Bildqualität ist generell sehr gut - natürlich ausgenommen einzelne "Realfilm"-Aufnahmen von fiktiven Fernsehsendungen. Zudem ist der Ton absolut erstklassig - egal ob es um den erforderlichen "Wumms" in den Actionszenen geht oder die leisen Geräusche wie beispielsweise bei der Aliensprache.

Das Bonusmaterial der Bluray ist sehr ansprechend und ergänzt den Film teilweise sehr gut. Zwar hätte ich mir noch mehr Hintergrundinformationen zu den Aliens und District 9 gewünscht, doch auch das vorhandene Material ist unterhaltsam und interessant. Hier bietet die Bluray auch etwas mehr als die DVD - zum Beispiel eine interaktive Karte der Stadt. Vermissen tue ich allerdings das Marketingmaterial - die Spots und Trailer oder auch Fotogalerien. Lediglich ein paar Trailer anderer Filme sind als Werbung mit an Bord (2012, Terminator 4, Boondock Saints II, Zombieland).

Insgesamt bietet die Bluray aber eine wirklich ansprechende Umsetzung eines tollen Films, der Action und Spannung mit Tiefgang und Sozialkritik (ohne Zeigefinger!) verbindet. Unbedingte Kaufempfehlung!
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Feuergefechte, Brutalitäten und Blutrausch, 19. September 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: District 9 (DVD)
Ein riesiges Raumschiff mit Motorschaden parkt über Johannesburg. Die Presse explodiert vor Aufregung, nachdem es Spezialkräften gelungen ist, in das Innere des unbeweglich am Himmel stehenden UFOs zu gelangen und vollkommen entkräftete Aliens vorzufinden. Die Bewohner des Raumschiffs werden in ein militärisch abgesichertes Ghetto namens »District 9« auf der Erde gebracht. Dort entwickeln sie ein Leben nach eigenen Gesetzen, ernähren sich von Abfällen und Katzenfutter und vermehren sich. Nachdem es zu immer häufigeren Übergriffen aus dem Lager auf die Welt der Menschen kommt, sollen die Außerirdischen in einer weit von der Stadt entfernten, neu errichteten Zeltstadt untergebracht werden.

Hier setzt der Film ein, der mit teilweise parodistischen Zügen das Unverständnis der Menschen für die scheinbar vollkommen aus den Fugen geratene Welt der im Slum vegitierenden Aliens schildert. Vorreiter ist Inspektor Wikus (Sharlto Copley), der mit der Leitung der Umsetzung aus dem Elendsquartier betraut ist. Er mutiert jedoch nach einer Infektion selbst zum Alien und kann dadurch über Gencode gesteuerte Waffen der Besucher aus dem All bedienen.

Der an sich großartige Plot mündet sehr bald in wilden Feuergefechten, Brutalitäten und Blutrausch. Bald geht es nur noch darum, ob es dem Anführer der Aliens gelingt, wieder in sein Mutterschiff zu kommen und durchzustarten. Wilkus wird dabei zum Antihelden, der von seinen eigenen Leuten gejagt wird, weil er die richtigen Gene hat, die Wunderwaffen zu bedienen, um denen es den irdischen Machthabern letztlich geht.
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District 9 [Blu-ray] von Neill Blomkamp (Blu-ray - 2010)
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