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142 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaft anrührend
Manchmal verändert sich das Leben mit einem Schlag. Bei Daigo passiert dies, als das Orchester, in dem er Cellist ist, von heute auf morgen aufgelöst wird. Und das nachdem er lange Zeit darauf hin gearbeitet hatte, dort mitspielen zu dürfen und sich extra noch ein teures neues Instrument angeschafft hatte. Das muss er schließlich verkaufen, um seine...
Veröffentlicht am 10. Februar 2010 von fantafrau

versus
9 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ich glaube dies geht besser
Bei mir hinterlässt der Film einen zwiespältigen Eindruck. Dies liegt wohl daran, das für meinen Geschmack zu sehr mit Klischees und teilweise übertrieben aufgesetztem Schauspiel agiert wird. Im Gegensatz zu anderen Zuschauern hier finde ich das Schauspiel, gerade des Hauptdarstellers, nicht so gut, ebensowenig das seiner Frau. Am meisten sticht noch...
Veröffentlicht am 7. März 2011 von Martin Jung


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142 von 143 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhaft anrührend, 10. Februar 2010
Von 
fantafrau - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Manchmal verändert sich das Leben mit einem Schlag. Bei Daigo passiert dies, als das Orchester, in dem er Cellist ist, von heute auf morgen aufgelöst wird. Und das nachdem er lange Zeit darauf hin gearbeitet hatte, dort mitspielen zu dürfen und sich extra noch ein teures neues Instrument angeschafft hatte. Das muss er schließlich verkaufen, um seine immensen Schulden los zu werden. Doch erstaunlicherweise fällt es ihm dann gar nicht so schwer, wie er dachte, sich von diesem Instrument wieder zu trennen. Gemeinsam mit seiner Frau kehrt er zurück in seinen Heimatort, ein kleines Dorf im Landinnern und zieht dort in das Haus, das ihm seine Mutter hinterlassen hat. Auf der Suche nach einem Job findet er ein lukratives Angebot als "Reisebegleiter". Dass es sich hierbei aber um die letzte Reise von Menschen handelt, erfährt er erst relativ spät. Sein Unternehmen ist Dienstleister für Bestatter und kümmert sich um Reinigung und Aufbahrung der Toten. Er tritt den Job trotzdem an und hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen - mit sich selbst im Umgang mit den Toten und mehr und mehr auch in seinem Umfeld, denn so lange wie er es gerne hätte, lässt sich sein neuer Beruf doch nicht verheimlichen. Dies geht schließlich sogar so weit, dass seine Frau ihn vor das Ultimatum stellt, den Beruf aufzugeben oder sie würde ihn verlassen. Er arbeitet weiter...
Bei seinem Chef und seiner Kollegin findet Daigo eine Art "Übergangszuhause" bis ein unerwartetes Ereignis dafür sorgt, dass sich das Blatt wendet. Am Ende steht schließlich noch für Daigo die Auseinandersetzung und die Aufgabe der Versöhnung mit seinem Vater, der die Familie verlassen hat, als Daigo ein Kind war. Es gelingt ihm, sich auf seine ganz persönliche Art und Weise mit ihm zu versöhnen und befreit in den Gang des Lebens von Generation zu Generation überzugehen.

"Nokan" ist eine zauberhaft sensible Auseinandersetzung mit dem Tod und Abschiednehmen. Auch wenn der Film aus einem anderen Kulturkreis stammt, in dem der Umgang mit Toten zudem auch noch weit verpönter und verachteter ist, als hier, so kann man dennoch viel davon lernen. Zum einen wie liebe- und würdevoll mit den Verstorbenen umgegangen wird und weiterhin wie wichtig für die Hinterbliebenen ein ritualisierter Abschied von den Verstorbenen ist und wie dieser würdevoll begangen werden kann. Ich fand es besonders beeindruckend, dass die gesamte Familie anwesend war, als die Toten aufgebahrt wurden und so alle zum Abschied den toten Menschen sehen und auch be-greifen (im wahrsten Sinne des Wortes) konnten.
Dem Film gelingt es, das ernste Thema anrührend, sensibel und zugleich mit humorvollen Stellen umzusetzen und mehrere Handlungsstränge harmonisch miteinander zu verweben. Denn es geht nicht nur um die Neuorientierung von Daigo, nein, es ist auch eine Liebesgeschichte, eine Familiengeschichte und ein Film über Abschiednehmen und Trauer. Und als Krönung hat er noch etwas tief Tröstliches.

Ich sage ganz klar: Dieser Film hat seinen Oscar vollkommen zu Recht bekommen! Ich bin begeistert davon, wie ich schon lange nicht mehr von einem Film war! Man kann sowohl lachen, aber auch bei nicht wenigen Stellen war ich zu Tränen gerührt - eine zauberhafte Mischung! Ebenso zauberhaft und sensibel umgesetzt ist auch das Verhältnis von Stille, ohne dass es langweilig wird, und der wunderschönen Musik, zu der Daigo als Cellist natürlich aktiv beiträgt und die ihr Übriges tut! - Einfach toll!
UNBEDINGT ANSEHEN!!!
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48 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen federleicht, 3. März 2010
Von 
Kilchhofer Alfred "Ki" (St.Gallen, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
federleicht...
Federleicht, so kommt man aus dem Kino am Ende des berührenden Filmes. Man fragt sich auch unwillkürlich: Warum machen wir es auch nicht so wie die Japaner auf dem Lande?: Von den toten Verwandten/Geliebten/Bekannten Abschied nehmen. Der junge Hauptdarsteller Daigo erlebt in seinem Berufsleben eine drastische Wendung vom schöpferischen Orchestermusiker als Cellist (köstlich die Auflösung des Orchester's...) zum Begleiter im Tod. Nur ein Missverständnis beim Druck des Stelleninserates in der Zeitung führt den arbeitslosen Daigo zum neuen Beruf. Sein zukünftiger Chef Sasaki hat bei der Wahl des neuen Angestellten einen wahrhaft sagenhaften Instinkt, der sich im ganzen Film bei dieses Chef's Handlungen und Handgriffen an den Toten immer von neuem zeigt. Es ist dieser menschlich-humane Instinkt, religionsüberschreitend, welcher auch unseren jungen Hauptdarsteller immer mehr in den Bann zieht und sich deshalb sogar für seinen neuen Beruf (bei anfänglich schrecklichen Erlebnissen wo Fleisch zu neuem Fleisch wird...) und gegen seine liebliche Frau entscheiden lässt. Wie Daigo seine Prüfungen beim Begleiten naher Bekannter/Verwandter im Tod meistert, geht mitten ins Herz. Obschon das anfänglich brotgebende Orchester aufgelöst wird, sind doch Musik und Cellospiel bis zum Schluss tragende Säulen in diesem stillen, wunder-baren Film und ergänzen die berührenden Szenen aufs trefflichste.
Ich hab's erlebt, dass sich im Kino wildfremde Menschen gegenseitig Taschentücher schenken...
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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn das Herz lacht und weint zugleich...., 26. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Eine wahrhaft wunderschöne Geschichte die nicht näher am wahren Leben sein könnte. Ab der ersten Szene wird man als Seher gefesselt und in einen Bann von Gefühlen gezogen die einen über die ganze Filmlänge nicht mehr los lassen. Lachen, Weinen, Schmunzeln und Grübeln in nur einem einzigen Film, eine wahre Meisterleistung des Regisseurs und eine grandiose Leistung der Schauspieler. Ein wahrhaft verdienter Oscar!
Die Ruhe und Stille, ja sogar die Stille in den Konversationen geben dem Zuschauer die Chance sich in die Charaktere und deren Emotionen einzufühlen. In keinem Moment kommt Langeweile auf, viel eher kämpft man mit seinen eigenen Gefühlen.

Nur wenige Filme haben das Potenzial die persönliche Sichtweise und den eigenen Horizont zu erweitern, aber dieser Film schöpft mit seiner gesamten Kraft dieses Potenzial aus und am Ende ist man nicht mehr der selbe Mensch wir zuvor.

Ein Glanzstück der Filmkunst, berührend und packend, lustig und bewegend! Empfehlung: Unbedingt ansehen!
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zu Tränen gerührt..., 14. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
...hat mich Yojiro Takitas Film -Nokan-Die Kunst des Ausklangs-. Dass diese Produktion 10 japanische Filmpreise, den Oscar für den besten ausländischen Film 2009 und etliche internationale Filmpreise "abgeräumt" hat, verwundert nicht. Selten habe ich einen Film gesehen, der so viel Trauer, Hoffnung und Liebe zugleich transportierte. Im Zusammenspiel von Bildern und Musik schafft -Nokan- es auf geradezu magische Art und Weise die Herzen der Zuschauer zu erobern. Dass der Film dabei auch handwerklich gut gemacht ist, mit Takeshi Hamada einen hervorragenden Kameramann hat und Kundo Koyama ein geradezu perfektes Drehbuch abgeliefert hat, vervollständigt das Gesamtpaket eindrucksvoll. -Nokan- entstand in zehn Jahren und basiert auf einer Idee des Hauptdarstellers Masahiro Motoki, der das japanische Tabuthema Tod in eine Geschichte packen wollte. Das Ergebnis ist unglaublich gefühlvoll, ergreifend und; obwohl das eigentlich kaum möglich erscheint, ein Fanal für das Leben geworden...

Daigo Kobayashi(Masahiro Motoki) ist Profi-Cellist in Tokio. Als das Orchester, in dem er spielt, aufgelöst wird, zieht er mit seiner Frau Mika(Riyoku Hirosue) zurück in seine Heimatstadt Yamagata. Dort geht er auf Jobsuche. Auf ein Inserat bewirbt er sich bei der NK-Agentur, weil er glaubt, es sei ein Reiseunternehmen. Daigo wird sofort von seinem neuen Chef(Tsutomo Yamazaki) eingestellt und muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass die NK-Agentur sich mit dem Einsargen und Zeremonienfeiern für Verstorbene befasst. Daigo hat noch nie eine Leiche gesehen und als sein Chef ihn zum ersten "Einsatz" mitnimmt, dreht sich ihm sofort der Magen um. Seiner Mika verheimlicht Daigo die neue Tätigkeit. Nach und nach muss Daigo erkennen, dass der "Job" nicht nur sehr viel Gefühl, Geschicklichkeit und Disziplin erfordert, sondern auch, dass er dafür geradezu berufen zu sein scheint. Als Mika von der wahren Beschäftigung Daigos erfährt, stellt sie ihn vor die Wahl: Der Beruf oder sie? Daraufhin verändert sich Daigos Leben dramatisch. Seinen eingeschlagenen Weg kann er nicht verlassen...

Wie wunderbar hat Yojiro Takita es geschafft über den Tod den Weg ins Leben zu finden. Sein Film handelt vom Verlust des Lebens und der Freude, es leben zu dürfen. Die Bilder von Daigos Arbeit, unterlegt von seinem Cello-Spiel brennen sich einem dabei so nachhaltig ins Denken, wie der Flug über die Steppe in -Out of Africa-. Das sind Filmmomente, die zeitlos und magisch sind. Takita verbindet Daigos persönliches Schicksal mit der Sinnsuche im Leben und dem Stellenwert der Liebe. Selten habe ich das besser gesehen. Komplettiert wird diese Arbeit durch die großartigen schauspielerischen Leistungen von Masahiro Motoki, Riyoku Hirosue und vor allem von Tsutomo Yamazaki. Alle Nebenrollen sind ebenfalls brilliant besetzt.

Wenn sie 130 Minuten voller Besinnung, Trauer, Spaß und Nachdenklichkeit vor dem Bildschirm verbringen wollen, empfehle ich ihnen -Nokan-Die Kunst des Ausklangs- ohne wenn und aber. Zur Musik von Beethoven, Brahms und Bach erwartet sie eine Geschichte, die alles besitzt, was das Leben ausmacht. Die einem die Angst vor dem Tod nimmt und dabei doch unglaublich unterhaltend ist. Mir zeigte -Nokan- wieder einmal, dass man als Filmfreund nicht immer nur über den großen Teich schauen muss, sondern auch seinen Blick in Richtung Osten wenden darf. Korea und Japan haben Filme anzubieten, die absolut beeindruckend sind. In diesem Sinne gibt es zum Schluss noch einen Satz aus dem Film, der es auf den Punkt bringt und, jedenfalls für mich, auf für das Ansehen von Nokan gilt: "Wir alle sehen uns wieder..."
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tod, wo ist Dein Stachel - respektvoller Umgang mit dem letzten Weg, 29. August 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Der "mißglückte" Orchestermusiker kehrt mit seiner Frau aus Tokyo in sein Heimtsdorf zurück und bekommt hier eine Anstellung als Totenbereiter, der nach einem klar festgelegtem Ritual die Toten in Anwesenheit der Anghörigen wäscht, einkleidet, schminkt und einsargt. Dabei erfährt er viel über die Menschen und über sich selbst und beginnt diesen BEruf immer mehr zu verinnerlichen - auch als dieser seine Ehe bedroht.

Ein erstaunlicher Film mit wunderbaren Bildern, die die emotionale Steuerung, wie man sie von "Einstellungen" in Manga-Anims kennt mitnutzt und somit sichelrich die Sehgewohnheiten auch vieler junger Zuschauer mit anspricht - und vielleicht dem Nicht Manga-Schauer ein paar Ideen zu dieser Darstellungsform gibt.

Neben der Geschichte selbst und der überaus kunstreichen Bildsprache ist auch die begleitende Musik von ausnehmend hoher Qualität und auch in der DVD-Version mit großem Vergnügen hörbar. Alles in Allem eine runde Sache, die einen die emotionale "Waschmaschine" durchlaufen lässt. Dringendst weiter zu empfehlen.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zarter, berührender Film, der lange nachwirkt, 6. März 2010
Von 
Tante "Emma" (aus einem Dorf im nördlichsten Norden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Den Inhalt kann ich auch nicht besser nacherzählen, als meine Vorrezensenten.
Mich haben die fremde Kultur mit ihrer Sprachlosigkeit, ihren Mädchenfrauen und ihren fremdartigen Gewohnheiten ebenso fasziniert wie das Thema des Abschiednehmens von geliebten Menschen und die damit verbundenen Rituale an sich. Die wunderbar gewählten Cellostücke von Bach, Brahms und Beethoven klingen ebenso nach, wie das intensive Spiel der Schauspieler und die schönen oder aufwühlenden Bilder zum Thema Tod. Wunderbar, wie die Gefühle während des Abschiedsrituals endlich ihren Weg nach draußen finden. Wunderbar das Abschiedsritual selbst. Und irgendwie ja auch wunderbar, mit wie wenig Worten sich japanische Paare so streiten können!
Ein interessanter, vielschichtiger Film, schade, dass er nur in wenigen ausgewählten Kinos zu sehen sein wird.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nokan - Die Kunst des Ausklangs, 30. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Brilliant!!! There are so many levels within this film that just watching it once is not enough. The cultural handling of the dead and those left behind, within Japan, is done with so much respect,love and compassion, we in the West could learn alot from their system. Tissues are also needed when watching this film :)
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Reise, wir sehen uns wieder ......., 26. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
Die Geschichte dieses Films ist schnell erzählt:
Ein junger Musiker, frisch verheiratet, erstes Orchester, kauft ein zu teures Cello, das Orchester wird kurz danach aufgelöst, und er hat kein Engagement mehr und, natürlich, keine Kohle.
Umzug aus der teuren Stadt in das Elternhaus der Mutter auf dem Land, Jobsuche. Anstellung bei einem Leichenwäscher (besser: Vorbereiter auf die letzte Reise).
Der Job wird als "unreine" Tätigkeit mit den damit verbundenen gesellschaftlichen Konsequenzen(Trennung durch die Frau, Missachtung durch die Nachbarn etc.)dargestellt.
Über verschiedene Etappen begleiten wir Daigo und seine Frau Mika durch das Leben mit den Toten. Endstation: Versöhnung mit dem vereinsamt verstorbenen Vater, der sich von der Mutter getrennt hatte und nun von seinem Sohn für die letzte Reise vorbereitet wird.

Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck dieses sentimentalen, wärmenden und, bei aller Nachdenklichkeit, lebensbejahendem, dankbar stimmendem Film.

In der Hauptrolle des Daigo spielt sich Masahiro Motoki in die Herzen der Zuschauer, wenn er die Aufgebahrten vor den Augen der Familien und/oder Angehörigen wäscht, schminkt, einkleidet. Es gibt so viel Trost, wie die Lebenden sich von Ihren Toten verabschieden, und es gibt immer wieder auch Szenen wie im richtigen Leben, wenn z.B. bei der Waschung festgestellt wird, das die Verstorbene eigentlich ein Verstorbener ist und wie dennoch die Würde dieser Zeremonie, bei aller Ironie, die dahinter steckt, erhalten wird.

Takita inszeniert das Leben und das "Gestorbensein" so gefühlvoll, dass der Betrachter dabei ist, mitgenommen wird und sich seiner Tränen nicht zu schämen braucht.

Für mich war der Film, wie das so ist, wenn man auf den Einkaufsseiten herumsurft, ein Zufallskauf und zwar einer, der sich von der ersten bis zur letzten Minute gelohnt hat.

Fünf Sterne von fünf.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwächen, 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
hat dieser Film schon, gravierende Schwächen: Die Dialoge sind hölzern, die Bewegungen oft ungelenk, das Ende und die Auflösung sind vorhersehbar, die Metapher mit den Steinen wird überstrapaziert, der Hauptkonflikt wirkt konstruiert und so machne Szene könnte gestrafft werden.

Dennoch findet der Film seinen Rhythmus und wer sich darauf einlässt, wird fasziniert sein von den durchchoreographierten rituellen Bewegungsabläufen.
Und vielleicht ertappt man sich noch Tage später dabei, wie man diese Bewegungen zu imitieren sucht - im Alltag, etwa beim Schmieren eines Brotes oder Zähneputzen.

Und die Musik, ja die Musik! Wer bei diesem Film nicht zum Liebhaber getragener Cellomusik wird, der wird es vermutlich nie mehr.

Und ehrlich gesagt, manchmal bewegen sich Japaner ungelenk und die Sprache scheint hölzern, aber in gewissen Dingen erreichen Sie eine Perfektion, die uns staunen lässt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dem Toren öffnet sich ein Tor, 25. Oktober 2010
Von 
Klein Tonio - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Nokan - Die Kunst des Ausklangs (DVD)
© Tonio, filmkritik99.jimdo.com

Na, und was machst Du so beruflich? Japan und die westliche Welt scheinen sich in dem Punkte nicht so sehr zu unterscheiden: Der Mensch wird zu einem Großteil durch den Beruf definiert, so sehr man das auch bedauern mag. Daigo scheint es "geschafft" zu haben, als Cellist in einem Tokioter Orchester. Doch Knall auf Fall wird das Orchester aufgelöst (bezeichnenderweise hatte es super gespielt, aber nicht genug zahlendes Publikum). Daigo sitzt auf der Straße, mit einem Schuldenberg wegen eines Kredits für ein teures Profi-Instrument. Dass er den aufgenommen hatte, hatte er seiner Frau verschwiegen, weil "die doch dagegen gewesen wäre" (was möglicherweise nicht gestimmt hätte). Das wird noch öfter vorkommen, dass Daigo ein Zauderer ist, der das Leben einfach mal so auf sich zukommen lässt, anstatt Tacheles zu reden und danach zu handeln (ob Cellist wirklich sein Traumberuf gewesen ist, lässt sich angesichts eines ungelösten Vater-Sohn-Konfliktes bezweifeln, wo doch der Vater fördernd-fordernd die Instrumentalistenkarriere vorangetrieben hatte). Fast wie ein naiver Tor stolpert er auch in seinen nächsten Job, den er gegen eine äußerst lukrative Bezahlung sofort bekommt, ohne zu wissen, wofür er angestellt wurde - und dass es sich um einen Job handelt, den keiner will. Schon die Lage des Firmenhauses ist so abseits des im Zusammenhang bebauten Ortsgebiets, wie sich Daigos Firma als kleine Außenseitertruppe entpuppen wird. Fortan ist Daigo für das Aufbahren Verstorbener nach einem alten Ritual zuständig (Nokan, so wird erklärt, heiße Aufbahrung).

In seinem neuen Beruf erlebt Daigo allerlei Berührendes, Skurriles, Erschütterndes, mitunter für den Zuschauer Saukomisches - natürlich wird der Beruf irgendwann Berufung, der dem Toren ein Tor öffnet. Der Tod, soweit ist dieser Film universell, kann immer Ende oder Anfang sein, sowohl für die Verstorbenen als auch für die Lebenden. Dem Tod, soweit ist dieser Film japanisch, wird selten so nahe getreten wie in "Nokan". Sicherlich, jeder saftige US-Krimi hat einen höheren Body Count, aber in "Nokan" ist kein Tod ohne Bedeutung, kommt eine Aufbahrung nach der anderen vor, wird der Vorgang minutiös gezeigt. Der Film beschäftigt sich intensiv mit dem Tod, rückt ihm im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pelle, behält aber selbst dann noch Würde, wenn die Verwesung schon arg fortgeschritten ist. Durch diese einzigartige Mischung aus genauem Blick und Dezenz gelingt es dem Film, weder voyeuristisch noch verklemmt zu sein. Dies ist schon verdammt schwer hinzubekommen, und vielleicht muss man dazu einfach der japanischen Kultur entstammen, die nun einmal ein anderes Verhältnis zum Tod hat und sich noch nie gescheut hat, ihm offen ins Gesicht zu sehen.

Natürlich erzählt "Nokan" durch die Beschäftigung mit den Toten viel von den Lebenden, so wie der Übergang zum Tod einmal als ein Tor bezeichnet wird und es fast scheint, als fände bei dem Nokan-Ritual ein GEGENSEITIGES Geben und Nehmen zwischen den Toten und den Lebenden statt. Dass das Leben nicht linear bis zum Tode verläuft, sondern Leben und Tod einen Kreis bilden, der sich in den unerwartetsten Momenten schließen kann, zeigt der Film in mancherlei Motiv. Ausgerechnet, als ein Transsexueller als Frau aufgebahrt und bestattet und betont "fraulich" zurechtgemacht wird, erkennt der Vater "seinen kleinen Jungen" wieder (und kann erstmals weinen, trauern, und dadurch den Anfang seines inneren Friedens mit dem Sohn wagen, dessen Geschlechtsumwandlung er missbilligt hatte). Daigo ergreift einen Beruf, der in die Vergangenheit führt und den Menschen Riten zurückgibt, die sie früher selbst ausführen konnten, was sie aber verlernt haben. Er kommt an den Ort zurück, in dem er aufgewachsen ist. Er trifft Menschen aus seiner Vergangenheit wieder. Ein altmodisches Badehaus, in dem noch alles wie früher ist, hat große Bedeutung. Ein alter Mann berichtet, dass er und eine Verstorbene letzte Weihnachten ein Rendezvous "wie zwei junge Menschen" gehabt hätten. Daigo musste sein Cello verkaufen und spielt nun wieder auf dem Instrument, das er schon in seiner Kindheit hatte. Am Ende wird er wieder mit seinem abwesenden Vater zusammengeführt und der Kreis-Schluss sozusagen durch einen Stein besiegelt, der schon in Daigos Kindheit eine wichtige Verbindung zwischen Vater und Sohn war (und der sicherlich nicht zufällig an die Frau weitergegeben wird, die Daigos Kind bereits in sich trägt).

Man könnte noch weitere Beispiele nennen. Diese Kreisbewegungen und Findungsprozesse im Leben einiger Menschen werden immer wunderschön gezeigt, mit sehr viel Poesie und großer Liebe zu winzigsten Details (Was geschieht bei der Zeremonie? Wie blickt wer dabei? Warum bloß ist Daigos Kollegin auf einmal so in sich gekehrt und verhärmt, als Daigo am Weihnachtsfest "Ave Maria" auf dem Cello spielt? Warum ist auf einem Cover der Schallplatten, die Daigo säuberlich von seinem Vater aufgehoben hat, "Concerts Lamoureux" zu lesen, obwohl Daigo seinen Vater angeblich für ein A****loch hält und ihm keine Träne nachweine? L'amoureux = Der Verliebte, aber zusammengeschrieben steckt auch das Wort "lame", = Träne, darin). In seinen besseren Momenten zeigt der Film das alles mit einer Liebe zu reichlich skurrilem Humor - und schroffen (Schein-)Gegensätzen. Da gibt ein Beruf den Menschen etwas Verlorenes zurück, das sie dringend brauchen und an das sie sich klammern, aber dieser Beruf steht im sozialen Ansehen ganz unten. Da kann schon mal ein Bild von prächtigen Schwänen hart an der Kitsch-Grenze sein, wenn es sogleich durch tote Fische im Fluß (demselben?) konterkariert wird (wobei der Grund für das Fischsterben ebenfalls zur Essenz des Filmes gehört, denn die Fische schwömmen genau in Richtung der Stelle, an der sie verenden müssten, weil doch jeder wissen wolle, woher er komme). Da gibt es Passagen, bei denen ich wirklich herzlich gelacht habe, was aber niemals schamlos ist und bei näherem Hinsehen immer eng mit dem Weinen zusammenhängt, als zwei Seiten einer Medaille, oder zwei Enden einer Linie, die zu einem Kreis gebogen und also zusammengeführt werden. Als Beispiel möge die Eröffnungsszene dienen, die erst einmal einen Brüller parat hat. Der Film beginnt mittendrin, zeigt die Zeremonie, die Leichenwaschung vor den Trauernden. Daigo nimmt sie auf Wunsch erstmals alleine vor, wäscht also eine schöne junge Frau, und dann kommt er bei einer bestimmten Stelle am Unterleib, ähem, nicht weiter mit seinem Tuch (was wir nur unter dem Gewand sehen). Hinter vorgehaltener Hand sagt er seinem Chef, dass da, äh, was dran sei, äh, nun ja, das "Ding"... es handelt sich um den erwähnten Transsexuellen. Und wenn diese Szene in der Mitte des Filmes nach einer Rückblende wiederholt wird, führt er Lachen und Weinen zusammen. Er kombiniert extreme Gegensätze, ohne je geschmacklos zu werden: eine bravouröse Aufführung ausgerechnet der "Ode an die Freude" mit der Einstampfung des Orchesters, eine Frau mit einem "Ding", Schwäne mit toten Fischen, eine der lustigsten Szenen mit dem Anlass, aus dem sich Daigos Frau von ihm trennt, und immer wieder Leichenteile mit Speisen. Da ich in der japanischen Kinokultur nicht so bewandert bin, bleibt mir nichts anderes übrig, als des Filmes Vorliebe für toten Menschen und "totes Tier" in allen (für Westler wie Daigo mitunter ekligen) Varianten mit einem Streifen von Claude Chabrol zu vergleichen. Dass der Mensch ist, was er isst, gilt offenbar auf dem gesamten Globus. Dass er nicht einfach alles "runterschlucken" kann, ebenfalls.

Leider fällt der Film nach meinem Dafürhalten in der zweiten Hälfte stark ab. Eine aufmerksame, ausgesprochen detailfreudige Inszenierung, die sich viel Zeit nimmt, ist deutlich besser, wenn sie dies mit dem Skurrilen, dem Unerwarteten, dem absurden Humor kombiniert. Dies hat "Nokan" nur in der ersten Hälfte, dies macht ihn einzigartig. Du liebe Zeit, was man alles so erleben kann beim Aufbahren... Da lässt der Film nichts aus und lebt davon, dass er verschmitzt die seltsamsten Türen öffnet, nach dem Motto: Irgendwann öffnet sich Dir im Leben eine Tür, und zwar völlig unerwartet in Zeit, Ort, Art und Weise. Doch später wird er zur humorfreien Zone. Sicherlich ist Humor nicht etwas, das jeder Film haben muss, aber diesem hier hätte es in der zweiten Hälfte extrem gut getan. Da lebt er nämlich nicht mehr so sehr von den irrsinnigen und angesichts des Themas erfreulich lebensbejahenden Zufällen. Sondern da ist Daigos Weg schrecklich vorherbestimmt. Das Thema des ungelösten Vater-Sohn-Problems ist einfach unglaublich ausgelutscht (ob auch im japanischen Film, ist mir nicht bekannt, aber für einen, der nur halbwegs seinen Steven Spielberg verstanden hat, ist das kaum noch zu ertragen). Während in der ersten Hälfte Zufälle etwas wirklich Unerwartetes und daher ungemein sympathisch sind, kommt gegen Ende ein "Zufall" allzu passgenau auf den Punkt. Gerade als für Daigo, seine Frau und beider ungeborenes Kind die schwierigste Entscheidung ansteht, rettet die drei ein Anruf, der Daigo helfen wird, seine Beziehung zum Vater zu klären und auch in dieser Hinsicht erlöst zu werden. Dass er dazu erst überredet werden muss, gehört zu den überflüssigsten Filmminuten des ohnehin etwas langen Filmes, denn selbstverständlich lässt er sich zum Jagen tragen und wird später seine Rolle nicht nur annehmen, sondern auch aktiv die Dinge angehen. Den Rest habe ich offen gestanden auf 1,5-facher Geschwindigkeit gesehen. Ohne diese skurril-spaßigen (und dennoch immer einen Mehrwert im genauen Gegenteil habenden) Einsprengsel ist der Film nur noch schön, nur noch aufmerksam inszeniert, nur noch sehr detailverliebt - und schwelgt so sehr in seinen Bild- und Metaphern-Elegien (mit diversen Wiederholungszeichen in der Partitur), dass er langweilig wird. Nein, dem großen überschwänglichen Lob, das die Pressezitate dem Film auf dem Cover attestieren, kann ich mich nicht anschließen. Aber in der ersten Hälfte habe ich einen einzigartigen Film gesehen, so dass unter dem Strich noch vier Sterne dabei herausspringen.
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Nokan - Die Kunst des Ausklangs
Nokan - Die Kunst des Ausklangs von Yojiro Takita (DVD - 2010)
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