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28
4,1 von 5 Sternen
Tropa de Elite
Format: DVDÄndern
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Der brasilianische Regisseur Jose Padilha ist ein Freund des Dokumentarfilms , sein erster auf Tatsachen beruhender Film "Önibus 174" zeichnet die Entführung eines Linienbusses nach. International bekannt wurde er dann 5 Jahre später, als sein "Tropa de Elite" 2008 bei den Filmfestspielen in Berlin den golden Bären gewinnen konnte. Ein erschreckend realistisches Portrait über die Polizei in Rio de Janairo, im speziellen aber über die Arbeit des Batalhao de Operacoes Policiais Especiais, einer Sondereinheit der Militärpolizei der Stadt. Diese hat noch weitergehendere Befugnisse als ihre Kollegen und kommt dann zum Einsatz, wenn die Mittel der Kollegen nicht mehr ausreichen. Die im Film gezeigten Darstellungen orientieren sich an dem Buch "Elite da Tropa" des Soziologen Luiz Eduardo Soares, der mit zwei ehemaligen Angehörigen dieser Einheit zwei Insider sozusagen, zusammenarbeitete. Erzählt wird dabei die Geschichte des noch relativ jungen Capitao Nascimento (Wagner Moura), dem Führer eines Einsatzkommandos der Einheit. Es ist das Jahr 1997 und der Besuch des Papstes steht an. Der Auftrag der Einheit lautet für Ruhe in den Favelas zu sorgen. Doch der harte Job geht nicht spurlos an Nascimento vorbei. Er leidet unter Panikattacken und übersteht den aggressiven Alltag nur mit Hilfe von Tabletten. Seine Frau ist nun auch noch schwanger und drängt den Mann nun endlich den gefährlichen Job aufzugeben und sich versetzen zu lassen oder gar zu kündigen. Die Vorgesetzten willigen in eine Versetzung ein, er muss aber vorher einen geeigneten Nachfolger finden und auswählen. Mögliche Anwärter für diesen Job sind zwei frischgebackene Polizisten aus Überzeugung. Neto Gouveia (Caio Junqueira) und Andre Matis (Andre Ramiro) wären damit geeignete Kandidaten, die sich allerdings - vor allem Matis - in zunehmende Gefahr begeben...Eine spannende dokuartige Bestandsaufnahme aus dem Polizei und Gangsteralltag in der Metropole am Zuckerhut. Dabei agiert die Polizei unverhohlen korrupt, interessiert sich nicht groß für die Nöte der Bevölkerung und geht in der Verbrechensbekämpfung genauso brutal und aggressiv vor wie die Gangstern selbst. Einige Bilder sind in ihrer schonunglosen und vor allem authentischen Darstellung nur schwer zu ertragen. Etwas irritierend jedoch die Entscheidung in der deutschen Fassung zwar die Off-Stimme deutsch erzählen zu lassen, aber die Handlung der Akteure in Landessprache zu belassen. Das mag zwar den Charakter der Doku verstärkt untermauern, ich hätte es aber sinnvoller empfunden alles zu synchronisieren. Der Film jedenfalls ist gut gemacht und gerade jetzt - auf dem Höhepunkt der Weltmeisterschaft 2014 - dürften diese Szenarien Alltag in Rio sein. Sozusagen die nicht gezeigten Schattenseiten dieses Megasportereignissen, wo wir nur die Stars auf dem Rasen wie Neymar jr, James Rodriguez, Messie, Manuel Neuer oder Ochoa wahrnehmen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
... sagt Capitao Nascimento über seinen Nachfolger, nachdem er sich sicher ist, dass Wille und Intelligenz bereits für eine Auswahl sprechen. Der Gemeinte ist ein einfacher Polizist, heißt Matias, der in seiner Freizeit Jura studiert und sich mit einer sozial engagierten Kommilitonin aus den besseren Kreisen Rio de Janeiros angefreundet hat. Ausgewählt werden soll er für die BOPE (= Batalhao de Operacoes Policiais Especiais), einer (Spezial-) Einheit der Militärpolizei von Rio de Janeiro, die auf den Kampf gegen die Drogenmafia insbesondere in den zahlreichen Favelas spezialisiert ist. Capitao Nascimento ist Offizier in der BOPE und zugleich Erzähler der Geschichte des Films. Der Zuschauer wird nicht nur Zeuge äußerst brutaler Einsätze der Einheit unter seiner Führung, bei denen es immer Todesopfer gibt, sondern man nimmt auch an seinem Familienleben und seinen zunehmenden psychischen Problemen teil, die er mit Tabletten zu bekämpfen sucht. Es ist eben dieser psychische Druck (der sich durch die Handkamera und dokumentarische Art der Inszenierung auch auf den Zuschauer überträgt) und das Drängen seiner Frau wegen des gerade geborenen Sohnes, der ihn veranlasst, aussteigen zu wollen und nach einem geeigneten Nachfolger zu suchen.
Mag die Suche nach einem Nachfolger und die Einsätze gegen die Drogendealer, deren Leben und Handeln ebenfalls gezeigt werden, das Handlungsgerüst prägen, so ist das eigentliche Thema des Films die Zerrissenheit der brasilianischen Gesellschaft, in der die Eliten und die Mittelschicht sich nur durch brutale Polizeigewalt gegen Kriminalität und Armut zu schützen weiß. Letztlich erscheinen so alle als Verlierer und dementsprechend desillusionierend ist auch der Film gestaltet. "Tropa de Elite" eine faschistoide Grundeinstellung und Gewaltverherrlichung vorzuwerfen, verkennt die Erzählhaltung ganz aus Sicht des Polizeioffiziers. Sicherlich ist zu fragen, ob es nicht mehr Gelegenheit zur Reflexion gegeben hätte: Erzeugt extreme Gewalt nicht zwangsläufig extreme Gegengewalt? Muss nicht zuerst die Armut und dann die daraus resultierende Gewalt bekämpft werden? Wie steht es um den Kampf gegen die allgegenwärtige Korruption gerade auch innerhalb der Polizei (weshalb u.a. die Spezialeinheit gegründet wurde)? Der Film gibt auf diese Fragen keine Antwort, sondern bleibt sehr subjektiv, will anregen und provozieren. Für diese kompromisslose Aufforderung zur Diskussion (die dann in Brasilien auch tatsächlich stattgefunden hat und immer noch anhält) ist der Regisseur bei der Berlinale 2008 mit dem goldenen Bären ausgezeichnet worden. Dennoch stellt sich ein sehr zwiespältiges Gefühl nach Sehen des Films ein.
In den Extras der DVD finden sich ein Interview mit dem Regisseur José Padilha und ein Bericht aus der ARD-Sendung "ttt". Hier kommt auch ein Autor des Drehbuchs, Rodrigo Pimentel, zu Wort, der selbst Mitglied eben jener BOPE war und deren Handeln klar verurteilt. Er wird vor einer Favela interviewt, von der er sagt, dass man vor wenigen Jahren sich hier nicht hätte ohne Lebensgefahr unterhalten können. Heute sei die Polizei nicht nur vor Ort stationiert, sondern es gäbe auch erfolgreiche begleitende Sozialprojekte, die die Gewalt verringert und ein weitgehend normales Leben ermöglicht hätten.
Der Kreislauf aus Gewalt, Gegengewalt, Korruption und immer neuem Absturz in Sucht und Armut scheint erfolgreich aufgehalten, wenngleich keineswegs beendet. In einem Punkt schien Nascimento - allerdings auf völlig andere Art und Weise - recht zu behalten: Es geht nicht nur um das Denken im Kopf, sondern es geht darum, die Seelen/ Herzen der Menschen für sich zu gewinnen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 4. April 2010
Ein intensiver Film, der wie eine Reportage wirkt. Aus der Sicht eines der Protagonisten auf Deutsch erzählt, während die portugiesischen Dialoge deutsch untertitelt sind.
Oft wird die Handkamera eingesetzt, das unterstreicht den authentisch wirkenden Charakter der Story.

Farbenfrohe Bilder und die eindrucksvollen Slum-Kulissen Rios bilden einen tollen Rahmen für die Story um die Polizei-Elite-Einheit BOPE, die den hoffnungslsoen Kampf gegen Verbrechen, Korruption und Drogen kämpft.

Für den europäischen Betrachter ist es schockierend zu sehen, wie die Korruption die ganze Gesellschaft wie ein Krake umschlungen hat und die Polizei neue Polizeiautomotoren gegen alte austauscht, um die neuen zu verkaufen.

Wie schon ein Rezensent zu Recht schrieb: Wer City Of God und City Of Men mochte, der wird auch diesen Film mögen.
Für einen unbeschwerten Popcorn-DVD-Abend eher ungeeignet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2013
Es geht um den schier endlosen und wenig aussichtsreichen Kampf gegen Drogenhandel und -konsum in den Slums von Rio de Janeiro. Im Mittelpunkt steht Film übergreifend Captain Nascimento als Leiter einer Elite-Truppe der brasilianischen Militärpolizei, der BOPE.

Was Regisseur José Padilha hier leistet, ist sowas von mitreißend. Eine echte Wonne. Beide Filme sind als fiktiv und frei erfunden erklärt. Allerdings, so habe ich das Gefühl, ist es nur eine Formalität damit die Filme auf dem Markt überhaupt angeboten werden dürfen.
Denn die Handlung und die Einstellungen sind unheimlich realistisch gedreht. Klar handelt es sich um Schauspieler, Sets und keine scharfen Gefechte.
Aber die Handlungen kommen überhaupt nicht gekünstelt rüber.

In sehr guten und, zeitlich wie dialogtechnisch abgestimmten, mit Fingerspitzengefühl angeführten Szenen werden die Charaktere beleuchtet und eingeführt. Gekonnt finde ich, dass Captain Nascimento zusätzlich aus dem Off die Handlung voranträgt und erläutert.
Unzählige realistische Feuergefechte in den Favellas tun ihren Teil zu bei.
Die Verhörmethoden werden nicht zu knapp dargestellt. Die Gewalt und die Korruption wird sehr eindrucksvoll vorgeführt.

Obwohl mir allesamt gänzlich unbekannt, machen auch die Schauspieler selbst ihre Aufgabe fantastisch. Nascimento wie auch seinen Kollegen, die korrupten Polizisten und die Gangster spielen so überzeugt und voller Elan, dass man das Gefühl bekommt, wirklich mitten in einem aufreibenden Krieg zwischen Polizei und Gangkriminalität zu stehen.

Dazu gibts echte Kulissen, abgesperrte Straßen für die Drehs, und eine überstrahlende Optik. Die Farben sind in grellen Tönen gehalten. Kommt der Stimmung des Films sehr zu Gute. Ebenso das stark ausgeprägte Filmorn in beiden Filmen.
Das Bild wirkt sehr harmonisch gleichbleibend. Qualitätsschwankungen sind nicht zu bemerken. Astrein scharf und homogen.

Akustisch legen die beiden Filme ebenso gut vor. Die 5.1-Anlage hat sehr gut zu tun. Feuergefechte werden sehr schön auf die Fronts und Surrounds gelegt. Dialoge wandern auf den Center. Dabei sind die Lautstärke der Dialoge und der Effekte gut aufeinander abgestimmt.
Ständiges laut und leise machen ist hier nicht nötig. Die Fernbedienung kann beruhigt für die Laufzeit der Filme weggelegt werden.

Fazit:
Zwei Filme die unbedingt gemeinsam gehören. Der Eine wirkt unfertig ohne den Anderen. Und der zweite Film ist weniger brisant ohne die Einführung der Beteiligten aus dem ersten Film.
Die Gewalt auf beiden Seiten, selbst gegen Kinder und Frauen, wird schonungslos aufgezeigt. Niemand steht am Ende als ein Volksheld da.

Unbedingt ansehen.
Das ich mir dieses Mal etwas mehr Zeit nahm und ausführlicher wurde, spricht für sich. Ich bin begeistert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Juli 2014
Ein Film, der die Strukturen der Polizei, der Militärpolizei (BOPE), die Banden und die Bewohner in den Favelas von Rio de Janeiro thematisiert. Und das ist auch sehr gut und realistisch dargestellt. Regisseur José Padilha kommt eigentlich von dem Dokumentarfilm und lässt diese Einflüsse auch in diesem Film wirken. Ursprünglich heißt es, er wollte hier einen Dokumentarfilm drehen. Aber wenn der Film auf das Buch Elite da Tropa des brasilianischen Soziologen Luiz Eduardo Soares basiert, frage ich mich wie das gehen soll. Auf jeden Fall hat der Film es geschafft mich mit hineinzunehmen. Dass im Film portugiesisch gesprochen wurde mit deutschem Untertitel und dazu die Erzählung des Hauptdastellers Capitão Roberto Nascimento (Wagner Moura) auf Deutsch erfolgte, fand ich ziemlich gut getroffen. Das hat hier irgendwie noch mehr gewirkt. Die wackelnde Handkamera war hier auch dabei. Eigentlich bin ich ja kein Freund davon. Aber wahrscheinlich war sie hier doch von großer Bedeutung. Irgendwie hat mich der Film neugierig gemacht, irgendwann auch mal die Favelas zu besuchen. Auch das Nachtleben dort mal zu erleben. Aber nicht, wenn wie hier in diesem Film, die Luft oft bleihaltig ist. Kaum zu glauben, dass es in einer Stadt so verschiedene Lebensformen gibt. All das wird dem Zuschauer auf einfache Weise gezeigt, mit sehr guten Schauspielern und auch schönen Aufnahmen. Die Problematik der Polizei und den Banden, ja auch den Bewohnern der Favelas, die in diesem System (Jahr 1997) in die Ausweglosigkeit dahin driftet, und dann von der Militärpolizei (BOPE) auf brutale Weise "gelöst" wird, ist hier sehr gut erklärt. Dazu benutzt Regisseur José Padilha die Rolle des Capitão Roberto Nascimento (Wagner Moura), der Führer eines Einsatzkommandos der BOPE ist. Er will aufhören mit dieser Arbeit, weil er Vater wird und muss aber noch einen Nachfolger finden. Aber auch seiner brutalen Arbeit muss er weiter nachgehen. So erzählt er die Geschichte seiner Nachfolgersuche und dort kommt dann jedes Problem, mit dem die Militäreinheit BOPE konfrontiert wird, auch vor. Auch die zwei Favoriten, die als Nachfolger vorgesehen sind, werden in ihren privaten Motivationen hier in den Erzählungen von Capitão Roberto Nascimento sehr gut vorgestellt.
Im Endeffekt ist es ein sehr harter Film, wo die Handlungen, die wohl sehr realistisch sind, immer weiter in eine Richtung lenken, wo man eigentlich nicht hinkommen möchte. Dieser Realismus hier ist wahrscheinlich auch ein Grund, dass über diesen Film in Brasilien heftig diskutiert wurde. Und hoffentlich, wie auf dem Bonus der DVD zu hören, auch bessere Lösungsmöglichkeiten in Erwähnung gezogen werden. Also eine leichte Kost ist der Film nicht. Er ist auch nicht wunderschön anzusehen. Aber er hat Eindruck hinterlassen.

Meine Schulnote: 2-
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. September 2011
Das ist die Maxime der Elitepolizei in Rio de Janeira, einer Richtlinie, der sie - glaubt man diesem auf Tatsachen basierenden Film, voll und ganz gerecht wird. Er ist einer der härtesten und schonungslosesten, den ich je gesehen habe, und das Erschütternde daran ist, daß er die Lebensumstände der Ober- wie der Unterschicht in Rio unbeschönigt und wahrheitsgemäß zeigt. Nimmt das beigefügte Interview mit José Padilha zur Kenntnis, erfährt man, unter welch abenteuerlichen Umständen das zunächst als Dokumentarfilm geplante, dann als Spielfilm realiserte Projekt verwirklicht wurde. Unfaßbar ist, daß die örtliche Polizei nicht nur bestechlich ist, sondern auch noch die Stadtverwaltung von Rio unter Druck gesetzt hat, die -inzwischen bekannten - Namen derjenigen zu verraten, die Padilha als Informanten gedient hatten. Unglaublich ist ferner, daß es einer weiteren Polizeieinheit bedarf, nämlich des Batalhão de Operações Policiais Especiais (BOPE), um die korrupte Stadtpolizei zu kontrollieren und in Schranken zu halten. Wenn man dann noch hört, wie Padilha von der heimischen Mafia belauert und erpreßt wurde, zweifelt man nicht, daß sein Film auf wahren Erlebnissen basiert. Dazu trug zweifellos die intensive Darstellung der Schauspieler bei, die sich vor Drehbeginn einer radikalen Schulung unterziehen mußten. Verständlicherweise war das Interesse des brasilianischen Publikums an Tropa de Elite" so groß, daß schon vor der offiziellen Veröffentlichung bereits zwischen 12 und 15 Millionen Zuschauer den Film als Raubkopie gesehen hatten. Dennoch wurde er ein überragender Erfolg, sowohl kommerziell als auch künstlerisch durch die Auszeichnung mit dem Goldenen Bären" 2008 bei der 58. Berlinale. Mit "Streets of Rio", "City of Men", "Die andere Seite der Straße" oder "Central Station" zählt er zu den brasilianischen Filmen, die ich dem interessierten Käufer rückhaltlos empfehlen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Juli 2014
was hier in den ganzen Rezensionen noch gar nicht angesprochen wurde: WARUM wird hier, als auch in Teil 2 "Elite Squad - Im Sumpf der Korruption" ein falsches Wappen für die Spezialeinheit BOPE verwendet?!? Lächerlich, im zweiten Teil sogar auf dem Cover. Kennt jemand den Hintergrund dafür? Durfte das Originalwappen der BOPE nicht genutzt werden? Bei so viel angestrebter Realität bzw. Doku-Charakter ist das einfach lächerlich. Schade und dafür einen Stern Abzug.
Für die, die es interessiert, das Original-Wappen lässt sich daran erkennen, dass es sich nicht um moderne, d.h. halb-automatische Pistolen handelt sondern um antike Pistolen. Darüber hinaus geht der Dolch von oben in den Schädel und nicht ein Messer von unten.....
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Januar 2012
Tropa de Elite ist ein brasilianischer Film, der von den Verwicklungen der Spezialeinheit BOPE mit den Zuständen und Charakteren einer Favela, also eines Elendsviertels in Rio de Janeiro, handelt. Es werden unterschiedliche Filmstile miteinander vermischt, was ich persönlich nur unbedingt gelungen finde.

Es geht los mit der Geschichte zweier normaler Polizisten im korrupten Polizeiapparat von Rio. Dieser Teil ist so eine Art Sozialdrama. Später werden die beiden Männer von der BOPE aus einer Schießerei gerettet, und treten der Einheit bei. Dann kommt eine harte militärartige Ausbildung. Das hat man alles schon mal bei Full Metal Jacket viel intensiver und beklemmender gesehen. Der letzte Teil ist, ohne zu viel Details von der Handlung verraten zu wollen, so eine Art Actionfilm/Rache-Story, bei der die BOPE einen Drogendealer aufs Korn nehmen.

Dass selbst der zynische Off-Kommentar Brutalität und Selbstjustiz propagiert, dürfte wohl einen erheblichen Beitrag zur FSK-18-Freigabe "geleistet" haben. Das exotische Setting bleibt einem auf jeden Fall im Gedächtnis, und es lohnt sich auch, den Film im portugiesischen Originalton (mit Untertiteln) anzuschauen.

Einige Elemente, die schon in "City of God" vorkamen, wie Spitznamen oder Verhalten der Charaktere verwendet der Regisseur hier wieder. Auch die Dramaturgie kommt einem bekannt vor. City of God hat für meine Begriffe als Sozialdrama besser funktioniert. Auch passt bei TdE der actionlastige Schluss nicht so ganz ins Bild. Als Actionfilm funktioniert es jedoch auch nicht, weil die Kameraführung mehr an eine Dokumentation erinnert und die Thematik nicht so angemessen dafür ist.

Bei den Extras gibt es ein 29-minütiges Interview, in dem der Regisseur die Entstehung des Films und seine Gedanken zur Thematik erläutert. Es gibt auch einen Trailer des Film auf der DVD, sowie einen 3-minütigen Beitrag der Sendung "titel thesen temperamente". Insgesamt gibt es bei der Bonusausstattung also fast kein zusätzliches Bildmaterial.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 24. Oktober 2011
Captain Nascimento leitet das berühmt-berüchtigte Einsatzkommando BOPE, eine Elite-Einheit der brasilianischen Militärpolizei, die in die Favelas von Rio de Janeiro geschickt wird, wenn die Polizei aufgegeben hat. Nach der Geburt seines Sohnes will Nascimento aussteigen; immer häufiger leidet er unter Panikattacken. Bevor er gehen kann, muss er aber einen würdigen Nachfolger finden. Zur Auswahl stehen die seit Kindertagen befreundeten Polizisten Neto und Matias. In einem Bootcamp müssen sie sich einem unmenschlichen Auswahlverfahren unterziehen...

Im Fokus steht ein hermetisches System aus Verdorbenheit, Korruption und Angst, in dem Gangster und Staatsgewalt sich gegenseitig zu neuen Dimensionen der Eskalation hochschaukeln. Der BOPE-Chef Nascimento erzählt die Handlung retrospektiv aus dem Off. Dass er sich im Verlauf des Films zunehmend als selbstgerechter und cholerischer Charakter mit einem Hang zum Narzissmus entlarvt, betont zum einen, dass Nascimento nicht zum Identifikationsstifter taugt, zum anderen pointiert es die extreme Drucksituation, in der jeden Tag ein Stück Menschlichkeit der Beteiligten verendet. Schonungslose Gewaltdarstellungen veranschaulichen die Verdinglichung des Feindes. Dabei wird die Gewalt nicht zelebriert, sondern als ein so elementarer und alltäglicher Bestandteil der Interaktion gezeigt, dass einem fast schon der Kinnladen sinkt.

Nascimento muss für seine Nachfolge zwischen dem scharfsinnigen Kopfmenschen Matias und dem blutdurstigen Tatmenschen Neto wählen. Wer letztlich auserkoren wird, ist zweitrangig, der Film nutzt dieses Plotgerüst vielmehr zur Bebilderung des polizeilichen Milieus. So entstehen immer wieder Szenen, die parodistisch anmuten, aber bitterernst gemeint sind. Während Neto mehr als Typ, denn als Charakter agiert, werden Nascimento und Matias gelungen eingeführt, wobei Letzterer der interessantere Charakter ist: André Ramiro gibt mit zurückhaltendem Spiel den steifen, leicht bornierten, stoisch verbissenen Intellektuellen. Wagner Mouras Nascimento changiert hingegen glaubhaft zwischen Amoklauf und Selbstzweifel, unerbittlicher Härte und an ihm nagender Reue.

José Padilhas erster Spielfilm ist in einem quasi-dokumentarischem Stil gehalten. Die hektische Handkamera, die verschwitzten Bilder sowie die harten Schnitte werden der Handlung absolut gerecht, bauen die Spannung noch mehr auf. Die finale dramaturgische Verdichtung und Zuspitzung wurde super umgesetzt, so dass der Zuschauer bis zuletzt an seinem Stuhl gefesselt wird.

Die blu ray erhält man mit sehr gutem, scharfem, Bild und Ton. Gegenüber der DVD wurde dies äußerst stark umgesetzt. Als Bonusmaterial liegt der blu ray ein Interview mit dem Regisseur sowie ein Beitrag zum Film aus "ttt - titel thesen temperamente" bei. Zudem liegt der blu ray, für Gegner der FSK-Logos, ein Wendecover bei.

Fazit:

Rasant, schonungslos, gut. Unbedingt zu empfehlen!
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am 17. Mai 2008
Nascimento, angehender Vater und Offizier einer berüchtigten Eliteeinheit, ist am Ende'- immer häufiger überfallen ihn während seines täglichen Einsatzes gegen die Drogenbosse in den Slums von Rio Panikattacken. Damit sein Kommando ihn gehen lässt, muss Nascimento schnellst möglich einen Nachfolger finden-' ist es der draufgängerische Matias oder der intelligente und umsichtige Neto, die es mit der Brutalität, Entschlossenheit und kaltblütigen Intelligenz ihres Ausbilders aufnehmen können?

Es ist leicht, Padilhas Film in der Gegenüberstellung von korrupter Polizeibasis, skrupellosen Drogenbossen und stählerner Elite Parteilichkeit zugunsten letzterer vorzuwerfen. Doch indem '"Tropa de Elite'" konsequent der Perspektive und dem Ziel seines Protagonisten folgt- dabei mit seiner hektischen Handkamera und atemlosen Schnitten stets auf Augenhöhe bleibt-' zeigt er vielmehr, wie sehr dieser Krieg seine Protagonisten deformiert und den quer durch die brasilianische Gesellschaft verlaufenden Graben weiter vertieft.
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