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51 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch immer eine der besten Aufnahmen, 2. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Cellosuiten (Audio CD)
Diese Aufnahme ist berühmt. Es ist die erste, die von den Cellosuiten gemacht wurde. Viele andere haben Casals nachgeeifert. Sie übertrafen ihn in der Makellosigkeit der Technik (mathematisch klar: Fournier), in der perfekten Schnelligkeit (trotzdem wunderschön: H. Schiff, etwas glatter: Yo Yo Ma) und auch in der Tonqualität, aber niemand erreichte diese unglaubliche, unmittelbar das Gefühl ansprechende Emotionalität von Casals (Maisky müht sich redlich, bleibt aber zurück).
Casals wunderbar vollem und sonorem Ton zuzuhören ist ein Genuss. Sein Gefühl für die musikalische Struktur und seine Befähigung, diese zu verdeutlichen, sind einzigartig. Manchmal mögen bestimmte Noten etwas überbetont erscheinen. Es mag auch zutreffen, dass Fournier und andere im Sinne der Musikwissenschaft richtiger spielen. Gleichwohl greife ich am Häufigsten zu Casals, wenn ich die Cellosuiten hören möchte. Es ist vielleicht richtig zu sagen, dass Fournier (um die zweite berühmte Aufnahme herauszugreifen) das größere geistige, Casals hingegen das größere musikalische Erlebnis ist.
Die Aufnahmequalität ist für das Aufnahmedatum erstaunlich gut. Aus diesem Grunde sollte also niemand vom Kauf der CD absehen. Im Vergleich zur günstigeren Naxos-Ausgabe gefällt mir der EMI-Klang besser. Kaum Unterschiede gibt es im Vergleich zur nur halb so teuren älteren EMI-Ausgabe. Wer diese also noch irgendwo entdeckt, kann bedenkenlos zugreifen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bis heute gültiges Tondokument, 15. Oktober 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cellosuiten (Audio CD)
Die sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007 bis 1012 von Johann Sebastian Bach zählen zu den größten Errungenschaften abendländischer Musikgeschichte. Dabei wurden sie nach Bachs Tode schnell vergessen, zu groß waren die Anforderungen an den Cellisten, zu verschlüsselt die zutiefst menschliche Botschaft dieser Musik. Der spanische Cellist Pablo Casals (1876-1973) hat sich deswegen gleich in zweierlei Hinsicht um Bachs Cellosuiten verdient gemacht: Er hat nicht nur eine bis heute gültige Gesamtaufnahme vollbracht, sondern die Werke auch aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt.

Die Suiten selbst bestehen aus einem einleitenden Prélude, das Bach in der Regel sehr individuell gestaltete. Das wird vor allem in den letzten beiden Suiten deutlich, die der Thomaskantor nach heutigem Wissensstand später als die vier ersten schrieb.
Im Anschluss daran reiht er fünf Tänze aneinander, und zwar obligatorisch Allemande, Courante, Sarabande und Gigue. Zwischen Sarabande und Gigue steht wahlweise ein Menuett (erste und zweite Suite), eine Bourée (dritte und vierte) oder eine Gavotte (fünfte und sechste).

Casals war ein großer Virtuose am Cello. Dementsprechend virtuos kann er die Préludes spielen, ohne dabei aber deren Intensität zu verleugnen oder wahnwitzige Tempi zu wählen. Er verstand es trefflich, den hohen künstlerischen Anspruch dieser Sätze mit dem Maximum an Tiefsinn und Philosophie zu verbinden. Man höre sich alleine das prächtige, umfangreiche Prélude der D Dur Suite BWV 1012 an, das er farbenreich und differenziert darbietet, ohne es zu versäumen, eine geradezu hochtrabende Diskussion mit seinem Instrument zu führen.
Innerhalb der Tanzsätze betont er bewusst das tänzerische Element. Er spielt wie entfesselt, vor allem die Courantes. Ein kurzer Blick beispielsweise auf die Courante aus der d moll Suite BWV 1008 beweist seine tiefe Ergebenheit Bach gegenüber.
Selten habe ich die Sarabandes festlicher und zugleich berührender erlebt wie in dieser Einspielung. Casals dämpft sein Volumen und erforscht alle Bereiche menschlicher Empfindung, wählt ein angenehmes Tempo. Die kurze Sarabande aus der großartigen c moll Suite BWV 1011 macht er dadurch - trotz ihrer knappen Anlage - zum Gravitationszentrum. Casals meditiert vor unseren Ohren, man fühlt sich zu Tränen gerührt.
Seine Interpretation steckt immer voller Dynamik, sein rhythmisches Spiel folgt der Intention Bachs. Dass er ein ganzes Leben mit Bach verbracht hat, darüber legt die Einspielung umfassend Zeugnis ab. Er scheut sich nicht, individuelle Akzente zu setzen, zum Beispiel in der Gigue der G Dur Suite BWV 1007, die er überraschend flott und markant darzubieten geruht.

Da diese Aufnahmen aus den 30er Jahren stammen, darf man von der Aufnahmequalität nicht allzu viel verlangen. Dennoch aber, vor allem beim Hören der beiden Mollsuiten, hat auch das stark wahrnehmbare Bandrauschen seine Reize. Das verklärende Element dieser Musik wird dadurch noch verstärkt. Allerdings braucht sich niemand vor einer nostalgischen, melancholischen Lagerfeueratmosphäre zu fürchten. Herausragende Interpretationen waren schon immer zeitlos. Auch eine weniger zufriedenstellende Tonqualität kann daran nichts ändern.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen für freunde genauer interpretation, 31. Mai 2010
Von 
Stephan Urban "stevo" (wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cellosuiten 1-6 Bwv 1007-1012 (Audio CD)
über den 1685 geborenen johann sebastian bach muss ich an dieser stelle wohl nicht allzu viel erzählen. nur soviel: um 1720 herum komponierte er diese solosuiten für violincello, wobei die kompositionen z.t. eine umstimmung des instrumentes erfordern.

für damalige cellisten dürften teile des stückes unspielbar gewesen sein, auch war das wohl zu modern für die damalige zeit. so gerieten diese stücke schnell in vergessenheit.

Einer der größten cellisten des 19. und 20. jahrhunderts hat diese großartigen solosuiten wiederentdeckt. der 1876 geborene spanier pablo casals spielte diese stücke immer wieder, wodurch sie einen größeren bekanntheitsgrad erlangten. zwischen 1936 und 1939 kam es dann zu einer gesamtaufnahme des werkes und diese historische aufnahme findet sich auf dieser CD.

die interpretation casals lebt von großartiger intonation und der perfekten spieltechnik des meisters. so war er - vermutlich als einer der ersten - imstande, diese an der grenze zur unspielbarkeit angesiedelten kompositionen stressfrei und blattgenau zu spielen. Diese interpretation gilt nach wie vor als die authentischste aufnahme dieser stücke.

wenn es die aufnahme mit janos starker (rezension im anschluss) nicht gäbe, wäre diese interpretation trotz der etwas historischen tonqualität das mass aller dinge. für freunde notengenauer interpretation ist sie es sowieso.
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